Private Krankenversicherung - Arten, Mitgliedschaft und Leistungen

Nahaufnahme Euroscheine und Münzen auf Tisch, Geld

Ein Überblick über die private Krankenversicheurng - Wissenswertes zur Selbstbeteiligung und Abrechnung sowie Hinweise zum Wechsel

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  • von Paradisi-Redaktion

Der Abschluss einer privaten Krankenversicherung bringt verschiedene Vorteile mit sich. Dazu gehört vor allem die freie Arzt- und Krankenhauswahl. Solch ein privater gesundheitlicher Schutz kann anstelle der gesetzlichen Versicherung abgeschlossen werden; zudem kann man sich aber auch ergänzend in Form einer privaten Zusatzversicherung versichern lassen. Informieren Sie sich über die private Krankenversicherung und deren Leistungen und lesen Sie über die unterschiedlichen Arten der Selbstbeteiligung.

Wird eine Krankenversicherung von einem privatwirtschaftlichen Unternehmen angeboten, spricht man von einer Privaten Krankenversicherungen (PKV). Der private gesundheitliche Schutz ist sowohl anstelle der gesetzlichen Versicherung möglich; ebenso kann man sich ergänzend in Form einer Zusatzversicherung privat versichern lassen.

Es gibt somit unterschiedliche Krankenversicherungsarten, abhängig vom Umfang der privaten Versicherung:

  • Im Rahmen der Vollversicherung werden sämtliche Krankheitskosten übernommen, mindestens besteht jedoch die Absicherung ambulanter sowie stationärer Krankheitskosten (in diesem Fall ist die Rede von einer substitutiven Krankenversicherung). Auch die Absicherung beihilfeberechtigter Personenkreise (z.B. Beamte) zählt dazu.
  • Die Zusatzversicherung umfasst zusätzliche Risiken zur gesetzlichen Versicherung; hierzu zählen z.B. Auslandskrankenversicherungen, Zahnzusatzversicherung, Pflege-Zusatzversicherung, Krankenhaustagegeld oder Einbett-/Zweibettzimmer im Krankenhaus.

Die Vorteile einer privaten Krankenversicherung

Eine private Krankenversicherung (PKV) ist eine Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung. Sie wird vor allem von

genutzt. Aber auch bei gesetzlich Versicherten besteht die Möglichkeit, private Zusatzversicherungen abzuschließen. Eine private Krankenversicherung hat gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung verschiedene Vorteile. Diese hängen allerdings auch von dem jeweiligen vereinbarten Tarif ab.

Freie Arzt- und Krankenhauswahl

Hierzu gehört die freie Arzt- und Krankenhauswahl. So kann der Privatversicherte bei einem Krankenhausaufenthalt je nach individueller Tarifwahl ein Ein-Bett-Zimmer oder ein Zwei-Bett-Zimmer sowie die Behandlung durch den Chefarzt beanspruchen.

Als Privatpatient erhält man zudem bei Arztbesuchen eine bevorzugte Behandlung und umgeht lange Wartezeiten. Je nach Tarif übernehmen private Krankenversicherungen auch die Behandlungskosten für einen Heilpraktiker.

Kostenerstattung für Zahnersatz

Ein weiterer Vorteil ist die Kostenerstattung für Zahnersatz, die bei mindestens 60 Prozent liegt und sogar bis zu 100 Prozent gesteigert werden kann, wenn der entsprechende Tarif gewählt wird. Die Erstattung der Behandlungskosten erfolgt auch dann, wenn diese über den Höchstsätzen der Gebührenordnung liegen. Des Weiteren sind keine staatlichen Eingriffe in den Umfang der Leistungen zu befürchten.

Freie Gestaltung der Beiträge

Auch die automatischen jährlichen Steigerungen der Beiträge bleiben aus. Durch die Selbstbeteiligung lassen sich die Beiträge frei gestalten. Ebenfalls von Vorteil sind Beitragsrückerstattungen, die der Versicherungsnehmer erhält, wenn er innerhalb eines Abrechnungsjahres keinerlei Leistungen in Anspruch nimmt.

Durch die Offenlegung der Arztrechnungen erhält man zudem Einblick in die Abrechnungspraxis der behandelnden Ärzte. Grundsätzlich sind die vereinbarten Leistungen tariflich garantiert und können von der Krankenkasse nicht reduziert werden.

Die Nachteile einer privaten Krankenversicherung

Eine private Krankenversicherung bietet also zahlreiche Vorteile. Dennoch sollte man sich den Wechsel zu einer privaten Krankenkasse gut überlegen.

Entscheidet man sich nämlich erst einmal für eine private Krankenversicherung, ist eine Rückkehr zur gesetzlichen Krankenkasse meist ausgeschlossen. Darüber hinaus gibt es auch bei einer PKV einige Nachteile.

So muss im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung jedes Mitglied einer Familie einzeln versichert werden. Außerdem werden bei Kuraufenthalten die Unterbringungskosten nicht übernommen. Zu einer anderen privaten Krankenversicherung zu wechseln, ist nur unter Einschränkungen möglich.

Private Krankenkassen müssen nun auch Arbeitslose aufnehmen

Auf Grund einer Änderung des Rechts ist es ab sofort Privatkassen verboten, Arbeitslose abzulehnen. Darüber hinaus müssen nun auch diejenigen aufgenommen werden, die wegen Selbstständigkeit nie pflichtversichert waren.

Diese Neuregelung soll bewirken, dass die gesetzlichen Krankenkassen entlastet werden. Bisher mussten die gesetzlichen Kassen jeden Arbeitslosen versichern und bekamen dafür im Monat nur 125 Euro pro Person vom Staat.

Das Handelsblatt spekuliert im Zusammenhang mit der neuen Regelung, dass die Versicherungsprämien bei den privaten Kassen steigen werden.

Krankenversicherungspflicht hat Privatkassen wenig Zulauf beschert

Riskio für Nichtversicherte wird oft nicht erkannt

Holzstempel mit Schriftzug "Krankenkasse"
Stempel Krankenkasse © bilderbox - www.fotolia.de

Die privaten Krankenversicherer haben bis zum September dieses Jahres nur rund 2400 Rückkehrer aufgenommen. Damit kämen sie „nicht ansatzweise in die Nähe der angeblich 300000 Nichtversicherten“, von denen das Bundesgesundheitsministerium ausgegangen sei, betont Ulrike Pott, Sprecherin des Verbandes der privaten Krankenversicherung, in der Apotheken Umschau.

Noch immer viele Nichtversicherte trotz Versicherungspflicht

Um die Zahlen Unversicherter nicht weiter steigen zu sehen, ist im Rahmen der Gesundheitsreform eine Versicherungspflicht eingeführt worden. Seit dem 1. April 2007 müssen früher gesetzlich Versicherte bei ihrer ehemaligen Kasse einen Antrag auf Wiederaufnahme stellen. Für ehemals privat Versicherte gilt die Versicherungspflicht erst ab Januar 2009. Allerdings haben sie seit Juli das Recht, zum so genannten Standardtarif zu ihrer früheren Privatkasse zurückzukehren.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben die gesetzlichen Kassen bis Ende September rund 51000 Menschen wieder aufgenommen. „Die Reform wirkt“, zieht Andreas Deffner, Sprecher des Gesundheitsministeriums, Bilanz. „Für uns gilt nach wie vor: jeder Nichtversicherte ist einer zuviel.“ Zweifelsohne besteht aber noch Informationsbedarf.

Verbraucherschützer vermuten, „dass manch einer die Risiken nicht erkannt hat und die Versicherungspflicht nicht richtig deutet“, so Heidemarie Krause-Böhm, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern.

Die richtige Wahl einer Zusatzversicherungen für die Zahnbehandlung ist mühsam

Bei Zahn-Zusatzversicherungen gibt es viele Fallen - Lesen Sie genau, bevor Sie unterschreiben

Zahnarzt mit Mundschutz bei Zahnuntersuchung
Checking the Teeth © StockArt - www.fotolia.de

Damit sich gesetzlich Versicherte individuelle Leistungen beim Zahnarzt leisten können, locken Privatkassen mit Zusatzversicherungen – und machen damit gute Geschäfte. Um 15 Prozent stiegen im Jahr 2007 die Vertragsabschlüsse.

Rund 50 Anbieter, so berichtet die „Apotheken Umschau“, werben um die Gunst des Kunden und locken ihn in einen wahren Tarifdschungel, der vom Versicherungsnehmer sorgfältiges Abwägen verlangt. Wichtigste Frage: Will er die Kosten der „Regelversorgung“ abfedern oder einen möglichst hochwertigen und optisch ansprechenden Zahnersatz bekommen?

Nur kostspielige Behandlungen zusätzlich absichern

Viele Verbraucherschützer empfehlen, nur das wirklich teure Risiko „Zahnersatz“ abzusichern und Extras wie eine Kauflächenversiegelung selbst zu bezahlen. Der erste Blick muss dem Prozentsatz an den Kosten gelten, die die Zusatzversicherung zahlt.

Aber Vorsicht: Meist wird dabei der Festzuschuss aus der gesetzlichen Versicherung mitgerechnet. Andere Anbieter werben mit „100 Prozent“, verdoppeln aber nur den Festzuschuss. Kostet die Behandlung mehr, geht dies zu Lasten des Patienten.

Ebenfalls genau studieren: Obergrenzen, die manchmal pro Jahr, manchmal über die gesamte Laufzeit gelten. Auf keinen Fall sollen Kunden Verträge annehmen, bei denen der Versicherer sich für die ersten drei Jahre ein Kündigungsrecht vorbehält, falls der Kunde „zu teuer“ wird.

Zahnzusatzversicherung: Zahnärztlicher Befundbericht und Bonusheft

Zahnarztinstrumente mit dem Kopf nach links liegend
dental tools © Mihai Simonia - www.fotolia.de

Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt können sich gleich in doppelter Hinsicht für den Patienten lohnen, besonders auch dann, wenn die Kontrollen in ein Bonusheft eingetragen werden und damit dokumentieren, dass man an den Vorsorgeuntersuchungen teilgenommen hat.

Das Bonusheft kann bei einer lückenlosen Dokumentation über einen Zeitraum von zehn Jahren erhebliche Einsparungen bei den eigenen Zahnersatzzuzahlungen ergeben, wobei manche Krankenversicherer bereits nach fünf Jahren erhöhte Erstattungen genehmigen. Bei Zahnzusatzversicherungen kann ein ärztlicher Befundbericht unter anderem mögliche Wartezeiten verkürzen.

Diesen zu beantragen ist allerdings dann empfehlenswert, wenn sich die Zähne in einem guten Zustand befinden. Fragen können nämlich dann aufkommen, wenn sich bereits Kronen und Brücken im Mundraum befinden und beschwören mitunter eine Ablehnung der Versicherung herauf. Wann der beste Zeitpunkt für den Abschluss einer Zusatzversicherung ist, kann am besten durch einen unabhängigen Versicherungsmakler herausgefunden werden.

Privatversicherte: Vorsicht bei sogenannten Hausarzttarifen

Wer sich privat krankenversichert, der sollte vor Abschluss mit den sogenannten Hausarzt-Tarifen sich die Klauseln sorgfältig durchlesen, wie der Deutsche Anwaltsverein (DAV) in Berlin rät. Oft gibt es nämlich danach Probleme bei der Behandlung von Fachärzten.

Bei einem Fall ließ sich ein Mann von seinem Hausarzt-Internisten behandeln, aber die Privatversicherung übernahm nicht, wie auch das Gericht bestätigte, die Kosten, weil dieser Arzt nicht in dem Vertrag mit aufgelistet war.

Basistarif von Privatkassen ist Pflicht

Der von der Gesundheitsreform der Regierung verlangte Basistarif hat sich durchgesetzt: Privatkassen müssen nun einen Basistarif, welcher sich auf 570 Euro im Monat bezieht, anbieten und dürfen nicht länger Patienten aus gesundheitlichen, altersbedingten Gründen oder aus ihrer Ansicht zu niedrigem Einkommen ablehnen.

Dagegen hatten fünf Versicherungen und drei privat versicherte Bürger geklagt, doch Gerichtspräsident Hans-Jürgen Papier äußerte sich, bezüglich des Eingriffs in die Berufsfreiheit, wie folgt bei der Urteilsverkündung am Mittwoch: Der Eingriff sei jedoch durch das Ziel gerechtfertigt, allen Bürgern einen bezahlbaren Krankenversicherungsschutz in der gesetzlichen oder der privaten Krankenversicherung zu gewährleisten.

Verteidigt wurde die Gesundheitsreform ebenfalls von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), welche dadurch besonders eine Verbesserung für chronisch kranke Menschen sieht.

Privatversicherte kennen sich bei den Patientenrechten besser aus

Ärzten und Krankenkassen passieren Fehler. Unnötige Behandlungen, falsche Ablehnungen, zu hohe Rechnungen. Als Patient tut man daher gut daran, seine Rechte zu kennen. Nur wenige Deutsche fühlen sich wirklich umfassend informiert. Privatversicherte jedoch wissen besser Bescheid. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der GfK Marktforschung Nürnberg bei 2.014 Bundesbürgern ab 14 Jahren im Auftrag der "Apotheken Umschau".

Nur einer von sechs Bundesbürgern (15,5%) gibt an, seine Rechte als Patient gut zu kennen. Vier von Zehn (38,4%) sagen aus, sich wenigstens etwas auszukennen. Knapp jeder Zweite jedoch bekennt, nicht ausreichend informiert zu sein.

Privatversicherte geben hier ein besseres Bild ab. Drei Viertel (76,5%) von ihnen meinen, dass sie bezüglich ihrer Rechte als Patient genügend Kenntnisse haben. Ein knappes Drittel (29,6%) meint sogar, besonders gut informiert zu sein. Nur jeder vierte Privatversicherte (23,5%) gibt zu, nicht genügend Bescheid zu wissen.

Krankenkassen decken nicht immer die Kosten einer stationären Behandlung

Blonde Frau liegt in Krankenhausbett, den rechten Arm unter das Kopfkissen gesteckt
Woman Asleep In Hospital Bed © Monkey Business - www.fotolia.de

Ein recht aktueller Fall eines Rechtsstreits zwischen einer privaten Krankenkasse und ihrem Mitglied, zeigt nach einem richterlichen Urteil auf, dass die Kassen nicht immer die Behandlungskosten eines stationären Klinikaufenthaltes übernehmen müssen.

Im dem vorliegenden Fall kam ein Patient nach dem Ausstellen eines ärztlichen Attestes mit Schmerzen in eine stationäre Behandlung. Der private Krankenversicherer weigerte sich jedoch die daraus entstehenden Kosten zu übernehmen, da aus dessen Sicht auch eine ambulante Schmerztherapie ausreichend gewesen wäre. Dieser Ansicht war auch das Oberlandesgericht (OLG) in Koblenz, das somit ein zuvor durch das Landesgericht ergangene Urteil bekräftigte.

Laut der Richter würde es den Krankenkassen zustehen, eine gerichtliche Klärung anzustreben, um herauszufinden, ob eine ambulante Behandlung ausreichend zur Heilung eines Patienten ist. Hier besteht dann auch die Möglichkeit, einen Sachverständigen zu berufen, der bei der gerichtlichen Klärung eines solchen Falles entscheidend beitragen kann. (Az.: 10 U 959/08)

Hartz-IV Empfänger können auch privat krankenversichert sein

Wie das Sozialgericht in Gelsenkirchen entschied, können auch Hartz-IV-Empfänger, wenn sie privat krankenversichert waren, beziehungsweise sind, den vollen Beitrag erstattet bekommen, dies gilt für diejenigen, die seit dem Jahr 2009 zum Basistarif versichert werden müssen.

Bei dem auslösenden Fall ging es um eine Mutter von drei Kindern, wobei bislang die Arbeitsagenturen nie die vollen Beiträge zur privaten Krankenversicherung übernahmen. Arbeitslose haben dabei schlechte Karten, denn sie müssen die eine Hälfte selber bezahlen. Aber da viele Betroffene nicht problemlos in eine gesetzliche Krankenkasse wechseln können, hat das Sozialgericht in diesem Fall sich für die Mutter entschieden.

Wie Privatversicherte bei ihrer Kasse trotz Beitragserhöhung sparen können

Kündigung oder der Wechsel in eine andere Versicherung sind nicht zu empfehlen

Holzstempel mit Schriftzug "Krankenversicherung" wird benutzt
Krankenversicherung Stempel © bilderbox - www.fotolia.de

Wer bei einer Privaten Krankenkasse versichert ist, kann aber aufgrund der letzten Beitragserhöhung trotzdem sparen, wie die Zeitschrift "Finanztest" in seiner neuesten Februar-Ausgabe berichtet. Einige Krankenkassen haben ihre Beiträge im Vergleich zum Vorjahr um teilweise bis zu 80 Euro angehoben. Um diese Erhöhung abzufangen gibt es laut "Finanztest" einige Alternativen.

Die schlechteste Lösung ist eine Kündigung, weil meistens die bisher Privatversicherten nicht mehr in eine gesetzliche Krankenkasse wechseln können. Auch eine andere Privat-Krankenkasse ist nicht sinnvoll, weil zudem bei einer Kündigung auch die Altersrückstellung verloren geht. Diese wird in den jungen Jahren erhoben, so dass steigende Kosten im Alter damit gedeckt sind.

Tarifwechsel durch individuelle Zusammenstellung

Am besten ist es, innerhalb der Versicherung Einsparungen vorzunehmen, wie beispielsweise der Wechsel in einen anderen Tarif, wobei ehemalige Ansprüche bestehen bleiben. Bei den meisten Kassen gibt es sogenannte Bausteine für die Versicherung, die man sich anstelle eines Komplett-Paketes individuell zusammenstellen kann, so das hierbei schnell einige Euro eingespart werden könnten.

Aber trotz aller Sparsamkeit, Vorsicht bei Billig-Tarifen, denn hierbei können die Leistungen sogar weit unter denen der gesetzlichen Krankenkasse liegen.

Kinder bleiben nach einer Scheidung weiterhin privatversichert

Beiträge für private Krankenversicherung mitunter Teil der Unterhaltsleistungen

Kinderärztin hört ein Kleinkind mit einem Stethoskop am Rücken ab, das Kind hält einen großen Teddy
Eine Kinderärztin hört ein Kind mit einem Stethoskop ab © athomass - www.fotolia.de

Wenn Kinder Mitglied in einer privaten Krankenversicherung sind, so haben sie auch nach einer Scheidung Anspruch darauf, wie jetzt die Richter am Oberlandesgericht in Koblenz entschieden. Bei dem vorliegenden Fall waren vor der Scheidung alle Familienmitglieder privat versichert. Nach der Trennung war die Mutter aber in einer gesetzlichen Krankenkasse und der Vater bestand darauf, dass auch das Kind bei der Mutter, als Familienmitglied, beitragsfrei versichert wird.

Da das Kind an ADHS erkrankt war und die Behandlung oftmals nur Ärzte durchführen, die Privatpatienten behandeln, wollte der Vater für das Kind eine private Zusatzversicherung abschließen, die Kosten würde er übernehmen. Aber dies lehnte die Mutter ab und so kam der Fall zum Oberlandesgericht, wo sich die Richter dann gegen den Vater entschieden.

In den Unterhaltstabellen gibt es zwar keinen extra Betrag für eine private Krankenversicherung, aber unter bestimmten Voraussetzungen können diese Beiträge doch zu den Unterhaltsleistungen gehören, so wie in diesem Fall, weil das Kind seit der Geburt einer privaten Krankenkasse angehörte.

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    Blaues Stethoskop liegt auf Euro-Geldscheinen
    stethoskop mit euro © Schlierner - www.fotolia.de

    Nachdem in letzter Zeit einige der gesetzlichen Krankenkassen Zusatzbeiträge von ihren Versicherten genommen haben, sind aber auch die privaten Versicherer teurer geworden, denn im letzten Jahr sind die Ausgaben um 4,6 Prozent gestiegen, so dass eine Beitragserhöhung von durchschnittlich 7,5 Prozent die Folge waren.

    Tücken bei der Kündigung privater Krankenversicherungen

    Doch was kann in diesem Fall der Versicherte machen? Im Rahmen der gesetzlichen Krankenkassen kann man dann problemlos einen neuen Anbieter suchen, doch bei einer privaten Krankenkasse (PVK) ist das komplizierter. Man hat zwar auch hier ein sogenanntes Sonderrecht zur Kündigung, doch kann dies aber teuer werden, weil bei alten Verträgen die ganzen Kapitalrückstellungen verloren gehen, was sich im Alter auswirkt. Auch bemessen die privaten Anbieter die Beiträge auf das Eintrittsalter des Versicherten, was bei einem Wechsel automatisch zu einem höheren Beitrag führen kann.

    Diverse Optionen zur Verminderung der Beitragskosten

    Aber um die Beitragskosten zu reduzieren hat man drei Möglichkeiten. Zum ersten kann man an den Leistungen sparen, beispielsweise statt Herrn Professor "nur" den Oberarzt und anstelle des Einzelzimmers, reicht vielleicht auch ein Doppelzimmer aus. Auch beim Zahnersatz kann man, wenn es unbedingt sein sollte, sparen. Dann gibt es noch, wie bei den Autoversicherungen, das Thema der Selbstbeteiligung, so ist dies immer gut abzuwägen, denn wer einen Betrag von über 1.000 Euro an Selbstbeteiligung vereinbart, muss dies aber auch später bei seiner Rente übrig haben. Auch ist diese Art von Beitragssenkung nur bei Selbstständigen interessant, denn bei Angestellten wird der Zuschuss des Arbeitgebers geringer. Eine zweite Möglichkeit um Kosten zu sparen ist ein Tarifwechsel, wobei man Risikozuschläge oder auch bestimmte Wartezeiten in Kauf nehmen muss.

    Schließlich gibt es noch den Basistarif, der vor allem für ältere Versicherte über 55 Jahren, die nicht mehr in eine gesetzliche Krankenkasse wechseln können, in Frage kommt. Hier werden aber die Leistungen der Privat-Krankenkasse denen der gesetzlichen angeglichen, so dass der Bonus "Patient erster Klasse" entfällt. Die maximalen Beiträge liegen bei dieser Art bei etwa 580 Euro monatlich, so wie bei den gesetzlichen Krankenkassen.

    Höhere Beiträge für private Krankenversicherung trifft vor allem Ältere

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    In den letzten zehn Jahren sind die Beiträge für eine private Krankenversicherung um etwa 52 Prozent gestiegen, wogegen die gesetzlich Versicherten nur 30 Prozent mehr bezahlen mussten, wie das Apothekenmagazin "Apotheken Umschau" schreibt.

    So retten Sie Ihr Erspartes

    Von den Erhöhungen sind besonders ältere langjährige Mitglieder der privaten Krankenkassen (PVK) betroffen, die teilweise dreifach höhere Beiträge bezahlen müssen. Wenn nun Mitglieder, die älter als 55 Jahre sind und schon 20 Jahre privat versichert waren, von ihrer privaten Krankenkasse in eine gesetzliche Krankenkasse wechseln wollen, so ist dies selten möglich. Die Möglichkeit eventuell zu einer anderen privaten Krankenkasse mit günstigeren Tarifen zu wechseln lohnt sich aber auch nicht, denn dann fallen die angesparten Altersrückstellungen weg.

    Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit, so ist ein Wechsel in den sogenannten Basistarif, der seit 2009 für jede Privatversicherung gesetzlich vorgeschrieben ist, möglich. Dieser Tarif kostet als jetziger Höchstsatz 581 Euro monatlich und dann hat man den Leistungsumfang wie bei den gesetzlichen Krankenversicherungen.

    Auch privat Versicherte sollten sich bei Reisen ins Ausland noch zusätzlich versichern

    Mini-Sonnenliege auf Sand, daneben Gelscheine - Urlaubsgeld
    Urlaubsgeld © Andre Bonn - www.fotolia.de

    Wie Stephan Caspary vom Verband der privaten Krankenversicherung in Berlin, im Apothekenmagazin "Baby und Familie" schreibt, sollten privat Versicherte, wenn sie beim Urlaub ins Ausland reisen, eventuell zusätzlich noch eine Auslandskrankenversicherung abschließen. In der Regel haben privat Versicherte gegenüber den gesetzlich Versicherten auch im Ausland Vorteile, so sind sie in Europa grundsätzlich versichert, aber in anderen Ländern gilt dieser Schutz nur zwischen einem und drei Monaten, je nach Versicherung. Aber manchmal ist es, wie Caspary sagt, doch empfehlenswert eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abzuschließen, weil damit auf jeden Fall der Transport nach Hause gesichert ist, denn nicht alle Versicherungen übernehmen diese Kosten.

    Die Kosten für eine Auslandsversicherung für eine ganze Familie gibt es schon für einen Jahresbeitrag von 15 Euro. Wer gesetzlich versichert ist, sollte sich vor Reiseantritt rechtzeitig bei seiner Kasse nach dem Versicherungsschutz erkundigen, aber hier empfiehlt sich auf jeden Fall immer eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung.

    Richtige Krankenversicherung für Babys

    Arzt untersucht Baby
    A doctor examining an cute newborn baby © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

    Wer im Jahr 2010 ein Jahres-Bruttoeinkommen von über 49.950 Euro hat, der kann sich, wenn er auch vorher in drei aufeinander folgenden Jahren die sogenannte Versicherungspflichtgrenze überschritten hat, Privat krankenversichern lassen.

    Wie jetzt auch die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt in Halle hinweist, kann somit auch ein neugeborenes Kind bei diesem Arbeitnehmer mitversichert werden, denn die gesetzliche Versicherung ist meist teurer. Der Antrag für die Aufnahme bei der Krankenkasse muss innerhalb von acht Wochen nach der Geburt erfolgen und wenn die Krankenkasse dies bestätigt hat, werden auch die seit der Geburt angefallenen Kosten rückwirkend erstattet.

    Eine Gesundheitsprüfung des Kindes entfällt, wenn es bei der gleichen Versicherung wie das Elternteil angemeldet wird, was ja eigentlich immer der Fall ist. Übrigens gilt die Versicherungspflichtgrenze nicht für Selbstständige, Beamte und Freiberufler. Die Versicherungspflichtgrenze liegt immer höher als die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze, bei der bis zu dieser Höhe Versicherte in der gesetzlichen Krankenkasse ihren dementsprechenden Prozentsatz zu entrichten haben.

    Wer privat versichert ist, kann die Kosten für das Augenlasern von seiner Privatkasse einfordern

    Viele Menschen wünschen sich, in einer Operation ihre alte Sehschärfe zurück zu bekommen. Möglich wird das durch die Methode des sogenannten „Laser in situ Keratomileusis“. Allerdings ist solch ein Eingriff nicht billig.

    Wer nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung ist, sondern sich privat versichert hat, der kann diese Kosten für ein Augenlasern von seiner Privatkasse einfordern. Dies hat der Deutsche Bundesgerichtshof beschlossen. Ein Privatversicherter kann die OP-Kosten komplett zurückfordern, wenn er eine Lasik-Operation an sich durchführen lässt.

    Das Ergebnis ist für die privaten Kassen sehr unerfreulich. Viele Jahre hatten sie versucht, einen Rechtsspruch zum Thema heraus zu zögern. Die Kosten müssen sie nun aber auf jeden Fall übernehmen, so das Gerichtsurteil.

    Vorsicht bei der Wahl einer privaten Krankenversicherung

    Großes Paragraphenzeichen vor gelb-grüner Krankenversicherungskarte
    Gesetzliche Krankenversicherung © M. Schuppich - www.fotolia.de

    Die richtige Krankenversicherung zu wählen kann heutzutage schwierig sein, denn es gibt eine Vielzahl von Versicherungen die alle mit bestimmten Angeboten locken wollen. Doch gerade wenn es um die Wahl einer privaten Krankenversicherung geht, sollte man auf bestimmte Faktoren achten.

    Dies betrifft vor allem Angestellte, die gesetzlich versichert sind und für ihre Beitragszahlungen nicht die optimale Leistung erhalten. Ihnen wird geraten, über den Wechsel zu privaten Partnern nachzudenken, welche sich ganz auf ihre Bedürfnisse einstellen.

    Denn viele Menschen entscheiden sich bei der privaten Krankenversicherung einfach für die mit den niedrigsten Monatsbeiträgen. Dabei lassen sie außer Acht, dass sie für ihre individuell benötigten Leistungen dann oftmals sehr viel draufzahlen müssen. Es lohnt sich also, im Vorfeld die Programme der verschiedenen Anbieter zu studieren und am besten holt man sich dafür Hilfe von einem unabhängigen Vermittler, welcher keiner Versicherung angehört und auf die Angebote zugreifen kann.

    Private Krankenkassen dürfen keinen Risikoaufschlag bei Schwangerschaft berechnen

    Nach einem Urteil vom Landgericht in Aachen dürfen Private Krankenkassen bei der Aufnahme von Frauen, die auch zu diesem Zeitpunkt schon schwanger sind, keinen sogenannten Risikoaufschlag berechnen.

    Im Normalfall werden Neukunden, nachdem ab Anfang dieses Jahres der Wechsel in eine Private Krankenversicherung vom Gesetzgeber erleichtert wurde, eventuell mit einem höheren Beitrag eingestuft, wenn sie irgendwelche chronische Vorerkrankungen hatten, so kann der Aufschlag bis zu 100 Prozent betragen, was besonders auch ältere Menschen beachten sollten.

    Aber wie jetzt auch das Gericht befand, gilt eine Schwangerschaft nicht als Krankheit, auch wenn höhere Kosten dabei als normal anfallen, denn so einmal die Vorsorgeuntersuchungen, der Aufenthalt im Krankenhaus bei der Geburt und auch die anfallenden Nachsorgeuntersuchungen.

    Was man bei einer privaten Krankenkassenversicherung bei Kindern beachten muss

    Auch Kinder können in einer privaten Krankenversicherung Mitglied sein, doch hierbei gibt es einiges zu beachten. Wenn beide Elternteile Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse sind, so wird das Kind auch dort problemlos mitversichert, ansonsten kann das Kind einmal bei der GKV Mitglied sein oder bei der privaten Kasse im Tarif der Eltern, aber auch ein eigener ist möglich, versichert werden.

    So gilt dies aber nur, wenn bestimmte Einkommensgrenzen bei den Eltern überschritten werden, so liegt die derzeitige Beitragsbemessungsgrenze bei jährlich bei 44.550 Euro. Die Aufnahme des neugeborenen Kindes als neuer Kunde erfolgt innerhalb von zwei Monaten mit dem Gesundheitszustand der Geburt und es erfolgen auch keine Prüfung oder Risikozuschläge. Eine private Krankenversicherung für Babys kostet ab 80 Euro monatlich, zudem können Beihilfeberechtigte, beispielsweise Beamte, dann auch für die Kinder Beihilfe erhalten.

    Bei einem Arbeitgeberzuschuss wird dieser auch für die Versicherung des Kindes bezahlt.

    Wenn Privatversicherte ihre Beiträge nicht bezahlen können, besteht nur eine Notversorgung

    Früher konnten die privaten Krankenkassen Mitglieder, die ihre Beiträge nicht bezahlten, aus der Versicherung ausschließen. Doch seit dem Jahr 2009, nach der Gesundheitsreform der damaligen Regierung mit Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), besteht für alle Bürger eine Pflicht zur Krankenversicherung, auch für Selbstständige.

    So haben sich dann viele Klein-Unternehmer bei einer privaten Krankenkasse versichert, die teilweise mit niedrigen Beiträgen geworben hatten. Aber die Privatversicherer hatten gehofft, dass diese neuen Mitglieder eines Tages auch mehr bezahlen, wenn sie mehr verdienen, doch ging diese Rechnung oft nicht auf. Auch mussten die privaten Krankenkassen ihre Beiträge zum Teil drastisch erhöhen.

    Mittlerweile bieten die Kassen diese Billigtarife nicht mehr an, aber viele Mitglieder, die Zahl liegt bei etwa 150.000, können noch nicht einmal mehr ihren Beitrag bezahlen. Besonders gilt dies für einige Klein-Unternehmer, aber auch geschiedene Frauen von Beamten, sowie Rentner.

    Wenn jemand seine Beiträge zur privaten Krankenversicherung über einen längeren Zeitraum nicht bezahlt, so werden die Leistungen ausgesetzt, so dass nur in einem absoluten Notfall die ärztliche Behandlung, beispielsweise auch bei einem Unfall, von der Kasse übernommen wird. Aber eine Behandlung zur Vorsorge oder irgendwelche Reha-Maßnahmen sind ausgeschlossen.

    Haben die Privat-Krankenversicherten wirklich einen besseren Schutz als gesetzlich Versicherten?

    Mann mit Gipsbein am Meer, Beinbruch im Urlaub, Auslands-Krankenversicherung
    gipsbein im urlaub © contrastwerkstatt - www.fotolia.de

    Normalerweise vermutet man, dass die privat Versicherten einen besseren Versicherungsschutz besitzen, wobei die Vorzüge meistens neben dem Ein-Bett-Zimmer auch die Chefarzt-Behandlungen sind. Doch wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" feststellte, leisten mehr als 80 Prozent der privaten Kassen weniger als die gesetzlichen Krankenkassen und weisen Lücken auf, so unter anderem bei der häuslichen Krankenpflege. Experten hatten aus dem dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen 85 Tarifbestandteile ausgewählt und zusätzlich aus der PVK Leistungen, die von den gesetzlichen Kassen meistens nicht erstattet werden, beispielsweise Sehhilfen, wie Brillen und Kontaktlinsen.

    Bei den Untersuchungen wurden 208 Tarifsysteme mit insgesamt 156 Kombinationsmöglichkeiten berücksichtigt, doch wie die Experten meinen, konnte kein Produkt alle 85 Tarifbestandteile abdecken. Oftmals werden diese Versicherungen nur wegen des günstigen Preises angeboten, aber besitzen nicht die nötige Qualität, so dass der Chef der Deutschen Krankenversicherung (DKV), Clemens Muth, einen Mindeststandard in den Bereichen fordert, denn oftmals werden Mängel erst in einem fortgeschrittenen Alter erkannt.

    Auf dem Markt werden somit viele Produkte mit Billigtarife angeboten, die aber sehr viele Leistungen ausschließen.

    Für Männer werden neue private Krankenversicherungen ab Dezember teurer werden

    Weil ab Dezember bei den Krankenversicherungen einheitliche Tarife für Frauen und Männer gelten, wird für Männer ein neuer Abschluss bei einer privaten Krankenkasse spürbar teurer werden. Deshalb sollten sich Männer, die also einen Wechsel in eine Privatkasse planen, dies noch vor dem 1. Dezember tun und somit noch im Oktober ihre alte Versicherung kündigen, wie auch die Stiftung Warentest in ihrer neuesten Ausgabe des Magazins "Finanztest" berichtet.

    Doch da bei den gesetzlichen Krankenkassen eine zweimonatige Kündigungsfrist besteht, so kommt man dementsprechend erst Ende Dezember aus dem alten Vertrag heraus und muss somit einen Monat lang doppelte Beiträge leisten. Aber es gibt eine Möglichkeit der sogenannten "Anwartschaftsversicherung", die einen Leistungsanspruch ausschließt, so dass die private Versicherung erst ab dem Jahresanfang, nach dem Ablauf der gesetzlichen Versicherung, in Kraft tritt.

    Auch wer noch keinen neuen Versicherer gefunden hat, der sollte trotzdem kündigen, denn man muss innerhalb der Kündigungsfrist den neuen Versicherer der alten Kasse mitteilen. Wer aber keinen geeigneten neuen Versicherer findet, der bleibt dann automatisch wieder bei der alten Krankenversicherung.

    Doch für wen lohnt sich eigentlich ein Wechsel in eine private Krankenkasse? Der Mann muss einmal jünger als Mitte 40 Jahre und gesund sein, zudem keine Familie haben, die mitversichert werden muss. Schließlich muss das jährliche Einkommen höher als 50.850 Euro sein und zusätzlich sollte auch Geld für die Krankenversicherung im Alter vorhanden sein. Aber wie "Finanztest" schreibt, sollte man nicht nur auf die niedrigeren Beiträge, sondern auch auf die jeweiligen Leistungen achten, so gibt es zum Teil besonders bei den Billigtarifen Leistungslücken, die sich später auch nicht mehr korrigieren lassen.

    Die abgeschlossenen Leistungen sollten auf jeden Fall denen einer gesetzlichen Krankenkasse entsprechen.

    Teure Medikamente für Privatversicherte brauchen nicht immer direkt bezahlt werden

    Normalerweise müssen Patienten, die privat bei einer Krankenkasse versichert sind, in der Apotheke die verschriebenen Medikamente sofort selber bezahlen. Anschließend reichen sie die Rechnung bei ihrer Kasse zur Erstattung ein und erhalten dann ihr Geld, aber dies kann manchmal einige Zeit dauern.

    Aus dem Grunde ist es bei teuren Medikamenten (mehr als 750 Euro) auch möglich, dass der Apotheker direkt mit der jeweiligen Krankenkasse abrechnet. Bei den sehr teuren Arzneien handelt es sich meistens um Krebsmedikamente, oder Mittel gegen HIV und sehr starke Schmerzen.

    Im April 2011 lief ein entsprechender Modellversuch des Deutschen Apothekerverbandes zuerst in Bayern, jetzt aber seit der Jahresmitte 2012 gilt dies für ganz Deutschland. Wenn ein privat versicherter Patient von dieser Möglichkeit Gebrauch machen will, so unterschreibt er dem Apotheker eine sogenannte Abtretungserklärung, so wie es oftmals auch bei Autoreparaturen nach einem Unfall geschieht.

    Kosten für Private Krankenkassen bei der Therapie von HIV-Patienten sind um 75 Prozent gestiegen

    Wie eine aktuelle Untersuchung der privaten Krankenkassen zeigt, sind die Kosten für die Arzneien von HIV-Infizierten in den letzten fünf Jahren um knapp 75 Prozent angestiegen. Dies liegt einmal an den höheren Medikamentenpreisen sowie auch an der steigenden Zahl der Versicherten, die an HIV erkrankt sind.

    Mittlerweile müssen die Kassen pro Verordnung 843 Euro bezahlen, im Jahr 2007 lagen die Kosten bei noch 627 Euro. Wie auch das Robert-Koch-Institut berichtet, wurden im Jahr 2011 etwa 50.000 betroffene Patienten mit einer antiretrovirale Therapie behandelt, wobei 15,2 Prozent privat krankenversichert sind.

    Bei der Analyse der Zahlen hat man auch festgestellt, dass das durchschnittliche Krankenverhältnis bei den Geschlechtern von Männer zu Frauen bei 4,5 zu 1 liegt, doch gibt es dabei noch große Unterschiede bei den einzelnen Altersgruppen.

    Besonders auffallend ist, dass immer mehr Mädchen im Alter zwischen elf und zwanzig Jahren an HIV erkranken, so dass gerade hier eine verstärkte Aufklärung angebracht ist. Aber auch bei den älteren Versicherten, über 70 Jahre, nahm die Zahl der Infektionen zu, so dass dies besonders auch für die Pflegeheime ein Problem werden kann.

    Ein großes Angebot an Zusatzversicherungen – welche sind wirklich sinnvoll?

    Heil- und Kostenplan, Geldscheine, Abdruck Gebiss
    HKP für Zahnersatz © O.K. - www.fotolia.de

    Ein Besuch beim Arzt kann schnell schonmal teuer werden und um möglichen Kostenfallen zu entgehen, setzen zahlreiche Patienten auf Zusatzversicherungen – die gibt es mittlerweile zuhauf und während viele davon als sinnvoll angesehen werden können, gibt es auch solche, die eher unnötig erscheinen.

    Generell gilt es, vor Abschluss einer Versicherung mehrere Anbieter miteinander zu vergleichen, denn dabei können immense Unterschiede zutage kommen. Vorsicht ist bei Wahltarifen von gesetzlichen Krankenkassen geboten. Hier ist es nicht nötig, Gesundheitsfragen zu beantworten, um eine Versicherung abzuschließen. Doch nachteilig ist es, dass der Betroffene sich für einen bestimmten Zeitraum – oftmals bis zu drei Jahre – an diesen Tarif binden muss und diesen nicht wechseln kann.

    Welche Gesundheitspolicen sind (nicht) wirklich sinnvoll?

    Einig ist man sich darüber, dass eine Auslandsreisekrankenversicherung gute Dienste leistet. Hier kann man im Falle einer Erkrankung oder eines Unfalls deutlich sparen, denn viele Behandlungen werden von den Krankenversicherungen nicht übernommen; gleiches gilt für den Transport zurück in die Heimat.

    Zahnzusatzversicherungen können bei häufigen Behandlungen sinnvoll sein, jedoch ist hier darauf zu achten, welche Bereiche tatsächlich abgedeckt werden. Teuer wird es für Patienten, die für einen Krankenhausaufenthalt den Status eines Privatversicherten erlangen möchten; auch hier muss man abwägen.

    Welche Privatversicherungen sind sinnvoll?

    Zwei Pflaster überkreuzt, Versichertenkarte, 10-Euroschein, Praxisgebühren
    Heftpflaster © Birgit Reitz-Hofmann - www.fotolia.de

    Es gibt Versicherungen, die ein jeder abgeschlossen haben sollte. Dazu zählen Absicherungen gegen Berufsunfähigkeit, Haftpflichtversicherung oder auch eine Risikolebensversicherung. Ergänzend dazu werden viele private Zusatzversicherungen angeboten.

    Bei einer Reise ins Ausland kann es sinnvoll sein, eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Sie deckt Krankenhausaufenthalte ab oder auch den Rücktransport bei Krankheit in das Heimatland. Hier gibt es auch unterschiedliche Klassen und Tarife, je nach den individuellen Bedürfnissen und Ansprüchen des Versicherten ausgerichtet.

    Auch Krankentagegeld- oder Krankenhaus-Zusatzversicherungen werden angeboten. Eine Zusatzversicherung garantiert dem Patienten bei einem Krankenhausaufenthalt dann nicht nur die Standardbehandlung, sondern schließt oft die Unterbringung in einem Einzelzimmer ein und beinhaltet auch die Chefarztbehandlung.

    Sinnvoll kann auf jeden Fall eine Zahnzusatzversicherung sein. Zahnbehandlungen bringen oft enorme Kosten und mit dieser Versicherung sind oft große Teile von Inlays, Kronen und anderem Zahnersatz gedeckt. Zudem leisten die gesetzlichen Krankenkassen oft nur einen geringen Anteil der Kosten, so dass diese Versicherung durchaus Sinn macht.

    Auch eine Pflegezusatzversicherung ist den Menschen angeraten, die für die hohen Kosten der Pflege im Alter nicht alleine aufkommen können. Versichern kann man sich heute nahezu gegen alles, jedoch muss jeder individuell seine Situation prüfen und dann die entsprechende Entscheidung hinsichtlich den Versicherungen treffen.

    Welche private Krankenzusatzversicherung ist sinnvoll?

    Versichern kann man sich heutzutage gegen alles, das Versicherungsgeschäft boomt, das Angebot ist groß und der Kunde weiß manchmal gar nicht, was er wirklich braucht oder nicht. Haftpflichtversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung und der Abschluss einer Risikolebensversicherung sind eigentlich fast schon ein Muss. Wie verhält es sich jedoch mit privaten Krankenzusatzversicherungen? Wann sind diese sinnvoll beziehungsweise wann lohnen sie sich für den Versicherungsnehmer?

    Zusatzversicherungen stellen eine Möglichkeit dar, um eventuelle Lücken der gesetzlichen Krankenkassen zu schließen. Der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) gibt an, dass über 20 Millionen zusätzliche Versicherungen für verschiedene Leistungen von Versicherungsnehmern abgeschlossen werden, zusätzlich noch knapp 25 Millionen Auslandsreisekrankenversicherungen.

    Sich im Ausland gegen alle Eventualitäten im Krankheitsfall abzusichern, ist nach Meinung von Experten und Verbraucherschützern auf jeden Fall sehr wichtig. Die hier ansässigen Krankenkassen kommen nicht für alle Behandlungen im Ausland auf und bezahlen im Fall der Fälle auch nicht den Rücktransport nach Deutschland. Alle anderen privaten Zusatzversicherungen sind individuell auf die unterschiedlichen Bedürfnisse ausgerichtet.

    Zahnzusatzversicherungen können sinnvoll sein, wenn jemand Wert auf gesunde Zähne im Alter legt. Kostspielige Leistungen wie Implantate sind mit günstigeren Policen jedoch auch nicht abgesichert.

    Manche Menschen schließen auch eine Versicherung ab, um im Falle eines Krankenhausaufenthaltes ein Ein- oder Zweibettzimmer zu bekommen oder vom Chefarzt behandelt werden zu können. Dies ist eine Frage des persönlichen Bedürfnisses, denn solche Versicherungen können im Jahr auch einiges kosten.

    Neben privaten Zusatzpolicen sind auch die Wahltarife der gesetzlichen Kassen eine Alternative. Hier müssen keine Zusatzfragen beantwortet werden, der Versicherte bindet sich dann nur für einen bestimmten Zeitraum an die jeweilige Kasse.

    Private Krankenversicherung bald für jeden möglich?

    Aktuell haben die Bundesbürger nicht die freie Wahl zwischen einer gesetzlichen Krankenversicherung und einer privaten Krankenversicherung. Erst ab einer bestimmten Einkommensgrenze und Selbstständige können sich zur Zeit privat krankenversichern. Laut dem deutschen Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) soll sich das zukünftig ändern. Damit macht er das Thema Krankenversicherung zum Wahlkampfthema.

    Seiner Idee nach soll es eine Basisversicherung geben, die jeder Bundesbürger hat. Wie und in welcher Höhe er sich weiter krankenversichern möchte, solle er selber entscheiden können. Derzeit liegt die Mindesteinkommensgrenze für eine private Krankenversicherung bei 47.250 Euro Bruttoverdienst im Jahr. Nach Bahrs Idee soll das gekippt werden.

    Eine Rechnung vom Arzt soll es dann ebenfalls für jeden geben. Ein privat Versicherter erhält prinzipiell eine Rechnung, die er zu prüfen hat und anschließend selber begleichen muss. Ob der Betrag komplett oder teilweise erstattet wird, hängt von der jeweiligen Versicherung ab.

    Ob Bahr mit dieser Idee erfolgreich sind wird, ist fraglich. Es gibt schließlich heftigen Gegenwind anderer Parteien. Die CDU möchte die Pflichtgrenze weder senken noch kippen. SPD und Grüne wollen die Versicherung gleich ganz abschaffen und eine Bürgerversicherung einführen. Vor- und Nachteile der bestehenden Krankenversicherungen werden immer wieder auf ein Neues diskutiert.

    Welche Vorzüge bietet die private Krankenversicherung?

    Aufgedeckte Puzzleteile, die Aufschrift Private Krankenversicherung und ein Stethoskop
    PKV © N-Media-Images - www.fotolia.de

    Das Gesundheitssystem in Deutschland ist in den letzten Jahren vermehrt in die Kritik geraten. Ein Großteil der Deutschen befürchtet sogar, dass die gesundheitliche Versorgung der Patienten in den kommenden Jahren noch schlechter ausfallen wird. Wer die Krankenversicherung frei wählen kann und nicht Pflichtmitglied der gesetzlichen Krankenkasse ist, der kann sich auch privat versichern. Viele Versicherungsnehmer fragen sich jedoch, welche Vorteile die private Krankenversicherung ihnen tatsächlich bietet.

    Eine Aufnahme in der privaten Krankenkasse ist vom Jahreseinkommen abhängig und daher nicht für jeden Versicherungsnehmer möglich. Das Mindestbruttoeinkommen liegt derzeit bei 52.200 Euro jährlich. Zudem entscheidet die Krankengeschichte darüber, ob und zu welchem Tarif man in die PKV wechseln kann.

    Wer sich allerdings in jungen Jahren verhältnismäßig günstig bei der privaten Krankenkasse versichern kann, sollte bedenken, dass die Versicherungsprämien abhängig vom Alter ansteigen und ein Wechsel in die GKV nicht ohne Weiteres möglich ist. Denn Versicherungsnehmer, die sich gegen die gesetzliche Krankenversicherung entscheiden und zur privaten wechseln, können nur zurückkehren, wenn sie eine Arbeitsstelle mit einem Einkommen unter der Einkommensgrenze annehmen oder arbeitslos werden. Zusätzlich gilt, dass ein Wechsel nur bis zum 55. Lebensjahr möglich ist.

    Neben den finanziellen Vorteilen ist auch die bevorzugte Behandlung der Privatversicherten für viele Menschen ein Grund in die PKV zu wechseln. Zwar bevorzugen viele Ärzte Patienten, die bei den privaten Krankenkassen versichert sind, doch wird dies nicht in allen Arztpraxen so geregelt. Grund für die bessere Behandlung sind die höheren Sätze, die der Arzt bei privat versicherten Patienten abrechnen kann.

    Private Krankenversicherung im Check – nur wenige Tarife bieten genug Leistung fürs Geld

    Krankenversichertenkarte wird in Kartenlesegerät gesteckt
    Hausarzt mit Kartenlesegerät beim Hausbesuch © Jürgen Fälchle - www.fotolia.de

    Die Tarife der privaten Krankenversicherer haben sich verbessert. Verbraucherschützer kritisieren jedoch die zu hohen Preise. In einer aktuellen Untersuchung hat Stiftung Warentest 107 Tarife unter die Lupe genommen. Fazit: nur fünf bieten ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

    Vorteile der Neuerungen

    Im letzten Jahr mussten die Versicherer ihre Angebote komplett umstellen. Mit der Einführung von Unisex-Tarifen haben die Gesellschaften zugleich ihre Leistungen an moderne Ansprüche angepasst.

    So bewerteten die Tester positiv, dass jetzt bereits die Standardtarife umfassende Leistungen für häusliche Krankenpflege, Psychotherapie oder Reha-Maßnahmen übernehmen. Auch Hilfsmittel werden stärker bezuschusst.

    Achtung!

    Private Tarife, die mehr bieten als die gesetzliche Krankenversicherung, sind jedoch auch entscheiden teurer und die Gesellschaften verlangen für die gleichen Leistungen unterschiedliche Beiträge.

    Wer Chefarztbehandlung, hochwertigen Zahnersatz und die Kostenübernahme von rezeptfreien Medikamenten möchte, sollte also Preise vergleichen. Während die HUK-Coburg einem 35-jährigen Angestellten rund 440 Euro monatlich in Rechnung stellt, sind es bei anderen Versicherern bis zu 330 Euro mehr – bei höherer Selbstbeteiligung.

    Nicht ganz so groß sind die Preisunterschiede für Selbständige. Mit einem Preisvergleich können aber auch sie mehr als 100 Euro monatlich sparen. Die größte Ersparnis bringen Privatpolicen nach Ansicht der Tester für Beamte. Sie können sich auch ohne Selbstbeteiligung zu erschwinglichen Konditionen versichern.

    Beitragsrückerstattung oder Steuern sparen - Privatversicherte sollten nachrechnen

    Versicherte sollten jedes Jahr genau prüfen, welche Variante für sie die günstigere ist

    Private Krankenkassen zahlen ihren Versicherten einen Teil der Beiträge zurück, wenn diese für das laufende Jahr keine Kosten geltend machen. Oft fällt die Prämie dabei höher aus als die tatsächlich gezahlten Rechnungen für Ärzte und Arzneien. Dennoch kann am Ende mehr Geld auf dem Konto sein, wenn man auf die Beitragsrückerstattung verzichtet - aus steuerlichen Gründen.

    Steuerlast

    Seit 2010 können privat Versicherte ihre Kassenbeiträge beim Finanzamt geltend machen. In Höhe des Basistarifs werden sie direkt von der Steuer abgezogen. Wer sich Beiträge von der Kasse erstatten lässt, kann die Summen jedoch nicht mehr in der Steuererklärung aufführen.

    Ergebnis: Die Steuerlast steigt.

    Individuell prüfen

    Versicherte sollten deshalb jedes Jahr genau prüfen, welche Variante für sie günstiger ist. Fällt die Entscheidung für eine Anrechnung beim Finanzamt, müssen mit der Steuererklärung entsprechende Nachweise eingereicht werden, etwa der Versicherungsvertrag oder die jährliche Beitragsrechnung.

    Krankenzusatzversicherung – weniger ist mehr

    Bei Krankenzusatzversicherungen sollte immer zunächst über den persönlichen Bedarf nachgedacht werden

    Zwei Pflaster überkreuzt, Versichertenkarte, 10-Euroschein, Praxisgebühren
    Heftpflaster © Birgit Reitz-Hofmann - www.fotolia.de

    Krankenzusatzversicherungen sind ein gutes Geschäft. Die Versicherer bieten mittlerweile eine Fülle an Leistungen und Tarifen.

    Die Kunden wiederum freuen sich, wenn sie im Krankheitsfall finanziell entlastet werden. Denn die gesetzlichen Kassen decken längst nicht mehr alle Kosten. Aber auch nicht alle beworbenen Policen sind wirklich sinnvoll.

    Bedarf klären

    Ob Zahnersatz, Brille oder Krankenhausbehandlung – private Zusatzversicherungen beteiligen sich an einer Vielzahl von Kosten. Notwendig sind die teilweise recht teuren Policen aber nicht.

    Stiftung Warentest rät etwa nur dringend zum Abschluss einer Auslandsreise-Krankenversicherung. Bei allen anderen Tarifen entscheidet der persönliche Bedarf: statt fertiger Versicherungspakete sollten Kunden deshalb möglichst maßgeschneiderte Tarife aushandeln.

    Oftmals bietet auch die gesetzliche Kasse sogenannte Wahltarife. Diese haben zwar längere Mindestbindungspflichten, dafür stehen sie auch Älteren oder Versicherten mit Vorerkrankungen offen. Risiko: wenn die Kasse den Wahltarif streicht, erlischt der Versicherungsschutz.

    Angebote vergleichen

    Jede Versicherung kalkuliert ihre Tarife anders. Wer einen optimalen Schutz zum günstigen Preis möchte, kommt also nicht umhin, Kosten und Leistungen zu vergleichen. Hinzu kommt die Frage: wie wichtig ist der Schutz für mich? Eine Zahnzusatzversicherung ist etwa für jeden Kassenpatienten interessant. Die Zuschüsse für

    decken bei weitem nicht die tatsächlichen Kosten.

    Zusatzpolicen für die Krankenhausbehandlung garantieren dagegen keine Besserbehandlung. Wenn auf der Station kein Einzelzimmer verfügbar ist, nutzt auch der Privat-Tarif nichts. Am Ende bekommt der Patient lediglich Kosten erstattet. Zudem erstatten viele Versicherungen keine Rechnungen von Privatkliniken, wenn sie keinen Vertrag mit der jeweiligen gesetzlichen Kasse des Patienten haben.

    Auch Tarife mit Krankentagegeld rechnen sich für Beschäftigte selten. Wichtig ist Krankentagegeld dagegen für Freiberufler und Selbstständige. Da die Beiträge durch die Zusatzleistung enorm in die Höhe schnellen, sollten sie besonders gut vergleichen.

    Gesetzlich oder privat? Welche Krankenversicherung die Richtige ist

    Vor einem Wechsel sollten Beschäftigte das Für und Wider der beiden Versicherungsarten abwägen

    Aufgedeckte Puzzleteile, die Aufschrift Private Krankenversicherung und ein Stethoskop
    PKV © N-Media-Images - www.fotolia.de

    Arbeitnehmer, deren regelmäßiges Bruttoeinkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) von 54.900 Euro liegt, haben grundsätzlich die Möglichkeit, zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) zu wählen. Zum Einkommen gehören auch regelmäßige Sonderzahlungen wie

    • Prämien,
    • Weihnachts- oder
    • Urlaubsgeld.

    Vor einem Wechsel sollten Beschäftigte das Für und Wider abwägen. Was in der PKV in jungen Jahren günstig begann, hat sich für viele nach 15, 20 Jahren als drückende Finanzlast erwiesen. Als Faust­regel gilt: Nach 30 Jahren hat sich der Beitrag mindestens verdreifacht.

    Unterschiede zwischen GKV und PKV

    Um nach Eintritt ins Rentenalter­ die Beiträge noch zahlen zu können, sollten Versicherte jeden Monat Geld zur Seite legen. In der GKV richten sich die Beiträge dagegen nach dem Einkommen des Versicherten - unabhängig vom Alter.

    Anders als bei den Privaten gibt es dort auch keine Gesundheitsprüfung. Bei der PKV orientieren sich die Beiträge am Alter, dem Gesundheitszustand und den vereinbarten Leistungen, auf die Versicherte jedoch ein Leben lang Anspruch haben.

    Mitversicherte und Kostenrückerstattung

    Ehepartner und Kinder ohne eigenes Einkommen sind in der Gesetzlichen beitragsfrei mitversichert. Dagegen muss in der PKV für jedes Familienmitglied eine eigene Versicherung abgeschlossen werden.

    Der Versicherte muss Rechnungsbeträge der Leistungserbringer bis zur Erstattung durch die PKV aus eigener Tasche bezahlen. Bei den Gesetzlichen genügt die Versichertenkarte, mit der Ärzte und Krankenhäuser mit der jeweiligen Kasse abrechnen.

    Vorteile privater Kranken­versicherungen

    Der Vorteil der privaten Kranken­versicherung: In den meisten Tarifen sind auch

    enthalten. Privatpatienten erhalten immer noch schneller einen Facharzttermin. Auch die individuelle Behandlung durch einen Privatarzt ist möglich.

    Streit um Erstattung der Krankenkassenbeiträge für Hartz-IV-Empfänger

    Private Versicherungen bekommen für Hartz-IV-Empfänger mehr Geld erstattet

    Holzstempel mit Schriftzug "Krankenversicherung" wird benutzt
    Krankenversicherung Stempel © bilderbox - www.fotolia.de

    Wie das Apothekenmagazin "Apotheken Umschau" in einer seiner Ausgaben berichtet, erhalten die gesetzlichen Krankenkassen nur 131 Euro pro Versicherten, der Hartz-IV-Empfänger ist. Dagegen müssen aber die Jobcenter für einen Hartz-IV-Empfänger, der Mitglied einer privaten Krankenkasse bleiben muss, monatlich 287 Euro erstatten, wie das Bundessozialgericht im vergangenen Januar entschieden hatte.

    Gesetzliche Krankenkassen verärgert

    Somit sind die gesetzlichen Krankenkassen zu Recht verärgert, denn sie müssen für diese Mitglieder tatsächlich 278 Euro durchschnittlich im Monat ausgeben. So beträgt die Summe der Ausgaben über fünf Milliarden Euro, wie Dr. Doris Pfeiffer, die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, errechnet hat.

    Da privat versicherte, wenn sie Hartz-IV- erhalten, nicht in eine gesetzliche Krankenkasse wechseln können, müssen sie beim Basistarif die Hälfte vom Beitragssatz bezahlen, was aber bis zu 156 Euro mehr als die damalige Erstattung von 131 Euro, wie die gesetzlichen Krankenkassen sie erhalten, sein konnte. Dies fand das Bundessozialgericht als unzumutbar und so erhalten die Versicherten nun den kompletten Beitrag.

    Gesetzliche Krankenkassen verlangen Erstattung durchschnittlicher Ausgaben

    Die gesetzlichen Krankenkassen verlangen jetzt vom Bund die Erstattung der durchschnittlichen Ausgaben, denn sie wollen den privaten Versicherern gleichgestellt sein. Ob aber die Hartz-IV-Empfänger rückwirkend nach dem Urteil auch von dem Jobcenter den höheren Satz ersetzt bekommen, das ist noch nicht geklärt, doch werden wahrscheinlich nur die Erfolg haben, die schon im Vorfeld Widerspruch eingelegt hatten.

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      Mitgliedschaft: Voraussetzungen zum Wechsel in die PKV und Tarife

      Ein Wechsel zu einer privaten Krankenversicherung kann zahlreiche Vorteile haben. Es müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

      Der Zugang zu einer privaten Krankenversicherung (PKV) ist in der Regel nur für bestimmte Personengruppen möglich. Dazu zählen

      • Beamte
      • Freiberufler
      • Selbstständige sowie
      • Studenten.

      Darüber hinaus haben auch Angestellte und Arbeitnehmer die Möglichkeit zu einer privaten Krankenkasse zu wechseln, wenn ihr Bruttoeinkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt.

      Prinzipiell kann jede Person eine private Krankenversicherung abschließen, wenn sie die nötigen Voraussetzungen erfüllt. Außerdem sind die privaten Krankenkassen seit 2007 dazu verpflichtet, auch Personen aufzunehmen, die keine Krankenversicherung haben.

      Will man einen Wechsel von einer privaten Krankenversicherung zu einer anderen vornehmen, gilt die Kündigungsfrist, die im Vertrag vereinbart wurde. Bei den meisten privaten Krankenkassen wird das Vertragsende zum 31. Dezember wirksam, es gibt aber auch Ausnahmen. Eine private Krankenversicherung kann man auch außerordentlich kündigen, wenn es zu Beitragserhöhungen kommt, wobei deren Höhe keine Rolle spielt.

      Selbstständige und Freiberufler

      Die jeweiligen Voraussetzungen für den Eintritt in eine private Krankenversicherung hängen auch von der jeweiligen Berufsgruppe ab. So können sich Selbstständige und Freiberufler unabhängig von ihrem Einkommen privat versichern.

      Eine Ausnahme sind jedoch bestimmte Berufsgruppen wie

      • Publizisten
      • Künstler
      • freiberufliche Gärtner und
      • Landwirte,

      die der Versicherungspflicht unterliegen. Haben diese den Wunsch zu einer privaten Krankenkasse zu wechseln, können sie sich allerdings davon befreien lassen.

      Arbeitnehmer und Angestellte

      Diese sind in der Regel bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert. Es gibt jedoch für sie unter bestimmten Umständen die Möglichkeit, zu einer privaten Versicherung zu wechseln.

      Zu einer privaten Krankenversicherung können Arbeitnehmer und Angestellte wechseln, die in den letzten drei Jahren ein Bruttoeinkommen über einer bestimmten Verdienstgrenze hatten. Dieser muss über der aktuellen Versicherungspflichtgrenze von derzeit 49.950 Euro liegen.

      Da die Beiträge zu einer privaten Krankenversicherung nur vom gesundheitlichen Zustand des Versicherungsnehmers und nicht von seinem Einkommen abhängen, sind bei einem hohen Einkommen Einsparungen durch einen Wechsel möglich. Arbeitnehmer und Angestellte, deren Einkommen jedoch unterhalb einer bestimmten Verdienstgrenze liegt, dürfen nur zwischen gesetzlichen Krankenkassen wechseln. Sie haben aber die Möglichkeit eine zusätzliche Versicherung bei einer privaten Krankenkasse abzuschließen, wenn sie bestimmte Zusatzleistungen in Anspruch nehmen wollen.

      Eine Sonderregelung gibt es für Berufseinsteiger, die damit rechnen können, dass ihr Einkommen über der JAEG liegt. Diese haben die Möglichkeit sofort eine private Krankenversicherung abzuschließen.

      Ärzte, Studenten und Beamte

      Meist problemlos zu einer privaten Krankenkasse wechseln können Ärzte, Studenten und Beamte. Für diese Gruppen ist der Abschluss einer privaten Krankenversicherung besonders profitabel, da es für sie dort Tarife gibt, die speziell auf sie zugeschnitten sind.

      Ein Wechsel zu einer PKV ist auch für Familien mit Kindern möglich, wenngleich für diese eine Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenversicherung oft finanziell vorteilhafter ist, da die Kinder dort beitragslos bei den Eltern mitversichert werden können. Es besteht jedoch die Möglichkeit, bei einer privaten Krankenkasse einen speziellen Familientarif abzuschließen.

      Der Gesundheitszustand

      Eine wichtige Voraussetzung für einen Wechsel in die PKV ist auch der Gesundheitszustand. Deshalb muss der Versicherungsnehmer zuvor einige Fragen zu seiner Gesundheit beantworten.

      Dabei müssen bestimmte Vorerkrankungen oder Unfallverletzungen, die nicht ausgeheilt sind, wahrheitsgemäß angegeben werden. Eventuell ist bei einer Vorerkrankung mit einem Beitragszuschlag zu rechnen.

      Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung

      Hat man sich als gesetzlich Krankenversicherter dazu entschlossen, in eine private Krankenversicherung zu wechseln und möchte nun wieder in die gesetzliche Form zurück, so ist dies nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich, beispielsweise bei Versicherungspflicht (z.B. als Arbeitnehmer, wenn die Versicherungspflichtgrenze überschritten wird oder durch Arbeitslosigkeit sowie bei Kindern zu Studienbeginn). Auch die Möglichkeit einer Familienversicherung ist eine entsprechende Situation.

      Des Weiteren müssen die Personen unter 55 Jahre alt sein oder folgende Voraussetzungen nicht erfüllen: keine gesetzliche Versicherung in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht sowie mindestens 30 Jahre versicherungsfrei, befreit oder auch nicht versicherungspflichtig aufgrund von Selbstständigkeit.

      Tarife

      Dem Versicherten stehen unterschiedliche Tarife zur Auswahl. Der Basistarif begrenzt sich auf den Höchstbeitrag der Gesetzlichen Krankenversicherung. Berechnet wird dieser, indem der allgemeine Beitragssatz mit der Beitragsbemessungsgrenze der Gesetzlichen Krankenversicherung multipliziert wird; hinzu kommt der durchschnittliche Zusatzbeitrag.

      Ältere Personen, die finanziell bedingt einen sehr preiswertigen Tarif brauchen, können auf den Standard-Tarif zurückgreifen. Dieser darf die Höhe des Höchstsatzes der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht überschreiten. Der Standard-Tarif gilt für Personen, die den Vertrag vor 2009 abgeschlossen haben sowie bestimmte Bedingungen erfüllen:

      • über 65 Jahre, mindestens 10 Jahre lang in der Privaten Krankenversicherung vollversichert
      • über 55 Jahre, mindestens 10 Jahre lang in der Privaten Krankenversicherung vollversichert und einem Einkommen, das unter der aktuellen Versicherungspflichtgrenze liegt

      Schließlich gibt es noch den Notlagentarif. Dieser wird für säumige PKV-Versicherte angeboten, die damit eine Umstufung in den teuren Basistarif umgehen können. Der monatliche Beitrag liegt bei 100 bis 125 Euro; Ziel ist, die angehäuften Beitragsschulden abzuzahlen, während der alte Versicherungsvertrag ruht. Anschließend kann der Versicherte in seinen regulären Vertrag zurückkehren.

      Jetzt kann jeder in die private Krankenkasse wechseln

      Für wen ein Wechsel auch sinnvoll ist und für wen das problematisch wird

      Aufgedeckte Puzzleteile, die Aufschrift Private Krankenversicherung und ein Stethoskop
      PKV © N-Media-Images - www.fotolia.de

      Nach dem letzten Urteil vom Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe müssen die privaten Krankenkasse jetzt jeden als Versicherten aufnehmen, wobei diejenigen, die ein niedrigeres Einkommen haben, einen günstigen Basistarif erhalten. Aber wie auch Verbraucherschützer sagen, sind die Rechte der Versicherten gestärkt worden, aber nicht immer sei ein Wechsel auch sinnvoll. Sinnvoll ist ein Wechsel für diejenigen, die Anspruch auf Beihilfe haben, also Beamtenanwärter, aber auch für Angestellte, die davon ausgehen, dass sie weiterhin gut verdienen werden.

      Bei wem ein Wechsel vielleicht nicht sinnvoll oder möglich ist

      Problematisch wird es bei denen, die in Zukunft eine Familie gründen wollen, denn dann muss erstens für die Frau, wenn sie zu Hause bleibt, und die Kinder jeweils eine teure Versicherung separat abgeschlossen werden. Ein Problem können auch irgendwelche Vorerkrankungen sein, so sind beim Antrag alle Gesundheitsfragen korrekt auszufüllen, selbst ein Heuschnupfen muss angegeben werden, wegen einer eventuellen asthmatischen Allergie.

      Ein weiteres Problem haben Arbeiter und Angestellte, die ein Brutto-Jahreseinkommen von mehr als 48.600 Euro haben, denn sie können erst nach drei anstelle von wie bisher einem Jahr den Wechsel von einer gesetzlichen zu privaten Krankenkasse vollziehen.

      Kostenpflichtiger Tarifwechsel bei privaten Krankenversicherungen adé

      Mitglieder von privaten Krankenversicherungen können aufatmen. Das Bundesverwaltungsgericht hat beschlossen, dass Zuschläge bei einem Wechsel des Tarifs innerhalb einer privaten Krankenversicherung keine zusätzliche Kosten mit sich bringen darf. Grund für diesen Beschluss war die Tatsache, dass Versicherungen immer wieder neue Tarife ansetzten, um Neukunden anzuwerben. Die alten Tarife wurden einfach gekündigt, womit die Vertreter der alten Tarife gezwungen waren, mehr zu bezahlen. Jedoch an einem Punkt war der Tarifzuschlag umstritten: Bietet ein komplett neuer Tarif nicht auch andere Voraussetzungen und sei somit ein Zuschlag nicht gerechtfertigt?

      Konkretes Beispiel hierfür war die Allianz, die zwar für gesunde Menschen ein neues, recht billiges Angebot machte, aber für einen Wechsel von alten Kunden in den neuen Tarif einen Zuschlag von 20% berechnete.

      Dennoch, laut Versicherungsvertragsgesetzes, darf ein alter Kunde, dessen Gesundheitszustand sich selbst nach den Kriterien des neuen Tarifs nicht geändert hat, ohne zusätzliche Kosten in den neuen Tarif wechseln.

      Experten: Wechsel in die Private Krankenversicherung gut überlegen

      Der Wechsel in die Private Krankenversicherung ist meist schwer wieder rückgängig zu machen

      Krankenversichertenkarte liegt auf dem Formular einer Heilmittelverordnung
      Heilmittelverordnung © M. Schuppich - www.fotolia.de

      Seit Anfang 2011 ist es etwas leichter geworden, in eine Private Krankenversicherung zu wechseln. Jetzt braucht man 49.500 Euro brutto pro Jahr und darf nach einem Jahr Wartezeit wechseln. Vorher war die Mindestgrenze bei 49.550 Euro und man musste drei Jahre warten.

      Kai Vogel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt vor billigen Lockangeboten. Junge gesunde Menschen würden oft mit sehr günstigen Konditionen in die Privatkassen gelockt, aber wenn sie älter und kränker würden, stiegen die Tarife kräftig mit. Außerdem müssten Kinder und Ehepartner bei den Privaten auch Beiträge bezahlen und der Wechsel zurück in die Gesetzliche Versicherung sei bis zum 55. Lebensjahr nur möglich, wenn man wieder unter den Mindestverdienst sinke, danach jedoch gar nicht mehr.

      Oliver Stenzel vom Verband der Privaten Krankenversicherungen kontert: Je früher man in eine Private wechsle, um so besser, denn dann könne man Rückstellungen für das Alter bilden. Dass in der Gesetzlichen Versicherung geringverdienende Ehepartner und Kinder bis zum 25. Lebensjahr kostenlos mitversichert seien, wäre eine sozialpolitische Leistung, die die Privatversicherung nicht bieten könne, weil hier jeder Mensch sein eigenes Risiko versicherte.

      Man könne aber im Alter in günstigere Tarife wechseln und die angesammelten Rückstellungen mitnehmen. Aber auch Stenzel weist darauf hin, dass man sich den Wechsel von der Gesetzlichen in die Private Krankenversicherung gut überlegen solle, weil es in den meisten Fällen eine Entscheidung sei, die für das ganz Leben gültig bliebe.

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        Gesetzliche Kasse muss privatversicherte Studenten auch beim Studienfachwechsel nicht wieder nehmen

        Die wenigsten Studenten setzen sich mit dem Thema Krankenversicherung sonderlich auseinander. Doch zumindest wer mit dem Gedanken spielt, nach Auslaufen der Familienversicherung zu einer privaten Kasse zu wechseln, sollte gründlich das Für und Wider prüfen.

        Einem Urteil des Sozialgerichts Trier zufolge, ist ein Wechsel zu einer gesetzlichen Krankenversicherung nämlich auch dann nicht möglich, wenn das Studienfach gewechselt wird. Im konkreten Fall hatte sich ein Student privat krankenversichern lassen und war deswegen von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreit. Als er sein Studienfach wechselte, wollte er gleichzeitig in die studentische Pflichtversicherung wechseln. Die Krankenkasse lehnte dies jedoch ab, der Student klagte. Doch das Gericht sprach der Kasse recht zu. Der Student habe darauf verzichtet, gesetzlich versichert zu werden.

        Eine solche Verzichtserklärung könne nicht ohne weiteres aufgelöst werden. Erst wenn sich der Status gänzlich ändere, der Student also sein Studium beendet habe, sei eine Wiederaufnahme möglich.

        Bei schweren Vertragsverletzungen darf eine private Krankenkasse den Versicherten kündigen

        Laut Bundesgerichtshof ist in schweren Fällen der Vertragsverletzung eine außerordentliche Kündigung möglich

        Aufgedeckte Puzzleteile, die Aufschrift Private Krankenversicherung und ein Stethoskop
        PKV © N-Media-Images - www.fotolia.de

        Eigentlich sieht das deutsche Gesetz vor, dass eine private Krankenversicherung, mit der der Versicherte seine Versicherungspflicht erfüllt, nicht von Seiten der Krankenkasse gekündigt werden darf. Dabei gibt es allerdings eine Ausnahme, wie der Bundesgerichtshof nun entschieden hat.

        Leistet sich der Versicherte eine schwere Vertragsverletzung, hat der Versicherer den Anspruch auf eine sogenannte außerordentliche Kündigung. In einem Fall, der dem Gerichtshof vorlag, hatte ein Versicherter seine Krankenkasse um rund 3.800 Euro betrogen, indem er Rezepte von Medikamenten eingereicht hatte, die ihm gar nicht verschrieben wurden. In einem anderen Fall hatte ein Versicherter einen Außendienstmitarbeiter seiner Krankenkasse mit einem Bolzenschneider angegriffen.

        Versicherungen ist Aufrechterhaltung der Verträge nicht zuzumuten

        In beiden Fällen entschied der Gerichtshof zu Gunsten der Krankenkassen mit der Begründung, dass den Versicherungen nicht zuzumuten sei die Veträge aufrechtzuerhalten. Zudem bestehe trotz der Kündigung ausreichend Versicherungsschutz für die Betroffenen, da sie die Möglichkeit haben bei einer anderen Versicherung im Basistarif unterzukommen.

        Bei privaten Pflegeversicherungen sind außerordentliche Kündigungen ausgeschlossen

        Anders hingegen sieht es bei privaten Pflegeversicherungen aus. Dort sind außerordentliche Kündigungen gänzlich ausgeschlossen, da es bei ihnen keine vergleichbaren Basistarif-Angebote gibt, so der Bundesgerichtshof.

        Wissenswertes zur Abrechnung privater Krankenversicherungen

        Der Privatpatient ist zu zwei Seiten hin ein Vertragspartner. Leistungen für die ambulante oder stationäre Behandlung werden ihm berechnet und von ihm bezahlt. Auf der Grundlage seines Vertrages mit der privaten Krankenversicherung bekommt der Versicherte die bezahlten Leistungen ganz oder teilweise erstattet.

        Bei dem Abrechnungsverfahren mit der privaten Krankenversicherung, der PKV, liegt die Betonung auf "Erstattung". Der Versicherungsnehmer, also das Mitglied in der PKV, erhält vom niedergelassenen Arzt beziehungsweise vom Krankenhaus die in Anspruch genommenen Leistungen in Rechnung gestellt.

        Seit Ende der 2000er Jahre besteht in Deutschland für alle Bürger die gesetzliche Pflicht, Mitglied in einer Krankenkasse zu sein. Der PKV-Versicherte erhält als Nachweis über seine Mitgliedschaft eine Mitgliedskarte für Privatversicherte, die so genannte PKV-Card ausgehändigt.

        Darauf sind seine persönlichen Daten gespeichert. Die werden vor dem erstmaligen Behandlungsbeginn vom behandelnden Arzt respektive Krankenhaus gespeichert, umgangssprachlich eingelesen.

        Rechtlich ändert sich jedoch nichts daran, dass der Versicherte als Privatpatient ein Auftraggeber für die Behandlung, und infolgedessen auch der Rechnungsempfänger ist. Beim Arzt beziehungsweise Krankenhaus ist jetzt lediglich aktenkundig, dass und bei welcher PKV der Patient krankenversichert ist.

        Liquidation im Original

        Im Anschluss an die erfolgte Behandlung erhält der Versicherte als Auftraggeber einige Wochen später die Arztrechnung, die umgangssprachliche Liquidation im Original mit ein oder zwei Kopien zugeschickt. Absender ist wahlweise der behandelnde Arzt selbst oder die Verrechnungsstelle, die als Dienstleister für niedergelassene Ärzte das gesamte Abrechnungsverfahren übernimmt. Zur Bezahlung fällig ist diese Rechnung in den nächsten zwei, drei oder vier Wochen.

        Im günstigsten Falle erfolgt die Abrechnung, also die Erstattung der Arztrechnung durch die private Krankenversicherung, innerhalb dieser Frist. Der Privatpatient kann dann die vorliegende Arztrechnung begleichen, ohne auf sein eigenes Erspartes zurückgreifen zu müssen.

        Abrechnungsverfahren

        Grundlage für die Abrechnung mit der privaten Krankenversicherung sind immer und ausschließlich die Originalrechnungen. Das Abrechnungsverfahren selbst wird dem Versicherten denkbar einfach gemacht.

        In ein vorgefertigtes Formular werden die vorliegenden Rechnungen chronologisch eingetragen - beispielsweise gegliedert

        • nach ambulanten und stationären Behandlungskosten
        • nach Medikamenten, sowie
        • nach Hilfsmitteln.

        Die Einzelbeträge werden zu einer Gesamtsumme für die Erstattung addiert.

        Originalbelege beilegen

        Entscheidend ist es, der Abrechnung nur Originalbelege beizufügen. Kopien werden nicht akzeptiert, und auch beglaubigte Abschriften oder Zweitschriften können zu Rückfragen bis hin zu Beanstandungen führen.

        Da es sich um einmalig vorhandene Originalbelege handelt, empfiehlt sich der Postversand per Einschreiben - entweder als Übergabe-Einschreiben, also mit persönlicher Aushändigung, oder als Einschreiben mit Rückschein. Der Versicherte sollte im Zweifelsfalle nachweisen können, dass seine private Krankenversicherung die Abrechnung erhalten hat.

        Bearbeitungszeit

        Die Bearbeitungszeit von Abrechnungen nimmt erfahrungsgemäß zwei bis drei Wochen in Anspruch. Sie verlängert sich zum Jahreswechsel, weil dann Zahl und Umfang von Erstattungsanträgen deutlich zunehmen.

        Der PKV ist bewusst, dass es dem Versicherten entgegenkommt, die Abrechnung frühzeitig erstattet zu bekommen, damit die Gutschrift noch in die Zahlungsfrist gegenüber dem Arzt oder dem Krankenhaus fällt. Von dortiger Seite wird die Überschreitung des Zahlungsziels um ein oder zwei Wochen goutiert, ohne dass gemahnt wird oder Verzugszinsen erhoben werden.

        Leistungsabrechnung überprüfen

        Die Leistungsabrechnung der PKV sollte der Versicherte sowohl inhaltlich als auch rechnerisch prüfen, ebenso wie alle zuvor erhaltenen Rechnungen auch. In beiden Fällen ist er der Vertragspartner - zur einen Seite hin als Schuldner, zur anderen als Gläubiger.

        Sollte der Erstattungsbetrag nicht mit der Summe der eingereichten Rechnungen übereinstimmen, dann gilt es, den Grund für die Abweichungen festzustellen. Möglichkeiten dafür können sein:

        • Jährlicher Selbstbehalt/Eigenanteil gemäß dem Versicherungsvertrag
        • Vertraglich nur anteilige Kostenerstattung, beispielsweise bei Zahnersatz
        • Nicht erstattungsfähige Behandlungskosten, weil die Behandlung nicht im Leistungskatalog enthalten ist

        Erstattungsanspruch an das Krankenhaus abtreten

        Bei einem stationären Aufenthalt ist es durchaus üblich, dass der Versicherte den Erstattungsanspruch gegen seine private Krankenversicherung in einer schriftlichen Erklärung an das Krankenhaus abtritt. Damit ist eine direkte Abrechnung zwischen Krankenhausträger und PKV möglich.

        Das wird dann gerne gemacht, wenn es sich um hohe Erstattungsbeträge im vier- oder gar fünfstelligen Eurobereich handelt. Die Abrechnungszeit verkürzt sich so um mehrere Wochen, weil der "Umweg über den Patienten" eingespart wird.

        Je höher der Rechnungsbetrag ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass der Patient erst dann seine Rechnung bezahlt, wenn er sie von seiner PKV erstattet bekommen hat. Diese Zeitverzögerung entfällt durch ein direktes Abrechnen zwischen Krankenhausträger und privater Krankenversicherung.

        Ärger mit der privaten Krankenversicherung? Der Ombudsmann hilft bei Streitgkeiten

        Holzstempel mit Schriftzug "Krankenkasse"
        Stempel Krankenkasse © bilderbox - www.fotolia.de

        Beschwerden von Privatversicherten haben im letzten Jahr abgenommen. Laut dem aktuellen Bericht des Ombudsmanns der privaten Krankenversicherung gibt es aber immer noch Makler, die bei der Vermittlung von Policen fehlerhaft beraten. Wer Probleme hat, weil der Versicherer bestimmte Leistungen nicht zahlt oder zu hohe Beiträge fordert, kann sich an die Schlichtungsstelle wenden.

        Mangelhafte Beratung und schlecht informierte Versicherte

        In vielen Fällen kann der Ombudsmann den Versicherten helfen. Etwa wenn die Krankenversicherung medizinisch nötige Medikamente, Behandlungen oder Hilfsmittel nicht erstatten will. Zugleich fordert er die Versicherungsnehmer auf, sich vor Vertragsabschluss besser zu informieren, denn viele Patienten erfahren erst im Gespräch mit den Schlichtern, dass ihre Police viel weniger Leistungen umfasst als gedacht.

        Neben mehr Eigenverantwortung seitens der Versicherten fordert der Ombudsmann zudem eine bessere Aufsicht über Versicherungsmakler. In der Branche tummeln sich immer noch etliche schwarze Schafe, die bei der Beratung und Vermittlung vor allem an ihre Provision denken. Verbraucher bekämen so nicht den Versicherungsschutz, den sie eigentlich wünschen.

        Einen mangelhaften Vertrag kann der Schlichter nicht ändern. Im konkreten Einzelfall gelingt es ihm jedoch häufig, die Versicherungen zum Einlenken zu bewegen und zumindest einen Teil der geforderten Kosten zu übernehmen oder fehlerhafte Berechnungen zu korrigieren.

        Arten der Selbstbeteiligung

        Als Selbstbeteiligung bezeichnet man den finanziellen Anteil an den Krankenkosten, den der Versicherungsnehmer selbst bezahlt. Durch den Selbstbehalt kann der monatliche Versicherungsbeitrag bei einer privaten Krankenversicherung gesenkt werden.

        Wer eine private Krankenversicherung abschließt, hat die Möglichkeit eine Selbstbeteiligung (SB) mit der Versicherung zu vereinbaren. Das heißt, dass ein bestimmter Anteil an den Krankenkosten vom Versicherten selbst gezahlt wird. Dafür kann er die Kosten für den monatlichen Versicherungsbeitrag senken.

        Die meisten privaten Krankenversicherungen bieten Tarife mit oder ohne Selbstbeteiligung an. Während einige Versicherer einen Selbstbehalt nur für den ambulanten Bereich offerieren, können bei anderen in allen Bereichen Tarife mit Selbstbehalt abgeschlossen werden.

        Die Höhe der Selbstbeteiligung ist allerdings höchst unterschiedlich. So kann die Summe des Selbstbehalts zwischen 53 und 5000 Euro liegen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Formen von Selbstbeteiligung. Dazu gehören:

        Generelle Selbstbeteiligung

        Bei einer generellen oder kompletten Selbstbeteiligung gilt der Selbstbehalt für sämtliche Leistungsbereiche wie Ambulant, Zahn und Stationär. Ein genereller Selbstbehalt wird jedoch nur in Kompakt-Tarifen der privaten Krankenversicherungen angeboten.

        Der Versicherte muss bis zu einer vereinbarten Höhe die Kosten bei Inanspruchnahme von Leistungen selbst übernehmen. Erst wenn diese Höhe überschritten wird, erstattet die Versicherung die Kosten. Ausgenommen sind in der Regel Vorsorgeuntersuchungen.

        Behandlungsbezogene Selbstbeteiligung

        In diesem Fall gilt der Selbstbehalt nur für bestimmte Teilbereiche, also zum Beispiel für eine ambulante oder zahnärztliche Behandlung. Diese Form der Selbstbeteiligung ist meist bei Modul-Tarifen zu finden. In den meisten Fällen bezieht sich der Selbstbehalt jedoch lediglich auf ambulante Behandlungen.

        Prozentuale Selbstbeteiligung

        Bei dieser Quoten-Selbstbeteiligung gilt der Selbstbehalt für einen bestimmten prozentualen Anteil an den Kosten. Dies können zum Beispiel 20 Prozent sein, die der Versicherte selbst trägt. Wurde jedoch die maximale SB-Eigenleistung bereits erbracht, erhält der Versicherungsnehmer eine komplette Erstattung der Kosten.

        Welche Variante sich individuell am besten eignet oder überhaupt angeboten wird, muss mit der jeweiligen Versicherungsfirma geklärt werden. Die drei SB-Formen haben miteinander gemeinsam, dass der Selbstbehalt immer für eine einzelne versicherte Person gilt und jedes Jahr erneut beginnt. Für Kinder gilt bei den meisten Tarifen nur die halbe Selbstbeteiligung.

        Von Vorteil ist ein Tarif mit Selbstbeteiligung in erster Linie für Selbstständige und Freiberufler. Eine hohe Selbstbeteiligung macht Sinn, wenn man nur selten einen Arzt aufsuchen muss und man sich vor allem gegen teure Zahnarzt- oder Krankenhauskosten absichern möchte.

        Grundinformationen und Hinweise zur privaten Krankenversicherung

        • Private Krankenversicherung - Arten, Mitgliedschaft und Leistungen

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        Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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