8. Januar 2009
Von K. Schumann
In Deutschland lebt jedes 7. Kind in relativer Armut. Das sind etwa 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. So ist die Anzahl von Kindern, die in Armut leben in Deutschland stärker angestiegen als in den meisten anderen Industrienationen.

Der eigentliche Begriff Armut bezeichnet einen Mangel an lebenswichtigen Dingen wie Essen, Unterkunft oder Kleidung. In den meisten Industrieländern mangelt es jedoch nicht an lebensnotwendigen Gütern. Glücklicherweise muss hier niemand verhungern oder verdursten. Somit wird die Armut an dem "normalen" Lebensstandard gemessen. Man bezeichnet diese Armutssituation deswegen auch als "relative Armut". So spricht man in Deutschland von Kinderarmut, wenn das Einkommen der Familie des Kindes bei maximal 50% des deutschen Durchschnittseinkommens liegt. Dies ist derzeit bei ungefähr 12% der Kinder in Westdeutschland und bei 23% der Kinder in Ostdeutschland der Fall.
Ursachen für die immer weiter steigende Kinderarmutsrate sind laut UNICEF die hohe Zuwanderungszahl der letzten zehn Jahre, die hohe Arbeitslosigkeit und die sinkenden Löhne. Zudem hat die Anzahl Alleinerziehender zugenommen. Zusätzlich haben sich die Fälle von Kinderarmut nach der Einführung von Hartz IV praktisch über Nacht verdoppelt.
Kinder, die von Kinderarmut betroffen sind, fühlen sich oft minderwertig und ausgegrenzt. Sie können keine teuren Markenklamotten tragen oder am Wochenende den Zoo oder das Kino besuchen. Oft bleibt der Fernseher die einzige Freizeitbeschäftigung. Darüber hinaus übertragen sich die Zukunftsängste der Eltern auf ihre Kinder. Die Psyche der Kleinen ist meist nicht so stabil, dass sie eine derartige Belastung ertragen kann.
Auch die gesundheitliche Situation in Armut lebender Kinder ist meist schlechter als beim Rest der Bevölkerung. So leiden Kinder, die unterhalb der Armutsgrenze leben häufiger an Sprachstörungen, Koordinationsstörungen oder Übergewicht.
Zusätzlich wirkt sich das geringe Einkommen der Eltern auf die Bildung der Kinder aus. Meist ist es den Eltern nicht möglich, ihre Kinder zu fördern und zu motivieren. Die Folge sind immer mehr Jugendliche ohne Schulabschluss.
Um der Kinderarmut entgegen zu wirken, ist es wichtig gegen die Arbeitslosigkeit zu kämpfen und ein gewisses Existenzminimum für Kinder in Deutschland zu sichern. Wichtig ist zudem ein Betreuungs- und Förderungsangebot für Kinder und Jugendliche, in denen ihnen neue Perspektiven aufgezeigt werden, damit die Spirale der Kinderarmut endlich unterbrochen werden kann.
Nicht zu vergessen, ist auch der Teil, der berufstätig ist und trotzdem mit den Kindern unter den gleichen Umständen lebt, wie die Kinder in I...
Lesermeinung schreiben |
31.07.10 | |
![]() | KINDERARMUT |
30.07.10 | |
![]() | KINDERARMUT |
06.05.10 | |
![]() | KINDERARMUT |
01.06.09 | |
![]() | KINDERARMUT |
10.12.08 | |
![]() | KINDERARMUT |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Kinderarmut Forum


In Deutschland, einer hochentwickelten Industrienation, von Armut zu sprechen, mag zunächst verwundern. Doch sin...