29. September 2010
Urologische Kliniken behandeln Männer, Frauen und Kinder mit Problemen an den männlichen Geschlechtsorganen und Beschwerden und Erkrankungen an den Harnorganen, der Nieren und der ableitenden Harnwege. Dazu zählen Krebserkrankungen wie Blasen-, Nieren- und Prostatakrebs und Krankheiten wie Harnsteine, chronische und akute Harnwegsinfektionen und Polypen. Männer und Frauen, die unter einer Harninkontinenz leiden, werden ebenfalls in urologischen Kliniken behandelt. Auch Paare mit unerfülltem Kinderwunsch können sich an die urologischen Kliniken wenden.
Urologische Kliniken behandeln Patienten mit den unterschiedlichsten Beschwerden, die nicht oder nicht mehr ambulant bei einem niedergelassenen Urologen therapiert werden können, genauso wie auch eine umfassende Krebsvorsorge betrieben wird.
Im Bereich der Prävention untersuchen die Ärzte der Urologie Männer z.B. auf Prostatakrebs. Der Arzt tastet dabei die Prostata des Patienten ab und nimmt dem Mann Blut ab. Dieses Blut wird auf einen speziellen Wert, den so genannten PSA (prostataspezifisches Adenom) untersucht. Ist dieser Wert erhöht, so spricht dies für eine Prostatakrebserkrankung. Wird diese Krebsart frühzeitig diagnostiziert, so kann der Patient fast immer geheilt werden.
Neben der körperlichen Untersuchung führen die Ärzte der urologischen Klinik auch eine Ultraschalluntersuchung der Organe durch. Hier können sie die Funktionsfähigkeit und die Größe z.B. der Nieren, der Harnblase, der Prostata usw. begutachten. Auch eine spezielle Sonografie des Darmes ist möglich. Der Patient muss dazu zuerst einen Einlauf durchführen, um den Enddarm zu reinigen. Während dieser Sonografie kann auch eine Probe des Darmes entnommen werden und im Labor auf Krebszellen untersucht werden.
Im Rahmen der Diagnostik werden in den urologischen Kliniken auch verschiedenartige Röntgenaufnahmen angefertigt. Neben gewöhnlichen Röntgenaufnahmen ohne Kontrastmittel werden hier auch verschiedene Aufnahmen mit einem speziellen Kontrastmittel durchgeführt. Bei der Pyelografie erhält der Patient ein Kontrastmittel als Infusion in eine Vene. Dieses Kontrastmittel wird über die Nieren abgebaut und der Urin über die Harnleiter abgelassen. Durch regelmäßige Röntgenkontrolle können die Urologen feststellen, wie Nieren und Harnleiter arbeiten.
Auch eine Zystoskopie, eine Blasenspiegelung, wird in den urologischen Kliniken im Rahmen der Diagnostik durchgeführt. Der Patient erhält für diesen Eingriff eine örtliche Betäubung. Der Urologe führt dann das Endoskop durch die Harnröhre ein. Bei Frauen geschieht dies über die Scheide, bei Männern über den Penis. Der dünne lange Schlauch wird bis zur Harnblase vorgeschoben. Während der Untersuchung kann der Arzt die Schleimhaut begutachten und ggfs. eine Gewebeprobe entnehmen, die im Labor unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht wird.
Auch eine Computertomografie oder Magnetresonanztomografie kann für die Diagnosenstellung notwendig sein. In jedem Fall gehören die Untersuchung des Urins sowie eine eingehende Untersuchung des Blutes zur Diagnostik der urologischen Erkrankung.
Haben die Untersuchungen den Verdacht auf einen bösartigen Blasentumor bestätigt, so muss dieser operativ entfernt werden. Meist entfernen die Ärzte neben dem Tumor auch umliegendes Gewebe wie Gebärmutter oder Prostata. Je nach Art der Operation können die Ärzte der urologischen Kliniken den Männern anschließend auch eine Penis- oder Hodenprothese implantieren.
Auch bösartige Tumore in der Niere oder im Bereich der Prostata werden während einer Operation entfernt. Bei jeder Krebsoperation wird darauf geachtet, so viel wie nötig und gleichzeitig so wenig Gewebe wie möglich zu entfernen. Bei Patienten mit Prostatakrebs wird darauf geachtet, möglichst wenige Nerven zu zerstören, so dass der Mann als Folge der Operation nicht impotent wird.
Nach einer Krebsoperation erfolgt meist eine Chemo- und/oder Strahlentherapie. Auch die Nachsorge der Krebserkrankung wird in den urologischen Kliniken durchgeführt. Der Patient begibt sich dazu in regelmäßigen Abständen in die Klinik und wird eingehend untersucht, so dass ein erneutes Tumorwachstum oder Metastasen frühzeitig diagnostiziert werden können.
Auch Patienten mit Harnsteinen werden in den urologischen Kliniken behandelt. Teilweise müssen diese Harnsteine entfernt werden, teilweise genügt jedoch auch eine konservative Behandlung. Kleine Steine gehen meist von selbst mit dem Urin ab, wenn die Patienten viel trinken und sich viel bewegen. Gegen die Schmerzen erhalten die Patienten Medikamente. Harnsteine können teilweise auch durch die Gabe spezieller Medikamente aufgelöst werden. Helfen diese konservativen Maßnahmen nicht, so werden die Harnsteine „zertrümmert“ oder endoskopisch entfernt.
Auch Kinder werden in den urologischen Kliniken behandelt. Hier operieren die Kinderurologen z.B. kleine Jungen mit einer Phimose (Vorhautverengung). Auch angeborene Fehlbildungen im Bereich der Harnwege, der Nieren oder der äußeren Genitalien werden in der Kinderurologie behandelt.
Schwerkranke Patienten werden auf der Intensivstation rund um die Uhr ärztlich betreut. Teilweise ist hier auch eine Beatmung notwendig, die über einen Schlauch in Mund oder Nase oder über eine Maske erfolgt. Bei der so genannten CPAP-Beatmung erhält der Patient lediglich eine Atemunterstützung, um die eigene noch vorhandene Atemtätigkeit zu unterstützen.
Auch physiotherapeutische Anwendungen erhalten die Patienten der urologischen Klinik. Patienten mit Inkontinenzproblemen können von den Mitarbeitern beispielsweise spezielle Übungen zur Festigung des Gewebes und Straffung des Beckenbodens erlernen. Helfen diese konservativen Maßnahmen nicht, kann auch eine Operation erfolgen, bei der eine Blasenhebung vorgenommen wird oder so genannte Inkontinenzbänder implantiert werden.
Hochansteckende Krankheiten wie z.B. die Feigwarzen werden in den urologischen Kliniken ebenfalls behandelt. Die Feigwarzen werden meist durch eine Laserbehandlung abgetragen, die in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose erfolgt.
Männer, die sich sterilisieren lassen möchten, können dies in einer urologischen Klinik vornehmen lassen. Die Ärzte durchtrennen während der Operation die Samenleiter, so dass der Mann keine Kinder mehr zeugen kann.
Paare, die unter unerfülltem Kinderwunsch leiden, können sich ebenfalls an eine urologische Klinik wenden. Frauen lassen sich bei ihrem Gynäkologen untersuchen, Männer bei einem niedergelassenen Urologen oder in einer urologischen Klinik. Die Männer geben dazu Samenflüssigkeit ab, die im Labor unter dem Mikroskop auf die Beweglichkeit der Spermien untersucht wird. Auch eine Hormondiagnostik beim Mann wird durchgeführt.
In den urologischen Kliniken arbeiten neben Fachärzten für Urologie und Kinderurologie auch Fachärzte für Anästhesie und Intensivmedizin. Teilweise haben die Ärzte Zusatzbezeichnungen wie Andrologie, spezielle Schmerztherapie oder Notfallmedizin. Die Ärzte werden von Gesundheits- und Krankenpflegern (neue Berufsbezeichnung für Krankenschwestern), Operationsschwestern, Intensivschwestern, Kinderkrankenschwestern, medizinischen Fachangestellten, Physiotherapeuten, medizinisch-technischen Assistenten, Verwaltungsmitarbeitern, Zivildienstleistenden und diversem Reinigungspersonal unterstützt.
Die Urologischen Kliniken verfügen über diverse Patientenzimmer sowie Untersuchungs- und Behandlungsräume. Auch eine Notaufnahme sowie teilweise ein Hubschrauberlandeplatz gehören zur Ausstattung der urologischen Kliniken. Jede urologische Klinik verfügt über mehrere Operationssäle mit angeschlossenen Aufwachräumen und Intensivstationen. Auch eine Tagesklinik für ambulant zu behandelnde Patienten befindet sich meist in den Räumen der urologischen Klinik.
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