18. Mai 2010
Als Gedächtnis bezeichnet man die Fähigkeit des menschlichen Gehirns bestimmte Informationen abzuspeichern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abzurufen. Dabei unterscheidet man zwischen Kurzzeitgedächtnis, Langzeitgedächtnis und Arbeitsgedächtnis.
Wenn man vom Gedächtnis spricht, meint man damit die Fähigkeit des Gehirns, bestimmte Informationen zu speichern, zu ordnen und bei Bedarf wieder abzurufen. Diese gespeicherten Daten resultieren aus bewussten oder unbewussten Lernprozessen. Beim Gedächtnis unterscheidet man zwischen verschiedenen Arten. Dies sind das Kurzzeitgedächtnis, das Arbeitsgedächtnis und das Langzeitgedächtnis (Altgedächtnis). Unter dem Kurzzeitgedächtnis, das auch primäres Gedächtnis genannt wird, versteht man die Aufnahme von nur kurz dargebotenen Elementen. Bei solchen Informationen erfolgt lediglich eine Speicherung von maximal einer Minute. Es wird vermutet, dass sich das Kurzzeitgedächtnis im Hippocampus befindet. Die vom Kurzzeitgedächtnis gespeicherten Elemente können auch in das Arbeitsgedächtnis, das man sekundäres Gedächtnis nennt, weitergeleitet werden. In dem sekundären Gedächtnis erfolgt unter anderem die Speicherung von Dingen, die man sich zu Beginn des Tages für den weiteren Tagesverlauf vornimmt. Wurden diese Tätigkeiten ausgeführt, erfolgt eine rasche Löschung dieser Daten. Im Langzeitgedächtnis, das man auch als Altgedächtnis oder tertiäres Gedächtnis bezeichnet, sind Informationen enthalten, die schon häufig wiederholt wurden. Da sie einen hohen Emotionsgehalt besitzen, sollen sie für lange Zeit gespeichert werden. Diese Informationen speichert und kodiert das Altgedächtnis in visuelles, auditives und inhaltliches Wissen.
Neben diesen drei Gedächtnisformen, lässt sich das menschliche Gedächtnis jedoch noch weiter unterteilen. So gibt es das implizite Gedächtnis (Verhaltensgedächtnis), in dem Fähigkeiten, die ein Mensch unbewusst ausübt, wie z.B. einen Lichtschalter an- und ausmachen oder eine Jacke zuknöpfen, gespeichert werden. Als explizites Gedächtnis oder Wissensgedächtnis bezeichnet man Informationen, die bewusst aus der Umwelt aufgenommen werden, wie z.B. das Lernen von Vokabeln. Man vermutet, dass bei diesem Vorgang der Hippocampus und die Großhirnrinde zusammenarbeiten.
Im Unterschied zu Sehen, Hören, Sprache und Motorik befindet sich im Gehirn kein spezielles Gedächtniszentrum. Es ist eher eine Zusatzleistung von weiten Teilen des Gehirns. Es wird vermutet, dass die Informationsspeicherung im Kurzzeitgedächtnis durch biochemische Reaktionen an den postsynaptischen Membranen erfolgt. Hervorgerufen werden sie durch elektrotonische Erregungszustände, von denen die Informationen dargestellt werden. Beim Langzeitgedächtnis wird angenommen, dass es durch die Veränderung der Synapsen entsteht, wodurch es zu einer Verbesserung der Erregungsübertragung kommt. Diesen Vorgang bezeichnet man auch als Langzeitpotenzierung.
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