Gehirntraining - Nutzen, Möglichkeiten und hilfreiche Tipps

Unser Gehirn arbeitet rund um die Uhr und wird immer neuen Reizen ausgesetzt. Daher ist es nicht immer einfach, einen kühlen Kopf zu bewahren, unwichtige Dinge zu verdrängen und wichtige ins Gedächtnis zu rufen. Gehirntraining kann auf unterschiedliche Art und Weise gefördert werden. Das Lernen für eine Klausur, das Einkaufen ohne Zettel und die Erinnerung an den richtigen PIN-Code - im Alltag werden unsere Konzentration und unser Gedächtnis ständig gefordert. Lesen Sie, welche Möglichkeiten für ein effektives Gehirntraining genutzt werden sollten.

Das Gehirn mit unterschiedlichen Tricks stimulieren - Überforderung ist zu vermeiden

Über den Nutzen von Gehirntraining

Das menschliche Gehirn sollte jeden Tag gefordert werden. Das Gegenteil, die alltägliche Routine, macht nicht nur den Menschen ansich bequem, sondern ist auch Gift für die Gehirnzellen, die sich in den stetigen Wiederholungen sicherfühlen. Früher oder später verkümmern diese Zellen, da ihnen die nötigen Reize fehlen, um aktiv zu werden bzw. zu bleiben.

Zu diesem Zweck bieten sich unterschiedliche Verfahren an, die dafür sorgen, die Gehirnzellen zu aktivieren und somit bessere Leistungen zu bringen. Viele Menschen gehen auch heute noch davon aus, dass eine Leistungsschwächung im Alter normal sei, bzw. dass man diesen Vorgang auch nicht beeinflussen könne. Allerdings weiß man heute, dass es auch im hohen Alter noch möglich ist, Neues zu lernen.

Wie fit dabei das Gehirn eines Menschen ist, hängt von vielen Faktoren ab, wie etwa

Natürlich spielen auch Beschäftigungen, die sich gezielt auf das Hirn richten, eine Rolle. Damit sind etwa das Lösen von Rätseln, das Lesen oder auch das Musizieren gemeint. Auch eine gesunde Ernährungs- und Lebensweise trägt maßstäblich dazu bei, inwieweit sich die Gehirnzellen regenerieren können.

Was die Intelligenz eines Menschen angeht, werden zwei Formen unterschieden: die fluide Intelligenz, beeinflusst durch die Gene des Menschen und verantwortlich für abstraktes Denken sowie die kristalline Intelligenz, die man sich im Laufe des Lebens aneignet. Die fluide Intelligenz nimmt bereits in einem Alter zwischen 20 und 25 Jahren ab. Um dies bestmöglich zu verhindern oder verlangsamen, bedarf es des richtigen Gehirntrainings.

Merkmale eines effektiven Gehirntrainings

Um von Gehirntraining so effektiv wie möglich nutzen und lange davon profitieren zu können, sollte es auf bestimmte Art und Weise aufgebaut sein. Zum einen ist es wichtig, dass es sich um ein personalisiertes Training handelt; so darf es das Hirn weder über-, aber auch nicht unterfordern.

Bestenfalls fängt man bei einer bestimmten Leistunsstufe an und steigert sich Schritt für Schritt. Die größte Wirkung erzielt man beim Training an der individuellen Leistungsgrenze.

Des Weiteren sollte das Training zielgerichtet sein. Dies bedeutet, dass die Übungen darauf abzielen sollten, spezielle Hirnfunktionen zu fordern. Damit man das Training auch lange Zeit durchhält, ist es wichtig, dass es motivierend ausfällt. Hilfreich kann es sein, mit anderen Menschen zusammen zu trainieren; 15 Minuten täglich sollten es mindestens sein.

Die Motivation kann man auch dadurch steigern, dass man das Training abwechslungsreich gestaltet. Gleichzeitig sorgt eine solche Vielfalt dafür, dass das Gehirn stetig angestrengt - nicht überanstrengt! - bleibt; entscheidend sind immer wieder neue Herausforderungen.

Und schließlich sollte man auf ein umfassendes Training achten. Dabei gilt es, einzelne Aspekte nicht zu oft zu üben und stattdessen sämtliche notwendigen Bereiche des Trainings miteinander zu kombinieren. Auf diese Weise wird es auch deutlich schneller zu Verbesserungen kommen.

Möglichkeiten und Tipps zum Trainieren des Gehirns

Mit ein paar simplen Tricks können wir unser Gehirn zu Bestleistungen stimulieren. Das funktioniert aber nur, wenn wir es dabei nicht überfordern und ermüden. Denn das Verarbeiten und das Speichern von Informationen gelingt am besten im ausgeruhten Zustand.

Im Zusammenhang mit dem Gehirntraining ist oftmals die Rede vom Jogging für das Gehirn. Nicht nur der Körper und seine Organe, Muskeln und weitere Bestandteile benötigen Bewegung, sondern auch das Gehirn.

Wenn es sich anstrengen muss, hat es keine Zeit zu veralten, was mittlerweile nachweislich auch gegen eine spätere Alzheimererkrankung helfen kann. Deshalb heißt es am besten täglich fünf bis fünfzehn Minuten gezielt zu "denken".

Ob man sich hierbei den Kopf mit Sudoku zerbricht, eine neue Sprache und deren Vokabeln erlernt oder doch lieber Wortspielereien, Zählspiele oder Rückwärtsreden als Gehirnjogging auswählt, bleibt einem selbst und seinen Vorlieben überlassen. Wichtig ist es allerdings auch hier wie beim Sport für eine Regelmäßigkeit zu sorgen, denn sonst trifft das eingangs erwähnte Sprichwort rascher zu als es einem lieb ist.

Rätsel

Vor allem Rätsel aller Art eignen sich zum Gehirntraining. Neben dem klassischen Kreuzworträtsel, mit dem wir unseren Wortschatz festigen und erweitern können, sind auch solche Rätsel beliebt, in denen man Wörter suchen oder Buchstaben zu einem sinnvollen Wort zusammensetzen muss. Beide Rätselarten trainieren Konzentration und Kreativität.

Wer vor allem seine Aufmerksamkeit und seine Wahrnehmung für's Detail schulen möchte, kann sich mit Bildrätseln beschäftigen, in denen versteckte Fehler gefunden werden sollen. Gut zum Gehirntraining eignen sich auch Sudokus, mit denen man insbesondere eine Verbesserung der Fähigkeit zum Lösen von Problemen erreichen kann.

Gesellschaftsspiele

Auch einige Gesellschaftsspiele fordern unser Gehirn und trainieren es in Konzentration und Gedächtnis. Zu den bekanntesten Denkspielen zählen zum Beispiel

Der Spieler muss hier in der Lage sein, ein paar Schritte im Voraus zu denken und sich die möglichen Spielzüge seines Gegners vorzustellen.

Auch das Kinderspiel Memory stellt unser Gehirn vor eine Herausforderung. Je mehr Karten im Spiel sind, desto mehr wird unserem Gedächtnis abverlangt.

Regelmäßiges Training macht aber nicht nur das Gehirn leistungsfähiger, sondern unterstützt auch die Bildung von Strategien, mit denen wir unser Gedächtnis gezielt entlasten können.

Medien

Letztlich tragen aber auch Medien zum Training unseres Gehirns bei. Beim

schulen wir fast schon unbemerkt täglich unsere Konzentration und Aufmerksamkeit. Die visuellen und akustischen Reize, die wir dabei aufnehmen, halten unser Gehirn auf Trab.

Einen Boom erleben auch Computerspiele, die sich gezielt dem Gehirntraining widmen. Für Medien aller Art gilt aber: Unser Gehirn lernt nur dann, wenn ihm Pausen gegönnt werden und die Medien nicht zu einseitig genutzt werden.

Doch auch die äußeren Umstände können dazu beitragen, das Hirn fit zu halten...

Kick-Tipps für das Gehirn, die lange geistig fit halten

Geistig auf der Höhe bleiben und das bis in ein hohes Alter, ist der Wunsch und auch das Ziel vieler Menschen. Leider kümmert sich nicht jeder um seine gehirnliche Fitness, was sich dann leider nicht nur erst mit 70 oder 80 Jahren rächt, sondern durchaus schon mit Vierzig. Damit man sich diese Fitness im Gehirn bewahren kann, sollte man sich einen oder mehrere der folgenden Tipps zu Herzen nehmen.

Ernährung

Ernährung ist heute nicht nur ein simples Aufnehmen von Nährstoffen, sondern auch Genuss und vor allem auch ein wichtiger Faktor in Sachen körperlicher und geistiger Fitness. Allein schon die Tatsache, dass, wenn man zu wenig an Flüssigkeit zu sich nimmt, der Kreislauf Karussell fährt und das Denken ebenso schwer fällt als auch sich zu konzentrieren, offenbart, wie wichtig es ist, sich gerade für ein gesundes und funktionierendes Gehirn richtig zu ernähren. Eine besondere Gehirnnahrung besteht aus

Mindestens zwei Liter an Flüssigkeit sollten es täglich sein, die am besten aus

bestehen sollten.

Bewegung und Sport

Ebenfalls ausschlaggebend für ein Gehirn mit Fitfaktor ist das Thema Bewegung und Sport. Generell wird durch das regelmäßige Sporttreiben das Herz-Kreislauf-System fit gehalten, doch gerade der Aspekt der Durchblutung und der Sauerstoffversorgung halten die Gehirnregionen auf Trab.

Auch das lässt sich leicht nachvollziehen, wenn man einmal sehr genau darauf achtet, wie die Denkfähigkeit zunimmt, wenn man nach acht Stunden sitzen einen strammen Walkinglauf absolviert. Plötzlich fühlt man sich nicht nur wesentlich fitter, sondern es schießen einem auch wieder klare Gedanken und viele brauchbare Ideen in den Kopf.

Schlafen

Schlafen zählt ebenfalls zum Kick-für-den-Kopf Thema. In der Nacht regeneriert sich der komplette Organismus, was dann selbstverständlich auch auf das Gehirn zutrifft.

In der nächtlichen Ruhephase werden unnötig gewordene Nervenverbindungen gekappt, um für neue Platz zu schaffen und das Langzeitgedächtnis erfährt einen regelrechten Schub. Wer morgens erholt aufsteht, was bei den meisten Menschen nach sieben bis acht Stunden Schlaf der Fall ist, kann weitaus klarer denken und somit auch die Leistung und Kreativität erbringen, die man sich selber erwünscht oder gar von dem Arbeitgeber erwartet werden.

Das Gehirn regeneriert sich nachts bei erholsamem Schlaf
Das Gehirn regeneriert sich nachts bei erholsamem Schlaf

Bezüglich des Gehirntrainings bestehen aber auch einige Mythen...

Vier Irrtümer zur geistigen Fitness

In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist. Das wussten schon die antiken Griechen. Trotzdem wird in unserer Zeit der Begriff "Gesundheit" fast ausschließlich mit körperlicher Unversehrtheit und Leistungsfähigkeit gleichgesetzt.

Zum Glück wird diese Einstellung seit knapp drei Jahren von einen immer stärker werdenden Trend gekontert, dem Trend zum Gedächtnistraining, das häufig auch als Gehirntraining oder mentale Fitness umschrieben wird. Das Thema ist für unsere Gesellschaft noch relativ neu und da verwundert es wenig, dass es noch viele vorgefertigte Weisheiten zu beseitigen gibt. Die folgenden Zeilen machen hierbei einen Anfang.

Irrtum #1: Das Lösen von Kreuzworträtseln oder das nachgehen unserer täglichen Arbeit, sind der einzige Weg, seinen Geist fit zu halten

Strukturierte Programme, wie aus dem EDV-Bereich bekannt, können zu einer effektiven und effizienten Ausbildung bestimmter Hirnfunktionen beitragen. Laut Dr. Daniel Gropher, Professor für Psychologie, hat die Forschung gezeigt, dass Kognition - also das, was wir als Denken bezeichnen - und Gehirnleistung tatsächlich Fähigkeiten sind, die man systematisch erlernen und trainieren kann. Die computerbasierten Trainingsmöglichkeiten, auch unter dem Namen kognitive Simulationen bekannt, stellen den effektivsten und effizientesten Weg dar, um zu lernen und zu trainieren.

Irrtum #2: Videospiele sind Zeitverschwendung

Wissenschaftlich-konstruierte, computerbasierte Programme stellen eine sehr gute Möglichkeit dar, spezielle Fertigkeiten zu erlernen, auszubilden und zu trainieren. Es hat sich beispielsweise gezeigt, dass das Leistungsvermögen unseres Kurzzeitgedächtnisses durch solche Programme nachweislich gesteigert werden kann.

Irrtum #3: Kinder verbringen immer mehr Zeit mit dem Spielen von Videospielen

In Japan - dem weltweit größten Anwender von Videospielen und Medieneinsatz rund um den Alltag und im Leben eines Japaners - hat sich mittlerweile gezeigt, dass Kinder immer weniger Zeit mit Videospielen verbringen. Interessanterweise haben stattdessen erwachsene Japaner damit begonnen, das Videospielen für sich zu entdecken und die Verbesserung der Gehirnleistung mit dem häufigen Spielen von Videospielen in Zusammenhang gebracht.

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Der gleiche Trend setzt sich bei Erwachsenen in den USA und Europa fort. Laut einem japanischen Experten hat der Vertrieb von Kinder-Software für Heimkonsolen in Japan einen starken Rücklauf erlitten.

Irrtum #4: Gedächtnisübungen sind nur für Senioren relevant

Menschen jeden Alters können aus einer Vielzahl regelmäßig praktizierter Gedächtnisübungen profitieren. Für Bereiche wie Stressbewältigung und den Umgang mit Emotionen bieten Gedächtnisübungen oftmals einen guten ersten Schritt. Laut Experten sind die Gedächtnisleistungen je nach alltäglicher Trainingsintensität und Lernprozess unterschiedlich strukturiert.

Es ist wichtig, die Rolle der Emotionen zu verstehen und sie nicht als schlecht abzuklassifizieren. Emotionen haben eine ebenso natürliche Berechtigung im Kopf eines Menschen, wie die Logik. Bei Emotionen handelt es sich um nützliche Signalgeber im Alltag beim Umgang mit anderen Menschen und Sachthemen.

So können wir Menschen bei einem gut entwickelten Zugang zu unseren tatsächlich in uns liegenden und gewollten Emotionen auf eine Verlässlichkeit zurückgreifen, die einzig durch das Gefühl animiert ist und zu einer schnellen Reaktion in Kopf oder Handlung führen kann. Jede von uns reflektierte und von uns angenommene Emotion dient demnach zu einer schnellen Positionierung und Handlungsbereitschaft, die als optimierende Bezugsgröße uns selbst sieht. Es ist wichtig, dass wir uns der Bedeutung des Schatzes, der in unseren Emotionen liegt, bewusst werden und uns nicht von diesen verschlingen lassen, sondern

  • lernen, mit ihnen umzugehen
  • die Möglichkeit verstehen, Emotionen zu reflektieren und
  • selbstbestimmt entscheiden, ob man diese Emotionen bei sich halten und zulassen möchte,

oder ob man den Weg der Veränderung einleitet und daran arbeitet, seine Emotionen besser zu steuern und zu verwalten.

Quellen:

  • Brian Clegg: Das kreative Gehirntraining: Gedächtnis, Kreativität und Wissen spielerisch verbessern, Moderne Verlagsges. Mvg, 2007, ISBN 3636071874
  • Günther Beyer: Gedächtnis- und Gehirntraining, Moderne Verlagsges. Mvg, 2006, ISBN 363606245X
  • Gunther Karsten: Lernen wie ein Weltmeister: Zahlen, Fakten, Vokabeln schneller und effektiver lernen, Goldmann, 2008, ISBN 3442391121
  • Ulrich Strunz: Praxisbuch Mentalprogramm: Der Erfolgsplan für Gehirntraining, Entspannung und Brainfood, Heyne TB, 2008, ISBN 3453600673

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