Paris: Warum die Stadt der Liebe?

Pariser Eifelturm von unten fotografiert, blauer Himmel

Wer hat wohl nicht die Vorstellung, dass die Stadt Paris eine besondere Romantik zu bieten hat. Fast automatisch wird dann eine Verbindung mit dem Begriff "Liebe" hergestellt. Stellt man sich die Frage worauf dieses uralte und immer noch bestehende Image beruht, so ist es schwierig dafür tatsächliche Anhaltspunkte zu finden, zumal es in Europa zweifellos andere traditionsreiche Städte gibt, die ein ähnliches Image verdienen.

Venedig oder Wien haben in dieser Beziehung sicherlich auch einiges zu bieten und erfreuen sich deshalb insbesondere bei jungen verliebten Paaren großer Beliebtheit. Für viele besteht der Wunsch dort ihre Hochzeitsreise zu verbringen. Paris besitzt demgegenüber jedoch einen anderen Stellenwert, der sich aus unterschiedlichen Gegebenheiten zusammensetzt.

Will man dieser Frage näher auf den Grund gehen, so muss man weit zurück denken und nicht nur die Stadt als solche betrachten, sondern den französischen Lebensstil als solchem einbeziehen. Zweifellos gibt es in dieser Beziehung kulturelle Unterschiede, die für den Besucher fühlbar sind und eine Anziehungskraft besitzen.

savoir vivre

Ein herausragendes Merkmal des Franzosen ist die Betonung von Individualität und der Suche nach Genuss und schönen Dingen. Ein ganz wichtiges Beispiel dafür ist die berühmte französische Küche. Allgemein lässt sich beobachten, dass auf allen Ebenen des Alltags nach intensivem Erleben gesucht wird bei dem der Zeitrahmen keine nennenswerte Rolle spielt. Dies gilt sowohl für ausgewählte Tätigkeiten als auch für zwischenmenschliche Beziehungen. Dies erscheint widersprüchlich wenn man bedenkt, dass Paris eine fühlbar hektische Stadt ist. Die Zahl der dort arbeitenden Menschen übersteigt um ein vielfaches die vorhandene Einwohnerzahl. Besonders deutlich wird dies an der starken Überbelastung der öffentlichen Verkehrsmittel. Die über hundert Jahre alte Metro aus der Jugendstilepoche gibt es nicht mehr. Seither bestimmt die Hochgeschwindigkeit den Rhythmus der Zeit.

So trägt die Stadt zwei gegenläufige Gesichter, zum einen Stress und Hektik der modernen Welt und zum anderen zeitlose Räume für Muße und Beschaulichkeit. Dem aufmerksamen Besucher der Stadt bleibt dies nicht verborgen. Dabei wird ihm auch auffallen, dass jeder Ort ein anderes Publikum und ein anderes Flair besitzt. Dabei hat auch die Kunst ihren Platz.

Künstlerparadies

Für Dichter, Maler und Musiker ist Paris schon immer ein Anziehungspunkt gewesen, dessen Erbe fortgeführt wird. Ein herausragendes Beispiel ist die sehr gefühlsbetonte Musik, bekannt durch das so berühmte und weiterhin gepflegte "chanson francaise". Man braucht nur an die vielen Lieder von Edith Piaf zu denken, bei denen es immer um Liebe geht. Ähnlich ist es bei Filmen aus den 50er und 60er Jahren. Paris ist zugleich Ort der Inspiration und Ort des Geschehens.

Monumente der Ewigkeit

Interessanterweise haben sich einige dieser Schauplätze bis heute erhalten. Vergangenes und darunter auch Emotionales lebt weiter. Als Beispiele solcher Orte können das Viertel "Sacre Coeur", das "Quartier Latin", die "Quais de la Seine" oder die vielen Parks in Paris genannt werden.

Um diese Orte richtig zu erleben bedarf es einer intensiven Wahrnehmungsfähigkeit und der Bereitschaft die Stadt auf sich wirken zu lassen. Dies lässt sich auf keinen Fall über eine kurze Städtetour erreichen. Der Besuch der bekannten Sehenswürdigkeiten wie der Eiffelturm oder Notre Dame sind dafür völlig ungeeignet und bedeuten angesichts der großen Besucherströme lange Wartezeiten und Stress. Paris ist eben keine Stadt zum Konsumieren.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: eiffelturm © philipus - www.fotolia.de

Autor:

Annette Folge - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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