6. April 2009
Von Viola Reinhardt
Was würde man ohne Brot tun? Kaum ein anderes Lebensmittel wird so viel gegessen wie Brot. Ob zum Frühstück, als Pausenbrot oder schnellen Snack in der Mittagspause, zum Soße tunken oder auch zum Abendessen, überall finden die unterschiedlichen Brotsorten ihren Einsatz. Aber ist jede Sorte gleich gut für den Menschen? Eine Exkursion zwischen Weißbrot und Fitnessbrot.

Brot macht satt, sagen die einen. Brot macht dick, sagen die anderen. Und in jeder Aussage steckt ein Funken Wahrheit. Besieht man sich nur einen Teil der rund 300 unterschiedlichen Sorten, dann kann man durchaus Unterschiede im Gesundheitsfaktor der Brote erkennen. Zu einer der beliebtesten Sorten zählt das Weißbrot. Mit einem Anteil von 90% Weizen scheint es auf den ersten Blick eine gesunde Sache zu sein, allerdings enthält genau diese Brotsorte eine Unmengen an so genannten leeren Kalorien. Diese legen sich bei einem Zuviel kräftig auf die Hüften und den Bauch und lassen auch den Körper regelrecht schwammig aussehen. Nicht gleich und sofort, aber bei einem dauerhaften Verzehr. In der Regel finden sich außer dem Weizen nur noch Salz, Hefe und Wasser darin, die zwar sehr gut satt machen, allerdings auch den Blutzucker rasch wieder in die Höhe treiben und einen neuen Griff nach Nahrung provoziert. Folge: Ein mögliches Übergewicht.
Roggenbrot zeigt sich aus ernährungswissenschaftlicher Sicht schon wesentlich besser. Bei einem reinen Roggenbrot finden sich deshalb rund 90% dunkler Roggen und bei Mischvarianten immerhin noch 50 bis 89%. Herzhaft im Geschmack halten die Roggenbrote länger satt und zeigen bei einer Erweiterung der Zutaten, wie etwa Hafer, Hirse oder auch Leinsamen auch einen gesteigerten Gesundheitsfaktor, da man damit nicht nur länger satt bleibt, sondern vor allem auch die Nerven beruhigen und auch etwas Gutes für die Verdauung tun kann. Ein Aspekt, der besonders auch dann zutrifft, wenn das Brot mit Ölsamen aus Leinsamen oder Sonnenblumenkerne verfeinert ist.
Beim Vollkornbrot denken die meisten zunächst an einen puren Gesundheitsgenuss, doch gerade hier sollte man die Augen gezielt auf die Zutaten richten, denn oft werden sie mit Malz dunkler "gefärbt" und mit Auszugsmehlen gestreckt. Doch auch wenn sich Körner und Samen im oder auf dem Brot befinden und das Brot als "Fitnessbrot" angepriesen wird, bedeutet das noch lange nicht, dass es sich tatsächlich um Vollkornbrot handelt. Hier kann man entweder die Echtheit beim Bäcker erfahren oder auch bei verpacktem Vollkornbrot mit einer eindeutigen Deklarierung auf der Verpackung. Handelt es sich um reines Vollkornbrot, dann sollte man öfters zu diesem greifen, da es aufgrund der wertvollen Körner und Mehle für die Verdauung ein absolutes Plus darstellt und man durch den Genuss solch eines Brotes auch über viele Stunden satt bleibt. Der Grund findet sich nicht nur darin, dass das Brot im Magen leicht quellt, sondern vor allem durch einen langsamen Anstieg des Blutzuckers.
Damit man auch lange etwas von den unterschiedlichen Brotsorten hat, sollte man sowohl auf die Lagerung als auch auf die Haltbarkeitsdauer achten. Letztere liegt bei Broten mit einem hohen Weizenanteil und selbstverständlich ohne Konservierungsstoffe bei ein bis maximal fünf Tagen. Sofern man das Brot entweder im Brotkasten oder in einem Kunststoffbeutel aufbewahrt. Roggenbrote mit den gleichen Lagerungsbedingungen halten sich dagegen bis zu zehn Tagen, ebenso ein echtes Vollkornbrot, das übrigens ab einem Tag erst so richtig schmeckt und sich auch viel besser aufschneiden lässt.
Tipp: Wer gerne wissen möchte was sich in "seinem" Brot befindet, sollte auch einmal versuchen dieses selber zu backen. Hier sind der Fantasie keinerlei Grenzen gesetzt, die Zubereitung nimmt kaum Zeit in Anspruch und es schmeckt einfach genial frisch.
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