Heiserkeit - Ursachen und Behandlung

Eine Heiserkeit geht häufig mit weiteren Grippesymptomen einher. Die Behandlung richtet sich nach der ursächlichen Erkrankung.

Die Entstehung von Heiserkeit und wie man sie behandeln und lindern kann

Ursachen

Das Rauchen oder das Einatmen von Rauch können die Ursache einer kurzzeitigen Heiserkeit sein, ebenso trockene Raumluft. Wird die Stimme zu stark beansprucht, ist der Betroffene nach kurzer Zeit ebenfalls heiser. Davon sind vor allem Menschen betroffen, die viel und vor allem laut sprechen müssen wie zum Beispiel Lehrer, aber auch Erzieher, Dozenten, Trainer oder Sänger.

Wenn man zu wenig trinkt, fühlt sich der Hals ebenfalls trocken an und man hat eine kratzige Stimme. Einige Menschen werden auch heiser, wenn sie nervös sind oder Angst haben.

In wenigen Fällen kann die Heiserkeit auch die Folge eines operativen Eingriffes sein. Im Rahmen einer Schilddrüsenoperation kann ein winziger Nerv verletzt werden, der für die Stimmbildung notwendig ist. Folge davon ist, dass der Patient heiser wird.

Zusätzlich kann die Heiserkeit auch nach einer Vollnarkose auftreten, wenn der Patient durch einen Schlauch im Hals beatmet wurde. Auch die Stimme von alten und schwachen Menschen klingt heiser. Die Ursache liegt hier in einer geringeren Spannung der Stimmbänder, die jedoch für eine klare Sprache notwendig ist.

Auch Verletzungen des Kehlkopfs, zum Beispiel durch Schläge von außen oder innerlich durch Einatmen von Giften, können Heiserkeit bedingen.

Erkrankungen

Wenn ein Patient heiser ist, hat er meist einen bakteriellen oder viralen Infekt. Die Krankheitskeime siedeln sich dann im Bereich des Kehlkopfes an und bewirken so den kurzfristigen Verlust der Stimme.

So kann eine akute Heiserkeit zum Beispiel bei einer Kehlkopfentzündung auftreten. Bei grippalen Infekten, akuten Mandelentzündungen, aber auch bei einem einfachen Schnupfen, kann es passieren, dass die Entzündung auf den Kehlkopf übergreift. Die Schleimhaut schwillt dann an, und die Stimmbildung funktioniert nicht mehr richtig. Wenn die Erkältungssymptome verschwunden sind, kehrt auch die Stimme wieder zurück.

Hinter einer länger andauernden Heiserkeit kann jedoch auch eine Krebserkrankung im Bereich des Kehlkopfes (z.B. Kehlkopfkrebs) stecken. Auch gutartige Tumore können sich in diesem Bereich bilden und so die Stimmbildung beeinflussen.

Die Heiserkeit kann auch bei weiteren Krankheiten wie zum Beispiel der Diphtherie, bei Tbc (Tuberkulose) oder bei einem Pseudokruppanfall auftreten.

Komplikationen

Mitunter sind durch Heiserkeit auch Komplikationen möglich. So kann es nach einer Kehlkopfentzündung, die nicht ausreichend abgeheilt ist, an den Stimmbändern zur Entstehung von gutartigen Gewebsneubildungen kommen. Dabei handelt es sich um Stimmbandpolypen, die Hustenreiz und eine tiefe, raue Stimme hervorrufen.

Eine gefürchtete Komplikation bei Kindern ist das Anschwellen der Schleimhaut, wodurch es zu Atemnot kommt. Ebenso ist bei nicht geimpften Kindern eine Diphtherie, bei der Erstickungsgefahr besteht, im Bereich des Möglichen.

Wann zum Arzt?

Ein Arztbesuch kann sinnvoll sein,

  • wenn die Dauer der Heiserkeit länger als drei Wochen beträgt und
  • sich keine konkrete Ursache für die Beschwerden finden lässt.

So besteht das Risiko von Kehlkopfkrebs. Kinder sollten einen Arzt aufsuchen, wenn neben der Heiserkeit auch starker Husten auftritt.

Diagnose

Ist die Heiserkeit stark ausgeprägt oder lässt nicht nach, muss ein Arzt konsultiert werden. Dieser befasst sich zuerst mit der Krankengeschichte.

Anamnese

Die Untersuchung der Heiserkeit beginnt mit der Befragung des Patienten. Dabei möchte der Arzt wissen,

  • seit wann die Heiserkeit besteht
  • ob der Betroffene in letzter Zeit in Kontakt mit Rauch oder chemischen Substanzen gekommen ist und
  • ob er unter Schluckbeschwerden oder Schmerzen leidet.

Auch eine Operation an der Schilddrüse in der Vergangenheit, eingenommene Medikamente sowie der Beruf des Patienten können von Bedeutung sein.

Körperliche Untersuchung

Nächster Schritt ist die körperliche Untersuchung. Das bedeutet, dass der Arzt die Lymphknoten abtastet und den Rachen sowie den Mundraum überprüft. Wird eine Infektion hinter der Heiserkeit vermutet, kann ein Abstrich aus dem Rachen Aufschlüsse liefern.

Rachenspiegelung und Kehlkopfspiegelung

Im Rahmen einer Rachenspiegelung (Pharyngoskopie) oder einer Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie) erfolgt eine endoskopische Untersuchung von Rachen bzw. Kehlkopf. Eine Laryngoskopie findet bei Verdacht auf eine Kehlkopfentzündung oder Kehlkopfkrebs statt.

Weitere Untersuchungen

Als weitere Untersuchungen kommen

infrage. Außerdem sind eine Computertomographie (CT) bei Verdacht auf Stimmbandlähmung oder Kehlkopfkrebs sowie die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) möglich.

Behandlung

Wenn eine bakterielle Erkrankung die Ursache der Heiserkeit ist, so verordnet der Arzt ein Antibiotikum. Besteht die Heiserkeit ohne Grippesymptome, kann die Ursache eine Krebserkrankung im Bereich des Kehlkopfes sein. In diesem Fall kann es notwendig sein den Kehlkopf komplett zu entfernen und anschließend eine Strahlentherapie durchzuführen.

Die Folge dieser Operation ist dann jedoch, dass der Patient dauerhaft seine Stimme verliert. Zusätzlich kann der Patient ohne Kehlkopf auch nicht mehr selbstständig atmen, so dass ein Schnitt im Bereich der Luftröhre notwendig wird, um dem Patienten das selbstständige Atmen wieder möglich zu machen.

Selbsttherapie

Heiserkeit lässt sich oft auch selbst behandeln. Besonders wichtig ist dabei die Schonung der überanstrengten Stimmbänder.

Allerdings nutzt es wenig, nur zu flüstern, da dies die Stimmbänder unnütz anstrengt. Als sinnvoller gilt dagegen halblautes Reden. Zur Behandlung können gegen Heiserkeit Lutschpräparate, die Isländisch Moos oder Salbei enthalten, eingenommen werden.

Hausmittel

Gegen Heiserkeit gibt es einige wirksame Hausmittel. Dazu gehört zum Beispiel eine spezielle Kehlkopfdiät, wenn die Heiserkeit durch eine Kehlkopfentzündung hervorgerufen wird. Das heißt, dass man nicht zu scharf oder zu heiß essen sollte. Auch kalte Getränke oder Eis sind tabu.

Raucher müssen auf ihre geliebten Zigaretten vorübergehend verzichten. Sinnvoll ist dagegen der Genuss von warmen Getränken wie Tee. Empfohlen wird vor allem eine Teemischung aus

von der man pro Tag fünf Tassen zu sich nimmt. Ebenfalls als hilfreich gegen Heiserkeit gelten Ingwertee und Spitzwegerichtee. Im Falle einer Rachenentzündung sollten Kamillentee, Pfefferminztee oder Fencheltee nicht nur getrunken, sondern auch inhaliert werden.

Ein weiteres hilfreiches Hausmittel ist das Trinken von Fenchelmilch. Zu diesem Zweck werden drei Teelöffel Fenchelsamen mit 0,5 Litern Milch aufgekocht.

Nach dem Abseihen süßt man die Fenchelmilch mit etwas Honig. Generell ist Trinken sehr wichtig - zwei bis drei Liter täglich sollten es bei Heiserkeit sein. Warmer Zwiebelsaft ist ebenso ein wunderbares Mittel gegen Heiserkeit.

Ein weiteres Hausmittel gegen Heiserkeit ist das Warmhalten des Halses mit einem Schal. Leidet der Betroffene unter einer Erkältung, kann auch ein warmer Kartoffelwickel oder auch ein Zitronenwickel um den Hals gelegt werden.

Für ersteren kocht man einige Kartoffeln, zerkleinert sie und wickelt sie in ein Tuch ein. Bis zum Abkühlen der Kartoffeln kann der Schal auf dem Hals bleiben.

Homöopathie und Aromatherapie

Eine alternative Behandlungsmöglichkeit bieten homöopathische Mittel sowie die Aromatherapie. Als Homöopathika eignen sich vor allem

  • Carbo vegetabilis C30
  • Spongia D6
  • Ferrum phosphoricum C30 sowie
  • Causticum D12.

Im Rahmen einer Aromatherapie kommen ätherische Öle wie

  • Thymianöl
  • Eukalyptusöl
  • Rosmarinöl
  • Majoranöl und
  • Fichtennadelöl

zur Anwendung. Bei Kindern ist jedoch Vorsicht angebracht, sodass vor einer Therapie erst ärztlicher Rat eingeholt werden sollte. So besteht bei manchen ätherischen Ölen das Risiko einer Verkrampfung der Atemmuskeln bei kleineren Kindern.

Vorbeugung

Um Heiserkeit vorzubeugen, empfiehlt es sich, in den Räumen für ausreichend Luftfeuchtigkeit zu sorgen. Dies lässt sich durch das Aufstellen von Luftbefeuchtern oder das Auflegen von feuchten Tüchern auf die Heizungen erreichen.

Außerdem können Schalen mit Wasser und ätherischen Ölen gefüllt werden. Ebenfalls hilfreich sind spezielle Gurgellösungen, die man in der Apotheke erhält. Diese haben die Eigenschaft, die Stimmbänder zu schützen.

Um Erkältungen zu vermeiden, gilt es,

Vorbeugung durch Stimmtraining

Besonders, wenn man in einem "sprechenden" Beruf arbeitet, sollte man regelmäßig Atem- und Stimmübungen durchführen. Ein spezielles Stimmtraining erfordert nicht viel Zeit. Normalerweise sind zwei Minuten täglich vollkommen ausreichend. Geübt werden kann bei ganz banalen alltäglichen Tätigkeiten wie beispielsweise unter der Dusche oder beim Autofahren.

Als bester Zeitpunkt für die Stimmübungen gelten die Morgenstunden, da die Sprechbelastung dann noch nicht begonnen hat. Wird die Stimme regelmäßig trainiert, lässt sich auf lange Sicht damit ihre Belastbarkeit erhöhen.

Außerdem kann ihre Qualität bei Reden oder Vorträgen kurzfristig verbessert werden. In diesem Fall führt man die Übungen unmittelbar vor einem Auftritt durch. Zu den verschiedenen Stimmübungen gegen Heiserkeit gehören:

Übung für die Stimmenflexibilität

Diese Übung dient zur Verbesserung der Stimmenflexibilität. Um dies zu erreichen, wird gesungen. Das heißt, dass man dabei die Silben do-re-mi-fa-so anstimmt.

Der Ton wird etwa ein bis zwei Sekunden lang gehalten. Keinesfalls darf sich die Übung unangenehm anfühlen, sodass man anschließend nach Luft ringen muss.

Anschließend singt der Übende bei jeder einzelnen Silbe eine kleine Tonleiter. Dabei wird die Stimme zu Beginn erst höher und dann wieder tiefer. Wichtig ist, dass das Singen leicht und locker vonstatten geht und nicht anstrengt.

Zwerchfellübung

Bei dieser Übung werden die Silben "Pst" und "Ksch" gesprochen. Dabei sollte eine gute Körperspannung herrschen. Am besten ist es, sich vorzustellen, dass man bei der ersten Silbe um Ruhe bittet. Bei der zweiten Silbe denkt man daran, jemanden oder etwas zu verscheuchen.

Kausummen

Durch das so genannte Kausummen soll die Stimme einen weicheren Klang erhalten. Dabei ahmt der Übende Kaubewegungen wie bei einer leckeren Mahlzeit nach und summt mit seiner Stimme Laute wie "Mjam" oder "Mmm".

Rufstimmübungen

Unter Rufstimmübungen versteht man das Rufen von Worten und Silben wie

  • "ho-ho-ho"
  • "ho-ho-hopp" oder
  • "komm, komm, komm, weg".

Dabei ist es wichtig, dass die Stimmkraft vom Zwerchfell und nicht vom Kehlkopf ausgeht, damit dieser nicht überanstrengt wird. Kommt es dennoch zu einer Überanstrengung, sollte man zunächst einmal die Zwerchfellübung durchführen. Nach ein paar Wochen Training gehen die Rufübungen aus dem Bauch dann leichter voran.

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