Dopingsubstanzen und deren Auswirkungen auf den Organismus

Wenn man von Doping spricht, ist damit die unerlaubte Einnahme von leistungssteigernden Mitteln bei sportlichen Wettbewerben gemeint. Man unterscheidet zwischen unterschiedlichen Dopingsubstanzen. Unterschieden wird zwischen verbotenen Wirkstoffen, solchen mit bestimmten Einschränkungen sowie unerlaubte Methoden zur Leistungssteigerung. Lesen Sie alles Wissenswerte über Dopingsubstanzen und deren Auswirkungen auf den Organismus.

Doping im Sport - Möglichkeiten und Verbreitung

Doping - Eine Definition

Als Doping wird die im Sport weit verbreitete Praxis bezeichnet, sich durch Einnahme chemischer und medizinischer Substanzen einen unlauteren Vorteil durch Leistungssteigerung zu verschaffen. Dabei zählen nicht alle leistungssteigernden Mittel als Doping.

Die verbotenen Substanzen sind genau definiert und werden regelmäßig in Dopinglisten veröffentlicht. Jeder Athlet trägt selbst die Verantwortung dafür, dass er Dopingmittel meidet und diese auch nicht aus Versehen in Form von Medizin konsumiert. Den beratenden Medizinern ist bekannt, welche Substanzen auf dem Index stehen.

Doping kommt vor allem im Sportbereich zur Anwendung. Durch die Einnahme bestimmter Substanzen soll die Leistung eines Athleten gesteigert werden.

Im Sport sind Dopingmittel jedoch verboten, denn viele dieser Mittel weisen erhebliche Nebenwirkungen auf, die die Gesundheit stark beeinträchtigen können. So steht neben der sportlichen Fairness auch die Gesundheit der Athleten auf dem Spiel. Bei den meisten Dopingmitteln handelt es sich eigentlich um Medikamente, die zur Behandlung von Krankheiten und nicht zur sportlichen Leistungssteigerung dienen.

Nachweis

Nachgewiesen wird Doping in Form einer Urinprobe. Diese erfolgt unter Aufsicht; es gilt, eine Manipulation auszuschließen. Sind die Sportler jünger als 16 Jahre, kann auf eine Sichtkontrolle verzichtet werden.

Es müssen mindestens 90 Milliliter abgegben werden. Mithilfe von Lab-Sticks oder Refraktometer werden ph-Wert und Dichte einer A-Probe gemessen. Hinzu kommt die Nachprüfung einer B-Probe zu einem späteren Zeitpunkt. Besteht ein Verdacht auf Doping, können weitere Tests durchgeführt werden.

Bei Verweigerung der Urinprobe wird der Dopingtest als positiv gewertet. Bei einigen Großevents sowie in bestimmten Sportarten können zusätzlich auch noch Bluttests durchgeführt werden.

Methoden, bei denen ein längerer Nachweis möglich ist

Nach Informationen der ARD haben Doping-Kontrolllabore in Köln und Moskau Methoden entwickelt, mit denen sie Dopingsündern besser auf die Schliche kommen können. Das Anabolikum Oral-Turinabol und die Substanz Stanozolol seien durch die neuen Methoden in Urinproben besser und länger als bisher nachzuweisen, erklärte der Leiter des Moskauer Dopinglabors, Grigory Rodtschenko.

Nachtests nun mit positivem Befund

Die Forscher hatten zahlreiche eingefrorene Proben Nachtests unterzogen. Dabei verwandelten sich ursprünglich negative gemessene Proben in positive Dopingbefunde. Die medizinische Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hatte sich schnell für Nachtests von Olympischen Dopingproben ausgesprochen. Zur Debatte standen alle eingefrorenen Urinproben seit den Olympischen Spielen 2006.

Dopingarten

Doping wird in drei Gruppen unterteilt. So unterscheidet man zwischen

  • verbotenen Wirkstoffen
  • Wirkstoffen, bei denen bestimmte Einschränkungen bestehen, sowie
  • unerlaubten Methoden zur Leistungssteigerung eines Sportlers.

Verbotene Wirkstoffe werden wiederum in spezielle Gruppen eingeteilt. Dazu gehören Stimulanzien, Diuretika, Anabolika, Narkotika, EPO und Blutdoping sowie Peptid- und Glykoproteinhormone.

Als Dopingmittel zählen vor allem Anabole Substanzen, die ein unnatürliches Muskelwachstum fördern. Ebenso funktionieren die Peptidhormone, die Wachstumsstoffe und ähnliche Wirkstoffe enthalten.

Weniger bekannt sind in diesem Zusammenhang die Beta-2-Agonisten, die ebenfalls einen Muskelaufbau fördern. Hormon-Antagonisten und -Modulatoren werden häufig in Diuretika und anderen Maskierungsmitteln "versteckt", sind aber bei Kontrollen sehr gut nachweisbar.

Ebenfalls verboten sind Substanzen, die eine Erhöhung des Sauerstofftransfers anregen, dabei gilt sowohl die chemische als auch die physikalische Manipulation. Verboten sind weiterhin Gen-Doping, Cannabinoide und Glukokortikosteroide. In einzelnen Sportarten sind auch Alkohol und Beta-Blocker verboten.

Die bekanntesten Dopingmittel

Die Anzahl der möglichen Dopingmittel ist nahezu endlos, und ständig werden neue Mittel entwickelt, die auf den Index gelangen. Dabei hat die Entwicklung dieser Substanzen primär meist ganz andere Anliegen als das Doping: Viele dieser Mittel werden sinnvoll zu ärztlichen Behandlung von Krankheiten und chronischen Leiden eingesetzt. Dort ist ihre Verwendung durchaus legitim.

EPO

So stammt das landläufig wohl zu den bekanntesten Dopingsubstanzen gehörende EPO zum Beispiel aus der Krebstherapie. Hier wird es eingesetzt, um nach einer Chemotherapie das Zellwachstum gesunder Zellen und roter Blutkörperchen zu fördern, die den Körper bei der Sauerstoffgewinnung unterstützen. Auf den gesunden Körper als Dopingmittel angewendet, kann EPO jedoch zu schwerwiegenden gesundheitlichen Probleme führen.

Testosteron

Ein ebenfalls sehr bekanntes Dopingmittel ist das Testosteron, bei dem es sich um ein ganz normales männliches Sexualhormon handelt. Testosteron fördert nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit, sondern wirkt auch auf die Psyche, in dem es den natürliche Aggresssionspegel erhöht.

Das bedeutet nicht, dass Testosteron-Sünder an aggressivem Verhalten erkennbar sind - im Wettkampf erhöht sich jedoch ihre Bereitschaft zum erbitterten Zweikampf. Die psychische Bereitschaft, dem Körper die letzte Leistung abzuverlangen, wird durch die Gabe von Testosteron gestärkt.

Ebenso wirkt es sich auf den Muskelaufbau aus. Auch Frauen setzen Testosteron zum Doping ein, werden dann jedoch häufig durch ihren sehr männlichen Körperbau auffällig.

Auf den folgenden Seiten dieses Artikels gehen wir genauer auf unterschiedliche Dopingsubstanzen ein.

Tabletten, Blister mit Kapseln und eine Spritze liegen auf einem Haufen
Tabletten, Blister mit Kapseln und eine Spritze liegen auf einem Haufen

Wirkungsvoller als EPO, Steroide oder Wachstumshormone - Gen-Doping im Sport

Um Erfolg zu haben, ist manchen Sportlern jedes Mittel recht. Ob EPO, Steroide oder Wachstumshormone, genommen wird, was Erfolg verspricht. Experten warnen, dass es auch bald zu Gen-Doping kommen könne.

So sei es wahrscheinlich in naher Zukunft möglich, mit gewöhnlichen Erkältungsviren Gene in das menschliche Genom einzuschleusen, die natürliche, körpereigene Stoffe bilden könnten. Ein Nachweis sei nur schwer möglich, da sowohl die Viren als auch die Hormone in jedem menschlichen Körper vorhanden seien. Einzig eine Muskel-Biopsie an der Einstichstelle könnte einen Nachweis erbringen.

Gezielte Veränderungen an Myostatin führen zu erhöhtem Muskelwachstum

Veränderungen würden nicht an der DNA, sondern an der RNA vorgenommen. Die RNA ist der Übersetzer zwischen DNA und Zielprotein.

Wird der Übersetzer zerstört, kann das Zielprotein nicht gebildet werden. Schaltet man etwa das Myostatin, einen natürlichen Regulator des Muskelwachstums, für eine bestimmte Zeit kontrolliert aus, kann man eine deutliche höhere Effizienz beim Muskelwachstum feststellen. Auch die Produktion von EPO und Wachstumshormonen kann auf diese Weise unterstützt werden.

Doper kann durch Absetzen der Substanzen das Körpertuning steuern

Der Doper kann den Mechanismus steuern, indem er die Substanz wieder absetzt. Es gibt aber auch Fachleute, die dieses Verfahren als Körpertuning bezeichnen und nicht als Doping. Allerdings machen auch sie das Zugeständnis, dass die Übergänge in solchen Fällen fließend seien.

Gefährlich kann eine virenbasierte Übertragung jedoch auch für Unbeteiligte werden. So wären dadurch auch nicht gedopte Konkurrenten, das eigene Umfeld und selbst Zuschauer gefährdet. Doping würde de facto ansteckend sein wie eine Grippe.

Haben Sportler unerlaubte Substanzen eingenommen, sind sie häufig um verrückte Ausreden nicht verlegen...

Die skurrilsten Ausreden von Doping-Sündern

Um Ausreden sind überführte Doping-Sünder meist nie verlegen. Bei manchen soll der Fitnesstrainer verantwortlich sein. Er soll ihnen eine verunreinigte Mischung aus mehreren Nahrungsergänzungsmitteln und Spritzen verabreicht haben.

Andere Sportler, die ebenfalls überführt wurden, gaben andere Erklärungen für ihr Fehlverhalten an. Ein deutscher Langstreckenläufer teilte mit, dass man ihm den muskelaufbauenden Wirkstoff Nandrolon in die Zahnpasta gemischt habe. Der Deutsche Leichtathletik-Verband sprach ihn frei, der Weltleichtathletikverband IAAF sperrte ihn dennoch.

Ein Rad-Profi aus Spanien gab an, ein von einem Helfer in Spanien gekauftes Stück Fleisch sei kontaminiert gewesen. Ein Sprint-Star aus Kanada beschuldigte seinen Erzrivalen der Sabotage.

Ein argentinischer Fußball-Nationalheld wollte nur etwas gegen eine Erkältung eingenommen haben. Sein balltretender Kollege, der zweimal überführt wurde, erklärte seine positiven Dopingproben einmal mit einem Mittel zur "Steigerung der sexuellen Leistungsfähigkeit" (2004) und ein anderes Mal mit der Einnahme eines Abführmittels (2010).

Manche rechtfertigen ihr Doping-Vergehen damit, dass es alle getan hätten. Ein Betrug sei so gar nicht möglich gewesen. Einen ganz anderen Schuldigen fand ein Radprofi nach dem Fund von Medikamenten in seinem Haus. Er gab an, das sichergestellte Asthmamittel Clenbuterol sei für seinen Hund bestimmt gewesen.

Sanktionen

Dopingsündern droht eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren. Darauf haben sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) im Anti-Doping-Gesetz geeinigt.

Auch der Besitz strafbar

Doch nicht nur die Einnahme von unerlaubten Substanzen ist demnach strafbar, sondern bereits der Besitz von Dopingmitteln. Aufgrund der Besitzerhaftung sind in diesem Fall bis zu zwei Jahren Haft vorgesehen. Die Sportgerichtsbarkeit (Schiedsgerichte) hat Vorrang vor staatlichen Gerichten.

Betroffen von der Neuregelung sind Leistungssportler. Zwar gilt das Dopingverbot auch für Freizeitsportler, doch eine Sperre haben diese nicht zu erwarten.

Ärzte und Dealer im Visier

Das Gesetz sieht zudem vor, die Weitergabe von Daten zwischen Justiz und den Kontrolleuren der Nationalen Anti-Doping Agentur (Nada) zu erleichtern. Ärzte und Dealer können ebenfalls belangt werden.

Sonstige Zielgruppen

Nicht nur bei erwachsenen Leistungssportlern spielt Doping eine Rolle.

Doping bei Hobby-Athleten

Tisch voll mit bunten Tabletten in Blistern und Pillengläschen
Tisch voll mit bunten Tabletten in Blistern und Pillengläschen

Wie eine Studie zeigt, greifen Hobby-Athleten beim Doping nicht nur zu körperlich, sondern auch zu geistig steigenden Mitteln. Für ihre Untersuchung haben die Forscher von der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz (JGU) und von der Eberhard Karls Universität Tübingen, knapp 3.000 Hobby-Athleten, die für den Triathlon trainieren, anonym bei Veranstaltungen in Frankfurt, Regensburg und Wiesbaden befragt.

Als Ergebnis kam heraus, dass etwa 13 Prozent der Befragten in den letzten zwölf Monaten zu illegalen Doping-Mitteln für eine körperliche Leistungssteigerung gegriffen haben. Bei den Mitteln, die sich auf eine gesteigerte Hirnleistung auswirken, wurde ein Prozentsatz von 15,1 Prozent ermittelt. Dabei handelt es sich um Substanzen beispielsweise

Bei den Mitteln für eine körperliche Leistungssteigerung handelt es sich einmal um Anabolika, sowie auch Wachstumshormone sowie EPO. Die Einnahme dieser Mitteln ist aber beim Leistungssport verboten. Auch greifen eher Männer als Frauen zu diesen unerlaubten Mitteln, so nehmen etwa 13,7 Prozent der Männer, aber nur 8 Prozent der Frauen unerlaubte Mittel zur Leistungssteigerung ein.

Bei dem in den oben genannten Wettkämpfen handelt es sich um den Triathlon, wobei einmal die Version des klassischen "Ironman" oder auch die halbe Distanz absolviert wurde. Bei der klassischen Variante müssen die Teilnehmer vier Kilometer Schwimmen, anschließend 180 Kilometer Radfahren und schließlich kommt noch der Marathonlauf (42 Km) dazu. Bei der Befragung wurde die so genannte "Randomized Response Technique" (RRT) eingesetzt, die auch bei besonders heiklen Fragen ein besseres Beurteilungsergebnis verspricht.

Aufputschmittel Koffein

Noch vergleichsweise harmlos ist das beliebte Aufputschmittel Koffein. Im Grunde spricht nichts gegen eine gute Tasse Kaffee am Morgen. So mancher übertreibt es damit aber bewusst und will durch Koffeintabletten Nerven und Muskeln anregen.

Die große Gefahr dabei: das natürliche Körpergefühl für die eigene Leistungsgrenze geht verloren. Die Folge können Erschöpfungszustände bis zur Ohnmacht und im schlimmsten Fall ein Herzstillstand sein.

Gegen eine Tasse Kaffee am Morgen ist nichts einzuwenden
Gegen eine Tasse Kaffee am Morgen ist nichts einzuwenden

Körpertuning durch Anabolika

Ein trauriger "Klassiker" beim Doping: Anabolika. Überehrgeizige Sportler wollen damit noch schneller den Traumkörper bekommen und zahlen schnell einen hohen Preis.

Gemeint ist damit nicht der finanzielle Einsatz, sondern das Spielen mit der Gesundheit. Anabolika können

  1. Krebs in der Leber triggern,
  2. Thrombosen und damit Herz- und Hirninfarkt verursachen und auch
  3. Depressionen treten immer wieder auf, da die Hirnchemie sich ändert.
In weiß gekleidete Frau hält einen Haufen blauer und weißer Pillen und Kapseln in der Handfläche
In weiß gekleidete Frau hält einen Haufen blauer und weißer Pillen und Kapseln in der Handfläche

Schmerzmittel im Kampfsport

Wer Kampfsport betreibt und sich durch Schmerzen nicht aus dem Konzept bringen lassen möchte, der nimmt vor Wettkämpfen Narkotika. Illegal wird dafür meist über dubiose Internetfirmen

  • Methadon,
  • Morphin oder gar
  • Heroin

gekauft. Dabei entsteht schnell eine Sucht, die das komplette Leben zerstören kann. Auch psychische Erkrankungen oder Lähmungen der Lunge und damit ein Erstickungstod sind möglich.

Diuretika zur Entwässerung

Ebenfalls als privates Dopingmittel missbraucht: das Medikament Diuretika. Es wird in der Medizin genutzt, um mehr Urin auszuscheiden und ist im Einsatz, wenn es Ödeme zu behandeln gilt.

Das Ausschwemmen von Flüssigkeit ist aber auch unter Sportlern beliebt, die schnell an Gewicht verlieren wollen, um beispielsweise im Wettkampf eine bessere Gewichtsklasse zu bekommen. Dafür nehmen die Sportler das hohe Risiko von Herzrhythmusstörungen und Thrombosen in Kauf.

Unbewusstes Doping im Freizeitsport

Doping ist auch im Freizeitsport weit verbreitet. Viele Hobbysportler wissen jedoch gar nicht, dass sie verbotene Substanzen einnehmen.

Schon Hustensaft oder Kräutertee können Dopingmittel enthalten. Das größte Risiko geht von Nahrungsergänzungsmitteln aus.

In einem Labortest enthielten 15 Prozent der Produkte unerlaubte Steroide oder Stimulanzien. Das Problem: auf der Packung sind die Stoffe nicht ausgewiesen.

Tückische Energieriegel

Der Zusatz von Dopingsubstanzen in Energieriegeln, Drinks und Fitness-Kapseln ist oftmals gar nicht beabsichtigt. Experten schätzen, dass viele Stoffe in die Nahrungsergänzungsmittel geraten, weil die Abfüllanlagen nicht ausreichend gereinigt werden. Welche Produkte in der Vergangenheit negativ aufgefallen sind, können Sportler in der so genannten "Kölner Liste" nachlesen.

Erkältungssaft: Doping aus der Apotheke

Mit einer Erkältung sollten Sportler das Training ruhen lassen. Wer dennoch zum Wettkampf antritt, könnte wegen eines simplen Hustensaftes bei der Dopingkontrolle auffliegen.

Enthält der Wirkstoff Ephedrin, wäre der Athlet gesperrt. Ebenso bei krampflösenden Mitteln gegen Bronchitis oder Asthma: sie enthalten häufig das anabole Steroid Clenbuterol.

Dopingfalle Kräutertee

Ephedrin wird nicht nur künstlich zugesetzt. Der Wirkstoff aus der Ephedra-Pflanze kann auch ganz natürlich im Kräutertee vorkommen.

Betroffen sind vor allem asiatische Teemischungen mit Meerträubel oder Ma-Huang. Auch der chinesische Abnehm-Tee "LiDa Meizi Tee" war im Test mit illegalen Substanzen versetzt. Forscher konnten den Wirkstoff Sibutramin nachweisen, der international auf der Dopingliste steht.

Doping bei Kindern

Dopingkontrollen gehören im Leistungssport zum Alltag. Nicht jedoch bei Kindern und Jugendlichen.

Kampfrichter und Verbandsvertreter sind allerdings sicher, dass schon beim Nachwuchs mit Pharmazeutika experimentiert wird. Sie warnen vor allem die Eltern, ihren Kinder unbedacht Medikamente zu geben.

Im Schwimmsport beobachte man zum Beispiel häufig junge Athleten, die kurz vor dem Start mit Asthmaspray ihre Bronchien weiten, damit diese mehr Sauerstoff transportieren können. Ebenso würden Blutverdünner wie Aspirin eingesetzt, um die Atmung zu erleichtern.

Verantwortlich sind allerdings nicht Trainer oder Vereine. Der sportliche Ehrgeiz lässt vor allem die Eltern zu unlauteren und teilweise gefährlichen Mitteln greifen.

Ohne Doping geht es auch - mit der richtigen Ernährungsweise...

Leistungsstark ohne Doping - Wie Ernährung helfen kann

Das Doping im Sport ist ebenso verpönt wie verboten. Wer die Regeln missachtet, der gefährdet nicht nur seine Gesundheit und mitunter auch sein Leben, sondern verhält sich auch unfair den anderen Sportlern gegenüber. Dennoch ist Doping im Leistungssport weit verbreitet, und nicht immer greifen die Kontrollen.

Die Substanzen, deren Einsatz als Doping gilt, sind klar definiert. Unter ihnen finden sich auch viele Medikamente, die unter Umständen regulär verordnet werden.

Generell wäre es wünschenswert, dass alle Sportler auf den Einsatz von Dopingmitteln verzichten. Doch nicht nur unerlaubte Substanzen können die Leistungsfähigkeit verbessern: Auch viele legale, natürliche und gesunde Hilfsmittel tragen dazu bei, dass der Körper schneller regeneriert, mehr Kraft aufbaut und leistungsfähiger ist.

Durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann jeder Sportler viel zu seiner Leistungsfähigkeit beitragen und sie verbessern. Einige wichtige Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmittel zur Leistungssteigerung und zum Leistungserhalt stellen wir Ihnen hier vor.

Ausreichende Kalorienzufuhr

So banal es klingen mag, so häufig wird es auch missachtet. Viele Sportler möchten ihr Gewicht reduzieren oder auf einem niedrigen Niveau halten und ernähren sich deshalb nicht ausreichend gut. Der Körper benötigt jedoch, um volle Leistung bringen zu können, eine entsprechende Menge an Kalorien, aus denen er seine Kraft und Energie gewinnen kann.

Eine einfache Faustregel besagt, dass der Sportler essen soll, wenn er Hunger verspürt. Mit Hunger kann man keine Leistungen erbringen.

Eiweiß zum Muskelaufbau

Wer hart trainiert, der möchte damit seine Muskulatur kräftigen. Kräftiger zu werden, das bedeutet für die Muskeln, dass sie wachsen. Ein Muskelaufbau muss stattfinden.

Dazu benötigt der Körper Eiweiß, das in dieser hohen Dosis nur schwer über normale Lebensmittel zugeführt werden kann. Eiweißpulver mit Milch zu einem Shake angerührt ist nicht nur eine leckere und kalorienreduzierte Zwischenmahlzeit, sondern unterstützt auch das Muskelwachstum.

Tablett-PC mit Ernährungs-App auf einem Tisch mit einer bunten Mischung an gesunden Obst- und Gemüse
Tablett-PC mit Ernährungs-App auf einem Tisch mit einer bunten Mischung an gesunden Obst- und Gemüsesorten

Fette

Auch wenn Sie fettarm essen und auf Ihr Gewicht achten, so sollten Sie dennoch daran denken, dass der Körper auch Fette benötigt, um viele andere Lebensmittel zu spalten, aufzunehmen und zu verwerten.

Eine komplett fettfreie Ernährung wäre also sehr kontraproduktiv. Nehmen Sie Fette über gesunde Lebensmittel zu sich, meiden Sie jedoch industrialisierte Fette und Fast Food.

Mineralstoffe und Vitamine

Unterstützen Sie die Regenerations- und Leistungsfähigkeit Ihres Körpers durch die Zufuhr lebenswichtiger Mineralstoffe und Vitamine.

sind wichtige und sinnvolle Nahrungsergänzungsmittel in harten Trainingsphasen.

Wie Sie das falsche Essen zum Doping-Sünder macht

Trotz hehrer Absichten ist der Anti-Doping-Kampf mittlerweile zu einem Konstrukt aus Regularien und Überwachungen mutiert, das die Persönlichkeitsrechte der Athleten so sehr einschränkt, dass in Belgien die Verfassungsrichter über dessen Rechtmäßigkeit urteilen müssen. Dazu stellt die tägliche Sportberichterstattung nicht selten eine Selbstherrlichkeit zur Schau, die an eine Hexenjagd erinnert.

Vor diesem Hintergrund ist es interessant zu wissen, dass selbst ehrliche Sportler mit einem positiven Anti-Doping-Test rechnen, wenn Sie beim Essen zufällig die falsche Wahl getroffen haben. Drei Beispiele aus der Praxis machen die Gefahr einer vorschnellen Verurteilung deutlich.

Eberleber

Eine Studie des Nationalen Labors für Veterinärmedizinische Forschung Portugals ergab, dass der Fleischverzehr von nicht kastrierten Ebern zu positiven Dopingtests führen kann. Demnach wiesen die Testpersonen nach dem Genuß von Eberleber im Blut Abbauprodukte des leistungssteigernden Hormons Nandrolon auf.

Dabei überschritt die Konzentration die Dopinggrenzwerte um das 10- bis 100-fache. Niederländische Studien bestätigen, dass Würste, die Leber von nichtkastrierten Ebern beinhalten, hohe Nandrolon-Werte aufweisen.

In Deutschland wird im Allgemeinen kein Eberfleisch verarbeitet, da bei der Verarbeitung unangehmen Geruch entsteht. Jedoch in Ländern Südeuropas, sowie in Frankreich und den Benelux-Staaten ist es durchaus üblich. Wer kurz vor einem Wettkampf Schweinefleischprodukte aus diesen Gebieten verzehrt hat, sollte vorsichtshalber vor dem Wettkampf einen Dopingtest durchführen lassen, um sich nicht den Verdacht des Dopings zu bezichtigen.

Syn-Ephedrin

Syn-Ephedrin ist eine Substanz, die häufig in so genannten "Fatburnern" zum Einsatz kommt. Diese sollen die Thermogenese ankurbeln und so zu einem erhöhten Kalorienverbrauch führen. Sportler wie auch Fitness-Fans, die solche Produkte konsumieren wollen, sollten dabei im Hinterkopf haben, dass Syn-Ephedrin eine Vorstufe von Ephedrin ist.

Ephedrin steht auf den Dopinglisten und darf in fast allen westlichen Kulturen nur als verschreibungspflichtiges Medikamen vertrieben werden, weil es zu

führen kann. Trotz der chemischen Verwandtschaft hat Syn-Ephedrin zwar nicht diese Nebenwirkungen, weshalb es durchaus im Rahmen einer kalorienreduzierten Diät zu sichtbaren Erfolgen führen kann, allerdings spricht es die gleichen Marker wie Ephedrin an. Das bedeutet also, wenn ein Sportler seine Diät mit dem legalen Syn-Ephedrin supplementiert und eine Anti-Doping-Probe abgeben muss, das ein positives Testergebnis zur Folge haben kann.

Kaffee

Das in aller Welt beliebte Getränk und gewürdigte Muntermacher steht zwar nicht auf der Dopingliste, jedoch sein Koffein. Je nach Sportart dürfen die Athleten nur eine bestimmte Menge an Koffein im Blut haben.

Wenn man jedoch am Frühstückstisch zu seinem Kaffee auch einen Grapefruit-Saft trinkt, schalten Enzyme die unmittelbare Aufspaltung des Koffeins für mehrere Stunden fast komplett aus. Jede weitere Tasse des schwarzen Bohnensaftes führt dann zu einer Anhäufung des Koffeins, das unter normalen Umständen relativ rasch abgebaut werden würde, und zu einer Überschreitung des in den Dopinglisten geforderten Limits führen.

Quellen:

  • Ralf Junkes: Die Geschichte des Dopings im Sport und der Kampf gegen Doping am Beispiel der Sportart Leichtathletik, Diplomarbeiten Agentur diplom.de, 2000, ISBN 3838648021
  • Karl-Heinrich Bette und Uwe Schimank: Doping im Hochleistungssport: Anpassung durch Abweichung, Suhrkamp, 2006, ISBN 3518119575
  • Franz Mares: Doping im Spitzensport: STH, Steroide, EPO, Pro-Hormone und mögliche Alternativen, Ibera, 2004, ISBN 3850521060
  • T. Wörz, T. Schröder-Klementa und S. Kranawetter: Doping: Aufklärung und Maßnahmen der Prävention, Dustri, 2007, ISBN 3899674243
  • Christian Paul: Grenzwerte im Doping. Naturwissenschaftliche Grundlagen und rechtliche Bedeutung, Duncker & Humblot, 2004, ISBN 3428112997
  • Erich Vogl und Martin Sörös: Spritzenleistungen. Doping und die Zukunft des Sports, Ueberreuter, Carl, Verlag GmbH, 2008, ISBN 3800073528

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