11. August 2010
Brustzentrum wird eine Abteilung eines Krankenhauses genannt oder auch ein Zusammenschluss von niedergelassenen und angestellten Ärzten, die sich mit der menschlichen Brust beschäftigen. In einem Brustzentrum werden sowohl Männer als auch Frauen behandelt, wenn auch nur wenige Männer eine Erkrankung im Bereich der Brust erleiden. Die meisten Patienten, die ein Brustzentrum aufsuchen, sind weiblich.
Brustzentren behandeln überwiegend männliche und weibliche Patienten mit Brustkrebs. Sowohl Patienten, bei denen die Diagnose Mammakarzinom bereits gestellt wurde als auch Patienten, bei denen ein Verdacht auf einen bösartigen Tumor in der Brust besteht, können sich in einem Brustzentrum untersuchen und behandeln lassen.
Der Brustkrebs ist heutzutage eine sehr häufige Erkrankung, die jedoch in vielen Fällen geheilt werden kann. Dazu ist jedoch die Zusammenarbeit verschiedener Fachärzte und Spezialisten notwendig, so dass diese in vielen großen deutschen Städten so genannte Brustzentren gebildet haben. Diese Zentren haben ein spezielles Zertifikat erworben, das u.a. von der Deutschen Krebsgesellschaft an Zentren verliehen wird, die nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen arbeiten.
Zu Beginn einer Behandlung im Brustzentrum steht die Diagnostik. Nicht immer wurde diese bereits ambulant durchgeführt, so dass die Brustzentren nicht nur im Bereich der Therapie sondern auch im Bereich der Diagnostik mit den neuesten und modernsten medizinischen Geräten ausgestattet sind. Ein Facharzt für Gynäkologie befragt den Patienten nach seinen Beschwerden und ob ein Knoten in der Brust getastet wurde. Anschließend tastet er selbst die Brust gründlich ab und prüft, ob Knoten zu tasten sind, wie groß diese sind und ob man sie verschieben kann. Auch die Lymphknoten werden abgetastet, so dass der Arzt eine mögliche Vergrößerung ertasten kann. Auch eine Untersuchung des Blutes wird im Rahmen der Diagnostik durchgeführt. In jedem Fall erfolgt eine Mammografie. Hier wird eine Röntgenaufnahme der Brust gemacht. Durch die Röntgenbilder kann der Arzt feststellen, ob ein Brustkrebs oder eine andere Krankheit vorliegt. Sondert eine Brust unklare Flüssigkeit ab, so kann die Mammografie auch mit einem Kontrastmittel durchgeführt werden, das direkt in die Milchgänge gespritzt wird. Wird anschließend eine Röntgenaufnahme der Brust (Mammografie) gefertigt, so kann der Arzt Veränderungen an den Milchgängen in der Brust feststellen.
Auch per Ultraschall kann die Brust untersucht werden. Die Untersuchung heißt Mammasonografie und wird wie eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauches mit einem Schallkopf auf der Brust durchgeführt.
Zur Diagnosenstellung kann auch eine Kernspintomografie der Brust notwendig sein. Diese Untersuchung wird in den Brustzentren überwiegend dann durchgeführt, wenn aufgrund der Mammografie und der Mammasonografie kein eindeutiger Befund festgestellt werden kann. Der Patient erhält vor der Untersuchung ein Kontrastmittel in die Vene gespritzt, das sich dann im Körper verteilt. Während der Untersuchung werden Schnittbilder vom Körper angefertigt, die anschließend von einem Facharzt beurteilt werden.
Hat der Arzt einen auffälligen Knoten festgestellt, so wird im Brustzentrum eine so genannte Biopsie entnommen. Aus dem Knoten wird dann eine Probe genommen und im Labor auf Krebszellen untersucht. In großen Brustzentren dauert diese Untersuchung meist nur einige Stunden und die Patienten haben dann bereits Gewissheit, ob der Knoten gut- oder bösartig ist. Eine Biopsie kann auch während einer Operation durchgeführt werden, so dass der operierende Arzt noch während des Eingriffes Bescheid weiß, ob der Tumor gut- oder bösartig ist. Hat sich der Verdacht auf Krebs bestätigt, so kann der Arzt während der Operation den Knoten und umliegendes Gewebe sofort entfernen, ohne dass der Patient sich einer weiteren Operation unterziehen muss.
Wurde die Diagnose "Brustkrebs" im Brustzentrum gestellt, so teilt der Arzt seinen Patienten in ein Krankheitsstadium ein. Dies ist für die weitere Behandlung von entscheidender Bedeutung. Teilweise sind dazu weitere Untersuchungen wie eine Oberbauchsonografie oder eine Skelettszintigrafie notwendig, um evtl. Metastasen in anderen Organen diagnostizieren zu können.
Brustzentren arbeiten nach den modernsten Methoden der Medizin. Je nach Art des Befundes und des Krankheitsstadiums erfolgt eine Operation, eine Chemo- oder Strahlentherapie oder eine Hormontherapie. In vielen Fällen operiert der Spezialist des Brustzentrums "brusterhaltend", d.h., nur so viel Gewebe wird entfernt, wie dies zwingend notwendig ist. Die Brust kann so erhalten werden und es muss keine komplette Amputation erfolgen. Brustzentren führen auch einen Brustwiederaufbau nach einer Krebsoperation durch. Dies geschieht entweder direkt im Anschluss an die Entfernung des Tumors oder auch erst einige Jahre später. Die Brustzentren bieten dabei verschiedene Möglichkeiten an wie der Wiederaufbau mit eigenem Gewebe oder die Implantation eines Silikonkissens. Bei einer Chemotherapie erhalten die Krebspatienten die Medikamente per Infusion, die die Krebszellen zerstören sollen bzw. die Zellteilung verhindern sollen. Viele Brustzentren bieten diese Behandlung auch ambulant an. Auch die Strahlentherapie erfolgt im Brustzentrum. Hier werden spezielle Strahlen auf den bösartigen Tumor gerichtet und dieser auf diese Weise zerstört.
Einige Brustzentren führen auch ästhetische Operationen durch und setzen der Frau aus kosmetischen Gründen Implantate in die Brust zur Brustvergrößerung ein.
Neben der Diagnostik und Therapie wird auch die Nachsorge in den Brustzentren durchgeführt. Hier untersuchen die Ärzte des Brustzentrums in regelmäßigen Abständen die zuvor behandelte Brust auf evtl. neu aufgetretene Tumore und untersuchen den Patienten umfassend, so dass Metastasen möglichst frühzeitig festgestellt werden können.
Die meisten Patienten treten nach Abschluss der Brustkrebsbehandlung eine Anschlussheilbehandlung in einer Fachklinik an. Viele Brustzentren arbeiten mit Rehakliniken zusammen und korrespondieren dort mit den behandelnden Ärzten über den Patienten.
Einige Brustzentren nehmen mit ausgewählten Patienten auch an klinischen Studien teil, um die Behandlung von Brustkrebs weiter zu verbessern.
In Brustzentren arbeiten viele verschiedene ärztliche und nichtärztliche Mitarbeiter. Neben Fachärzten für Gynäkologie sind auch Radiologen, Internisten bzw. Onkologen, Pathologen, Psychotherapeuten und Genetiker tätig. Die Patienten werden zusätzlich von Gesundheits- und Krankenpflegern (ehemals Krankenschwestern und Krankenpfleger) und von medizinischen Fachangestellten betreut. Für die Reinigung ist das Reinigungspersonal zuständig.
Im Brustzentrum werden die Patienten umfassend beraten und behandelt. Auch die Familienangehörigen werden mit einbezogen. So bieten z.B. einige Brustzentren eine Tanztherapie nicht nur für die Patienten selbst, sondern auch zusammen mit dem eigenen Kind an, so dass auch die Kinder die schwere Erkrankung des Elternteils besser verarbeiten können.
Brustzentrenten bieten auch spezielle Beratungen für Menschen an, in deren Familie der Brustkrebs gehäuft auftritt. Zusätzlich werden auch Spezialsprechstunden z.B. im Bereich der Rekonstruktion, der Metastasenbildung oder der Nachsorge angeboten.
Viele Brustzentren führen auch Fortbildungen für niedergelassene und angestellte Ärzte (überwiegend Frauenärzte) durch.
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