14. Oktober 2009
Von Viola Reinhardt
Meditieren als eine der Möglichkeiten mit sich selbst ins Reine zu kommen und der eigenen Gesundheit auf die Sprünge zu helfen? Tatsächlich steckt in der scheinbaren simplen Meditation, die so einfach gar nicht ist, eine Ur-Kraft mit weitreichenden Folgen für den Ausübenden.
Heutzutage ist der Alltag der meisten Menschen von Hektik, Stress und Sorgen geprägt. Schon morgens beim Aufstehen wird gestöhnt angesichts des vor einem liegenden Tages. Genau dieses Aufstöhnen löst sich am Abend beim Zubettgehen dann in einen tiefen Seufzer auf, der zeigt, dass wieder ein Tag voller Belastungen vorübergegangen ist. Stillstehen, innehalten in einer Welt, die sich beständig dreht, ist nur selten angesagt, denn irgendeiner möchte immer was von einem. Stopp! Erkennen Sie sich und ihren Alltag in diesen Worten? Dann sollten Sie mit einem täglichen Moment der Stille am besten gleich beginnen, um sowohl den Spaß als auch den Genuss in das Leben zurückzuholen und vor allem ihre Gesundheit zu schützen.
Ein täglicher Hamsterradlauf kann auf Dauer real krank machen, so etwa mit permanent erhöhtem Blutdruck, Kreislaufschwierigkeiten, ein eingeschränkt arbeitendes Immunsystem oder auch dem Auftauchen von psychosomatischen Beschwerden. Meditieren durchbricht diesen Kreislauf und lässt sich mit ein bisschen Übung überall praktizieren. Hektik im Büro oder der Arbeitsstelle, kann mit nur fünf Minuten Auszeit, tatsächlich ausgebremst werden. Schreiende Kinder, der Berg an Hausarbeit, die Pflege der Angehörigen finden durch eine Meditation nicht nur eine andere Sichtweise, sondern werden effektiver und ruhiger in die Hand genommen.
Da der Mensch fast schon verlernt hat mit sich selbst und seinen Gedanken alleine zu sein, bedarf es zu Beginn viel Geduld, wenn man mit der Meditation eine neue Form der Entspannung und gesundheitlichen Prävention ins eigene Leben holen möchte. Empfehlenswert ist es zunächst einige Stunden bei einem erfahrenen Meditationslehrer zu nehmen, um die kleinen Feinheiten des Meditierens zu erlernen und sich dabei helfen zu lassen die Gedanken zum Stillstand zu bringen. Möchte man das nicht, dann kann man natürlich auch ganz im Stillen üben, wobei eines der wichtigsten Elemente das Ungestörtsein ist. Telefon, Handy, Türklingeln, Kinder, Partner, der Hund und selbst die Katze, sollten beim Meditieren nicht hör- und sichtbar sein. Am besten ist es hierbei täglich mit sich selbst einen Termin der Ruhe einzuplanen, der lediglich fünf bis fünfzehn Minuten dauert, aber Kraft gibt für viele weitere Stunden am Tag.
Meditationskissen müssen ebenso wenig sein als auch meditative Musik, allerdings erleichtern sie sowohl das Sitzen oder Knien als auch ein Abschalten und Einstimmen auf die Zeit mit sich selbst. Bequeme Kleidung ist hier ebenfalls von Vorteil, denn ein Zwicken und Zwacken würde nur die Gedanken zu diesem "Problem" lenken. Reine Meditationsmantras müssen nicht zur Hilfe genommen werden, denn auch das ständige Wiederholen eines bestimmten Wortes wie Ruhe, Entspannung oder Gelassenheit, erzielen hierbei denselben Effekt. Tief und ruhig atmen und dabei beim Einatmen "ein" und beim Ausatmen "aus" denken, lässt schon nach nur weniger als einer halben Minute ruhiger und entspannter werden. Fällt es ihnen schwer die Augen zu schließen, dann nützen Sie den Anblick einer geöffneten Rose, die Sie vor sich abstellen und mit den Augen "festhalten". Übrigens gibt es nicht "die" einzige Meditationstechnik, denn so verschieden der Mensch, so verschieden sind auch die Einleitungen in die ruhige Welt der Gedankenlosigkeit. Sich nach dem Meditieren wieder mit gezielten Worten "zurückzuholen" schließt die Meditation sanft ab und entlässt einen wieder in die Welt mit all seinen Freuden, Spannungen und Anforderungen.
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04.02.12 | |
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