Rund um die Scheidung - Ablauf, rechtliche Aspekte, Finanzen und wichtige Begriffe

Junges Paar sitzt voneinander abgewandt auf Sofa und schaut gelangweilt TV

Bei einer Scheidung gibt es einige Punkte zu beachten, angefangen bei der Vorscheidungsphase bis hin zum Besitz der Eheleute danach; besonders wichtig ist die Kinderbetreuung

Am Tag der Hochzeit kann sich kaum ein Brautpaar vorstellen, dass es sich irgendwann scheiden lassen wird. Doch inzwischen wird leider eine Vielzahl der Ehen wieder geschieden. Alle nützlichen Informationen zur Scheidung erhalten Sie hier auf einen Blick.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Das Eherecht bei der Scheidung

Mit der Eheschließung auf dem Standesamt unterzeichnen beide Partner den gesetzlichen Ehevertrag. Er regelt die unterschiedlichsten Themen, die für die Eheschließung von Belang sind, so zum Beispiel das Namensrecht, das Sorgerecht und die wirtschaftliche Faktoren.

Er enthält auch Passagen für den Scheidungsfall. Darüber hinaus haben Paare die Möglichkeit, einen eigenen Ehevertrag nach ihren Vorstellungen zu schließen, der weitergehende Regelungen im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten enthält.

Rechtliche Grundlage in Deutschland

Der gesetzlich vorgegebene Ehevertrag behandelt unter anderem auch das Scheidungsrecht. In Deutschland ist es wie folgt geregelt:

Im Deutschen Recht gilt die Ehe als lebenslange Institution, die dem Schutz durch das Grundgesetz unterliegt. Sie kann nur durch Tod, Scheidung oder Aufhebung beendet werden. Dazu ist ein richterliches Urteil erforderlich.

Das Gesetz betrachtet dabei nur die standesamtlich vor dem Gesetzgeber geschlossene Ehe. Die kirchliche Eheschließung unterliegt nicht richterlichen Befugnissen.

Erbrecht erlischt mit Scheidungsantrag

Trauer - Mutter und Sohn besuchen Grab auf dem Friedhof
mother and child at graveyard © bramgino - www.fotolia.de

Ein Scheidungsantrag sorgt nicht nur große Veränderungen im Privatleben von Eheleuten, sondern hat im Todesfalle eines der Verheirateten entscheidenden Einfluss auf das Erbe. Dies hat jetzt das Oberlandesgericht (OLG) Köln entschieden (Az.: 2 Wx 122/11).

Das gesetzliche Erbrecht, urteilten die Richter, gelte erst dann wieder, wenn ein Antrag auf Ehescheidung zurückgenommen worden sei. Ansonsten sei bereits der Antrag mit einer vollzogenen Scheidung gleichzusetzen.

Im vorliegenden Fall hatte sich eine Ehepaar bereits 1987 getrennt. Trotz zweier Scheidungsanträge 1995 und 2002 war die Scheidung jedoch nie ausgesprochen worden. Nun wollte die Ehefrau ihren Teil des Nachlasses in Höhe von 224.752,74 Euro. Dies wollten die Eltern des Verstorbenen verhindern.

Hatte das Amtsgericht noch zugunsten der Frau entschieden, urteile das OLG nun für die Eltern. Schließlich, so die Richter, habe der Erblasser mit der Trennung und den Scheidungsanträgen deutlich gemacht, dass er nicht an die Wiederaufnahme der Ehe glaube und diese auch nicht beabsichtige.

Ablauf der Scheidung

Beim Scheidungsverfahren sind die einzelnen Schritte ganz genau vorgegeben. Nur wenn sie eingehalten werden, kann eine Scheidung auch rechtskräftig erfolgen.

Eine Ehe kann dann geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. Per Definition gilt die Ehe dann als gescheitert, wenn keine eheliche Lebensgemeinschaft mehr besteht und ihre Wiederherstellung auch nicht mehr zu erwarten ist. Dies ist auch dann möglich, wenn die Ehegatten innerhalb der ehelichen Wohnung getrennt leben.

Eingeständnis: Die Vorscheidungsphase

Vor der endgültigen Scheidung befindet sich das Paar in der so genannten Vorscheidungsphase.

Definition und Dauer

Die Vorscheidungsphase beginnt noch lange bevor die eigentliche Scheidung erfolgt. Das Paar bemerkt in dieser Zeit, dass es nicht mehr so läuft, wie noch vor ein paar Monaten oder Jahren. Entweder sind beide Partner mit dieser Situation unzufrieden oder auch nur einer.

Die so genannte Vorscheidungsphase kann unterschiedlich lange dauern. Bei dem einen Paar sind es nur wenige Wochen, bei dem anderen sogar Jahre. Es hängt immer davon ab, wie schnell sich das Paar zur Trennung entschließen kann. Denn diese Trennung beendet die Vorscheidungsphase.

In der Vorscheidungsphase entscheidet sich das Paar zur Trennung
In der Vorscheidungsphase entscheidet sich das Paar zur Trennung
Mögliche Auslöser und Unterschiede
Wenn sich ein Paar ständig streitet und auch noch die Kinder darunter leiden, kann eine Trennung die
Wenn sich ein Paar ständig streitet und auch noch die Kinder darunter leiden, kann eine Trennung die bessere Lösung sein

Bei einigen Paaren gibt es einen konkreten Auslöser für den Gedanken an eine Trennung, bei anderen sind es einfach viele Kleinigkeiten, die man über die Jahre hinweg irgendwann nicht mehr hinnehmen will oder kann. Die Eheleute streiten immer häufiger, auch über Kleinigkeiten.

Es gibt aber auch Paare, die sich einfach auseinanderleben, ohne einen größeren Streit zu haben. Jeder geht seinen Hobbys nach, und erst irgendwann fällt dem Paar auf, dass sie eigentlich gar nicht mehr als Paar leben.

Was auch immer der Grund dafür ist, dass sich das Paar in der Vorscheidungsphase befindet, der Gedanke an eine Trennung ist ein wichtiger Bestandteil in dieser Phase vor der Scheidung. Es gibt Paare, die trennen sich von heute auf morgen und sind sich in allen Dingen sofort einig.

Ende der Vorscheidungsphase

Die meisten Paare aber brauchen lange Zeit, bis sie sich zu einer Trennung entschließen, häufig sogar mehrere Jahre. Dies hängt natürlich auch davon ab,

  • wie lange das Paar bereits verheiratet war
  • ob es Kinder gibt und
  • wie die Lebensverhältnisse aussehen.

Irgendwann wird ein Partner aber auch hier den Vorschlag der endgültigen Trennung und Scheidung machen. Wie der andere darauf reagiert, ist unterschiedlich.

Sobald sich das Paar räumlich getrennt hat (denn emotional ist es meist schon länger getrennt), ist die Vorscheidungsphase beendet. Es folgt nun die Scheidungsphase, die für viele Ehepartner oft emotional weniger aufreibend ist als die Vorscheidungsphase, in der man ständig grübelt, was zu tun ist.

Trennungszeit

Bevor nun die Scheidung bei Gericht beantragt und der Scheidungsantrag eingereicht werden kann, ist eine Trennungszeit notwendig. Sind sich beide Partner einig, dass sie sich scheiden lassen möchten, so genügt eine Trennungszeit von einem Jahr. Stimmt jedoch einer der Partner der Scheidung nicht zu, so muss eine Trennungszeit von 3 Jahren eingehalten werden.

In den meisten Fällen markiert die räumliche Trennung der beiden Partner den Beginn der Trennungszeit. Das Datum kann mit der Ummeldung an einen neuen, getrennten Wohnsitz belegt werden. Ist dies aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich, so kann ein getrennt lebendes Paar auch weiterhin denselben Wohnsitz bewohnen.

Mit der Trennung kommen beide Partner meist in eine neue Steuerklasse. Dieser Verwaltungsakt kann als Trennungsbeleg geltend gemacht werden.

Sonderfall: unzumutbaren Härte

Im Falle einer so genannten unzumutbaren Härte kann eine Ehe auch vor Ablauf des Trennungsjahres geschieden werden. Eine solch unzumutbare Härte liegt dann vor, wenn aufgrund des Verhaltens des einen Ehepartners dem anderen Ehepartner eine Fortführung der Ehe nicht mehr zugemutet werden kann.

Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Misshandlungen geschehen oder der andere Partner eine dritte Person in die eheliche Gemeinschaft mit aufnehmen will. In Fällen der unzumutbaren Härte wird häufig auch das Kindeswohl in Betracht gezogen. Ist es gefährdet, so kann die Ehe schneller geschieden werden.

Zweifel vor der Ehe, schnellere Scheidung?

Blonde Frau mit Haarreif hält sich beide Hände ans Gesicht
Roter Lippenstift © style-photographs - www.fotolia.de

"Ob er wirklich der Richtige ist?" Fragen wie diese stellen sich viele Frauen einmal, wenn der Hochzeitstermin gesetzt ist und die Vorbereitungen fürs Fest auf Hochtouren laufen. Ein bisschen Zweifeln und Hinterfragen ist ganz normal, schließlich überprüft man so seine eigenen Gefühle - und kann sich dieser im Idealfall noch sicherer werden.

Frauen, die jedoch stärkere Zweifel an der eigenen Heiratsentscheidung hegen, sollten die Hochzeit vielleicht noch einmal überdenken. Denn wie eine amerikanische Studie jetzt zeigt, lassen sich diese schneller wieder scheiden - die Zweifel könnten hier also ein Indiz dafür sein, dass vielleicht doch nicht alles so stimmt, wie man sich das vorstellt.

Durchgeführt wurde die Studie von einem Wissenschaftlerteam der University of California mit 230 Teilnehmern. Die Hochzeitspaare wurden sowohl rund um die Eheschließung wie auch vier Jahre danach in die Studie einbezogen. Dabei wollten die Forscher insbesondere herausfinden, wie sich Zweifel vor der Heirat auf den weiteren Verlauf der Ehe auswirkten.

Das Ergebnis: Rund 38 % aller Frauen hegten vor der Hochzeit stärkere Zweifel, nach vier Jahren waren hiervon immerhin rund 19% wieder geschieden. Die Scheidungsrate jener Frauen, die vor der Ehe nicht gezweifelt hatten, lag mit 8% deutlich darunter. Bei den männlichen Teilnehmern konnte dieser Zusammenhang so jedoch nicht festgemacht werden: Tendenziell waren sich deutlich mehr männliche Teilnehmer vorab nicht ganz so sicher, ob die Eheschließung die richtige Entscheidung gewesen sei. Scheiden ließen sich deshalb aber deutlich weniger von ihnen.

Das Scheidungsverfahren

Ist die Trennungszeit abgelaufen, kann einer der Partner oder auch beide Partner gemeinsam die Scheidung einreichen. In der Regel werden beide Partner dabei von einem eigenen Anwalt vertreten.

Nun müssen die finanziellen Modalitäten der Scheidung ausgehandelt werden. Diese beziehen sich auf den Versorgungsausgleich und die Rentenansprüche.

Sind in der Ehe minderjährige Kinder vorhanden, so wird auch über das Sorgerecht entschieden. Grundsätzlich gilt ein Zugewinnausgleich und ein geteiltes Sorgerecht, sofern dies nicht in einem privaten und gültigen Ehevertrag anders vereinbart wurde. Erst wenn diese Modalitäten geregelt sind, kann der tatsächliche Scheidungstermin vor Gericht erfolgen, bei dem die Ehe in Anwesenheit beider Partner oder ihrer Vertreter geschieden wird.

Die rechtliche Scheidung wird vor Gericht vollzogen
Die rechtliche Scheidung wird vor Gericht vollzogen

Heutzutage kann eine Scheidung auch online erfolgen...

Online-Scheidungen: Der Trend zum Trennen

Mit ein paar Klicks zurück zum Singledasein. In einer Zeit, in der das Heiraten ebenso wie die Scheidung am Drive-In-Schalter möglich sind, kann es manchen gar nicht schnell genug gehen, eine Ehe wieder aufzulösen.

Was grausam klingt, ist inzwischen längst Realität. Die Online-Scheidung ist im Kommen.

Schnell ein Online-Formular ausfüllen und schon ist eine Ehe geschieden? Ganz so einfach ist es denn doch nicht. Doch der Trend geht dahin, seine Scheidung online zu erledigen. Und die Vorteile des Verfahrens liegen auf der Hand:

  1. Es ist günstiger.
  2. Es geht schneller.
  3. Man entgeht einem langwierigen Scheidungsprozess.
Voraussetzungen einer Online-Scheidung

Einige Voraussetzungen müssen allerdings auch hier erfüllt werden.

Rechstanwalt

Auch bei einer Online-Scheidung geht es nicht ohne einen Rechtsanwalt. Einziger Unterschied ist hier nur, dass dieser online beauftragt wird und die erforderlichen Schritte ebenfalls online unternehmen kann. Dadurch werden die Kosten für den Anwalt gesenkt.

Scheidungsjahr

Allerdings ist eine Online-Scheidung ebenso wie jede andere Scheidung nur möglich, wenn die Ehepartner seit mindestens einem Jahr von Tisch und Bett getrennt leben und sich darüber einig sind, sich scheiden lassen zu wollen.

Eigentum klären

Auch die Fragen um Eigentum und wer was bekommt und behält, sollten einvernehmlich geklärt sein. Ist dies nicht der Fall, wird auch diese Ehe vor Gericht gehen müssen und die Online-Scheidung fällt als Möglichkeit aus.

Einvernehmliche Trennung

Wie in der nicht-virtuellen Welt, kann bei einer einvernehmlichen Trennung ein Anwalt die Scheidung durchführen und ein zweiter muss nicht zwangsläufig dazu geholt werden. Außerdem besteht so die Möglichkeit, den Streitwert um 30 Prozent zu reduzieren.

Dies wird von den meisten Gerichten akzeptiert. Sind beide ehemaligen Ehepartner mit dem Urteil des Scheidungsgerichtes einverstanden und verzichten auf Rechtsmittel dagegen, können die Kosten noch weiter gedrückt werden.

Vorteil der geringeren Kosten

Auch Ehepaare, die nicht viel Einkommen haben, können von einer Online-Scheidung profitieren, denn zusammen mit der für sie möglichen Prozesskostenbeihilfe, die vom Staat gegeben werden kann, lassen sich die Kosten einer Scheidung in einem sehr übersichtlichen Rahmen halten.

Beantragung der Prozesskostenbeihilfe

Viele Online-Scheidungsanwälte im Internet bieten zusätzlich zu den Scheidungsformularen auch ein Formular zur Beantragung der Prozesskostenbeihilfe an. Hier lässt sich schnell selbst errechnen, ob ein Anspruch besteht. So kann man relativ einfach das gesamte Prozedere in die Hände des Anwaltes geben und muss sich nicht mehr selbst darum kümmern.

Online-Scheidung nicht unbedingt die beste Wahl

Junge, schwarzhaarige Frau hängt nah und konzentriert vor ihrem weißen Laptop
Eine junge nachdenkliche Frau mit Laptop Computer © bilderbox - www.fotolia.de

Eine Scheidung kann langwierig und vor allem teuer sein. Viele Anwälte bieten mittlerweile eine Scheidung über das Internet an, diese soll günstiger sein und das ganze Verfahren verkürzen. Doch bei dieser Wahl sollte man vorsichtig sein.

Angeboten werden Formulare, die man einfach ausfüllen und via Mail an den Anwalt schicken kann. Feste Termine hat man dabei nicht, die Kommunikation erfolgt stets über Internet oder Telefon. Lediglich den Gerichtstermin müsse man einhalten.

Doch viele Anwälte kritisieren die Möglichkeit der Online-Scheidung. Besonders das ausführliche Beratungsgespräch mit den Mandanten entfällt und gerade dies ist wichtig, da es bei einer Scheidung viele Punkte zu klären gilt - per Email ist dies nahezu ummöglich. Auch könne man damit das Verfahren nicht verkürzen, denn die nötigen Schritte sind - ob online oder nicht - immer dieselben. Zudem seien auch die Gebühren nicht günstiger, da diese gesetzlich festgelegt sind. Anträge für ein günstigeres Verfahren können sowohl Online-Anwälte als auch persönliche Ansprechpartner stellen, doch nur in den seltensten Fällen werden diese stattgegeben.

Unterm Strich lohnt sich die Scheidung übers Internet also eher wenig, besser ist es, persönlich mit einem Anwalt in Kontakt zu treten.

Online-Scheidung - Was Sie bei diesem Verfahren beachten sollten

Dunkelhaarige Frau vor ihrem Laptop fasst sich mit besorgtem Blick an die Stirn
worry © Coka - www.fotolia.de

Schnell, preiswert und bequem - das sind gemeinhin die Eigenschaften, die man einem Online-Service gegenüber einer klassischen Dienstleistung zuschreibt. Die Möglichkeit, bisher übliche Vorgänge per Mausklick im Internet abzuschließen bzw. durchführen zu lassen, macht auch vor dem Scheidungsverfahren nicht Halt. Noch vor wenigen Jahren ein gesellschaftliches Tabu, erfährt diese spezielle Möglichkeit der Scheidung jetzt bereits größere Nachfrage.

Ganz ohne Hürden und Hindernisse ist jedoch auch die Scheidung im Internet nicht zu haben. Wer sich für diese spezielle Lösung entscheidet, der sollte in jedem Fall verschiedene Angebote sorgfältig prüfen - und keinesfalls zu dem greifen, das gerade besonders günstig und deshalb attraktiv klingt. Denn die juristischen Vorgänge sind in Deutschland stets gleich; ganz egal, ob es sich hierbei um eine Scheidung auf klassischem Wege oder ein Online-Verfahren handelt.

Was Interessenten einer Online-Scheidung wissen müssen: Die eigentliche Scheidung wird stets vor Gericht durchgeführt. Der virtuelle Kontakt zum Anwalt kann lediglich das persönliche Gespräch in der Kanzlei ersetzen. Auch bei etwaigen Rückfragen ist es denkbar, dass diese Variante grundsätzlich schneller und effizienter funktioniert.

Der eigentliche Scheidungsvorgang aber kann hierdurch nicht beschleunigt werden. Wie lange dieser dauert, hängt nicht zuletzt auch damit zusammen, wie schnell man sich mit dem (Ex-)Partner einig wird. Bei größeren Streitigkeiten kann ein solcher Prozess deutlich in die Länge gezogen werden. In dem Fall kostet auch die "Online-Scheidung" entsprechend mehr, da die Gebühren für die anwaltliche Arbeit festgelegt sind.

Scheidung leicht gemacht - Wer sich von seinem Ehepartner trennen will, kann dies auch online tun

Das Internet macht alles leichter, für die Scheidung muss man nicht mal mehr aus dem Haus gehen

Rückansicht Junge Frau sitzt am Schreibtisch vor Computer, streckt sich
business and work © diego cervo - www.fotolia.de

Seit der Entwicklung des Internets ist so einiges in unserem Leben leichter geworden. Informationen, die man zuvor umständlich und lange in Büchern suchen musste, können nun mit einem einzigen Klick direkt auf den heimischen Bildschirm geholt werden. Auch die Suche nach einem Partner wird immer häufiger im Internet vollzogen.

Warum sollte man, wenn man seinen Partner schon im Internet finden kann, sich nicht dort auch gleich wieder von ihm scheiden lassen können? Es gibt einige Seiten, die Scheidungswilligen für diesen wichtigen Schritt mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Information und Scheidung im Internet

Auch die US-Internetzeitung "The Huffington Post" hat jetzt eigens ein Ressort für Scheidungen eingerichtet, in dem eine Scheidungsexpertin regelrechte Anleitungen für das richtige Vorgehen bei der Scheidung liefert.

Mittlerweile geht der Trend sogar so weit, dass man sich nicht mehr bloß über das richtige Vorgehen in Sachen Scheidung informieren, sondern sich sogar gleich online scheiden lassen kann. Einige Anwaltskanzleien bieten diese Möglichkeit auf ihren Seiten bereits seit Jahren an.

Scheidungs-App: Erstes Paar will die Scheidung

Hand hält ein Smartphone, aus dem viele bunte Icons kommen (Fotomontage)
Businessman using modern mobile phone © sdecoret - www.fotolia.de

Die Zeiten ändern sich, die technischen Errungenschaften kehren immer tiefer ins Privatleben ein. Nun wirbelt eine neue App das Leben scheidungswilliger Pärchen auf.

Ein Anwalts-Team aus Düsseldorf hat eine App entwickelt, mit der sich Paare wesentlich einfacher und komfortabler scheiden lassen können, als es bisher der Fall ist. Die App namens "Meine Scheidung" kann viel Papierkram vereinfachen und viele Termine ersparen. Das erste Paar hat sich nun anscheinend mithilfe dieser Anwendung scheiden lassen. Es wird sich zeigen, ob sich die "Scheidung per App" durchsetzen wird.

Ob klassisch, oder online - wer sich scheiden lässt, sollte auf das richtige Verhalten achten; sich Unterstützung zu suchen, ist dabei besonders wichtig...

Tipps und Hilfe bei der Scheidung

Eine Scheidung bringt viele unangenehme Dinge mit sich, die die Betroffenen bewältigen müssen. Häufig wächst einem dabei der Stress über den Kopf. Denn nicht nur das ganze Leben muss neu geordnet werden.

Hinzu kommen auch

  • Enttäuschung
  • viele Verletzungen und
  • manchmal auch Selbstzweifel.

Was Sie im Scheidungsfall tun können, damit Sie gut über die schwierige Zeit kommen, dazu haben wir ein paar Tipps für Sie. Die Scheidung ist ein ganzer Themenkomplex, der einen schnell zu überrollen scheint. Versuchen Sie deshalb, das Thema in viele einzelne Unterthemen zu unterteilen.

Sie können nicht an allen Fronten gleichzeitig kämpfen. Aber Sie können Stück für Stück an den einzelnen Problemen arbeiten und nach und nach Lösungen finden.

Da eine Scheidung meist emotional sehr anstrengend ist braucht man Hilfe
Da eine Scheidung meist emotional sehr anstrengend ist braucht man Hilfe

Wann man einen Scheidungsanwalt einschalten sollte

Lagern Sie zum Beispiel alle administrativen Fragen aus. Nehmen Sie sich einen guten Rechtsanwalt, der viele Dinge für Sie regeln kann. Er wird Sie auch zur aktuellen Rechtslage und zu den Besonderheiten in Ihrem individuellen Fall beraten können, so dass Sie sich die lästige und langwierige Recherchearbeit ersparen können.

Ohnehin gibt es viele Punkte, die der Laie missverstehen oder auch gar nicht verstehen kann. Die Sorge, ob rechtlich alles nach Plan läuft, können Sie mit der Beauftragung eines Anwalts dann schon einmal streichen. Und jeder erledigte Punkt wird Sie wieder ein bißchen entlasten.

Grundsätzliches zur Trennung

Allgemein wird die Scheidung heutzutage in rechtlicher Hinsicht anders betrachtet, als noch vor einigen Jahren. Seinerzeit war es nötig, dass einem der Ehepartner ein Verschulden anzulasten war. Nicht selten wird er fremdgegangen sein oder sich nur unzureichend um die Belange seines Gegenübers bemüht haben.

Mittlerweile steht hingegen das sogenannte Zerrüttungsprinzip im Fokus der Richter. Nötig wird es damit, dass der einst geschlossene Bund nicht mehr intakt ist und dieser Riss auch künftig nicht behoben werden kann. Mann und Frau müssen als Ausdruck dessen ein Jahr lang voneinander getrennt gelebt haben und anschließend einig darüber sein, dass die Ehe faktisch geschieden ist und auch rechtlich aufgehoben werden soll.

Ohne Anwalt geht es nicht

Sicherlich ist es im Verlauf der Scheidung unabdingbar, einen geschulten Juristen mit dem Vorhaben zu beauftragen. Denn vor Gericht herrscht in solchen Fällen der Anwaltszwang.

Heißt also, dass erst der Rechtsbeistand befähigt ist, den Antrag zur Trennung der Ehe überhaupt einzureichen. Das liegt vorrangig an den Konsequenzen der Entscheidung, die für den Laien mitunter nicht absehbar sind.

Denn nicht alleine das gegenseitige Verhältnis zwischen den Partnern wird damit beendet. Auch etwaige Ansprüche über

  • Mietzahlungen
  • Leistungen aus der Renten- oder der Sozialkasse sowie
  • die Aufteilung erworbener Güter

müssen in der Folge der Scheidung bedacht werden. Nicht selten liegt erst in diesen Punkten der Auslöser für den Rosenkrieg.

So früh wie möglich den Anwalt kontaktieren
Jede Partei sollte einen eigenen Scheidungsanwalt haben
Jede Partei sollte einen eigenen Scheidungsanwalt haben

In dem ganzen Stress, der einerseits natürlich durch das zerrüttete Eheverhältnis ausgelöst wird, andererseits aber in der Wahrung der Forderungen besteht, sollte nicht gezögert werden, einen Juristen einzuschalten. Leider verpassen viele Betroffene den frühen Zeitpunkt. Doch lohnt es sich, die rechtlichen Belange nicht erst beim Erreichen der Scheidung abzutreten, sondern bereits über die gesamte vorherige Zeit einen Spezialisten an der Seite zu wissen.

Oft sind es die kleinen Details einer Forderung, die am Ende den Ausschlag darüber geben, welcher Partei das Recht zugesprochen wird. Wer hier wertvolle Fristen verstreichen lässt, geht nicht selten leer aus – doch woher soll man ohne Rechtsbeistand um die Bedeutung wissen?

Die Spezialisierung entscheidet

Allgemein gilt die Empfehlung, dass sich der Trennung ein Fachanwalt für das Familienrecht annehmen sollte. Insbesondere dann, wenn im Rahmen der Scheidung auch das Sorgerecht für die Kinder oder der bereits angesprochene finanzielle Ausgleich etwaiger Ansprüche zu klären ist.

Oftmals mag es bei simplen Sachverhalten genügen, einen Zivilrechtlicher zu beauftragen. Aber die Feinheiten des Sachverhalts, die über Wohl und Wehe der Betroffenen entscheiden, bedürfen einer erheblichen Kompetenz.

Oft gelingt es erst dem Fachanwalt, die eigenen Belange vor Gericht zu wahren und auch gegenüber eventuellen Gläubigern und Forderungen die Rechte zu sichern. Zu schnell kann es ansonsten zu einem Verlust persönlicher Ansprüche kommen.

Eine Scheidungsberatung muss jedoch nicht zwangsläufig durch einen Anwalt erfolgen. So erhält man auch bei Eheberatungsstellungsstellen und Familienberatungsstellen Unterstützung. In Großstädten sind zudem spezielle Scheidungsberatungsstellen zu finden. Für den Fall, dass Kinder im Spiel sind, können auch Jugendämter beratend tätig sein.

Strikte Trennung – auch beim Anwalt

Es ist häufiger zu beobachten, dass sich ein Paar im Laufe der Ehe einen Anwalt für sämtliche Belange engagiert hat. Dieser soll nun natürlich auch die Trennung in die Wege leiten – und idealerweise die Rechte der beiden Betroffenen wahren.

Das ist jedoch ein Trugschluss. Jeder Jurist handelt parteiisch. Bewusst oder unbewusst käme es daher immer zu einem Interessenkonflikt, wenn sich beide Scheidungswillige vom selben Rechtsbeistand vertreten lassen.

Ratsam ist es daher, getrennte Kanzleien aufzusuchen. Auch für den Anwalt selbst ist es meist einfacher, den Sachverhalt lediglich aus einer Perspektive zu betrachten und somit ganz in Diensten seines Klienten zu stehen. Gerade dann, wenn der Bund des Lebens allzu schnell zerbricht.

Scheidungskosten lassen sich vollständig von der Steuer absetzen

Taschenrechner und Kugelschreiber auf grünen Steuerformularen
Steuerausgleich © M. Schuppich - www.fotolia.de

Im Zusammenhang mit einer Scheidung entstehen immer auch finanzielle und steuerliche Fragen. Ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts (FG) Düsseldorf bringt nun Klarheit bei der steuerlichen Absetzbarkeit von Gerichts- und Anwaltkosten (Az.: 10 K 2392/12 E).

Die Ausgaben, die Steuerpflichtige bei einer Scheidung zwangsläufig haben, gelten bei der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen und lassen sich daher absetzen. Dazu zählen auch Kosten, die bei der Regelung des Versorgungsausgleichs, des Zugewinnausgleichs und des nachehelichen Unterhalts entstehen.

Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass eine Ehescheidung immer gerichtlich und mit Hilfe von Rechtsanwälten stattfinde. Diesen Ablauf könne kein Scheidungswilliger vermeiden.

Das Finanzgericht stellte ebenfalls klar, dass es unerheblich sei, ob Teilbereiche einer Scheidung durch ein gerichtliches Urteil, andere dagegen durch einen Vergleich zwischen den Eheleuten geklärt werden können.

Bundesfinanzhof muss erneut über Scheidungskosten entscheiden - Tipps für Steuerzahler

Blaues Gesetzbuch mit der Aufschrift "Steuerrecht" neben einem Richterhammer
Gesetzbuch mit Richterhammer - Steuerrecht © Zerbor - www.fotolia.de

Die Kosten für die juristische Abwicklung einer Scheidung müssen Paare aus dem eigenen Portemonnaie zahlen. Das Finanzamt erkennt die Rechnungen von Anwalt und Gericht nur zu einem geringen Teil an. Dabei hat der Bundesfinanzhof bereits 2011 entschieden, dass sämtliche Kosten des Scheidungsverfahrens steuerlich absetzbar sind.

Um mehr Steuern zu kassieren, wies der Finanzminister seine Beamten jedoch an, dieses Urteil zu ignorieren. Die Finanzverwaltung legt Revision ein. Bis der Bundesfinanzhof nun erneut entscheidet, raten Experten zu einem gestaffelten Vorgehen.

Wer eine Scheidung bezahlt hat, sollte die Verfahrenskosten in vollem Umfang in der Steuererklärung angeben. Falls das Finanzamt einen ablehnenden Bescheid erteilt, legt man Einspruch ein – mit Hinweis auf das Revisionsverfahren.

Ebenfalls erfolgversprechend ist es, selbst Klage einzureichen. Durch ein Urteil im Sinne der aktuellen Rechtsprechung genießen Steuerzahler Vertrauensschutz, auch wenn der Bundesfinanzhof demnächst anders entscheiden sollte.

Fair bleiben

Suchen Sie Rückhalt bei Ihren Freundinnen oder Freunden. Versuchen Sie dabei, nicht zu sehr über den Ex-Ehepartner zu schimpfen, machen Sie ihn nicht unnötig schlecht. Solange der Expartner fair bleibt, sollten Sie dies auch tun.

Arbeiten Sie Ihre Beziehung und die Fehler Ihrer Beziehung auf, aber schauen Sie dabei nicht nach hinten, sondern nach vorne. Es bringt nichts, sich unnötig über Dinge zu grämen, die längst passiert und nicht mehr zu ändern sind.

Sich um die Kinder kümmern

Kümmern Sie sich um Ihre Kinder. Denn Kinder leiden am meisten unter der Trennung ihrer Eltern.

Nutzen Sie Ihre Kinder nicht als Kummerkasten, und bringen Sie sie auch nicht gegen ihren Ex-Ehepartner auf. Ermöglichen Sie ihnen, den anderen Ehepartner regelmäßig zu sehen, und bringen Sie sie nicht in die Lage, dass sie sich deshalb Ihnen gegenüber schlecht fühlen. Die Probleme, die Sie als Eheleute miteinander hatten, haben nichts mit den Kindern zu tun.

Nach vorne sehen

Sehen Sie nach vorne. Nehmen Sie sich Zeit für Dinge, die Sie längst tun wollten, aber bisher nie getan haben. Schaffen Sie sich neue Interessen und ein neues Umfeld, und konzentrieren Sie sich auf Ihre Zukunft.

Dies sind leider nicht die einzigen Punkte, auf die man achten muss - eine Scheidung bringt zahlreiche finanzielle Aspekte mit, mit denen man sich nun auseinandersetzen muss...

Was bei einer Scheidung in Sachen Versicherungen und Finanzen zu beachten ist

Bei einer Scheidung geht es in erster Linie um Gefühle. Doch auch das liebe Geld spielt eine wichtige Rolle. In Deutschland werden Jahr für Jahr etwa 200.000 Paare geschieden.

Viele der Betroffenen fürchten sich jedoch vor diesem Schritt, weil sie Angst vor den finanziellen Folgen haben. So fallen durch eine Scheidung vor allem Anwaltskosten, Gebühren für das Gericht sowie Unterhaltszahlungen an. Des Weiteren steht der Wechsel in eine eher ungünstigere Lohnsteuerklasse bevor.

Außerdem müssen die Finanzen vollkommen neu geregelt werden. Damit die Scheidung nicht auch zu einem materiellen Fiasko wird, sollte man daher unbedingt einige wichtige Punkte beachten. Dazu gehören u.a.:

Scheidungskosten

In Sachen Finanzen stellt sich ein Paar, dass sich scheiden lassen möchte, natürlich auch die Frage, mit welchen Kosten bei der Scheidung zu rechnen ist. Dies lässt sich pauschal nicht sagen; jedoch lassen sich die wichtigsten Bestandteile aufführen.

Es fallen Anwalts- und Gerichtskosten an. Die Anwaltskosten bestimmen sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, während die Gerichtskosten sich nach dem Gerichtskostengesetzt richten.

Wie hoch diese ausfallen, wird nach dem so genannten Verfahrenswert bemessen; er wird aus dem Nettoeinkommen beider Partner, multipliziert mal 3 Monate, berechnet.

Die Scheidungskosten können sehr stark variieren und hängen von unterschiedlichen Punkten ab. So gibt es Anwälte, die besonders viel an einer Scheidung verdienen möchten - hier sollte unbedingt ein Vergleich mehrerer Angebote erfolgen.

Wer mit seinem noch Ehepartner nicht zerstritten ist, sollte möglichst viele Dinge selbst regeln - dadurch lassen sich eine Menge Kosten sparen. Der Anwalt erstellt eine Rechnung über das Einreichen des Scheidungsantrags sowie über das Stellen des Antrags im Gericht.

Sparen kann man sich die Anwesenheit des Anwalts bei der Anhörung der Ehepartner. Dies ist möglich, wenn die Scheidung einvernehmlich erfolgt. In diesem Fall ist zudem in der Regle nur ein Gerichtstermin notwendig, was ebenfalls günstiger ist.

Scheidungskosten steuerlich absetzbar?

Wer sich aktuell scheiden lässt, sollte seine Aufwendungen trotz Gesetzesänderung geltend machen

Nahaufnahme Cd Steuererklärung neben Formular zur Einkommensteuererklärung
steuer © Maria.P. - www.fotolia.de

Bis zum Sommer 2013 konnten Eheleute die Kosten für eine Scheidung von der Steuer absetzen. Da Verheiratete gesetzlich verpflichtet sind, einen Scheidungsanwalt zu engagieren, war die Rechnung als außergewöhnliche Belastung voll abzugsfähig.

Anwalts- und Gerichtskosten

Seit einer Rechtsänderung erkennen die Finanzämter Anwalts- und Gerichtskosten jedoch nicht mehr an. Wer sich aktuell scheiden lässt, sollte seine Aufwendungen trotzdem geltend machen.

In einem Präzedenzfall hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz die Gesetzesänderung von 2013 für Unrecht erklärt. Demnach muss der Fiskus die Kosten für das Scheidungsverfahren weiterhin als außergewöhnliche Belastung anerkennen. Ein abschließendes Urteil vom Bundesfinanzhof (BFH) steht aus.

Was sollten Betroffene tun?

Verweigert das Finanzamt die Anerkennung der Kosten, so sollten Steuerpflichtige dagegen Einspruch erheben und beantragen, das Verfahren bis zur Entscheidung des BFH (Aktenzeichen VI R 66/14) ruhen zu lassen. Die Frist beträgt einen Monat.

Konto

Verfügen beide Ehepartner über ein gemeinsames Konto, sollte man dieses so rasch wie möglich trennen, um zu verhindern, dass ein Partner gegen den Willen des anderen Geldbeträge abhebt, sonst müssen diese vor Gericht erst zurückgefordert werden, was wiederum ungewiss ist.

Besitzt der Partner eine Kontovollmacht, muss diese bei der Bank widerrufen werden. Ebenfalls zu beachten sind gemeinsame Kreditkarten.

Kredite

Haben beide Eheleute gemeinsam einen Kredit aufgenommen, sollte man bei der Bank um dessen Teilung bitten. Auf diese Weise besteht nur noch eine Teilhaftung für die Kreditsumme.

Wurde der Kredit für eine Anschaffung des Partners aufgenommen, hat man die Möglichkeit, eine Freistellung von der Bank zu erwirken. Allerdings besteht in den meisten Fällen kein Recht darauf. Lediglich, wenn man während des Vertragsabschlusses nicht berufstätig war oder nur über ein geringes Einkommen verfügte, lässt sich der Vertrag vor Gericht für ungültig erklären.

Krankenversicherung

Ein weiterer wichtiger Punkt bei einer Scheidung ist der Krankenversicherungsschutz. Für den Fall, dass bei einer Frau die gesetzliche Krankenversicherung bisher über ihren Ehemann lief, muss sie sich nach der Scheidung selbst versichern.

Nach dem Scheidungsurteil besteht eine Frist von drei Monaten, in denen ein Aufnahmeantrag in eine Krankenkasse gestellt wird. Handelt es sich um eine gemeinsame private Krankenversicherung, muss ebenfalls innerhalb von drei Monaten eine Aufsplittung des Vertrages erfolgen.

Hat man Kinder, lassen diese sich weiterhin über den Vater versichern. Das gilt auch dann, wenn die Kinder bei der Mutter bleiben.

Haftpflichtversicherung

Kommt es zur Scheidung, sollte man sich vergewissern, auf welchen Namen die Haftpflichtversicherung läuft. Wurde sie auf den eigenen Namen abgeschlossen, besteht der Versicherungsschutz auch nach der Scheidung.

Ist dagegen der Partner der Versicherungsnehmer, erlischt der Versicherungsschutz nach dem Ende der Ehe. In diesem Fall ist es ratsam, so bald wie möglich eine neue Haftpflichtversicherung abzuschließen.

Hausratversicherung

Bei einer Hausratversicherung ist es das Gleiche wie bei einer Haftpflichtversicherung. Nur derjenige Partner, der die Versicherung abgeschlossen hat, behält nach einer Scheidung den Versicherungsschutz.

Das gilt auch im Falle eines Umzugs. Ist man selbst Versicherungsnehmer und möchte umziehen, sollte dies der Versicherung rechtzeitig mitgeteilt werden.

Unfallversicherung

Bei einer Unfallversicherung ist es möglich, diese für die gesamte Familie abzuschließen. Kommt es jedoch zu einer Scheidung, ist der Abschluss von einzelnen Verträgen nötig.

Lebensversicherung

Eine Lebensversicherung wird in den meisten Fällen vom Ehemann zugunsten der Ehefrau abgeschlossen. Das heißt, dass der Mann Versicherungsnehmer ist, während die Frau im Falle seines Todes die Versicherung ausbezahlt bekommt.

Möchte man, dass die Lebensversicherung auch nach einer Scheidung weiterläuft, sollte von dem Ehemann ein unwiderrufliches Bezugsrecht eingeräumt werden. Tut er dies jedoch nicht, kann er jederzeit eine andere bevollmächtigte Person einsetzen. Die Versicherung zahlt im Ernstfall nur an denjenigen, dessen Name im Versicherungsvertrag steht.

Gesetzliche Rentenversicherung

Kommt es zu einer Scheidung, sollte unbedingt das Konto bei der gesetzlichen Rentenversicherung überprüft werden. Hat man bisher noch keine Beiträge entrichtet, erhält jedoch über die Rentenanwartschaften des Ehepartners einen Versorgungsausgleich, ist es erforderlich, ein Konto zu eröffnen.

Waren die vorher entrichteten Beiträge so gering, dass sie nicht für einen gesetzlichen Rentenanspruch ausreichen, besteht durch die Anwartschaften des Partners die Möglichkeit einer Veränderung. Daher kann es hilfreich sein, sich bei der Deutschen Rentenversicherung zu informieren.

Steuern

In den meisten Fällen nutzen Eheleute das so genannte Ehegatten-Splitting. Dieses Verfahren dient dazu, die Einkommenssteuer von zusammenveranlagten Ehepaaren zu berechnen.

Bei einer Scheidung kommt es zu Beginn des folgenden Jahres jedoch wieder zu einer einzelnen Veranlagung. Daher sollte beim Finanzamt eine neue Steuerklasse beantragt werden.

Erwartet man für das Trennungsjahr eine Steuerrückzahlung, erfolgt die Überweisung an den Ehemann, da er beim Finanzamt als Haushaltsvorstand gilt.

Das ist selbst dann der Fall, wenn sein Einkommen niedriger ist als das seiner Frau. Außerdem schickt das Finanzamt sämtliche Briefe an ihn.

Für die Frau bedeutet dies, dass sie eine eventuelle Steuerrückzahlung von ihrem Ex-Mann einfordern muss. Im schlimmsten Fall droht sogar ein Rechtsstreit.

Kindergeld und Riester-Förderung

Sind bei einer Scheidung Kinder mit im Spiel, muss auch auf das Kindergeld geachtet werden. So ist es wichtig, den zuständigen Behörden mitzuteilen, an welchen Elternteil das Kindergeld in Zukunft gehen soll.

Riester-Förderung

Wurde ein Riester-Vertrag zur Altersvorsorge abgeschlossen, geht die Förderung für Eltern normalerweise an die Frau, mitunter wird sie jedoch auch an den Mann abgetreten. Diese Regelung muss im Falle einer Scheidung widerrufen werden.

Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag kann von den Ehepartnern gemeinsam abgeschlossen werden. Kommt es jedoch zu einer Scheidung, besteht die Möglichkeit, den Vertrag zu trennen.

Mietvertrag

Stehen beide Eheleute im Mietvertrag einer gemeinsamen Wohnung, sollte derjenige Partner, der bei einer Trennung auszieht, dies ändern. Ansonsten haftet er nämlich weiterhin für die Zahlung der Miete und der Mietnebenkosten.

Auto

Ein häufiger Streitpunkt bei einer Trennung ist die Frage, wem das Auto gehört. Rechtlich gesehen steht es demjenigen zu, der im Kfz-Schein aufgeführt wird. Sollte das Auto jedoch dem anderen Partner zugesprochen werden, muss dessen Name in den Kfz-Schein eingetragen werden.

Testament

Sogar an ein mögliches Testament muss im Falle einer Scheidung gedacht werden. So kann es durchaus sein, dass der Partner darin begünstigt wurde und man dies ändern möchte.

Die Änderung eines Testaments ist jedoch nicht weiter schwer. Wurde es handschriftlich verfasst, braucht man es nur entsprechend zu ändern.

Ebenso ist es möglich, es einfach zu vernichten. Für den Fall, dass ein Notar das Testament aufgesetzt hat, muss ein Widerruf auch bei ihm erfolgen.

Der Besitz der Eheleute nach der Scheidung

Bei einer Scheidung werden die Besitzverhältnisse der Eheleute getrennt und wieder neu sortiert. Das ist für die Betroffenen meist sehr nervenaufreibend und mit vielen Streitereien und emotionalen Tiefschlägen verbunden.

Sehr häufig werden dabei Gegenstände zum Streitfall, deren materieller Wert tatsächlich nicht einmal besonders hoch ist oder insgesamt nicht ins Gewicht fällt. Doch gerade die emotionalen Aspekte sind bei einer Scheidung ja die gravierendsten. Auch hier hat der Gesetzgeber deshalb Regeln erlassen, die die Besitzverhältnisse der Eheleute analysieren, definieren und neu sortieren.

Der Besitz der Eheleute wird vor dem Gesetz als so genannter Güterstand bezeichnet. Verschiedene Gesetze regeln diesen Güterstand, dem nicht nur materielle Besitztümer wie Möbel, Wertgegenstände und persönliche Dinge zugerechnet werden, sondern auch Immobilien- und Aktienbesitz sowie andere Anlagewerte und Bargeld.

Güterstand der Zugewinngemeinschaft

Bei der Heirat auf dem Standesamt unterzeichnen die Brautleute den gesetzlich vorgegebenen Ehevertrag. Dieser sieht den Güterstand der Zugewinngemeinschaft vor.

Bei der Zugewinngemeinschaft bleiben die Eheleute Eigentümer desjenigen Besitzes, den Sie bereits vor der Eheschließung erworben haben. Eine Immobilie bleibt zum Beispiel im Besitz desjenigen Ehepartners, der sie erworben hat. Gewinnt die Immobilie jedoch im Zeitraum der Ehe an Wert, so wird dieser Wert als Zugewinn bezeichnet und damit auf beide Eheleute verteilt.

Auch ein Sparbuch, das einer der Ehepartner in der Ehe anlegt, das aber nur auf seinen Namen lautet, wird dem Zugewinn hinzu gerechnet. Bei einer Scheidung werden nun alle Besitztümer aus dem Zugewinn halbiert, und auf beide Ehepartner verteilt.

Güterstand der Gütertrennung

Ein weiterer Güterstand, der jedoch mit einem privaten Ehevertrag vereinbart werden muss, ist der der Gütertrennung. Hierbei werden beide Ehepartner in völliger wirtschaftlicher Unanbhängigkeit voneinander bewertet.

Es gibt keine Zugewinngemeinschaft, sondern jeder Ehepartner ist und bleibt Besitzer der Güter und des Vermögens, das auf seinen Namen eingetragen ist. Gemeinsame Anschaffungen werden geteilt, sofern keine Rechnungen vorliegen, die einen der Ehepartner als Käufer oder Besitzer ausweisen.

Güterstand der Gütergemeinschaft

Relativ selten dagegen ist der Güterstand der Gütergemeinschaft. Hierbei verschmelzen beide Partner mit der Heirat ihre kompletten Besitztümer.

Dies kann zum Beispiel dann sinnvoll sein, wenn beide Partner bei der Eheschließung gleich vermögend sind. Kommt es in einer Gütergemeinschaft zur Scheidung, so werden die kompletten materiellen und nicht materiellen Besitztümer zu gleichen Teilen aufgeteilt.

Haustiere als Sonderfall im Scheidungskrieg

In den letzten Jahren sind immer mehr Ehepaare im Zeitpunkt der Scheidung kinderlos. Gerade in diesen Fällen rückt häufig der Streit um ein gemeinsames Haustier in den Mittelpunkt des Scheidungsverfahrens. Die Frage, wer nach der Scheidung beispielsweise den gemeinsamen Hund zugesprochen bekommt, konnte nach der früheren Rechtsprechung nur eindeutig zugunsten des einen oder des anderen Ehegatten beantwortet werden.

Haustiere im Scheidungsfall

Ausgangspunkt dieser Überlegung war der §90a BGB, der besagt, dass Tiere zwar keine "Sachen" sind, dass für sie aber die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden sind. Demnach gingen die Gerichte davon aus, dass für Haustiere die für den Hausrat geltenden Vorschriften analog heranzuziehen seien, mit der Folge, dass immer nur einem der beiden Ehegatten alleine das Recht am vormals gemeinsamen Haustier zugewiesen werden konnte.

In der neueren Rechtsprechung jedoch zeichnet sich eine Trendwende dahingehend ab, dass Hunde eher wie Menschen in einer vergleichbaren Situation zu behandeln seien. Danach steht bei der Frage, wie mit dem Hund nach der Scheidung der Eheleute verfahren werden soll, immer das Wohl des Tieres im Vordergrund. Dies ist, gegebenenfalls, durch Einholung eines entsprechenden Sachverständigengutachtens zu klären.

Beispielfall

So hat, in einem Fall des Amtsgerichts Bad Mergentheim, das Gutachten eines Tierpsychologen dazu geführt, dass dem vormaligen "Herrchen" ein "Umgangsrecht" mit dem Hund dergestalt eingeräumt wurde, dass der Hund zwar beim "Frauchen" lebt, das "Herrchen" aber regelmäßig mit ihm ausgehen darf.

In einem anderen Fall, den das Amtsgericht Merseburg zu entscheiden hatte, wurde der Hund jeweils von Montag bis Freitag dem "Frauchen" und über das Wochenende dem "Herrchen" zugesprochen. Der Fall allerdings, bei dem einem Hund sogar "Alimente" zuerkannt wurden und über den, in zweiter Instanz, das Oberlandesgericht Zweibrücken zu entscheiden hatte, dürfte in der deutschen Rechtsprechung wohl einmalig bleiben:

Hier hatte der Ehegatte sich eigens gegenüber seiner geschiedenen Frau verpflichtet, ihr für den Hund einen monatlichen Betrag von 100 Euro für Futter, Versicherung, Hundesteuer und Tierarzt zu überweisen. Da half auch keine Kündigung mehr, das "Herrchen" musste bezahlen und das auch noch ganz ohne "Umgangsrecht".

Fazit

Als Faustregel dafür, wer nach der Scheidung den Hund bekommt, dürfte also gelten: Der- oder diejenige, bei dem sich "Bello" am wohlsten fühlt – auch wenn das bisweilen beide Parteien betrifft - wird neuer alleiniger Besitzer.

Geld sparen bei der Scheidung - Eheverträge sind die Lösung

Ein Ehevertrag erspart ehemaligen Eheleuten ein teures Scheidungsverfahren

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Stempel Scheidung © bilderbox - www.fotolia.de

Selbst wenn man sich anfangs geliebt hat und sich eine Trennung niemals auch nur ansatzweise vorstellen konnte, kann es immer wieder bis zum Äußersten kommen und dann kommt nur noch die Scheidung in Frage.

Damit diese Lösung für das beteiligte Paar jedoch nicht zur Kostenfalle wird, empfehlen Anwälte in jedem Fall vor der Ehe einen Ehevertrag abzuschließen in dem alle Punkte, die bei einer Scheidung wichtig werden, bereits im Vorhinein geregelt sind und der Gang vor's Gericht damit wegfällt.

Bei Unstimmigkeiten beider Parteien sind zwei Anwälte erforderlich

Bei Scheidungen sollte derjenige, der den Antrag gestellt hat einen Anwalt zur Seite haben, mit dessen Hilfe der weitere Verbleib mit dem Ehepartner geklärt wird. Besteht ein Ehevertrag, sind die wichtigsten Dinge wie Unterhalt, Sorgerecht sowie die Aufteilung der Haushaltseinrichtung etc. bereits geklärt und beide Parteien müssen der Scheidung nur noch zustimmen.

Gibt es allerdings Unstimmigkeiten zwischen den Eheleuten, die nicht im Vertrag geklärt sind oder besteht garkein Vertrag, muss auch die zweite Partei einen Anwalt hinzuziehen und die Scheidung endet im schlimmsten Fall mit einem Streit vor Gericht.

Teure Prozesskosten bei langem Verfahren

Je länger sich der Prozess hinzieht, desto höher sind am Ende logischerweise die Kosten. Eine friedliche Regelung kann daher nicht nur einen Anwalt, sondern auch die Gerichtskosten einsparen.

Geld nach der Scheidung - Versicherungsschein beachten

Nahaufnahme Euroscheine und Münzen auf Tisch, Geld
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Auch nach einer Scheidung können weiterhin finanzielle Ansprüche zwischen den ehemaligen Eheleuten bestehen. Und zwar nicht nur Unterhaltszahlungen und Alimente, sondern auch Ansprüche aus der Lebensversicherung eines früheren Partners. Dies entschied das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz (Az 10 U 973/10). Voraussetzung ist, dass der Ex-Partner weiterhin im Versicherungsschein als bezugsberechtigt eingetragen ist.

Im konkreten Fall hatte eine Witwe dagegen geklagt, dass nach dem Tod ihres Mannes eine frühere Ehefrau Geld aus der Lebensversicherung ihres verstorbenen Gatten erhalten sollte. Sie erklärte, dass dies doch lebensfremd sei. Dieser Argumentation wollten die Richter jedoch nicht folgen. Entscheidend, so das OLG, sei allein der Eintrag im Versicherungsschein.

Was passiert mit dem Auto nach der Scheidung?

Verkehr - Junge Frau sitzt gelassen am Steuer ihres Autos
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Nicht nur um Wohneigentum und Sorgerecht wird bei einer Scheidung gestritten, auch das geliebte Auto, das nach der Heirat erworben wurde, wird schnell zum Streitfall.

Im Regelfall hat derjenige das Recht auf das KFZ, der es öfter benötigt. Tatsächliche Eigentumsverhältnisse spielen beim Verbleib des Autos dabei eine untergeordnete Rolle. Hier hat derjenige Partner Vorrang, der es für berufliche Pflichten benötigt. Der andere Partner hat dann lediglich ein Recht auf einen finanziellen Ausgleich.

Wurde das Auto dagegen lediglich für private Zwecke benutzt wie Einkaufen oder Unternehmungsfahrten, zählt es ebnso wie Fernseher oder Waschmaschine zu den gewöhnlichen Haushaltsgegenständen und wird auch wie ein solcher behandelt. Das heißt, hier darf derjenige Teil das KFZ behalten, der es häufiger benötigt. Dieses Recht gilt selbst dann, wenn der andere Partner das alleinige Eigentum am Fahrzeug besitzt.

Weinflaschen gehören nicht zum Hausrat – Bei Trennung gelten besondere Rechte

Nahaufnahme Weinregal aus Holz mit verstaubten Rotweinflaschen
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Eine Ansammlung von Weinflaschen gehört nach Ansicht des Richters vom Amtsgericht München nicht zum Hausrat. Es gelten diesbezüglich dann auch andere Regelungen, wenn sich ein Ehepaar scheiden lässt und es um die Aufteilung der Flaschen geht.

Im konkreten Fall wollte eine Frau von ihrem Ex-Mann einen Ausgleich von mehr als 250.000 Euro, weil dieser die gesamte Weinsammlung einbehalten hatte. Die Klage der Frau wurde jedoch abgewiesen, weil sich der Mann in Zeiten der Ehe allein um den Weinvorrat gekümmert hat. Ihm steht daher auch der Anspruch auf die gesamte Sammlung zu.

Das Thema Scheidung ist ein komplexes und für Laien zumindest auf den ersten Blick nicht direkt ersichtlich, da unzählige Dinge zu beachten sind - im Folgenden finden Sie wichtige Begriffe und deren Erklärungen zu diesem Thema im Überblick.

Wichtige Begriffe und Erklärungen zum Thema Scheidung

Eine Scheidung stellt für die Betroffenen meist eine schmerzliche Angelegenheit dar. Dennoch ist es wichtig, sich mit den verschiedenen Begriffen und Vorgängen, mit denen man während einer Scheidung konfrontiert wird, auszukennen.

Betreuungsunterhalt

In der Regel muss ein Partner nach der Scheidung wieder für sich selbst sorgen. Ehegattenunterhalt an den Ex-Partner braucht nur unter bestimmten Umständen gezahlt zu werden. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Partner aus gesundheitlichen Gründen oder weil er lange nicht mehr berufstätig war, keine Aussichten auf eine neue berufliche Tätigkeit hat.

Eine Ausnahme bildet jedoch der Betreuungsunterhalt. Das heißt, dass der Partner, der sich um die gemeinsamen Kinder kümmert, finanzielle Unterstützung vom anderen Partner verlangen kann. Der Anspruch auf Unterhalt besteht jedoch nur solange, wie die Kinder Betreuung benötigen.

Kann ein Kind bereits in den Kindergarten gehen, ist es für die Mutter durchaus zumutbar, halbtags zu arbeiten. Sind die Kinder nicht jünger als acht Jahre, muss die Mutter oftmals sogar Vollzeit arbeiten.

Allerdings hängen die Gerichtsentscheidungen häufig vom individuellen Fall ab. Handelt es sich beispielsweise um ein Kind, das schwer erziehbar oder behindert ist, besteht der Unterhaltsanspruch meist wesentlich länger.

Düsseldorfer Tabelle

Unter der so genannten Düsseldorfer Tabelle versteht man eine Unterhaltsrichtlinie, die vom Oberlandesgericht Düsseldorf zusammen mit weiteren Oberlandesgerichten sowie dem Familiengerichtstag erstellt wurde. So dient die Düsseldorfer Tabelle als Richtlinie für die Unterhaltsansprüche von alleinerziehenden Elternteilen.

Wie hoch der Unterhalt ausfällt, hängt davon ab, wie alt das Kind ist und wie viel der Partner, der für den Unterhalt aufkommen soll, verdient. Die Düsseldorfer Tabelle wird vom Oberlandesgericht regelmäßig aktualisiert.

Gesetzlich verankert ist sie allerdings nicht. Vielmehr dient sie als Leitlinie, an der sich die Gerichte in den anderen Bundesländern orientieren können. So haben die Richter in einzelnen Fällen durchaus die Möglichkeit, von der Tabelle abzuweichen.

Ehename

Hat ein Partner nach der Heirat einen anderen Namen angenommen, besteht für ihn nach der Scheidung die Möglichkeit, sich einen Namen auszuwählen. Dies kann der Ehename, das heißt, der Name des Partners, oder der Geburtsname sein.

Es ist aber auch möglich, sich für einen Doppelnamen zu entscheiden, der sich aus Geburtsname und Ehename zusammensetzt. Das ist auch dann möglich, wenn der Ex-Partner Einwände dagegen hat.

Neuer Trend 2009: Scheidungspartys

Abendgesellschaft, zwei Frauen im Abendkleid, zwei Männer mit Hemd und Fliege, je Champagnerglas, Unterhaltung, Party
group of friends at a party © Andres Rodriguez - www.fotolia.de

Wer behauptet, dass man nur eine Hochzeit ausgiebig feiern kann, hat den Trend der Zeit verpasst. Total angesagt sind nun auch Scheidungspartys, die die Trennung vom Partner erst so richtig vollziehen.

Hierzu bieten findige Bäcker Scheidungstorten an und Künstler gestalten passend zum Thema eine Performance. Auch zahlreiche Eventagenturen haben den Trend erkannt und verhelfen nicht nur zur richtigen Location, sondern kümmern sich auch um das Catering und das entsprechende Personal. Und wie es scheint, kann dieser Bereich nicht über eine Wirtschaftskrise klagen.

Messe im italienischen Mailand: Alles rund um die Scheidung

Einer Studie des statistischen Büros ISTAT zufolge lassen sich in Italien immer mehr Ehepaare scheiden. Im italienischen Mailand fand jetzt erstmals eine Messe speziell für frisch geschiedene Menschen statt.

"Unsere Messe gibt aber auch praktischen Rat in ernsten Situationen und bei dramatischen Trennungen", erklärt Organisator Franco Zanetti den Hintergrund der Veranstaltung. Interessierte konnten sich aber auch über die Planung einer Scheidung informieren, Tipps gegen Stalking einholen und sich zu den verschiedensten Themen beraten lassen. So gab es beispielsweise auch Angebote für Personen, die sich nach der Trennung äußerlich verändern wollten.

Scheidung wirkt ansteckend

Vier Freunde stoßen bei einem Dinner mit Wein an
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Jetzt ist es amtlich: Scheidung ist "ansteckend". US-Forscher haben nämlich kürzlich herausgefunden, dass derjenige, in dessen näherem Freundes- oder Familienkreis eine Scheidung stattgefunden hat, zu 75% Prozent ebenfalls Gefahr läuft, sich von seinem Ehepartner loszusagen.

Nach Meinung der Forscher ist dies insbesondere dadurch zu begründen, dass man sich nach einem Scheidungsfall im näheren sozialen Umfeld, sei es bewusst oder auch unbewusst, verstärkt Gedanken über die eigene Beziehung macht und unter Umständen zu dem Schluss kommt, dass das Singelleben einer Partnerschaft vorzuziehen ist. Selbst gemeinsame Kinder sind dabei häufig kein Hinderungsgrund.

Scheidung im Hotel – Kein Problem in Holland

Jim Halfens lässt im holländischen Hotel Eheleute scheiden

Hotelrezeption eines 5-Sterne-Hotels, Zimmerschlüssel und Klingel auf dem Tresen
Hotel reception bell and and key on reception wooden desk © viperagp - www.fotolia.de

Gemeinsam in die Flitterwochen zu reisen ist normal. Sich jedoch für eine Scheidung in einem Hotel einzumieten, ist dagegen völlig neu. Für schlappe 2500 Euro kann man sich im Heartbreak Hotel in den Niederlanden einquartieren und ist 48 Stunden später geschieden. Natürlich gehören zu diesem Service zwei Einzelzimmer.

Scheidungs-Hotel

Jim Halfens hatte vor einigen Monaten die Idee zu dem Projekt. Beim Heartbreak Hotel handelt es sich nicht um ein einzelnes Haus. Vielmehr geht es dabei um eine Vernetzung schon bestehender Hotels. Halfens verspricht den Paaren eine Scheidung am Wochenende. Dazu bietet er Anwälte, Notare, aber auch Psychologen an.

Völlig entspannend wird so ein Wochenende nicht. Darauf weist der Initiator ausdrücklich hin. Schon bei der Ankunft werden die "Noch"-Eheleute nach diversen Dingen befragt. Schließlich soll die Geschichte möglichst reibungslos vonstatten gehen. Das heißt gleich von Anfang an werden die richtigen Fachleute tätig.

Voraussetzung für ein Gelingen

Die Voraussetzung für ein Gelingen ist, dass sich die Scheidungswilligen bereits im Klaren darüber sind, wie die Ehe am diplomatischsten beendet werden kann. Paare, die sich noch in der emotionalen Streitphase befinden, sollten diese erst hinter sich lassen, bevor sie einchecken.

Damit an einem einzigen Wochenende alles über die Bühne geht, bleibt für die Ehepaare kaum Zeit zu Entspannung. Anwalts- und Notarsgespräche stehen am ersten Tag ebenso auf dem Programm, wie Unterhaltungen mit Psychologen oder Immobilienfachleuten. Selbst Kinder werden einbezogen. Die Sprösslinge bekommen während der gesamten Zeit psychologische Unterstützung.

Der zweite Tag ist zur schriftlichen Fixierung der ausgemachten Fakten da. Am Abend ist dann alles soweit, dass die Ehepaare unterschreiben können. Legalisiert werden die Vereinbarungen, durch das Einreichen bei Gericht, das dann auch die Scheidung ausspricht.

Konzept kommt an

Jim Halfens glaubt an sein Konzept. Auch wenn es einige Zeit dauern kann, bis sich diese Art der Trennung durchsetzt, gibt es in seinen Augen genügend Bedarf für ein solches Angebot. In den letzten drei Monaten, seit Bestehen des Hotels, wurden nach seinen Angaben an jedem Wochenende Scheidungen vorbereitet.

Halfens sieht den Vorteil in der kurzen und intensiven Zeit, die mit der Thematik verbracht würde. Ständige Besuche beim Anwalt sind damit überflüssig.

Noch kann er ausländischen Paaren keine Möglichkeit einer Wochenend-Scheidung bieten. Die rechtlichen Voraussetzungen stehen dem entgegen. In weiterer Zukunft jedoch, wird es sicher auch für europäische Eheleute mit der Scheidung im Heartbreak Hotel klappen. Anfragen gibt es jedenfalls schon.

Die Amerikaner feiern ihre Scheidung

Partygäste mit leuchtend bunten und dekorierten Cocktails in der Hand
Cocktailgläser an Leuten in Bar beim Feiern © Kzenon - www.fotolia.de

Eine Scheidung ist für die meisten Menschen eine besonders harte Zeit. Hat man mit dem Partner endgültig abgeschlossen und sind alle Formalitäten geklärt, fängt ein neuer Lebensabschnitt an. Während viele Betroffene Probleme haben, sich an die neue Situation zu gewöhnen, fällt dies anderen leichter: feiern ist jetzt angesagt.

In den USA sind die so genannten "Scheidungspartys" momentan sehr angesagt. Frisch geschieden werden große Feiern veranstaltet um mit Freunden auf das neue Leben anzustoßen. Ähnlich wie bei der Hochzeitsplanung kann man sich für die Organisation einen professionellen Scheidungsplaner zur Unterstützung holen. Dieser sorgt für die richtigen Einladungen, Dekoration usw.

Auch Juweliere ziehen bei diesem Trend mit und bieten Scheidungsringe an - Schmuckstücke die ein gebrochenes Herz symbolisieren. Wohin mit dem Ehering? Behalten? Verkaufen? Man könnte ihn auch begraben und im Internet einen kleinen Sarg für den Ring bestellen - in den USA ist dies alles möglich und wird mehr und mehr zum Mainstream.

Neuer Trend Scheidungsparty: Korkenknallen für den Neuanfang

Gruppe junger Leute auf Party hebt Arme beim Tanzen
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Mit der Scheidung endet die eheliche Bindung – und die Freiheit beginnt. Als Startschuss für das neue Leben feiern deshalb immer mehr Getrennte eine Scheidungsparty. Der Trend stammt aus den USA, und auch hierzulande bieten schon vielerorts Profis die Organisation der Single-Sause.

Symbolisches Zerstören des Eherings

Die Vorbereitung einer Scheidungsparty ähnelt der Hochzeitsplanung. Es werden Einladungen verschickt, Locations gebucht, Blumenschmuck und Buffets bestellt. Die Gastgeber sind dabei meist weiblich und genießen es, mit einem festlichen Ritual in ihr neues Leben zu starten.

Zunächst nehmen die Teilnehmer der Scheidungsparty aber Abschied. Die Geschiedenen dürfen mit einem Hammer ihren Ehering zerschlagen – oder sie werfen ihn über Bord eines Schiffes. Natürlich nur symbolisch. Der echte Ring lässt sich ja zu einem neuen Schmuckstück umarbeiten. Falls das Hochzeitskleid noch im Schrank hing, wird es aber bei einem Glas Prosecco zerschnitten.

Scheidungsparty als Dank für die Unterstützung während der Trennung

Die Gäste auf der "Endlich-frei-Party" sind naturgemäß andere als bei der Hochzeit. Statt der Erb-Oma oder dem entfernten Cousin laden die Gastgeber all jene Menschen ein, denen sie für die Unterstützung in der schwierigen Trennungszeit und die positive Energie für den Neuanfang danken möchten.

Scheidungshochburg London: Auch ausländische Paare profitieren vom britischen Scheidungsrecht

Ausländische Eheverträge sind im britischen Königreich ungültig

Stempel aus Holz mit der Aufschrift Scheidung
Stempel Scheidung © bilderbox - www.fotolia.de

Solange ausländische Paare und Familien zumindest zeitweise im britischen Königreich leben, können sie sich nach britischem Familienrecht scheiden lassen - eine Option, die vor allem reiche Chinesen, Russen und Amerikaner gerne nutzen, denn Großbritanniens Scheidungsrecht ist einmalig:

Ausländische Eheverträge, mit denen meist der reichere Partner seine Pfründe schützen will, sind auf der Insel ungültig. Auch werden Vermögenswerte anders berechnet, so dass der jeweils ärmere Partner fast immer profitiert.

Im Heimatland gehen viele Frauen leer aus

Schlagzeilen machte unlängst ein Paar aus Malaysia: Der 67-jährigen ehemaligen Schönheitskönigin Pauline Chai gelang es, ihren Gatten Khoo Kay Peng in London vor den Scheidungsrichter zu zerren, so dass sie von seinem geschätzten Vermögen von rund 500 Millionen Euro mindestens die Hälfte abbekommen kann - ganz im Gegensatz zu den Regelungen in ihrer Heimat, wo Frauen oft leer ausgehen.

Den Rekord hält bislang die Russin Galina Bescharowa: Britische Familienrichter sprachen ihr 2011 bei der Scheidung von Boris Beresowski satte 275 Millionen Euro zu.

Schnelle Scheidung lockt ausländische Paare an

Allerdings ist es nicht immer Geld, das ausländische Paare nach London lockt: Oft sind es auch umständliche und langweilige Prozeduren im Heimatland, das sie den schnellen und bequemen Weg über Großbritannien wählen lässt:

Im letzten Monat wurde eine italienische Agentur ausgehoben, die insgesamt 179 Paaren aus Italien mit Hilfe falscher englischer Adressen die schnelle Scheidung im Königreich ermöglichte.

Jugendamt

Kommt es zu einer Scheidung, hat das Jugendamt die Aufgabe, darauf zu achten, dass das Wohl der Kinder ausreichend Berücksichtigung findet. Zu diesem Zweck werden den Eltern Beratungen angeboten, in denen es um die Regelungen zum Sorgerecht oder Besuchsrecht geht. Teilweise werden solche Beratungen jedoch auch an freie Träger weitergegeben.

Gelangt das Familiengericht zu der Ansicht, dass sich die Eltern während des Scheidungsprozesses nicht auf eine Lösung einigen können, die dem Wohl des Kindes entspricht, hat es die Option, das Jugendamt einzuschalten. Von diesem wird dann ein Beauftragter, der auch als Kinderanwalt bezeichnet wird, in den Prozess entsandt.

Mediation

Bei einer Mediation handelt es sich um ein freiwilliges Vermittlungsverfahren. Im Falle einer Scheidung versucht eine neutrale dritte Person, die man auch als Mediator bezeichnet, zwischen den beiden Konfliktparteien eine Einigung zu erzielen.

Allerdings kann eine Mediation den eigentlichen Scheidungsprozess nicht ersetzen, denn das letzte Wort wird stets vom Gericht gesprochen.

Zu den Themen, in denen es im Rahmen einer Mediation geht, gehören vor allem:

  • der Unterhalt
  • die Aufteilung von Vermögenswerten
  • das Sorge- und Umgangsrecht für die Kinder

Bei dem neutralen Mediator handelt es sich zumeist um einen Juristen oder Psychologen. Dieser hat die Aufgabe, die Verhandlungen zu begleiten und zu strukturieren.

Verläuft die Mediation erfolgreich, wird am Ende zwischen den beiden Konfliktparteien eine schriftliche Einigung getroffen, die man anschließend dem Scheidungsgericht vorlegt. Der Richter hat die Möglichkeit, die Einigung der Parteien in seinem Urteil zu berücksichtigen.

Pro Sitzung müssen für eine Mediation ca. 120 Euro entrichtet werden. In den meisten Fällen bedarf es mehrerer Sitzungen, um eine Einigung zwischen den Konfliktparteien zu erzielen.

Prozesskostenhilfe

Als Prozesskostenhilfe (PKH) bezeichnet man eine finanzielle Unterstützung für Menschen, die die Gerichts- und Anwaltskosten für einen Prozess nicht aufbringen können. Stattdessen werden die Kosten von den jeweiligen Bundesländern übernommen.

Prozesskostenhilfe kann beansprucht werden, wenn einem nach Abzug von Steuern, Freibeträgen, Wohnkosten und Werbungskosten nicht mehr als 15 Euro zur Verfügung stehen. In Scheide- und Sorgerechtsverfahren wird sehr häufig Prozesskostenhilfe bewilligt, sodass es sich durchaus lohnt, sich bei einem Anwalt nach der finanziellen Unterstützung zu erkundigen.

Der Antrag auf Prozesskostenhilfe beim Gericht erfolgt dann durch den Anwalt. Liegt man über dem Höchstbetrag von 15 Euro, besteht zumindest die Möglichkeit, die Kosten für den Scheidungsprozess auf Ratenbasis abzuzahlen.

Umgangsrecht

Beim Umgangsrecht geht es um das Recht eines Elternteils, seine Kinder besuchen zu dürfen. Ob das Sorgerecht nur für einen Elternteil oder beide besteht, spielt dabei keine Rolle.

Derjenige Elternteil, bei dem die Kinder leben, muss den Kontakt zwischen den Kindern und dem anderen Elternteil gewährleisten. So darf er die vorgesehenen Besuchstermine nicht durch andere Termine ersetzen. Normalerweise werden diese Regelungen bereits während des Scheidungsprozesses festgelegt.

Derjenige Elternteil, der das Umgangsrecht hat, darf das Kind auch zu sich einladen und es abholen. Für den Fall, dass er in einem anderen Ort lebt, kann er das Kind auch an einem Bahnhof oder Flughafen in Empfang nehmen. Für die entstehenden Kosten muss er selbst aufkommen.

Das Umgangsrecht besteht aber nicht nur für die Eltern, sondern auch für die Kinder. So hat ein Kind das Recht, einen Elternteil zu sehen, selbst wenn dieser keinen Kontakt wünscht. Sollte es jedoch deswegen zu einer psychischen Belastung für das Kind kommen, verzichten die Gerichte in der Regel auf eine Besuchspflicht.

Verfahren vor Gericht

Geführt wird ein Scheidungsprozess vom Familiengericht, bei dem es sich um eine Kammer des Amtsgerichts handelt. Das Urteil spricht immer ein einzelner Richter.

Um eine Scheidung einzuleiten, ist stets ein zugelassener Anwalt nötig, da nur dieser Anträge vor Gericht stellen kann. Das ist sehr wichtig, damit Fragen wie der Unterhalt, das Sorgerecht oder der Vermögensausgleich verhandelt werden können.

So werden diese Punkte vom Gericht nicht automatisch überprüft. Dies geschieht lediglich beim Versorgungsausgleich. In den meisten Fällen ist jedoch eine Einigung außerhalb des Gerichts finanziell günstiger.

Sobald dem Gericht sämtliche relevanten Unterlagen vorliegen, wird ein Scheidungstermin festgesetzt. Im Gegensatz zu anderen Prozessen dürfen an der Verhandlung keine Zuschauer teilnehmen.

Erfolgt die Scheidung einvernehmlich, erklären die beiden Eheleute, dass sie das Trennungsjahr eingehalten haben und beide die Scheidung wünschen. Wird die Scheidung jedoch nur von einem Ehepartner angestrebt, muss er nachweisen, dass seit drei Jahren eine Trennung besteht.

Je nachdem, ob der Anwalt einen entsprechenden Antrag stellt, verhandelt man auch über das Sorgerecht und den Unterhalt. Zum Abschluss des Verfahrens wird vom Richter das Scheidungsurteil ausgesprochen.

Vorausgesetzt, dass beide Parteien auf Rechtsmittel verzichten, kann die Scheidung umgehend rechtskräftig werden. Ansonsten muss erst die Berufungsfrist, die vier Wochen beträgt, verstreichen.

Verfahrenspfleger

Unter einem Verfahrenspfleger versteht man eine Art Anwalt für Kinder während eines Scheidungsprozesses. Das Gericht setzt ihn ein, wenn es der Meinung ist, dass die Interessen der Eltern dem Wohl des Kindes widersprechen. Die Eltern haben nicht die Möglichkeit, den Einsatz eines Verfahrenspflegers abzulehnen.

Der Verfahrenspfleger hat die Aufgabe, ausschließlich die Interessen des Kindes vor Gericht zu vertreten. Dazu begleitet er es während der Trennungsphase und ermittelt, was das Beste für das Kind ist. In den meisten Fällen wird diese Aufgabe von Anwälten oder Pädagogen übernommen.

Hat sich der Verfahrenspfleger ein Bild von der Situation des Kindes gemacht, trägt er dessen Interessen dem Gericht vor. Die Kosten für einen Verfahrenspfleger sind Bestandteil der Prozesskosten. Diese müssen von den Eltern übernommen werden.

Versorgungsausgleich

Während einer Ehe werden von den Eheleuten normalerweise Rentenansprüche erworben. Im Rahmen des Versorgungsausgleichs erfolgt eine Aufteilung dieser Ansprüche. Die Höhe der Rentenanwartschaften hängt von der Höhe der Beiträge und dem Zeitraum, in dem ein Berufstätiger eingezahlt hat, ab.

So erwirbt der Partner, der während der Ehe voll gearbeitet hat, mehr Ansprüche als der Partner, der zugunsten der Familie weniger oder gar nicht gearbeitet hat. Dadurch entsteht jedoch ein Ungleichgewicht, das durch den Versorgungsausgleich korrigiert werden soll.

Berücksichtigung finden Ansprüche, die während der Ehe von beiden Partnern erworben wurden, etwa aus:

  • privaten Rentenversicherungen
  • der gesetzlichen Rentenversicherung
  • Betriebsrenten
  • berufsständischen Versorgungen
  • der Beamtenversorgung

Die Eheleute haben untereinander das Recht, über die Höhe der Rentenansprüche des anderen informiert zu werden. Beim Versorgungsausgleich legt man die Rente zugrunde, die die beiden Ehepartner erhielten, wenn am Scheidungstag der Ruhestand beginnen würde.

Die Differenz, die zwischen den beiden Beträgen entsteht, teilt man dann durch zwei. Die eine Hälfte bekommt der Partner zugesprochen, der die geringeren Ansprüche hat.

Die Rentenansprüche beider Partner sind zum Zeitpunkt der Scheidung also gleich. Geld bekommt der Partner deswegen jedoch nicht vom anderen Partner. Nur die Ansprüche auf die später folgende Rente überträgt man von einem Rentenkonto auf das andere.

Voraussetzungen für die Scheidung

Damit eine Scheidung eingeleitet werden kann, sind bestimmte Voraussetzungen nötig. Als gescheitert gilt eine Ehe vor dem Gesetz, wenn keine Lebensgemeinschaft mehr vorhanden ist und sie sich nicht mehr wiederherstellen lässt. Das heißt, dass die beiden Eheleute voneinander getrennt leben müssen.

Liegt gegenseitiges Einverständnis vor, genügt es, das Trennungsjahr einzuhalten, um sich scheiden zu lassen. Wird die Scheidung von einem Ehepartner jedoch abgelehnt, kann dennoch eine Scheidung erfolgen. Dazu muss eine Trennung von drei Jahren bestehen, was vor Gericht zu beweisen ist.

Die Gründe für das Scheitern einer Ehe sind in der heutigen Zeit nicht mehr wichtig. Als Nachweis genügt dem Gericht der lange Trennungszeitraum.

Zugewinnausgleich

Für den Fall, dass zwischen den Eheleuten kein Ehevertrag abgeschlossen wird, kommt es zu einer Zugewinngemeinschaft. Das heißt, dass bei einer Scheidung das Vermögen nach den Regeln des Zugewinnausgleichs aufgeteilt wird. Vermögenswerte, die sich bereits vor der Eheschließung im Besitz eines der Ehepartner befanden, bleiben auch weiterhin allein dessen Eigentum.

Berechnet werden also nur die Vermögenswerte, die sich während der Ehe angesammelt haben. Dabei handelt es sich um den Zugewinn.

Der Gesetzgeber sieht vor, dass beide Partner zum Entstehen eines Vermögens ihren Teil beitragen, also auch derjenige, der für die Kinder sorgt und deswegen auf eine berufliche Karriere verzichtet. Da er dadurch jedoch nicht die Möglichkeit hat, Ersparnisse anzulegen, soll er durch den Zugewinnausgleich den gleichen Vermögensanteil erhalten.

Dazu stellt das Gericht fest, von welchem Ehepartner ein höherer Zugewinn erwirtschaftet wurde. Wer den höheren Anteil aufweist, zahlt dem anderen Partner so viel, dass dieser bei der Scheidung den gleichen Gewinn erhält.

Der Zugewinnausgleich beschränkt sich allerdings nur auf Geld. Wertvolle Gegenstände wie zum Beispiel Möbel oder Autos können dagegen nicht beansprucht werden.

Um hohe Prozess- und Anwaltskosten zu vermeiden, wird empfohlen, den Zugewinnausgleich außerhalb des Gerichtes zu regeln.

Geschiedene leben kürzer

Zwei Hände eines Senioren, Altersflecken
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Die Lebenserwartung von Geschiedenen verkürzt sich um neun Jahre. Dies wurde im Rahmen einer Untersuchung vom Rostocker Zentrum Zentrum zur Erforschung des demografischen Wandels festgestellt.

Die verheiratete männliche Musterperson musste gesund sein, durfte nicht rauchen und Alkohol nur in geringen Mengen zu sich nehmen. Bei der weiblichen Testperson ging man außerdem noch von ein oder zwei Kindern aus. Es konnte dokumentiert werden, dass Frauen ohne Kinder 3,2 Jahre weniger leben. Rauchende Männer leben 18,2 Jahre weniger, Frauen leben sogar 22 Jahre weniger als die jeweilige Person aus der Musterfamilie.

Alkohol verkürzt Lebenserwartung bei Frauen um 23,1 Jahren und bei Männern um 16,2.

Gesundheitliche Beeinträchtigung durch eine Scheidung

Junge Ärztin in weißem Kittel spricht mit älterem Patient, der im Krankenbett liegt
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Eine Scheidung ist nur selten eine erfreuliche Angelegenheit, verursacht Stress, Kosten und oftmals auch Erkrankungen und Störungen im Allgemeinbefinden. Rund 192.000 Scheidungen wurden im Jahr 2008 ausgesprochen und wie viele Dramen sich davor und auch danach abgespielt haben, kann nur vermutet werden. Doch statt Vermutungen, gibt es nun hinsichtlich der Folgeschäden nach einer Scheidung durchaus gesicherte Erkenntnisse.

So steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Diabetes auf rund 20% an, wenn man eine Scheidung durchleben musste. Ebenfalls Probleme finden sich beim Treppensteigen und im Bereich des seelischen Zustandes. Wird nach einer Scheidung eine zweite Ehe eingegangen fallen diese Werte zwar wieder etwas, nehmen jedoch nicht den gleichen Stand der Unverheirateten oder der glücklichen Pärchen ein.

Wer nun allerdings denkt, dass, wenn er erst gar keine Ehe eingehen würde, somit auch diese gesundheitlichen Risiken ausgeschlossen werden, der muss sich eines besseren belehren lassen, denn auch bei Unverheirateten kommt es zu Mobilitätsverlusten oder Depressionen.

Kann eine Scheidung zu einem früheren Tod führen?

Friedhof bei Sonnenuntergang, Grablicht auf einem Stein neben einem Grabstein mit Kreuz drauf
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Fast 2 Millionen Menschen sind allein in den USA jährlich von einer Scheidung betroffen. Nun haben die Wissenschaftler David Sbarra, Rita Law und Robert Portley der Universität in Arizona, USA, über eine bestimmte Konsequenz berichtet, nämlich das Risiko, früher zu sterben als verheiratete Menschen.

Für die Studie wurden die Ergebnisse von weltweit 32 Studien mit mehr als 6,5 Millionen Probanden in elf Ländern, welche 755.000 Scheidungen und 160.000 Todesfälle beinhalteten. Das Ergebnis: generell ist zu sagen, dass Diejenigen, die geschieden worden sind, ein 23 Prozent höheres Risiko aufwiesen, früher zu sterben als Verheiratete. Dass die Scheidung zwangsläufig zu einem früheren Tod führt, konnte von den Wissenschaftlern jedoch nicht bestätigt werden.

Scheidung schmerzt dem Herzen: Gefahr für Infarkte steigt

Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, steigt besonders für Frauen nach einer oder mehreren Scheidungen an

Älterer Mann nach vorn gekrümmt, hält sich Brust vor Schmerzen Herzinfarkt Herzattacke
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Eine Ehescheidung belastet nicht nur die Psyche, sondern auch das Herz: Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Duke Clinical Research Institute im US-Bundesstaat North Carolina, die die Daten von 15.827 erwachsenen Amerikanern zwischen 45 und 80 Jahren auswertete. Die Studienteilnehmer waren in einem Zeitraum von 18 Jahren zwischen 1992 und 2010 alle zwei Jahre zu ihrer Lebenssituation und ihrem Gesundheitszustand befragt worden.

Vor allem Frauen leiden nach der Scheidung unter Herzproblemen

Zu Beginn der Studie waren 14 Prozent der Männer und 19 Prozent der Frauen geschieden. Bis zum Ende der Studie 18 Jahre später war ein Drittel der Teilnehmer geschieden, manche sogar mehrfach.

Eine Auswertung der Daten ergab, das vor allem Frauen nach der Scheidung unter Herzproblemen litten: Nach der ersten Scheidung war ihr Risiko für einen Herzinfarkt um 24 Prozent erhöht, nach der zweiten Scheidung sogar um 77 Prozent.

Bei Männern machen sich erst nach der zweiten Scheidung Herzprobleme bemerkbar

Die Männer hingegen steckten zumindest die erste Scheidung noch ohne ein gestiegenes Risiko weg. Erst nach der zweiten Scheidung machten sich auch bei ihnen Herzprobleme bemerkbar: Das Infarktrisiko lag nun um 30 Prozent höher als bei den Personen, die verheiratet blieben.

Die Forscher weisen jedoch darauf hin, dass sich aus ihren Studien keine kausalen Zusammenhänge ableiten lassen.

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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