21. Juni 2010
Als Verdauung bezeichnet man die Zerkleinerung der Nahrung sowie deren folgende enzymatische Aufspaltung im Verdauungstrakt. Auf diese Weise gelangen wichtige Nährstoffe in den Organismus.
Unter der Verdauung (Digestion) versteht man das Aufschließen der aufgenommenen Nahrung im Verdauungstrakt. Dabei wird die Nahrung zunächst mechanisch zerkleinert und anschließend von Enzymen zersetzt. Durch die chemische Spaltung oder Hydrolyse von hochmolekularen Fetten, Eiweißen und Kohlenhydraten kommt es zur Entstehung von niedermolekularen Verbindungen wie beispielsweise Aminosäuren, Fettsäuren sowie Mono- und Disacchariden. Diese werden teilweise in Energie umgewandelt oder für die Produktion von neuer Körpersubstanz verwendet. Dabei baut der Körper sie nach einem chemischen Umbau in seine unterschiedlichen Zellstrukturen ein.
Da zahlreiche Nährstoffe nicht wasserlöslich sind, können sie deswegen nicht aus dem Dünndarm in das Blut oder die Lymphe aufgenommen werden. Erst durch das Zerlegen der Nährstoffe in kleinere Bausteine werden sie wasserlöslich. Durch Enzyme, die sich in den Verdauungssäften befinden, werden verschiedene Spaltungsreaktionen vielfach katalysiert, wodurch sich die Nahrung relativ rasch verdauen lässt.
Die Verdauung des Menschen beginnt bereits im Mund. Dort kommt es zu einer mechanischen Zerkleinerung der aufgenommenen Nahrung. Mithilfe des Speichels wird der Nahrungsbrei gleitfähig und gelangt so über die Speiseröhre (Ösophagus) zum Magen (Gaster). Im Speichel befindet sich das Amylase-Enzym Ptyalin, das die Stärke (Polysaccharide), die sich in der Nahrung befindet, zu Oligosacchariden, Maltotriose und Maltose (Malzucker) aufspaltet.
Von der Mundhöhle wandert der Nahrungsbrei in die Speiseröhre, einen muskulösen Schlauch, der sich hinter der Luftröhre befindet. Durch bestimmte Muskelbewegungen (Peristaltik) gelangt die Nahrung innerhalb von Sekunden zum Magen. Im Magen, der über ein Fassungsvermögen von 1,5 – 2 Litern verfügt, sammelt sich der Nahrungsbrei (Chymus) für einige Zeit. Die Verdauung der Stärke durch die Amylase findet hier ihre Fortsetzung. Ausgekleidet wird der Magen von Magenschleimhaut, die über zahlreiche Drüsenzellen verfügt. Man unterteilt die Drüsenzellen in Hauptzellen, Belegzellen und Nebenzellen. Die Belegzellen stellen Salzsäure her, die innerhalb von 30 – 60 Minuten für die Durchsäuerung des gesamten Mageninhalts sorgt. Durch die Säure wird das Amylase Enzym unwirksam gemacht. Außerdem werden Proteine denaturiert und eingedrungene Krankheitskeime abgetötet. Von den Hauptzellen wird das inaktive Enzym Pepsinogen abgesondert. Durch die Salzsäure wird das Enzym zu Pepsin aktiviert, das Proteine in Peptide spaltet. Für den Schutz der Magenschleimhaut während dieses Vorgangs sorgen die Nebenzellen, die einen zähen Schleim absondern. Durch diesen Schleim, der über die Magenschleimhaut gelegt wird, entsteht eine Pufferzone zur Magensäure. Im Magen wird der Speisebrei durch die vorherrschende Peristaltik durchmischt und anschließend durch den Pförtner (Pylorus) gedrückt, von wo er in den Zwölffingerdarm (Duodenum) gelangt. Dort kommt es durch Hydrogencarbonat-Puffer zur Neutralisation der Magensäure, die zudem mit Galle sowie einem Sekret aus der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) versetzt wird. Im fünf Meter langen Dünndarm (Intestinum tenue) kommt es zum Zerlegen der Nahrung in ihre einzelnen Bestandteile. Während die für den Körper verwertbaren Teile über die Dünndarmschleimhaut an das Blut und den Organismus abgegeben werden, wandern die nicht verwertbaren Teile zum Dickdarm (Intestinum crassum). Dort wird dem Nahrungsbrei das restliche Wasser entzogen und der Kot geformt. Dieser gelangt über den Enddarm und den Anus aus dem Körper.
Die Dauer des Verdauungsvorgangs ist recht unterschiedlich. Während Flüssigkeit innerhalb von wenigen Minuten verdaut werden kann, dauert es dagegen bei Fleisch mehrere Stunden.
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