11. April 2011
Organtransplantierte können weitgehend normal essen. Dabei sollten sie allerdings Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin im Auge behalten. Außerdem gilt es einiges zu beachten, damit die Mahlzeiten die Wirksamkeit der lebensnotwendigen Medikamente nicht beeinflussen. Dazu gehört vor allem eine fettarme Kost.
Organtransplantierte sind aus zwei Gründen besonders anfällig für Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen: Damit das transplantierte Organ nicht abgestoßen wird, sind sie auf Medikamente angewiesen, die das Immunsystem herabsetzen (Immunsuppressiva). Einige dieser Medikamente, vor allem Kortison, regen den Appetit an, sodass viele Betroffene nach der Operation rasch zunehmen und zu Übergewicht neigen – einem der wichtigsten Risikofaktoren für Diabetes und Bluthochdruck. Zusätzlich können einige immunsuppressive Medikamente als Nebenwirkung den Blutdruck, Blutzucker oder Cholesterinspiegel erhöhen. Mit Fett, Zucker, Salz und Alkohol sollten Transplantierte daher sehr sparsam umgehen. Stattdessen gehören viel frisches Obst und Gemüse, fettarme Milch sowie mageres Fleisch und Fisch auf den Speiseplan.
Nahrung mit einem hohen Fettgehalt kann die Wirkstoffaufnahme bestimmter Immunsuppressiva ins Blut beeinflussen. Eine gleichmäßige Wirkstoffaufnahme ist bei diesen Medikamenten jedoch besonders wichtig, um eine Über- oder Unterdosierung und damit Abstoßungen oder Nebenwirkungen zu vermeiden. Um ernährungsbedingte Schwankungen des Wirkstoffspiegels zu verhindern, sollten sich Transplantierte durchgehend fettarm ernähren, regelmäßige Essenszeiten einhalten und die Medikamente stets nach Vorschrift im gleichen Abstand zu den Mahlzeiten einnehmen. Vor allem Medikamente, die mehrmals am Tag eingenommen werden, erfordern daher eine gute Zeitplanung.
Weitere Tipps zur Ernährung, zur Medikamenteneinnahme und zum Alltag nach der Transplantation sowie umfangreiche Hintergrundinformationen erhalten Transplantierte in der Broschüre "Zurück im Leben", herausgegeben vom Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz e.V. (BGV). Der Ratgeber ist kostenlos und kann postalisch und im Internet angefordert werden: BGV e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.bgv-transplantation.de.
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