Angststörungen - Ursachen, Arten und Unterschied zur gewöhnlicher Angst

Jeder Mensch verspürt von Zeit zu Zeit Angst. Doch wodurch unterscheidet sich gewöhnliche Angst von Angststörungen? Entscheidend ist vor allem die Intensität und Regelmäßigkeit der auftretenden Angstgefühle. Entsprechenden Situationen, in denen diese empfunden werden, werden von Betroffenen möglichst vermieden. Lesen Sie alles Wissenswerte über die Angststörung, und informieren Sie sich über den Unterschied zwischen gewöhnlicher Angst und Angststörungen.

Die Angstgefühle treten bei Störungen häufiger und über längere Zeit auf

Krankheitsbild Angststörung

Angst ist eigentlich ein völlig normales Gefühl, das jeder Mensch in bestimmten Situationen verspürt. Hält die Angst jedoch über einen längeren Zeitraum an und beeinträchtigt sie das Leben des Betroffenen, kann es sich um eine Angststörung handeln.

Ähnlich wie der Schmerz, dient die Angst als Warnsignal. So macht sie auf bestimmte Bedrohungen aufmerksam, die man nur dann bewältigen kann, wenn man sie rechtzeitig erkennt. So zählt Angst sogar zu den lebensnotwendigen Gefühlen.

Sobald die Gefahr vorüber ist, legt sich die Angst wieder. Wird dieser Ablauf jedoch gestört, sprechen Psychologen und Mediziner von krankhaften Angstzuständen oder Angststörungen.

Angst ist somit ein natürlicher Instinkt, der den Menschen vor zu schnellem oder unüberlegtem Handeln schützt. Es ist auch völlig normal, dass bestimmte Alltagssituationen Angst hervorrufen können, sei es eine dunkle Straße, ein Menschenauflauf, Prüfungsangst oder eine Situation im Straßenverkehr. Der Körper reagiert darauf mit einer Art Frühwarnsystem und es heißt dann: Achtung, erhöhte Aufmerksamkeit.

Bei sehr vielen Menschen steht aber die Angst vor einer Situation oder einem Objekt im Vordergrund; ihr ganzes Leben werden sie von dieser permanenten Angst begleitet. Hier spricht man dann auch von Angstzuständen oder Phobien. Das bedeutet, dass diese Menschen Angst vor Dingen haben, vor denen Gesunde keine Angst haben.

Angst ist nicht gleich Angst

Es gibt verschiedene Arten von Ängsten, sie werden eingeteilt in die Klassen:

  • Panikstörungen
  • generalisierte Angststörungen
  • spezifischen Phobien und
  • soziale Phobien.

Der Beginn einer Angstattacke zeigt sich durch Schweißausbruch, Zittern, Beben und Herzklopfen. Dazu können Atembeschwerden und Beklemmungsgefühle bis hin zu Erbrechen und Durchfall auftreten.

Unterschiede zwischen Angststörungen und gewöhnlicher Angst

Der Unterschied zu gewöhnlicher Angst besteht darin, dass

  • die Angstgefühle immer häufiger und über längere Zeit auftreten
  • die Angst ungewöhnlich intensiv ist und sich von den Betroffenen nicht mehr kontrollieren lässt
  • Betroffene unter den ständigen Angstgefühlen leiden und versuchen, Situationen, in denen es zu Angstzuständen kommen kann, strikt zu vermeiden

sich betroffene Personen im weiteren Verlauf immer mehr zurückziehen, wenn die krankhafte Angst anhält, was schließlich zu sozialer Isolation führt.

Manche Menschen, die unter Angststörungen leiden, versuchen sich mit Genussmitteln, Medikamenten oder sogar mit Drogen zu beruhigen. Dieses Verhalten führt jedoch meist in die Abhängigkeit von diesen Mitteln.

Mögliche Auslöser und Folgen

Ausgelöst wird eine Angststörung meist durch

  • großen Stress
  • Überforderung oder
  • Krisensituationen.

Dabei kann es sich um

handeln.

Angstgestörte Menschen leben meist in einem Teufelskreis der Angst. Schon der bloße Gedanke an eine bedrohliche Situation löst bei ihnen heftige Angstgefühle und die damit verbundenen körperlichen Symptome aus.

Da die Betroffenen die Kontrolle über ihre Gefühle verlieren, sind sie nicht imstande, diesen Kreislauf der Angst aus eigener Kraft zu durchbrechen. Darüber hinaus glauben sie, dass sie der Situation, die ihnen Angst macht, nicht gewachsen sind.

Daher unternehmen sie alles Mögliche, um diese Situation zu vermeiden. So entwickeln sie die unterschiedlichsten Strategien, die dazu dienen, die Angst zu verhindern, was kurzfristig auch durchaus erfolgreich ist. Langfristig trägt dieses Verhalten jedoch dazu bei, dass die Angststörung immer ausgeprägter wird.

Darüber hinaus kommt es auch zur Einschränkung der Lebensqualität, da die Betroffenen viele alltägliche Dinge nicht mehr tun können. Das Überwinden der Angst ist jedoch letztlich nur möglich, wenn man sich ihr stellt.

Erschwerte Bedingungen

In unserer heutigen Gesellschaft leben junge wie alte Menschen oft allein und zurück gezogen. Auch durch Einsamkeit können sich krankhafte Ängste entwickeln.

Die bekannteste aller Ängste ist die Platzangst. Betroffene sind nicht in der Lage, in Bussen, Flugzeugen, Fahrstühlen oder Zügen zu fahren.

Auch die Angst vor Tieren nimmt starken Einfluss auf das Leben der Betroffenen. Als besonders extrem wird die Angst vor der Angst eingestuft, ein normales Leben ist den Erkrankten in dem Fall nicht möglich. Panik- oder Angstattacken kommen ohne Vorwarnung, ein winziger Auslöser oder allein nur der Gedanke lassen die oben bereits genannten Symptome auftreten.

Arten von Angststörungen

Bei einer Angststörung empfinden die Betroffenen entweder unspezifische Angst oder fürchten sich vor einer bestimmten Situation oder einem Objekt. In diesem Fall spricht man von einer Phobie.

Angststörungen gibt es in verschiedenen Ausprägungen. Dazu gehören zum Beispiel

  • die generalisierte Angststörung
  • Angst vor Veränderungen
  • Redeangst
  • Angst vor dem Erröten
  • Angst vor Ablehnung
  • Angst vor dem Erbrechen oder
  • die Angst davor, hässlich zu sein
  • Angst vorm Versagen

Bei all diesen Störungen empfinden die betroffenen Personen starke Ängste vor Dingen, vor denen andere Menschen normalerweise weitaus weniger oder gar keine Angst haben. Manchmal erkennen die Betroffenen auch selbst, dass ihre Angst übertrieben ist.

Zu den häufigsten Formen der Angststörung gehören beispielsweise

Phobische Störungen

Andere Angststörungen

Dies ist nur eine kleine Anzahl verschiedener Erscheinungsformen; es gibt noch weitaus mehr Typen.

Bei der Agoraphobie haben die Patienten Angst, nicht entkommen zu können, wenn ihnen schwindlig wird oder sie zur Toilette müssen. Die soziale Phobie tritt zum Beispiel auf, wenn ein Betroffener eine Rede vor vielen Menschen halten muss. Diese Form der Angststörung äußert sich durch Rotwerden, Übelkeit, zittrige Hände und das Bedürfnis, ständig zur Toilette zu müssen.

Je länger eine Angststörung besteht, desto mehr zieht sich der Betroffene meist von seinem persönlichen Umfeld zurück. Der Kontakt zur Familie und Freunden, das Berühren von Tieren, das Betreten öffentlicher Plätze usw. wird vermieden. Die Patienten igeln sich zu Hause immer mehr ein.

Im Folgenden gehen wir genauer auf die unterschiedlichen Angststörungen ein.

Generalisierte Angststörung

Bein unbegründeten Ängsten, die sich mit keiner bestimmten Situation etc. in Verbindung bringen lassen, spricht man von einer generalisierten Angststörung. Sie wird auch als allgemeine Angststörung oder Angstneurose bezeichnet.

Die empfundenen Angstgefühle sind ständig gegenwärtig. Informieren Sie sich hier über Ursachen, Symptome und Co.

Angst vor Veränderung

Hat ein Mensch ständig Angst vor Veränderungen, spricht man von Methatesiophobie. Sie wird auch als Erfolgsangst bezeichnet.

Bei Methatesiophobie handelt es sich um eine spezifische Angststörung. Dabei haben die Betroffenen große Angst vor Veränderungen. Nicht selten scheuen sie deswegen davor zurück, erfolgversprechende berufliche Projekte zu verfolgen und entfliehen Beziehungen oder Situationen, die sie als belastend empfinden.

Symptome und mögliche Ursachen

Typisch für eine Methatesiophobie ist, dass die betroffenen Personen bestimmte Dinge nicht tun, weil sie Angst vor den Veränderungen, die sich daraus ergeben könnten, haben. Oft verbirgt sich hinter einer Methatesiophobie die Angst vor dem Unbekannten. Im Falle einer Angststörung sind die Patienten nicht in der Lage, Dinge positiv zu verändern oder zu erneuern, weil ihre Furcht vor den möglichen Konsequenzen zu groß ist.

Man hat Angst vor einer Veränderung, wenn man diese als mögliche Bedrohung ansieht. So sorgt man sich darüber, dass man zu schwach sein könnte, um mit etwas Neuem umzugehen. In der Regel ist das Selbstbewusstsein in diesem Fall stark geschwächt. Man traut sich eine Sache nicht zu.

Als mögliche Ursache kommt eine überbehütete Kindheit infrage, in der man von den Eltern alles abgenommen bekommen hat, sodass man kaum Eigenverantwortung zeigen musste. Schnell kann so eine Sache, die es allein zu bewältigen gilt, zum großen Problem werden.

Behandlung

Um der Angst vor Veränderungen entgegenzutreten, ist es wichtig, die Ursachen für diese Furcht herauszufinden. Dazu sollte eine Psychotherapie wie eine Gesprächstherapie oder eine Verhaltenstherapie durchgeführt werden.

Es gilt zudem, das Vertrauen in sich selbst zu stärken und zuversichtlicher in die Zukunft zu sehen. Zu diesem Zweck kann man

  • nach Situationen in der Vergangenheit suchen, die man bereits erfolgreich gemeister hat
  • lernen, Probleme positiv zu sehen ("Es gibt für alles eine Lösung!")
  • nach durchlebten Veränderungen zu suchen, die eine Verbesserung mit sich gebracht haben und
  • lernen, seine Gefühle zu steuern, sodass diese in Problemsituationen nicht mehr gelähmt sind.

Redeangst

Angst vor dem Reden wird als Logophobie bezeichnet. Dabei haben die Betroffenen Angst, vor einem Publikum zu sprechen.

Logophobie nennt man auch

  • Sprechangst
  • Redeangst
  • Redehemmung
  • Kommunikationsangst
  • Publikumsangst oder
  • Lampenfieber.

Gemeint sind damit starke Angstgefühle in Sprechsituationen, bei denen keine wirkliche Gefahr besteht. Die Redeangst zeigt sich vor allem in Momenten, in denen der Betroffene vor einem Publikum oder fremden Menschen sprechen soll.

Typischerweise entwickeln die Patienten Strategien, um solchen Situationen durch Flucht oder Vermeidung zu entgehen. Durch das ständige Vermeiden von Sprechsituationen können die Betroffenen ihren Bedürfnissen jedoch letztlich nicht mehr nachgehen.

Symptome

Zu den typischen Symptomen einer Logophobie zählen

  • Sprechblockaden
  • zu schnelle Redegeschwindigkeit
  • unpassende Pausen beim Sprechen
  • eine monotone Stimme
  • Probleme bei der Wortwahl
  • erhöhte Atemfrequenz sowie
  • häufiges Schlucken und Räuspern.

Außerdemvvermeiden die Betroffenen Blickkontakte und haben einen angespannten oder starren Gesichtsausdruck. Mitunter kommt es auch zu Bewegungslosigkeit oder zittrigen Bewegungen.

Behandlung

Für die Behandlung einer Logophobie steht bislang noch keine einheitliche Therapieform zur Verfügung. Aus diesem Grund greift man oftmals auf die Behandlungsmethoden anderer Sprechstörungen zurück.

Diese bewirken jedoch keine Heilung der Angststörung, sondern lediglich kleine psychische Verbesserungen. Im Rahmen der Therapie versucht man, die Redeangst des Patienten zu reduzieren, damit er in der Lage ist, wichtige Gespräche zu führen.

Angst vor dem Erröten (Erythrophobie)

In der Medizin bezeichnet man eine starke Angst vor dem Erröten als Erythrophobie. Sie wird mit weiteren spezifischen Phobien wie Angst vor Spinnen oder Höhenangst gleichgesetzt.

Symptome

Bei einer Erythrophobie haben die Betroffenen so große Angst vor dem Erröten, dass sie alles Mögliche unternehmen, um Situationen zu vermeiden, in denen sie rot im Gesicht werden könnten. Darüber hinaus verspüren sie Erwartungsangst.

Kommt es zu sozialen Begegnungen, kontrollieren sie sich unentwegt. Erröten sie dann tatsächlich, drehen sich ihre Gedanken nur noch um das Ausmaß der Errötung und ob sie von anderen Personen registriert wird.

Besonders stark ist die Angst, von den Mitmenschen negativ bewertet zu werden. Das eigentliche Problem bei einer Erythrophobie stellt also nicht das harmlose Erröten selbst dar, sondern die starke Angst davor.

Behandlung

Als sinnvolle Behandlungsmethode bei einer Erythrophobie gilt die Verhaltenstherapie. Dabei erlernen die Patienten verschiedene Strategien und Verhaltensmuster, die ihnen helfen, offensiv mit einem erröteten Gesicht umzugehen, wodurch die Angst vor dem Erröten nach und nach abgebaut wird. Ebenfalls hilfreich ist die Anwendung von Entspannungstechniken wie zum Beispiel autogenes Training.

Angst vor Ablehnung (soziale Phobie)

Die übersteigerte Angst von anderen Menschen abgelehnt oder negativ bewertet zu werden, bezeichnet man auch als soziale Phobie oder soziale Angststörung. Zu den typischen Merkmalen zählt die Angst der Betroffenen, sich in sozialen Situationen falsch oder peinlich zu verhalten.

Schätzungen zufolge sind zwischen zwei und zehn Prozent aller Bundesbürger von einer sozialen Phobie betroffen. Da diese Angststörungen jedoch sehr unterschiedlich ausgeprägt sind, lassen sich genaue Angaben nur schwer machen. So ist der Übergang zwischen Schüchternheit zu einer sozialen Angststörung nur schwer festzustellen. Meist beginnt die Erkrankung bereits im Jugendalter.

Symptome

Bei einer sozialen Phobie vermeiden die betroffenen Personen aus Angst vor Ablehnung gesellschaftliche Anlässe. So befürchten sie, dass sie die Erwartungen ihrer Mitmenschen nicht erfüllen können und daher von ihnen abgelehnt werden.

Häufig macht sich eine soziale Angststörung auch durch körperliche Beschwerden bemerkbar. Dazu gehören vor allem

Nicht selten haben die Betroffenen auch Angst davor, dass man ihre Angst bemerkt, was die Phobie noch weiter verstärkt. Damit es gar nicht erst zu peinlichen Situationen kommt, meiden die Erkrankten konsequent Situationen, die für sie problematisch sein könnten.

Dadurch sind sie jedoch im Berufs- und Privatleben starken Einschränkungen ausgesetzt. Nicht selten kommt es sogar zu völliger sozialer Isolation. Manche Betroffene leiden zusätzlich unter Depressionen, Alkohol- oder Drogenabhängigkeit.

Ursachen

Die Ursachen für eine soziale Phobie sind häufig in der Kindheit zu finden. So handelt es sich bei den meisten Sozialphobikern um introvertierte und ruhige Menschen, bei denen Minderwertigkeitsgefühle bestehen, weil sie in ihrer Kindheit und Jugend negative Erfahrungen gemacht haben.

Vor allem zurückhaltende Kinder leiden nicht selten unter autoritären Eltern oder Mobbing in der Schule. Aufgrund der schlechten Erfahrungen ziehen sie sich aus Angst immer weiter zurück und fühlen sich unbeliebt und minderwertig.

Im Laufe der Zeit verschlimmert sich die Angst vor zwischenmenschlichen Situationen derart, dass die Betroffenen alles unternehmen, um diese zu vermeiden. Eine Rolle kann auch Überbehütung durch die Eltern spielen. Erziehen die Eltern ihr Kind übervorsichtig und ängstlich, besteht die Gefahr, dass es lange unselbstständig bleibt und sich viele Dinge nicht zutraut, was wiederum Minderwertigkeitsgefühle zur Folge hat.

Behandlung

Behandeln lässt sich eine soziale Phobie am besten durch eine kognitive Verhaltenstherapie. Dabei vermittelt der Therapeut den Patienten, wie sie ihre negativen Bewertungen auf den Prüfstand stellen und sie angemessener bewerten. Außerdem lernen sie, eine mögliche Ablehnung durch andere Menschen besser zu ertragen und sich selbst zu akzeptieren.

Unterstützende Maßnahmen

Hilfreiche unterstützende Maßnahmen sind Entspannungsverfahren wie das autogene Training oder die progressive Muskelentspannung. Diese tragen dazu bei, Ängste zu lindern.

Medikamente

In schweren Fällen kann auch eine medikamentöse Therapie sinnvoll sein. Dabei werden den Patienten Antidepressiva wie

  • Sertralin
  • Paroxetin
  • Venlafaxin
  • Escitalopram oder
  • Moclobemid

verabreicht.

Angst vor dem Erbrechen (Emetophobie)

Von einer Emetophobie spricht man, wenn ein Mensch panische Angst vor dem Erbrechen hat. Die Angststörung zählt zu den spezifischen Phobien.

Symptome der Emetophobie

Bei einer Emetophobie hat der Betroffene Angst davor, dass er sich selbst übergibt oder er mitansehen muss, wie eine andere Person sich übergibt. Selbst die Konfrontation mit dem Thema Erbrechen, wie beispielsweise ein Gespräch darüber oder eine Szene im Fernsehen, macht ihm Angst. Dabei kann es auch zu physischen Symptomen wie

  • Beklemmung
  • Schweißausbrüchen
  • Schwindelgefühlen und
  • Herzrasen

kommen.

Wie bei vielen anderen Angststörungen, versuchen die Emetophobiker durch Vermeidung der gefürchteten Situation zu entgehen, was nicht selten zu ihrer sozialen Isolation führt. So werden zum Beispiel ständig Verabredungen abgesagt. Darüber hinaus besteht das Problem, dass andere Menschen die Problematik der Emetophobie nicht nachvollziehen können.

Die Betroffenen fühlen sich daher hilflos und entwickeln mitunter weitere Phobien wie eine soziale Phobie oder Depressionen. Manche Emetophobiker trauen sich kaum noch aus dem Haus.

Ursachen und Behandlung

Wodurch die panische Angst vor dem Erbrechen verursacht wird, ließ sich bislang nicht klären. Psychologen vermuten, dass traumatische Erlebnisse in der Kindheit eine wichtige Rolle spielen. Studien zufolge leiden mehr Frauen als Männer unter einer Emetophobie.

Um die Angststörung zu behandeln, empfehlen Experten eine kognitive Verhaltenstherapie, unterstützt von Entspannungs- und Atemtechniken.

Angst davor, hässlich zu sein (Dysmorphophobie)

Bei einer Dysmorphophobie empfinden die betroffenen Personen ihren Körper als entstellt oder hässlich. Vor allem Kopf und Gesicht werden negativ wahrgenommen.

Meist leiden die Patienten unter Narben oder Akne oder sind der Meinung, dass ihre Ohren bzw. ihre Nase zu groß sind. In manchen Fällen schämen sie sich auch für ihre Füße oder Geschlechtsteile.

Symptome

Typisch für eine Dysmorphophobie ist, dass die Betroffenen viel Zeit vor dem Spiegel verbringen, um ihren Körper kritisch zu begutachten und sich mit anderen Menschen zu vergleichen. Darüber hinaus versuchen sie, die als problematisch empfundenen Körperstellen mit allerlei Kosmetika zu überdecken.

Die Einsicht krank zu sein, besteht nur bei den wenigsten Patienten. So halten sich die meisten Betroffenen schlicht und einfach für unattraktiv.

Ein weiteres Problem der Dysmorphophobie ist, dass die Patienten sich immer mehr zurückziehen, da sie Angst davor haben, aufgrund ihrer vermeintlichen Hässlichkeit von anderen Menschen angestarrt, verachtet oder abgelehnt zu werden. So ist es ihnen unmöglich, mit Personen, die sie als attraktiv empfinden, zu sprechen oder gar eine Liebesbeziehung einzugehen.

Nicht selten kommt es bei den Betroffenen zu einer kompletten sozialen Isolation. Als Begleiterkrankung kann zudem eine soziale Phobie auftreten.

Ursachen und Behandlung

Wodurch eine Dysmorphophobie verursacht wird, weiß man nicht genau. Psychologen vermuten soziokulturelle und biologische Faktoren als mögliche Auslöser. Aus Scham suchen die meisten Patienten erst sehr spät einen Psychotherapeuten auf.

Es ist jedoch möglich, eine Dysmorphophobie mithilfe einer kognitiven Verhaltenstherapie wirkungsvoll zu behandeln. Auch die Einnahme von Medikamenten wie Fluoxetin oder Escitalopram, die zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) gehören, gilt als hilfreich.

Angst vor einem Auftritt vor Publikum (Lampenfieber)

Spricht man von Lampenfieber, ist damit die Angst vor einem Auftritt vor Publikum gemeint. Dabei kann es sich um eine künstlerische Darbietung, aber auch um

  • eine Ansprache
  • einen Vortrag oder
  • eine Sportveranstaltung

handeln.

Lampenfieber wird auch als Podiumsangst oder Auftrittsangst bezeichnet und gilt als Untergruppe von sozialen Angststörungen. So handelt es sich bei Lampenfieber aus psychologischer Sicht um eine nicht-generalisierte soziale Phobie. Das heißt, dass sich die Angst nur in bestimmten Situationen zeigt.

Ursachen von Lampenfieber

Typisch für Auftrittsangst ist, dass die betroffenen Personen große Furcht davor haben, von den Zuschauern negativ beurteilt zu werden. Je wichtiger der Anlass und das Resultat des Auftritts sind, desto mehr Angst wird empfunden.

Mitunter macht auch die Größe des Publikums das Lampenfieber aus. So haben manche Menschen keine Probleme, wenn sie vor einer kleinen Zuschauermenge auftreten, empfinden jedoch Angst vor einem großen Publikum.

Die Gründe für Lampenfieber oder Auftrittsangst sind vielfältig. In den meisten Fällen haben die Betroffenen Angst vor Versagen, Ablehnung oder Kritik. Andere Menschen fürchten sich davor, im Mittelpunkt zu stehen. Mitunter verbirgt sich auch die Angst vor dem Erfolg hinter dem Lampenfieber.

Besonders erschwerend ist, dass bei öffentlichen Auftritten stets die Gefahr besteht, Fehler zu machen und sich vor dem Publikum zu blamieren. Davon betroffen sind in erster Linie Künstler und Musiker, da sie letztlich erwarten, nach ihrem Auftritt von den Zuschauern mit Applaus und Zustimmung bedacht zu werden.

Symptome

Lampenfieber macht sich sowohl psychisch und seelisch als auch körperlich bemerkbar. So kann es dabei zu

  • Zittern
  • Erröten
  • Herzrasen
  • Nervosität
  • innerer Unruhe
  • Anspannung
  • Konzentrationsproblemen und
  • Beklemmungen

kommen. Während manche Menschen erst kurz vor ihrem Auftritt Symptome verspüren, ist dies bei anderen Personen schon Tage vorher der Fall.

Spezifische Merkmale

Einige Symptome treten vor allem bei bestimmten Gruppen von Künstlern auf.

  • Zum Beispiel leiden Sänger und Blasmusiker oftmals unter Mundtrockenheit oder Schluckbeschwerden,
  • während Schauspieler mitunter ihren Text vergessen oder eine schwächere Stimme haben.
  • Bei Klavierspielern können feuchte Hände auftreten, die ihnen das Beherrschen der Tasten erschweren.
  • Besonders fatal für Musiker, die Streichinstrumente spielen, ist das Zittern der Hände, welches die Qualität ihres Spiels beeinträchtigen kann.

Lampenfieber vor einem Auftritt wird aber nicht immer nur negativ betrachtet. So kann es auch wie ein natürliches Aufputschmittel wirken und für mehr Aufmerksamkeit und Konzentration sorgen.

Folgen

Tritt es jedoch immer wieder auf und führt zu körperlichen Beeinträchtigungen, besteht die Gefahr, dass es sich zu einer sozialen Phobie ausprägt. Nicht selten empfinden die Betroffenen dabei Angst vor der Angst.

Um der Angst Herr zu werden, greifen manche Künstler auf Medikamente wie Beruhigungsmittel oder Betablocker und Alkohol zurück. Dadurch besteht jedoch die Gefahr einer Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit. Darüber hinaus kann sich die Phobie dadurch verfestigen.

Maßnahmen gegen Lampenfieber

Um Lampenfieber entgegenzuwirken, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. Dazu zählen zum Beispiel

Als hilfreich für Künstler gilt ein mentales Auftrittstraining. Dabei wird die Situation des Auftrittes auf mentale Weise intensiv visuell durchgegangen. Bei einem chronischen Lampenfieber, das sich nicht in den Griff bekommen lässt, empfiehlt sich eine Behandlung durch einen Fachtherapeuten.

Angst vor dem Versagen

Eine bevorstehende Aufgabe kann Angst machen: Werde ich die Aufgabe richtig lösen können? Wird meine Art, die Aufgabe zu erledigen, genügen oder für Kritik sorgen? Kann ich mit Kritik zu dieser Aufgabe umgehen? Bin ich gerade überhaupt empfänglich für Kritik?

Diese und weitere Fragen, die wir in einem geistigen Dialog an uns selbst richten, sind nur stellvertretend für das Muster, das von Menschen gelebt wird, die nicht sofort konstruktiv mit einer Aufgabe umgehen können, sondern sich erst einmal mit ihren eigenen Ängsten konfrontiert sehen. Es gibt viele Menschen, die sehr darunter leiden, dass sie gar nicht anders können, als in eine Angstroutine zu verfallen, bevor sie auch nur im Ansatz daran denken können, mit der Bearbeitung einer Aufgabe zu beginnen.

Wenn der mentale Druck zum ernsten Problem wird

Menschen, die darunter leiden, stehen zudem in dem Konflikt, dass sie Angst davor haben, dass andere Menschen mitbekommen können, was mit ihnen los ist und welches Chaos an Angstgefühlen und der inneren Forderung die Aufgabe endlich anzugehen im Menschen tobt. Viele versuchen das Thema lange zu überspielen, was mit zunehmendem Verlauf einen enormen Kraftaufwand desjenigen bedingt.

Erstaunlich ist, dass die Menschen die Aufgaben meist sehr gut lösen, daraus aber leider keine Minderung der Angst eintritt. Vielmehr kann die Angst bei der nächsten Aufgabe genauso groß, wenn nicht sogar noch größer als vorher sein. Mit der Zunahme der Angst wird der durch eine zu lösende Aufgabe entstehende Druck durch den eigenen Druck noch zusätzlich verstärkt.

Durch eigene Kräfte aus diesem Verhaltensmuster auszubrechen, ist durchschnittlich betrachtet unmöglich. Meist ist es eine Therapie oder eine durch einen guten Freund zum Beispiel angeleitete konkrete Veränderung der Arbeitsweise und der damit einhergehenden Verbesserung der Sicht auf sich selbst, die dazu führen, dass sich etwas an der Angst ändert.

Viele Wege führen in die Selbstblockade

Für dieses Verhalten gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze. So kann der Mensch

  • unter einem Minderwertigkeitskomplex leiden
  • sich zu sehr von seinen Mitmenschen in einen Wettbewerb gedrückt fühlen, in dem er sich nicht wohl fühlt
  • seinen eigenen Arbeitsleistungen nicht mehr vertrauen, weil er zu oft negative Kritik von außen erfahren hat
  • sich überfordert und allein fühlen, entweder in seiner Arbeitssituation oder in einem anderen Bereich, wie zum Beispiel im Familienbereich oder
  • den Glauben an sich verloren haben, weil vor kurzem etwas Schlimmes in seinem Leben passiert ist.

Die Aufzählung ist bei Weitem nicht vollzählig und kann nur eine Ahnung zulassen, welche Gründe für ein solches Verhaltensmuster sprechen können. Krankhaft ist der Zustand, sobald der Mensch in seinem Alltagsverhalten so sehr eingeschränkt ist, dass er eine Belastung davonträgt. Das heißt, dass bereits ein für ein bis zwei Monate beobachtetes entsprechendes Verhalten als krankhaft bezeichnet werden kann.

Auswege finden

Je länger dieses Verhalten unbehandelt bleibt, desto schwieriger wird es, die mit der Zeit einsetzende Konditionierung der Angst wieder aufzulösen. Wenn Sie sich also selbst wiedererkennen oder einen Arbeitskollegen oder Familienmitglied zum Beispiel, dann suchen Sie einen für Sie gangbaren Weg, um das Thema ernst zu nehmen und nicht länger darüber hinwegzusehen.

Es hat einen Grund, warum Ihre Psyche und Ihre Physis so auf das Bewältigen von Aufgaben reagieren. Setzen Sie sich wieder für sich ein oder tun Sie das erstmalig und verändern Sie Ihr Verhalten. Unbehandelt führt dieses Umgehen mit Aufgaben zunehmend zu einer Vermeidung von Aufgabenstellungen, so dass mitunter der Druck immer mehr wächst, die Selbstaufgabe zunimmt und die Gefahr entsteht zunehmend arbeitsunfähig zu werden.

Ursachen

Ärzte haben drei verschiedene Ursachen für die Entstehung einer Angststörung herausgefunden:

  • eine so genannte lerntheoretische Erklärung
  • ein psychoanalytischer Ansatz und
  • neurobiologische Aspekte.

Lerntheoretische Erklärung

Unter der lerntheoretischen Erklärung versteht man, dass ein Betroffener im Rahmen einer Situation irgendwann einmal schlechte Erfahrungen gemacht hat und diese Angst auch auf eine spätere Situation projiziert.

Beispiel: Ein Betroffener hält eine Rede vor vielen Menschen. Aufgrund seiner großen Aufregung wird er rot, seine Hände zittern und er stottert. Soll dieser Patient beim nächsten Mal erneut eine Rede halten, erinnert er sich zurück und geht davon aus, dass er wieder so nervös sein wird wie beim letzten Mal.

Würde sich der Betroffene trauen und die Rede halten, wäre seine Angst überwunden. Da sich die Person jedoch nicht dazu überwinden kann, die Rede zu halten, hat sie weiter Angst vor dieser Situation.

Zusätzlich hat der Patient auch Angst, seine Hände könnten erneut zittern und er wieder anfangen zu stottern. Somit besteht eine Angst vor der Angst.

Psychoanalytischer Ansatz

Unter dem psychoanalytischen Ansatz versteht man, dass die Betroffenen in ihrer Kindheit und Jugend von ihren Eltern nicht gelernt haben, mit Angst umzugehen. In entsprechenden Situationen fühlen sich die Patienten daher überfordert und wissen nicht, wie sie ihrer Angst entgegenwirken sollen.

Neurobiologische Aspekte

Zu den neurobiologischen Aspekten gehört, dass bei den Betroffenen ein leichter erregbares Nervensystem vorliegt, das Angstsymptome verstärkt entstehen lässt. Möglicherweise ist dies auch vererbt.

Verlauf

Einige Formen der Angststörung werden häufig chronisch, besonders wenn sie nicht oder zu spät behandelt werden. Viele Patienten igeln sich zu Hause ein und verlieren den Kontakt zu ihrem sozialen Umfeld. Nicht selten treibt die Einsamkeit die Betroffenen in den Selbstmord oder zum Alkohol.

Bei vielen Patienten schlägt die Therapie jedoch gut an und sie können trotz ihrer Angststörung ein normales Leben führen. Viele Ängste können im Rahmen der Therapie auch überwunden werden.

Symptome

Betroffene mit einer Angststörung haben große Angst vor Dingen, Personen oder Situationen, obwohl keine Angst angebracht wäre. Sie reagieren sowohl mit psychischen als auch mit körperlichen Symptomen.

Patienten mit einer Angststörung leiden unter

Typische Verhaltensweisen

Um mit seiner Angst fertig zu werden, neigen Patienten zu verschiedenen Verhaltensweisen:

  • Vermeidung und Betäubung
  • Schwarzsehen
  • Ablenkung und Kontrolle
  • Manipulation und Unterdrückung und
  • Aufschieben

Hier gehen wir genauer auf die unterschiedlichen Verhaltensformen ein.

Diagnose

Da die geschilderten Symptome auch für eine körperliche Erkrankung sprechen können, erfolgt zuerst eine umfangreiche körperliche Untersuchung, um beispielsweise Krankheiten wie eine Schilddrüsenüberfunktion ausschließen zu können. Ferner werden auch eine Ultraschalluntersuchung und/oder eine Computertomografieaufnahme angefertigt.

Liegen keine körperlichen Ursachen für die Symptome vor, erfolgt die Diagnostik meist beim Psychiater oder Psychotherapeuten. Dieser befragt den Patienten ausführlich nach seiner Angst. Er fragt, wann und wie oft die Ängste auftreten und welche Symptome der Betroffene dabei genau verspürt.

Des Weiteren stellt der Therapeut auch Fragen zur Vergangenheit des Betroffenen, zum Beispiel auch zur Kindheit. Zur genauen Befragung stehen verschiedene Fragebögen zur Verfügung, die dem Therapeuten die Diagnostik erleichtern.

Oftmals bittet der Psychiater oder Psychotherapeut den Patienten auch, ein Angsttagebuch zu führen, in dem er genau notiert, wann und in welcher Situation die Angst zu spüren war. Das Tagebuch wird nach einiger Zeit zwischen Therapeut und Patient ausgewertet und ist ein weiterer Anhaltspunkt für die Diagnose Angststörung.

Behandlung

Patienten mit einer Angststörung erhalten sowohl Medikamente als auch eine psychotherapeutische Behandlung.

Medikamente

Welche Medikamente hier eingesetzt werden, ist verschieden. Einigen Patienten werden Antidepressiva verschrieben, Medikamente gegen Depressionen. Andere Patienten erhalten über kurze Zeit Beruhigungsmittel. Viele Medikamente dieser Sorten können abhängig machen, so dass sie daher nur kurzzeitig verschrieben werden.

Psychotherapeutische Behandlung

Im Rahmen der psychotherapeutischen Behandlung findet meist eine so genannte Verhaltenstherapie statt. Der Therapeut durchläuft hier mit dem Patienten ganz bewusst die Situationen, die dem Patienten Angst machen; man spricht dann von Reizüberflutung oder auch Schocktherapie.

Hat ein Betroffener beispielsweise Angst vor großen weiten Plätzen, geht der Therapeut mit dem Patienten auf einen entsprechenden Platz. Der Patient lernt hier, dass nichts Schlimmes passiert, wenn er den Platz betritt.

Patienten mit einer Angst vor anderen Menschen werden oft im Rahmen der Gruppentherapie behandelt. Hier werden Patienten mit ähnlichen Krankheiten zusammengebracht. In der Gruppe lernen sie, wieder auf andere Menschen zuzugehen und Kontakte einzugehen. Daneben erlernen die Patienten auch Entspannungsübungen wie zum Beispiel autogenes Training.

Der Hirnscan als Unterstützung zur Behandlung von Angststörungen

Behandelt wird eine Angststörung meist mit einer Psychotherapie. Allerdings ist diese nicht für alle Patienten geeignet. So stellten US-Forscher nach Untersuchungen fest, dass das Angstzentrum der Betroffenen völlig unterschiedliche Reaktionen auf potenzielle Bedrohungen zeigt.

Ziel des Hirnscans

Um herauszufinden, wie Menschen, die unter einer pädiatrischen Angststörung leiden, auf eine Psychotherapie reagieren, kann ein so genannter Hirnscan durchgeführt werden. Dabei handelt es sich um eine funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT).

Durch dieses Untersuchungsverfahren können physiologische Abläufe im Körperinneren mit Methoden der Magnetresonanztomographie (MRT) bildlich dargestellt werden. Man zeichnet Veränderungen bei der Durchblutung unterschiedlicher Regionen des Gehirns auf; darüber hinaus werden die Hirnaktivitäten in diesen Regionen optisch sichtbar gemacht.

Nimmt man eine funktionelle Magnetresonanztomographie am Gehirn vor, lassen sich dadurch Erkenntnisse über die Gehirnaktivitäten in bestimmten Arealen gewinnen. Im Falle von Angststörungen kann nach Ansicht von amerikanischen Neurowissenschaftlern durch einen Hirnscan vorhergesagt werden, wie ein Patient auf eine Psychotherapie anspricht.

Studien zum Hirnscan

Grundlage dieser These sind Studienuntersuchungen, die an Kindern im Alter von 8 bis 16 Jahren durchgeführt wurden. Dabei ergab sich, dass Kinder, die während einer funktionellen Magnetresonanztomographie Angst empfanden, wenn sie auf dem fMRT-Scanner fröhliche Gesichter sahen, kaum von einer mehrwöchigen Psychotherapie profitierten. Im Gegensatz dazu profitierten Kinder von einer Gesprächstherapie, die während des Hirnscans nur ängstlich auf Gesichter, die Angst zeigten, reagierten.

Schon in früheren Studien hatte sich gezeigt, dass Menschen selbst ängstlich reagierten, wenn sie mit ängstlichen Gesichtern konfrontiert wurden. Einige Patienten, die unter Angststörungen litten, empfanden dagegen sogar mehr Angst vor fröhlichen Gesichtern als vor ängstlichen.

Während der Studie erfolgte die Konzentration auf die Amygdala. Diese Gehirnregion ist für die Emotion Angst verantwortlich. Die verschiedenen Reaktionen innerhalb der Amygdala wurden dann mit dem Erfolg einer mehrwöchigen Psychotherapie, die im Anschluss stattfand, verglichen.

Erklärung der Ergebnisse

Erklärt werden die Ergebnisse dadurch, dass Patienten, die mehr Angst vor fröhlichen Gesichtern empfinden, unter einer anderen Form von Angststörung leiden. Diese ist zwar ähnlich, lässt sich jedoch durch eine Psychotherapie nicht wirksam behandeln.

Es besteht sogar die Gefahr, dass eine Gesprächstherapie die Angststörung sogar noch verschlimmert und eine Entfremdung zwischen Patienten und Therapeuten zur Folge hätte. Die Wissenschaftler sind jedoch nicht der Ansicht, dass ein Hirnscan bei jedem Patienten, der unter einer pädiatrischen Angststörung leidet, notwendig ist.

Vorbeugung

Wer Ängste im Zusammenhang mit bestimmten Situationen, Tieren oder Menschen bemerkt, sollte sich dieser Angst stellen. Je länger der Angst nachgegeben wird, desto schwieriger wird es, sie zu bekämpfen.

Eltern sollten bereits bei den kleinen Kindern versuchen, Ängste zu nehmen und Angst auslösende Situationen mit den Kindern zu besprechen. So lernen die Kinder von klein auf, mit ihrer Angst umzugehen.

Wer dennoch Symptome einer Angststörung bemerkt, sollte sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben und die Ängste nicht mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln vertuschen wollen.

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  • Heiko Gärtner, Tobias Krüger: Krankheiten auf einen Blick erkennen: Antlitz- und Körperdiagnose sowie weitere Techniken, um Menschen ganzheitlich zu erfassen, mvg Verlag, 2013, ISBN 3868824499
  • Borwin Bandelow: Das Angstbuch: Woher Ängste kommen und wie man sie bekämpfen kann, Rowohlt, 2004, ISBN 3498006398
  • Klaus Bernhardt: Panikattacken und andere Angststörungen loswerden!: Wie die Hirnforschung hilft, Angst und Panik für immer zu besiegen., think and change, 2016, ISBN 3000530622
  • Jörg Braun, Jörg Braun: Basislehrbuch Innere Medizin: kompakt-greifbar-verständlich, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437411152
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Hans Vogl: Differentialdiagnose der medizinisch-klinischen Symptome. Lexikon der klinischen Krankheitszeichen und Befunde., UTB, 1994, ISBN 3825280667
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, 2019, ISBN 3981466098
  • Edouard Battegay: Differenzialdiagnose Innerer Krankheiten: Vom Symptom zur Diagnose, Thieme, 2017, ISBN 3133448218
  • Verena Corazza, Renate Daimler, Renate Daimler, Krista Federspiel, Vera Herbst, Kurt Langbein, Hans-Peter Martin, Hans Weiss: Kursbuch Gesundheit: Gesundheit und Wohlbefinden. Symptome und Beschwerden. Krankheiten. Untersuchung und Behandlung, Kiepenheuer&Witsch, 2006, ISBN 3462035932
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Thorwald Dethlefsen, Ruediger Dahlke: Krankheit als Weg: Deutung und Bedeutung der Krankheitsbilder, Bassermann Verlag, 2008, ISBN 3809423777

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