Wunden - Ursachen, Symptome und Behandlung

Als Wunden bezeichnet man Verletzungen der Körperoberfläche. Diese entstehen durch die Durchtrennung von Gewebe.

Die Entstehung von Wunden und wie man sie behandeln kann

Definition

Bei Wunden kommt es zur Durchtrennung von zusammenhängendem Gewebe an äußeren oder inneren Oberflächen des Körpers mit oder ohne Verlust von Gewebe. Wunden entstehen meist durch äußere Einwirkung von Gewalt oder durch bestimmte Krankheiten wie Geschwüre. Das Ausmaß einer Wunde und ihre weitere Behandlung sind abhängig von:

  1. ihrer Tiefe
  2. ihrer Ausdehnung
  3. der Keimfreiheit

Arten von Wunden

Bei Wunden unterscheidet man zwischen verschiedenen Wundarten. So gibt es mechanisch verursachte Wunden, die durch Einwirkung von scharfer oder stumpfer Gewalt entstehen wie:

Zudem kann es durch scharfe oder stumpfe Gewalt auch zur Abtrennung von Körperteilen kommen.

Als thermische Wunden bezeichnet man Verletzungen, die durch Hitze oder Kälte entstehen wie:

Chemische Wunden sind Brandwunden sehr ähnlich. Sie entstehen durch Verätzungen, die von Säuren oder Laugen hervorgerufen werden.

Strahlenwunden oder aktinische Wunden entstehen durch Verstrahlungen. Verantwortlich dafür sind ionisierende Strahlen wie radioaktive Isotope oder Röntgenstrahlen.

Zudem wird bei Wunden zwischen äußeren und inneren Wunden differenziert. Innere Wunden sind vor allem Stich- oder Schussverletzungen. Aber auch gebrochene Knochen können innere Wunden verursachen.

Weiterhin unterscheidet man zwischen einfachen Wunden und komplizierten Wunden. Während es bei einfachen Wunden lediglich zu Verletzungen von Haut, Fettschicht, Muskeln oder Schleimhaut kommt, werden bei komplizierten Wunden auch tiefere Strukturen in Mitleidenschaft gezogen, wie:

Eine gefürchtete Komplikation bei Wunden sind Infektionen, die durch eingedrungene Keime entstehen.

Ursachen

Wunden werden in erster Linie durch Gewalteinwirkung verursacht. Dies kann durch Unfälle im Straßenverkehr oder im Haushalt geschehen.

Schürf- und Schnittwunden

Eine Schürfwunde kann durch einen Sturz auf den Erdboden oder vom Fahrrad entstehen, während eine Schnittwunde oftmals beim Arbeiten in der Küche auftritt.

Stich- und Schusswunden

Stich- und Schusswunden werden vor allem durch Gewaltakte verursacht. Ursachen für Brandwunden sind Verbrühungen oder Verbrennungen.

Unvermeidbare Wunden

Wunden können aber auch aus medizinischen Gründen hervorgerufen werden, wenn es zu operativen Eingriffen kommt. So kommt es dabei zu Schnittwunden durch das Skalpell oder zu Stichwunden durch einen Trokar, was man als Operationswunden bezeichnet.

Erkrankungen

Aber auch Krankheiten wie

können der Grund für die Bildung einer Wunde sein.

Verlauf

Der Verlauf einer Wunde hängt von ihrem Ausmaß ab. Kleine, oberflächliche Wunden heilen in der Regel nach ein paar Tagen wieder ab. Sind die Wunden jedoch tief, besteht die Gefahr, dass auch Sehnen, Muskeln oder Nerven geschädigt werden.

Größere Verletzungen sind weitaus gefährlicher als kleine Wunden. So besteht zum Beispiel bei großen Brandwunden die Gefahr eines Kreislaufschocks.

Von Bedeutung für den Heilungsverlauf ist auch die Keimfreiheit der Wunde, denn bei aseptischen Wunden kommt es zu einem schnelleren Heilungsprozess, während bei septischen Wunden Wundinfektionen auftreten können.

Auch der Standort der Wunde spielt für den Heilungsprozess eine Rolle, da Hautverletzungen besser heilen, wenn sie keinen Bewegungen ausgesetzt sind. Als Folge von Wunden kann es zudem zur Bildung von Narben kommen.

Symptome

Zu den typischen Symptomen beim Entstehen einer Wunde gehören Schmerzen und Blutungen, die unterschiedlich stark ausfallen können. Während es bei einer Schürfwunde kaum zu Blutungen kommt, können diese bei einer Platzwunde besonders stark ausfallen.

Vor allem bei Kopfplatzwunden kommt es, aufgrund der starken Durchblutung des Kopfes, zu heftigen Blutungen der Wunde. Bei Stich- oder Schusswunden kann es auch zur Durchtrennung von Blutgefäßen kommen.

Behandlung

Schürfwunden

Kleinere, oberflächliche Wunden können selbst behandelt werden. Schürfwunden sollten unter kaltem, fließendem Wasser ausgewaschen und nicht berührt werden.

Ist die Schürfwunde klein, kann sie an der Luft ausheilen. Auch Wundheilgele oder Verbände können verwendet werden.

Schnitt- und Platzwunden

Kommt es zu Schnitt- oder Platzwunden, ist es wichtig, die Blutung zu stoppen. Dabei wird ein sauberes Tuch oder ein sterile Kompresse auf die Wunde gedrückt.

Entsteht großer Blutverlust, muss ein Notarzt gerufen werden. Wichtig ist es auch, an den Tetanus-Impfschutz zu denken, damit es nicht zu gefährlichen Infektionen kommt.

Beim Arzt werden allem die Blutung und die Schmerzen behandelt. Zudem wird darauf geachtet, dass sich die Wunde nicht infiziert. Kosmetische Behandlungen erfolgen erst in zweiter Linie.

Infizierte Wunden

Infizierte Wunden müssen von Keimen gesäubert werden. Dazu ist es oftmals erforderlich, totes Gewebe zu entfernen. Auch ein Ausschneiden der Wunde kann unter Umständen notwendig sein.

Grundsätzlich werden nur Wunden genäht, die nicht älter als sechs Stunden sind, um Keimfreiheit zu gewährleisten. Daher werden Bisswunden oder stark verschmutzte Wunden in der Regel nicht genäht. Kommt es zu Vereiterungen, wird eine Drainage aus Silicon oder Gummi eingelegt.

Im Falle einer Infektion muss die Wunde geöffnet werden. Dies ist notwendig, um den Eiter abfließen zu lassen. Außerdem müssen infizierte Wunden jeden Tag neu verbunden werden, damit der Eiter entfernt wird.

Hilfreich bei der Behandlung sind auch spezielle Wundsalben und Spülungen. Manchmal kann es zur Bildung von ausgeprägten Narben kommen, die sich jedoch später korrigieren lassen.

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Quellenangaben
  • pflaster auf wunde © Scrofula - www.fotolia.de

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