Seekrank im Bus: Die Reisekrankheit

Junge Frau mit Hut schaut während einer Bahnfahrt aus dem Fenster

Vielen Menschen bereiten schaukelnde Bewegungen äußerst unangenehme Empfindungen. Am bekanntesten ist dabei die Seekrankheit, die jedoch nur eine Form der auch Kinetose genannten Reisekrankheit darstellt.

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Nur rund jeder fünfte Europäer scheint wirklich absolut unempfindlich gegen Kinetose zu sein. Die meisten, die diesen Zustand schon öfter erlebt haben, haben ihre eigenen Hausmittelchen, die ihnen helfen, mit den unangenehmen Empfindungen fertig zu werden – für andere ist jede Flug-, Schiffs- oder Busreise eine Tortur.

Ursachen

Die Ursache liegt in unserem Gleichgewichtsorgan: Unser Gleichgewichtssinn sitzt im Innenohr, nahe des Gehirns und hat die Aufgabe, die Lage des Körpers im Raum festzustellen, und dem Gehirn zu melden. Diese Informationen passen jedoch nicht immer zu den Sinneseindrücken, den uns der Gesichtssinn über die Augen vermittelt – das Innere eines Autobusses scheint sich für unsere Augen nicht zu bewegen, während das Gleichgewichtsorgan starke Schaukelbewegungen meldet. Diese widersprüchlichen Informationen führen zu Schwindelgefühlen – und nachdem unser Körper gelernt hat, Schwindel als Gefahrensignal für verschluckte giftige Stoffe anzusehen, reagiert er mit Erbrechen, in dem gutgemeinten Versuch, das vermeintlich verschluckte Gift wieder aus dem Körper zu befördern.

Symptome

Neben der Übelkeit, sind auch Desorientiertheit, kalter Schweiß, Benommenheit und Erbrechen die Hauptsymptome. Man fühlt sich wie betäubt und kann den Bewegungen des Verkehrsmittels nicht mehr folgen. Der Zustand ist zwar unangenehm, aber im Grunde dennoch harmlos. Nur bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden können die Auswirkungen auch noch drastischer ausfallen, in ganz dramatischen Fällen sogar einen Herz-Kreislauf-Stillstand auslösen. Die Symptome beschränken sich meist auf den unmittelbaren Zeitraum der Reise. In praktisch allen Fällen klingen sie von selbst wieder ab, manchmal auch erst ein paar Tage nach dem auslösenden Ereignis.

Behandlung

In den letzten Jahren wurde im Bereich der Kinetose viel geforscht, bisher bewährt haben sich aber jedenfalls Pflaster, die den Wirkstoff Scopolamin enthalten, der über die Haut abgegeben wird, und aufsteigende Übelkeit bekämpft. Histamin ist nach neueren Studien ebenfalls wirksam, es wird normalerweise bei einer Immunreaktion freigesetzt, scheint aber auch bei instabilen Gleichgewichtsbedingungen die Reaktion des Körpers unter Kontrolle zu halten. Ingwer ist ein altes Hausmittel, das aber bei weitem nicht bei allen wirkt – asiatische Seeleute schwören allerdings darauf. Ein sehr guter Ratschlag ist immer, die vorbeiziehende Umgebung zu beachten, und die Schaukelbewegungen bewusst wahrzunehmen, um so dem Gehirn über die Augen die selbe Information zu vermitteln, die es auch vom Gleichgewichtssinn bekommt. Damit wird das Schwindelgefühl und in der Folge auch die dadurch verursachte Übelkeit meist schon ausreichend unterdrückt. Jedenfalls: Wer zu Reisekrankheit neigt, weiß das zumeist, und hat die Möglichkeit sich darauf einzustellen. Scopolaminpflaster sollte man rechtzeitig besorgen und auch rechtzeitig aufkleben, damit ist die Wirkung am besten. Wer sein eigenes Hausmittelchen bereits gefunden hatte, sollte auf jeden Fall dabei bleiben, wenn es wirkt, alle anderen sollten ruhig einmal Ratschläge und Empfehlungen sammeln und das eine oder andere ausprobieren.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: train passenger © diego cervo - www.fotolia.de

Autor:

Tanja Tasci - Artikel vom

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