13. Juli 2007
Eine Studie des University College London konnte belegen, dass Stress die Cholesterinwerte im Blut langfristig erhöhen und so das Risiko einer Herz-Kreislauferkrankung steigern kann.
Schon vor einigen Jahren konnten emsige Forscher nachweisen, dass Stress die Herzfrequenz erhöht und das Immunsystem schwächen kann. Andrew Steptoe und seine Kollegen vom University College London konnten nun nachweisen, dass Stress bei einigen Menschen auch die Cholesterinwerte erhöhen kann.
Die englischen Forscher setzten 199 Teilnehmer der Studie Stresstests aus und kontrollierten ihre Cholesterinwerte im Abstand von drei Jahren. Die Ergebnisse wurden in dem Fachmagazin Health Psychology publiziert. Steptoe erläuterte, dass die Werte bei manchen Teilnehmern kurzfristig in die Höhe kletterten, während sich andere körperlich eher unbeeindruckt vom Stress zeigten. "Die Werte, die wir im Labor ermittelt haben, spiegeln wahrscheinlich auch wie die Menschen im Alltag auf Herausforderungen reagieren. Das bedeutet, dass jene die stärker auf stressreiche Aufgaben reagieren, auch stärker auf emotionale Situationen reagieren und daher eher unter erhöhten Cholesterinwerten leiden werden." Erhöhte Cholesterinwerte gelten als Hauptrisikofaktoren für Gefäß- und Herzerkrankungen wie z.B. einem Herzinfarkt.
Nach drei Jahren zeigten alle Teilnehmer einen Anstieg der Cholesterinwerte. Die Personen, bei denen die Cholesterinwerte bei den ersten Stresstests am stärksten angestiegen waren, wiesen nach drei Jahren generell den höchsten Anstieg der Werte auf. Ihre Werte für das schädliche LDL-Cholesterin waren drei Mal höher als die der übrigen Teilnehmer. Diese Veränderungen waren unabhängig vom Alter, Geschlecht, hormonelle Veränderungen, Body Mass Index, Rauchen oder Alkoholkonsum. Die Forscher vermuten, dass Stress den Körper dahingehend beeinflusst, mehr Energie in Form von Fettsäuren und Glukose zu produzieren. Diese Substanzen fördern indirekt die Produktion von LDL-Cholesterin. Denkbar ist auch, dass Stress entzündliche Prozess auslöst, die ihrerseits die Cholesterinproduktion in die Höhe treiben können.
Wer also das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen senken will, sollte nicht nur auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung achten, sondern zudem immer mal wieder einen Gang herunterschalten und sich in Entspannung üben.
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