Die Klassifizierung verschiedener Vogelarten: Merkmale, Lebensraum und Nahrung

Rotkehlchen Vogel auf Futterhäuschen

Ein Überblick über die unterschiedlichen Arten von Vögeln: Eulen, Flamingos, Greifvögel, Hühnervögel, Laufvögel, Singvögel und Co.

Vögel zählen zu den verbreitetsten Lebewesen auf unserem Planeten. Sie lassen sich in zahlreiche unterschiedliche Arten einteilen.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Als Vögel werden Wirbeltiere bezeichnet, die über Flügel, einen Schnabel und Federn verfügen. Sie kommen auf sämtlichen Kontinenten der Erde vor.

Von allen Landwirbeltieren ist die Klasse der Vögel die artenreichste. So gibt es rund 10.596 bekannte Vogelarten, die etwa 35.000 Unterarten umfassen. Eine Besonderheit stellen die Laufvögel wie Emus, Kiwis und Straußen dar, die nicht in der Lage sind, zu fliegen, weil sie kein Brustbeinkamm haben.

Im Folgenden stellen wir die unterschiedlichen Vogelarten im Überblick vor.

Eulen

Eulen (Strigiformes) zählen zu den bekanntesten Vogelarten. Insgesamt gibt es über 140 unterschiedliche Spezies, die man auf allen Kontinenten der Erde mit Ausnahme der Antarktis antrifft. Sie werden in die Familien der Eigentlichen Eulen (Strigidae) und der Schleiereulen (Tytonidae) unterteilt.

Merkmale

Eine typische Eigenschaft von Eulen ist, dass es sich bei ihnen zumeist um nachtaktive Tiere handelt. Auch ihre anatomischen Merkmale sind sehr spezifisch.

So verfügen Eulen über große Augen mit einer konvexen Linse und einer verhältnismäßig kurzen Netzhaut. Ihr Kopf ist deutlich umfangreicher als bei anderen Vogelarten und weist eine rundliche Form auf.

Außerdem besitzen Eulen einen stark gekrümmten, scharfkantigen Schnabel. Obwohl die Augen der Eulen unbeweglich sind, können sie mit ihnen Beutetiere und Gegenstände räumlich sehen. Ihren Kopf drehen die nachtaktiven Vögel bis zu 270 Grad, womit sich ihr Gesichtsfeld beträchtlich erweitert.

Ein weiterer Unterschied zu anderen Vogelarten besteht bei den Ohren der Eulen, deren Öffnung schlitzförmig anstatt rund ist. Zahlreiche Eulen verfügen über einen Gesichtsschleier. Dieser lenkt den Schall zu den Ohren.

Mithilfe des Gesichtsschleiers können die Eulen auch Stimmungen ausdrücken. Eulen reagieren sehr sensibel auf hohe Tonfrequenzen, während sie für niedrigere Frequenzen weniger empfindlich sind. Da Eulen im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht über eine große Flügelfläche verfügen, sind sie in der Lage, geräuscharm zu fliegen.

Lebensraum

Die Lebensräume von Eulen sind sehr unterschiedlich
Die Lebensräume von Eulen sind sehr unterschiedlich - von Wäldern über Sumpfgebiete bis trockene Savanne

Die unterschiedlichen Eulenarten findet man fast überall auf der Welt. Einzige Ausnahme bilden die Antarktis sowie einige Inseln. So werden von den Eulen die unterschiedlichsten Lebensräume wie

  • feuchte Wälder
  • trockene Savannen oder
  • Sumpfgebiete

bewohnt. Sogar in der Tundra kommen sie vor.

Die meisten Eulenarten gibt es in den subtropischen und tropischen Gebieten von Asien und Südamerika. Am weitesten im Norden lebt die Schneeeule, die in Nordkanada, Nordsibirien und Grönland beheimatet ist.

Nahrung

Als Nahrung bevorzugen Eulen am liebsten kleine Säugetiere wie Mäuse. Doch auch

werden von ihnen verzehrt. Einige Eulenarten wie der Uhu, die Waldohreule oder der Waldkauz jagen sogar kleinere Eulen. Manche Arten sind zudem Aasfresser.

Auf die Jagd begeben sich die Eulen stets bei Nacht. Am Tage schlafen sie dagegen. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, wie die tagaktive Sumpfohreule oder die Schneeeule.

Als nachtaktive Tiere jagen Eulen kleine Säugetiere wie Mäuse
Als nachtaktive Tiere jagen Eulen kleine Säugetiere wie Mäuse

Eulen - Jäger mit Durchblick

Eulen - nächtliche Jäger mit räumlichem Sehvermögen und gutem Gehör

Raufußkauz (Eule) sitzt auf einem Ast mit Blättern in Herbstfarben
boreal owl in autumn leaves © martinkubik - www.fotolia.de

Eulen sind nachtaktive Tiere. Sie jagen von Anbruch der Dämmerung bis zum frühen Morgen. Eine erwachsene Eule schafft es, pro Nacht vier bis sechs Mäuse zu fangen. Ob dies an dem Sehvermögen der Tiere liegt, wollte der niederländische Forscher Rob van der Willigen von der Radboud Universität in Nimwegen herausfinden.

Räumliches Sehvermögen und gutes Gehör machen Eulen zu perfekten Jägern in der Nacht

Eulen profitieren bei ihren nächtlichen Beutezügen von der Fähigkeit des binokularen Sehens. Ihre Augen sind in der Lage, Gegenstände sowie Beutetiere räumlich zu sehen und Geschwindigkeiten und Abstände einzuschätzen. Diese Fähigkeit besitzen nicht viele Lebewesen.

So ist, wie Wissenschaftler herausfanden, das räumliche Sehvermögen von Eulen viel besser als ihre Fähigkeit, scharf sehen zu können. Wie bei Affen und Menschen ist auch bei den Eulen das Gehirn in der Lage, zweidimensionale Bilder in kürzester Zeit in ein räumliches Bild umzuwandeln.

Ein gutes Gehör unterstützt die Tiere bei ihrer nächtlichen Jagd nach Mäusen, Schlangen und anderen Kleintieren. In dem Teil des Gehirns, in dem sich das Gehörzentrum befindet, haben Biologen 95 000 Nervenzellen festgestellt, bei einer Krähe sind es dagegen lediglich 27 000.

Forscher untersuchen das Fluggeheimnis von Eulen

Eulen jagen sehr leise. In der Luft sind sie fast lautlos, möglich machen das die speziellen Eigenschaften ihrer Flügel. Diese haben an ihrer Vorderseite steife Federn, die rückseitige Flügelseite hingegen weist flexible Fransen auf. Auf der Oberseite sind die Flügel sehr weich. Zusammen wirken diese Eigenschaften beim Flügelschlag extrem Lärmmindernd.

Untersuchung des Eulen-Flügelschlags

Dass die Eule als Vorbild für den Menschen dienen könnte, glauben Forscher der Lehigh University in Bethlehem im US-amerikanischen Pennsylvania. Die Wissenschaftler haben deshalb im Labor den Flügelschlag von Eulen untersucht. Dabei interessierte die Forscher vor allem die weiche Flügeloberfläche der Tiere. In einem von ihnen entwickelten Modell lässt sich der Lärm beim Flügelschlag in Abhängigkeit von der Oberflächenstruktur darstellen. Laut der Forscher senkt die weiche Oberfläche Lärm anders, als dies von Menschen verwendete Schallhemmende Materialen können.

Flugzeuge und Windräder

Wenn es gelingt, die Wirkungsweise von Eulenflügeln besser zu verstehen, könnten Ingenieure daraus Produkte entwickeln, mit denen Flugzeuge leiser fliegen. Auch die Senkung des Betriebslärm von Windrädern ist denkbar.

Flamingos

Bei den Flamingos (Phoenicopteriformes) handelt es sich um eine Vogelordnung, die lediglich aus einer einzigen Familie besteht. Die verschiedenen Flamingoarten sind sich untereinander sehr ähnlich. Man unterscheidet zwischen

  • Rosaflamingo
  • Chileflamingo
  • Kubaflamingo
  • Jamesflamingo
  • Andenflamingo und
  • Zwergflamingo.

Merkmale

Rosafarbenes Gefieder und dünne, lange Beine - das macht Flamingos aus
Rosafarbenes Gefieder und dünne, lange Beine - das macht Flamingos aus

Zu den typischen Merkmalen aller Flamingoarten zählen

  • ihr langer Hals
  • ihr rosafarbenes Gefieder sowie
  • ihre langen, dünnen Beine.

Im aufrechten Stand erreichen die Flamingos eine Höhe zwischen 90 Zentimetern und 1,55 Meter, wobei die Männchen durchschnittlich etwas größer sind als die Weibchen.

Im Verhältnis zu ihrer Körpergröße fällt der Kopf der Vögel eher klein aus. Die Zehen der Flamingos werden durch Schwimmhäute miteinander verbunden.

Dass das Gefieder der Flamingos rosa gefärbt ist, lässt sich auf Carotinoide zurückführen, die von den Vögeln mit der Nahrung aufgenommen werden. Die Carotinoide kommen in Plankton-Algen vor und werden in der Leber der Flamingos umgewandelt, wobei es zur Bildung von Pigmenten kommt, die sich in Haut und Federn der Flamingos einlagern.

Da sich Flamingos aus dem Zoo oft anders ernähren als in Freiheit lebende Tiere, weisen sie eher ein weißes Gefieder auf.

Ebenfalls zu den Merkmalen der Flamingos gehört ihr geknickter Seihschnabel. Dieser dient dazu, Nahrung aus dem Wasser herauszufiltern.

Flamingos verfügen über die Eigenschaft, gute Schwimmer zu sein, wovon sie jedoch nur selten Gebrauch machen. So waten sie lieber im Wasser, was auch in größeren Tiefen möglich ist.

Lebensraum

Beheimatet sind die Flamingos in

Auf dem europäischen Kontinent ist allerdings nur der Rosaflamingo von Natur aus Zuhause. Er lebt an der portugiesischen und spanischen Atlantikküste sowie am Mittelmeer.

Obwohl Flamingos als exotische und tropische Vögel gelten, sind sie durchaus auch in gemäßigten und kühlen Klimazonen zu finden. Besonders verbreitet sind sie jedoch in Afrika, Mittelamerika und Südamerika.

Auf dem asiatischen Kontinent trifft man sie vor allem zwischen Anatolien und Indien an. In Europa sind sie vorwiegend in Südfrankreich, Spanien, Griechenland sowie auf Sardinien zu finden.

Am liebsten leben Flamingos an salzigen oder alkalischen Seen, da diese hohe Anteile an Fluoriden, Sulfaten, Chloriden und Natriumcarbonaten aufweisen. Während andere Wirbeltiere unter solchen Bedingungen kaum existieren könnten, sind sie für die Flamingo dagegen ideal.

Nahrung

Da Flamingos sowohl bei Tage als auch bei Nacht aktiv sind, suchen sie sich ihre Nahrung zu jeder Tageszeit. Allerdings ist die Tagesaktivität von Art zu Art unterschiedlich.

Zum Nahrungsspektrum der geselligen Vögel, die oft aus Kolonien aus tausenden oder gar zehntausenden Exemplaren bestehen, gehört Plankton. Mithilfe ihres Seihschnabels filtern die Flamingos ihn aus dem Wasser.

Darüber hinaus stehen aber auch

  • Muscheln
  • Einsiedlerkrebse
  • Nereiden oder
  • Fische

auf dem Speiseplan der Vögel. Ebenso sind Samen von Wasserpflanzen und Reis willkommen.

Flamingos finden ihre Nahrung im seichten Wasser
Flamingos finden ihre Nahrung im seichten Wasser

Gänsevögel

Eine der weltweit bedeutendsten Vogelgruppen bilden die Gänsevögel (Anseriformes). Zu ihnen zählen

  • Entenvögel (Anatidae) mit Enten, Gänsen und Schwänen
  • Spaltfußgänse (Anseranatidae) und
  • Wehrvögel (Anhimidae).

Insgesamt gibt es neun Gänsevögelfamilien. Von diesen sind jedoch sechs bereits ausgestorben. Mit 169 Arten stellen die Entenvögel den überwältigenden Löwenanteil unter den Gänsevögeln dar.

Merkmale

Der Körper der Gänsevögel ist in der Regel fest und prall. Der relativ kleine Kopf befindet sich meist auf einem langen Hals, während der Schnabel, außer bei den Wehrvögeln, flach und breit ist.

Zu den typischen Merkmalen der Gänsevögel gehören auch die Schwimmhäute, die sich zwischen den drei Zehen befinden. Sie dienen zur Fortbewegung auf dem Wasser.

Das wasserdichte Gefieder weist bei zahlreichen Arten eine bunte Musterung auf, was besonders bei den Männchen der Fall ist. Bei den meisten Gänsevögeln handelt es sich um sehr gute Flieger. So werden von ihnen als Zugvögel oft große Strecken von mehreren tausend Kilometern zwischen Brutplätzen und Winterquartier zurückgelegt.

Gänsevögel sind im Vergleich zu den Enten sehr gute Flieger
Gänsevögel sind im Vergleich zu den Enten sehr gute Flieger

Lebensraum

Bevorzugte Lebensräume der Gänsevögel sind Gewässer. So findet man sie

  • in Uferregionen oder Mündungen von Flüssen
  • an Küstengewässern
  • an Seen
  • an Sümpfen und
  • an Mooren.

Einige Arten leben sogar fast nur auf dem offenen Meer.

Lediglich zum Brüten halten sie sich an Land auf.

Nahrung

Der Großteil der Gänsevögel sucht sich seine Nahrung - hauptsächlich Pflanzen - auf oder in der Nähe der Wasseroberfläche. Dagegen beschaffen Schwäne, Gänse und Wehrvögel sich auch an Land Gräser oder Kräuter zum Abäsen.

Darüber hinaus werden von Gänsevögeln kleine Steinchen geschluckt. Diese helfen als Gastrolithen dem muskulösen Magen der Tiere beim Zerkleinern der Nahrung.

Wie wird man die lästigen Wildgänse an einem beliebten Freizeitsee in Neuss los?

Im Nord-Westen der rheinischen Stadt Neuss, gegenüber der Landeshauptstadt Düsseldorf auf der linken Seite des Rheins gelegen, gibt es ein ehemaliges Baggerloch, das später in den nahen Stadtwald als Schutzgebiet für Vögel integriert wurde. Zudem wurde der See als Badesee genutzt und ringsherum waren Spiel- und Grillplätze angelegt worden. Die Neusser haben diesen Fleck den Namen "Jröne Meerke" (Grünes Meer") gegeben.

Doch dann kamen Anlieger auf die Idee, dort auch den Schneegänsen, die aber vornehmlich in Amerika leben, eine Heimat und Futter zu geben. So entstand im Laufe der Jahre in Neuss mit über hundert Tieren die größte Kolonie in Europa. Doch damit fing der Ärger erst richtig an, denn zusätzlich ließen sich auch andere Arten im "Jröne Meerke" nieder, beispielsweise Blessgänse und Graugänse sowie die Kanadagänse, die auf der "Durchreise" sind. Das Fazit ist, dass mittlerweile die umliegenden Wiesen und der See total mit Kot verdreckt sind und auch das Gesundheitsamt die Bade- und Spielplätze wegen der Infektionsgefahr durch Kolibakterien und Salmonellen sperren musste.

Aber auch im zuständigen Rathaus weiß man keine Lösung, so soll erst einmal die Population eingedämmt werden, so dass die Tiere maximal nur ein einziges Ei ausbrüten dürfen. Auch herrscht ein Fütterungsverbot, doch die Tiere besorgen sich nun ihre Nahrung in den umliegenden Gärten, was natürlich die Gartenbesitzer verärgert und weshalb sie drastische Maßnahmen fordern. Dagegen gibt es natürlich wieder die Tierschützer, die sogar einen "Begleitschutz" durch die Polizei für die "watschelnden" Gänse über die nahe gelegenen Autostraßen, unter anderem die viel befahrene A57, gefordert hatten.

In Neuss ist das Thema noch nicht vom Tisch und auch in Norddeutschland gibt es Ärger zwischen den Bauern und den Tier- und Vogelschützern. Dagegen sind unsere europäischen Nachbarn in den Niederlanden wesentlich härter, denn dort sollen aus ökologischen Gründen die amerikanischen Schneegänse ausgerottet werden, denn sie verursachen Schäden in der Landwirtschaft in Millionenhöhe, verschmutzen die Gewässer und gefährden auch den Flugverkehr. So hat man Ende letzten Jahres ein diesbezügliches Abkommen geschlossen, das sowohl von den Bauernverbänden, den Kommunen und auch von den Tierschützern unterzeichnet wurde.

Indische Streifengänse sind die Überflieger des Tierreichs

In der Natur findet man gleich mehrere Zugvogelarten, die bei nahendem Winter Tausende Kilometer weit zu ihren Brutgebieten fliegen. Allerdings gibt es mit Ausnahme der indischen Streifengans keine Art, die dabei in Höhen von bis zu 7290 Metern reist und trotz des höhenbedingt herrschenden Sauerstoffmangels sogar den Himalaja überfliegen kann.

Experiment zeigt, dass Indische Streifengänse Weißwangengänsen bei geringerem Sauerstoffgehalt überlegen sind

Folglich ist es nicht weiter verwunderlich, dass diese Überflieger des Tierreichs in den Fokus der Wissenschaft rückten und dem Online-Fachmagazin "Plos One" zufolge nun von Forschern der University of Birmingham unter Laborbedingungen auf ihr tatsächliches Leistungsvermögen hin getestet wurden. Verständlicherweise wurde dabei aber nicht die Flugleistung, sondern das Laufvermögen der Gänse getestet, indem die Forscher die Tiere zunächst bei einem Sauerstoffgehalt von 21 Prozent und dann bei einem Sauerstoffgehalt von nur noch sieben Prozent für jeweils 15 Minuten auf einem Laufband laufen ließen.

Wie sich dabei gezeigt habe, hielten die indischen Streifengänse ihre Durchschnittsgeschwindigkeit von gut 3,5 bis 4,2 Kilometer die Stunde unabhängig vom Sauerstoffgehalt in der Luft bei, wohingegen die als Kontrollgruppe dienenden Weißwangengänse, bei denen es sich um typische Flachlandflieger handele, ihr anfänglich noch vergleichbares Lauftempo mit fallendem Sauerstoffanteil deutlich verlangsamten. Zudem hätten die Weißwangengänse bei geringem Sauerstoffgehalt im Vergleich zu ihren asiatischen Verwandten viel früher Ermüdungserscheinungen gezeigt.

Greifvögel

Zu den Greifvögeln zählen eine ganze Menge an Vogelarten.

Adler

Mit dem Begriff "Adler" werden im deutschsprachigen Raum verschiedene, große Greifvogelarten bezeichnet. Um eine monophyletische Gruppe handelt es sich bei den Adlern jedoch nicht.

In früheren Zeiten verwendete man den Namen "Adler" für Greifvogelarten, die über ein edles Aussehen sowie eine große Flügelspannweite verfügten. Zusammen mit dem Löwen gehört der Adler zu den beliebtesten Wappentieren.

Der Seeadler als König der Lüfte
Der Seeadler als König der Lüfte
Unterschiedliche Arten von Adlern

Zu den verschiedenen Greifvogelarten, die als Adler bezeichnet werden, gehören u.a.

  • der Echte Adler (Aquila)
  • der Habichtsadler (Hieraaetus)
  • der Seeadler (Haliaeetus)
  • der Kronenadler (Stephanoaetus)
  • der Affenadler (Pithecophaga)
  • der Kampfadler (Polemaetus)
  • der Schlangenadler (Circaetinae) sowie
  • der Fischadler (Pandionidae), der eine eigene Familie bildet.
Ein Weißkopfseeadler hoch in den Lüften
Ein Weißkopfseeadler hoch in den Lüften
Merkmale
Der Steinadler als beliebtes Wappentier
Der Steinadler als beliebtes Wappentier

Zahlreiche Adlerarten haben miteinander gemeinsam, dass sie über

  • ein ausgezeichnetes Sehvermögen
  • kräftige Beine und
  • scharfe Krallen

verfügen. Ein weiteres typisches Kennzeichen ist ihr nach unten gebogener Hakenschnabel. Nicht selten sind die Adlermännchen kleiner als die Weibchen. Die Körperlänge der Greifvögel schwankt zwischen 14 Zentimetern und 1,15 Meter.

Lebensraum und Nahrung

Viele Adlerarten bevorzugen Felsen oder Bäume als Nistplätze. Einige Arten legen ihren Adlerhorst aber auch gerne auf dem Boden oder im Röhricht an.

Die Ernährung der Adler besteht vorwiegend aus Fleisch. Dagegen ernährt sich der Fischadler hauptsächlich von Fischen oder anderen Wasserbewohnern. Ihre Beute fangen die Greifvögel mit ihren Krallen ein, wobei die meisten Arten bei Tage auf Jagd gehen.

Adler beobachten: Das Internet macht’s möglich

Mithilfe einer Live-Webcam können Menschen ein Adlerpaar in dessen natürlichem Alltag beobachten

Ansicht von unten: großer Laubbaum im Sonnenlicht
baum © Silvia Schwarz - www.fotolia.de

Wer schon immer mal Tiere in freier Natur hautnah beobachten wollte, ist hier richtig: Beim Rapture Resource Project in Decorah/USA kann man per Live-Web-Cam Weißkopf-Seeadlern im Internet beim Brüten, Essen und Schlafen zusehen. Die Kamera ist so positioniert, dass sie direkt im Nest Aufnahmen macht.

Für den Leiter des Projekts, Bob Anderson hat man damit einen „großartigen Einblick in Mutter Natur“. Zwar gibt es diese Möglichkeit bereits seit 2007, aber erst in diesem Jahr wurde die Online-Übertragung zum Renner. Mittlerweile haben sich um die 11 Millionen Zuschauer eingefunden, um das Adlerpaar anzuschauen.

Ein bisschen Ruhe in stürmischen Zeiten

Aus den drei Eiern, die die beiden bebrüten, sind bisher zwei Küken geschlüpft. Auf den dritten Nachwuchs kann man täglich gespannt sein. Doch nicht nur die Brutpflege ist interessant, man sieht durchaus auch Szenen, die nichts von einem Kuschelfaktor haben.

Die Adlereltern füttern ihre Jungen mit Teilen von anderen Tieren, Kaninchen, Bisamratten oder Fisch. Dass „Fressen und gefressen werden“ völlig natürlich ist, wird dabei nicht nur Kindern klar. Dennoch gibt es kaum etwas Spannenderes, als in das Nest in 25 Metern Höhe zu schauen. Für viele Menschen ist es einfach beruhigend, in Zeiten von Katastrophen, der Natur in ihrem Lauf zuzusehen.

Falken

Ebenfalls zur Gattung der Greifvögel (Falconiformes) gehören Falken (Falco) aus der Familie der Falkenartigen (Falconidae). Dabei handelt es sich um kleine bis mittelgroße Raubvögel, die mit spitzen Flügeln und einem langen Schwanz ausgestattet sind. Insgesamt gibt es 39 Falkenarten.

Merkmale

Die Gruppe der Falken stellt sich relativ einheitlich dar. Als typisches Merkmal der Greifvögel gilt ihr Oberschnabel, der hakig nach unten gebogen ist. Am Vorderteil des Oberschnabels befindet sich eine Zacke, die als Falkenzahn bezeichnet wird.

Durch diese Zacke kann der Falke seine Beute leichter erlegen. Sämtliche Falken verfügen über fünfzehn Halswirbel. Einige Arten, wie der Turmfalke, sind in der Lage, ihre Halswirbelsäule um 180 Grad zu drehen.

Falken haben spitze Flügel und einen langen Schwanz
Falken haben spitze Flügel und einen langen Schwanz

Im Unterschied zu anderen Greifvogelarten bauen die Falken keine Nester. Stattdessen brüten sie ihren Nachwuchs

  • in den Mulden von Felswänden
  • auf Bäumen
  • auf Gebäuden oder
  • in den Nestern von anderen Vogelarten

aus.

Lebensraum

Falken findet man fast überall auf der Welt. Zu den sechs mitteleuropäischen Falkenarten zählen

  • der Baumfalke,
  • der Turmfalke
  • der Sakerfalke
  • der Rotfußfalke
  • der Wanderfalke und
  • der Merlin.
Der Wanderfalke ist in Mitteleuropa heimisch
Der Wanderfalke ist in Mitteleuropa heimisch

Der Baumfalke gilt als Zugvogel, der bis nach Südafrika fliegt. Bei den meisten Falken handelt es sich um so genannte Breitfrontzieher.

Das heißt, dass sie in breiter Front von Gibraltar nach Afrika oder Arabien ziehen. Sie sind auch in der Lage, größere Strecken über Wasser zurückzulegen.

Nahrung

Die Ernährung der Falken besteht hauptsächlich aus kleinen Säugetieren und Vögeln. Aber auch Insekten, Amphibien und Reptilien stehen auf ihrem Speiseplan. Im Unterschied zu den Adlern, verwenden die Falken ihre Füße nur zum Einfangen und Halten der Beute, die durch einen Biss mit dem Schnabel erlegt wird.

Forscher studieren Jagdtechnik von Falken mithilfe von Kopfkameras

Um die faszinierenden Jagdtechniken von Falken aufzudecken, haben Forscher vom Haverford College in Pennsylvania modernste Videokameras eingesetzt. Die Wissenschaftler bestückten die Raubvögel mit einer speziellen Kopfkamera, sodass sie Jagdszenen in der Luft aus der Perspektive der Falken mitverfolgen konnten.

Die ausgeklügeltste Jagdtechnik im Tierreich

Dabei stellte sich heraus, dass Falken mit der sogenannten Bewegungstarnung auf Beutefang gehen, die ausgeklügelste Jagdtechnik im Tierreich. Sie folgen ihrem Opfer seitlich und kommen immer näher, ohne das sie dabei bemerkt werden.

Ändert der Verfolgte seine Flugrichtung, dann passen sich die Falken an, sodass sie immer den selben Winkel zum Beutetier beibehalten. Falken reißen ihre Opfer dann, indem sie im letzten Moment des Angriffes abbremsen, ihren Körper der Beute zudrehen und die Krallen ausfahren.

Möglicher Fortschritt auch für die Technik

Die Wissenschaftler erhalten durch die Kamerauswertungen nicht nur wertvolle Erkenntnisse in Bezug auf Falken, auch die Herstellung fliegender Roboter oder unbemannter Fluggeräte könnte mithilfe der Forschungsergebnisse verfeinert werden.

Geier

Eine eher ungeliebte Vogelart stellt die Gruppe der Geier dar. Dies liegt wohl daran, dass sich diese Greifvögel von Aas ernähren und daher beim Menschen oft Abscheu erregen.

Dabei sind die Geier durchaus nützliche Tiere, da sie durch rasche Beseitigung von Aas der Ausbreitung von Krankheiten entgegenwirken. Trotz gegenteiliger Behauptungen stellen sie keine Gefahr für Menschen dar, da sie aufgrund ihres Körpers und Schnabels gar nicht imstande sind, lebende Beute zu attackieren.

In Deutschland wurden die Geier aufgrund ihres schlechten Rufes fast völlig ausgerottet. Erst in den letzten Jahren zeigten sich die großen Vögel wieder vermehrt.

Geier - die aasfressenden Greifvögel
Geier - die aasfressenden Greifvögel
Unterschiedliche Geierarten
Seitenansicht eines Mönchsgeiers
Seitenansicht eines Mönchsgeiers

Die Greifvogelarten, die als Geier bezeichnet werden, sind meist nur sehr entfernt miteinander verwandt, sodass von ihnen kein Monophylum gebildet wird. Zur Gruppe der Geier zählt man

  • die Altweltgeier (Aegypiinae) die in Südeuropa, Asien und Afrika leben
  • die Neuweltgeier, die in Nord- und Südamerika beheimatet sind sowie
  • die Gypaetinae mit dem Bartgeier.
Gänsegeier

Zu den in Europa lebenden Geierarten gehört der Gänsegeier (Gyps fulvus) aus der Familie der Altweltgeier. Man findet ihn vor allem in

Aber auch in nördlicheren Regionen kommen die Aasfresser mitunter vor. So suchen sie seit einigen Jahren auch wieder in Deutschland und Österreich nach Nahrung.

Merkmale
Der Gänsegeier hat zweifarbige Flügel
Der Gänsegeier hat zweifarbige Flügel

Erkennen lässt sich der Gänsegeier an

  • seinen zweifarbigen Flügeln
  • seiner braunen Halskrause,
  • einem grauen Schnabel und
  • seinem kurzen, dunklen Schwanz.

Obwohl die Gänsegeier ausgezeichnete Segler sind und bis zu 600 Kilometer am Tag zurücklegen können, fliegen sie nur dann, wenn es unbedingt sein muss oder sie hungrig sind. Wenn sie sich nicht um die Suche nach Nahrung oder die Aufzucht der Jungen kümmern müssen, sitzen sie am liebsten auf Bäumen, wo sie vor sich hindösen, oder nehmen Staub- oder Wasserbäder.

Lebensraum und Nahrung

Das Verbreitungsgebiet des Gänsegeiers ist sehr groß. So findet man ihn nicht nur in Süd- und Mitteleuropa, sondern auch in Algerien, Marokko, auf der arabischen Halbinsel und in Zentralasien.

Ihre Nahrung suchen sich die Gänsegeier am liebsten in trockenen und offenen Landschaften. Dabei kann es sich um

  • Hochplateaus
  • Berghänge
  • Steppen oder
  • Halbwüsten

handeln. Als Nahrung dient den Vögeln frisches oder schon verwesendes Aas von mittelgroßen bis großen Säugetieren. In Europa werden vom Gänsegeier fast nur tote Nutztiere wie Pferde, Rinder, Schafe oder Ziegen gefressen.

Die Gänsegeier verschlägt es wieder nach Deutschland

In Hessen wurden nach mehr als hundert Jahren erstmals wieder Gänsegeier gesichtet

Gänsegeier waren früher in Deutschland weit verbreitet und besonders im Mittelalter fanden sie an den Galgen viel Nahrung. Zudem gab es viele freie Landstriche, über denen sie einen freien Ausblick hatten, um Kadaver zu finden. Das Gerücht, dass diese Vögel auch lebendiges Weidevieh fressen würden, löste eine Jagd auf sie aus und auch die Pflanzung von Bäumen zur nachhaltigen Forstwirtschaft dezimierte die Anzahl, sodass sie nur noch selten auftauchten.

Spanien und Frankreich bereits neuer Heimatsort

So langsam finden sich die Tiere dank der Schutzmaßnahmen wieder, wobei sie auch heute noch mit dem Überleben zu kämpfen haben. Im Jahr 2004 wurde sogar eine EU-Verordnung zur Beseitigung von toten Tieren gefordert, was die Nahrungssuche der Geier nicht gerade vereinfacht.

Geplagt vom Hunger scheinen sie besonders in Spanien ihren Lieblingsort gefunden zu haben. Dort sind sie mit 22.000 Brutpaaren vertreten. Auch in Frankreich versucht man ihnen wieder eine Heimat bieten zu können und sogar in Hessen wurden Anfang Juli 11 Exemplare gesichtet. Diese Entdeckung lässt die Aussicht auf eine Wiederkehr der Geier aufblühen, denn dort hat man diese schon über hundert Jahren nicht mehr gesehen.

Interessant ist auch die Bibliothek im Herzogtum Nassau, denn sie liefert ein paar Informationen zu der Geschichte dieser Tiere. Dort gibt es zum Beispiel Aufzeichnungen aus dem Jahr 1862, die besagen, dass im Jahr 1803 ein Exemplar eingefangen wurde und in die Sammlung des Landesmuseums aufgenommen wurde.

Habichte

Der Habicht gehört zur Familie der Habichtartigen (Accipitridae). Man findet ihn von der Arktis bis in subtropische Zonen.

Merkmale

Bei Habichten handelt es sich um mittelgroße Greifvögel. Sie erreichen eine Körperlänge zwischen 46 und 63 Zentimetern sowie eine Spannweite von 89 Zentimetern bis 1,22 Meter.

Ihr Gewicht schwankt zwischen 0,5 und 2,2 Kilogramm. Dabei sind die Habichtweibchen deutlich größer als die Männchen.

Während die Flügel des Habichts eher kurz sind, fällt sein Schwanz verhältnismäßig lang aus. Auf der Oberseite weisen erwachsene Habichte eine schiefergraubraune Färbung auf, während sie auf der Unterseite weiß sind und eine dunkelbraune Querbänderung haben.

Lebensraum

Die unterschiedlichen Arten der Habichte leben in den Wäldern der gemäßigten und der mediterranen Zone, sowie in den Nadelwäldern der Gebirge und der Taiga. Den nördlichsten Lebensraum bilden Russland, Finnland und Skandinavien, während die südlichste Verbreitung in Nordafrika, Kleinasien und Nordiran stattfindet.

In Nordamerika lebt der Habicht ausschließlich in naturnahen Wäldern. In Europa gibt es auch einige wenige Arten, die bevorzugt in der Nähe von Städten siedeln.

Nahrung

Als Nahrung dienen dem Habicht kleine bis mittelgroße Vögel wie Turmfalken und Sperber oder Säugetiere wie Mäuse und Kaninchen. In südlichen Gefilden stehen auch Reptilien auf dem Speiseplan des Greifvogels.

Von Fischen oder Amphibien ernährt er sich dagegen nur selten. Seine Beute erlegt der Habicht mit seinen Krallen, die er in sein Opfer bohrt.

Hühnervögel

Die Ordnung der Hühnervögel (Galliformes) besteht aus mehr als 250 Arten. Besonders verbreitet sind Fasane und Wachteln.

Hühnervögel als Nutztiere
Hühnervögel als Nutztiere

Fasane

Die größte Familie unter den Hühnervögeln wird von den Fasanartigen (Phasianidae) gebildet. So gibt es rund 175 Arten, zu denen neben den Fasanen auch die

  • Pfauen
  • Bankivahühner
  • Truthühner
  • Auerhühner
  • Rebhühner und
  • Wachteln

gehören.

Merkmale
Fasane können fliegen
Fasane können fliegen

Da die Fasanenartigen viele verschiedene Arten umfassen, gibt es zwischen ihnen auch zahlreiche Unterschiede in Verhalten und Morphologie. Zu den übereinstimmenden Merkmalen der Vögel zählen

  • ihr eher plumper Körper
  • ihr kurzer Hals und
  • ihr kleiner Schnabel.

Bei vielen Arten sind Schwanz und Flügel kurz ausgeprägt. Es gibt aber auch Ausnahmen wie die Pfauen und einige Fasane. Gemeinsam haben alle Fasanartigen, dass sie fliegen können. Allerdings legen sie zumeist nur kurze Strecken zurück.

Die Spannweite der Fasanartigen schwankt zwischen 12 Zentimetern bei der Zwergwachtel und 230 Zentimetern beim Indischen Pfau. Erhebliche Unterschiede gibt es auch beim Gewicht. Während die Zwergwachtel gerade einmal 20 Gramm auf die Waage bringt, erreicht das Truthuhn stolze 10 Kilogramm.

Lebensraum

Fasanenartige sind in zahlreichen Gebieten der Welt zu finden. Dazu gehören

  • Europa
  • Asien
  • Nordamerika
  • Mittelamerika
  • Australien
  • Afrika und sogar
  • die Arktis.

Nur in Südamerika, einigen ozeanischen Inseln und der Antarktis kommen sie nicht vor. Besonders groß ist die Artenvielfalt der Fasanen in Süd- und Westasien. Dagegen sind in Europa, Australien und Amerika nur wenige Arten beheimatet.

Bei den meisten Fasanartigen handelt es sich um Standvögel. Das heißt, dass sie im Unterschied zu Zugvögeln, das ganze Jahr über in ihrem Gebiet bleiben.

Nahrung

So unterschiedlich wie die Arten der Fasanenartigen sind, fällt auch ihre Ernährungsweise aus. So fressen sie pflanzliche Stoffe wie

  • Samen
  • Wurzeln
  • Knospen
  • Blüten
  • Blätter und
  • Zweige,

aber auch wirbellose Tiere oder kleine Wirbeltiere. Während sich die älteren Vögel vor allem von Pflanzenstoffen ernähren, bevorzugen die Jungtiere Insekten. Gesucht wird die Nahrung vorwiegend auf dem Boden.

Fasane liefern sich ab und an auch Kämpfe
Fasane liefern sich ab und an auch Kämpfe

Wachtel

Zu den kleinsten Hühnervögeln zählt die Wachtel (Coturnix coturnix). So erreicht sie ungefähr die Größe eines Stars.

Merkmale

Wachteln haben in der Regel eine graubraune Färbung und weisen zahlreiche schwarze und rotbraune Striche auf. In der Kopfmitte sowie an den Seitenscheiteln verlaufen drei Längsstreifen, die von den weißen Schaftstrichen der Federn gebildet werden. Die Flügel der Wachtel haben eine graue Farbe.

Ihr Schnabel ist klein und gebogen. Die Größe des Hühnervogels liegt zwischen 15 und 20 Zentimetern und sein Gewicht schwankt zwischen 90 und 110 Gramm.

Die Wachteln zählen zu den kleinsten Hühnervögeln
Die Wachteln zählen zu den kleinsten Hühnervögeln
Lebensraum

Beheimatet ist die Wachtel in fast ganz Europa, großen Teilen Afrikas sowie in Westasien. Da es sich bei den Wachteln um Zugvögel handelt, verbringen sie den Winter größtenteils auf dem afrikanischen Kontinent oder in Indien. Als Lebensraum dienen der Wachtel offene Wiesen und Felder mit hoher Krautschicht.

Empathische Nutzvögel - Hennen spüren, wenn es ihren Küken nicht gut geht

Freilaufende Hühner auf einer Wiese unter blauem Himmel
Chickens In A Field © FiledIMAGE - www.fotolia.de

Die meisten Vögel werden zwar für ihrer Eigenschaften bewundert, gelten jedoch nicht als besonders intelligent oder empfindsam. Das gilt auch für Hühner. Doch Wissenschaftler an der britischen Universität Bristol konnten jetzt belegen, dass Mutterhennen sehr empathisch gegenüber ihren Kindern sind.

Sie reagieren gestresst, wenn man ihren Kindern Leid antut. Für den Testaufbau wurden Mutter und Küken voneinander getrennt in einem Plexiglas-Behälter gesetzt. Nachdem die Tiere sich an ihr Umfeld gewöhnt hatten, wurde das Küken von den Forschern mit Luftstößen angepustet, was für das kleine Tier sehr unangenehm sein musste. Als bei der Mutter währenddessen Puls und Augentemperatur gemessen wurden, zeigte sie deutliche Reaktionen.

Auch ihr Verhalten war entsprechend, selbst wenn das Jungtier überhaupt keine Klagelaute von sich gab. Bisher sei so etwas nur von Raubvögeln bekannt, erklärten die Forscher. Diese gelten als vergleichsweise intelligent.

Dass auch bei Hühnern Empathie vorhanden sei, sei ein Anzeichen dafür, dass die Vorurteile gegenüber Nutzvögeln falsch seien.

Einer Studie nach haben Hühner eine Vorliebe für realistische Abbildungen

Mädchen in gelbem Shirt hält im Vorgarten ein Huhn auf dem Arm
little girl with a hen in the front yard © Oksana Kuzmina - www.fotolia.de

Lucia Regolin ist Psychologin an der italienischen Universität Padua. Sie hat in der Fachzeitschrift "Biological Letters" einen Artikel veröffentlicht, der zeigt, dass Hühnern eine Vorliebe für realistische Abbildungen angeboren ist. Sie hat 157 Haushuhnküken genau in die Mitte eines Käfigs gesetzt.

Auf der einen Seite war ein perspektivisch richtig gezeichnetes Bild von einem Würfel befestigt, auf der anderen Seite hing ein Bild mit einem perspektivisch unmöglichen Würfel. Die Küken wurden dann sechs Minuten lang beobachtet. Es zeigte sich, dass fast alle Küken sich dem Würfel, der real möglich sein könnte, näherten, und das Bild mit dem unrealitischen Würfel mieden. Regolin sagte, dieser Test zeige auch, dass Hühner schon sehr früh räumlich sehen könnten.

Der Spruch vom "blinden Huhn" ist mit diesem Test endgültig widerlegt. Versuche mit Menschen hätten gezeigt, dass Babys erst im Alter von vier Monaten, realistische von unrealistischen Zeichnungen unterscheiden können.

Markantes Federkleid des Rothuhns erleichtert Partnersuche

Je bunter und gepflegter das Gefieder, desto größer sind die Chancen bei der Partnerwahl. Rothühner (Alectoris rufa), eine hauptsächlich in Südeuropa vorkommende Rebhuhnart, verfügen über ein markantes und komplexes Muster ihrer Halsfedern. Sind die Tiere besonders gut genährt und gesund, ist es besonders ausgeprägt. Potentielle Partner lassen sich dadurch leichter beeindrucken.

Spanische Wissenschaftler analysierten das Federkleid der Vögel und kamen zu dem Ergebnis, dass es wichtige Informationen für Artgenossen bereithalte. Bislang hatten Forscher vor allem Eigenschaften wie Farbe oder die Größe von Farbflächen untersucht.

Während der Balz im Frühjahr finden zwischen männlichen Rothühnern Rivalenkämpfe statt, die recht heftig ausfallen und einige Federn kosten können.

Kraniche

Der Kranich (Grus grus) wird auch Eurasischer Kranich oder Grauer Kranich genannt. In Nord- und Mitteleuropa ist er der einzige Vertreter aus der Familie der Kraniche (Gruidae).

Merkmale

Beim Kranich handelt es sich um einen Schreitvogel. So ist er mit einem langen Hals und langen Beinen ausgestattet. Als typisches Merkmal dieser Vogelart gelten die federlose rote Kopfplatte sowie die schwarz-weiße Kopf- und Halszeichnung.

Der schlanke Schnabel des Kranichs erreicht eine Länge von mehr als zehn Zentimetern. Das Gefieder ist zumeist hellgrau gefärbt mit verschiedenen Abstufungen.

Armschwingen und Schwanz weisen eine schwarze Färbung auf. Die Höhe des Kranichs schwankt zwischen 1,10 und 1,30 Meter, wobei die Männchen etwas größer werden als die Weibchen. Die Spannweite der Flügel liegt zwischen 220 und 245 Zentimetern.

Lebensraum

Als Brutgebiete des Kranichs gelten Nordosteuropa und Nordasien. So siedelt der Schreitvogel in Skandinavien und Finnland, aber auch in mitteleuropäischen Ländern wie Deutschland, Polen und der Tschechischen Republik.

In Osteuropa findet man den Kranich vor allem im Baltikum, Weißrussland und der Nordukraine. Eher dünn von ihm besiedelt sind Ostsibirien und der Ferne Osten. Darüber hinaus gibt es Kranichvorkommen in

Am liebsten lebt der Kranich in feuchten Gegenden wie

  • Feuchtwiesen
  • Seerändern
  • Mooren
  • Sumpfgebieten und
  • Bruchwäldern.

Für ihre Suche nach Nahrung begeben sich die Schreitvögel auf Felder, Wiesen und Hecken sowie an Seeufer.

Am liebsten leben Kraniche in feuchten Gebieten wie Mooren und Sumpfgebieten
Am liebsten leben Kraniche in feuchten Gebieten wie Mooren und Sumpfgebieten

Nahrung

Kraniche ernähren sich sowohl pflanzlich als auch tierisch. So stehen auf ihrem Speiseplan einerseits

  • kleine Säugetiere
  • Fische
  • Schnecken
  • Frösche
  • Reptilien
  • Würmer sowie
  • Insekten

und andererseits

Auf der Suche nach Insekten und Nagetieren schreitet der Kranich größere Bereiche mit tiefgreifenden Schritten ab und pickt seine Beute gezielt mit dem Schnabel auf.

Nebel macht Kraniche orientierungslos - sie fliegen gegen Hauswände

Auf ihrem Flug in ihre Sommerquartiere hat dichter Nebel im Thüringer Waldgebiet Hainich unzählige Kraniche orientierungslos gemacht, sodass einige Vögel gegen Hauswände prallten oder erschöpft auf Straßen landeten und von Autos überrollt wurden.

Laut der Vogelschutzwarte Seebach sind bislang mindestens 10 Kraniche gestorben, wobei diese Zahl in den nächsten Tagen sicherlich noch nach oben korrigiert werden muss. Wegen des schönen Wetters sind die wilden Tiere aus den südlichen Winterquartieren gestartet und schließlich von der Kaltluft in Thüringen überrascht worden.

Die nassen Straßen verwechselten sie zudem mit ähnlich glänzenden Seen oder Teichen, was vielen Kranichen schließlich zum Verhängnis wurde.

Kaum Nachwuchs bei Kranichen – Schuld ist die veränderte Landwirtschaft

Die vorpommersche Boddenlandschaft wirkt wie ein Magnet auf Kraniche. Auf ihrem Flug von Skandinavien in den Süden ziehen jährlich rund 300.000 der imposanten Vögel in einer schmalen Schneise über Deutschland hinweg. Die Rast im flachen Küstengewässer ist für sie überlebenswichtig. Dieses Jahr meldet das Kranich-Informationszentrum einen dramatischen Rückgang der Jungtiere.

Während die Schutzbemühungen bisher für einen erfreulichen Zuwachs der Population gesorgt haben, beobachten die Vogelschützer aktuell wieder einen Mangel an Nachwuchs. Nur fünf Prozent der rastenden Tiere sei in diesem Jahr geschlüpft. Für eine erfolgreiche Reproduktion seien zehn Prozent notwendig.

Als Ursachen nennen die Experten das Frühjahrshochwasser und die Veränderungen in der Landwirtschaft. Vor allem der massenhafte Anbau von Mais und Raps bedränge die Brutplätze der Kraniche. Den Vögeln fehle es an Brachflächen, auf denen sie Futter suchen und ihre Jungen aufziehen könnten.

Kuckucksvögel

Die Ordnung der Kuckucksvögel (Cuculiformes) umfasst insgesamt 140 Arten. Davon sind über 50 Arten Brutparasiten.

Die einzige Familie innerhalb der Ordnung der Kuckucksvögel bilden die Kuckucke (Cuculidae). Vertreter der Kuckucksvogel sind u.a.

  • der Häherkuckuck
  • der Wegekuckuck
  • der Guirakuckuck und
  • der Fratzenkuckuck.

Merkmale

Kuckucksvögel sind zumeist mittelgroß. Je nach Art erreichen sie eine Länge zwischen 14 und 70 Zentimetern.

Zu den typischen Merkmalen der Kuckucke zählen ihre gestuften Schwanzfedern sowie ihre recht kurzen Flügel. Auch der Schnabel fällt kurz und schlank aus.

Die Farbe der meisten Kuckucksvögel ist braun, grau oder oliv. Von den Farben wird in der Regel ein grobes Muster an Flecken und Streifen gebildet.

Manche Arten weisen auch ein glänzendes Schwarz auf. Nur selten findet man bei Kuckucken bunte Farben vor. Ein weiteres Markenzeichen des Kuckucks sind die wohlklingenden Laute, die er von sich gibt.

Die gestuften Schwanzfedern als typisches Merkmal des Kuckucks
Die gestuften Schwanzfedern als typisches Merkmal des Kuckucks

Lebensraum

Kuckucke findet man fast auf allen Kontinenten. Nur die Antarktis, die Tundra, die Wüsten Vorderasiens und Nordafrikas sowie einige Ozeaninseln gehören nicht zu ihrem Lebensraum. Am liebsten halten sie sich in Gebüschen und Wäldern auf.

Nahrung

Zur bevorzugten Nahrung der Kuckucksvögel zählen Insekten sowie deren Larven und kleine Wirbeltiere. Einige Kuckucksarten ernähren sich aber auch von Früchten.

Wie schafft es der Kuckuck seine Eier in fremde Nester zu legen?

Der Kuckuck ähnelt dem Habicht, den kleinere Vögel fürchten

Wir alle wissen, dass der Kuckuck seine Eier in fremde Nester zum Brüten legt, was ihm dadurch viel Mühe und Zeit erspart. Doch wie schafft es eigentlich der Kuckuck, dass er seine Eier unbemerkt in die Nester von beispielsweise Blaumeisen und Sumpfrohrsängern zu legen?

Ähnlichkeit mit Raubvogel

Jetzt haben britische Wissenschaftler festgestellt, dass es wohl an dem Aussehen des Kuckuck liegt, der einem Habicht ähnelt. So haben beide Vogelarten auf dem Unterleib ein Streifenmuster. Wenn also die anderen Tiere einen Raubvogel erkennen, so meiden sie natürlich dessen Nähe. Und dies macht sich also auch der Kuckuck zu Nutze, so dass er ungehindert seine Eier in fremde Nester ablegen kann.

Experimente mit Vögeln

Die Wissenschaftler machten nun verschiedene Experimente, indem sie Vogelmodelle des Kuckuck herstellten und diese in der Nähe von den Nestern der Sumpfrohrsänger aufstellten, die dann sich fern hielten. anach wurde das Streifenmuster auf der Unterseite der Modelle abgedeckt und die Angst der anderen Vögel verschwand und sie griffen die Vogelmodelle auch an.

Die Wissenschaftler vermuten, dass im Laufe der Evolution sich das Aussehen des Kuckuck dem des Habicht geähnelt hat, so dass er dadurch in der Lage ist, seine Eier in fremde Nester zu legen.

Immer weniger Kuckucke in Großbritannien: Forscher suchen den Grund für das Kuckuckssterben

Offenbar spielt es für das Kuckuckssterben eine Rolle, welche Flugroute die Tiere gen Süden nehmen

Der Kuckuck ist in Europa gern zuhause, doch in den letzten Jahren sind die Bestände in Großbritannien stark zurückgegangen. Der Grund war lange völlig unklar, doch nun haben Ornithologen eine mögliche Erklärung ausfindig machen können. Kuckucke verweilen nicht dauerhaft in Europa, sondern fliegen in den Wintermonaten gen Süden. Offenbar spielt es für das Kuckuckssterben eine Rolle, welche Flugroute die Tiere dabei nehmen, so britische Ornithologen.

Zwei Reiserouten gen Süden

Am ehesten sterben unerwarteter Weise die Vögel, die südlich der Sahara den Winter verbringen wollen und dafür eine kurze Reiseroute wählen. Nachgewiesen wurde dies durch insgesamt 42 Vögel, die vor ihrem Abflug von den Forschern einen Sender bekommen hatten. Durch diesen war es möglich, die Tiere bei ihren Flügen zu verfolgen. Insgesamt wurden sie über die Jahre 2011 bis 2014 überwacht. Es zeigten sich zwei Reiserouten:

  1. Manche Tiere flogen von den britischen Inseln gen Westen über Spanien, dann über das Mittelmeer und schließlich bis südlich der Sahara.
  2. Die anderen Tiere wählten einen östlichen Weg über Italien.

Da ihr Reiseziel auch südlich der Sahara lag, war ihr Flug insgesamt länger. Dennoch überlebten diese Vögel die Reise deutlich häufiger.

Klimawandel und Flächenbrände

Doch warum stirbt ein Kuckuck eher bei der westlichen Flugroute? Die Ornithologen vermuten, dass die vermehrten Flächenbrände in Spanien mit dem Kuckuckssterben im Zusammenhang stehen. Die Tiere verenden in den Flammen und kehren folglich auch nicht zur Brutzeit zurück.

Der Naturschutzbund Nabu berichtet außerdem darüber, dass der Kuckuck offenbar Probleme mit dem Klimawandel hat. Durch diesen legen viele Vogelarten ihre Eier früher, der Kuckuck aber hat seine Eiablage nicht verändert und kommt erst Mitte April aus dem Süden zurück. Dann ist es oft zu spät, die eigenen Eier in das Nest anderer Vögel zu legen. Auch das dürfte zum Kuckuckssterben beitragen.

Laufvögel

Spricht man von Laufvögeln (Struthioniformes) sind damit flugunfähige Vogelarten gemeint. So verfügen sie zwar über vogeltypische Merkmale wie Federn und Flügel, können jedoch aufgrund ihrer schwach entwickelten Brustmuskulatur sowie ihres Gewichts nicht fliegen. Die bekanntesten Laufvogelarten sind der Emu, der Kiwi und der Strauß.

Emus

Zu den drei großen Laufvogelarten gehören auch die Emus (Dromaiidae). Einzige noch überlebende Emu-Art ist der Große Emu (Dromaius novaehollandiae). Er ist auf dem australischen Kontinent beheimatet und erreicht eine Größe zwischen 1,50 Meter und 1,90 Meter.

Sein Gewicht schwankt im Durchschnitt zwischen 30 und 45 Kilogramm. Ein typisches Merkmal der Emus sind die spärliche Befiederung von Kopf und Hals sowie ihr aufblasbarer Kehlsack. Ihr Gesicht weist eine blau-schwarze Färbung auf.

Lebensraum

Die Emus sind fast auf dem gesamten australischen Kontinent verbreitet. Nur im dicht bewaldeten Nordaustralien und an der besiedelten Ostküste trifft man sie selten an.

Als Lebensräume dienen dem Großen Emu

  • Heideland
  • Eukalyptuswälder und
  • offene Pflanzungen.

Trockene Ebenen oder Wüsten sucht er dagegen nur nach starken Regenfällen auf, weil das Nahrungsangebot dann reichhaltiger ist.

Emus - die großen Laufvögel sind in Australien beheimatet
Emus - die großen Laufvögel sind in Australien beheimatet
Nahrung

Bei Emus handelt es sich um Pflanzenfresser, die neben einheimischen Pflanzen auch aus Europa eingeführte Exemplare bevorzugen. Jüngere Tiere fressen neben Pflanzen aber auch Heuschrecken und Raupen. Dagegen stehen bei älteren Emus vor allem

  • frisches Gras
  • Früchte
  • Beeren
  • Pflanzenschösslinge
  • Kräuter
  • Blüten und
  • Samen

auf dem Speiseplan. Die Zusammensetzung der Nahrung hängt allerdings auch von der jeweiligen Jahreszeit ab. So werden im Winter vorwiegend Samen und Blätter verzehrt.

Kiwi

Eine auf Neuseeland beheimatete Laufvogelart sind die Kiwis (Apteryx), auch Schnepfenstrauße genannt. Ihre Gattung ist die einzige aus der Familie der Apterygidae und umfasst nur wenige Arten. Dazu gehören

  • der Zwergkiwi
  • der Okarito-Streifenkiwi
  • der Südliche Streifenkiwi
  • der Nördliche Streifenkiwi und
  • der Haastkiwi.
Merkmale

Die Kiwis stellen die kleinste aller Laufvogelarten dar. Aber auch biologisch unterscheiden sie sich deutlich von anderen Laufvögeln. Kiwis werden durchschnittlich bis zu 35 Zentimeter groß, 35 – 65 Zentimeter lang und erreichen ein Gewicht zwischen 1 und 5 Kilogramm, wobei die Weibchen meist größer und schwerer als die Männchen sind.

Zu den typischen Merkmalen der Kiwis gehört ihr braunes Federkleid, das wie eine Behaarung aussieht. Ihre kleinen Flügel sind vier bis fünf Zentimeter lang. Fliegen können die Kiwis damit jedoch nicht.

Außerdem haben die Laufvögel keinen Schwanz. Die Form ihres Körpers ist ungewöhnlich oval, wozu auch die weit hinten stehenden Beine beitragen.

Dank ihrer kräftigen Beine können die Kiwis schnell laufen. Der kleine Kopf der Laufvögel ist mit einem langen, nach unten gebogenen, Schnabel ausgestattet.

Kiwis sind die kleinsten Laufvögel
Kiwis sind die kleinsten Laufvögel
Lebensraum

Kiwis findet man auf allen drei großen Inseln von Neuseeland. Aber auch auf den vielen kleinen Inseln vor Neuseeland gibt es zahlreiche Kiwis.

Zu ihrem bevorzugten Lebensraum gehören offene Gelände mit Sträuchern. Wichtig für die Vögel sind hohe Feuchtigkeit sowie ein humusreicher Boden.

Ernährung

Grundsätzlich handelt es sich bei Kiwis um Allesfresser. Am liebsten verzehren sie jedoch wirbellose Tiere wie

  • Insektenlarven
  • Regenwürmer und
  • Tausendfüßer, die sie im Erdreich finden.

Mitunter lesen die Laufvögel auch Früchte vom Boden auf.

DNA-Analyse deckt Verwandtschaft zwischen Kiwi und Elefantenvogel auf

Obwohl die Größe und das Aussehen zwischen dem kleinen neuseeländischen Vogel und dem riesigen, ausgestorbenen afrikanischen Laufvogel stark variiert, gaben Forscher in „Science“ bekannt, dass der Elefantenvogel aus Madagaskar ein Vorfahre des maximal fünf Kilogramm „leichten“ Kiwis ist.

Diese konnten ein Gewicht von bis zu 275 Kilogramm erreichen und bis zu drei Metern groß werden. Kiwis erreichen hingegen maximal eine Größe von 35 Zentimetern.

Während die Wissenschaft zunächst annahm, dass Elefantenvögel besonders eng mit Straußen verwandt sind, deckten Untersuchen am Erbgut an der „University of Adelaide“ auf, dass Kiwis und Elefantenvögel Parallelen in puncto DNA-Analyse zeigen.

Aus den Forschungsergebnissen geht hervor, dass die Vorfahren beider Vögel vermutlich große Entfernungen zurücklegt haben – als fliegende Ahnen. Dies würde die große Distanz zwischen Neuseeland und Afrika erklären.

Strauß

Größter Laufvogel und damit zugleich größter Vogel überhaupt auf der Welt ist der Strauß. Da er in vielen Regionen ausgerottet wurde, lebt er heutzutage nur noch in Afrika.

Merkmale

Der Strauß kann eine Höhe von bis zu 2,50 Meter sowie ein Gewicht bis zu 135 Kilogramm erreichen. Die Weibchen werden allerdings nur maximal 1,75 bis 1,90 Meter groß und 90 – 100 Kilogramm schwer.

Typische Merkmale der männlichen Straußen sind ihr schwarzes Federkleid und ihr langer Hals. Das Gefieder der Weibchen ist dagegen erdbraun.

Obwohl die Straußen über recht große Flügel verfügen, können auch sie nicht damit fliegen, weil sie dazu viel zu schwer sind. Mit seinen langen Beinen ist der Strauß imstande, beim Laufen Höchstgeschwindigkeiten bis zu 70 km/h zu erreichen.

Der Strauß ist der größte Vogel überhaupt
Der Strauß ist der größte Vogel überhaupt
Lebensraum

Besonders verbreitet ist der Strauß in Ostafrika und Südafrika. Dagegen ist er nördlich der Sahara, sowie in Westasien und auf der arabischen Halbinsel ausgestorben. Als Lebensraum dienen den Laufvögeln Wüsten und Savannen.

Am liebsten halten die Straußen sich in Landschaften mit kurzem Gras auf. Gefährlichste Feinde der Vögel sind Leoparden und Löwen.

Nahrung

Die Ernährung der Straußen besteht vorwiegend aus Pflanzen. Doch auch Insekten wie Heuschrecken und Raupen sowie andere Kleintiere werden von ihnen nicht verschmäht. Am liebsten verzehren die Laufvögel allerdings

  • Körner
  • Blätter
  • Kräuter
  • Gräser
  • Früchte und
  • Blüten.

Dabei wird die Nahrung vom Boden aufgepickt. Außerdem schlucken die Straußen auch kleine Steine und Sand, was der Zerkleinerung der Nahrung dient.

Die Straußeneier als größte Eier

Papageien und Kakadus

Von den Papageien wird die Ordnung der Papageienvögel (Psittaciformes) gebildet. Man unterscheidet zwischen den Eigentlichen Papageien und den Kakadus. Sie gelten als beliebte Haustiere. Insgesamt gibt es ca. 350 Arten und 850 Unterarten.

Eigentliche Papageien

Die Eigentlichen Papageien (Psittacidae) haben den größten Anteil an den Papageienarten. So rechnet man ihnen sämtliche Arten dieser Familie mit Ausnahme der Kakadus zu.

Merkmale
Papageie sind meist sehr farbenprächtige Vögel
Papageie sind meist sehr farbenprächtige Vögel

Von den Kakadus unterscheiden sich die Eigentlichen Papageien darin, dass ihnen die für Kakadus typische Haube fehlt. Viele Papageien können aber ihre Nackenhaare aufstellen.

Die Farbe ihrer Federn ist sehr unterschiedlich. So gibt es sowohl einfarbige als auch bunte und farbenprächtige Exemplare. Zu den typischen Federfarben zählen gelb, rot, grün und blau.

Papageien gehören zu den intelligentesten Vogelarten und gelten als sprachgelehrig. Besonders begabte Arten sind der Graupapagei, der Amazonenpapagei und der Ara. Grundlage ihrer Sprachfähigkeit sind Bewegungen mit der Zunge.

Lebensraum

Abgesehen von Europa und der Antarktis, sind Papageien auf allen anderen Kontinenten der Erde beheimatet. Besonders verbreitet sind die bunten Vögel in tropischen und subtropischen Gebieten.

Als Lebensräume dienen den Papageien sowohl alpine Bergwälder als auch tropische Regenwälder. Einige Arten, wie der Klippensittich, bevorzugen auch die Küste des Meeres als Lebensgebiet.

Nahrung

In erster Linie ernähren sich Papageien von Pflanzenkost. Dazu gehören vor allem

  • Früchte
  • Blätter
  • Blüten
  • Wurzeln
  • Samen und
  • Rinden.

Aber auch tierische Beilagen in Form von Insekten stehen oft auf dem Speiseplan.

Als ungewöhnlich gilt die Ernährung der Loris. So fressen diese bevorzugt weiche Früchte, Nektar und Pollen.

Papageien flogen mehr als 3.000 Meter hoch über die Anden, um sich auszubreiten

Papagein flogen über die Anden um ihren Lebensraum zu erweitern

Wissenschaftler haben jetzt mittels Genanalysen herausgefunden, dass Vögel auch eine lebensbedrohende Umwelt für die Gewinnung neuen Lebensraumes überwinden. In diesem Fall beim südamerikanischen Felsensittich, der auf beiden Seiten der Anden auf dem Kontinents lebt. Die Berge durchziehen auf einer Länge von über 7.500 Kilometer Südamerika und sind damit die längste Gebirgskette der Welt.

Erbgut von Felsensittichen aus Chile und Argentinien untersucht

Diesen Husarenritt über hohe Berg meisterten die Papageien vor 120.000 Jahren. Mit einer Größe von nur knapp 50 Zentimetern eine enorme Leistung. Die Felsensittiche benötigen einen ganz bestimmten und seltenen Lebensraum. Sie nisten an Kalksandsteinfelsen in Höhlen, die es nur vereinzelt dort gibt. Als sie sich vermehrten, mussten sie demnach ihren Lebensraum jenseits der Berge erweitern.

An mehr als 60 Brutplätzen in Chile und Argentinien trugen die Wissenschaftler das Federkleid der Vögel zusammen und analysierten deren DNA. Das Erbgut zeigte dann eindeutig die Abstammung der Sittiche voneinander beiderseits der Anden. Eine davon schaffte es sogar von Chile bis zum Atlantik in Argentinien.

Papageien, Sperlingsvögel und Falken enger verwandt als bisher vermutet

Forscher der Universität Münster deckten bisher unbekannte Verwandtschaften zwischen Vögeln auf

Zwei Papageien, Pfirsichköpfchen, auf einem Ast
Pair of lovebirds agapornis-fischeri isolated on white © Dmitry Pichugin - www.fotolia.de

Weder der Specht noch der Kuckuck, sondern der Papagei ist eng mit den Sperlingsvögeln verwandt. Dies war lange Zeit unbekannt. Jetzt fanden Forscher die enge Beziehung zwischen den beiden Vogelarten heraus.

Alexander Suh, Doktorand vom Zentrum der Molekularbiologie der Entzündung (ZMBE) der Universität Münster, zeigt sich begeistert. Man habe einen der kontroversesten Teile des Stammbaums der Vögel entschlüsselt, erklärt Suh. Außerdem, so der Wissenschaftler, sei bereits der gemeinsame Urahn von Papageien und Sperlingsvögeln im Zeitalter der Dinosaurier fähig gewesen, Gesang zu erlernen. 30 Millionen Jahre früher als bisher vermutet.

Die genetischen Zeitzeugen der Evolution

Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Studie beweist zudem, dass auch Falken nahe mit Papageien und Sperlingsvögeln verwandt sind, und zwar näher als mit Bussarden, Adlern und anderen Greifvögeln.

Auf die richtige Fährte haben die Forscher sogenannte "springende Gene" gebracht. Diese speziellen Gene kopieren sich permanent selbst und sind seit vielen Jahrmillionen in nahezu allen vielzelligen Organismen aktiv. Sie dienen als eine Art Marker. Wissenschaftler bezeichnen diese Gene als "molekulare Fossilien" in der Erbsubstanz. Sie sind damit "Zeitzeugen" der Evolution.

Kakadus

Die zweite Papageienvogelart wird von den Kakadus (Cacatuidae) gebildet. Man findet sie in unterschiedlichen Lebensräumen. Insgesamt gibt es 21 verschiedene Arten an Kakadus.

Merkmale

Ein typisches Merkmal der Kakadus ist ihre Federhaube. Diese kann entweder flach oder weit gesträubt sein, was vom Erregungszustand des Vogels abhängt.

Durchschnittlich werden Kakadus größer als die Eigentlichen Papageien. So erreichen sie eine Länge zwischen 30 und 66 Zentimetern. Dafür ist ihr Federkleid weniger bunt.

So weisen sie eine Grundfärbung von weiß, schwarz oder grau auf. Ein weiteres Erkennungsmerkmal der Kakadus ist ihr kräftiger Hakenschnabel.

Die Federhaube als typisches Beispiel der Kakadus
Die Federhaube als typisches Beispiel der Kakadus
Lebensraum

Im Unterschied zu den anderen Papageienarten sind die Kakadus weniger verbreitet. So zählt zu ihrem natürlichen Lebensraum das Gebiet zwischen den Philippinen und dem australischen Tasmanien.

Allerdings siedelten sich einige Kakaduarten als Gefangenschaftsflüchtlinge im Laufe der Zeit auch außerhalb ihres natürlichen Lebensraums an. Zum Beispiel findet man sie in Neuseeland, Palau, Hong Kong und Singapur.

Zu den bevorzugten Gebieten der Kakadus zählt offenes Grasland mit wenigen Bäumen. Aber auch

  • tropische bzw. subtropische Regenwälder
  • alpine Wälder
  • Galeriewälder
  • Mangroven und sogar
  • Städte

werden von ihnen besiedelt. In Australien sind die Kakadus allerdings nicht sehr beliebt, da sie dort als Schädlinge für Getreidefelder gelten.

Ernährung

Kakadus ernähren sich am liebsten von Früchten und Samen. Manche Arten, wie beispielsweise der Nasenkakadu, bevorzugen aber auch Pflanzenteile und Wurzeln oder Insektenlarven, wie der Gelbohr-Rabenkakadu.

Goffin-Kakadus können ökonomische Entscheidungen treffen

In den 70er Jahren stellten Forscher die Geduld von drei- bis fünfjährigen im berühmten Stanford Marshmallow Experiment auf die Probe. Dieses Experiment sollte zu Tage bringen, ob Kinder zu ökonomischen Entscheidungen in der Lage sind. Diese Art von Experiment führen Forscher mittlerweile auch bei Tieren aus.

So zeigten sich bereits Affen, Rabenvögeln und Hunde fähig, ökologische Entscheidungen fällen zu können. Bei diesen Experimenten geht es darum, auf einen sofortigen Gewinn verzichten zu können in dem Wissen, wenige Minuten später einen noch größeren Gewinn einzufahren.

Forscher der Uni Wien arbeiten schon seit geraumer Zeit mit Goffin-Kakadus zusammen. So zeigte der Kakadu Figaro seine Denkfähigkeiten, als er sich aus Holzspänen Werkzeuge bastelte um damit Nüsse von der anderen Seite des Gitters zu sich ziehen zu können.

Das Forscher Team um Alice Auersperg veröffentlichte nun die Ergebnisse eines neuen Experiments im Fachmagazin Biology Letters. Die Vögel bekamen einen Leckerbissen, den sie, wie es ihre Eigenart ist, in den Schnabel nahmen. Wenn sie ihn länger als eine Minute im Schnabel hielten, ohne ihn zu essen, bekamen sie eine noch größere Portion oder einen ihnen lieberen Leckerbissen. Dabei stellte sich auch heraus, dass sie eher sofort in die Nuss bissen, wenn sie gegen eine größere Portion eintauschen konnten, allerdings bis zu 80 Sekunden warteten, wenn sie die Nuss gegen eine ihnen liebere eintauschen konnten. Diese Zeitspanne ist zwar im Vergleich zu Rabenvögeln gering, jedoch haben die Papageien auch eine Besonderheit.

Im Gegensatz zu Raben oder Krähen horten die Goffin- Kakadus ihr Essen nicht sondern vertilgen es sofort. Laut Auersperg sei es vergleichbar mit einem Kind, dem man einen Keks in den Mund legt und es auffordert, eine Minute lang nicht daran zu knabbern, wenn es gegen ein Stück Schokolade eintauschen möchte.

Pinguine

Bei den Pinguinen (Spheniscidae) handelt es sich um die einzige Familie der Ordnung der Pinguine (Sphenisciformes). Zu ihren besonderen Eigenschaften gehört die Anpassung an extrem kalte Klimazonen. Verschiedene Pinguinarten sind

  • der Großpinguin
  • der Zwergpinguin
  • der Langschwanzpinguin
  • der Gelbaugenpinguin
  • der Brillenpinguin und
  • der Schopfpinguin.
Die Kaiserpinguine als elegante Taucher
Die Kaiserpinguine als elegante Taucher

Merkmale

Für die Pinguinkücken ist es am Anfang ein harter Überlebenskampf
Für die Pinguinkücken ist es am Anfang ein harter Überlebenskampf

Pinguine sind flugunfähige Seevögel. Ihre Größe schwankt zwischen 30 Zentimetern beim Zwergpinguin und 1,20 Meter beim Kaiserpinguin. Zu den typischen Merkmalen der Pinguine gehören ihr stämmiger, stromlinienförmiger Körper sowie ihre Flügel, die als kräftige Flossen dienen.

Auffällig sind auch die blauschwarze Färbung des Gefieders auf ihrer Rückseite und die weiße Farbe auf der Bauchseite. Kopfpinguine verfügen zudem über einen orangegelben Kopfschmuck.

Da die Augen der Pinguine auf scharfes Sehen unter Wasser spezialisiert sind, leiden sie an Land unter leichter Kurzsichtigkeit. Mithilfe von trompetenartigen Rufen und lautem Schnarren kommunizieren die Seevögel miteinander.

Besonders bemerkenswert an den Pinguinen ist ihre Anpassung an extreme Klimabedingungen. Vor Wärmeverlust werden die Vögel von einer zwei bis drei Zentimeter dicken Fettschicht geschützt. Über dieser Schicht liegen drei wasserdichte Schichten von kurzen Federn, die sich über den gesamten Körper verteilen.

So gibt es bei Pinguinen im Unterschied zu anderen Vogelarten keinerlei Hautregionen, an denen sich keine Federn befinden. In ihren Beinen und Flossen verfügen die Seevögel über gut ausgeprägte Wärmeüberträger. So gibt das arterielle Blut, welches in diese Gliedmaßen einströmt, seine Wärme größtenteils an das zurückströmende und kühlere Venenblut ab, was die Minimierung von Wärmeverlusten bewirkt.

Lebensraum

Zu finden sind die Pinguine in der südlichen Hemisphäre des Planeten. So leben sie

  • an der Küste der Antarktis
  • auf den Falkland-Inseln
  • den Galapagos-Inseln
  • in Peru
  • in Südaustralien
  • Neuseeland
  • auf den Pinguin-Inseln vor Namibia sowie
  • in Südangola und
  • in Südafrika.

In tropischen Gebieten findet man Pinguine nur, wenn dort Kaltwasserströmungen vorhanden sind, wie zum Beispiel der Benguela-Strom in Südafrika und der Humboldt-Strom in Südamerika. Die meisten Pinguine findet man im Gebiet der Antarktis.

Als Lebensraum dient den Seevögeln das offene Meer. An Land begeben sie sich nur zum Brüten und zum Wechseln der Federn.

Pinguine bevorzugen kalte Temperaturen sowie kaltes Wasser
Pinguine bevorzugen kalte Temperaturen sowie kaltes Wasser

Nahrung

Die Ernährung der Pinguine besteht vor allem aus Fischen. Dazu gehören zum Beispiel

  • Sardinen
  • Sardellen und
  • der Antarktische Silberfisch.

Darüber hinaus verzehren sie auch kleine Tintenfische und Krebstiere, die sie unter Wasser verschlucken. Der Wasserbedarf kann von den Pinguinen auch aus dem Meer gedeckt werden. So sind sie in der Lage, überschüssiges Salz mithilfe von speziellen Salzdrüsen wieder aus dem Körper auszuscheiden.

Touristen nerven Pinguine: Immer mehr Vögel leiden unter Stress

Seit immer mehr touristische Fahrten in die Antarktis stattfinden, leiden auch immer mehr Pinguine in der Region unter Stress. Auch die steigende Anzahl wissenschaftlicher Forschungsprojekte in der Antarktis macht den gefiederten Bewohnern zu schaffen, die nicht an menschlichen Kontakt gewöhnt sind. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler der Universität Lausanne, die Königspinguine auf der bewohnten Insel Possession im Crozet-Archipel zwei Monate lang beobachteten.

Sie wählten dazu zwei Gruppen aus - eine, die fast täglich mit Menschen in Berührung kam und eine, die aus einer Pinguinkolonie ohne menschlichen Kontakt stammte. Beide Gruppen sollten kleine Pinguinküken versorgen und wurden dabei von den Wissenschaftlern milden Stressfaktoren ausgesetzt, z.B. Touristen, die sich bis auf zehn Meter näherten, laut knallende Stangen und sogar das Einfangen durch Forscher.

Wenig überraschend: Die an Menschen gewöhnten Pinguine reagierten wesentlich entspannter auf die Störungen als ihre in der Wildnis lebenden Kollegen und beruhigten sich auch viel schneller wieder. Die Wissenschaftler befürchten, dass in der bislang unberührten Antarktis, in die nun immer mehr Touristen und Forscher vordringen, bislang unbehelligte Pinguinkolonien mit Stress auf die neuen Störungen reagieren und so die Entwicklung der Artenvielfalt negativ beeinflussen.

Pinguine: Kameras entlarven Jagdverhalten

Adeliepinguine leben in der Antarktis in großen Kolonien von bis zu 500.000 Tieren. Sie ernähren sich von Krustentieren und kleinen Fischen. Bei der Suche nach Beute können sie bis zu 170 Meter tief tauchen. Japanische Biologen haben 14 Adeliepinguine mit Kameras und Beschleunigungssensoren ausgestattet, um die Vögel bei ihrer Jagd zu begleiten.

Dabei stellten sie fest, dass die Tiere sehr erfolgreich bei der Nahrungssuche waren. So fing ein Pinguin in rund 90 Minuten 244 Kleinkrebse, ein anderer erwischte in 78 Minuten 33 Antarktisdorsche. Trafen sie auf einen Krill-Schwarm, schnappten sie von unten kommend bis zu zwei der Kleinkrebse in einer Sekunde.

Die Kombination von Kameras und Beschleunigungssensoren ermöglichte es erstmals, die genaue Fangmenge bei einem Beutezug zu erfassen.

Möwen

Möwen (Laridae) werden der Ordnung der Regenpfeiferartigen (Charadriiformes) zugerechnet. Insgesamt besteht die Familie aus rund 55 Arten.

Merkmale

Zu erkennen sind die großen bis mittelgroßen Möwen an ihren langen, schmalen Flügeln sowie ihrem schlanken Schnabel. Das Gefieder der Vögel weist eine weiß-graue Farbe auf, wobei an Flügeln, Kopf und Rücken eine schwarze Färbung besteht.

Die Möwenmännchen sind ein wenig größer als die Möwenweibchen. Die ausgezeichneten Segelflieger können ein Lebensalter bis zu 30 Jahren erreichen. Ein weiteres Markenzeichen der Möwen sind ihre lautstarken Schreie.

Lebensraum

Möwen findet man fast auf der ganzen Welt. Besonders häufig kommen sie in den gemäßigten und kalten Klimazonen vor. Als bevorzugter Lebensraum dient den Regenpfeiferartigen die Küste, wenngleich einige Arten auch im Binnenland an größeren Gewässern brüten, wie zum Beispiel die Lachmöwe. Manche Arten, wie die Dreizehenmöwe, halten sich den größten Teil des Jahres auf hoher See auf.

Ernährung

Möwen gelten als Allesfresser. So können sie sich neben lebender Nahrung auch von Aas oder Abfällen ernähren. Am liebsten verzehren die Vögel jedoch

  • Fische
  • Weichtiere
  • Stachelhäuter oder
  • Krebstiere.

Größere Arten, wie die Mantelmöwe, betätigen sich auch als Nesträuber, während kleinere Arten, wie die Lachmöwe, sich mit Würmern und Insekten begnügen. Ihren Flüssigkeitsbedarf können die Vögel mit Meerwasser decken. So sind sie imstande, das überflüssige Salz in Salzdrüsen anzusammeln und über die Nasenlöcher wieder aus dem Körper auszuscheiden.

Seevögel leben bis ins hohe Alter ohne Beschwerden

Leuchtturm auf Wiese unter blauem Himmel, davor fliegt Möwe
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Im Gegensatz zum Menschen bleiben einige Seevögel wie zum Beispiel die Dickschnabellummen, welche bis zu 30 Jahre alt werden, bis kurz vor ihrem Tod absolut fit.

Ein Forscherteam aus Kanada hat sich dies nun zunutze gemacht und anhand dieser Vögel neue Erkenntnisse über das Altern herausgefunden. Dazu beobachteten sie an der Küste von Hudson Bay in Kanada über einen Zeitraum von vier Jahren eine Vogelkolonie und registrierten sämtliche Daten. Sie maßen beispielsweise wie tief und lange sie nach Fischen tauchten, wie weit die Vögel flogen und wie viel Energie sie dafür verbrauchten.

Von den rund 75 beobachteten Dickschnabellummen verlor keines der Tiere innerhalb der vier Jahre an Energie und war am Ende der Studie genauso fit wie zuvor. Diese Erkenntnis ist laut den Forschern sensationell, da die Vögel mit ihren kleinen Flügeln extrem viel Kraft und Energie für die Unterwasserjagd sowie den normalen Flug aufwenden müssen.

Albatrosse sind Riesenvögel mit beeindruckenden Fähigkeiten

Wer einen Albatross an Land beobachtet, würde vermutlich niemals denken, dass es sich bei dem bis zu zwölf Kilogramm schweren, tollpatschigen Riesenvogel um ein Tier handelt, welches es in der Luft zu athletischen Höchstleistungen bringt und eine sehr große Ausdauer hat.

Bis zu 15.000 Kilometer weit können Albatrosse fliegen, ohne ein einziges Mal zwischenlanden zu müssen; dabei schlagen sie kaum mit den Flügeln – vielmehr gleiten sie wie ein Segelflugzeug durch die Luft.

Insgesamt gibt es 21 verschiedene Albatross-Arten. Die meisten der Vögel sind auf der Südhalbkugel zu finden, wo sie sich über den Meeren bewegen.

Mit dem Wind im Rücken zu neuem Schwung

Um diese extrem langen Strecken mit genügend Kraft zurücklegen zu können, bedienen sich die Albatrosse des Windes: sie fliegen zunächst in große Höhen, wo der Wind am stärksten bläst. Dort nehmen sie an Geschwindigkeit zu und gleiten dann hinab, knapp über das Meer. Brauchen sie neuen Schwung, begeben sie sich erneut nach oben.

Damit sie auf ihrem weiten Weg nicht verhungern, greifen die Vögel auf ein Fettdepot zurück, welches sie in einer besonderen Blase, dem so genannten Proventrikulus halten. Dies wird unter anderem auch als Nahrung für die Küken der Albatrosse verwendet.

Die Zeit, in der die Vögel Nachwuchs bekommen, ist im Übrigen so gut wie die einzige, in der sich Weibchen und Männchen treffen, ansonsten segeln die Riesen getrennt voneinander durch die Lüfte.

Pelikane

Der Pelikan (Pelicanus) zählt zu den Wasservögeln und gehört zur Ordnung der Ruderfüßer (Pelecaniformes). Man findet ihn auf fast allen Kontinenten.

Merkmale

Pelikane können eine Körperlänge bis zu 1,80 Meter erreichen. Als größtes Exemplar der Gattung gilt der Krauskopfpelikan mit einer Flügelspannweite von 3,45 Metern.

Mit einem Gewicht von 13 Kilogramm ist er einer der schwersten flugfähigen Vögel. Dagegen erreicht der Braune Pelikan lediglich ein Gewicht von 4 Kilogramm, womit er die kleinste Pelikanart bildet.

Der braune Pelikan ist die kleinste Pelikanart
Der braune Pelikan ist die kleinste Pelikanart

Typisches Erkennungsmerkmal der Pelikane ist ihr Schnabel. Dieser kann zwischen 25 und 47 Zentimeter lang werden und verfügt an der Unterseite über einen dehnbaren Kehlsack. Diesen Hautsack setzt der Wasservogel zum Fangen von Fischen ein.

Außerdem ist der Pelikan mit breiten und langen Flügeln ausgestattet, wodurch er zu einem ausgezeichneten Segler wird. So sind die Ruderfüßer imstande, 24 Stunden pausenlos zu fliegen und Höhen von mehr als 3.000 Metern zu erreichen. Vor dem Start muss der Pelikan allerdings erst einmal über das Wasser laufen und dabei mit den Flügeln schlagen.

Pelikane weisen eine weiße Farbe auf. An den Flügeln zeigen sich jedoch schwarze Bereiche. Lediglich der Braune Pelikan hat Braun als Grundfarbe.

Lebensraum

Als Lebensraum dienen den Pelikanen sowohl tropische, als auch subtropische und gemäßigte Klimazonen. In Europa findet man sie vor allem auf dem Balkan. Weitere Verbreitungsgebiete sind

  • das Kaspische Meer
  • das Asowsche Meer
  • die Wolga
  • Afrika
  • Asien
  • Australien sowie
  • Nord- und Mittelamerika.

Am liebsten halten sich die Pelikane an Flüssen oder großen Seen auf, da sie zumeist Süßwasser bevorzugen. Nur der Braunpelikan lebt ständig am Meer.

Ernährung

Pelikane ernähren sich fast immer von Fischen wie

  • Karpfen
  • Barschen oder
  • Bitterlingen.

Einige Arten, wie der Nashornpelikan, verspeisen aber auch Flusskrebse oder Schwanzlurche. Gelegentlich dienen ihnen sogar andere Vögel als Nahrungsquelle.

Wie die männlichen Kolibris um die Weibchen buhlen

Der Wissenschaftler Christopher Clark von der amerikanischen Yale Universität in New Haven hat sich mit dem Werbeverhalten der Kolibris beschäftigt. So versuchen einige Männchen mit akrobatischen Flugkünsten die Weibchen auf sich aufmerksam zu machen und dabei vibrieren die Schwanzfedern so stark, dass sie Töne verursachen, die wie eine Windharfe klingen. Dabei können diese Töne sogar noch lauter als der Zwitscher-Gesang sein.

Der Wissenschaftler hat nun die Schwanzfedern näher untersucht, um rauszufinden wie diese die Entstehung der Töne bewirken. Dies liegt an der Art, beziehungsweise Form der Schwanzfedern und besonders die Anordnung im Fächer ist entscheidend, so dass durch den Wind unterschiedliche Töne erzeugt werden. Auch besitzen manche Federn eine gewisse Elastizität, so dass im Zusammenspiel sogar noch unterschiedliche Akkorde möglich sind.

Kolibris schütteln sich wie nasse Hunde

Kolibris sind kleine Alleskönner. Sie können rückwärts und auf der Stelle fliegen. Außerdem sind sie in der Lage, ihr nasses Gefieder trocken zu schütteln. Dies ähnelt sehr den Bewegungen, die Hunde ausführen, um die Feuchtigkeit aus ihrem Fell zu bekommen.

Beobachtet haben die bunten Vögel die beiden Wissenschaftler Victor Ortega-Jimenez von der University of California in Berkeley und Robert Dudley vom Smithsonian Tropical Research Institute in Balboa, Panama. Für ihre Studie besprühten die Biologen drei männliche Annakolibris mit Wasser. Anschließend filmten sie das Trockenschütteln mit zwei Hochgeschwindigkeitskameras.

Die Bilder zeigten, dass die kleinen Vögel sich im Flug verdrehten und hin und her bewegten. Dabei verloren sie pro Sekunde annähernd 70 Tröpfchen. So reduzierten die Kolibris nicht nur ihr Gewicht, das das Fliegen erschwert, sondern auch ihr Volumen. Ihre Oberfläche verkleinert sich und sie kühlen dadurch nicht so schnell aus.

Kolibris trotzen dem Regen durch spezieller Flugstil

Die Kolibris können selbst bei heftigen Regenschauern von knapp 300 Millilitern pro Stunde kontrolliert fliegen, was unter anderem daran liegt, dass ihr Gefieder rund die Hälfte der Tropfen elastisch abfedert. Gleichzeitig können sie die Feuchtigkeit im wunderschönen Fell schon während des Fluges wieder ausschütteln.

Bei mittelerem Regen beobachteten die Foscher der University of California in Berkeley während eines Versuchs mit Kolibris im Glaskasten, dass die Auslenkung der Flügel zunahm und gleichzeitig die Flügelschschlagfrequenz sank. Eine weitere Besonderheit der Luftakrobaten sind auch ihre extrem biegsamen Federn, wodurch die Vögel ihre durchschnittliche Fluggeschwindigkeit um knapp 35 Prozent erhöhen können.

Gerade kleine Kolibris müssen auch bei widrigen Wetterbedingungen fliegen, da sie nun mal einen hohen Energieumsatz haben und dringend auf Nahrung angewiesen sind. Durch die Technik des Schüttelns in der Luft, um das Wasser loszuwerden, stellt somit auch heftiger Niederschlag kein Problem für die kleinen Kolibris da.

Vögel als Kunstflieger – Kolibiris

Kolibri an pinker Blüte
hummingbird © ktsdesign - www.fotolia.de

Wer hätte das gedacht: Kolibris brillieren als Kunstflieger! Nicht Adler, nicht die majestätischen Störche, oder andere beeindruckende Großvögel, nein es sind die kleinen Kolibris. Sie fliegen nicht nur bei Sonnenschein, sondern auch im dichten Regen. Und das Besondere: Sogar rückwärts können sie fliegen und das auch noch sehr schnell.

Wie die Forscher Nir Sapir und Robert Dudley von der University of California in Berkeley (USA) berichteten, dass für die Kolibris das Rückwärtsfliegen nicht anstrengender war, als das vorwärts gerichtete Fliegen. Im Gegenteil. Beim Rückwärtsfliegen sind sie sogar zwanzig Prozent effizienter als beim Vorwärtsschweben.

Allerdings hat das Rückwärtsfliegen seine Grenzen, bei einer Windstärke von 4,5 fliegen die Kolibris nicht mehr. Heftiger Regen jedoch macht ihnen nichts aus. Die Männchen beeindrucken die Weibchen, indem sie im Sturzflug vom Himmel herabstoßen.

Die Kolibris sind wahre Luftakrobaten

Weltweit gibt es etwa 330 Arten der Kolibris, die aber vornehmlich nur in Süd- und Nordamerika vorkommen.

Die Kolibris ernähren sich von Blütennektar und von diesem Fruchtzucker benötigen sie auch eine Menge, denn die winzigen Vögel verbrauchen täglich eine Menge an Energie bei ihren zum Teil akrobatischen Flügen. So schlägt das winzige Herz eines Kolibris zwischen 400 bis zu 500 Mal in der Minute.

Wenn sie sich im Sturzflug befinden, so erreichen sie teilweise Geschwindigkeiten bis zu 100 Kilometern pro Stunde. Aber sie sind auch in der Lage wie ein Hubschrauber auf einer Stelle stehen zu bleiben oder rückwärts zu fliegen. Bei ihrem Flug, manchmal zehn bis zwanzig Meter senkrecht in die Höhe, bewegen die Kolibris ihre Flügel bis zu 80 Mal pro Sekunde.

In der Nacht verfallen die Vögel in eine Art Kältestarre um Energie zu sparen. Dabei senken sie ihre Körpertemperatur ab und auch die Atmung wird unterbrochen, so dass sie nur noch ein Fünfzigstel des normalen Energiehaushalts benötigen.

Weil die Kolibris zum Teil beim Fliegen ein summendes Geräusch von sich geben, werden sie im Englischen auch als "hummingbird" bezeichnet, was übersetzt "Summvogel" bedeutet.

Schreitvögel

Schreitvögel fallen durch ihre langen Beine auf. Besonders bekannte Exemplare sind Reiher und Störche.

Reiher

Der Reiher (Ardeidae) wird zu den Schreitvögeln (Ciconiiformes) gezählt. Insgesamt umfasst diese Familie 62 Arten.

Merkmale

Zu den charakteristischen Merkmalen der Reiher gehören

  • ihr S-förmiger gebogener Hals
  • ihren großen, breiten Flügel sowie
  • ihr dolchförmiger, langer Schnabel.

Die größte Reiherart bildet der Goliathreiher, der eine Länge von 140 Zentimetern und eine Flügelspannweite von 230 Zentimetern erreicht. Als kleinste Exemplare gelten dagegen die Zwergdommeln, die gerade einmal eine Größe von 27 Zentimetern aufweisen.

Die Färbung der verschiedenen Reiherarten schwankt zwischen unauffällig und farbenprächtig. Am häufigsten kommen die Farben grau, braun, schwarz, weiß und blau vor. Nicht selten helfen die Farben den Reihern dabei, sich zu tarnen.

Lebensraum

Abgesehen von der Antarktis, leben Reiher auf sämtlichen Kontinenten der Erde. Besonders groß ist ihre Artenvielfalt in Asien, Afrika und Südamerika. Die meisten Reiherarten halten sich am liebsten an den Ufern von Gewässern auf, so zum Beispiel an

  • Seen
  • Flüssen
  • Meeresküsten und
  • Sümpfen.

Es gibt aber auch Reiherarten, die nicht in der Nähe des Wassers leben, wie zum Beispiel der Kuhreiher, der sich lieber im Grasland aufhält. Während die meisten Reiher zu den Standvögeln zählen, sind einige Arten ausgesprochene Zugvögel.

Ernährung

Als Hauptnahrungsquelle dienen dem Reiher Wassertiere. Dazu zählen vor allem

  • Fische
  • Wasservögel
  • Reptilien
  • Amphibien
  • Krebstiere
  • Mollusken
  • Insekten und
  • Kleinsäuger.

Zum Erlegen der Beute benutzt er seinen Schnabel, mit dem er sein Opfer durchbohrt.

Wassertiere sind die Hauptnahrung von Reihern
Wassertiere sind die Hauptnahrung von Reihern

Störche

Ebenfalls zu den Schreitvögeln gehören die Störche (Ciconiidae). Sie bestehen aus sechs Gattungen und 19 Arten, die auf allen Kontinenten außer der Antarktis vorkommen. In Europa beheimatet ist der Weißstorch.

Merkmale

Ein markantes Erkennungszeichen der Störche sind ihre langen Beine, ihr langer Hals und ihr schmaler Schnabel. Die Schreitvögel können zwischen 75 Zentimeter und 1,50 Meter lang werden. Äußerlich weisen die Störche Ähnlichkeiten mit den Reihern auf, haben aber ein massigeres Aussehen.

Störche verfügen über große und breite Flügel, wodurch sie ausgezeichnete Segelflieger sind. Marabus erreichen sogar eine Spannweite von 320 Zentimetern. Die Färbung des Gefieders ist schwarz-weiß, wobei die Farben sich unterschiedlich verteilen.

Markant sind die großen Storchennester, welche auf Baumwipfeln oder hohen Gebäuden wie Kaminen und T
Markant sind die großen Storchennester, welche auf Baumwipfeln oder hohen Gebäuden wie Kaminen und Türmen zu sehen sind
Lebensraum

Zu finden sind Störche vor allem in

  • Europa
  • Asien
  • Südamerika und
  • Australien.

In Nordamerika kommen sie nur im äußersten Süden vor. Als Lebensraum dienen den Vögeln feuchte Habitate wie die Nähe von Flussufern, Seen oder Sümpfen.

Einige Arten, wie zum Beispiel der Marabu, leben dagegen bevorzugt in der Savanne. Die meisten Storcharten gehören nicht zu den Zugvögeln. Eine Ausnahme bildet allerdings der Weißstorch, der weite Strecken zurücklegt.

Ernährung

Störche ernähren sich bevorzugt von Fischen, Nagetieren und Fröschen. Das Nahrungsspektrum unterscheidet sich jedoch von Art zu Art. So verzehrt der Weißstorch auch

  • Maulwürfe
  • Wühlmäuse
  • Hamster
  • Kaulquappen
  • Schlangen
  • Eidechsen und
  • Insekten.

Marabus schrecken zudem nicht davor zurück, Flamingokolonien zu überfallen, um an deren Eier oder Junge zu gelangen.

Gutes Jahr für den Storch - So viel Nachwuchs wie selten

Durch das feuchte Wetter in den letzten Monaten gab es reichlich Nahrung für die Störche. Dies ist eine Erklärung, warum es dieses Jahr in Deutschlands Nestern so viel Nachwuchs gab. In Nordrhein-Westfalen gab es so viele Babystörche wie seit zehn Jahren nicht mehr, und auch in Brandenburg haben die insgesamt ca. 1200 Storchpaare reichlich Nachwuchs bekommen.

Die vielen Regenwürmer und Schnecken sind eine gute Nahrungsquelle für die Babystörche, und auch das milde Wetter im Frühsommer half den Störchen beim Überleben. Mittlerweile sind die Vögel zum Überwintern nach Afrika geflogen.

Ein Beispiel für den Bruterfolg ist in Petershagen in NRW zu verzeichnen. Hier haben insgesamt 30 Brutpaare pro Nest mindestens zwei Junge geboren. Sowieso würde es in den letzten Jahren besser laufen: Während es im Jahr 1980 in NRW nur drei Storchpaare gab, gibt es nun um die 60.

Singvögel

Unter Singvögeln (Passeri) versteht man eine Unterordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes). Insgesamt gibt es ca. 4.000 Singvogelarten.

Zu den besonderen Eigenschaften von Singvögeln gehört, dass sie sich nicht nur schnell in der Luft fortbewegen können, sondern auch auf das Singen spezialisiert sind. Ihr Gesang entsteht im unteren Kehlkopf (Syrinx). Zur Bildung der Töne kommt es durch das Anspannen der Membranen, die in Schwingungen geraten, was beim Ausatmen erfolgt.

Die Unterordnung der Singvögel umfasst ungefähr 4.000 Arten und 90 Familien. Damit sind die Singvögel die umfangreichste Spezies unter den Vögeln. Zu den unterschiedlichen Gruppen zählen u.a.

  • Paradiesvögel
  • Rabenvögel
  • Würger
  • Meisen
  • Goldhähnchen
  • Prachtfinken
  • Sperlinge
  • Drosseln
  • Waldsänger
  • Fliegenschnäpper
  • Lerchen und
  • Schwalben.

Das Liebesleben der Singvögel wird durch unser Großstadtlicht gestört

Das meist aus einer Großstadt stammende künstliche Licht bringe das Liebesleben der im Wald heimischen Singvögel völlig durcheinander, berichten Wissenschaftler des Max-Planck-Institutes.

Das Liebesleben werde insofern beeinflusst, dass die Weibchen am Waldrand, wo das Licht ungehindert ankommt, ihre Eier deutlich früher legen, als die Weibchen im Waldinnern. Außerdem sind die Amsel-, Buchfink- und Kohlmeisen-, sowie die Blaumeisenmännchen rund anderthalb Stunden früher wach, um ihrem Gesang nachzugehen. Doch nicht nur das. In Stadtnähe sind die Männchen viel erfolgreicher beim Suchen einer Partnerin. Das Gleiche gelte für das Fremdgehen.

Wie sich das Ganze nun künftig auf die Singvogelpopulation auswirken wird, ist derzeit noch nicht erforscht und bedarf weiterer Studien.

Krähen können männliche und weibliche Gesichter unterscheiden

Krähen sind an der Lage, unabhängig von der Haarlänge auf einem Foto zu erkennen, ob es sich um ein Männer- oder Frauengesicht handelt. Das fanden Forscher von zwei japanischen Universitäten in einem Experiment mit vier Dickschnabelkrähen (Corvus macrorhynchos) heraus.

In Japan gelten die Krähen als ungeliebte Gäste, da sich ihre Population in den Städten immer weiter ausbreitet. Ein hohes Maß an Intelligenz weisen die Tiere dennoch auf. In dem Experiment wurden jeweils zwei der Krähen auf Männergesichter, zwei auf Frauengesichter konditioniert. Sie durften jeweils zwischen zwei Fotos entscheiden - als Belohnung gab es einen Käsehappen.

Als die Wissenschaftler weitere Fotos von bislang unbekannten Gesichtern in das Experiment einflochten, erkannten drei der vier Krähen mit hundertprozentiger Trefferquote, ob es sich um ein Männer- oder Frauengesicht handelte. Und auch die vierte war nicht ganz unbegabt: sie schaffte sieben von zehn Gesichtern.

Das Gedächtnis der Krähen - die Tiere erkennen menschliche Gesichter auch nach Jahren wieder

Über 5 Jahren können sich Krähen menschliche Gesichter merken, die sie mit Gefahr verbinden

Grafik Verzweigung von Nervenzellen
Neurons © ktsdesign - www.fotolia.de

Intelligenz und Gedächtnisleistung von Tieren wird schon länger untersucht. In einer US-Studie standen nun die Krähen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Man untersuchte, wie gut die Tiere menschliche Gesichter erkennen und sich merken können. Die Ergebnisse waren ganz erstaunlich.

Man fing einige Tiere und markierte sie. Die Tiere nahmen dabei zwar keinen körperlichen Schaden, waren jedoch durch die Gefangennahme selbstverständlich verängstigt und aggressiv. Nach fünf Jahren ortete man die Tiere wieder und fing sie erneut.

Krähen tauschen sich mit Artgenossen über Gefahren aus

Dabei zeigte sich, dass die Krähen dann unruhig wurden, wenn dieselben Menschen sich ihnen näherten. Schickte man dagegen fremde Personen zum Fangen, nahmen die Tiere diese Menschen erst als Bedrohung war, wenn diese Anzeichen des Fangversuches zeigten.

Die bekannten Gesichter mussten dagegen nur gesehen werden und wurden sofort als Bedrohung eingeschätzt. Die Krähen erkannten die Menschen also wieder - auch nach fünf Jahren.

Noch erstaunlicher: mit jeder weiteren Näherung reagierten immer mehr Tiere abwehrend. Offenbar hatten die betroffenen Vögel die Information der Gefahr auch an unbeteiligte Artgenossen weitergegeben.

Dies geschieht durch „soziales Lernen“, wie Soziologen es bezeichnen. Dabei lernt ein unbeteiligter Dritter durch das Verhalten seiner Bezugsgruppe.

Warum Spatzen oft so laut schimpfen

Wir alle kennen die Redensart "schimpfen wie ein Rohrspatz". Doch was verbirgt sich dahinter? Dies haben nun kanadische Forscher von der Universität of Western Ontario untersucht. So stellt dieser "Wechselgesang" der Spatzen mehr ein aggressives Verhalten dar, das heißt die Männchen wollen ihre Widersacher vertreiben. Wenn sie dies geschafft haben oder auch keine Konkurrenz haben, so zwitschern sie lautstark, oftmals nicht gerade schön, ihre Lieder.

Übrigens der Rohrspatz oder auch Rohrammer genannt, gehört zur Familie Ammern und kommt in ganz Europa und Nordafrika bis Ostasien vor, mit Ausnahme von einigen Mittelmeerinseln, während der normale Spatz, der Haussperling, zur Familie der Sperlinge gehört. Bei den normalen Spatzen wird der "Gesang", meistens nur aus zwei Tönen bestehend, auch nur von den Männchen vorgetragen.

Wenn Singvögel nicht mehr erhört werden

Durch Großstadt-Lärm werden immer weniger Vogel-Männchen erhört

Rotkehlchen Vogel auf Futterhäuschen
Bluebird © chas53 - www.fotolia.de

Stadtvögel passen sich immer mehr den Menschen an. Weibliche Vögel interessieren sich nur noch für Männchen, die eine attraktive tiefe Stimme besitzen. Solche tollen Sänger gibt es zur Genüge in der Stadt, nur finden die kaum Gehör.

Verkehrs- und Maschinenlärm sorgen dafür, dass die armen Vogeldamen ihre Männchen nicht mehr wahrnehmen. Einzig die Vögel, die eine schrille und sehr laute Stimme haben, werden erhört. Doch diese sind für die Weibchen uninteressant. Scheinbar sind auch Vögel in der Hinsicht sehr wählerisch.

Alle Vögel kommunizieren gemeinsam über ihren Gesang. Ähnlich wie bei Menschen ist auch das Verhalten der Tiere so ausgeprägt. Wer nicht singen kann, bekommt keinen Recall.

Lärm und wählerische Weibchen gefährden Nachwuchs

Je größer der Vogel, desto tiefer die Stimme. Das liegt daran, weil diese Vögel eine größere Brust aufweisen. Somit können sie mehr Luft einatmen und besser die Töne treffen.

Vogel Männer haben in der Großstadt kaum Chancen auf ein Weibchen. Solche die singen können, hört niemand und alle anderen sind bei den Frauen gleich unten durch. Interessant zu beobachten ist der Aspekt, dass Kohlmeisenweibchen ihrem Partner sehr treu sind, wenn dieser gut singen kann.

Wer jetzt noch behauptet, wir Menschen seien wählerisch, kann die Schuld auf die Vögel schieben. Problematisch wird es beim Nachwuchs. Wenn sich kaum noch Vogelpaare finden, werden schon bald Vogelarten in der Stadt aussterben.

Wie Raben sich untereinander verständigen

Deutsche und österreichische Forscher haben sich mit dem Verhalten von Raben beschäftigt, wobei es hauptsächlich darum ging, wie sich die Vögel untereinander verständigen. Dabei stellten die Ornithologen fest, dass die Vögel hierzu ihre Schnäbel benutzen und vergleichbar wie Menschen oder Menschenaffen mit den Händen so bestimmte Dinge, beispielsweise kleine Zweige oder Moos, ihren Artgenossen zeigen. Danach wird gemeinsam der neue Fund begutachtet und verwertet, zum Beispiel für den Bau des Nestes, denn ein Raben-Paar bleibt für immer zusammen und zieht gemeinsam ihre Brut groß.

Zu der Familie der Raben gehören auch die Krähen und Elstern und die Forscher stellten bei Versuchen weiterhin fest, dass diese Vögel sich im Spiegel auch selbst erkennen können.

Raben haben bemerkenswertes Langzeitgedächtnis

Raben gelten als sehr kluge Vögel. Wie aktuelle Untersuchungen nun gezeigt haben, haben die Tiere auch ein ausgesprochen gutes Gedächtnis - noch mehrere Jahre später können sie sich an andere erinnern und zwischen Freund und Feind unterscheiden.

Wie die Kognitionsbiologen Thomas Bugnyar und Markus Böckle herausgefunden haben, sind die Raben in der Lage, Rufe von ehemaligen bekannten Artgenossen zu erkennen und antworten darauf mit einer besonderen Rufaktivität. Je nachdem ob es sich bei dem Vogel um Freund oder Feind handelt, ändern die Tiere dabei ihre Stimmlage und rufen "freundlich" bzw. tief und rau.

Bundesweite Vogelzählaktion - der Spatz ist der häufigste Vogel

In einer bundesweiten Vogelzählung, die vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) organisiert wurde, wurde der Spatz als Sieger ermittelt. Er ist der am häufigsten vorkommende Vogel in Deutschland.

Berlin ist die Großstadt mit den meisten Spatzen. In Essen, Duisburg und Bochum wurde dieser Vogel allerdings am seltensten gesichtet.

In der Häufigkeit folgen als nächstes die Amsel, die Kohlmeise und die Blaumeise. Man erkannte, dass im Großen und Ganzen der bundesweite eigene Vogelbestand stabil geblieben war. An dieser bundesweiten Vogelzählaktion (inzwischen schon die achte Aktion) beteiligten sich über 40.000 Vogelfreunde. Es konnten etwa 940.000 Vögel zu mehr als 200 Arten beobachtet werden.

Wenn männliche Sperlinge laut zwitschern sind die Weibchen untreu

Wenn wir männliche Sperlinge laut zwitschern hören, dann wollen diese nicht ein Weibchen damit anlocken, sondern sie zeigen an, dass diese auf Abwegen sind und "fremdgehen".

Aber auch die männliche Sperlinge, besonders die Älteren, halten nicht viel von Treue, wie Forscher vom Max-Planck-Institut für Ornithologie im bayerischen Seewiesen feststellten. Zusammen mit dänischen Kollegen von der Universität in Kopenhagen haben die Forscher singende Steinsperlinge diesbezüglich beobachtet. Wenn ein männlicher Sperling betrogen wurde, so zwitscherte dieser weitaus stärker als die anderen Sperlinge. Die Forscher vermuten, dass sie damit ihr Weibchen wieder zurückgewinnen wollen.

Krähen sind sehr intelligente Vögel

Ein Experiment der University of Auckland in Neuseeland hat jetzt bewiesen, dass Krähen nicht nur in Mythen und Märchen als intelligente Vögel dargestellt werden. Demnach können die Tiere logisch schlussfolgern, dass ein Mensch den Stock verschoben hat, obwohl sie die Person zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht gesehen haben.

Bislang dachte die Wissenschaft, dass nur Menschen die Fähigkeit besitzen, bestimmte Schlüsse über Vorgänge zu ziehen. Im Zuge des Experimentes, wo die eingefangenen Neukaledonien-Krähen ihr Futter mit einem Stab durch ein Loch holen sollten, konnten die Tiere dabei durch einen vom Menschen geworfenen Stab auf den Hinterkopf getroffen werden.

Sehr schnell erkannten die Krähen diesen Vorgang und ordneten den Stockwurf dem Menschen im Versteck zu. Sobald die Person das Versteck verlassen hatte, wurde der Stock auch nicht mehr von ihnen verwendet, sodass sich die Krähen wieder in Ruhe um ihr Futter kümmern konnten. Für die Wissenschaftler waren dies wertvolle Ergebnisse, da man nun die Evolution von Intelligenz besser verstehen könne.

Rabenvögel reagieren auf potenzielle Futterdiebe

Wissenschaftler der University of Cambridge haben die kognitiven Fähigkeiten von Rabenvögeln untersucht. Diese Vögel verstecken Futter vor Artgenossen.

Sie bringen das Futter allerdings erst in ein Versteck, wenn sie alleine sind. Die Forscher wollten herausfinden, ob die Vögel tatsächlich einen Diebstahl ihrer Artgenossen vorausahnen, oder ob das Verstecken von Futter nur auf erhöhten Stress zurückzuführen ist. Bei einem Versuch zeigte sich, dass die Rabenvögel ihr Futter doppelt so oft versteckten, wenn Artgenossen das Versteck gesehen hatten. Bei einem zweiten Test waren die Verstecke geplündert worden, dies hatte jedoch keinen Einfluss darauf, wie häufig die Vögel Futter versteckten.

Demnach sind die Vögel laut den Forschern tatsächlich in der Lage, die Existenz potenzieller Diebe in ihr Handeln mit einfließen zu lassen.

Singvögel ändern ihren Gesang in den Bergen mit der Höhe

Gambelmeisen singen in unterschiedlichen "Dialekten" - je nach Höhe der Berge

Zwei Blaumeisen am Meisenknödel, der an einem Ast hängt
2 Blue Tits at the fat ball © Ingo Bartussek - www.fotolia.de

Im Frühling zwitschern viele Singvögel wieder bei der Suche nach einem Partner. Dabei verwenden sie unterschiedliche "Dialekte". Das haben Wissenschaftler der Universität Nevada herausgefunden.

Stimmlage je nach Höhe variierend

Gambelmeisen kommen nur in den USA vor. Sie bewohnen Bergregionen im westlichen Nordamerika vom südlichen Yukongebiet bis nach Kalifornien und Texas. In der kalten Jahreszeit weichen sie teilweise in tiefere Regionen aus. Die Forscher entdeckten, dass Meisen in unterschiedlichen Höhenlagen verschiedenartig singen. Dieses Phänomen tritt in der Regel nur dann auf, wenn Vogelgruppen durch landschaftliche Hindernisse wie hohe Berge voneinander getrennt leben.

Die jetzige Entdeckung zeigt jedoch, dass lediglich die Höhenlage für unterschiedliche "Dialekte" genügt. In der Sierra Nevada hatten die Wissenschaftler die Gesänge von Gambelmeisen in 1800 Metern und 2600 Metern Höhe aufgenommen. Anschließend analysierten sie die Laute anhand von elf Merkmalen wie Tonlänge, Lautstärke und Frequenz.

Steinschmätzer: Kleiner Singvogel auf großer Reise

Biologen statten Vögel aus Alaska und dem Osten Kanadas mit winzigen Fahrtenschreibern aus

Routenplaner Karte am Computer oder Navigationsgerät
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Klein, aber oho! Er ist lediglich 15 Zentimeter groß und wiegt gerade einmal 25 Gramm: der Steinschmätzer. Der Singvogel ist ein wahrer Ausdauerathlet. Auf seinem Vogelzug legt er bis zu 30 000 Kilometer zurück. Dabei ist er in der Lage, stundenlang mit Tempo 50 zu reisen und in einer Nacht je nach Wind ungefähr 300 Kilometer weit voranzukommen.

Lebensraum und Überwinterung

Der insektenfressende Steinschmätzer lebt in

Er überwintert jedoch, wie auch zahlreiche andere Vögel, in Afrika. So weit wie der Steinschmätzer fliegt aber kein anderer Singvogel. Zudem ist er, anders als etwa Gänse, allein unterwegs.

Von Nordamerika bis nach Afrika

Um ihm auf die Spur zu kommen, haben Biologen Vögel aus Alaska und dem Osten Kanadas mit winzigen Fahrtenschreibern ausgestattet und ihre nächtlichen Flugbewegungen über Monate beobachtet. Bei der Auswertung der Daten stellten sie fest, dass in Alaska brütende Exemplare zum Überwintern bis zur Arabischen Halbinsel flogen, während Tiere aus dem östlichen Kanada den Westen Afrikas ansteuerten. So dokumentierten die Wissenschaftler erstmalig den Weg von Steinschmätzern von Nordamerika bis nach Afrika.

Zur Auswertung der Fahrtenschreiber mussten sie die Tiere erneut einfangen. Allerdings erhielten sie von 46 Chips nur vier wieder zurück.

Amsel

Die Amsel (Turdus merula) kennt man auch unter der Bezeichnung Schwarzdrossel. Sie wird der Familie der Drosseln (Turdidae) zugerechnet. In Europa gehört die Amsel zu den bekanntesten Vogelarten.

Merkmale

Amseln werden zwischen 24 und 27 Zentimeter lang. Die Männchen haben ein schwarzes Gefieder und einen gelben Schnabel, während die Weibchen meist eine dunkelbraune Färbung aufweisen. Zu den charakteristischen Merkmalen der Amsel zählt ihr lauter melodiöser Gesang, der schon vor der Morgendämmerung einsetzen kann.

Der gelbe Schnabel als typisches Markenzeichen der Amsel
Der gelbe Schnabel als typisches Markenzeichen der Amsel
Lebensraum

Verbreitet ist die Amsel in fast ganz Europa. Auch in Nordafrika kommt sie zwischen dem Mittelmeer und der Sahara vor.

Sogar in den Gebirgen des Hindukusch und des Himalaya sowie in China und Indien ist sie zu finden.

Darüber hinaus wurden die Amseln im 19. Jahrhundert in Australien und Neuseeland eingeführt, wo sie sich im Laufe der Zeit verbreiteten. Zählte die Amsel in früheren Zeiten vorwiegend zu den Waldbewohnern, dienen ihr heute auch Gärten und Parkanlagen in den Städten als Lebensraum.

Nahrung

Amseln gelten als anpassungsfähige Allesfresser. Allerdings benötigen sie das ganze Jahr über tierische Nahrung. Ist diese nicht ausreichend vorhanden, greifen die Singvögel auch auf Früchte und Beeren zurück.

Ansonsten bevorzugen sie

  • Käfer
  • Regenwürmer
  • Spinnen
  • Tausendfüßer und
  • Schnecken.

Aber auch Mäuse, Eidechsen und Lurche werden nicht verschmäht.

Amseln werden in der Stadt zu Nachteulen

Unterschiede zwischen Stadt- und Landamseln erforscht

Blick auf Manhatten bei Nacht
manhattan at night © Natalia Bratslavsky - www.fotolia.de

Richteten sich Vögel wie Menschen früher nach dem Tageslicht, hat die moderne Welt mit ihrer künstlichen Beleuchtung zu einer deutlichen Verschiebung der Tagesroutinen geführt - vor allem in der dunklen Jahreszeit.

Doch nicht nur der Mensch hat sich längst an künstliches Licht gewöhnt, auch die Vögel passen sich an: In einer Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig beobachtete man, dass Amseln in den Großstädten abends weit später essen als ihre Artgenossen auf dem Land.

Längere Futtersuche und frühere Paarungsbereitschaft

Um das Verhalten der Tiere zu kontrollieren, wurden insgesamt 200 Amseln mit Ringen markiert und dann über einen längeren Zeitraum hinweg beobachtet. Die Forscher stellten fest, dass die Landamseln in der dunklen Jahreszeit eine gute Stunde früher die Nahrungssuche für den Tag beendeten als die Stadtamseln, die von der künstlichen Beleuchtung der Straßen profitierten. Vor allem die männlichen Amseln waren abends noch länger unterwegs.

Die Studie ergänzt ähnliche Beobachtungen zu Unterschieden zwischen Amseln auf dem Land und in der Stadt: Danach wurden die Stadtamseln auch eine halbe Stunde früher wach als ihre Artgenossen auf dem Land und kamen neun Minuten später zur Ruhe.

Auch sind die männlichen Amseln in der Stadt früher im Jahr bereit zur Paarung. Bei ihnen steigt der Testosteronspiegel im Frühling schneller an als auf dem Land.

Blaumeise

Die Blaumeise (Cyanistes caerulus) gehört der Familie der Meisen (Paridae) an. Man findet sie häufig in Wäldern, Parks und Gärten.

Merkmale
Das hellblau-gelbe Federkleid als typisches Erkennungsmerkmal der Blaumeise
Das hellblau-gelbe Federkleid als typisches Erkennungsmerkmal der Blaumeise

Die Blaumeise zählt zu den Kleinvögeln. So erreicht sie nur eine Länge von rund 12 Zentimetern.

Ein typisches Erkennungszeichen der Blaumeise ist ihr hellblau-gelbes Federkleid. Außerdem gehört ihr typischer Reviergesang zu ihren hervorstechendsten Merkmalen.

Lebensraum

Die Blaumeise findet man in fast ganz Europa. Nur der äußerste Norden und Island zählen nicht zu ihrem Lebensraum. Weitere Verbreitungsgebiete sind Nordwestafrika, die Kanarischen Inseln, Kleinasien und der Iran.

Als Lebensraum dienen dem Singvogel eichenreiche Laub- und Laubmischwälder. Doch auch in Parkanlagen und Gärten kommt die Blaumeise vor.

Blaumeisen sieht man oft im Vogelhäuschen
Blaumeisen sieht man oft im Vogelhäuschen
Nahrung

Die Blaumeise ernährt sich am liebsten von tierischer Nahrung. Daher stehen vor allem Spinnen und Insekten auf ihrem Speiseplan. In der kühleren Jahreszeit greift der Singvogel aber auch auf pflanzliche Kost

zurück.

Schlafrhythmus bei Vögeln - Auch Blaumeisen können Morgenmuffel sein

Eine Gruppe Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen hat herausgefunden, dass es auch bei Vögeln individuell verschiedene Schlafrhythmen gibt. Dazu wurde eine Kolonie von Blaumeisen rund zwei Jahre lang intensiv beobachtet. 60 Männchen und 36 Weibchen wurden dazu mit Sensoren ausgestattet. Die Temperatur und die Lichtverhältnisse haben dabei einen großen Einfluss auf das Schlafverhalten. Je heller und kälter es ist, desto früher heißt es "raus aus den Federn".

Und: Männchen stehen deutlich früher auf als Weibchen, da sie ein stärkeres Revierverhalten haben. Weibchen schlafen aber auch deswegen länger, weil das Brüten und die Nestpflege sehr anstrengende Tätigkeiten sind. Beim Aufstehverhalten zeichnen sich ebenfalls Unterschiede ab. So sind Jungmeisen – ganz wie bei den Menschen – im Vergleich zu den Erwachsenen klare Morgenmuffel.

Kohlmeisen: Gemeinsamer Kampf gegen Katzen

Es geht nichts über gute Nachbarschaft. Das gilt auch für Kohlmeisen. Wenn sich die Vögel gut kennen, helfen sie einander bei der Verteidigung des Nestes. Dies haben Wissenschaftler von der Universität in Oxford beobachtet.

Gewöhnlich verteidigen Kohlmeisen ihr erworbenes Territorium gegenüber Artgenossen ganzjährig und lebenslang. Die Tiere gehen in der Regel eine monogame Saisonehe ein. Zu Saisonbeginn verpaaren sich die Partner und bleiben dann für die gesamte Brutsaison zusammen.

Doch wenn etwa eine Katze oder ein größerer Vogel das Nest der Nachbarn attackiert, helfen sich die Meisenpaare gegenseitig. Dies jedoch nur dann, wenn sie sich schon länger und gut kennen. Brüten die Tiere das erste Mal in unmittelbarer Nähe, bleibt die Unterstützung meist aus.

Die britischen Forscher konnten beobachten, dass Kohlmeisen in drei von vier Konfliktfällen Beistand leisteten, wenn sie bereits im Jahr zuvor den Nachwuchs nebeneinander großgezogen hatten.

Es geht nur ums Aussehen - Blaumeisen vernachlässigen ihr Weibchen, wenn deren Farbe verblasst

Zwei Blaumeisen am Meisenknödel, der an einem Ast hängt
2 Blue Tits at the fat ball © Ingo Bartussek - www.fotolia.de

So manchen Menschen sagt man gern nach, dass es ihm oder ihr nur um das Aussehen geht. Was nach einer typisch menschlichen oberflächlichen Eigenschaft klingt, scheint gar nicht nur auf den Menschen beschränkt zu sein. Forscher haben herausgefunden, dass offenbar auch die männlichen Blaumeisen ihre Partnerin nach dem Aussehen bewerten.

Verblasst mit der Zeit ihre Gefiederfarbe, werden die Männer weniger fürsorglich und lassen Partnerin und Nachwuchs auch einmal für längere Zeit unbeschützt. Führt wirklich die verblasende Schönheit der Blaumeisen-Dame zu diesem Verhalten? Forscher aus Österreich sagen ja.

Nach ersten Beobachtungen in der Natur wollten sie es genauer wissen und forschten mit Tieren, die in der Gefangenschaft lebten. Man nahm die weiblichen Blaumeisen und strich ihnen ein harmloses Öl auf den Kopf, das zur Blockade des UV-Lichtes führte. Resultat war, dass die Vogeldamen nun kein strahlendblaues Kopfgefieder mehr hatten. Das sahen auch die Männchen und reagierten sofort darauf.

Sie verließen häufiger als normal das Nest und flogen offenbar ohne Gedanken an den Nachwuchs lange durch die Gegend. Damit nicht etwa der Geruch des Öls die Studienergebnisse verfälschte, nutzte man bei einer anderen Gruppe Öl, das kein UV-Licht abblockte. Hier blieben die Männer bei ihren Partnerinnen.

Die Forscher haben eine Vermutung, warum die Männer ihre Partnerin samt Kinder allein lassen. Vermutlich fehlt ihnen wirklich die Schönheit des Gegenüber und sie bereiten sie sich auf die neue Paarungszeit mit einer hübscheren Partnerin vor.

Buchfink

Zur Familie der Finken (Fringilidae) gehört der Buchfink (Fringilia coelebs). Er ist in fast ganz Europa verbreitet und zählt dort zu den am häufigsten vorkommenden Singvogelarten.

Merkmale

Der Buchfink wird zwischen 14 und 18 Zentimeter groß. Ein typisches Merkmal des Singvogels ist ein auffälliger weißer Fleck auf seiner Schulter. Ebenfalls zu den Erkennungszeichen des Buchfinken gehören seine lauten Rufe.

Der Buchfink hat einen auffälligen weissen Fleck auf der Schulter
Der Buchfink hat einen auffälligen weissen Fleck auf der Schulter
Lebensraum

Der Lebensraum des Buchfinken erstreckt sich von Europa über Nordafrika nach Westasien. Am liebsten lebt er in

  • Wäldern
  • Parks
  • Gärten und
  • Obstanbauflächen.

In Nord- und Osteuropa gehört der Buchfink zu den Zugvögeln, während er in Mitteleuropa lediglich ein Teilzieher ist. Der größte Teil der Buchfinkenpopulation bleibt jedoch das ganze Jahr über im Brutgebiet.

Nahrung

Zur Ernährung der Buchfinken gehören sowohl Spinnen und Insekten als auch Samen und Beeren. Ihre Jungen füttern die Singvögel mit Insekten und deren Larven. Gesucht wird die Nahrung vor allem auf dem Erdboden.

Finkenweibchen kommen bei Paarung mit unattraktivem Männchen unter Stress

Stressige Vogelpaarung - Finkenweibchen wählen lieber unattraktiven Partner, als gar keinen

Prachtfinken-Weibchen zeigen erhöhte Stresssymptome wenn sie sich mit einem unattraktiven Partner paaren müssen. Australische Wissenschaftler fanden heraus, dass bei ihnen der Pegel des Stresshormons Corticosteron bis zu viermal höher ist als bei den Artgenossen welche einen attraktiveren Partner fanden. Dies misst sich bei der Vogelart am Kopfgefieder.

Die Partnerwahl der Weibchen

So wählen Weibchen normalerweise den Partner aus, dessen Federn die gleiche bunte Färbung aufweisen wie ihre eigenen. Finden sich dagegen farblich gemischte Paare zusammen, haben die Jungvögel ein bis zu 80 Prozent erhöhtes Sterberisiko. Dass sie sich jedoch lieber mit einem "unattraktiven" Partner fortpflanzen als gar nicht, nutzten die Forscher in dem Experiment.

Dabei setzten sie nur ein Männchen und ein Weibchen in eine Voliere, jeweils getrennt in rein rotköpfige, rein schwarzköpfige und gemischtfarbige Pärchen. Es zeigte sich, dass die mit gleichfarbigem Kopfgefieder rund einen Monat früher Eier legten als verschiedenfarbige Paare. Weibchen gemischtfarbiger Paare hatten zudem einen bis zu 80 Prozent höheren Gehalt des Stresshormons Corticosteronals als die Artgenossinen gleichfarbiger Paare.

Geringerer Energieverbrauch bei Paarung mit unattraktivem Partner

Die Forscher vermuten, dass die erhöhten Stresshormone das Weibchen dazu bringen, sich lieber mit einem ungeliebten Partner zu paaren als überhaupt nicht. Da Stress auch die Größe der Eier beeiflusse und diese kleiner mache, könnte das Weibchen zudem weniger Energie bei der Paarung mit einem unattraktiven Partner verlieren.

Finkenweibchen können das Geschlecht ihres Nachwuchs beeinflussen

Forscher haben bei den Finken eine besondere Nachwuchsplanung entdeckt. So legen die Weibchen, wenn wenig Futter vorhanden ist, mehr Eier aus denen dann männlicher Nachwuchs entsteht. Auch haben dann die männlichen Küken mit weniger Nahrung eine bessere Überlebenschance.

Bei ihren Experimenten gaben die Forscher den Vögeln einmal eiweißhaltige Kost - also gutes Futter -, während eine andere Gruppe deutlich weniger Futter erhielt. Nach dem Schlüpfen waren bei der zweiten Gruppe mehr männliche Küken als bei der ersten Gruppe vorhanden.

Danach erhielt eine Gruppe des Nachwuchs viel und die andere wenig Futter und bei der Gruppe, in der die Küken wenig Nahrung bekamen, hatte auch nur der männliche Nachwuchs Überlebenschancen.

Im Normalfall wird der weibliche Nachwuchs bei vielen Vogelarten, aber auch bei den Säugetieren und den Menschen als widerstandsfähiger angesehen.

Schräger Gesang bei betrunkenen Zebrafinken

Für den Zebrafinken ist Musikalität extrem wichtig, da der Singvogel sonst keine Herzdame abbekommt. Ein Team von Biologen der Oregon Health and Science University in Portland hat im Zuge eines Experiments herausfinden wollen, wie das Erlernen von neuen Gesangsstücken unter Drogenkonsum geschieht.

Hierfür erhielten die Vögel Ethanol ins Wasser beigemischt, sodass deren Alkoholspiegel innerhalb kürzester Zeit auf 0,8 Promille anstieg.

Passable Töne brachten die Zebrafinken danach jedoch nicht mehr zustande und daneben konnten sie weniger neue Lieder als im nüchternen Zustand erlernen. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Flexibilität sowie Kreativität des Gehirns unter dem Einfluss von Alkohol auch bei den Singvögeln massiv leidet.

Kanarische Buchfinken singen ihre eigenen Lieder

Rosane Blüten und Vogeltränke im Garten
Lupin Garden © onepony - www.fotolia.de

Für gewöhnlich singen Buchfinken in ganz Europa die gleichen Töne in einer vergleichbaren Melodie, weshalb es nicht nur für versierte Ornithologen ein Leichtes ist, sie klar aus verschiedenen Vogelarten herauszuhören. Wie Wissenschaftler der Duke University anhand von Aufnahmen von 723 Finkenmännchen aus zwölf Populationen, die vom europäischen Festland, von den Azoren und den Kanarischen Inseln stammten, herausfanden, weisen Lieder von Buchfinken, die auf den Inseln leben, deutliche Unterschiede in der Struktur auf.

Warum genau das so ist, wissen die Forscher jedoch noch nicht, da verschiedene Kriterien dafür verantwortlich sein könnten. Mit einer rein kulturellen Überlieferung könne es jedenfalls nicht zusammenhängen, da dann die Festland-Finken das vielseitigere Liedgut haben müssten. Ein möglicher Erklärungsansatz sei hingegen, dass es mit der sehr langsame Ausbreitung über die Atlantikinseln zusammenhängt, zumal die Finken auf der als letztes besiedelten Insel Gran Canaria die größte Bandbreite an Liedern aufwiesen. Viele dieser Lieder ließen mit Ausnahme der gesungenen Töne sogar jegliche Parallelen zu den Liedern des Festlands vermissen.

Weitere Ansätze seien in der Isolation der Inselpopulationen zu finden, zumal vermutet wird, dass die Veranlagung, Lieder zu erlernen in bestimmten Genen, deren Evolution auf den Inseln anders als auf dem Festland verlief, verankert ist. Hinzukäme, dass sich Buchfinken auf dem Festland gegen circa 60 andere Singvogelarten behaupten müssten, weshalb ein einheitlicher Gesang von Vorteil sei, wohingegen es auf Gran Canaria lediglich acht Vogelarten gäbe, wodurch wiederum die Unverkennbarkeit des einzelnen Buchfinks an Bedeutung gewonnen haben könne.

Elster

Die Elster (Pica pica) zählt zu den Rabenvögeln (Corvidae). In Europa war sie lange Zeit als "diebische Elster" oder Unheilsbote unbeliebt.

Merkmale

Deutlich zu erkennen ist die Elster an ihren schwarz-weißen Federn und ihrem langem, gestuften Schwanz. Der Rabenvogel kann bis zu 51 Zentimeter erreichen.

Ein weiteres Erkennungsmerkmal der Elster ist ihr lautes Krächzen. Mitunter gibt sie auch einen leisen Plaudergesang von sich, der rhythmisch aber auch unrhythmisch sein kann.

Die Elster hat einen langen gestuften Schwanz
Die Elster hat einen langen gestuften Schwanz
Lebensraum

Verbreitet ist die Elster über große Teile von Europa, Nordafrika und Asien. Da die Elster ein Standvogel ist, bleibt sie zumeist das ganze Jahr über in ihrem Gebiet.

Zu finden ist der Rabenvogel sowohl im Flachland als auch im Gebirge. Am liebsten siedelt er in offenen Landschaften mit einzelnen

  • Bäumen
  • Büschen
  • Hecken und
  • Wiesen,

aber auch an Waldrändern oder in der Nähe von Gewässern.

Nahrung

Elstern bevorzugen sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung. Auf ihrem Speiseplan stehen

  • Insekten
  • Spinnen
  • Schnecken
  • Würmer
  • Früchte und
  • Pilze.

Aber auch

  • Kleinsäuger
  • Kleinvögel
  • Echsen und
  • Amphibien

dienen ihnen als Beute. Darüber hinaus verschmähen sie auch Aas nicht.

Elstern sind klug und listig

Manchem geht die schwarz-weiß gefiederte Elstern mit ihrem, besonders im Frühjahr zur Brutzeit, lauten "Tschak-Tschak" auf die Nerven. Dabei handelt es sich hier um das Warnsignal, wenn sich ein Feind dem Nest nähert. Aber die Elster steht auch in dem Ruf, ein Dieb zu sein, denn oftmals hat es der Vogel auf blinkende Gegenstände abgesehen, die dann im Nest versteckt werden. Die Elster baut ihr Nest mit sperrigen kleinen Ästen hoch oben in den Bäumen, so dass irgendwelche Raubvögel, beispielsweise die Krähen, die Brut nicht gefährden können.

Forscher haben jetzt aber auch festgestellt, dass das Gehirn der Elster zu den am größten entwickelten bei den Vögeln gehört. So haben die Forscher einmal das Gefieder der Elster unterhalb des Kopfes mit einem roten Punkt markiert, was die Elster aber normal nicht sehen konnte. Doch wenn man ihr einen Spiegel vorgehalten hatte, so fing sie an, sich an dieser Stelle zu putzen.

Früher lebten die Elstern vor allem auf dem Land, doch durch den Einsatz von chemischen Stoffen, vor allem beim Maisanbau, zogen sich die Vögel dort zurück, denn in den Städten finden sie genügend Futter. Für die Germanen war die Elster ein "Todesbote" und im Mittelalter glaubten die Menschen, es sei ein Hexentier und Galgenvogel. Aber in Asien wurde die Elster als Glücksvogel angesehen und auch die Ureinwohner in Nordamerika sahen in der Elster einen Freund.

Lerche

Bei der Lerche (Aludidae) handelt es sich um eine Familie der Sperlingsvögel (Passeriformes). Ingesamt gibt es innerhalb dieser Familie 92 Arten. Dazu zählen u.a. die Feldlerche, die Heidelerche, die Ohrenlerche und die Kalandarlerche.

Merkmale und Verbreitung
Die Haubenlerche
Die Haubenlerche

Lerchen sind klein bis mittelgroß und haben die Eigenschaft, den Boden zu bewohnen, auf dem sie auch nisten und zwei bis sechs Eier legen. Zu ihren typischen Merkmalen gehört ihr Gesang, der oftmals während des Fliegens erfolgt. Bei den meisten Lerchenarten ist der Schnabel sehr schlank.

Verbreitet sind die unterschiedlichen Lerchenarten vor allem in

  • Europa
  • Afrika
  • Asien sowie
  • Nord- und Südamerika.

Als Hauptnahrungsquelle dienen den Singvögeln Insekten und Samen.

Nachtigall

Ein weiterer Vertreter aus der Ordnung der Sperlingsvögel ist die Nachtigall (Luscinia megarhynchos). Sie zählt zu den beliebtesten Singvögeln.

Merkmale

Im Durchschnitt erreicht die Nachtigall eine Länge von 16,5 Zentimetern sowie ein Gewicht zwischen 18 und 27 Gramm. Da sie große Ähnlichkeit mit dem Sprosser hat, wird sie nicht selten mit diesem verwechselt.

Während die Oberseite des Singvogels braun ist, weist die Unterseite eine gelb-bräunliche Färbung auf. Ein hervorstechendes Merkmal der Nachtigall stellt ihr lauter und wohltönender Gesang dar, den die Menschen als angenehm empfinden.

Die Nachtigall als Opernsängerin unter den Vögeln
Die Nachtigall als Opernsängerin unter den Vögeln
Lebensraum und Nahrung

Beheimatet ist die Nachtigall in Europa, Nordafrika und Asien. In den Wintermonaten leben die mitteleuropäischen Nachtigallen auf dem afrikanischen Kontinent. Am liebsten halten sie sich in dichtem Gebüsch oder feuchtem Terrain auf.

Die Ernährung der kleinen Singvögel besteht aus Raupen, Würmern und Insekten. Aber auch Beeren werden oft verzehrt.

Warum die Nachtigall nachts singt

Der Gesang von (männlichen) Singvögeln erfüllt gleich mehrere Funktionen: Zur Reviermarkierung dient manch ein Pfeifen und Zwitschern, aber auch zur Verführung der angebetenen Vogeldame. Dabei gibt es einen Singvogel, der es nicht nur in der Literatur (Shakespeare's "Romeo und Julia") sowie im Kino ("Wer die Nachtigall stört") zu besonderer Berühmtheit gebracht hat: Die Nachtigall. Ihr Gesangsverhalten war der Wissenschaft bisher weitestgehend ein Rätsel.

Besonders auffällig ist dabei zum Beispiel, dass die Nachtigall vornehmlich nachts ihre Lieder trällert. Und natürlich, dass ihr Gesang zu den schönsten aller Singvögel gezählt wird. Ein Team von Wissenschaftlern der Universität Basel hat sich jetzt vorgenommen, das Rätsel um den sagenumwobenen Singvogel zu entschlüsseln. Hierfür beobachteten die Forscher die Nachtigall in ihrer natürlichen Umgebung, notierten Verhalten und Auffälligkeiten.

Eine wichtige Erkenntnis dabei lautet: Offenbar singt die männliche Nachtigall nachts, weil die Weibchen dann am aktivsten sind. Bei Singvögeln, die ihre Herzensdame bereits gefunden hatten, änderte sich die Funktion der Gesänge auch umgehend: Sie sangen nun nicht mehr zur Balz, sondern um ihr Revier zu markieren. Das tun die Männchen allerdings weniger aggressiv, als angenommen. Oftmals reicht bereits ein kurzes Zwitschern, um die Besitzverhältnisse zu klären.

Für den schönen Gesang müssen die Vögel sich übrigens ganz schön ins Zeug legen: Beobachtungen zeigten, dass Jungvögel in Afrika noch nicht so ausgereift trällern konnten wir ihre älteren Artgenossen in Europa. Offenbar, so die Forscher, ist eben doch jede Menge Training nötig, um den schönsten Gesang für das schönste Weibchen zu erzeugen.

Rotkehlchen

Das Rotkehlchen (Erithacus rubecula) gehört der Familie der Fliegenschnäpper (Muscicapidae) an. Bei den Menschen ist der kleine Singvogel sehr beliebt.

Merkmale

Die Bezeichnung Rotkehlchen geht auf die orangerote Färbung des Vogels, die von der Brust über die Kehle bis zur Stirn reicht, zurück. Die Oberseite des Gefieders weist dagegen eine olivbraune Färbung auf, während die Unterseite weitgehend weiß ist. Ein weiteres typisches Merkmal des Rotkehlchens ist sein Gesang, der aus 275 verschiedenen Motiven besteht.

Lebensraum

Als Lebensraum bewohnen die Rotkehlchen Gebiete in Europa, Kleinasien und Nordafrika. Auch auf den Mittelmeerinseln, im Kaukasus und Westsibirien kommen sie vor.

Bevorzugte Regionen der Singvögel sind Wälder und wassernahe Gebiete. Darüber hinaus findet man sie in Parkanlagen, Gärten und Feldgehölzen.

Nahrung

Die Nahrung der Rotkehlchen setzt sich vor allem aus Insekten, Regenwürmern und Spinnen zusammen. Darüber hinaus stehen weiche Samen und Früchte auf ihrem Speiseplan.

Bei den Rotkehlchen liegt der Kompass im Bereich der Augen

Bei der Orientierung, beispielsweise beim Aufbruch im Winter in südliche Länder, helfen den Vögeln auch die Wahrnehmung des Magnetfeldes. Nun stellten Forscher fest, dass bei den Rotkehlchen das Zentrum für die Wahrnehmung des Magnetfeldes nicht, wie ursprünglich angenommen im Schnabel, sondern im Hirnteil liegt, der für das Sehen verantwortlich ist.

Für ihre Untersuchungen haben die Forscher bei den Vögeln die Verbindung zwischen den sogenannten Magnetitkörchen, die man im Jahr 1997 erstmalig bei Brieftauben entdeckte, und dem Gehirn unterbrochen und trotzdem konnten die Vögel über ihren magnetischen Kompass den richtigen Weg finden.

Wie sich die männlichen Rotkehlchen von den weiblichen unterscheiden

Auf den ersten Blick erkennt man bei den Rotkehlchen zwischen Weibchen und Männchen keinen Unterschied. Aber spanische Vogelkundler fanden heraus, das der typische Fleck auf der Kehle unterschiedlich bei den Männchen und Weibchen ist und sich auch im Laufe der Jahre verändert. So besitzen die jungen Rotkehlchen noch nicht den typischen orange-roten Fleck, denn sie haben nur ein braunes Federkleid. Nach der ersten Mauser entsteht dann diese Kennzeichnung, aber bei den Weibchen ist sie ab dem zweiten Jahr etwas kleiner und auch der Ring der grauen Federn, die diesen Fleck umgeben, ist bei den älteren Vögeln größer.

Bei den Rotkehlchen hat jedes Geschlecht für sich ein eigenes Revier, das sie auch gegen Eindringlinge verteidigen. Dies geschieht einmal durch den Gesang und die orange-rote Kehle. Schon im Jahr 1940 hatte sich auch der englische Ornithologe David Lack mit dem Verhalten der Rotkehlchen beschäftigt.

Schwalbe

Eine artenreiche Familie aus der Ordnung der Sperlingsvögel bilden die Schwalben (Hirundinidae). Nicht zu dieser Familie gehören allerdings die Seeschwalben.

Merkmale

Als typisches Merkmal der Schwalbe gilt ihr stromlinienförmiger, schlanker Körperbau. Außerdem ist sie mit schmalen, langen Flügeln ausgestattet.

Darüber hinaus verfügen zahlreiche Schwalbenarten über einen langen, gegabelten Schwanz. Charakteristisch für die Schwalbe ist auch ihr Nestbau, den sie oftmals an Häusern durchführt.

Das Erkennungszeichen der Schwalbe ist der lange gegabelte Schwanz
Das Erkennungszeichen der Schwalbe ist der lange gegabelte Schwanz
Lebensraum und Nahrung

Schwalben findet man auf sämtlichen Kontinenten der Erde, mit Ausnahme der Antarktis. In Mitteleuropa beheimatet sind die Felsenschwalbe, die Uferschwalbe, die Mehlschwalbe und die Rauchschwalbe. Als Nahrungsquelle dienen den Schwalben Insekten aller Art.

Reisefreudiger Vogel: Auf den Spuren der Küstenseeschwalbe

Gäbe es einen Preis für den Vogel mit der längsten Flugstrecke, so hätte ihn die norddeutsche Küstenseeschwalbe schon jetzt sicher. Wie viele andere Vögel aus der Bundesrepublik lässt auch sie es sich im Winter gern in wärmeren Gefilden gut gehen. So weit wie sie aber reist niemand sonst: Etwa zwei Mal um die Erde - so viele Kilometer legt die Küstenseeschwalbe auf ihren Reisen jährlich zurück.

Zum Rasten, Brüten und Kinder großziehen sucht sich die grau-weiße Schwalbe mit dem leuchtend orangefarbenen Schnabel gern abgeschiedene Orte. Umso begeisterter sind Tier- und Naturfreunde von dieser einzigartigen Begebenheit: Gleich eine ganze Kolonie der reisefreudigen Vögel hat sich jetzt am friesischen Eidersperrwerk niedergelassen. Die sonst eher scheuen Vogelfamilien sind hier oft schon mit bloßem Auge zu beobachten - ein spektakuläres Naturerlebnis, das schon jetzt Besucher aus ganz Deutschland anlockt.

Zu nahe kommen sollte man den Vögeln dabei jedoch nicht: Wie die meisten Vogelarten, so sind auch Küstenseeschwalben äußerst bedacht auf das Wohlergehen ihres eigenen Nachwuchs. Dabei können sich durchaus schon einmal zu präventiven "Abwehrmaßnahmen" greifen - besser also, man hält einen gesunden Abstand und beobachtet die Vögel zum Beispiel durch ein Fernglas.

So wie die Schwalben fliegen wird das Wetter: Stimmt nicht, denn Schwalben fliegen ihrem Futter nach

Mit dem Flug von Schwalben wird immer wieder das Wetter vorhergesagt, auch wenn ernstzunehmende Meteorologen das anders sehen. Auch auf der „Vogelwarte Helgoland“ ist man nicht der Meinung, dass im Schwalbenflug das Wetter vorhersehbar wäre, auch wenn Schwalben wirklich tiefer fliegen, wenn das Wetter schlecht ist.

Das liegt an den Insekten, die sich dann näher am Boden aufhalten. Die Schwalben fliegen ihrem Futter hinterher. Rauch- und Mehlschwalben fliegen auch dann hoch, wenn die Wolken tief liegen. Denn bei Wärme lassen sich die Insekten von den Wolken nicht stören.

Wird es allerdings kalt und die niedrigen Temperaturen von Regen begleitet, sieht man die Rauchschwalben in geschützten Regionen wie Hecken, Waldrändern und in Gewässernähe. Dort trifft man auch die Insekten an. Das ist der Zusammenhang zwischen Wetter und Schwalbenflug.

Spechte

Der Specht (Picidae) wird zur Ordnung der Spechtvögel (Piciformes) gerechnet. Insgesamt umfasst die Familie der Spechte 28 Gattungen sowie rund 200 Arten. Unterfamilien bilden die Echten Spechte, die Zwergspechte und die Wendehälse.

Merkmale

Die Spechte bewegen sich meist hüpfend oder kletternd
Die Spechte bewegen sich meist hüpfend oder kletternd

Spechte fallen vor allem durch ihren ausgeprägten Meißelschnabel auf, mit dem sie ausdauernd gegen Baumstämme klopfen, um deren Holz zu zerkleinern, was wiederum der Futtersuche dient. Aber auch zum Zimmern von Nisthöhlen oder zur Markierung des Reviers kommt der starke Schnabel zum Einsatz. Obwohl die Spechte fliegen können, bewegen sie sich die meiste Zeit hüpfend oder kletternd.

Lebensraum und Ernährung

Spechte leben in zahlreichen Teilen der Welt. Vor allem in Mittel- und Südamerika sind sie mit mehr als 100 Arten zahlreich vertreten. Häufigste Spechtart in Europa ist der Buntspecht. Zumeist leben die Spechte allein oder in Paaren in Wäldern oder Gärten. In baumlosen Regionen findet man sie dagegen nicht.

Auf dem Speiseplan der Spechte stehen vor allem Insekten, die die Vögel unter Baumrinden oder Holz suchen. Dazu klopfen sie mit ihrem Schnabel Baumstämme ab, die sie hinaufklettern. Einige Spechtarten ernähren sich auch von Samen, Früchten und Pilzen.

Der Fischjäger Kormoran wurde zum Vogel des Jahres 2010 gewählt

Auch dieser Vogel trägt zum ökologischen Gleichgewicht bei

Wald am See, Sonnenlicht, weißes Paddelboot o. Ruderboot an Land, romantische Situation
rowboat stranded ashore © Luminis - www.fotolia.de

Vogel des Jahres 2010 ist der Kormoran, ein exzellenter Fischjäger, der bis zu 30 Meter tief tauchen kann. Wie der Naturschutzbund (NABU) und der bayerische Landesverband für Vogelschutz (LBV) mitteilen, wird der Kormoran, nachdem er zu den deutschen Gewässern zurückgekehrt ist, wieder vermehrt von den Anglern bekämpft und vertrieben, weil er angeblich ganze Fischarten, so auch die Äsche, bedroht.

Wissenswertes über den Kormoran

Der Kormoran wird etwa ein Meter groß und bewegt sich am Land eher plump, aber das Wasser ist sein Element. In Deutschland leben nach der EU-Vogelschutzrichtlinie etwa 24.000 Brutpaare, aber jährlich werden auch zirka 15.000 Kormorane getötet. Die Naturschutzverbände wollen, dass der Kormoran durch die Wahl zum Vogel 2010, auch als Fisch fressender Vogel akzeptiert wird, der dadurch auch zum ökologischen Gleichgewicht in den Gewässern beiträgt, denn sie ernähren sich hauptsächlich von kleinen Fischen und nur selten von den "Edelfischen", wie Äsche oder Felchen.

Fischerei-Verband dagegen

Der Fischerei-Verband hat gegen die Wahl protestiert, denn in Europa haben diese Vögel sich auf schätzungsweise 1,7 Millionen in den letzten 25 Jahren vermehrt und schaden somit der Fischfauna.

Schnäbel wie Äxte – südamerikanische Terrorvögel verbreiteten Angst und Schrecken

"Terrorvögel" ist die Bezeichnung für eine Familie ganz spezieller Vögel. Diese Terrorvögel wurden auch Riesenkraniche genannt und waren in Südamerika gefürchtet. Forscher aus Argentinien und Amerika analysierten nun die Kampfmethoden dieser Vögel.

Sie waren die gefährlichsten Raubtiere zu ihrer Zeit. Zu ihrer Zeit, das war vor circa 1,5 Millionen Jahren. Dann sind nämlich die letzten Vertreter ihrer Familie ausgestorben.

Als sie jedoch noch lebten, waren sie gefürchtete Tod-Bringer. Sie stachen und hackten mit ihren starken, massiven Schnäbeln wieder und wieder zu. Der Andalgalornis steulleti beispielsweise wurde bis zu 1,4 Meter groß und hatte einen 22 Zentimeter langen Schnabel. Und dabei gehörte er nur in die Mittelklasse der Terrorvögel. Andere Vögel ihrer Familie konnten bis zu drei Meter hoch werden. Der letzte noch lebende Artverwandte ist die Seriemas, die in Südamerika beheimatet ist.

Bedrohter Gartenrotschwanz wird als Vogel des Jahres 2011 gekürt

Der farbenprächtige Gartenrotschwanz hat vom Naturschutzbund und vom bayrischen Landesbund für Vogelschutz die Auszeichnung für den "Vogel des Jahres 2011" bekommen.

Gab es im Jahr 1980 noch rund 450.000 Exemplare, ist der Bestand bis heute auf etwa 150.000 geschrumpft. Der Titel soll zusammen mit weiteren Schutzmaßnahmen dem Aussterben der Vogelart vorbeugen. Normalerweise nistet der Gartenrotschwanz, wie sein Name schon sagt, am liebsten in deutschen Gärten, doch dort findet er immer weniger Nistplätze.

Zu Winterbeginn macht er sich dann auf die lange, beschwerliche Reise nach Zentralafrika, wo er oft Jägern oder der Dürre zum Opfer fällt.

Vogel des Jahres 2011 ist der Gartenrotschwanz

Früher war der Gartenrotschwanz in Deutschland weit verbreitet. Allerdings ist er genau wie Steinkauz, Wendehals und Grünspecht auf naturnahe Gärten und Obstwiesen mit hochstämmigen Obstbäumen angewiesen, und davon gibt es in Deutschland immer weniger.

Besonders in Westdeutschland ist der Gartenrotschwanz selten geworden. In NRW ist er sogar auf der Roten Liste der bedrohten Brutvogelarten verzeichnet. Trotzdem wurden dieses Jahr schon Ende März einige Exemplare in NRW und Schleswig-Holstein gesichtet. Bis Mitte April werden alle Gartenrotschwänze aus ihren Winterquartieren in Zentral- und Westafrika zurückgekehrt sein.

Die Umweltschutzverbände NABU und LBV haben eine Mitmachaktion ins Leben gerufen, die den Namen "GARTENrotschwanzOASEN" trägt und die Bevölkerung dazu aufruft, ihre Gärten mit heimischen Blumen und Sträuchern zu bepflanzen, dabei auf künstlichen Dünger und Chemikalien zu verzichten und eventuell einen Nistkasten aufzuhängen.

Vogel des Jahres – Die Dohle steht schon auf der roten Liste

Inzwischen ist sie so selten, dass viele Menschen überhaupt kein Bild vor Augen haben, wenn sie sich eine Dohle vorstellen sollen. Dabei war sie vor Jahrzehnten noch sehr häufig anzutreffen. Die Dohle nistet gerne unter Dachstühlen, in Nischen oder alten Gemäuern. Besonders Kirchtürme bildeten ein Refugium für die Dohlen. Mancherorts nannte man sie „des Pastors schwarze Taube“. Im Zuge der Erneuerung vieler Häuser und dem damit verbundenen Wunsch zur Energie-Einsparung, sind gerade diese geschützten Orte zum Nestbau weggefallen. Derzeit schätzt man die Dohlenpaare auf etwa 100 000. Ein Hauptbrutgebiet ist der Niederrhein. Dort gibt es noch immer unversiegelte und unverbaute Flächen, sie zur Futtersuche für die Dohle überaus wichtig sind.

Durch die Wahl zum Vogel des Jahres möchte der Naturschutzbund Deutschland (NABU) auf die sinkende Zahl der früher häufigen Vögel hinweisen. Dohlen sind fleißige Helfer bei der biologischen Schädlingsbekämpfung. Zu ihrem Speiseplan gehören allerlei Insekten, zudem noch Schnecken und Würmer.

Der Fleckenlaubenvogel: Ein gefiederter Innenarchitekt

Dieser Mann ist wirklich einzigartig - und das aus gleich zwei Gründen. Mit viel Liebe zum Detail stattet er das gemeinsame Heim aus, in dem seine Angebetene künftig den Nachwuchs aufziehen soll. Kunstvolle Verzierungen und bunte Früchte sorgen für ein ansprechendes Ambiente.

Beeindruckend, weil zum einen meist das weibliche Geschlecht für Deko und Co. zuständig ist. Beeindruckend auch deshalb, weil wir es hier tatsächlich mit einem Vogel zu tun haben - dem Fleckenlaubenvogel, um genau zu sein.

Mit seinen ganz besonderen Talenten gilt der gefiederte "Innenarchitekt" auch in der Vogelwelt als echter Exot. Zu Hause ist er in Australien und Papua-Neuguinea, wo die Natur besonders prächtige Früchte für die stilvolle Auskleidung des gemeinsamen Nests bereithält. Dabei ist der Fleckenlaubenvogel nicht nur ein umsichtiger Innenausstatter, sondern ganz nebenbei auch noch ein toller Gärtner:

Sind die Früchte nicht mehr frisch genug, legt der Vogelmann sie einfach rund ums Nest ab - wo sie dann schon bald ein neuer Obstbaum werden können.

Der tropische Keulenschwingenpipra besitzt besonders starke Flügel

Um die Weibchen bei der Balz mit seinem musikalischen Talent besonders zu beeindrucken, besitzt der tropische Keulenschwingenpipra extra starke verdickte Flügelknochen mit denen er beim Zusammenschlagen geigenartige Töne hervorbringt, wie amerikanische Forscher feststellen. Normalerweise sind bei den Vögeln die Flügel besonders leicht, weil sie Röhrenknochen haben, doch diese Vogelart bildet die einzige Ausnahme, so dass dieser Vogelart auch das Fliegen schwerer fällt.

So sind die tropischen Keulenschwingenpipra auch die einzigen flugfähigen Vögel, die keine Röhrenknochen haben. Aber auch die Pinguine, die ja nicht fliegen können, haben massive Knochen, damit sie besser tauchen können. Der tropische Keulenschwingenpipra lebt in den südamerikanischen Bergregenwäldern von Ecuador und Kolumbien.

Graubruststrandläufer haben die größten Chancen bei der Balz, wenn sie wenig schlafen

Bei uns Menschen wirkt sich Schlafmangel eher negativ auf unser Wohlbefinden und die Leistungen aus, doch bei dem Graubruststrandläufer ist das Gegenteil der Fall, denn bei weniger Schlaf haben sie mehr Chancen bei den Weibchen und sorgen auch mehr für Nachkommen.

Dies haben deutsche Ornithologen vom Max-Planck-Instituts für Ornithologie festgestellt. Die Tiere hatten während der dreiwöchigen andauernden Balz sehr wenig Schlaf gehabt und waren dabei 95 Prozent der Zeit aktiv gewesen. Besonders ist dabei diese Leistung zu würdigen, weil sie vorher aus ihrem Winterquartier auf der Südhalbkugel bis in den Norden von Alaska zu ihren Brutgebieten geflogen waren. Manche Männchen kamen sogar mit 2,4 Stunden Schlaf aus, andere brauchten dagegen 7,7 Stunden. Wie die Forscher feststellten, fehlte bei den sogenannten Kurzschläfern die Einschlafphase, das heißt sie gerieten sofort in den Tiefschlaf.

Bei den Menschen ist dies aber anders, denn der Schlaf dient auch zur Erholung des Gehirns.

Zaunkönige setzen auf gemeinsame Liebesduette

Forscher haben die Liebesduette der Zaunkönige untersucht und kamen zu der Überzeugung, dass dadurch deren Partnerschaft gefestigt wird. So kommt es sogar zuweilen zu einem regelrechten Singwettbewerb unter den Weibchen, wobei sie ihre Konkurrenten übertreffen wollen.

Wie britische Biologen bei den mexikanischen Zaunkönigen heraus fanden, singen diese mit ihren Partnern im Duett, wobei das Weibchen die Melodie auswählt, die zu dem jeweiligen Partner passt und auch beim Einsatz der Melodie stimmen sie sich ab. Wenn aber ein anderes Weibchen versucht, sich in das Duett einzumischen, so wird die Stimme des ersten Weibchens automatisch stärker und übertönt damit ihre Konkurrentin. Dadurch wollen die Weibchen ihrem Auserwählten ihre Treue beweisen.

Der Held des Regenwaldes ist bedroht: Lebensraum der Helmkasuare schwindet

Er lebt in den Regenwäldern des nordöstlichen Australiens, ist eng mit dem Strauß und dem Emu verwandt und kann bis zu 70 Kilogramm auf die Waage bringen: Die Rede ist vom Helmkasuar, dem größten der drei bekannten Kasuar-Arten. Die anderen beiden sind im benachbarten Neuguinea heimisch, werden aber nicht so groß. Ein ausgewachsener Helmkasuar wird so groß und schwer wie ein Mensch und wagt sich kaum einmal aus dem Regenwald hinaus.

Die Flügel haben sich im Laufe der Evolution fast vollständig zurück gebildet, doch dafür schimmert die Haut des Helmkasuars in einer herrlichen Farbpalette von Orange und Rot über Lila bis zu Dunkelblau.

Der flugunfähige Beerenfresser ist zudem ein Musterbeispiel der Emanzipation: Kaum haben die Hennen die Eier gelegt, dürfen die Hähne sie ausbrüten und nach dem Schlüpfen neun Monate lang die Jungvögel versorgen.

Der sanfte Riese der australischen Regenwälder ist jedoch bedroht: Jungtiere werden von verwilderten Hunden oder Schweinen getötet und auf immer mehr Straßen, die den Regenwald durchziehen, sind Kasuare in für sie tödliche Verkehrsunfälle verwickelt. Dazu kommt die fortschreitende Zerstörung der Regenwälder selbst. Die Zahl der Helmkasuare wird mittlerweile auf nur noch 1500 bis 2000 geschätzt, die dringenden Schutz benötigen.

Europäische Alpensegler schlafen während des Fliegens

Bislang war nur von einigen Meeressäugetieren wie Delfinen bekannt, dass sie schlafen können, während sie sich weiter fortbewegen. Schweizer Forscher des Ornithologischen Instituts in Sempach haben aber nun herausgefunden, dass auch die europäischen Alpensegler diese Fährigkeit nutzen.

Sie statteten sechs Alpensegler in der Schweiz mit Sendern aus, die unter anderem die Körperfunktionen der Tiere während ihrer 3.000 Kilometer langen Reise in ihr Winterquartier in Afrika überwachen sollten. Als die Tiere zurückkehrten, werteten die Forscher die Sender aus und stellten fest, dass sich die Alpensegler nahezu während der gesamten Reise in der Luft befanden.

In den Nächten ließen die Körperfunktionen der Vögel allerdings leicht nach, was die Forscher vermuten lässt, dass die Alpensegler während des Fliegens kurze Schlafpausen einlegten, um sich zu erholen.

Rotrücken-Staffelschwanz-Weibchen stehen auf rote Federn

Kolibri an pinker Blüte
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Der australische Rotrücken-Staffelschwanz bringt gerade einmal 10 Gramm auf die Waage – doch die Weibchen haben es dennoch faustdick hinter den Ohren und nehmen es mit der Treue nicht so genau. Wie Forscher nun herausgefunden haben, können die kleinen Singvogel-Damen vor allem bei knallrotem Gefieder nicht widerstehen.

Experiment bestätigt: Rote Federn bevorzugt

Das Gefieder der Sperlingsvögel ist schwarz mit orangefarbener beziehungsweise roter Zeichnung am Rücken, Hals und Bürzel. Um während der Paarungszeit Eindruck bei den Weibchen zu machen, plustern die Männchen ihr Gefieder auf und balzen so um die Gunst der Damenwelt. Dabei sind jedoch Männchen mit roten Federn erfolgreicher als die Konkurrenten mit der orangefarbenen Zeichnung, wie eine Analyse des Erbguts zeigte.

In einem Experiment färbten daher zwei Wissenschaftler der Cornell University in Ithaca das Rückengefieder von einigen Männchen rot, um zu testen, ob die Weibchen tatsächlich rotes Gefieder präferieren.

Damit ausgeschlossen werden konnte, dass die Weibchen nur allein wegen der künstlichen Einfärbung reagieren, wurden weitere Staffelschwanz-Männchen mit einem farblosen Stoff behandelt. Wie erwartet, wurden die Weibchen von den eingefärbten Männchen stärker angezogen, als von den Vögeln mit orangefarbenem Gefieder.

Nach dem "Meckervogel" ist der Grünspecht jetzt "Vogel des Jahres 2014"

Landschaftsbild Waldlichtung in Oesede
Waldlichtung in Oesede, Osnabrücker Land © Child of nature - www.fotolia.de

Im letzten Jahr wurde die Bekassine, die man auch als "Meckervogel" bezeichnet, zum "Vogel des Jahres 2013" gewählt. Jetzt haben der Naturschutzbund Deutschland (NABU) zusammen mit dem bayrischen Landesbund für Vogelschutz (LBV) den Grünspecht (Picus viridis) zum "Vogel des Jahres 2014" gewählt.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist der farbenprächtige Grünspecht in Deutschland nicht vom Aussterben bedroht, so hat sich seit 1993 der Bestand auf über 42.000 Brutpaare verdoppelt. Im Bundesland Thüringen gibt es derzeit zwischen 2.500 bis 2.800 Brutpaare, doch kommt es durch weniger Streuobstwiesen und anders genutztem Grünland auch zu schlechteren Lebensbedingungen dieser Vogelart. Auch ein extrem kalter Winter kann den Bestand wieder verringern.

Spitzname "Zorro"

Ein besonderes Markenzeichen des Grünspecht ist auch sein markanter Ruf, der sich wie ein gellendes Lachen anhört. Ebenso seine Kennzeichnung des Kopfes, die rote Kappe und die schwarze Augenmaske haben ihm den Spitznamen "Zorro" gegeben. Der Grünspecht ist hinter dem Buntspecht die zweit häufigste Spechtart in Deutschland, danach folgt der Schwarzspecht.

Der Grünspecht ist in fast allen europäischen Ländern zu finden, außer in Irland und in einigen Gegenden in Skandinaviens sowie in Russland.

Basstölpel: Wendige Schwimmer und todesmutige Jäger

Landschaftsbild mit Burgruine Dunnottar Castle in Aberdeenshire, Schottland
Dunnottar Castle © broker - www.fotolia.de

Basstölpel sind trotz ihres wenig vorteilhaften Namens faszinierende Vögel. Bei der Jagd stürzen sie von bis zu 30 Metern Höhe ins Meer, wo sie mit ihrem spitzen Schnabel Heringe und Makrelen fangen. Der Sturzflug findet bei rasender Geschwindigkeit statt, mit rund 90 Stundenkilometern prallen die Vögel auf die Wasseroberfläche. Damit sie dies unbeschadet überstehen, können die Vögel ihre Flügel ausklappen, zudem werden sie durch eine dicke Schädeldecke und Luftsäcke im Brust- und Halsbereich vor Verletzungen bewahrt.

Unter Wasser sind sie wendige Schwimmer und mit ihrer Körperform und Schwimmhäuten an den kräftigen Füßen perfekt auf die Fischjagd eingestellt.

Lebenslange Partnerschaft

Heimisch sind sie in Europa, Nordamerika und zur Winterzeit auch in Afrika. An der Nordsee, im schottischen Bass Rock, gibt es eine große Basstölpelkolonie mit mehreren Tausend Tieren. Dort brüten die Tiere jedes Jahr ihre Jungen aus, Basstölpelpaare bleiben sich ihr ganzes Leben lang treu.

Nach rund 45 Tagen verlässt der Nachwuchs sein Ei. Die jungen Basstölpel sind nicht nur sehr gefrässig, sondern müssen von den Eltern auch vor räuberischen Möwen geschützt werden. Nach wenigen Monaten erlernen sie bereits das Fliegen, ihr graubraunes Federkleid verlieren sie erst nach über vier Jahren. Im Erwachsenenalter erstrahlen die Basstölpel, die ein Alter von 40 Jahren erreichen können, in einem blütenweißen Gefieder.

Einst fast ausgerottet

Durch rücksichtslose Plünderungen ihrer Brutkolonien standen sie vor rund 100 Jahren kurz vor ihrer Ausrottung. Mittlerweile hat sich der Bestand der raffinierten Jäger aber wieder erholt.

Zum "Seevogel des Jahres 2014" gekürt: Der Austernfischer

Der Naturschutzverein Jordsand betreut ca. 23 Naturschutzgebiete und befürwortet, dass der Austernfischer zum "Seevogel des Jahres 2014" gekürt wurde. Es sei wichtig, auf die Bedrohung der Küstenvögel hinzuweisen. Die Zahl der Austernfischer hat bereits abgenommen.

So ist es mehr als wichtig, dass diese Vögel geschützt werden. Die Zahl der in Europa lebenden Austernfischer ist bereits um 200.000 auf 800.000 zurückgegangen. Diese Zahlen machen deutlich, wie wichtig das Engagement des Naturschutzvereines ist.

Mecklenburg-Vorpommerns neue Wildtiere: Nandus erobern weitere Lebensräume

Südamerikanische Nandus finden im Norden Deutschlands eine neue Heimat

Naturaufnahme Bäume auf grüner Wiese, Sonneneinstrahlung
wood © Andrzej Włodarczyk - www.fotolia.de

Der Nandu ist ein straußenähnlicher Laufvogel, der eigentlich in Südamerika beheimatet ist. Mittlerweile gibt es jedoch auch in Mecklenburg-Vorpommern eine stabile wildlebende Population, die sich immer weiter ausbreitet.

Tierschützer zählen über hundert Vögel, die vor allem in einem Gebiet südlich der A20 und östlich des Ratzeburger Sees und der Wakenitz leben. Da Gewässer die weitere Wanderung gen Westen verhindern, breiten sich die Nandus nun scheinbar nach Osten aus.

Nandupopulation hat ihren Ursprung in Zuchtgehege

Ursprünglich stammten die aus Südamerika importierten Nandus aus einem Zuchtgehege bei Lübeck, aus dem einige Exemplare ausbüxten. Weil die Züchter dachten, dass die Tiere in freier Wildbahn keine Überlebenschancen hatten, überließ man sie ihrem Schicksal. Doch die Nandus überlebten nicht nur, sie vermehrten sich sogar fröhlich im frischen Grün der Felder und Wiesen.

Milde Winter sorgten für rasche Vermehrung

Solange es nicht zu schneereichen Wintern kommt, haben die Nandus keine Probleme mit ihrer neuen Heimat, stellten Tierschützer fest. Sie zählen die Population zweimal im Jahr um zu sehen, wie viele neue Tiere im Sommer geboren wurden und wie die Vögel durch den Winter gekommen sind. Die letzten milden Winter haben dann auch wesentlich zur "Bevölkerungsexplosion" unter den Nandus beigetragen.

Tukane

Ein weiterer Vertreter der Spechtvögel ist der Tukan (Ramphastos). Er umfasst etwa 15 Arten.

Merkmale

Der Tukan ist leicht an seinem schwarzen Gefieder und seinem bunten, großen Schnabel zu erkennen. Während der Oberschnabel stark geborgen ist, kann der Unterschnabel auch gerade sein.

Über den längsten Schnabel verfügt der Riesentukan. So können die Männchen dieser Art eine Schnabellänge von 20 Zentimetern erreichen.

Lebensraum und Nahrung

Beheimatet ist der Tukan in Zentralamerika und Südamerika. Als Lebensraum dienen ihm feuchte, tropische oder subtropische Wälder. Während die meisten Tukanarten im Tiefland leben, besiedeln einige auch die Anden.

Bei Tukanen handelt es sich um Allesfresser. Ihre Hauptnahrungsquelle besteht jedoch aus Früchten. Darüber hinaus verspeisen die Spechtvögel Spinnen, Insekten, Schlangen und Eidechsen.

Der bunte große Schnabel fällt besonders auf beim Tukan
Der bunte große Schnabel fällt besonders auf beim Tukan

Tauben

Einzige Familie in der Ordnung der Taubenvögel (Columbiformes) sind die Tauben (Columbidae). Die artenreiche Familie umfasst insgesamt 42 Gattungen und über 300 Arten. Besonders viele Arten gibt es zwischen Südasien und Australien.

Merkmale

Die Größe der Tauben ist sehr unterschiedlich. So erreichen die kleinsten Arten die Größe einer Lerche, während die größten so groß wie ein Haushuhn werden. Der Kopf der Taube ist meist ziemlich klein. Dagegen fällt ihr übriger Körper recht kräftig aus.

Die meisten Taubenarten sind mit einem graublauen, grauen oder braunen Gefieder ausgestattet. Ein paar Arten, wie die Fruchttauben, präsentieren sich aber durchaus farbenprächtig.

Lebensraum

Tauben gibt es fast überall auf der Welt. Ausnahmen bilden lediglich die Arktis und die Antarktis. In Mitteleuropa sind fünf Taubenarten beheimatet. Dabei handelt es sich um

  • die Turteltaube
  • die Stadttaube
  • die Hohltaube
  • die Ringeltaube und
  • die Türkentaube.

Die Lebensräume der Tauben sind überaus mannigfaltig. So findet man sie in Gebirgen, Ebenen, Wäldern, Trockensteppen, Wüstenrandgebieten und Städten.

Nahrung

Tauben ernähren sich vor allem von Samen, Körnern und Beeren. Gelegentlich stehen aber auch kleine Wirbellose auf ihrem Speiseplan.

Da die Tauben Samen und Körner nicht mit ihrem Schnabel enthülsen können, verschlucken sie sie einfach. Lediglich die Zahntaube vermag es, größere Samen zu zerkleinern.

Wenn Tauben zur Plage werden

Gezielte Tötung von Tauben bei einer Plage nicht immer erlaubt

Zwei lächelnde Freundinnen in Stadt schauen nach oben
Two emotional girls © Andro - www.fotolia.de

Vielerorts - besonders Großstädte sind davon betroffen - sind die grauen Vögel eine regelrechte Plage, denn neben der ständigen Verschmutzung können sie auch Krankheiten auf den Menschen übertragen. Die Sprache ist von den Straßentauben, die aber nicht ohne Weiteres als Schädlinge bekämpft werden dürfen.

Doch jetzt hat ein Gericht in Kassel entschieden, dass diese Tiere in bestimmten Fällen auch gezielt getötet werden dürfen, wenn sie nämlich zur echten Plage werden. Aber dieses Urteil ist nur ein kleiner Erfolg, denn so muss in dem vorliegenden Fall, der zu dem Urteil führte, jetzt das zuständige Veterinäramt entscheiden, ob eine "echte Plage" vorliegt.

Gezielte Jagd der Tauben zunächst verboten

Auch wird dieses Thema in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gesehen, so gelten beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt die Stadttauben per Verordnung als Schädlinge. Auch in München leben etwa 40.000 Tauben, die jährlich 480 Tonnen Kot produzieren und so Häuser und Baudenkmäler sowie auch Kunstwerke beschmutzen.

Aber auch die Tierschützer sehen die Stadttauben nicht als schützenswert an, denn es sind keine Wildtauben, sondern verwilderte Haustauben, deren Bestand man dementsprechend problemlos verringern könnte.

Ausgegangen war die Klage eines Falkners aus Südhessen, der im Auftrag von Kommunen und Betrieben die Tauben gezielt als Futter für seine Greifvögel jagen und töten sollte, was ihm jedoch untersagt wurde. Wie der Falkner weiterhin berichtet, geht es nicht nur um ein paar Tauben, sondern um ganze Scharen, die beispielsweise ein Firmengelände verschmutzen.

Schweizer Forscherteam lüftet Geheimnis um das Navigationsvermögen von Tauben

Dass Tauben selbst aus ihnen unbekannten Gegenden stets zu ihrem Heimatschlag zurückfinden, ist ebenso faszinierend wie rätselhaft. Zwar sei die Wissenschaft schon länger davon überzeugt, dass sich die Tiere bei der Navigation sowohl an Auffälligkeiten in der Landschaft als auch am Stand der Sonne sowie am Magnetfeld der Erde orientieren. Ob Tauben aber tatsächlich immer wissen, wo genau sie sich befinden, oder doch nach ihnen bekannten Koordinaten suchen müssen, war bislang unklar.

Forscher aus der Schweiz wollen nun aber durch ein Experiment eindeutig bewiesen haben, dass die Tiere wirklich wissen, wo sie sich befinden und welche Route sie zu ihrem Ziel nehmen müssen. Eine durchaus überraschende Erkenntnis des Experiments sei gewesen, dass Tiere nicht nur zu ihrem Schlag finden, sondern sogar bewusst diverse Punkte gezielt anfliegen können.

Zu dieser Erkenntnis seien die Forscher gelangt, indem sie zunächst Tauben, die nicht wie üblich bei sich zu Hause, sondern an einem bestimmten Futterplatz gefüttert wurden, zunächst in Gruppen aus hungrigen und satten Tieren aufteilten. Dann setzten sie die Gruppen von einem Ausgangspunkt mit identischer Entfernung zum Heimatschlag und zum Futterplatz aus. Einige der Tiere seien zuvor sogar mit GPS-Sendern ausgestattet worden.

Wie zu erwarten war, hätten die meisten der satten Tauben den direkten Kurs nach Hause eingeschlagen. Lediglich drei Tiere hätten den Futterplatz angepeilt. Zwölf Tauben, die keines der beiden Ziele gefunden hätten, habe man bei der Auswertung des Experiments nicht berücksichtigt. Von den 69 hungrigen Tieren habe hingegen nur eine einzige Taube die Route zum Schlag gewählt. Bis auf drei Tauben, die sich verflogen hätten und die man demzufolge ebenfalls nicht berücksichtigt habe, seien alle übrigen Tiere zum Futterplatz geflogen.

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