31. August 2010
In Krebszentren werden junge und ältere Patienten behandelt, die den Verdacht auf eine Krebserkrankung oder bereits eine diagnostizierte Krebserkrankung haben. Hier werden Patienten aufgenommen, die z.B. Brustkrebs, Prostatakrebs, einen bösartigen Hirntumor, Blasenkrebs, ein Nierenzellkarzinom, Darmkrebs, Leukämie, einen bösartigen Tumor im Bereich der Knochen usw. haben oder vermuten.
Die Krebszentren untersuchen die Patienten auf Krebserkrankungen, behandeln diese und betreuen die Patienten im Rahmen der Nachsorge. Auch Krebsvorsorge wird in den Krebszentren durchgeführt.
Nicht alle Krebszentren führen die Behandlungen und Vorsorgemaßnahmen selbst durch. Teilweise werden den Patienten auch nur die geeigneten Ansprechpartner und Arztpraxen genannt.
Ein Patient kann entweder auf Überweisung seines Arztes ein Krebszentrum aufsuchen oder sich direkt dort vorstellen. Je nachdem, ob bereits Untersuchungen erfolgt sind, werden in einem Krebszentrum verschiedene weitere Untersuchungen durchgeführt.
Bei den meisten Patienten wird Blut abgenommen und dieses auf verschiedene Werte hin untersucht. Durch Ultraschalluntersuchungen, eine Röntgenaufnahme sowie teilweise auch eine Computertomografie oder Magnetresonanztomografie kann oftmals bereits eine Diagnose gestellt werden. Häufig ist jedoch zur Diagnosestellung auch eine Endoskopie notwendig. Hier kann der behandelnde Arzt durch das Einführen eines langen biegsamen Schlauches in den After, den Mund oder die Nase die inneren Organe und die Schleimhaut begutachten. Auch Proben können hier entnommen werden.
Die Entnahme von Gewebeproben aus einem Tumor stellt einen wichtigen Teil der Diagnostik von Krebserkrankungen dar. Die Probe wird im Labor auf Krebszellen untersucht. Können diese unter dem Mikroskop festgestellt werden, so steht die Diagnose.
Das Besondere an einem Krebszentrum ist, dass hier viele verschiedene Fachärzte zusammenarbeiten und regelmäßige Besprechungen durchgeführt werden, in denen die Untersuchungsbefunde der Patienten besprochen und Therapiemöglichkeiten aufgestellt werden.
Je nach Art des Tumors kann dieser in vielen Fällen im Rahmen einer Operation entfernt werden. Dies kann jedoch schwerwiegende Folgen und eine Lebensumstellung für den Patienten bedeuten. So benötigen z.B. viele Patienten mit Darmkrebs – zumindest vorübergehend - einen künstlichen Darmausgang, der meist im Bereich des Bauches angelegt wird. Patienten mit Kehlkopfkrebs können nach einer kompletten Kehlkopfentfernung nicht mehr sprechen und benötigen einen Luftröhrenschnitt, um weiterhin atmen zu können. Die jeweiligen Eingriffe werden in der Regel an Krankenhäusern durchgeführt, zu denen die Krebszentren gehören oder in denen die Ärzte des Krebszentrums zusätzlich arbeiten.
Die Krebszentren führen auch die meist bei Krebserkrankungen notwendige Chemotherapie durch. In vielen Fällen kann diese ambulant erfolgen, so dass der Patient diese im Krebszentrum durchführen lassen kann. Während einer Chemotherapie erhält der Krebspatient durch eine Infusion ein spezielles Medikament (Zytostatikum), das die Krebszellen im Körper zerstören soll. Die Behandlung wird meist in mehreren Zyklen durchgeführt.
Krebspatienten, die nicht mehr geheilt werden können, werden in einem Krebszentrum von Palliativmedizinern betreut. Diese speziell ausgebildeten Fachärzte betreuen die Patienten in der letzten Zeit und versorgen sie mit Medikamenten, die die Schmerzen nehmen. Teilweise wird auch nochmals ein operativer Eingriff vorgenommen, wenn dadurch die Beschwerden des schwerkranken Patienten verbessert werden können. Eine Heilung ist durch diese Operationen jedoch nicht mehr möglich.
Ein wichtiger Bereich der Krebszentren besteht in der Früherkennung von Krebserkrankungen. Dazu werden viele verschiedene Krebsvorsorgeuntersuchungen angeboten und durchgeführt. So gibt es z.B. das Hautkrebsscreening, bei dem ein Hautarzt die gesamte Hautoberfläche des Patienten nach möglichen Hauttumoren absucht. Auch eine Darmkrebsvorsorge wird angeboten. Hier erhalten die Patienten einen so genannten Hämoccult ("Stuhlbriefchen"), der okkultes (unsichtbares) Blut im Stuhl sichtbar macht. Ab einem gewissen Alter wird auch eine Darmspiegelung im Rahmen der Vorsorge durchgeführt. Auch gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen z.B. im Bereich des Brustkrebses werden angeboten.
Einige Krebszentren bieten für ihre Krebspatienten Ernährungsberatungen oder spezielle Sportprogramme an, die besonders auf den Gesundheitszustand von Krebspatienten abgestellt sind.
In den Krebszentren arbeiten z.B. Fachärzte wie Anästhesisten, Gynäkologen, Internisten sowie Internisten mit den Schwerpunkten Onkologie, Hämatologie und Gastroenterologie, Chirurgen und Ärzte mit den Zusatzbezeichnungen spezielle Schmerztherapie und Palliativmedizin.
Auch Psychologen und Psychotherapeuten sind in den Krebszentren beschäftigt.
Zusätzlich arbeiten nicht-medizinische Mitarbeiter wie Gesundheits- und Krankenpfleger (Krankenschwestern), Kinderkrankenschwestern, Operationsschwestern, medizinische Fachangestellte, Ernährungsberater, Physiotherapeuten und diverses Reinigungspersonal in den Krebszentren.
Viele Krebszentren befinden sich an großen Krankenhäusern, so dass die Einrichtungen mitbenutzt werden. Zusätzlich haben die Krebszentren jedoch eigene große Besprechungs- und Untersuchungsräume. Viele Krebszentren haben auch ein eigenes Labor sowie in einer Tagesklinik befindliche Therapie- und Behandlungsräume.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
27.03.12 | |
![]() | KREBSZENTREN |
16.02.11 | |
![]() | KREBSZENTREN |
28.12.10 | |
![]() | KREBSZENTREN |
27.10.10 | |
![]() | KREBSZENTREN |
30.04.10 | |
![]() | KREBSZENTREN |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Krebszentren Forum

