24. März 2009
Von K. Schumann
Von starkem Juckreiz (Pruritus) Betroffene empfinden oft jeden Moment als Qual, denn auch Kratzen hilft häufig nicht mehr. Nicht selten sind Kratzverletzungen die Folge, doch der Juckreiz bleibt.

Juckender Hautausschlag
Juckreiz kann viele verschiedene Ursachen haben. Während er bei Allgemeinerkrankungen eher generalisiert am gesamten Körper auftritt, kommt er bei Hauterkrankungen meist lokalisiert vor. So können Lebererkrankungen (durch Ablagerung von Gallensäuren in der Haut), Diabetes mellitus, Schilddrüsenüberfunktion, Morbus Hodgkin, Leukämien, bösartige Tumoren oder Nervenerkrankungen mit generalisiertem starkem Juckreiz einhergehen.
Doch Juckreiz tritt auch häufig als erstes Symptom von Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte, Pilzinfektionen oder bei allergischen Reaktionen auf beispielsweise Arzneimittel auf.
Eine weitere Ursache kann übertriebene Körperhygiene z.B. sehr häufiges Waschen sein. Die Haut verliert ständig ihr schützendes Fett und trocknet somit aus. Trockene Haut ist auch bei alten Menschen oft ein Grund für Juckreiz. Zudem kann Juckreiz im Zuge von psychischen Erkrankungen auftreten.
Da der ständige Juckreiz für die Betroffenen oft extrem quälend ist, ist eine lindernde Therapie sehr wichtig. Die Patienten sollten vor allem überhitzte Räume meiden, da Wärme den Juckreiz noch verstärkt. Auch raue Kleidung, Stress oder bestimmte Genussmittel wie Alkohol oder scharfe Genussmittel können den Juckreiz stärker werden lassen.
Im Akutfall können kühlende, feuchte Umschläge aus Stiefmütterchentee oder schwarzem Tee helfen. Zur Rückfettung der oft zu trockenen Haut eignen sich hautpflegende Öle wie Jojoba- oder Mandelöl in Verbindung mit ätherischen Ölen wie Kamille, Rose, Ylang-Ylang, Jasmin oder Lavendel. Auf Lotionen mit Parfumstoffen sollte möglichst verzichtet werden.
In besonders schweren Fällen, wenn eine äußerliche Behandlung nicht mehr ausreicht wird auf systemisch wirkende Medikamente zurückgegriffen.
Ein besonderes Augenmerk bei der Behandlung sollte darauf gelegt werden, den so genannten Juckreiz–Kratz–Teufelskreis zu unterbrechen. Ein ständiger Juckreiz führt zu ständigem Kratzen, was wiederum häufig Hautverletzungen und Entzündungen nach sich zieht, welche dann wieder Juckreiz verursachen. Oft entsteht Juckreiz auch schon alleine durch die Erwartung, dass es bald wieder jucken wird. Entspannungsübungen, z.B. Autogenes Training können helfen diese Spirale zu unterbrechen. Auch eine Verhaltenstherapie kann in diesem Fall sinnvoll sein.
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