21. Dezember 2011
Pakistan ist ein Land mit einer uralten Kultur. Lange bevor es in Europa Hochkulturen gab, war Pakistan Teil der antiken Induskultur, die sich über den gesamten indischen Subkontinent erstreckte. Entlang des Indus, eines der größten Flüsse der Welt, entstanden schon vor 4.000 Jahren hoch entwickelte urbane Siedlungen, deren Überreste man noch heute besichtigen kann. Die berühmtesten Ruinenstädte Pakistans sind Mohenjo-Daro und Taxila. Beide gehören zum UNESCO Weltkulturerbe. Es finden in den Ruinenstädten laufend archäologische Ausgrabungen statt, sie können aber im Rahmen geführter Touren besichtigt werden.
Etwa 40 Kilometer südlich von Larkana liegt die antike Siedlung Mohenjo-Daro. Sie entstand vermutlich 2.600 v.Chr. und war bis 1.800 v.Chr. bewohnt. Danach verfiel die Stadt und wurde erst 1922 von britischen und indischen Archäologen wiederentdeckt. Es wird vermutet, dass Mohenjo-Daro im dritten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung das Zentrum der frühen Induskultur bildete. Herrschaftliche Bauten, die dies belegen könnten, fehlen allerdings. Ansonsten ist der Erhaltungszustand erstaunlich gut. Mohenjo-Daro zählt zu den größten bronzezeitlichen Städten und mit über 30.000 Einwohnern zu den ältesten urbanen Siedlungen der Menschheit überhaupt. Denkbar waren damals derartig große Ansiedlungen überhaupt nur durch die besonderen Bedingungen des Indus. Die Menschen verstanden es, sich die periodischen Überschwemmungen nutzbar zu machen, um so erstmals Landwirtschaft nicht nur für die Selbstversorgung, sondern für einen großen Markt zu betreiben. Außerdem diente der Indus als Transportweg für den Fernhandel. Die städtische Infrastruktur von Mohenjo-Daro muss hoch entwickelt gewesen sein. Die Häuser wurden aus gebrannten Lehmziegeln errichtet, es gab 600 Brunnen und Abwasserkanäle. Archäologen haben auf Ziegeln auch frühe Spuren einer Schriftkultur entdeckt.
Etwas jüngeren Ursprungs als Mohenjo-Daro ist die Ruinenstadt Taxila. Die Siedlung entstand wahrscheinlich im fünften vorchristlichen Jahrhundert und bildete die Hauptstadt des Gandhara-Reiches, das aus dem Osten Afghanistans und dem Nordwesten Pakistans bestand. Taxila lag genau im Schnittpunkt mehrerer wichtiger Handelswege und sicherte sich so eine entscheidende strategische und wirtschaftliche Bedeutsamkeit bis etwa 500 n.Chr. Durch den Anschluss an Fernhandelswege kamen in der Stadt viele verschiedene kulturelle Einflüsse aus Ost und West zusammen. Die Parther aus Vorderasien hinterließen hier ebenso ihre Spuren, wie der Buddhismus und griechische und römische Einflüsse. Taxila liegt ca. 35 Kilometer vor den Toren der pakistanischen Hauptstadt Islamabad.
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