19. Mai 2010
Als Knochen (Os) oder Knochengewebe wird eine spezielle Form von Binde- und Stützgewebe bezeichnet. Diese Form ist besonders hart und bildet das menschliche Skelett.
Unter den Knochen (Ossa) oder dem Knochengewebe versteht man eine spezielle Form von Binde- und Stützgewebe, die besonders hart ist und das Skelett des Menschen bildet. Insgesamt verfügt der menschliche Körper über 206 bis 212 Knochen. Diese Anzahl kann unterschiedlich sein, da die Menge der Kleinknochen in den Füßen und der Wirbelsäule variiert.
Der Körper des Menschen wird von innen durch das Skelett gestützt, das sich aus einer Vielzahl von Knochen zusammensetzt. Diese haben je nach Funktion und Körperlage ein unterschiedliches Aussehen. Des Weiteren schützen die Knochen sensible innere Organe, wie z.B. der Brustkorb Herz und Lunge und der Schädelknochen das Gehirn. Im roten Knochenmark entstehen außerdem die roten und die weißen Blutkörperchen sowie die Blutplättchen.
Die Knochen werden in verschiedene Knochenarten unterteilt. Dazu gehören lange Knochen wie die Röhrenknochen (Ossa longa), zu denen Elle (Ulna), Speiche (Radius), Oberarmknochen (Humerus), Fingerknochen, Oberschenkelknochen (Os femoris), Schienbeinknochen (Tibia) und Wadenbeinknochen (Fibula) zählen, platte Knochen (Ossa plana) wie Schädel (Cranium), Schulterblatt (Scapula), Brustbein (Sternum), Rippen (Costae) und Becken (Ossa coxae), kurze Knochen (Ossa brevia) wie die Handwurzelknochen, Sesambeine (Ossa sesamoidea) wie die Kniescheibe (Patella), luftgefüllte Knochen (Ossa pneumatica) wie das Stirnbein (Os frontale) sowie unregelmäßige Knochen (Ossa irregularia) wie die Wirbelsäule, die Wirbel (Vertebrae) und die Unterkieferknochen (Mandibula).
Umgeben wird ein Knochen von der Knochenhaut (Periost), einer eng anliegenden Bindegewebshaut. Die eigentliche Substanz des Knochens unterteilt man in die äußere Substantia sprongiosa und die innere Substantia corticalis. In langen Knochen befindet sich zudem die Markhöhle (Cavitas medullaris), in der das Knochenmark (Medulla ossium) enthalten ist. Im Laufe der Jahre wird dieses Knochenmark durch gelbes Fettmark ersetzt. Nur in wenigen Knochen, wie dem Becken, den Wirbelkörpern, den platten Schädelknochen, dem Brustbein, den Rippen sowie den Hand- und Fußwurzelknochen bleibt es erhalten.
Die Knochensubstanz wird aus Knochenzellen gebildet. Diese sind eingebettet in eine so genannte Knochenmatrix, eine zelluläre Hartsubstanz und werden von einem eigenen Blutgefäßsystem versorgt. Zusammengesetzt wird die Knochenmatrix aus ca. 60 bis 70 Prozent anorganischen Mineralien, 20 bis 25 Prozent organischer Substanz sowie 10 bis 15 Prozent Wasser. Im Knochengewebe sind drei Formen von Zellen enthalten: Osteozyten, Osteoblasten und Osteoklasten.
Zu den wichtigsten Aufgaben und Funktionen der Knochen gehört es, die Grundlage für die Form und Statik des menschlichen Körpers zu bilden. Zu diesem Zweck kommt es zu einer ständigen dynamischen Umformung des Knochengewebes. Des Weiteren sind die Knochen, gemeinsam mit Gelenken, Muskeln, Bändern und Sehnen für die biomechanischen Eigenschaften des Körpers zuständig. Dabei dienen sie der Übertragung und Weiterleitung der Kraft. Außerdem kann das Knochengewebe Mineralsalze wie Calcium speichern und diese wieder freisetzen, wenn Bedarf besteht.
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