Sehschwäche - Formen, Ursachen und Behandlung

Viele Menschen leiden unter einer Sehschwäche. Die Diagnostik erfolgt bei einem Facharzt für Augenheilkunde. Es gibt zahlreiche Formen von Sehschwächen mit unterschiedlichen Auslösern. Und auch in Sachen Behandlung gibt es mehrere Möglichkeiten. Lesen Sie alles Wissenswerte über die unterschiedlichen Formen, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten einer Sehschwäche.

Eine Sehschwäche erkennen und behandeln

Sehschwäche - Merkmale und Symptome

Menschen, die unter einer Sehschwäche leiden, können auf einem oder beiden Augen nur noch schlecht sehen. Eine Sehschwäche äußert sich unterschiedlich, je nachdem, welche Ursache dahintersteckt.

Als klassische Sehschwächen gelten Fehlsichtigkeiten (Ametropien) wie

Ebenfalls zu den Sehschwächen gezählt werden Farbenfehlsichtigkeiten. Dabei können die Betroffenen nicht zwischen bestimmten Farben wie Grün und Rot unterscheiden. Treten in der Dämmerung Sehprobleme auf, handelt es sich um Nachtblindheit (Hemeralopie).

Weitere Sehschwächen sind

  • Amblyopie (Schwachsichtigkeit)
  • Diplopie (Doppeltsehen)
  • Presbyopie (Alterssichtigkeit) und
  • Amaurose (Blindheit).

Manche Menschen mit einer Sehschwäche können bestimmte Farben nicht voneinander unterscheiden. So gibt es zum Beispiel Patienten, die keinen Unterschied zwischen der Farbe Rot und der Farbe Grün erkennen können. Teilweise haben diese Patienten auch Probleme in der Nacht, besonders beim Autofahren, da sie zum Beispiel Ampeln erst kurz vorher erkennen können oder Ampeln lange Zeit nicht von Straßenlaternen unterscheiden können.

Patienten mit einer Sehschwäche haben oftmals das Gefühl, als wären ihre Augenlider schwer. Die Patienten werden schnell müde, leiden häufig unter Kopfschmerzen und sehen Bilder doppelt. Die Augen sind häufig gerötet und tränen mehr als bei anderen Menschen.

Das Typische an einer Sehschwäche ist, dass die Symptome nicht bereits morgens sondern erst im Laufe des Tages auftreten. Patienten, die am Computer arbeiten, bemerken während der Arbeit eine deutliche Verschlechterung ihrer Beschwerden.

Die Ursachen von Sehschwächen sind verschieden. Damit das menschliche Auge in der Lage ist, scharf zu sehen, müssen von ihm die Lichtstrahlen so gebündelt werden, dass sich der Brennpunkt exakt auf der Netzhaut befindet.

Um die Lichtstrahlen präzise bündeln zu können, verfügt die Augenlinse über eine hohe Flexibilität. Kommt es jedoch vor, dass der Augapfel entweder zu kurz oder zu lang ist, oder eine zu starke Krümmung der Augenlinse besteht, hat dies eine Verschiebung der Augenlinse zur Folge.

Aber auch das Alter spielt bei Sehschwächen eine große Rolle, da im Laufe der Jahre die Flexibilität der Augenlinse geringer wird. Infolgedessen lassen sich weiter entfernte Objekte nur noch verschwommen wahrnehmen. In manchen Fällen kann eine Sehschwäche auch bereits angeboren sein.

Ursachen

Der Grund für eine Sehschwäche kann eine Fehlsichtigkeit oder eine Krankheit sein. Patienten, die unter einer Rot-Grün-Sehschwäche leiden, haben diese Krankheit von einem oder beiden Elternteilen geerbt. Die Zapfen der Netzhaut im Auge sind hier geringfügig verändert.

Da es sich um eine genetische Erkrankung handelt, besteht diese von Geburt an und verändert sich im Laufe des Lebens nicht. Bei Männern tritt diese Sehschwäche deutlich häufiger auf als bei Frauen.

Eine Sehschwäche kann jedoch auch andere Ursachen haben. Schielt ein Auge beispielsweise sehr stark, so kann dies zu einer Sehschwäche führen. Auch Kinder, die auf einem Auge stark kurz- oder weitsichtig sind, können daher eine Sehschwäche erleiden.

Gleiches gilt auch, wenn die Kurz- oder Weitsichtigkeit nicht oder zu spät behandelt wird Patienten, die auf einem Auge eine verkrümmte Hornhaut oder eine getrübte Linse haben, können ebenfalls eine Sehschwäche erleiden. Selten führen auch psychische Krankheiten zu einer Sehschwäche.

Verlauf

Eine Sehschwäche ist eine unheilbare Augenerkrankung. Patienten, die unter einer Farbsehschwäche leiden, können im Alltag jedoch meist gut damit leben. Lediglich beim Autofahren in der Dunkelheit haben diese Patienten häufig Probleme und steigen dann oftmals lieber auf öffentliche Verkehrsmittel um.

Auch wenn eine Sehschwäche in der Regel nicht geheilt werden kann, so ist es doch wichtig, diese zu behandeln. Wird sie zu spät behandelt, so kann die Sehschärfe nicht wieder verbessert werden. Die Behandlung sollte daher bereits im Kindesalter begonnen werden.

Hat ein Auge eine Beeinträchtigung (z.B. durch Schielen oder Hornhautverkrümmung) und wird nicht entsprechend behandelt, so blendet das Gehirn im Laufe der Zeit das Sehvermögen auf dieser Seite aus und konzentriert sich nur noch auf das andere Auge. Die Sehschärfe verschlechtert sich dadurch massiv.

Patienten, die unter einer Farbfehlsichtigkeit leiden, haben jedoch nicht nur Nachteile durch ihre Sehschwäche. Sie können dadurch oftmals andere Farben mit geringsten Farbunterschieden besser unterscheiden als Normalsichtige.

Dies eröffnet ihnen verschiedene berufliche Tätigkeiten wie zum Beispiel bei der Bundeswehr. Farbfehlsichtige können getarnte Menschen meist besser erkennen als Normalsichtige.

Diagnose

In vielen Fällen wird die Sehschwäche bereits im Kindesalter bemerkt. Der Kinderarzt stellt hier Auffälligkeiten während der Vorsorgeuntersuchungen (so genannte U-Untersuchungen) fest oder den Eltern fällt die Sehschwäche auf.

Der Kinderarzt überweist das Kind dann zu einem Augenarzt. Der Augenarzt ist der Facharzt für die Behandlung einer möglichen Sehschwäche. Er führt sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen die gesamte Diagnostik durch.

Dazu fragt er den Patienten bzw. die Eltern nach den genauen Beschwerden, seit wann diese bestehen und wann diese immer auftreten. Für den Augenarzt ist auch wichtig zu wissen, ob in der Familie bereits eine Sehschwäche vorkommt und welche Grunderkrankungen bestehen.

Da eine Sehschwäche verschiedene Ursachen haben kann, führt der Augenarzt unterschiedliche Untersuchungen durch. Der Augenarzt untersucht zum Beispiel beide Augen mit einer so genannten Stablampe. Der Arzt kann hier das Innere des Auges vergrößert begutachten.

Vermutet der Augenarzt eine Farbenblindheit, so zeigt er dem Patienten verschiedene Tafeln mit verschieden gefärbten Punkten, die für Normalsichtige Zahlen oder Muster ergeben. Kann der Patient verschiedene Tafeln nicht erkennen, so kann der Augenarzt feststellen, welche Farben die Augen des Patienten nicht darstellen können.

Teilweise ist auch eine Augenuntersuchung mit speziellen Augentropfen notwendig, wenn der Augenhintergrund untersucht werden muss. Die Tropfen erweitern die Pupillen im Auge, so dass der Augenarzt es anschließend differenziert untersuchen kann.

In jedem Fall führt der Augenarzt auch einen normalen Sehtest durch, um die Sehschärfe auf jedem einzelnen Auge beurteilen zu können. Wenn die Diagnostik des Augenarztes abgeschlossen ist, leitet er die entsprechende Behandlung ein.

Behandlung

Im Kindesalter

Die besten Behandlungserfolge bestehen dann, wenn die Sehschwäche bereits im Kleinkindalter diagnostiziert und behandelt wird. Meist klebt der Augenarzt dem Kind das gesunde Auge mit einem Pflaster ab, so dass das Kind nur noch durch das erkrankte Auge sehen kann.

Das Gehirn wird auf diese Weise gezwungen, die Bilder, die über dieses Auge wahrgenommen werden, zu verarbeiten. Folglich entwickeln sich im Gehirn für dieses Auge Nervenstränge, die für das Sehen auf diesem Auge verantwortlich und notwendig sind.

Im Erwachsenenalter ist eine derartige Behandlung nicht mehr möglich, da sich dann das Gehirn bereits auf das gesunde Auge konzentriert und das andere Auge ausgeblendet hat.

Refraktive Chirurgie (z.B. Laserbehandlungen)

Augenoperationen, die dazu dienen, die Gesamtbrechkraft des Auges zu verändern, um dadurch optische Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen zu ersetzen, fasst man unter dem Oberbegriff refraktive Chirurgie zusammen.

Obwohl die refraktive Chirurgie hohe Erfolgsaussichten bietet, werden entsprechende Eingriffe von den Krankenkassen nach wie vor als Schönheitsoperationen eingestuft, sodass der Patient die hohen Behandlungskosten selbst übernehmen muss.

Darüber hinaus lässt sich nicht jede Fehlsichtigkeit dauerhaft durch eine Operation korrigieren. Das gilt vor allem für die Altersweitsichtigkeit. Außerdem besteht, wie bei den meisten Operationen, das Risiko von Komplikationen und Nebenwirkungen.

Am besten eignet sich die refraktive Chirurgie für Menschen, die nicht ausgezeichnet sehen müssen und keine Brille mehr tragen möchten. Hat man keine Probleme mit dem Tragen einer Brille oder von Kontaktlinsen, ist eine Operation an den Augen eigentlich überflüssig.

So handelt es sich bei den meisten Eingriffen im Grunde genommen um kosmetische Eingriffe, da die Betroffenen mit dem Verzicht auf eine Brille ihr Äußeres verbessern möchten. Wichtig ist, sich vor einem Eingriff von einem erfahrenen Augenarzt über die Vor- und Nachteile einer Operation aufklären zu lassen.

LASIK-Methode

Das erfolgreichste und am häufigsten zur Anwendung kommende Operationsverfahren ist die LASIK-Methode. LASIK steht für Laser-in-situ-Keratomileusis. Bei diesem Eingriff entfernt der Augenarzt mit dem Laser die oberste Schicht der Hornhaut des Auges. Der Patient erhält dazu ein Betäubungsmittel ins Auge getropft, damit er keine Schmerzen verspürt.

Eine Vollnarkose ist bei diesem Eingriff nicht notwendig. Die Augen werden durch spezielle Apparate offengehalten. Anschließend wird ein feiner Schnitt vorgenommen, der zur Seite weggeklappt wird. Anschließend wird eine bestimmte Menge an Hornhaut mit einem Eximer-Laser verdampft.

Wo der Laser wie viel Hornhaut entfernen muss, wurde zuvor anhand der Daten des Patienten genau berechnet. Der zuvor zur Seite geklappte Hornhautdeckel wird wieder zurückgelegt und wächst selbstständig wieder an. Dieser Eingriff dauert etwa eine halbe Stunde.

Da es keine offene Wunde gibt, ist auch keine Naht erforderlich. Schmerzen durch die Operation sind kaum zu befürchten.

Läuft alles planmäßig, kommt es schon nach wenigen Tagen zu einem verbesserten Sehen. Angewandt wird die LASIK-Methode bei Fehlsichtigkeiten von -10 bis +4 Dioptrien. Sogar Hornhautverkrümmungen bis -4 lassen sich auf diese Weise behandeln.

Nebenwirkungen:

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen nach einer LASIK-Operation können

  • trockene und überempfindliche Augen
  • eine erhöhte Blendungsempfindlichkeit
  • verschlechtertes Nachtsehen sowie
  • ein geringeres Sehvermögen als zuvor

sein.

LASEK-Methode

Im Unterschied zur LASIK-Methode erfolgt bei der LASEK-Methode nur das Abheben des Hornhautepithels und nicht der gesamten Schicht. Nach dem Anheben verdampft man eine bestimmte Gewebemenge mit einem Laser. Im Anschluss daran rollt der Operateur das Hornhäutchen zurück und setzt eine Kontaktlinse auf, die zum Schutz dient.

Ein Nachteil der LASEK-Methode ist, dass es nach dem Eingriff zu Schmerzen kommen kann. Außerdem dauert es länger, bis sich die verbesserte Sehfähigkeit einstellt.

Geeignet ist das Verfahren für Kurzsichtigkeit bis -7 Dioptrien sowie für eine Hornhautverkrümmung bis -2 Dioptrien. Weitsichtigkeit wird dagegen kaum noch mit der LASEK-Methode behandelt.

PRK-Methode

PRK ist die Abkürzung für Photorefraktive Keratektomie. Bei diesem Verfahren wird die oberste Hornhautschicht abgeschabt. Anschließend erfolgt das Verdampfen einer gewissen Menge an Gewebe.

Da sich die Deckschicht erst regenerieren muss, kann es einige Tage lang zu starken Schmerzen kommen. Die optimale Sehschärfe erreicht der Patient erst nach einigen Wochen. Zur Anwendung kommt die PRK-Methode bei Kurzsichtigkeit von -2 bis -7 Dioptrien.

Augentropfen

Bei einigen Formen der Sehschwäche verordnet der Augenarzt spezielle Augentropfen, die in das gesunde Auge getropft werden und hier bewirken, dass der Patient auf diesem Auge in der Nähe schlechter sieht. Das andere Auge wird mit einem speziellen Brillenglas korrigiert.

Das gesunde Auge sieht dadurch in die Ferne, das Auge mit der diagnostizierten Sehschwäche in die Nähe. Durch diese Behandlungsform kann in einigen Fällen ein deutlich verbessertes Sehverhalten erreicht werden.

Sehhilfe

Hat der Augenarzt eine Sehschwäche diagnostiziert, so erstellt er in jedem Fall eine Sehhilfenverordnung, um die Sehschwäche auszugleichen. Der Patient kann sich dann meist beim Optiker zwischen einer Brille und verschiedenen Formen von Kontaktlinsen, zum Beispiel

entscheiden. Je nach Sehschwäche kommen auch

zum Einsatz.

Prinzip der Eyebody-Methode

Eine neue Methode zur Behebung von Fehlsichtigkeiten, die ohne Hilfsmittel und Operationen auskommt, ist die so genannte Eyebody-Methode. Diese basiert auf der Erkenntnis, dass Fehlsichtigkeiten, aber auch Augenkrankheiten wie Grüner Star oder Grauer Star direkt im Gehirn verursacht werden. So bilden nach Meinung von Peter Grunwald Gehirn, Augen und Körper eine Einheit, wodurch ein Zusammenhang zwischen bestimmten Bereichen des Sehens und anderen Körperregionen besteht.

Peter Grunwald litt in jungen Jahren selbst unter starker Kurzsichtigkeit und musste die stärksten Brillengläser tragen, die zur Verfügung standen. Mithilfe eines speziellen Sehtrainings gelang ihm jedoch die erfolgreiche Heilung. Im Anschluss daran entwickelte der Neuseeländer die Eyebody-Methode.

"Eyebody2 bedeutet übersetzt "Augen-Körper-Methode". Basis des Verfahrens ist die Annahme, dass das Sehen vor allem im Gehirn erfolgt.

So werden alle wichtigen Funktionen und Abläufe im Körper vom Gehirn koordiniert. Eine Sehveränderung hat Auswirkungen auf den gesamten Körper.

Dabei besteht eine komplexe Verbindung zwischen den jeweiligen Steuerungszentralen im Gehirn. Kommt es zu einer Veränderung des Sehens innerhalb des Gehirns, hat dies Auswirkungen auf den gesamten Organismus.

Von außen, also durch Brillen oder operative Eingriffe, kann der Körper Grunwald zufolge dagegen nicht ganzheitlich beeinflusst werden. So vertritt der Neuseeländer die These, dass es bei einer Störung der Sehfunktion nicht nur zu Augenproblemen, sondern zusätzlich zu weiteren Beschwerden wie zum Beispiel Konzentrationsstörungen oder Rückenschmerzen kommt.

Je nachdem, welches Augenproblem vorliegt, treten gleichzeitig bestimmte Beschwerden auf, was Grunwald als Eyebody-Muster bezeichnet. Darüber hinaus geht er davon aus, dass sich Sehvermögen und Sehschwächen vom Patienten selbst positiv beeinflussen lassen.

Vorgehensweise

Um eine Sehschwäche erfolgreich zu bekämpfen, gilt es nach Grunwalds Ansicht, die jeweilige Krankheit festzustellen und anschließend durch spezielle mentale Übungen zu beheben. Diese Übungen basieren auf mentaler Vorstellungskraft und ähneln der Autosuggestion. Das heißt, dass sich der Patient spezielle Bereiche in seinem Gehirn und seinen Augen bildlich vorstellt und diese mit der Kraft seines Willens beeinflusst.

Indem der Patient sein Sehsystem bewusst wahrnimmt, soll er in der Lage sein, Spannungen aufzulösen, neue Verbindungen im Gehirn herzustellen und Fehlfunktionen zu beheben. Dabei lassen sich Grunwalds Theorie zufolge auch weitere Bereiche des Körpers positiv verändern.

Ziele der Eyebody-Methode

Werden diese Übungen richtig angewandt, ist es nach Grunwalds Ansicht unter anderem möglich:

  • gänzlich auf eine Sehhilfe zu verzichten
  • Körperkoordination und -ausrichtzung zu verbessern
  • effizienter am Computer zu arbeiten
  • Wohlbefinden und Selbstwertgefühl zu steigern
  • die Visualisierungs- und kreative Vorstellungskraft weiter zu entwickeln
  • ein klares Sehen in unterschiedliche Entfernungen zu entwickeln sowie
  • die Gesundheit und Koordination allgemein zu verbessern.

Linderung verschiedener Beschwerden

Probleme in unterschiedlichen Bereichen sollen durch diese Methode verringert werden; zu diesen gehören:

  • die Notwendigkeit einer Sehhilfe
  • Anstrengung, Ermüdung und verschwommenes Sehen beim Lesen
  • Furcht und ängstliche Anspannung sowie
  • Verspannungen in Rücken, Schulter und Hals.

Vorbeugung

Die meisten Formen der Sehschwäche sind angeboren, so dass man diese nicht verhindern kann. Wichtig ist es jedoch, diese so früh wie möglich zu erkennen und eine Behandlung einzuleiten. Daher sollten Kinder im Alter von ein bis zwei Jahren zusätzlich zu den Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt auch einem Augenarzt vorgestellt werden. Dies gilt besonders dann, wenn ein Elternteil Brillenträger ist und/oder eine angeborene Sehschwäche hat.

Unterschiedliche Arten von Sehschwächen

Im Folgenden geben wir einen Überblick über unterschiedliche Formen von Sehschwächen.

Amblyopie (Schwachsichtigkeit)

Der Begriff "Amblyopie" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "stumpfes Auge". Die Sehschwäche, die auch Schwachsichtigkeit genannt wird, tritt in den meisten Fällen nur an einem Auge auf. Mitunter sind aber auch beide Augen betroffen.

Eine Amblyopie kommt in der Regel bei Kindern unter zehn Jahren vor und macht sich durch eine verminderte Sehschärfe bemerkbar, die sich organisch nicht hinreichend erklären lässt.

Meist ist die Schwachsichtigkeit intensiv. Oftmals wird die Sehschwäche erst spät erkannt. Informieren Sie sich hier genauer über die Amblyopie.

Ametropie (Fehlsichtigkeit)

Der Begriff "Ametropie" entstammt dem Altgriechischen und bedeutet "Missverhältnis" und "Auge". Gemeint ist damit der Zustand des Augapfels. So ist dieser nicht in der Lage, ein Objekt scharf auf der Netzhaut abzubilden. Es gibt verschiedene Formen von Ametropien.

Kurzsichtigkeit

Zu den verbreitetsten Fehlsichtigkeiten zählt die Myopie (Kurzsichtigkeit). Dabei kommt es beim Blicken in die Ferne zu unscharfem Sehen.

Gegenstände, die weiter entfernt sind, werden nur verschwommen wahrgenommen, während sich Objekte in der Nähe deutlich erkennen lassen. Ein typisches Merkmal der Myopie ist, dass kurzsichtige Menschen beim Sehen in die Ferne ihre Augen zusammenkneifen, weil die Sicht auf diese Weise für kurze Zeit besser ist.

Ursachen

Verursacht wird eine Myopie meist durch einen in seiner Brechkraft zu langen Augapfel. Diese Myopie-Form kennt man auch unter der Bezeichnung Achsenmyopie.

Dabei kommt es zu einer Bündelung der Lichtstrahlen, die auf das Auge treffen, noch bevor die Netzhaut erreicht wird, was eine unscharfe Abbildung zur Folge hat. Mitunter wird Kurzsichtigkeit auch von einer Hornhautverkrümmung oder Linsenverkrümmung verursacht.

Behandlung

Behandeln lässt sich eine Myopie durch optische Sehhilfen wie Brillen und Kontaktlinsen. Aber auch operative Eingriffe mit einem Laser, wie zum Beispiel das LASIK-Verfahren, können Kurzsichtigkeit korrigieren.

Weitere Informationen zur Kurzsichtigkeit erhalten Sie hier.

Weitsichtigkeit

Bei Weitsichtigkeit (Hyperopie) liegt der Brennpunkt der Lichtreflexe, die auf die Augen treffen, hinter der Netzhaut und nicht vor ihr. Bis zu einem gewissen Grad ist dies nicht weiter problematisch und lässt sich auf natürliche Weise ausgleichen, sodass nicht immer eine Sehhilfe erforderlich ist. In vielen Fällen wird Weitsichtigkeit erst im Alter bemerkt oder wenn sie stark ausgeprägt ist.

Ursachen

Eine mögliche Ursache von Hyperopie ist ein zu geringer Abstand zwischen der Netzhaut und der Hornhaut. Dadurch ist keine volle Brechkraft möglich.

Diese Form der Weitsichtigkeit wird als Achsenhyperopie bezeichnet und kommt am häufigsten vor. Eine seltenere Form ist die Brechungshyperopie, die von angeborenen genetischen Defekten verursacht wird.

Behandlung

Korrigieren lässt sich die Fehlsichtigkeit durch das Tragen einer Brille oder von Kontaktlinsen. Darüber hinaus stehen operative Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Lesen Sie hier mehr über die Weitsichtigkeit.

Stabsichtigkeit

Ebenfalls zu den Ametropien zählt die Stabsichtigkeit, auch Astigmatismus oder Hornhautverkrümmung genannt. Dabei weicht die Krümmung der Hornhaut des Auges von der natürlichen Krümmung ab.

Dadurch lässt sich Licht, das auf das Auge trifft, nicht auf der Netzhaut konzentrieren. Dies hat zur Folge, dass die Betroffenen beispielsweise Punkte als unscharfe Striche oder Stäbe wahrnehmen.

In den meisten Fällen ist Stabsichtigkeit bereits angeboren. Manchmal wird sie aber auch durch Verletzungen der Hornhaut hervorgerufen.

Behandlung

Eine angeborene Stabsichtigkeit lässt sich mit Sehhilfen wie Brillen und Kontaktlinsen behandeln. So verfügen Brillen über spezielle Zylindergläser, die dem Astigmatismus entgegenwirken.

Entsteht die Hornhautverkrümmung aufgrund einer Verletzung, kommt nur eine Brille als Sehhilfe in Betracht. In manchen Fällen von Stabsichtigkeit sind auch Laserbehandlungen möglich.

Farbenfehlsichtigkeit

Bei einer Farbenfehlsichtigkeit (Dyschromasie) liegt ein Defekt an wenigstens einem von drei Farbrezeptoren des Auges vor. Unter Farbenfehlsichtigkeit leiden rund neun Prozent aller Männer; bei Frauen sind es hingegen nur knapp ein Prozent.

Rot-Grün-Sehschwäche

Die am häufigsten vorkommende Farbenfehlsichtigkeit ist die Rot-Grün-Sehschwäche. Sie macht 99 Prozent aller Farbenfehlsichtigkeiten aus. Bei dieser Form haben die betroffenen Personen Probleme zwischen Farben wie Rot und Grün zu unterscheiden.

Ursachen

Eine Rot-Grün-Sehschwäche ist genetisch bedingt. Normalerweise verfügt jeder Mensch über je ein Gen für rotempfindliches Opsin, bei dem es sich um ein Sehpigment-Protein handelt, sowie drei Gene für grünempfindliches Opsin. Diese Gene befinden sich zusammen auf dem X-Chromosom.

Durch Crossing-over-Fehler kann es jedoch zu falschen Genkombinationen kommen. Besonders betroffen davon sind die Grün-Rezeptoren. Ist nun kein Gen für ein bestimmtes Opsin vorhanden, liegt eine Rotblindheit (Protanopie) oder Grünblindheit (Deuteranopie) vor.

Eine Rot-Grün-Sehschwäche ist stets angeboren, sodass sie das ganze Leben über bestehen bleibt und sich nicht verändert. Besonders hinderlich für die Betroffenen ist diese Sehschwäche jedoch meist nicht. Hier erhalten Sie weitere Informationen zur Rot-Grün-Schwäche.

Sonderfälle

Seltenere Formen der Farbenfehlsichtigkeit stellen

  • die Gelb-Blau-Sehschwäche sowie
  • die komplette Farbenblindheit

dar. Als Sonderfall der Rot-Grün-Sehschwäche gilt die Blauzapfenmonochromasie. Dabei fehlen sowohl der Rotzapfen als auch der Grünzapfen, sodass lediglich noch der Blauzapfen vorhanden ist.

Farbenblindheit (Achromasie)

Eine totale Farbenblindheit wird in der Medizin als Achromasie oder Achromatopsie bezeichnet. Bei dieser Farbenfehlsichtigkeit lassen sich anstelle von Farben nur hell-dunkle Kontraste erkennen.

Man unterscheidet zwischen einer angeborenen (okulären) und erworbenen (cerebralen) Achromatopsie. Bei der okulären Farbenblindheit befindet sich die Störung in der Netzhaut des Auges, während bei der cerebralen Achromatopsie eine neurologische Farbwahrnehmungsstörung besteht.

Von der Farbenblindheit zu unterscheiden ist die Farbenfehlsichtigkeit. So wird die Rot-Grün-Blindheit oft fälschlicherweise als Farbenblindheit bezeichnet.

Bei der Achromatopsie kommt es jedoch zu einem völligen Ausfall des Farbsinns. In Deutschland sind rund 3.000 Menschen von einer kompletten Farbenblindheit betroffen.

Wenn Sie mehr über die Farbenblindheit erfahren möchten, informieren Sie sich hier.

Nachtblindheit (Hemeralopie)

Bei Nachtblindheit (Hemeralopie) handelt es sich um eine partiell-funktionale Sehbehinderung. Die Augen der betroffenen Personen sind dabei nicht in der Lage, sich an die Dunkelheit anzupassen.

Ursachen

Hervorgerufen wird Nachtblindheit durch eine Störung der Stäbchen. Darunter versteht man Sinneszellen innerhalb der Netzhaut, die dafür sorgen, dass man auch bei Dämmerung sehen kann.

Eine Nachtblindheit kann bereits angeboren sein oder im Laufe des Lebens erworben werden. Mögliche Gründe für eine erworbene Hemeralopie sind Augenkrankheiten oder Vitamin-A-Mangel.

So ist Vitamin A für das Hell-Dunkel-Sehen überaus wichtig. Kommt es durch Ernährungsdefizite zu einem Mangel an Vitamin A, kann dies Sehstörungen in der Dunkelheit zur Folge haben. In Industrieländern tritt Vitamin-A-Mangel jedoch nur selten auf.

Die häufigsten Ursachen für Nachtblindheit sind angeborene Erkrankungen wie zum Beispiel das Oguchi-Syndrom. Häufig ist Nachtblindheit auch ein Anzeichen für eine Retinopathia pigmentosa.

Behandlung

Nachtblindheit lässt sich nur schwer behandeln. So gibt es für angeborene Formen noch keine Therapiemethoden, die erfolgversprechend sind. Wird die Nachtblindheit durch Vitamin-A-Mangel hervorgerufen, lässt sie sich meist durch eine ausreichende Zufuhr an dem Vitamin beheben.

Hier erfahren Sie mehr über die Nachtblindheit.

Diplopie (Doppeltsehen)

Bei einer Diplopie liegt eine Störung des Binokularsehens, also des Zusammenspiels der beiden Augen, vor. Das heißt, dass die Betroffenen Doppelbilder anstelle eines räumlichen Gesamtbildes sehen.

Die Ursachen für eine Diplopie sind vielfältig. So können sich harmlose Ursachen wie zum Beispiel Schielen, Übermüdung oder starker Alkoholkonsum dahinter verbergen.

Doch auch bestimmte Erkrankungen wie

rufen mitunter Doppelbilder hervor. Lesen Sie hier mehr über die Diplopie.

Presbyopie (Alterssichtigkeit)

Presbyopie ist auch unter den Bezeichnungen Altersweitsichtigkeit oder Alterssichtigkeit bekannt. Da sie nicht durch krankhafte Veränderungen verursacht wird, rechnet man sie nicht direkt zu den Fehlsichtigkeiten.

Wie der Name "Alterssichtigkeit" schon vermuten lässt, ist diese Sehschwäche eine Folge des natürlichen Alterungsprozesses. So büßt die Augenlinse im Laufe der Jahre an Elastizität ein, wodurch sie sich nicht mehr so gut an Objekte anpassen kann, die in der Nähe des Auges sind, was sich wiederum durch unscharfes Sehen bemerkbar macht. Dieser Prozess setzt ab dem 40. Lebensjahr ein.

Weitere Informationen zur Alterssichtigkeit erhalten Sie hier.

Amaurose (Vollblindheit)

Den Begriff "Amaurose" verwenden Mediziner für eine vollständige Blindheit. Mitunter wird sie auch Schwarzer Star oder Vollblindheit genannt. Unter Blindheit versteht man ein nicht ausreichendes Sehvermögen.

Gesetzliche und medizinische Definition

Allerdings wird Blindheit unterschiedlich definiert. So gibt es eine medizinische und eine gesetzliche Definition.

  • Die gesetzliche Definition besagt, dass Blindheit bereits ab einer Sehschärfe von 0,02 besteht oder wenn eine sehr starke Beschränkung des Gesichtsfelds gegeben ist.
  • Nach medizinischer Definition liegt Blindheit jedoch erst bei Sehschärfe 0 - ohne Lichtwahrnehmung - vor. Das heißt, dass die betroffene Person keinerlei optische Reize wie Licht mehr verarbeiten kann.

Ursachen

Die Ursachen für eine Amaurose sind vielfältig. In manchen Fällen ist sie bereits angeboren. Zu den häufigsten Gründen für eine erworbene Blindheit gehören

Ist eine Amaurose eingetreten, lässt sie sich nicht mehr behandeln.

Anisometropie

Bei der Anisometropie gibt es zwischen dem linken und rechten Auge Unterschiede im Ausmaß der Fehlsichtigkeit. So kann beispielsweise ein Auge kurzsichtig sein, während beim anderen Auge eine Weitsichtigkeit vorliegt.

Es gibt zwei unterschiedlichen Formen der Anisometropie. In Sachen Behandlung stehen drei Optionen zur Auswahl. Lesen Sie hier alles Wissenswerte über die Anisometropie.

Quellen:

  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

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