Konservative Orthopädie - Bereiche, Untersuchungen und Behandlungen

Zur Orthopädie zählen nicht nur operative Therapiemaßnahmen. So gibt es auch zahlreiche nicht-operative Angebote. Diese gehören in den Bereich der konservativen Orthopädie. Untersucht und behandelt werden diverse Verletzungen und Erkrankungen. Zur Anwendung kommen beispielsweise Bewegungstherapie und Medikamente. Lesen Sie über Bereiche, Untersuchungen und Behandlungen der konservativen Orthopädie.

Nicht-operative Angebote in der Orthopädie - Anwendungsgebiete und Durchführung

Aufgaben und Bereiche - Womit beschäftigt sich die konservative Orthopädie?

Bei der konservativen Orthopädie handelt es sich um die nicht-operativen Bereiche der Orthopädie. Sie befasst sich unter anderem mit der Korrektur von Funktions- und Formstörungen der Bewegungs- und Stützorgane, ohne dabei operative Maßnahmen anzuwenden.

Auf diese Weise können Schmerzen und chronische Erkrankungen gelindert und dem Patienten mehr Lebensqualität verschafft werden. Zu den Angeboten der nicht-operativen Orthopädie zählen sowohl bewährte als auch neuartige Untersuchungs- und Therapieverfahren.

Bei der konservativen Behandlung konzentriert man sich vor allem auf die Symptome. Zur Linderung der Beschwerden kommen beispielsweise Bewegungstherapie oder Behandlung mit Medikamenten zum Einsatz. Zu den wichtigsten Aufgaben der konservativen Othopädie gehören

  • Schmerzbekämpfung
  • Korrektur von Deformationen
  • Förderung von Heilungsvorgängen (z. B. Entzündungen) nach Verletzungen und chirurgischen Eingriffen
  • Verbesserung und Wiederherstellung von Muskel- und Gelenkfunktionen

Erkrankungen und Verletzungen, die in den Bereich der konservativen Orthopädie gehören

Zu den Verletzungen und Erkrankungen, mit denen sich die konservative Orthopädie beschäftigt, zählen beispielsweise die folgenden:

Untersuchungen der konservativen Orthopädie

Die Diagnostik der konservativen Orthopädie beinhaltet unterschiedliche Verfahren. Bevor eine bestimmte konservative orthopädische Therapie durchgeführt wird, erfolgt eine Eingangsuntersuchung.

Diese dient zur Überprüfung des Zustands des Patienten und wird als Basis für ein individuelles Gesamtprogramm genutzt. Das heißt, dass der behandelnde Orthopäde ein persönliches Programm aus mehreren Bausteinen zusammenstellt.

Erste Schritte der Eingangsuntersuchung sind die Befragung des Patienten sowie eine körperliche Untersuchung. So erkundigt sich der Arzt nach den Beschwerden und ob diese durch bestimmte Faktoren beeinflusst werden. Für den weiteren Behandlungsverlauf ist die Befragung sehr wichtig.

Wirbelsäulenbetrachtung

Im Rahmen der körperlichen Untersuchung findet eine Inspektion der Wirbelsäule statt. Das heißt, dass man die

  • Form
  • Haltung und
  • Bewegungsfähigkeit

der Wirbelsäule unter die Lupe nimmt. Überprüft werden zum Beispiel

So können größere Abweichungen Hinweise auf eine Skoliose (Seitabweichung der Wirbelsäule) sein.

Beurteilung des Gangbildes

Ebenfalls Teil der körperlichen Untersuchung sind die Beurteilung des Gangbildes sowie die Abtastung der Rückenmuskeln und der Dornfortsatzreihe.

Weiterhin erfolgt ein Test, wie beweglich die Wirbelsäule ist, indem sich der Patient in verschiedene Richtungen beugt. Zur Anwendung kommen dabei zumeist der Adams-Test und der Schober-Test.

Lasegue-Test: Ischias-Nerv-Untersuchung

Um eine Reizung des Ischias-Nervs festzustellen, wird der Lasegue-Test vorgenommen, bei dem es sich um einen Nervendehnungstest handelt. Während der Patient auf dem Rücken liegt, wird dessen ausgestrecktes Bein um rund 60 Grad angehoben. Fängt das Bein dabei an zu schmerzen, liegt ein Problem mit dem Ischiasnerv vor.

Reflextest

Zur Eingangsuntersuchung gehört auch der Reflextest. Dabei verwendet der Orthopäde ein kleines Hämmerchen, mit dem er unter die Kniescheibe des Patienten schlägt.

Normalerweise bewegt sich dann der Unterschenkel in die vordere Richtung. Wird dagegen die Achillessehne angeschlagen, kommt es zum Strecken des Fußes.

Den Reflextest führt man an beiden Beinen durch. So können unterschiedlich ausgeprägte Reflexreaktionen auf Nervenschädigungen hinweisen.

Streichel-Test

Eine weitere Untersuchung ist der Streichel-Test. Dabei wird vom Arzt mit der Hand über die Gliedmaßen gestrichen. Der Patient muss dabei angeben, ob er eventuelle Taubheitsgefühle oder ein Kribbeln empfindet.

Bildgebende Verfahren der konservativen Orthopädie

In den meisten Fällen hat sich bereits nach der körperlichen Untersuchung herausgestellt, welche Erkrankung vorliegt. Für den Fall, dass jedoch weitere Untersuchungen nötig sind, kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz.

Dazu gehören

So können damit zum Beispiel Veränderungen am Gelenkknorpel, der Gelenkkapsel, den Bändern oder den Bandscheiben erkannt werden.

Sonstige Untersuchungsmethoden der konservativen Orthopädie

Weitere Untersuchungsmethoden sind

  • eine 3D-Wirbelsäulenmessung, bei der eine computergesteuerte Analyse des Rückens stattfindet
  • die Messung der Muskelaktivität (EMG)
  • die Kraftmessung von Rücken- und Bauchmuskulatur und
  • der Stress-Test.

Mit letzterem lässt sich feststellen, ob eventuell ein Übermaß an Stress für Muskelfunktionsstörungen oder Fehlhaltungen verantwortlich ist.

Behandlungen der konservativen Orthopädie

Nach der Diagnose können diverse Behandlungsmethoden zur Anwendung kommen. Es folgt eine Übersicht.

Reizstromtherapie als Teil der Elektrotherapie

Bei der Reizstromtherapie handelt es sich um eine elektrische Behandlungsform.

Eingeteilt wird die Elektrotherapie in unterschiedliche Formen. Dazu gehören:

  • die Reizstromtherapie
  • die Kurzwellentherapie
  • die Galvanisation

Bei der Reizstromtherapie kommt niederfrequenter Wechselstrom oder Gleichstrom zum Einsatz, um etwa Funktionsstörungen zu behandeln und Schmerzen zu lindern. Hier gehen wir näher auf die Reizstromtherapie ein.

Gelenkinjektionen

Gelenkinjektionen werden bei unterschiedlichen Gelenkerkrankungen gegeben. Dabei handelt es sich um eine Spritze mit einem schmerzlindernden oder entzündungshemmenden Mittel, die der behandelnde Arzt direkt in das betroffene Gelenk injiziert. Auf diese Weise lassen sich Schmerzen oft schneller zurückdrängen.

Vor- und Nachteile

Ein großer Pluspunkt von Gelenkinjektionen ist das unmittelbare Verabreichen des Arzneistoffs in das erkrankte Gelenk. Weil dabei der Blutkreislauf umgangen wird, ist das Mittel in der Lage, seine Wirkung direkt am Knorpel zu entfalten. Außerdem fällt die Belastung des Organismus geringer aus.

Als Nachteil gilt allerdings die Gefahr von bakteriellen Infektionen des Gelenks durch die Spritze. In solchen Fällen muss dann eine Behandlung mit Antibiotika erfolgen. Gelenkinfektionen treten nach einer Gelenkinjektion jedoch nur sehr selten auf.

Durchführung

Um eine Infektion des behandelten Gelenks zu verhindern, findet eine Gelenkinjektion stets unter strengen sterilen Konditionen statt. So erfolgt zum Beispiel eine Injektion in das Kniegelenk erst, wenn dieses vorher mit Ultraschall untersucht wurde. Injektionen in kleine Gelenke wie Zehen oder Finger finden oftmals unter Röntgenkontrolle statt.

Vor dem Erhalt der Spritze desinfiziert man die Hautstelle, an der die Injektion verabreicht wird, gründlich. Außerdem erfolgt eine Kühlung mit einem Vereisungsspray. Dadurch lässt sich das Spüren der Injektion verhindern.

Nach der Betäubung des unteren Gewebes schiebt der Arzt die Nadel bis zum Gelenk vor. Dann punktiert man die Gelenkflüssigkeit ab und verabreicht den Wirkstoff.

Wichtig ist, dass der Patient das behandelte Gelenk 24 Stunden lang schont. Auf diese Weise lässt sich die Wirkung der Gelenkinjektion verbessern. Die Schmerzen, die bei einer Gelenkinjektion auftreten, sind normalerweise ähnlich wie bei einer Spritze, die in den Gesäßmuskel erfolgt.

Verabreichte Arzneimittel

  • Zu den Arzneistoffen, die bei einer Gelenkinjektion verabreicht werden, gehört vor allem Kortison. Dessen Wirkung ist nicht nur schmerzlindernd, sondern auch entzündungshemmend. Kortison kommt vor allem bei Arthrosen und Rheumaerkrankungen zum Einsatz.

  • Ein weiteres bewährtes Mittel ist Hyaluronsäure. Diese ist auch innerhalb des Körpers zu finden und bewirkt eine gute Gleitfähigkeit der Gelenke, sodass man sie als Gleit- und Schmiermittel anwendet. Sie wird vor allem bei einer Gelenksarthrose verabreicht und gilt als Alternative zu Kortison.

  • Ebenfalls zu den Arzneistoffen bei einer Gelenkinjektion zählt Orthokin, das bremsend auf die Zerstörung des Knorpels wirkt. So kommt es durch Orthokin meist nach rund sechs Wochen zur Besserung von Arthrosebeschwerden.

Kryodenervation

Bei der Kyrodenervation handelt es sich eine Kältebehandlung der Wirbelsäule, die zu den minimal-invasiven Therapieverfahren zählt. Häufigste Einsatzgebiete sind die kleinen Gelenke in der Lendenwirbelsäule und der Halswirbelsäule. Dabei macht man die Nerven der betroffenen Strukturen vorübergehend unempfindlich.

Indikationen

Vorgenommen wird eine Kyrodenervation, wenn andere Behandlungsmaßnahmen wie eine Physiotherapie oder die Einnahme von Schmerzmitteln nicht zur Besserung der Beschwerden führen. Als Hauptindikation gelten chronische Schmerzen an der Wirbelsäule. Weitere Anwendungsgebiete sind:

  • Schmerzen nach einem operativen Eingriff an den Bandscheiben
  • Osteoporose
  • Schmerzen am Steißbein (Kokzygodynie)
  • ein Facettensyndrom
  • diskogene Schmerzen ohne einen Bandscheibenvorfall

Nicht zur Anwendung kommen darf eine Kyrodenervation, wenn der Patient unter einem Tumor leidet oder sich einer Macurmarbehandlung unterzieht.

Durchführung

Zu Beginn der Kyrodenervation erhält der Patient eine örtliche Betäubung. Das Verfahren erfolgt unter Bildschirmkontrolle.

  • Erster Schritt ist das Vornehmen eines kleinen Hautschnittes sowie das Aufsuchen der Wirbelsäulennerven, die schmerzleitend wirken. Zu diesem Zweck verwendet der Arzt eine feine Nadel sowie eine Spezialsonde, die Mediziner als Vereisungsstift oder Kyrosonde bezeichnen.
  • Durch das Kühlen mit Kohlendioxid bei Temperaturen von -65 Grad Celsius erfolgt das Vereisen der Nerven, was wiederum zum Nachlassen der Schmerzen führt. Da auch das angrenzende Gewebe vereist wird, hat dies eine Unterbrechung der Weiterleitung der Schmerzimpulse zur Folge.
  • Um die genaue elektrophysiologische Position der Sonde am Nerv zu erzielen, greift der Arzt auf einen integrierten Nervenstimulator zurück. Obwohl eine Reparatur der betroffenen Wirbelgelenke mit der Kyrodenervation nicht möglich ist, lässt sich effektiv das Lindern der Schmerzen erreichen.
  • Nach einem Zeitraum von sechs Monaten kann die Kyrodenervation wiederholt werden.

Im günstigsten Fall hält die Schmerzreduktion bis zu zwei Jahre lang an. Die Einnahme von weiteren schmerzlindernden Mitteln ist nicht nötig. Insgesamt nimmt eine Kyrodenervation 15 bis 20 Minuten in Anspruch.

Nach der Kyrodenervation

Im Anschluss an die Kyrodenervation muss der Patient drei Stunden im Bett bleiben und dabei auf dem Rücken liegen. Auf diese Weise ist eine zusätzliche Kompression an der Wunde möglich.

Den Patienten wird zudem das Führen eines Schmerzprotokolls empfohlen, um die Behandlung zu kontrollieren. In den meisten Fällen können die Patienten bereits am gleichen Tag wieder nach Hause zurückkehren.

Vorteile der Kyrodenervation

Ein großer Vorteil der Kyrodenervation ist das wirkungsvolle Ausschalten der schmerzleitenden Nerven. Allerdings handelt es sich lediglich um eine Behandlung der Symptome. Die Arthrose der Wirbelgelenke sowie deren Ursachen bleiben weiterhin bestehen.

Die Erfolgsrate der Kyrodenervation gilt als positiv und beträgt rund 70 Prozent.

Risiken

Risiken und Nebenwirkungen durch die Kyrodenervation sind nur selten zu befürchten. Gelegentlich kommt es zu

Optrimetrie (3D- und 4D-Wirbelsäulenmessung)

Von einer Optrimetrie ist die Rede, wenn die Wirbelsäule dreidimensional bzw. vierdimensional und lichtoptisch vermessen wird. Darüber hinaus erfolgt eine Computeranalyse, die dazu dient, Beinlängenunterschiede oder Fehlhaltungen festzustellen.

Bei einer Optrimetrie vermisst der Arzt

  • Rotation
  • Derotation und
  • Gesamtstatistik

der Wirbelsäule. Aus den Messdaten, die sich dabei ergeben, wird von einem Computer ein dreidimensionales Abbild der Wirbelsäule erstellt. Dabei erfasst der Rechner auf sämtlichen Ebenen Achsenabweichungen und Drehfehlstellungen. Im Unterschied zu anderen Diagnosemethoden, wie einer Röntgenuntersuchung, werden bei diesem modernden Verfahren keine schädlichen Strahlen abgegeben. Auch zu Schmerzen kommt es für den Patienten nicht.

Die 4D-Wirbelsäulenmessung erfolgt im Prinzip ähnlich wie die 3D-Messung. Allerdings muss der Patient während der Untersuchung verschiedene Bewegungen ausführen oder bestimmte Stellungen einnehmen. Auf diese Weise lässt sich auch die Beweglichkeit der Wirbelsäule untersuchen.

Indikationen

Eingesetzt wird die Optrimetrie, um Fehlstatiken an der Wirbelsäule schon im frühen Stadium zu erkennen und zu korrigieren. Auf diese Weise lassen sich auch chronische Rückenbeschwerden behandeln, die zumeist durch Wirbelsäulenfehlstellungen entstehen. Außerdem kann man schwere Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliosen) analysieren und kontrollieren. Weitere Anwendungsgebiete sind:

  • muskuläre Fehlhaltungen
  • rheumatische Krankheiten (z.B. Morbus Bechterew)
  • Achsfehler der Beine (O-Beine oder X-Beine)
  • Fehlwachstum der Wirbelsäule
  • Beinlängenunterschiede
  • Einlagen oder Schuherhöhungen
  • Balancestörungen
  • funktionelle Störungen (Wirbelgelenkblockade)
  • Kontrollieren von Therapieerfolgen nach operativen Eingriffen oder schweren Verletzungen
  • Erstellung von medizinischen Gutachten

Durchführung

Bei einer Optrimetrie kommen Diaprojektoren zum Einsatz. Über einen Deckenspiegel projizieren diese Messlinien auf dem Rücken der zu untersuchenden Person. Mithilfe der Projektionslinien ist es möglich, Verformungen des Körpers auf dessen Oberfläche zu erkennen. Auch Abweichungen aus dem Körperlot lassen sich aufzeichnen, wodurch Fehlhaltungen und Abweichungen der Wirbelsäule festgestellt werden können.

  • Während der Optrimetrie stellt sich der Patient auf eine Balanceplatte. Mithilfe einer Videokamera sowie einer angeschlossenen Datenbank samt Software überträgt man ein 3D-Bild des Patienten auf den Platz des Untersuchers.
  • Durch die Balanceplatte besteht die Möglichkeit, Simulationen einer Wirbelsäulenbegradigung vorzunehmen. Das Softwareprogramm dient zur Errechnung des Rotations- und Derotationsverhaltens der Wirbelsäule sowie des Beinlängenausgleichs.
  • Von der Balanceplatte aus, auf der der Patient steht, findet eine getrennte Messung beider Beine statt. Um eine millimetergetreue Simulation der Beinlängenunterschiede vornehmen zu können, lassen sich die Platten präzise absenken oder anheben.
  • Durch Fotos erfolgt die Dokumentation der Untersuchungsresultate. Ebenfalls registriert werden Veränderungen an der Körperdrehreaktion, der Gewichtsbelastung und der Wirbelsäulenstellung.
  • Mit einer Veränderung des Linienrasters auf dem Rücken des Patienten zeigt man das Korrekturresultat an. Außerdem ist ein Ausdruck mit einem Laserdrucker möglich. Auf diese Weise lassen sich sinnvolle Anhebungen für den Patienten ermitteln.

Je nachdem, welche Probleme vorliegen, dauert das Vermessen der Wirbelsäule 20 Minuten bis eine Stunde. Nach 3 bis 6 Monaten findet zumeist eine Kontrollmessung statt, um den Therapieverlauf einzuschätzen.

Kosten

Die Kosten für eine 3D- oder 4D-Wirbelsäulenmessung werden bislang noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, obwohl die deutschen Rückenschulen dies empfehlen. Nur private Krankenkassen kommen für die Untersuchungskosten auf.

Orthokin-Eigenblut-Injektionen

Unter der Orthokin-Therapie versteht man die Behandlung von Knorpelabnutzung und Arthrose mit körpereigenen Botenstoffen.

Knorpel

Die Knorpelschicht dient sozusagen als Stoßdämpfer für die Gelenke. Nimmt der Knorpel jedoch ab oder büßt an Belastungsfähigkeit ein, kann dies degenerative Gelenkerkrankungen zur Folge haben. Besonders betroffen davon sind

Orthokin-Therapie

Als Orthokin-Therapie bezeichnet man eine spezielle Behandlung, bei der Eigenblut-Injektionen verabreicht werden. Dazu entnimmt man dem Patienten zunächst etwas Blut. Im Anschluss daran erfolgt die Behandlung der Blutprobe in einem Laboratorium, wo es in eine Zentrifuge kommt.

Bei diesem Verfahren lassen sich Entzündungshemmer gewinnen, die man dem Patienten dann in dessen erkranktes Gelenk spritzt. Auf diese Weise soll dem Gelenkverschleiß entgegengewirkt werden.

Die Orthokin-Therapie zählt zu den Eigenblutbehandlungen. Diese stellt eine Reiztherapie dar, bei der durch bestimmte Reize der Selbstheilungsprozess des Organismus gefördert werden soll. So kommt es durch die Abnahme und die erneute Zufuhr des Blutes zur Stimulation der Abwehrkräfte.

Mitunter setzt man dem entnommenen Blut noch einen Zusatz wie zum Beispiel einen homöopathischen Arzneistoff hinzu.

Durchführung

Im Rahmen einer Orthokin-Eigenblut-Injektion wird aus dem Blut der Stoff Orthokin gewonnen. Dazu nimmt man dem Patienten mit einer speziellen Spritze aus dessen Armvene etwas Blut ab. Danach erfolgt das Anregen der Immunzellen in der Blutprobe zur Herstellung des körpereigenen Stoffes Anti-Interleukin 1. Dieser hat die Eigenschaft, dem Zytokin Interleukin 1 entgegenzuwirken.

Bei dem Verfahren erfolgt das Trennen der Proteine vom Blut, wodurch eine konzentrierte Eiweißlösung, die man auch als Orthokin bezeichnet, entsteht. Dieses Orthokin spritzt man anschließend in das erkrankte Gelenk des Patienten. Mediziner nennen diesen Vorgang auch intraartikuläre Injektion.

In den meisten Fällen nimmt eine Orthokin-Therapie sechs bis acht Sitzungen in Anspruch. Nach der Injektion mit dem Orthokin bessert sich das Gelenk um 70 bis 80 Prozent. Damit sich die Orthokin-Therapie positiv entfalten kann, darf sich das Gelenk jedoch noch nicht im Endstadium der Arthrose befinden.

Nach ein bis zwei Jahren wird der Stoff von selbst wieder aus dem Körper abgebaut. Danach ist eine Wiederholung der Orthokin-Behandlung nötig. Als sinnvoll gilt auch eine Kombination der Orthokin-Eigenblut-Injektionen mit bestimmten Pflanzenstoffen und Akupunktur.

Risiken und Kontraindikationen

Als größtes Risiko der Orthokin-Therapie gilt eine bakterielle Infektion. Diese kann mitunter schwere Folgen haben. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie lehnt die Orthokin-Therapie sogar gänzlich ab.

Darüber hinaus gibt es gegen die Orthokin-Eigenblut-Behandlung verschiedene Gegenanzeigen. Nicht zur Anwendung kommen darf die Therapie bei Menschen, die unter

leiden. Das Gleiche gilt für Personen, die Antikoagulantien wie Marcumar einnehmen.

Kosten

Die Übernahme der Kosten für eine Orthokin-Therapie wird von den gesetzlichen Krankenkassen abgelehnt. So muss der Patient selbst für sie aufkommen.

Pedographie

Mit der Pedographie lässt sich der menschliche Fuß bei Druckbelastung digital darstellen, während er steht. Das Verfahren zählt zu den modernen Diagnosemethoden der Orthopädie und wird zur Kontrolle von orthopädischen Schuheinlagen genutzt.

Durchführung

Zur Messung des Fußes legt man eine Messsohle in den Schuh des Patienten. Anschließend läuft dieser etwas damit durch den Raum. Die Messsohlen sind mit einem Computerprogramm ausgestattet, welches die Kräfte, die auf den Fuß einwirken, aufzeichnet.

Mithilfe eines speziellen Farbabdruckes kann der Pedographie-Berater die unterschiedlichen Druckgipfel bestimmen und erklären. Durch die Messung lassen sich wichtige Daten für die Herstellung einer orthopädischen Schuheinlage erhalten.

Das Messen des Fußdrucks kann sowohl im Gehen als auch im Stehen vorgenommen werden. Auch Fehlbelastungen der Körperachsen sind mit der Pedographie erkennbar. Die Daten zur Druckbelastung am Fuß sind schon nach kurzer Zeit erhältlich und lassen sich zur Diagnose oder Dokumentation nutzen.

Racz-Katheter Technik

Beim Racz-Katheter handelt es sich um einen speziellen Katheter, den im Jahr 1982 der amerikanische Schmerztherapeut Gabor Racz entwickelte. Mithilfe des Katheters lässt sich minimal-invasiv Gewebe an Nervenwurzeln entfernen, ohne dabei die Haut zu öffnen.

Einsatzgebiete

Zum Einsatz kommt die Racz-Katheter-Technik vor allem zur Therapie von chronischen Rückenschmerzen. Aber auch zur Behandlung von

  • Reizungen der Nervenwurzel
  • Bandscheibensequestern
  • Schmerzen nach chirurgischen Eingriffen an der Bandscheibe
  • Narbengewebe
  • vergrößerten Wirbelgelenken oder
  • einem vergrößertem gelben Band

eignet sich der spezielle Katheter.

Wirkungsprinzip

Die Racz-Katheter-Technik basiert auf dem Entwässern und Abschwellen von störendem Gewebe. Nicht selten kombiniert man die Anwendung des Racz-Katheters mit einer Adhäsiolyse der Nervenwurzel.

Über den Katheter injiziert der Arzt unterschiedliche Medikamente zielgenau in die zu behandelnde Körperstelle. Durch eine osmotische Wirkung kommt es zum Schrumpfen des Gewebes sowie zum Rückgang der Entzündung, was wiederum zur Schmerzreduktion führt. Wird auch eine spezielle Lösung mit Enzymen injiziert, lassen sich Verklebungen oder Vernarbungen am Rückenmark lösen.

Durchführung

Als erstes erhält der Patient eine lokale Betäubung. Danach setzt der Arzt einen kleinen Stichkanal an der Sakralwirbelsäule, durch den er dann einen Silikonkatheter, der sehr dehnbar ist, in den Körper einführt. Das Verfahren erfolgt unter Röntgenkontrolle. Diese erlaubt es dem Arzt, die Spitze des Katheters präzise in der Rückenmarksregion zu positionieren.

Im Unterschied zu konventionellen Kathetern ist der Racz-Katheter mit einem Führungsdraht aus Metall ausgestattet. Auf diese Weise lässt er sich genau an die Stelle führen, an der der Schmerz seinen Ursprung hat.

Ist es dem Arzt gelungen, den Racz-Katheter korrekt zu platzieren, erfolgt eine Injektion mit bestimmten Arzneimitteln. Dabei handelt es sich zumeist um schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente.

Auch Hyaluronidase lässt sich spritzen. Diese Präparation aus Enzymen sorgt für die Erweichung und Verdauung des Gewebes, sodass eine eingeschlossene Nervenwurzel wieder freikommen kann. Es wird empfohlen, drei Tage lang zweimal täglich sechs Hyaluronidase-Injektionen zu verabreichen.

Das Legen des Racz-Katheters findet einmal pro Tag statt. Mit einem Pflaster lässt sich das medizinische Instrument befestigen. Die Behandlung findet normalerweise ambulant statt. Schon eine Stunde nach der Therapie ist der Patient wieder in der Lage aufzustehen.

Nachteile und Nebenwirkungen

Die Racz-Katheter-Technik hat allerdings auch einige Nachteile. So gilt sie als ziemlich teuer und die Behandlungskosten werden von den Krankenkassen nicht übernommen. Außerdem ist Hyaluronidase nicht zur Anwendung im Wirbelkanal zugelassen. Manche Mediziner bezweifeln sogar die Wirksamkeit der Methode.

Als mögliche Nebenwirkungen, die jedoch sehr selten auftreten, gelten

  • katheterbedingte Verletzungen auf der Haut des Rückenmarks
  • Infektionen
  • Blutergüsse im Wirbelkanal
  • Allergien sowie
  • neurologische Komplikationen.

TENS-Behandlung

Die Bezeichnung TENS dient als Abkürzung für Transkutane Elektrische Nervenstimulation. Die TENS-Behandlung zählt zu den medizinischen Elektrotherapien und dient zur Schmerzbehandlung. Hier gehen wir näher darauf ein.

Wachstumsprognosen für Kinder

Zu den Angeboten der Orthopädie gehört auch die Beratung bei Wachstumsproblemen, die bei Kindern auftreten. Das heißt, dass das Knochenalter, also das biologische Alter, bestimmt wird. Weiterhin erfolgt eine Wachstumsprognose, bei der man die ungefähre Größe des Kindes als erwachsener Mensch berechnet.

Im Kindesalter kann es zu verschiedenen Wachstumsproblemen kommen. So gibt es Kinder,

  • die entweder zu groß oder zu klein sind oder
  • bei denen die Pubertät zu früh oder zu spät einsetzt.

Bestimmung des Knochenalters

Als Richtmaß für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gilt das Knochenalter, auch Skelettreife genannt. In der Regel entspricht das Knochenalter dem chronologischen Alter.

Treten jedoch bestimmte Entwicklungsstörungen wie beispielsweise Kleinwuchs oder Hochwuchs auf, weicht das Knochenalter häufig vom chronologischen Alter ab. So verläuft es entweder zu langsam oder zu schnell.

Mit der Bestimmung des Knochenalters ist es möglich, den Entwicklungsablauf eines Kindes oder mögliche Störungen des Wachstums zu ermitteln.

Einsatzgebiete von Wachstumsprognosen

Empfohlen wird eine Wachstumsprognose, wenn das Kind unter:

  • erheblichen Unterschieden der Beinlänge
  • Wachstumsverzögerungen
  • zu starkem Wachstum oder
  • einer Wirbelsäulenverkrümmung

leidet. Aber auch vor einer chirurgischen Beinachsenkorrektur ist eine Wachstumsprognose zu empfehlen.

Durchführung

Um die körperliche Reife eines Kindes zu bestimmen, wird eine Röntgenaufnahme der linken Hand gemacht. So befinden sich an dieser Stelle viele Wachstumsfugen, die sich einsehen lassen. Weitere wichtige Daten sind

  • das Gewicht
  • die Größe und
  • das Alter

des Kindes sowie die Größe und das Alter beider Elternteile. Mithilfe der Röntgenaufnahme und dieser Daten kann der Arzt die Größe bestimmen, die das Kind als erwachsener Mensch erreichen wird. Zur Berechnung kommt ein spezielles Computerprogramm zur Anwendung.

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Quellenangaben
  • a chiropractor showing a patient a model of spine © tomas del amo - www.fotolia.de

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