Unterschiede zwischen Frauen- und Männerhaut und die Hautalterung in den verschiedenen Lebensphasen

Gesicht einer jungen Frau mit weißer Chrysantheme vor dem rechten Auge

Die männliche Haut ist fettiger und auch großporiger als die der Frauen; zu den ersten, kleinen Fältchen kann es bereits ab dem 20 Lebensjahr kommen

Der Unterschied zwischen der weiblichen und der männlichen Haut ist sehr viel größer, als von vielen vermutet. Männerhaut ist sehr viel dicker und neigt nicht so stark zur Faltenbildung und auch in einigen anderen Punkten unterscheidet sie sich von der Frauenhaut sehr deutlich. Besonders Frauen fühlen sich durch Falten im Gesicht gestört und versuchen, diese zu bekämpfen. Die Hautalterung ist ein sehr individueller Prozess, welcher bei manchen Menschen relativ früh beginnt, während bei anderen auch in höherem Alter kaum eine Falte zu sehen ist. Die Hautalterung vollzieht sich in den verschiedenen Lebensphasen.

Unterschiede zwischen Frauen- und Männerhaut

Wir sollten uns immer bewusst sein, dass unsere Haut ein Organ ist. Frauen und Männer sollten dieses Organ pflegen und schützen.

Bis vor einigen Jahren haben es viele als belustigend empfunden, eine spezielle Creme für Männer im Bad eines Freundes zu entdecken. Die Zeiten haben sich zum Glück geändert.

Was für Frauen ganz selbstverständlich ist, kann für das starke Geschlecht nicht schlecht sein. Die Mehrzahl der Männer ist sehr viel aufmerksamer geworden, was die Pflege ihrer Haut betrifft; sie greifen regelmäßig zu Reinigungs- und Pflegeprodukten speziell für die Männerhaut.

Sowohl Frauen als auch Männer wollen so lange wie irgendwie möglich jung und schön aussehen. Nur mit der richtigen und regelmäßigen Hautpflege vom Babyalter an bleibt die Haut lange gesund und makellos. Eine langfristige Vernachlässigung der Pflege bestraft die Haut spätestens im Alter.

Wie beeinflussen die Hormone unsere Haut?

Die unterschiedlichen Hormone von Frau und Mann beeinflussen das Hautbild sehr stark.

  • Während das männliche Hormon Testosteron die Männerhaut lange straff und jung hält,
  • nimmt das weibliche Sexualhormon Östrogen schon ab dem 35. Lebensjahr ab und "beschert" den Damen die ersten kleinen Fältchen.
Weibliche Haut

Je mehr der Östrogensiegel absinkt, desto dünner wird die weibliche Haut. Die Spannkraft der Haut nimmt im Zuge der hormonellen Umstellung immer stärker ab und bedingt durch eine geringere Wassereinlagerung neigt die Haut zum Austrocknen.

Nach der Menopause gehen bis zu 30 Prozent des Kollagens verloren; die Haut fühlt sich trocken an und ist nicht mehr so gestrafft wie in jungen Jahren. Bei Frauen laufen die Kollagenfasern parallel, bei Männern sind sie vernetzt, was ab dem 50. Lebensjahr und vermindertem Kollagen zur Erschlaffung des Bindegewebes führt.

Die feinporige weibliche Haut
Die feinporige weibliche Haut
Männliche Haut

Die männliche Haut ist großporiger und fettiger als weibliche Haut. Das höhere Wasserbindungsvermögen und der höhere Kollagengehalt der männlichen Haut lässt sie gespannter und fester aussehen. Zudem ist sie etwa 20 % dicker als Frauenhaut.

Bedingt durch eine hohe Talgdrüsenproduktion erhält die Haut immer genügend Feuchtigkeit, wodurch sie geschmeidiger und glatter aussieht. Junge Männer leiden häufiger unter unreiner Haut als Frauen, infolge der hohen Talgproduktion.

Männliche Haut ist grobporiger
Männliche Haut ist grobporiger

Doch auch bedingt durch die Rasur haben Männer häufiger unter Hautproblemen zu leiden. Vor allem Jüngere mit heller Haut sind von Rasurbrand, Schnitten und Rasurpickeln betroffen. Bei täglicher Reinigung der Hautoberfläche sind viele Hautbeschwerden einfach in den Griff zu bekommen.

Der Säureschutzmantel der männlichen Haut ist aufgrund einer intensiveren Durchblutung robuster. Die Hautreaktion auf äußere Faktoren, wie etwa trockene Luft oder UV-Strahlen fällt nicht so empfindlich aus, wie bei Frauen.

Grund dafür ist der höhere Melaningehalt. Dadurch erhalten Männer einen dunkleren Teint, was die Sonnenlichtempfindlichkeit senkt.

Auch wenn die Haut bei Frauen früher zu altern beginnt, bleibt es bei ihnen meistens bei kleinen Fältchen. Männerhaut altert später, dafür intensiver und schneller, bis hin zu markanten Falten. Schlaffe Haut mit Augenringen und Tränensäcken sind dann typische Merkmale, die den alternden Mann müde aussehen lassen.

Frauen erröten selbst bei unabsichtlichen Berührungen

Gesicht einer rothaarigen jungen Frau, wird von einem Handrücken an Wange gestreichelt
only you © amaxim - www.fotolia.de

Eine Frau, die plötzlich errötet, sollte dies gelassen sehen. Eine solche Gesichtsfarbe wirkt auf Männer viel anziehender als eine bleiche und blasse Farbe. Die rote Farbe ist die Folge einer Erwärmung der Gesichtshaut. Wie britische Forscher herausfanden, tritt sie schon bei einer kurzen und scheinbar unbedeutenden Berührung auf.

Der Effekt verstärkt sich bei heterosexuellen Frauen zudem, wenn ein Mann sie berührt. Die rote Farbe wirkt auch als ein soziales Signal, das die Ausstrahlung verstärkt und das Verhalten verändert. Ob diese Wirkung auch bei Männern auftritt, haben die Wissenschaftler jedoch nicht untersucht.

Besonders bei Berührungen im Gesicht und am Brustkorb erhöht sich bei Frauen die Temperatur der Gesichtshaut, und zwar im Schnitt um 0,1 Grad Celsius. Die Bereiche um Augen, Nase und Mund erwärmen sich dabei am stärksten.

Auf die Hautalterung in unterschiedlichen Lebensphasen gehen wir im Folgenden ein...

Hautalterung in den Lebensphasen

Ab 20 Jahren

Bereits ab dem 20. Lebensjahr beginnt die Hautalterung. Diese äußert sich mit ersten leichten Fältchen um die Augen und auf der Stirn. Je nach genetischer Veranlagung sind diese ersten Anzeichen der Hautalterung mehr oder weniger ausgeprägt.

Ab 30 Jahren

Ab 30 Jahren produziert die Haut etwa ein Viertel weniger Fett als noch in jüngeren Jahren und verliert schnell an Feuchtigkeit. Die trockenere Haut verliert an Elastizität und beginnt auszuleiern.

Die Zellteilung wird verlangsamt und die oberste Hautschicht benötigt nun etwa 40 Tage, um sich zu erneuern, anstatt 28. Diese Veränderungen begünstigen eine Fältchenbildung um die Augen und auf der Stirn. Zudem entstehen häufiger Augenringe.

Ab 40 Jahren

Ab 40 Jahren reduziert sich die Anzahl der Talgdrüsen merklich. Die Haut wird trockener und die Zellteilung sowie die Durchblutung der Haut werden reduziert.

Da die Pigmentzellen der Haare allmählich erschöpft sind, färben sich diese weiß. Dadurch kommt es zu einem Grauschleier auf der Haut. Neben der weiteren Ausprägung der Falten um Augen und auf der Stirn bilden sich Tränensäcke und Fältchen an der Oberlippe.

Wieder faltenfrei für einen Tag: US-Forscher entwickeln eine "zweite Haut"

Mit einer silikonartigen Kunsthaut wollen Forscher den Zeichen der Zeit und großflächigen Wunden zu Leibe rücken

Zwei Gesichtshälften einer Frau - vor und nach der Faltenbehandlung
Correction of wrinkles - half face © brozova - www.fotolia.de

Viele Frauen nutzen gekonnt Make-up, um kleinere Makel aus dem Gesicht verschwinden zu lassen. Ab einem gewissen Alter greifen Frauen und auch Männer zu allen möglichen Salben, Wässerchen etc., um Falten und Tränensäcke abzumildern. Wirklich verschwinden lassen kann man die Zeichen der Zeit allein mit Kosmetik allerdings nicht.

Dies könnte sich jedoch ändern, denn Forscher aus den USA haben eine Art "zweite Haut" entwickelt. Ganz ohne Injektionen oder Operationen könnte dann jeder sich die Schicht am Morgen auf das Gesicht legen und ist für Stunden faltenfrei.

Alle Vorteile im Überblick

Zum Einsatz kommt ein Silikon-Polymer-Gemisch, das zunächst in flüssiger Form vorliegt. Nach dem Auftragen auf die Haut bildet sich eine elastische Schicht, die wie eine zweite Haut aufliegt. Der Film lässt dabei die Falten verschwinden und bleibt so elastisch, dass er eine normale Mimik ermöglicht. Daher entsteht kein Maskeneffekt.

Das Gemisch bleibt außerdem atmungsaktiv, sodass die reale Haut darunter weiter mit Sauerstoff versorgt wird. In Testreihen kam es zu keinen Irritationen im Hautbild. Gleichzeitig wird die natürliche Feuchtigkeit in der Haut geschützt, sodass sie weniger austrocknet.

Anwendung im medizinischen- und kosmetischen Bereich

Die Forscher haben insgesamt zehn Jahre an der Herstellung der auftragbaren Kunsthaut gearbeitet. Sie könnte für die Medizin interessant werden, um Brandopfer und allen Patienten mit offenen Wunden zu helfen. Die Anwendung im kosmetischen Bereich wird ebenfalls diskutiert.

Laut der Forscher behindert die zweite Haut im Alltag nicht und verliert ihre Wirkung weder bei Regen noch beim Schwitzen. Sie kann daher sogar beim Sport getragen werden. Wer sie am Morgen aufträgt, hat sich ein jugendliches Hautbild aufgetragen, das am Abend wieder abgezogen wird.

Ab 50 Jahren

Ab 50 Jahren lässt die Östrogenproduktion des Körpers nach. Die Haut wird dadurch

  • dünner
  • trockener und
  • empfindlicher.

Neben der Reduzierung von Schweiß- und Talgdrüsen lässt auch die Zahl der elastischen Fasern der Haut nach. Die Bildung von Tränensäcken und erschlaffter Haut in Form von Falten wird beschleunigt.

Auf der Haut kommt es zur Bildung von Alters- und Pigmentflecken. Das Gesicht wirkt schlaffer.

Die Falten ziehen sich mittlerweile bis zum Hals. Diese Phasen der Hautalterung ziehen sich bis zum Tod weiter fort. Durch das Sinken von Kollagenfasern, Blutgefäßen und elastischen Fasern und dem Abnehmenden Fett- und Wassergehalt der Haut werden die Falten mit den Jahren immer ausgeprägter.

Grund entdeckt, warum alte Haut ledrig wird

Faltige Hände eines alten Menschen o Seniors mit schwarzer Bekleidung an Gehstock o Krückstock
mani © fotorf - www.fotolia.de

Forscher aus den USA haben bei Untersuchungen entdeckt, warum alte Haut ledrig wird. Die Steifheit der Epithelzellen nimmt zu, dadurch lässt die Dehnbarkeit des Skeletts einzelner Zellen nach und es kommt zu einer Lederhaut.

Bisher dachten die Wissenschaftler, dass Proteine, die außerhalb der Zelle liegen, für die Elastizität der Haut verantwortlich sind. Die neuen Untersuchungsergebnisse zeigen aber, dass der Elastizitätsverlust im Skelett der Zellen zu suchen ist.

Ältere Haut ist deutlich empfindlicher

Seniorin mit Cremedose cremt sich im Badezimmer das Gesicht ein
Alte Frau mit Creme im Badezimmer © Robert Kneschke - www.fotolia.de

Etwa ab den fünfzigsten Lebensjahr beginnt die Zahl der Schweiß- und Talgdrüsen in der Haut abzunehmen. Trockenheit, Schuppenflechten und Juckreiz sind häufig die Folge. Menschen diesen Alters sollten unbedingt auf eine spezielle Pflege achten, um der Haut Linderung zu verschaffen.

Quälendes Jucken kann aber auch andere Ursachen wie eine gestörte Schilddrüsenfunktion, Nierenprobleme, Diabetes und bestimmte Medikamente haben. Diese lassen sich nicht so leicht mit einer Creme beseitigen und vor allem sind sie schwer zu diagnostizieren. Professorin Sonja Ständer vom Kompetenzzentrum Juckreiz an der Universitätsklinik Münster weiß, dass Betroffene oft eine jahrelange Reise von Arzt zu Arzt hinter sich haben, bevor sie die wirkliche Ursache finden.

In der Juckreizambulanz, die Sonja Ständer betreut, ist die Diagnosequote mit 70 Prozent sehr hoch. Auch in Düsseldorf und Heidelberg gibt es spezielle Ambulanzen dieser Art.

Begünstigung vorzeitiger Hautalterung

Wie schnell die Haut über die Jahre altert, ist jedoch nicht nur genetisch bedingt, sondern wird auch von Umwelteinflüssen stark beeinflusst. Durch die Sonne und häufige Besuche im Solarium werden die Kollagenfasern der Haut geschädigt und die Hautalterung so beschleunigt. Diese wird auch durch freie Radikale, zum Beispiel durch Rauchen, gefördert.

Auch die Ernährungsgewohnheiten spielen bei der Hautalterung eine große Rolle. Wird die Haut nicht optimal mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt, hat dies Einfluss auf die Kollagenfasern und elastischen Fasern der Haut. Durch häufige Diäten erschlafft das Bindegewebe deutlich schneller.

Unsere Haut altert schneller als der restliche Körper

Wer sich möglichst lang über eine jung aussehende Haut freuen möchte, sollte sich gesund ernähren

Reife Frau guckt in den Spiegel, lacht und streicht sich übers Gesicht
Happy mature woman admiring herself in the mirror © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Der menschliche Körper altert, das lässt sich nicht aufhalten. Wie schnell jeder individuell altert, ist nach aktuellen Erkenntnissen zu etwa 40 Prozent in den Genen festgeschrieben. Die übrigen 60 Prozent macht die Ernährung und die allgemeine Lebensweise aus.

Umwelteinflüsse spielen eine große Rolle

Nun hat man aber erkannt, dass die Organe nicht gleich schnell altern. Die Haut, das größte menschliche Organ, altert im Durchschnitt einige Jahre schneller als der restliche Körper. Die Haut ist das Schutzschild des Menschen, der ihn gegen Umwelteinflüsse jeder Art zu schützen versucht. Wer sich schädlichen Dingen vermehrt aussetzt, altert daher im Hautbild schneller.

Die weibliche Haut ist dabei anfälliger für den Alterungsprozess, da sie dünner ist als die Haut der Männer und daher weniger gut Widerstand leisten kann. Zudem ist die Zellregeneration bei jungen Menschen schneller. Wenn die Lebensmitte überschritten ist, nimmt die Kraft der Zellen zur Selbstregeneration ab und die Haut altert schneller.

Aufhalten kann man den Prozess nicht, jedoch können Anti-Aging-Produkte und die richtige Ernährung der Haut helfen, längstmöglich jung zu bleiben.

Was unsere Haut vorzeitig altern lässt

Zwei Hände eines Senioren, Altersflecken
Senior Hände © yamix - www.fotolia.de

Je älter wir werden, desto mehr zeigt auch unsere Haut entsprechende äußere Anzeichen wie tiefe Falten, schlaffe Wangen und grobe Poren. Doch der Alterungsprozess unserer Haut ist nur teilweise genetisch bedingt, den größten Einfluss auf das Tempo der Alterung übt unser individueller Lebensstil aus.

So sind nachfolgende Faktoren für die vorzeitige Hautalterung besonders entscheidend: UV-Strahlung, Rauchen und Alkohol verursachen Pigmentstörungen und Falten, erweitern die Blutgefäße und haben geplatzte Äderchen, Tränensäcke und Übergewicht zur Folge. Also am besten zum neuen Jahr den persönlichen Lebensstil mal gründlich überdenken - unsere Haut wird es uns nachhaltig danken.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: close-ups lovely woman face with white white chrysanthemum © Anatoly Tiplyashin - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Beauty After Bath © Dash - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Man doing a pause during a weightlifting exercise. Copy space. © Alex Brosa - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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