4. Mai 2010
Das Wasserfallklettern - das auch häufig als Eisklettern bezeichnet wird - ist eine sehr anspruchsvolle Form des alpinen Bergsports. Um im Eis zu klettern, ist nicht nur eine extreme körperliche Fitness und Körperbeherrschung notwendig, sondern auch sehr viel Erfahrung aus dem regulären Klettersport. Deshalb wird das Eisklettern häufig auch als die Königsdisziplin des Kletterns bezeichnet.
Wie beim Felsklettern, so muss sich auch der Wasserfallkletterer gut absichern. Sein Untergrund, in dem er die Sicherungen anbringen muss, ist jedoch das blanke Eis. Dementsprechend muss er auch eine spezielle und für das Eis geeignete Ausrüstung mit sich führen. Diese besteht aus verschiedenen Bestandteilen und Sicherungen, die im Eis verschraubt werde, sowie aus Halte- und Sicherungsseilen und dem Werkzeug, mit dem das Eis angebohrt wird. Dies erfolgt in der Regel mit einem Akkubohrer oder einem Handdrehborer, der mit einem speziellen Eisbohrkopf ausgestattet ist. Zusätzlich kann mit dem Eispickel oder speziellen Eismeisseln gearbeitet werden.
Zur Sicherung im Eis werden vorwiegend Eisschrauben benutzt. Mit ihrer Hilfe lassen sich Zwischensicherungen anbringen oder auch Standplätze anlegen. In der Anfangszeit des Wasserfallkletterns wurden noch spezielle Eisnägel verwendet, diese wurden inzwischen jedoch weitgehend von den Eisschrauben abgelöst. Zum Anlegen von Sicherungspunkten werden manchmal auch noch große Sanduhren verwendet. Besonders beim Rückzug aus dem Klettergebiet sind die Sanduhren wichtig. Sie werden mit Hilfe der Eisschrauben ins Eis gebohrt. Bandschlingen und Reepschnüre werden durchgezogen, an denen sich der Kletterer vorsichtig abseilen kann. Ein Ablassen wie beim Felsklettern ist im Eis nicht möglich, da die Reibung des Seils Wärme erzeugen würde, die das Abschmelzen der Sicherung zur Folge hätte.
Damit die Eisschrauben nicht in der Eiswand verbleiben, wurde eine besondere Technik entwickelt, mit deren Hilfe sich die Eisschraube von selbst ausdreht. Eine dünne Reepschnur wird an ihr befestigt, die sich mit dem Abgleiten des Seils automatisch strafft, so dass die Eisschraube durch den Zug des Seils über die Reepschnur aus der Wand gedreht wird. Die Eisschraube fällt dann hinab und kann wieder verwendet werden.
Zum Klettern im Eis werden auch ganz spezielle Seile verwendet, die so genannten Halb- oder Zwillingsseile. Durch die doppelte Sicherung entsteht ein zusätzlicher Schutz, denn schnell kann es geschehen, dass der Eispickel versehentlich ein Halteseil trifft, es beschädigt oder sogar durchtrennt.
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