Gehirntraining Artikel

Vier Irrtümer zur geistigen Fitness

Von Andreas Hadel

In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist. Das wussten schon die antiken Griechen. Trotzdem wird in unserer Zeit der Begriff Gesundheit fast ausschließlich mit körperlicher Unversehrtheit und Leistungsfähigkeit gleichgesetzt. Zum Glück wird diese Einstellung seit knapp drei Jahren von einen immer stärker werdenden Trend gekontert, dem Trend zum Gedächtnistraining, das häufig auch als Gehirntraining oder mentale Fitness umschrieben wird. Das Thema ist für unsere Gesellschaft noch relativ neu und da verwundert es wenig, dass es noch viele vorgefertigte Weisheiten zu beseitigen gibt. Die folgenden Zeilen machen hierbei einen Anfang.

Irrtum #1: Das Lösen von Kreuzworträtseln oder das nachgehen unserer täglichen Arbeit, sind der einzige Weg, seinen Geist fit zu halten

Strukturierte Programme, wie aus dem EDV-Bereich bekannt, können zu einer effektiven und effizienten Ausbildung bestimmter Hirnfunktionen beitragen. Laut Dr. Daniel Gropher, ein Professor für Psychologie, hat die Forschung gezeigt, dass Kognition - also das, was wir als Denken bezeichnen - und Gehirnleistung tatsächlich Fähigkeiten sind, die man systematisch erlernen und trainieren kann. Die computerbasierten Trainingsmöglichkeiten, auch unter dem Namen kognitive Simulationen bekannt, stellen den effektivsten und effizientesten Weg dar, um zu lernen und zu trainieren.

Irrtum #2: Videospiele sind Zeitverschwendung

Wissenschaftlich-konstruierte, computerbasierte Programme stellen eine sehr gute Möglichkeit dar, spezielle Fertigkeiten zu erlernen, auszubilden und zu trainieren. Es hat sich beispielsweise gezeigt, dass das Leistungsvermögen unseres Kurzzeitgedächtnisses durch solche Programme nachweislich gesteigert werden kann.

Irrtum #3: Kinder verbringen immer mehr Zeit mit dem Spielen von Videospielen

In Japan – dem weltweit größten Anwender von Videospielen und Medieneinsatz rund um den Alltag und im Leben eines Japaners – hat sich mittlerweile gezeigt, dass Kinder immer weniger Zeit mit Videospielen verbringen. Interessanterweise haben stattdessen erwachsene Japaner damit begonnen, das Videospielen für sich zu entdecken und die Verbesserung der Gehirnleistung mit dem häufigen Spielen von Videospielen in Zusammenhang gebracht. Der gleiche Trend setzt sich bei Erwachsenen in den USA und Europa fort. Laut einem japanischen Experten hat der Vertrieb von Kinder-Software für Heimkonsolen in Japan einen starken Rücklauf erlitten.

Irrtum #4: Gedächtnisübungen sind nur für Senioren relevant

Menschen jeden Alters können aus einer Vielzahl regelmäßig praktizierter Gedächtnisübungen profitieren! Für Bereiche wie Stressbewältigung und den Umgang mit Emotionen bieten Gedächtnisübungen oftmals einen guten ersten Schritt. Laut Experten sind die Gedächtnisleistungen je nach alltäglicher Trainingsintensität und Lernprozess unterschiedlich strukturiert. Es ist wichtig die Rolle der Emotionen zu verstehen und sie nicht als schlecht abzuklassifizieren! Emotionen haben eine ebenso natürliche Berechtigung im Kopf eines Menschen, wie die Logik. Bei Emotionen handelt es sich um nützliche Signalgeber im Alltag beim Umgang mit anderen Menschen und Sachthemen. So können wir Menschen bei einem gut entwickelten Zugang zu unseren tatsächlich in uns liegenden und gewollten Emotionen auf eine Verlässlichkeit zurückgreifen, die einzig durch das Gefühl animiert ist und zu einer schnellen Reaktion in Kopf oder Handlung führen kann. Jede von uns reflektierte und von uns angenommene Emotion dient demnach zu einer schnellen Positionierung und Handlungsbereitschaft, die als optimierende Bezugsgröße uns selbst sieht. Es ist wichtig, dass wir uns der Bedeutung des Schatzes, der in unseren Emotionen liegt, bewusst werden und uns nicht von unseren Emotionen verschlingen lassen, sondern lernen mit ihnen umzugehen, die Möglichkeit verstehen Emotionen zu reflektieren und selbstbestimmt zu entscheiden, ob man diese Emotionen bei sich halten und zulassen möchte, oder ob man den Weg der Veränderung einleitet und daran arbeitet seine Emotionen besser zu steuern und zu verwalten.

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