11. Dezember 2008

Nebenwirkungen Artikel

Nebenwirkung Hörschaden

(dgk) Die möglichen Nebenwirkungen von Arzneimitteln verunsichern viele Patienten. Deshalb liest mancher die eng bedruckten Beipackzettel schon gar nicht mehr. Das sollte man aber, denn jeder muss für sich selbst Nutzen gegen Risiko abwägen.

Hörschäden sind bei einigen Medikamenten wie auch bei bestimmten Antibiotika als Risiken aufgelistet. "Hier sollte man prüfen, ob man dieses Risiko wirklich eingehen muss", sagt der HNO-Arzt Professor Dr. Dr. h. c. Roland Laszig, Geschäftsführender und Ärztlicher Direktor der Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik Freiburg und Leiter der Sektion Gutes Hören im Deutschen Grünen Kreuz. "Wenn man einen Hörschaden vermeiden kann, sollte man es tun."

Wenn es ein anderes Medikament gibt, das die gleiche Wirkung bringt, aber keine Gefahr für die Ohren darstellt, dann sollte man natürlich wechseln. Oft aber gibt es keinen alternativen Wirkstoff. Was dann? "Wenn ein anderes Medikament nicht möglich ist, muss man abwägen", so Professor Laszig. Darüber muss man ganz offen und klar mit den Patienten sprechen. "Zu den eventuell gehörschädigenden Medikamenten gehören ja zum Beispiel auch viele Zytostatika, also Krebs-Medikamente. Wenn ich einen bösartigen Krebs habe, muss ich wissen, dass ich mit diesem Medikament, das mich potenziell heilt, aber eventuell eine Hörverschlechterung in Kauf nehmen muss."

Doch auch wenn man ein bestimmtes Medikament nehmen muss, ist man den Nebenwirkungen nicht schutzlos ausgeliefert. Denn bei vielen Medikamenten kann man die Konzentration des Wirkstoffes im Blut messen und so feststellen, wann ein für die Ohren kritisches Level erreicht wird. "Mit diesem Monitoring", so der HNO-Experte Professor Laszig, "kann ich mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit verhindern, dass das Medikament eine ototoxische, also gehörschädigende Wirkung entfaltet. Das geht gerade auch bei verschiedenen Antibiotika." Der Pegel im Blut ist teilweise auch abhängig von der Funktion der Leber oder der Nieren. Denn die Stoffe werden entweder über die Nieren ausgeschieden oder über die Leber abgebaut. Wenn es dort Probleme gibt, bleiben auch schädliche Substanzen länger im Körper. "Gerade bei Funktionsstörungen der Leber oder der Nieren ist deshalb das Monitoring sinnvoll", empfiehlt Professor Laszig.

QUELLENANGABEN

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LESERMEINUNGEN (1)

Monitoring

Ehrlich gesagt, noch nie etwas gehört hiervon. Diesen Artikel heute auch zufällig gefunden. Ja, mein kleiner Sohn, gerade 4 Jahre Alt geworden...

  • Lesermeinung von Mama
  • 03.11.09 19:45

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