Die Geschichte der Organtransplantation und welche Punkte nach dem Eingriff zu beachten sind

Hände eines Arztes bei Nierentransplantation

Von den ersten Versuchen bis zur erfolgreichen Organtransplantation, was nach einer Transplantation beim Verreisen zu beachten ist und die richtige Ernährung

Bei einer Organtransplantation wird organisches Material verpflanzt. Erste Versuche gab es bereits im 17. Jahrhundert.

Geschichte der Organtransplantation

Die Organtransplantation zählt zu den größten Herausforderungen der Medizin. Bis zu ihrer erfolgreichen Durchführung war aufwendige Forschungsarbeit nötig.

Die ersten Versuche

Erste Versuche einer Organtransplantation wurden im 17. Jahrhundert durchgeführt. So versuchte man Gewebe, das von Rindern, Hühnern oder Hunden stammte, auf die Haut von Menschen zu verpflanzen, was jedoch misslang. Warum sich Organe von Tieren nicht auf Menschen übertragen ließen, wusste man seinerzeit noch nicht.

Der französische Chirurg Alexis Carrel (1873-1944) stellte durch verschiedene Versuche fest, dass es zwar möglich war, erfolgreich Organe innerhalb eines Körpers zu verpflanzen, fremde Organe jedoch abgestoßen wurden. Da sich dieses Problem nicht lösen ließ, trat man bei der Organtransplantation zunächst auf der Stelle.

Die erste Verpflanzung von Schilddrüsengewebe

1883 gelang dem Schweizer Arzt Theodor Kocher (1841-1917) erstmals die Verpflanzung von menschlichem Schilddrüsengewebe bei einem Patienten, dem man zuvor die Schilddrüse entfernt hatte.

Im Jahre 1944 machte der britische Zoologe Sir Peter Medawar (1915-1987) wichtige Erkenntnisse. So entdeckte er bei Hauttransplantationen, die er an Tieren vornahm, Mechanismen und Eiweißmoleküle, die den Abstoßungsprozess des Organismus hervorriefen.

Die erste Nierentransplantation

Die Forschungen an der Organtransplantation wurden nach dem Zweiten Weltkrieg fortgesetzt. Schließlich gelang es 1954 dem Amerikaner Joseph E. Murray, einem Patienten erfolgreich eine Niere seines Zwillingsbruders einzusetzen. Die Abstoßung des Körpers blieb aufgrund der Ähnlichkeit der Gewebeeigenschaften aus.

Fünf Jahre später konnte Murray sogar erfolgreich eine Nierentransplantation zwischen genetisch unterschiedlichen Menschen durchführen.

Die Abstoßungsreaktion des Körpers wurde durch die Gabe von Kortison und einer Ganzkörper-Röntgenbestrahlung verhindert. Auf diese Weise funktionierte die Niere 20 Jahre lang.

1962 wurde schließlich auch zum ersten Mal erfolgreich die Niere eines Verstorbenen verpflanzt. Diesmal verhinderte Murray die Abstoßung des Organs mithilfe des Medikaments Azathioprin.

Weitere Organtransplantationen

Nur ein Jahr später transplantierte man auch die erste Lunge und die erste Leber. 1965 folgte die erste Bauchspeicheldrüsentransplantation.

Im Jahre 1967 sorgte der südafrikanische Chirurg Christiaan Barnard (1922-2001) für Aufsehen, als es ihm gelang, ein Herz zu transplantieren. Allerdings starb der Patient bereits 18 Tage später an einer Lungenentzündung.

Ebenfalls 1967 fand im niederländischen Leiden die Gründung der Stiftung Eurotransplant statt. Seither sorgt diese Organisation für die Vermittlung von passenden Organspenden.

Die Entwicklung von Immunsupressiva

In den 60er Jahren gelang es amerikanischen Wissenschaftlern endlich, ein wirksames Medikament zur Vermeidung der Abstoßungsreaktion des Körpers zu entwickeln. Diese so genannten Immunsupressiva sind in der Lage, die Immunabwehr des Patienten spezifisch zu unterdrücken, sodass das transplantierte Organ nicht abgestoßen wird.

Im Laufe der Zeit gelang es der Medizin, die Transplantationstechnik immer weiter zu entwickeln. Ein Problem stellt jedoch nach wie vor der Mangel an Organen dar.

Menschen, bei denen eine Organtransplantation durchgeführt worden ist, müssen danach auf einige Dinge achten, beispielsweise, wenn es um die richtige Ernährungsweise oder das Verreisen geht...

Ernährung nach Transplantation – wenig Fett und regelmäßige Essenszeiten

Nach einer Organtransplantation bessert sich die Lebensqualität meist schnell. Auch der Appetit kehrt zurück. Damit Blutdruck, Cholesterin und Gewicht im gesunden Rahmen bleiben, sind aber bestimmte Regeln bei der Ernährung zu beachten. Ein konsequenter Speiseplan kann auch die Lebensdauer des neuen Organs fördern.

In den ersten Monaten nach einer Transplantation müssen die Betroffenen auf vieles achten. Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle für die Genesung und das Überleben des neuen Organs. Manche Medikamente haben einen negativen Einfluss auf den Stoffwechsel: ein konsequenter Speiseplan verbessert die Lebensqualität.

Wenig Zucker, wenig Fett

Meist freuen Patienten sich schon wenige Tage nach der Operation wieder auf das Essen; das verordnete Kortison steigert den Appetit zusätzlich. Um eine übermäßige Gewichtszunahme zu vermeiden, sollten Sie deshalb kalorienreiche Speisen nur in kleinen Mengen zu sich nehmen.

Empfehlenswert sind

– also alle Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung.

Viele immunsuppressive Medikamente führen zu einer Erhöhung von Blutzucker und Cholesterinspiegel.

  • Auch wenn der Arzt ein cholesterinsenkendes Mittel verschrieben hat, sollten die Betroffenen zusätzlich auf cholesterinarme Lebensmittel achten.
  • Um das Risiko für Diabetes möglichst gering zu halten, ist Süßes außerdem nur in Maßen erlaubt.

Auf Salz und Kalzium achten

Neben Fett und Zucker kann auch Salz die Gesundheit beeinträchtigen. Einige Immunsuppressiva erhöhen den Blutdruck, der durch Flüssigkeitseinlagerungen im Körper zusätzlich gesteigert wird. Um die Werte niedrig zu halten, sollten Organtransplantierte deshalb mit Salz knausern. Alternative: Kräuter und Gewürze.

Patienten, die für längere Zeit Prednison einnehmen, sollten außerdem einer Osteoporose vorbeugen. Das Kortison vermehrt die Ausscheidung von Kalzium, bei einem zu geringen Angebot in der Nahrung mobilisiert der Organismus die im Knochen eingelagerten Mineralstoffe. Neben Kalziumpräparaten lässt sich dem Knochenschwund mit kalziumreicher Ernährung entgegenwirken, etwa in Milchprodukten.

Fett beeinflusst Wirkung von Medikamenten

Um ihr Gewicht zu halten, sollten Organstransplantierte möglichst mager essen. Ein hoher Fettgehalt in der Nahrung ist aber noch aus einem anderen Grund gefährlich: Das Fett kann die Aufnahme der Immunsuppressiva in das Blut beeinträchtigen. Nach einer fettreichen Mahlzeit können die Wirkstoffmengen im Blut schwanken, eine Über- oder Unterdosierung entsteht. Im Extremfall droht eine Abstoßung des transplantierten Organs.

Damit der Wirkstoffspiegel konstant gleich bleibt, sollten der Fettanteil in der Nahrung durchweg nicht mehr als 30 Prozent der Kalorien ausmachen.

Außerdem wichtig: Regelmäßige Zeiten zum Essen und zur Medikamenteneinnahme. Auch der vorgeschriebene Abstand zu den Mahlzeiten sollte unbedingt eingehalten werden.

Infektionen vermeiden

In den ersten Monaten nach der Transplantation ist die Infektanfälligkeit besonders hoch, da die Patienten hohe Dosierungen an Immunsuppressiva benötigen. In dieser Zeit sollten Sie deshalb konsequent auf eine keimarme Ernährung achten.

Waschen Sie vor dem Zubereiten von Speisen Ihre Hände und Küchengeräte mit heißem Seifenwasser ab. Schneidebretter, auf denen Sie Fleisch oder frischen Fisch zubereitet haben, sollten auch nach dem Gebrauch sofort heiß abgespült werden.

  • Garen Sie Fleisch immer vollständig durch.
  • Meiden Sie rohe Lebensmittel wie Sushi, Mett oder rotes Roastbeef. Auch Speisen, die rohes Ei enthalten, sind gefährlich.
  • Reinigen Sie Obst, Salat und Gemüse besonders gründlich
  • Verzichten Sie auf Salatbuffets
  • Beachten Sie das Haltbarkeitsdatum

Was nach einer Transplantation beim Verreisen zu beachten ist

Es ist für Organtransplantierte durchaus möglich, bereits innerhalb des ersten Jahres nach dem Eingriff in den Urlaub zu fahren. Der eigenen Gesundheit zuliebe sollten sie sich allerdings an einige Regeln halten.

Geschwächtes Immunsystem durch Immunsuppressiva

Das Problem sind vor allem die anfangs hoch dosierten speziellen Medikamente, die das Immunsystem herabsenken, um eine Abstoßungsreaktion des Körpers zu vermeiden. Sie machen den Betroffenen besonders anfällig für Bakterien- und Virusinfektionen verschiedener Art.

Darauf ist zu achten

Am sichersten ist es daher, im eigenen Land oder im nahe gelegenen europäischen Ausland Urlaub zu machen.

Besonders wichtig sind:

Krasse Klimaschwankungen sind oft eine zu starke Belastung. Zudem ist es ratsam, wenn man sich gut in der Sprache des Reiselandes verständigen kann.

Vorsicht beim Baden

Besonders sorgfältig will die Reise geplant sein, wenn es sich um einen Badeurlaub handeln soll. An manchen Badeseen und Strandabschnitten ist die Keimbelastung relativ hoch.

Hier sollte man sich vorher genau über die Wasserqualität informieren, um Hautausschläge und Magen-Darm-Beschwerden zu vermeiden. Stehende und flache Gewässer sind dabei gefährdeter als die Meeresküsten.

Reiseunterlagen und Reiseapotheke

Selbstverständlich sollte an alle wichtigen Reiseunterlagen gedacht werden, die Reiseapotheke sollte voll ausgestattet sein und es ist stets wichtig, auf einen gründlichen Sonnenschutz zu achten.

Grundinformationen zur Organtransplantation

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Nierentransplantation15 © horizont21 - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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