Schüler - Merkmale, Arten, Rechte und Pflichten

Fünf junge Schüler mit Schulrucksack befassen sich alle mit ihrem Smartphone

Rechte und Pflichten als minderjähriger Schüler und was sich für volljährige Schüler ändert

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  • von Paradisi-Redaktion

Als Schüler bezeichnet man einen Menschen, der etwas lernt bzw. dem etwas beigebracht wird, und der in diesem Zusammenhang auch Unterricht in einer Schule erhält. In den meisten Fällen wird dabei der Bezug zu einer allgemeinbildenden Schule gestellt; so geht damit vor allem auch der Status, dem man vor dem Absolvieren eines Studiums oder einer Ausbildung beiwohnt, einher. Schüler können somit minderjährig als auch volljährig sein und zudem lassen sich auch weitere, nicht mit dem staatlichen Bildungssystem im Zusammenhang stehende Formen unterscheiden. Lesen Sie über die Formen sowie die Rechte und Pflichten eines Schülers.

Schüler: Definition und Formen

Diejenigen, die in einer Schule Unterricht in einem bestimmten Fach erhalten, bezeichnet man als Schüler. Ziel ist, deren Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten in diesem Bereich zu entwickeln, schulen, erweitern und vertiefen. Die Art des Schülers wird immer in Abhängigkeit von der jeweiligen Schulform, in der er Unterricht erhält, benannt.

Schüler im staatlichen Bildungssystem

Im staatlichen Bildungssystem unterscheidet man an allgemeinbildenden Schulen

  • Vorschüler
  • Grundschüler
  • Sonderschüler
  • Hauptschüler
  • Realschüler
  • Gesamtschüler oder
  • Gymnasialschüler

Jüngere Schüler nenne man dabei auch Schulkinder. Die Schüler sind dabei in der Regel Teil einer Gruppe, die man als Schulklasse bezeichnet.

Weitere Formen

Unterricht muss sich natürlich nicht nur auf die Schulen des staatlichen Bildungssystems beziehen. Auch wer Sport-, Fahr- oder Musikunterricht bekommt, wird als Schüler bezeichnet. So gibt es viele weitere Formen von Schülern:

  • Musikschüler
  • Sportschüler
  • Tanzschüler
  • Fahrschüler
  • Reitschüler
  • Nachhilfeschüler

Und auch Auszubildende einer dualen Berufsausbildung können als Schüler, in diesem Fall Berufsschüler, bezeichnet werden.

Unzufriedenheit bei jüngeren Schülern: die Freizeit reicht nicht

Mädchen mit Brille, Stift und orangem Pullover grübelt über einer Aufgabe
kind beim lernen © Ramona Heim - www.fotolia.de

Einer Umfrage zufolge empfinden besonders jüngere Schüler ihre Freizeit als zu gering.

Vor allem Schüler, die von der G 8-Regelung (also ein Abitur in zwölf statt 13 Jahren) betroffen sind, sind unzufrieden. Von ca. 80 befragten Schülerinnen und Schülern eines Berliner Gymnasiums gaben 70 Prozent an, ein Instrument zu spielen, und ca. 60 Prozent, dass sie einer Sportart nachgingen.

Jedoch haben viele nicht genug Zeit, diesen Interessen nachzugehen, da der größte Zeitaufwand der Schule gewidmet wird. Die jüngeren Schülern beschäftigen sich demnach im Schnitt am Tag geschlagene neun Stunden mit Schulaufgaben.

Schulstress macht krank - 40 Prozent der Schüler betroffen

Kleiner Junge in Klassenraum hält sich Hand vor Augen
Schulstress © LVDESIGN - www.fotolia.de

Konkurrenz und zu hoher Leistungsdruck sind die Hauptursachen für Stress in der Schule. Eine unbeschwerte Kind- und Jugendzeit gibt es vielleicht noch bei “Unsere kleine Farm”, doch im wirklichen Leben leidet ein Drittel aller Schüler unter akuten Stress-Symptomen.

Besonders häufig treten Kopf- und Rückenschmerzen auf. Ebenfalls Schlafprobleme, Dauer-Gereiztheit durch Überforderung und viele andere psychosomatisch bedingte Beschwerden. Dies ergab eine Studie des Instituts für Psychologie, welche in Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen insgesamt 4500 Schüler und Schülerinnen zwischen zehn und 21 Jahren befragt hatten.

40 Prozent der Befragten haben mehrmals pro Woche körperliche oder psychische Beschwerden. Besonders Mädchen leiden unter den schulischen Belastungen. Wenn Eltern und Lehrer das Problem verdrängen, können Depressionen und dauerhaft psychosomatische Schäden bei den Kindern entstehen. Probleme müssen aktiv angegangen werden, bevor sie sich manifestieren.

Schon Schulkinder leiden unter Stresssymptomen

Junge und Mädchen haben keine Lust auf Hausaufgaben oder Lernen
genervte kinder beim lernen © Picture-Factory - www.fotolia.de

Eine Umfrage der Techniker Krankenkasse hat das Stresslevel von Grundschülern untersucht. Die Eltern der 1.000 Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren waren gefragt worden, wie gestresst ihre Kinder von der Schule sind. Fast die Hälfte aller Kinder leidet unter ernsthaften Stresssymptomen: Leistungsdruck, Mobbing und Angst vor schlechten Zensuren sind die wichtigsten Gründe für kindliche Nervosität.

Einige Kinder hatten ein so hohes Stresslevel wie Banker oder Broker an der Börse. Typische Anzeichen für starken Stress bei Kindern sind unspezifisches Bauchweh, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit oder ständiges Naschen, Zurückgezogenheit oder aggressive Unruhe. Die Techniker Kasse bietet inzwischen ein Anti-Stress-Training für Grundschüler an: Das Programm heißt "Bleib locker!"

Logopädie, Psychotherapie und Co.: Deutsche Schulkinder brauchen oft therapeutische Hilfe

Zu hoher Fernsehkonsum und geringer Kontakt zu anderen Kindern führt zu Entwicklungsproblemen

Kleiner Junge mit Headset sitzt vor dem Computer
computer geek child © Gramper - www.fotolia.de

Immer mehr deutsche Schulkinder nahmen schon mal oder nehmen immer noch therapeutische Hilfe in Anspruch. Eine Umfrage unter Eltern von Kindern im Alter von 6 bis 18 Jahren ergab, dass durchschnittlich eins von zehn Kindern psychotherapeutische Hilfe erhält. Jedes vierte Kind besuchte schon einen Logopäden und fast jedes fünfte Kind war schon mal bei der Ergotherapie oder der Krankengymnastik.

Die Wissenschaftler belegten zudem einen Zusammenhang zwischen erhöhtem Fernsehkonsum und Therapiebedürftigkeit bei Kindern.

Sprachliche und soziale Fähigkeiten in Gefahr

"Sprechen lernt man nicht vor dem Fernseher. Für die sprachliche - und natürlich auch motorische Entwicklung - ist es wichtig, dass die Kinder sich und ihre Umwelt im richtigen Leben wahrnehmen", erläutert York Scheller, Psychologe bei der Techniker Krankenkasse.

Immens wichtig für eine gute Entwicklung seien auch soziale Kontakte. Wer nur alleine vor dem Fernseher oder dem PC sitze, tausche sich weniger aus und mache weniger neue Erfahrungen. Eltern sollten deswegen das Kind unterstützen, wenn es sich mit Freunden treffen oder draußen spielen wolle.

In Hessen sind 10 Prozent der I-Dötzchen übergewichtig

Bewegungsmangel und falsche Ernährung - vor allem Kinder aus sozial schwachen Familien sind zu dick

Fast Food Restaurant, kleiner Junge isst Burger
child eat burger © Pavel Losevsky - www.fotolia.de

Wie auch das Familienministerium in Hessen feststellt, haben in dem Bundesland von den I-Dötzchen 10,6 Prozent Übergewicht, meistens bedingt durch falsche Ernährung und Bewegungsmangel. Manche Kinder schleppen schon beim Besuch in den Kindergarten Mengen an Süßigkeiten in ihrem kleinen Rucksack mit sich, andere dagegen kommen mit Obst und Gemüse, was aber oft von der sozialen Schicht abhängig ist.

Wer ist betroffen?

So gibt es deshalb unter anderem in einer ASB-Kindergartentagesstätte in Offenbach ein gemeinsames Frühstück für alle Kinder. Aber leider ist der Trend zum Übergewicht schon seit acht Jahren vorhanden, so leiden auch in Deutschland etwa 15 Prozent aller Drei- bis 17-Jährigen an Übergewicht.

Die Ursachen liegen meistens an der falschen Ernährung und an Bewegungsmangel. Hier sind besonders Kinder aus sozial schwachen Familien, die auch oftmals keine Betreuung haben, davon betroffen, so sitzen sie zu viel zu Hause vor dem Computer oder Fernseher und stopfen sich den Bauch mit Chips voll.

Da manchmal der Schulweg über stark befahrene Straßen führt, fahren viele Mütter ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, so dass dadurch die Kinder sich ebenfalls nicht genügend bewegen.

Bei ADHS Diagnose wird viel zu schnell zu Medikamenten gegriffen

Junge in blauem Hemd sitzt verzweifelt an den Hausaufgaben, die Hände im Haar
stressful homework © mikemols - www.fotolia.de

Immer häufiger wird bei Kindern die Diagnose ADHS, dem so genannten Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom, diagnostiziert und dann eine Behandlung mit Medikamenten begonnen. CDU und Grüne missbilligen diese Tatsache und wollen gegen diese übertriebene „Ruhigstellung“ der Kinder vorgehen. Betroffene Kinder werden nur allzu schnell mit dem Wirkstoff Methylphendidat medikamentiert, was mit Kokain zu vergleichen ist, in diesem Fall jedoch paradoxerweise nicht aufputschend, sondern ruhigstellend wirkt.

In Deutschland werden zur Zeit mehr als 1,7 Tonnen diesen Wirkstoffs pro Jahr eingesetzt. Diese Entwicklung halten die Politiker für sehr bedenklich und fordern daher neue Therapiemaßnahmen. Die herkömmliche Behandlung mit Medikamenten diene eher der Erleichterung von Eltern und Erziehungspersonen, stehe jedoch weniger im Interesse des Kindes.

Schüler in Deutschland sind häufiger als andere suizidgefährdet

Mädchen sitzt über einem Heft im Klassenzimmer und fasst sich verzweifelt und überfordert an den Kopf
teenager überfordert in der schule © Picture-Factory - www.fotolia.de

Im Vergleich zu den Kindern aus anderen Ländern scheinen deutsche Schüler mehr Probleme seelischer Art zu haben. Zu diesem Schluss müssen die Psychiater zumindest kommen, denn gerade deutsche Kinder denken deutlich öfter an Suizid.

Selbstmordgedanken sind immer sehr bedenklich, doch gerade bei Kindern stößt das Thema auf noch mehr Mitleid und Sorgen. Immerhin sollten sich Heranwachsende auf das Leben freuen und nicht über Freitod nachdenken. Besonders Schülerinnen geben an, dass sie sich schon einmal mit solchen Gedanken beschäftigt haben.

Insgesamt hatte man die Daten aus zehn EU-Ländern gesammelt. Über die Jahre 2010 und 2011 hinweg ermittelten die Forscher aus Heidelberg von 12.000 Kindern alle möglichen Informationen zur Beschäftigung mit dem Thema Selbstmord. Nun zeigt sich, wie deutsche Kinder die traurige Spitze einnehmen. Direkt gefolgt werden sie von gleichaltrigen Franzosen. Besser sieht es in Italien, Ungarn und Irland aus.

Auch selbstverletztendes Verhalten ist in Deutschland unter den Jüngeren offenbar ein großes Thema. Zwei Drittel aller Mädchen sagten, sie haben bereits "geritzt" und 20 Prozent gestanden sogar, dass sie es regelmäßig tun. Bei den Jungen waren dies nur acht Prozent.

Dauerstress in der Schule macht krank

Vier Schüler/innen sitzen in einer Reihe im Klassenzimmer und schreiben eine Klassenarbeit
Schüler oder Klasse schreiben in der Klasse oder Schule oder Schulklasse eine Klassenarbeit © Kzenon - www.fotolia.de

Wenn Kinder unter Kopfschmerzen und Bauchweh klagen und möglicherweise sogar nachts nicht mehr richtig schlafen können, sollten bei Eltern die Alarmglocken schellen. Unsere Kinder sind heutzutage einem zunehmenden Stress ausgesetzt. Die Stundenpläne sind randvoll, die Hausaufgaben kaum zu bewältigen und der Notendruck ist immens. Die permanente Angst vor dem Versagen ist ständiger Begleiter und führt oft zu psychosomatischen Störungen und sogar Depressionen.

Wenn Kinder sich zurückziehen, kaum mehr Freunde haben und mit Traurigkeit reagieren, sollten Eltern das schulische Umfeld genauer unter die Lupe nehmen und überlegen, ob das Kind an einer anderen Schule besser aufgehoben wäre. Überforderte Kinder reagieren mit Leistungsabfällen, aber auch durch höhere Aggressivität und einer ständig gereizten Stimmung. Körperlich wirkt sich das durch Bauch- und Kopfschmerzen aus, oder die Kinder leiden unter Übelkeit und Schlafstörungen.

Doch nicht nur die steigenden Anforderungen in der Schule können der Grund für die Veränderungen des Kindes sein, sondern auch Probleme im Umfeld. Wenn Kinder gemobbt werden, ziehen sie sich ebenfalls zurück und sondern sich ab. Eltern sollten diesen Veränderungen auf den Grund gehen. Manche Schüler feiern auch lieber, als zu lernen. Das ist ein pubertätsspezifisches Problem. Trotzdem sollten Eltern Symptome nicht auf die leichte Schulter nehmen und gegebenenfalls auch ärztlich abklären lassen.

Kindertherapeuten, oder auch der schulpsychologische Dienst können mögliche Ansprechpartner sein, wenn das Gespräch mit den Lehrern nicht weiterhilft. Manchmal ist es auch schon eine große Hilfe, wenn der Arbeitsplan entschlackt wird und unnötige, zusätzliche Termine gestrichen werden.

Schulbeginn nach hinten verlegen: Für Schüler hätte dies Vorteile fürs Wohlbefinden

Kleiner Junge schläft neben Teddybär im Bett
boy and teddybear in bed © barneyboogles - www.fotolia.de

Wer kennt das nicht: Der Wecker klingelt und keiner hat Lust aufzustehen. Vor allem bei KinderN und Jugendlichen ist diese Unlust spürbar. US-Forscher haben jetzt herausgefunden, dass ein späterer Schulbeginn für Jugendliche Vorteile hätte. Sie untersuchten die Auswirkungen eines 25 Minuten später erfolgten Schulbeginns auf Aufmerksamkeit und Wohlbefinden der Schüler.

Dadurch konnten die Schüler eine knappe halbe Stunde länger schlafen. 44 Prozent der Schüler schliefen infolgedessen mindestens acht Stunden. Ihr Anteil lag vorher bei nur 18 Prozent.

Dadurch waren sie tagsüber wacher, weniger niedergeschlagen und konsumierten weniger koffeinhaltige Getränke. Auf Hausaufgabenzeit, außerschulische Aktivität und Sport in der Freizeit hatte der spätere Schulstart keine Auswirkungen.

Schlafmangel beeinflusst die körperliche und geistige Gesundheit. Er hat ungünstigen Einfluss auf Sicherheit und Lernen. Ein späterer Schulstart am Morgen käme dem Schlaf-Wach-Rhythmus von Jugendlichen sehr entgegen.

Als Schüler gelten somit Menschen ganz unterschiedlichen Alters. Da der Begriff in der Regel im Zusammenhang mit den allgemeinbildenden und weiterführenden Schulen fällt, soll im Folgenden noch auf die Rechte und Pflichten der minderjährigen und volljährigen Schüler eingegangen werden.

Rechte und Pflichten als minderjähriger Schüler

Als Erwachsener hat man meist schon längst vergessen, wie es ist, ein Jugendlicher zu sein. Das Teenageralter ist zwar eine Zeit der Unbeschwertheit und Leichtigkeit, es ist jedoch auch eine Phase, in der man sich häufig unterdrückt und missverstanden fühlt. Vor allem minderjährige Schüler verlangen häufig nach einer gerechteren Behandlung und mehr Mitspracherecht in der Schule.

Lehrer und Eltern erscheinen häufig als verschworene Gemeinschaft, die es sich zum Ziel gemacht hat, die ihnen anvertrauten Jugendlichen kollektiv zu unterdrücken. Tatsächlich können viele Schüler ihre Rechte nicht richtig wahrnehmen, weil sie von den Erwachsenen daran gehindert werden. Das passiert meist nicht aus Böswilligkeit heraus, sondern aus dem Umstand, dass viele Lehrer und Erwachsene einfach nicht mehr wissen, wie man sich mit 16 oder 17 gefühlt hat und die Schüler nach wie vor als unmündige Kinder behandeln.

Das Recht der eigenen Meinung

Minderjährige Schüler haben jedoch genauso Rechte wie jeder andere Bundesbürger auch, und die gilt es vor allem gegen den Lehrkörper durchzusetzen. So hat jeder Schüler das Recht, seine eigene Meinung in gesitteter und höflicher Form vorzutragen. Wenn das dem Lehrer nicht passt, so sollte man sich dies nicht gefallen lassen und gleich beim Direktor vorsprechen.

Das Recht der freien Entfaltung

Genauso wenig ist es erlaubt, ein absolutes Handyverbot an Schulen einzuführen. Das Mobiltelefon fällt unter den Rahmen des freien Entfaltungsrechts und dient außerdem auch der Sicherheit. Allerdings darf der Unterricht nicht durch das Handy gestört werden und wer während der Geschichtsstunde SMS schreibt, braucht sich nicht zu wundern, wenn das Telefon plötzlich weg ist.

Recht auf objektive Bewertung

Des Weiteren hat jeder Schüler ein Anrecht darauf, nach objektiven Maßstäben bewertet zu werden. Hegt ein Lehrer eine persönliche Abneigung gegen ein bestimmtes Klassenmitglied und bringt dies durch eine schlechtere Benotung zum Ausdruck, so braucht man sich das nicht gefallen zu lassen.

Deutsch oder Mathe – Die Lieblingsfächer der Schüler 2012

Schülerin an Tafel mit Matheformel denkt nach
let's think © Tomasz Trojanowski - www.fotolia.de

Das Kindermagazin „medizini“ wollte es wieder einmal wissen: Welches Fach mögen Deutschlands Schüler am liebsten? Seit 2008 werden Schüler jährlich nach ihren Vorlieben befragt. Dabei zeigte sich, dass es auch in diesem Jahr gravierende Unterschiede zwischen Jungs und Mädchen gibt. 40 Prozent aller männlichen Schüler finden Sport am besten. Bei den Mädels sind es nur 15 Prozent.

Dafür bevorzugen diese Deutsch und Kunst. Je ein Fünftel nannte diese beiden Fächer bei der Frage nach ihren Lieblingen. Die Jungs kamen hier auf zwei beziehungsweise fünf Prozent.

Schlusslichter bei den Schulfächern waren Geschichte, Religion und Latein. Allerhöchstens 1,7 Prozent der Schüler entschieden sich für diese Fächer. Für viele Lehrer sind die unterschiedlichen Ergebnisse dennoch ein gutes Zeichen. Dokumentieren sie doch, wie breit gestreut der Kanon an Interessen bei Schülern ist.

Die Pflichten eines Schülers

Wer Rechte haben möchte, muss jedoch auch bestimmte Pflichten erfüllen. Das bedeutet für den Schüler, dass er zu Mitarbeit und Respekt dem Lehrkörper gegenüber verpflichtet ist.

Auch Pünktlichkeit und ein kameradschaftliches Verhalten den Mitschülern gegenüber gehören zu den Tugenden eines jeden Schülers. Weigert sich ein Jugendlicher, diesen Pflichten nachzukommen, so ist die Lehrerschaft dazu berechtigt, disziplinarische Maßnahmen einzuleiten.

Das kann bloßes Nachsitzen oder auch ein Verweis sein. Die Rechte des Schülers bleiben davon jedoch unberührt.

Zu den weiteren Pflichten eines Schülers gehören:

  • die Schulpflicht: die regelmäßige Teilnahme am Unterricht, sowie an schulischen Aktivitäten
  • die umgehende Krankmeldung im Falle des Fehlens
  • das Nachholen versäumten Unterrichts
  • das Einhalten der Schulordnung
  • das Folgeleisten der Anordnungen durch die Lehrer

Großteil der deutschen Schüler hat nur einen kurzen Schulweg

Bei einem Schulweg von 10 bis 15 Minuten, gehen die meisten Schüler zu Fuß

Zwei Kinder auf dem Schulweg, schauen ob Autos kommen, bevor sie Straße überqueren
Kinder auf dem Schulweg © somenski - www.fotolia.de

Egal ob Schule oder Arbeit, bei den meisten Deutschen muss es morgens schnell gehen. Eben duschen, wenn überhaupt, dann anziehen, Zähneputzen und schnell noch das Brötchen auf die Hand. Wie gut, wenn da der Weg zum Zielort nicht allzu weit ist. Eine Umfrage zeigte, dass der Großteil der deutschen Schüler nur einen kurzen Weg zur Schule zurücklegen muss und die meisten diesen zu Fuß bewältigen.

Die meisten Schüler brauchen höchstens zehn Minuten zur Schule

Insgesamt 672 Schulkinder bis zwölf Jahre wurden im Auftrag des Apothekenmagazins "medizini" nach ihrem Schulweg gefragt. Bei 56,5% von ihnen nimmt der Schulweg nur etwa 10 bis 15 Minuten in Anspruch, 17,7% schaffen es sogar noch unter zehn Minuten.

16,1% brauchen dafür schon 16 bis 20 Minuten, 2,7% schaffen den Schulweg nicht unter 26 Minuten und 4,3% benötigen sogar über eine halbe Stunde, um in die Schule zu gelangen. Wenn der Weg zur Schule so kurz ist, hat man mehr Zeit für die wichtigen Sachen wie frühstücken oder sein Outfit für den Tag auswählen, hierfür lassen sich 17,7% der Schüler soviel Zeit wie sie brauchen.

Auch wie die Schüler den Schulweg zurücklegen, hängt von der Zeit ab, die sie dafür benötigen. Da die meisten einen sehr kurzen Weg haben, gehen die Meisten (41,2%) ihn auch zu Fuß. 29,8% fahren lieber mit dem Fahrrad, 15,9% nehmen den Bus und 11,5% lassen sich von Mama oder Papa mit dem Auto bringen.

Viele Kinder müssen sich morgens beeilen, um pünktlich zur Schule zu kommen

Vater mit zwei kleinen Kindern beim Frühstückstisch, im Hintergrund Mutter an Kühlschranktür
Father With Children As They Eat Breakfast And Mother In The Bac © Monkey Business - www.fotolia.de

Entweder sie lassen sich morgens Zuhause zuviel Zeit, oder Bus und Bahn hatten wie so oft Verspätung.

Viele deutsche Schüler müssen sich meistens beeilen, um noch pünktlich zur Schule zu kommen und teilweise sogar rennen. Vor allem die älteren Schüler sind häufig spät dran. Das zeigte jetzt eine Umfrage unter 672 deutschen Schülern von sechs bis zwölf Jahren, die im Auftrag des Apothekenmagazins "Medizini" durchgeführt wurde.

Insgesamt gaben 21,7% der Schüler an, oft wegen Trödelei oder verspäteten Bussen oder Zügen zu spät zu kommen und einen Sprint bis zum Klassenzimmer hinlegen muss, um noch pünktlich zu sein. Gerade die älteren Schüler haben mit der Pünktlichkeit Probleme. Unter den Zehn- bis Zwölfjährigen müssen sich 27,2% ständig hetzen, bei den Sechs- bis Neunjährigen tun dies nur 15,2% regelmäßig.

Fahrdienst für Kinder führt zur schlechteren Orientierung

Kinder werden heutzutage häufig überall hingefahren. Mütter haben Angst, ihre Sprösslinge dem Straßenverkehr auszusetzen und fahren sie selbst zum Kindergarten, in die Schule, oder zu nachmittäglichen Veranstaltungen.

Tatsächlich verlieren Kinder, die täglich mit dem Auto gefahren werden, mit der Zeit ihren Orientierungssinn, oder besser gesagt: Dieser wird gar nicht erst ausgeprägt. Die Kinder können sich in ihrer Umgebung schlecht orientieren und bewegen sich auch unsicher durch den Verkehr. Das hat jetzt eine aktuelle Studie belegt.

Eltern fahren ihre Kinder häufig auch dann, wenn das Ziel nur wenige Gehminuten entfernt liegt. Trotzdem sollten Eltern lieber zu Fuß gehen, denn damit helfen sie ihren Sprösslingen ihren Orientierungssinn auszubilden. Außerdem fördern sie damit die Selbständigkeit ihres Kindes. Eltern sollten ihren Kindern wieder mehr zutrauen. Denn selbst Vorschulkinder sind in der Lage, kleinere Wege selbständig zu bewältigen, wenn sie entsprechend im Verkehr geschult werden.

Langer Schulweg: Auch Schüler kennen den Stress des täglichen Pendelns

Viele Kinder mit einem langen Schulweg fühlen sich gereizt und weniger konzentrationsfähig

Junge Schülerin trägt großen und schweren Rucksack
schwere last © Digitalpress - www.fotolia.de

Viele Menschen haben nicht das Glück, in unmittelbarer Nähe zu ihrem Arbeitsplatz zu wohnen. Sie müssen daher täglich eine Pendelstrecke via Auto oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf sich nehmen. Wer Pendler ist, kennt den enormen Stress, der sich dabei aufbauen kann. Zum einen klingelt der Wecker sehr früh und man ist erst spät am Abend zuhause. Zum anderen sorgen Staus, Verspätungen und Co. zusätzlich für Anspannung. Diese Probleme betreffen aber nicht nur die Erwachsenen, bereits Kinder kennen Pendlerstress, wie aus einer aktuellen Studie hervorgeht.

Viele Schüler müssen pendeln

In Deutschland wurden 10.000 Jungen und Mädchen im schulpflichtigen Alter befragt. Sie verteilten sich auf insgesamt 14 Bundesländer und machten Angaben zu ihrem täglichen Schulweg. Die Forscher ermittelten durch gezielte Fragen außerdem, wie glücklich oder gestresst die Kinder waren.

Es zeigte sich, dass deutsche Schüler im Durchschnitt 27 Minuten für einen Schulweg benötigen. Das ist also insgesamt eine knappe Stunde am Tag für beide Strecken zusammen. Nur bei 14,4 Prozent ist der morgendliche Schulweg kürzer als zehn Minuten und 30 Prozent liegen zwischen zehn und 20 Minuten. Ganze 14,9 Prozent müssen pro Wegstrecke 45 Minuten und mehr einplanen.

Langer Schulweg beeinflusst Konzentration und Gemüt

Von allen Kindern mit 45 und mehr Minuten Pendlerweg am Morgen gaben 29,3 Prozent an, regelmäßig Probleme mit der Konzentration zu haben. Diese Quote fiel bei den Kindern mit kürzestem Weg deutlich geringer aus und lag bei 22,9 Prozent.

Auch die Gemütsverfassung passte zur Länge des Pendelns. Schüler mit 45 Minuten und mehr Weg gaben in 43 Prozent der Fälle an, mindestens an zwei Tagen in der Woche stark gereizt zu sein. Bei kurzen Wegen lag die Quote bei 36 Prozent.

Ihren persönlichen Gesundheitszustand schätzten diejenigen mit kurzen Wegen in 82,7 Prozent der Fälle als gut ein, bei den Vielpendlern waren es nur 77 Prozent.

Rechte und Pflichten als volljähriger Schüler

Jeder fiebert diesem Tag mit Begeisterung entgegen. Der 18. Geburtstag stellt die Schwelle zur großen Freiheit dar; danach ist man endlich volljährig und kann tun und lassen, was man möchte. Die Volljährigkeit eines Jugendlichen verändert natürlich auch dessen Schulalltag. Dinge, die früher erst mit den Eltern abgeklärt werden mussten, darf der Schüler jetzt selbst in die Hand nehmen.

Unterschreiben von Entschuldigungen

Der größte Vorteil ist für viele volljährige Schüler, dass sie ihre Entschuldigungen nun selbst unterschreiben dürfen. Das bedeutet, dass die Eltern eventuelle Ausfälle überhaupt nicht mehr mitbekommen und das Schuleschwänzen seinen freien Lauf nehmen kann.

Volljährige Schüler sind jedoch in der Regel so verantwortungsbewusst, dass sie wirklich nur die Stunden schwänzen, aus denen sie sowie keinen Nutzen ziehen würden. So ist es an vielen Schulen Gang und Gäbe, dass die Schüler am Schuljahresende nicht mehr auftauchen, sobald sie all ihre Noten für das Zeugnis beisammen haben.

Informieren der Eltern

Bei minderjährigen Schülern werden die Eltern sofort informiert, sobald sich ihr Nachwuchs eines schweren Vergehens beschuldigt hat. Das kann auch schon ein Verweis wegen Rauchens auf dem Schulgelände sein.

Hat der Jugendliche jedoch das 18. Lebensjahr bereits beendet, so erhalten die Eltern keine Informationen mehr über das Betragen ihres Kindes. Der Schüler darf auch Verweise und Zeugnisse selbst unterschreiben, so dass die Eltern außen vor bleiben.

Manche Bundesländer haben diese Regelung jedoch gelockert, vor allem um weiteren Amokläufen vorzubeugen. So ist es den Schulen in diesen Ländern erlaubt, die Eltern zu informieren, wenn der Schüler Verhaltensauffälligkeiten zeigt.

Volljährige Schüler haben mehr Freiheiten als Minderjährige
Volljährige Schüler haben mehr Freiheiten als Minderjährige

Bewegungsfreiheit

In seiner Bewegungsfreiheit darf die Schule den volljährigen Schüler jedoch in keinem Fall mehr einschränken. So ist es an fast allen Schulen verboten, während der Unterrichtszeit und in den Pausen das Schulgelände zu verlassen.

Minderjährigen Schülern gegenüber hat die Schule eine Aufsichtspflicht, die durch diese Regelung gestützt wird. Erwachsene sind jedoch für ihre Sicherheit selbst verantwortlich, weshalb der volljährige Schüler das Schulgelände verlassen kann, wann immer er möchte.

An die Hausordnung der Schule haben sich jedoch alle zu halten, sowohl Schüler, als auch Lehrer. So ist das Konsumieren von Alkohol oder Zigaretten auf dem Schulgelände grundsätzlich verboten. Volljährige Schüler haben demnach ein umfassendes Selbstbestimmungsrecht; an die Verordnungen der Schule müssen sie sich jedoch nach wie vor halten.

Beschwerden seitens der Schüler

Die unterschiedlichen Rechte und Pflichten eines Schülers führen nicht selten auch dazu, dass es zu Unstimmigkeiten kommt. So ist es bezüglich der Pflichten natürlich wichtig, dass man sich an gewisse Regeln hält; nicht alles jedoch muss man sich gefallen lassen.

Grund zur Beschwerde gibt es somit für viele Schüler - und Eltern - in diversen Situationen. Ihnen stehen dabei einige Möglichkeiten zur Verfügung, dagegen vorzugehen. Beginnen sollte man dabei immer mit der mündlichen Beschwerde - erste Anlaufstelle ist dabei der Lehrer.

Bei der schriftlichen Beschwerde muss diese bei noch minderjährigen Schülern durch die Eltern erfolgen. Wichtig ist eine detaillierte Problemschilderung; zudem muss der Grund der Beschwerde ersichtlich sein. Was die Reihenfolge angeht, gilt:

  • die einfache Gegenvorstellung einer Situation wird an die Schule gerichtet
  • die Aufsichtsbeschwerde wird an die Schulbehörde gerichtet
  • die Dienstaufsichtsbeschwerde bezieht sich auf einzelne Lehrer - hier sollte man stets Vorsicht walten lassen, da diese Beschwerde schlimmstenfalls zu einer Versetzung des Lehrers führen kann
  • Bei einem Vorgehen gegen einen Verwaltungsakt muss man sich beim Verwaltungsgericht melden; zu beachten ist dabei die einmonatige Frist, in der die Klage einzureichen ist

"Be Smart – Don't Start" - Wettbewerb zur Tabakprävention

Präventivwettbewerb für sechste bis achte Klasse schafft tatsächlichen Rückgang des Nikotinkonsums

Ausgedrückte Zigarette mit Asche auf weißem Hintergrund
lung © Andrey Kiselev - www.fotolia.de

Um Jugendliche davor zu bewahren, mit dem Rauchen anzufangen, wurde der internationale Wettbewerb "Be Smart - Don't Start" ins Leben gerufen. Wer erfolgreich daran teilnehmen wollte, musste es schaffen, ein halbes Jahr lang nicht zu rauchen. Der Wettbewerb war für die sechste bis achte Klasse gedacht.

Deutsche Krebshilfe beteiligte sich an den Kosten

In Sachsen-Anhalt wurde diesbezüglich eine Studie ins Leben gerufen, welche im "Journal of Epidemiology and Community Health" veröffentlicht wurde. Insgesamt 84 Sekundarschulen und Gymnasien mit 208 Klassen nahmen zwei Schuljahre lang an der Studie teil.

Diese wurde unter anderem durch die Deutsche Krebshilfe e.V. finanziert. Geschäftsführer Gerd Nettekoven zu diesem Projekt: "Jede dritte Krebserkrankung in Deutschland ist auf das Rauchen zurückzuführen. Wir wollen dazu beitragen, dass junge Menschen gar nicht erst mit dem Rauchen beginnen".

Rauchen konnte erfolgreich vermindert werden

Das Ergebnis der Studie war erfreulich: diejenigen Schüler, die am "Be Smart - Don't Start"-Wettbewerb teilgenommen haben, griffen viel seltener zur Zigarette als die anderen Jugendlichen. Dies gilt für den gesamten Studienzeitraum. Wie die Organisatoren des Wettbewerbs anmerkten, könnte dieses Gelegenheitsrauchen durch die erneute Teilnahme im nächsten Schuljahr noch weiter reduziert werden.

Grundinformationen und Hinweise zu Schülern

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: elementary school students with smartphones © Syda Productions - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: young people at the restaurant © Vasiliy Koval - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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