20. Juni 2011
Die Anfertigung einer Steuererklärung ist eine komplexe Angelegenheit. So müssen unzählige Posten korrekt angegeben werden, wobei Fehler sofort zu steuerlichen Nachteilen oder gar zum Vorwurf der Steuerhinterziehung führen können. Sollte man als Arbeitnehmer die Steuererklärung trotzdem selber machen oder ist es nicht doch ratsam, diese von einem professionellen Steuerberater anfertigen zu lassen?
Zunächst einmal muss betont werden, dass es tatsächlich kaum ein Arbeitnehmer alleine schafft, die Steuererklärung optimal auszufüllen und alle persönlichen Spielräume für sich zu nutzen. Dies bedeutet, dass die meisten Arbeitnehmer mehr zahlen, als sie eigentlich müssten. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu betonen, dass ein solcher Steuerverlust auch dann eintreten kann, wenn sich ausgiebig mit der Materie beschäftigt wurde. Für einen Laien ist die Vielzahl der Faktoren, welche berücksichtigt werden müssen, einfach zu undurchschaubar und komplex. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die gesetzlichen Regelungen jährlich ändern und so oft Neuregelungen existieren, welche man jedoch nicht zu nutzen weiß, da diese erst seit kurzem in Kraft getreten sind.
Es ist deshalb unbestritten der Fall, dass das alleinige Anfertigen der Steuererklärung in den meisten Fällen zu Verlusten führt. Nun ist es aber wichtig abzuwägen, ob diese Verluste höher als das Honorar sein dürften, welches für einen Steuerberater aufgebracht werden müsste. Bei einfachen Einkommensverhältnissen, beispielsweise einem ledigen Arbeitnehmer mit geringem Verdienst, lohnt es sich häufig nicht, erst einen Steuerberater einzuschalten. Vielleicht gibt es einige Posten, welche eine Steuererleichterung darstellen würden. Diese übersteigen dann aber niemals den Betrag, welcher für den Steuerberater aufgebracht werden müsste. Anders gestaltet sich das Ganze hingegen schon bei komplexeren Verhältnissen, etwa einer Familie mit zwei erwerbstätigen Eltern und höheren Einkommen. In einem solchen Fall besteht viel Sparpotential, welches zumeist nur ein Steuerberater voll auszuschöpfen vermag.
Sollte man sich dennoch unsicher sein, ob man sich einen Steuerberater leisten kann bzw. ob sich dessen Inanspruchnahme wirklich lohnt, dann gibt es noch eine interessante Alternative. Namentlich handelt es sich bei dieser um Lohnsteuervereine. Dies sind Vereine, welche überschaubare jährliche Mitgliedsbeiträge fordern und ihren Mitgliedern dafür mit Rat und Tat bei der Steuererklärung zur Seite stehen. Die Hilfe erfolgt dann jedoch oft nicht durch ausgebildete Steuerberater, sondern durch Steuerfachgehilfen oder einfache Buchhalter. Ein Lohnsteuerverein ist demnach eine Art Kompromiss zwischen der Selbstanfertigung und dem Einschalten eines Steuerberaters.
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