Schnittlauch in der Natur, Heilkunde und Küche

Bei Schnittlauch handelt es sich um einen bekannten Vertreter aus der Familie der Lauche. Er findet vor allem als Gewürz Verwendung. Schnittlauch verfügt über einige gesunde Eigenschaften. So gilt der Verzehr von frischem Schnittlauch als gesund. Großer Beliebtheit erfreut sich Schnittlauch in der Küche. So nutzt man ihn als gängiges Küchengewürz. Lesen Sie über die Wirkung und Verwendungsmöglichkeiten von Schnittlauch.

Merkmale, Vorkommen von Schnittlauch als Heilpflanze sowie kulinarische Anwendungsgebiete

Schnittlauch - Wirkung und Inhaltsstoffe

Schnittlauch (Allium schoenoprasum) wird auch als Schnittling, Brislauch, Binsenlauch, Graslauch, Jakobszwiebel oder Grusenich bezeichnet. Gemeint ist damit eine ausdauernde krautige Pflanze, die zur Gattung der Lauche (Allium) zählt.

Zu den klassischen Heilpflanzen gehört Schnittlauch zwar nicht, sein Genuss ist jedoch durchaus gesund und ähnelt in seinen positiven Effekten dem Knoblauch, wenn auch in schwächerer Form. So verfügt Schnittlauch genau wie Knoblauch über Allicin. Dabei handelt es sich um ein Umsetzungsprodukt der Aminosäure Alliin.

In Schnittlauch sind zahlreiche wertvolle und gesunde Inhaltsstoffe enthalten. Dazu gehören vor allem Vitamine wie:

Außerdem sind in der Pflanze wichtige Mineralstoffe zu finden, wie:

Gesundheitliche Vorzüge von Schnittlauch

Mithilfe von Allicin lässt sich hohen Cholesterinwerten und damit Bluthochdruck entgegenwirken, was wiederum positive Folgen für das Herz hat.

Schnittlauch gegen freie Radikale

Schnittlauch verfügt über Antioxidantien. Diese sind hilfreich bei der Bekämpfung von schädlichen freien Radikalen. Auf diese Weise wird auch der Entstehung von Krebszellen vorgebeugt.

Außerdem hat Schnittlauch Anteil an der Herstellung von Glutathion. Dabei handelt es sich um eine Substanz, die der Körper braucht, um Gifte und krebsfördernde Stoffe abzuwehren.

Schnittlauch und die Verdauung

Einen weiteren positiven Effekt übt Schnittlauch auf die Verdauung des Menschen aus. So trägt er dazu bei, dass lebenswichtige Inhaltsstoffe aus der Nahrung vom Organismus aufgenommen und verarbeitet werden.

Darüber hinaus hilft der Schnittlauch dabei, unerwünschte Bakterien in der Magen-Darm-Region zu beseitigen. Sogar gegen Salmonellen geht Schnittlauch vor. Dennoch sollte man beim Verzehr von Schnittlauch darauf achten, nicht zuviel davon zu essen, da dies mitunter zu Verdauungsbeschwerden führen kann.

Medizinische Verwendung

In der Naturheilkunde greift man auf Schnittlauch zurück, um verschiedene Beschwerden zu bekämpfen. Dazu gehören:

Außerdem wirkt Schnittlauch schleimlösend, harntreibend und blutreinigend. Die Homöopathie greift auf Schnittlauch zurück, um damit einen gereizten Magen oder Erschöpfung zu behandeln. Am besten kann Schnittlauch seine positiven Eigenschaften entfalten, wenn man ihn frisch verzehrt.

Verwendung von Schnittlauch in der Küche

In der Küche findet Schnittlauch häufig Verwendung als Gewürz. Er lässt sich sowohl frisch als auch tiefgefroren oder getrocknet einsetzen. Typisch ist das Kleinschneiden des Schnittlauchs, den man anschließend als Beilage in einen Salat, Mayonnaise, eine Suppe oder eine Eierspeise gibt.

Schnittlauch eignet sich sowohl zum Würzen warmer als auch zur Verfeinerung von kalten Speisen. Ohne großen Aufwand kann man Schnittlauch zu Hause anpflanzen und hat so immer frische lange Halme zum Würzen.

Schnittlauch ist zwar eine Lauchart, schmeckt jedoch nicht so intensiv wie Lauch. Frischer Schnittlauch schmeckt mit Abstand am besten. Er sollte daher immer kurz vor dem Servieren über die Speisen gestreut werden, um nicht seinen unvergleichlichen Geschmack zu verlieren.

Schnittlauch, den man nicht mehr verwenden kann, kann man aber auch problemlos einfrieren. Alternativ kann auch gleich tiefgekühlter Schnittlauch gekauft werden, den man portionsweise entnehmen kann.

Von gehacktem Schnittlauch sollte man lieber die Finger lassen und diesen auch nicht selbst hacken. Schnittlauch sollte in kleine längliche Stücke geschnitten werden. Dies kann man entweder mit einem Messer oder auch mit einer Schere machen.

Geschmacklich passt Schnittlauch zu fast allem, was man in der Küche zaubern kann. Man kann

  • ihn auf ein Butterbrot streuen
  • Suppen und Soßen damit verfeinern oder auch
  • Fleisch-, Fisch- und Gemüsegerichte damit abschmecken.

Auch in Salaten macht sich Schnittlauch sehr gut.

Anwendung von chinesischem Schnittlauch

Eine Variante des Schnittlauchs ist der Chinesische Schnittlauch. Großer Unterschied zu dem Schnittlauch, der bei uns am häufigsten zu finden ist, besteht darin, dass man diesen auch dünsten und kochen kann.

Schnittlauch, egal in welcher Sorte, enthält viel Vitamin C und wirkt appetitanregend. Außerdem wird durch den Verzehr von Schnittlauch die Verdauung auf natürliche Weise gefördert.

Schnittlauch auf Fischgericht
Wird als vielseitige Gewürzpflanze in Kräutermischungen oder separat verwendet

Besonders beliebt in Bayern und Österreich ist das Schnittlauchbrot. Dabei belegt man ein Butterbrot mit vielen Schnittlauchröllchen. Außerdem findet Schnittlauch Verwendung in der bekannten hessischen Grünen Sauce. Aber auch mit Speisequark lässt sich Schnittlauch wunderbar kombinieren.

Neben den Schnittlauchblättern sind übrigens auch die Blüten essbar. Diese können zum Beispiel einem Salat beigemischt werden.

Merkmale und Herkunft von Schnittlauch

Schnittlauch weist eine Wuchshöhe zwischen 5 und 50 Zentimetern auf. Von der Pflanze wird eine eiförmige, dünnhäutige Zwiebel gebildet, die einen Durchmesser von 0,5 bis 1,0 Zentimetern erreicht. Ein weiteres Merkmal sind die rundlichen Laubblätter mit einem Durchmesser von 2 bis 6 Millimetern.

Im Frühjahr kommt es aus dem Wurzelstock rasch zum Austreiben von rundlichen, hohlen Stängeln, bei denen es sich um den eigentlichen Schnittlauch handelt. Die Stängel können eine Höhe von bis zu 30 Zentimetern erreichen.

Zwischen Mai und August wachsen dann weitere Stängel, die über eine größere Härte verfügen. Aus diesen Stängeln gehen Blüten mit einer rosavioletten Färbung hervor, die die Form einer Kugel aufweisen.

Im Unterschied zu anderen Laucharten wie Gemüselauch oder Weinberglauch entstehen beim Schnittlauch keine Brutzwiebeln. Die Kapselfrucht, die beinahe kugelig ist, wird von den Blütenhüllblättern wie ein Ballon umgeben. Die Samen der Frucht haben eine schwarze Färbung.

Im Anschluss an die Blütezeit bilden sich wieder normale Stängel aus. Zu Beginn des Winters zieht sich der Schnittlauch schließlich wieder in die Erde zurück.

Natürlich wachsenden Schnittlauch findet man vor allem in den alpinen europäischen Hochgebirgen sowie in Nordamerika und Asien. Dort gedeiht die Pflanze in einer Höhe von bis zu 2.600 Metern auf Auen, Steinschuttfluren und Schneeböden.

Aber auch an Flussläufen kommt der Schnittlauch auf schlammigen und feinerdigen Kiesbänken oder Sandbänken vor. Wichtig für die Lauchpflanze ist, dass sie über feuchte und nährstoffreiche Böden verfügen kann.

Von Menschen kultiviert wird Schnittlauch seit dem frühen Mittelalter. Andere Quellen gehen allerdings davon aus, dass der Schnittlauchanbau schon um 3.000 v. Chr. im alten China erfolgte.

Die genaue Herkunft des Schnittlauchs ließ sich bislang nicht klären. Man vermutet die europäischen Alpen und Mittelgebirge als Ursprungsort. Allerdings ist es ebenso möglich, dass die Pflanze aus den Mittelmeerländern oder Zentralasien eingeführt wurde.

Anbau von Schnittlauch

Der kommerzielle Anbau von Schnittlauch erfolgt zumeist in Gewächshäusern. Eine Anpflanzung in Feldkultur findet dagegen seltener statt. Zu den wichtigsten Anbausorten zählen:

  • "Wilan"
  • "Dominant"
  • "Fitlau"
  • "Kirdo"

Quellen:

  • Mannfried Pahlow: Das große Buch der Heilpflanzen: Gesund durch die Heilkräfte der Natur, Nikol Verlagsgesellschaft, 2013, ISBN 3868201912
  • Andrew Chevallier: Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2017, ISBN 3831032327
  • Ingrid Schönfelder, Peter Schönfelder: Das neue Handbuch der Heilpflanzen: Botanik, Drogen, Wirkstoffe, Anwendungen, Kosmos, 2004, ISBN 3440093875
  • Peter Emmrich: Kurzcharakteristik Die Kraft der Heilpflanzen, Weg zur Gesundheit, 2017, ISBN 3925207317
  • Bernhard Uehleke, Johannes Mayer, Kilian Saum: Handbuch der Klosterheilkunde: Neues Wissen über die Wirkung der Heilpflanzen. Vorbeugen, behandeln und heilen, Zabert Sandmann, 2008, ISBN 3898832260
  • Karin Buchart, Miriam Wiegele, Andreas Leitner: Die Natur-Apotheke: Das überlieferte und neue Wissen über unsere Heilpflanzen, Servus, 2019, ISBN 9783710401718
  • Vital Experts: HEILPFLANZEN - Das Naturheilkunde Buch, 2019, ISBN 1713160064
  • Ursel Bühring: Alles über Heilpflanzen: Erkennen, anwenden und gesund bleiben Kindle Ausgabe, Verlag Eugen Ulmer, 2007, ISBN 3800149796
  • Ursel Bühring: Heilpflanzenrezepte: Die besten aus der Freiburger Heilpflanzenschule, Verlag Eugen Ulmer, 2014, ISBN 3800179962
  • Siegrid Hirsch: Kräuter-Rezeptbuch: Hausmittel & Salben, Säfte & Marmeladen, Kräuterwein & Liköre, Essig & Öl, Freya, 2014, ISBN 3902540001
  • Peter Spiegel: Das BLV Heilkräuter-Buch: Gesundheit aus der Natur, BLV, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2013, ISBN 3835409751

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  • Messer mit Schnittlauch auf weiß © unpict - www.fotolia.de
  • Pangasius Filet © arthurdent - www.fotolia.de

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