Arsen, Ammoniak, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und Co - verschiedene Giftstoffe im Überblick

"Life, Death": Zwei Türen mit der Aufschrift "Leben" und "Tod"

Eine Übersicht unterschiedlicher Auslöser für Vergiftungen, wie z.B. Blausäure, Ethanol, Methanol oder Blei - Giftstoffe finden sich mitunter auch in Reinigungsmitteln

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  • von Paradisi-Redaktion

Vergiftungserscheinungen bezeichnen Schäden des Organismus, die durch Toxine, Genussmittel, Gefahrenstoffe oder durch Medikamente hervorgerufen wurden. Dabei ist es entweder zur Aufnahme von nicht zum Verzehr geeigneten Mitteln oder zu deren Überdosierung gekommen. Je nach Intensität der Vergiftungserscheinungen kann die Verständigung des Notrufs notwendig sein.

Vergiftung durch Keime und Genussmittel

Vergiftungserscheinungen sind im Alltag nicht selten. Sie treten beispielsweise auf, wenn durch Bakterien verunreinigte Lebensmittel verzehrt wurden.

Im Allgemeinen reagiert der Betroffene mit Übelkeit und Erbrechen. Kann der Körper die Keime nicht aus dem Körper schleusen oder vermehren sich diese rasant, kann es zu Organschäden kommen.

Auch Genussmittel können zu Vergiftungserscheinungen führen. Man unterscheidet akute Beschwerden, die nach dem exzessiven Genuss derselben auftreten und solche, die sich durch einen chronischen Verlauf bemerkbar machen. Ein Beispiel ist die Leberschädigung nach dem Alkoholmissbrauch.

Behandlungsmaßnahmen

Bei einem unsachgemäßen Gebrauch oder bei der Nichteinhaltung von Sicherheitsmaßnahmen können viele Stoffe Auslöser für Vergiftungen sein. In erster Linie kommt es darauf an, den Betroffenen aus der Gefahrenzone zu bergen, ohne dass die Hilfsperson in Gefahr gerät.

Auf der Haut befindliche Stoffe müssen schnellstmöglich beseitigt und die verbliebenen Wunden medizinisch versorgt werden. Bei inneren Vergiftungen entscheidet der Notarzt über weitere Maßnahmen.

Im Folgenden informieren wir Sie über die Wirkung unterschiedlicher Giftstoffe sowie mögliche Behandlungsmaßnahmen.

Botulismus

Botulismus wird durch den Verzehr verdorbener Lebensmittel hervorgerufen, wenn diese mit dem Bakterium Clostridium botulinum verunreinigt sind.

Ursachen

Im Allgemeinen handelt es sich um Lebensmittel aus Konserven, da das stäbchenförmige Bakterium gegenüber Sauerstoff aus der Luft empfindlich reagiert. Die konservierten Lebensmittel waren dann bereits beim Einkochen verdorben.

Möglich ist auch, dass während des Einkochprozesses Hygieneregeln vernachlässigt, beziehungsweise, dass die Lebensmittel nicht ausreichend erhitzt wurden. Die Konservendosen fallen dadurch auf, dass sie aufgebläht wirken.

Möglich sind auch andere Übertragungswege, beispielsweise der Verzehr von verunreinigten Schweine- oder Fischprodukten. Bei Säuglingen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann es beim Verzehr des Naturproduktes Honig zum Botulismus kommen. Dies geschieht allerdings sehr selten.

Symptome

Clostridium botulinum produziert das Gift Botulinumtoxin, das sich in unterschiedliche Typen einteilen lässt. Für den Menschen sind die Typen A, B, E und F gefährlich. Die Symptome des Botulismus sind nicht immer klar erkennbar.

Zunächst kommt es zur Irritation von Nerven, die das Zusammenspiel mit der Muskulatur beeinträchtigt. Im Anfangsstadium sind nur die Augenmuskeln betroffen.

Später kommt es zu Schluck- und Sprachstörungen; andere innere Organe können von Lähmungserscheinungen betroffen sein. Letztlich kann durch das Aussetzen der Atemmuskulatur oder durch den Herzstillstand der Tod eintreten.

Behandlung

Bei der Behandlung kommt es darauf an, die Ursache der Vergiftung herauszufinden. Der Typus des Toxins entscheidet, welches Gegengift eingesetzt wird. Dieses soll das Botulinumtoxin unschädlich machen.

Ebenso wird ein passives Antiserum verabreicht, das der Organismus nach einigen Monaten vollständig ausgeschieden hat. Die Linderung der Symptome kann aus der Verabreichung krampflösender und magenschleimhautberuhigender Mittel bestehen. Die beim Botulismus auftretenden Lähmungserscheinungen heilen erst nach Monaten aus.

Ethanol

Ethanol ist ein Stoff, der in alkoholischen Getränken und in diversen Genussmitteln vorhanden ist. Er entsteht bei biochemischen Vergärungsprozessen, kann aber auch aus Ethylen hergestellt werden.

Ethanol kann als Lösungsmittel oder als Desinfektionsmittel verwendet werden. Außerdem kommt ihm eine Bedeutung als Biokraftstoff zu. Ethanol ist kein echtes Gift, allerdings hat es gesundheitsschädigende Auswirkungen auf innere Organe. Je nach Intensität, Dauer und individueller Verfassung des Konsumenten kann der Ethanolgenuss zu akuten oder chronischen Vergiftungserscheinungen führen.

Ethanolvergiftung durch Alkohol
Ethanolvergiftung durch Alkohol

Symptome

Bereits bei geringen Konzentrationen im Blut können typische Symptome der Trunkenheit auftreten. Orientierungs- und Sehstörungen kommen ebenso vor wie Sprachprobleme und Störungen des Gangbildes.

Bei vermehrter Aufnahme treten Orientierungslosigkeit und Benommenheit auf. Alkoholisierte Menschen können redseliger, in sich gekehrter oder aggressiver reagieren.

Viele kriminelle Taten werden unter dem Einfluss von Alkohol verübt. Ab 3,0 Promille kann Ethanol tödlich sein.

Behandlung

Bei akuten Ethanolvergiftungen ist das Auslösen des Brechreizes oder das Auspumpen des Magens hilfreich. Weiterhin kommt es darauf an, den Betroffenen vor Gefahren zu bewahren, beispielsweise, ihn von der weiteren Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr abzuhalten.

Es kann nötig sein, ihn in Gewahrsam zu nehmen oder auf der Intensivstation eines Krankenhauses zu behandeln. Dort werden lebenswichtige Funktionen überwacht und gegebenenfalls unterstützt.

Bei chronischen Ethanolvergiftungen wird eine Leberschädigung behandelt werden müssen. Manchmal hilft nur eine Lebertransplantation.

Chronischer Alkoholismus kann nur durch den Entzug behoben werden. Geheilt werden kann er nicht.

Methanol

Methanol kann auch chemisch hergestellt werden
Methanol kann auch chemisch hergestellt werden

Auch Methanol ist ein Alkohol. Er kommt in der Natur in diversen Pflanzen und als Stoffwechselprodukt von Bakterien vor und kann auch chemisch hergestellt werden.

Hierzu werden Kohlenstoffmonoxid und Wasserstoff verwendet. Methanol ist der Ausgangsstoff für weitere chemische Produkte; er besitzt eine Bedeutung bei der Energiegewinnung.

Symptome

Methanol kann oral und über die Haut aufgenommen werden und im Körper gravierende Schäden anrichten. Die Inhalation seiner Dämpfe ist gefährlich. Während kleinere Mengen vom Körper unverändert ausgeschieden werden, führen größere Mengen, insbesondere dessen Abbauprodukte, zu schweren Vergiftungserscheinungen.

Im Anfangsstadium einer Methanolvergiftung fallen Symptome eines Rauschzustandes auf. Später kommen

  • Verwirrtheit
  • Übelkeit und
  • eine beschleunigte Atmung

hinzu. Der für die Methanolvergiftung typische Kopfschmerz ist mit Sehstörungen verbunden. Diese gehen auf eine Nervschädigung zurück.

In dessen Folge kann es zur Erblindung kommen. Neben einer stoffwechselbedingten Übersäuerung des Blutes kann der Atemstillstand ursächlich für das Eintreten des Todes sein.

Behandlung

Bei einer Methanolvergiftung kommt es auf eine vollständige und zügige Entgiftung des Körpers an. Damit das Entstehen von Folgeprodukten des Methanols vermieden wird, werden dem Betroffenen Ethanol beziehungsweise das Gegengift Fomepizol zugeführt.

Weitere Mittel können zum beschleunigten Abbau des Folgeprodukts Ameisensäure führen. In besonderen Fällen hilft die Blutreinigung mittels Dialyse.

In besonderen Fällen kann die Dialyse zur Behandlung notwendig sein
In besonderen Fällen kann die Dialyse zur Behandlung notwendig sein

Laugen und Säuren

Laugen sind alkalische Lösungen. Sie werden beispielsweise bei Konservierungs- und Verarbeitungsprozessen von Lebensmitteln sowie als Reinigungsmittel verwendet. Bei sachgemäßer Anwendung sind sie für den menschlichen Körper ungefährlich.

Ursachen

Durch

  • falsche Benutzung
  • Überdosierungen oder
  • Reaktionen mit anderen Stoffen

können Laugen und Säuren innere sowie äußere Verletzungen herbeiführen, die mit Vergiftungen gleichzusetzen sind. Beide Stoffgemische wirken ätzend.

Symptome

  • Gelangen stark alkalische Lösungen oder Säuren auf die Haut, führt dies zu tiefgreifenden Gewebeschädigungen.
  • Sofern sie mit der Netzhaut des Auges in Berührung kommen, kann eine Erblindung eintreten.
  • Beim Einatmen der Dämpfe kommt es zu Schädigungen der Atmungsorgane.
  • Die orale Aufnahme kann von starken Schmerzen und inneren Blutungen über den Schock und Atemstillstand bis zum Tod führen.

Vergiftungen mit Laugen und Säuren sollten daher schnellstmöglich behandelt werden.

Behandlung

Hautverätzungen müssen mit viel Wasser gespült werden
Hautverätzungen müssen mit viel Wasser gespült werden

Als Erste-Hilfe-Maßnahme sind Hautverätzungen mit ausreichend Wasser zu spülen. Nach Möglichkeit sollten zuvor alle Laugen- und Säurereste von der Haut entfernt werden.

Bei Augenverätzungen kann dies kaum durch einen Laien geschehen. Der umgehende Besuch eines Augenarztes ist jedoch unumgänglich.

Es wäre falsch, bei einer oralen Aufnahme von Laugen oder Säuren den Brechreiz auszulösen. Dieser könnte zu weiteren Verätzungen in der Speiseröhre sowie im Mund- und Rachenraum führen. Vielmehr ist die Giftnotrufzentrale zu verständigen, die Empfehlungen zum entsprechenden Verdünnungsmittel gibt.

Üblich ist die Verwendung von medizinischer Kohle oder speziellen Entschäumern. Im Anschluss ist die notärztliche beziehungsweise ärztliche Versorgung notwendig.

Gewebeschäden, die durch Verätzungen entstanden sind, heilen meist nur langsam und unvollkommen aus. Es kann zu starken Vernarbungen kommen, welche eventuell chirurgisch korrigiert werden müssen. Präventiv sollten beim Umgang mit Laugen und Säuren alle Sicherheitsvorschriften eingehalten werden.

Reinigungsmittel

Als Reinigungsmittel werden Stoffe oder Stoffgemische bezeichnet, die der Reinigung von Gegenständen, teilweise des menschlichen Körpers, dienen. Sie besitzen Inhaltsstoffe, die in der Lage sind, Verunreinigungen zu entfernen. Zum Teil wirken sie zusätzlich desinfizierend.

Reinigungsmittel können pur benutzt werden; häufiger jedoch kommen sie in Verbindung mit Wasser zur Anwendung. Wie ein Reinigungsmittel zusammengesetzt sein muss, bestimmt unter anderem sein Anwendungsgebiet.

Traditionell ist Seife das wichtigste Reinigungsmittel. Hierbei handelt es sich um ein Tensid. Tenside besitzen die Eigenschaft, zwei im Normalfall nicht mischbare Flüssigkeiten mischbar zu machen.

Reinigungsmittel können auch Säuren und Laugen enthalten, also Stoffgemische, die bei unsachgemäßer Anwendung Umwelt- und gesundheitliche Schäden auslösen können. Um dieses Risiko so weit wie möglich zu minimieren, wurde das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz erlassen, das die Zusammensetzung von Reinigungsmitteln festlegt.

Reinigungsmittel sind vorallem für Kinder sehr gefährlich
Reinigungsmittel sind vorallem für Kinder sehr gefährlich

Symptome

Kommt es dennoch zu Unfällen, sind Vergiftungen nicht selten. Werden Reinigungsmittel oral aufgenommen, kommt es zu Verätzungen des Mund- und Rachenraums und der Verdauungsorgane. Verätzungen durch Reinigungsmittel können lebensgefährlich sein.

Neben Schmerzen treten starke Krämpfe auf; häufig ist im Bereich des Mundes Schaum erkennbar. Reinigungsmitteldämpfe lösen Verätzungen der Atemwege aus. Je nach aufgenommenem Inhaltsstoff kann es zu Atemnot bis hin zum Atemstillstand kommen.

Behandlung

Vergiftungen durch Reinigungsmittel müssen durch den Notarzt behandelt werden. Die Notrufzentrale wird bereits Hinweise geben, ob eventuell die Einnahme von Entschäumern oder medizinischer Kohle hilfreich ist.

Keinesfalls darf ein Brechreiz ausgelöst werden, da der Rücktransport des Reinigungsmittels über die Verdauungsorgane zu weiteren Verletzungen führen würde. Sollte der Betroffene von selbst erbrechen, muss dafür gesorgt werden, dass die Atemwege frei bleiben.

Präventiv empfiehlt es sich, Reinigungsmittel immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren. Zudem sollten die Anwendungshinweise der Hersteller strikt eingehalten werden.

Organische Lösungsmittel

Organische Lösungsmittel besitzen die Eigenschaft, zwei Stoffe voneinander lösen zu können, ohne dass diese sich mischen. Welche Stoffe zu den Lösungsmitteln gehören, entscheiden die Technischen Regeln für Gefahrenstoffe. Hiernach sind organische Substanzen mit einem Siedepunkt bis 200 Grad Celsius gemeint.

Symptome und Behandlung

Ebenso wie Reinigungsmittel können organische Lösungsmittel zu

  • Vergiftungen
  • Verätzungen und
  • unter bestimmten thermischen Einflüssen zu Verbrennungen

führen. Für die Behandlung von Lösungsmittelvergiftungen gelten dieselben Empfehlungen wie für die Behandlung von Reinigungsmittelvergiftungen.

Ammoniak

Amoniak wird zur Düngemittelherstellung verwendet
Amoniak wird zur Düngemittelherstellung verwendet

Ammoniak lässt sich chemisch herstellen, ist aber auch ein Naturprodukt. Größtenteils wird er zur Düngemittelherstellung verwendet.

Aus chemischer Sicht handelt es sich bei Ammoniak um eine Verbindung aus den Elementen Stickstoff und Wasserstoff; biologisch ist Ammoniak am Aufbau und Abbau von Aminosäuren beteiligt. Bevor Ammoniak ausgeschieden wird, wandelt der menschliche Organismus ihn in Harnstoff um. Ansonsten käme es zu Verätzungen des Urinaltraktes.

Bei der Herstellung von Ammoniak kann es zu Unfällen mit Folgeerscheinungen kommen, allerdings passieren diese eher selten. Ammoniak ist giftig, wenn er in größeren Mengen eingeatmet wird. Sein stechender, als unangenehm empfundener Geruch allerdings sorgt dafür, dass beim Auftreten von Ammoniakdämpfen im Normalfall schnell für Durchlüftung gesorgt wird.

Ohne entsprechende Maßnahmen kann es zu Reizungen der Augen und der Atemwege kommen. Auch das zentrale Nervensystem sowie andere innere Organe können angegriffen werden.

Symptome

Die Symptomatik bei einer Ammoniakvergiftung ist sehr vielschichtig. Beispielsweise können neurologische Ausfälle und Krämpfe auftreten.

Ist die Leber geschädigt, vergrößert sie sich. Atemnotanfälle können in abgeschwächter Form auftreten; möglich ist aber auch der Atemstillstand.

Besonders häufig treten Sehstörungen auf. Selten kann eine Ammoniakvergiftung zum Tod führen.

Behandlung

Die wichtigste Maßnahme bei einem Verdacht auf eine Ammoniakvergiftung ist die Zufuhr von Frischluft. Anschließend muss der Notarzt gerufen werden. Dieser wird in erster Linie die Atmungs- und Herz-Kreislauf-Funktion kontrollieren und gegebenenfalls unterstützend einwirken.

Bei Vergiftungen der Atemwege kann das Inhalieren eines Kortisons notwendig sein. Ist nicht ein äußerer Einfluss, sondern eine Stoffwechselerkrankung Schuld am übermäßigen Ammoniakgehalt im Blut, wird diese beseitigt werden müssen.

Treten Verätzungen der Haut auf, sollten alle Ammoniakreste möglichst schnell mit einem Tupfer und reichlich Wasser entfernt werden. Anschließend wird die Wunde steril verbunden.

Blausäure

Blausäure ist eine chemische Verbindung aus der Ameisensäure, die industriell hergestellt werden kann. Als natürliche Flüssigkeit kommt sie aber auch in diversen Früchten und Pflanzenteilen vor. Während leichte Vergiftungen zum Erbrechen und zu Atemnot führen können, kommt es bei schweren Blausäurevergiftungen zum Tod.

Vorkommen von Blausäure

Blausäure kann durch unterschiedliche industrielle Prozesse hergestellt werden; sie kommt aber auch in der Natur vor. Beispielsweise ist sie in den Kernen von

enthalten.

Aber auch in

  • rohen Bohnen
  • Maniokknollen und
  • Bambussprossen

ist ihre Konzentration so hoch, dass sie Vergiftungserscheinungen auslösen kann. Durch das intensive Kochen zerfällt die Blausäure, so dass der Verzehr der Lebensmittel für den Menschen unschädlich wird.

Vergiftungen durch Blausäure

Blausäurevergiftungen kommen relativ häufig vor. Dies liegt einerseits an der Unwissenheit vieler Menschen. Insbesondere Kinder verzehren Früchte, die sie im Garten entdecken.

Andererseits ist es schwierig, Blausäure zu erkennen. Ihre Bezeichnung rührt nämlich nicht aus ihrer Färbung, sondern aus einem Farbpigment, aus dem sie gewonnen werden kann.

Blausäure ist farb- und für viele Menschen geruchlos. Letzteres kann daran liegen, dass der Geruch von Blausäure nirgendwo eindeutig belegt ist. Ursächlich kann aber auch eine Lähmungserscheinung der Nerven sein, die beim Einatmen von Blausäure auftritt. Dennoch darf ihre Wirkung nicht unterschätzt werden.

Bereits in geringer Dosis kann Blausäure tödlich sein. Früher wurde sie aus diesem Grunde gezielt zum Töten von Menschen eingesetzt. Heute wird die vernichtende Wirkung des Toxins unter anderem zur Schädlingsbekämpfung genutzt.

Bei der Herstellung der Blausäure, beim unsachgemäßen Umgang mit ihr sowie beim Verzehr kann es zu diversen Vergiftungserscheinungen kommen. Je nach Art des Kontakts kann die Blausäureaufnahme über die Haut, über die Atemwege oder oral erfolgen.

Symptome
Leichte Vergiftungen äussern sich durch Kopfschmerzen und Erbrechen
Leichte Vergiftungen äussern sich durch Kopfschmerzen und Erbrechen

Aufgrund chemischer Prozesse blockiert Blausäure die Sauerstoffversorgung im Körper, so dass es nach und nach zum Absterben von Zellen kommt. Leichte Vergiftungen äußern sich durch Kopfschmerz und Erbrechen.

Häufig tritt Atemnot auf. Einige Menschen können beim Verletzten einen Bittermandelgeruch wahrnehmen, der von dessen Atemluft ausgeht.

Bei stärkeren Vergiftungen treten Krämpfe und Ohnmachtsanfälle ein. Der Tod durch das Ersticken oder durch ein Organversagen kann folgen.

Möglich ist das Auftreten typischer Hautflecken, die hellrot oder leuchtend rot sein können. Manchmal bleiben diese aber aus.

Behandlung

Wer an einer Blausäurevergiftung leidet, muss unverzüglich mit einem Antidot oder mit mehreren Gegengiften versorgt werden. Sie tragen dazu bei, dass der Hämoglobinspiegel sich wieder normalisiert und dass der Körper schnell entgiftet wird. Ist die Vergiftung durch das Inhalieren eines Brandgases erfolgt, müssen andere Mittel verwendet werden, da eine zusätzliche Kohlenmonoxidvergiftung vorliegen kann.

Kohlendioxid

Kohlendioxid ist ein geruchloses Gas, das schwerer als Luft und wasserlöslich ist. Es handelt sich dabei um eine Kohlenstoff-Sauerstoff-Verbindung, das überall vorkommt, sowohl in der Luft, als auch im Wasser und Gestein sowie in allen Lebewesen.

Kohlendioxid ist eine Verbindung, die beispielsweise während der Atmung entsteht. Damit sie keine Gefahr für den Organismus darstellt, wird sie beim Ausatmen an die Umwelt abgegeben. Kohlendioxid tritt aber auch bei verschiedenen physikalischen und chemischen Prozessen auf.

Das Fatale ist, dass dieses Gemisch nur schwer aus tieferen Schichten entweicht. Aufgrund seiner Dichte verbleibt es in einer hohen Konzentration in Kellergebäuden oder in Gruben. Dort kann es zu Kohlendioxidvergiftungen kommen, wenn keine Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden.

Symptome

Kohlendioxidvergiftungen äußern sich in

kommen hinzu. Das Atmen bereitet Probleme, später fällt der Betroffene in Ohnmacht.

Liegt die Kohlendioxidkonzentration über einem Grenzwert von acht Prozent, ist der Mensch nach spätestens einer Stunde tot. Auf den ersten Blick ähnelt die Situation, in welcher der Betroffene gefunden wird, einem Suizidversuch. Dennoch sollte, insbesondere in tieferliegenden Räumen, auch an eine Kohlendioxidvergiftung gedacht werden.

Behandlung

Bei dem Verdacht auf eine Kohlendioxidvergiftung sollten keine eigenständigen Rettungsmaßnahmen unternommen werden, da dem potentiellen Helfer dasselbe Schicksal droht. Vielmehr sollte sich die Hilfsperson selbst in Sicherheit begeben und den Rettungsdienst rufen. Dieser wird den Verletzten dann mit Atemschutzgeräten bergen.

Kohlenmonoxid

Kohlenmonoxidvergiftungen entstehen durch das Einatmen von Kohlenmonoxid. Ebenso wie Kohlendioxid geht dieses Gas im Körper Verbindungen mit eisenhaltigen Enzymen ein, so dass es auch hier zum Tod durch das Ersticken kommt.

Häufig geschehen derartige Unfälle, wenn der Abzug von Öfen und Schornsteinen nur unvollständig gewährleistet ist. Kohlenmonoxid wird aber auch für Suizide genutzt.

Der Betroffene verliert innerhalb kurzer Zeit das Bewusstsein; ohne Rettungsmaßnahmen kommt es zum Tod. Der Helfende muss unverzüglich für die Frischluftzufuhr sorgen, ohne dass er seine eigene Sicherheit vergisst.

Kann ein Gashahn ausfindig gemacht werden, ist dieser zu schließen. Elektrische Anlagen dürfen nicht in unmittelbarer Nähe betrieben werden. Dies gilt auch für das Auslösen des Notrufs per Telefon.

Reizgase

Umgangssprachlich werden als Reizgase Tränengase oder Abwehrmittel bezeichnet, die in Form von Sprays zur Selbstverteidigung angewendet werden. Damit sie ihre Wirkung entfalten können, müssen sie direkt in die Richtung des Angreifers gesprüht werden.

Das Einhalten der Sicherheitsvorschriften, beispielsweise die Beachtung der Windrichtung, trägt dazu bei, dass das Verletzen der eigenen Person verhindert wird. Andere Reizgase entstehen bei chemischen Reaktionen, die sich bei Bränden oder beim Mischen verschiedener Stoffe bilden. Reinigungs- und Lösungsmitteldämpfe können die Atemwege reizen.

Symptome

Ein typisches Symptom für eine Reizgasvergiftung ist ein Kratzen oder Brennen im Hals, das mit einem unangenehmen Geschmack verbunden sein kann. Häufig lösen Reizgase Hustenreize aus.

Auch die Bindehäute der Augen können gereizt reagieren. Sie wirken gerötet und brennen.

Stärkere Reizgase können Bewusstseinsstörungen oder eine Sauerstoffunterversorgung des Körpers hervorrufen. Letztere ist an einer bläulichen Hautverfärbung zu erkennen.

Behandlung

Der Betroffene einer Reizgasvergiftung sollte schnellstmöglich aus dem Gefahrenbereich entfernt werden, ohne dass die eigene Person in Gefahr gerät. Im Allgemeinen wird die Rettung durch spezielle Einsatzkräfte vorgenommen werden, die mit Atemgeräten ausgestattet sind. Im Anschluss wird der Betroffene beatmet.

Stickstoffdioxid

Stickstoffdioxid ist ein Gas, das bei der Verbrennung von Stoffen entsteht. Es riecht unangenehm und greift die Schleimhäute an. Stickstoffdioxid und seine Folgeprodukte sind stark an der Umweltschädigung beteiligt. Auch auf den menschlichen Organismus hat das Gas eine negative Wirkung.

Symptome

Stickstoffdioxidvergiftungen äußern sich in Kopfschmerzen und Reizungen der Bindehäute und der Schleimhäute. In deren Folge können ein Lungenödem und irreparable Schäden der Atmungsorgane entstehen.

Behandlung

Betroffene müssen schnellstmöglich aus den Gefahrenzonen entfernt und von einem Facharzt behandelt werden. Unter Umständen können kortisonhaltige Sprays zum Inhalieren verwendet werden, um die Bronchien zu weiten und Entzündungsreaktionen abklingen zu lassen.

Begasungsmittel

Begasungsmittel werden im Allgemeinen zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Im Gegensatz zu Fraßködern handelt es sich bei ihnen um gasförmige Stoffe, die in geschlossene Räume oder in Gänge beziehungsweise Nester der Schädlinge eingebracht werden.

Da diese Mittel eine abtötende Wirkung besitzen, stellen sie auch für den Menschen eine hohe Gesundheitsgefahr dar. Aus diesem Grunde werden geschlossene Räume nach dem Einbringen des Begasungsmittels für eine geraume Zeit gesperrt.

Als Begasungsmittel kommen unter anderem

  • Kohlenmonoxid
  • Phosphorwasserstoff oder
  • Aluminiumphosphid

in Betracht. Die Gase

  • Ethen
  • Kohlendioxid und
  • MCP

werden nicht zum Abtöten von Keimen verwendet, sondern zur Beeinflussung des Reifeprozesses von Früchten. Dadurch verbessert sich deren Lager- und Transportmöglichkeit.

Symptome

Vergiftungserscheinungen durch Begasungsmittel können durch das Einatmen, aber auch durch den Hautkontakt entstehen. Zunächst treten Kopfschmerzen und Atembeschwerden auf, die bis zum Atemstillstand reichen können.

Je nach Konzentration und Dauer des Kontakts können auch tödliche Unfälle geschehen. Nicht zu vergessen sind Spätfolgen, die der Kontakt mit Begasungsmitteln herbeiführen kann.

Behandlung

Betroffene von Begasungsmittelunfällen müssen aus den Gefahrengebieten geborgen werden, ohne dass die rettenden Personen selbst in Gefahr geraten. Wichtig ist, dass für eine ausreichende Frischluftzufuhr gesorgt wird.

Je nach Art der Schädigung wird das medizinische Personal weitere Maßnahmen ergreifen. Allerdings können auch irreparable Schäden auftreten, die nicht nur auf den Betroffenen selbst, sondern auch auf seine Zeugungsfähigkeit beziehungsweise die Leibesfrucht negative Auswirkungen haben können.

Bei einem häufigen Kontakt mit Begasungsmitteln treten Krebserkrankungen um ein Vielfaches häufiger auf als bei Personen, die nicht mit diesen Mitteln in Berührung kommen. Präventiv sollte der Einsatz von Begasungsmitteln daher möglichst vermieden werden. Bei deren Notwendigkeit muss auf ausreichende Sicherheitsvorkehrungen geachtet werden.

Carbamate

Carbamate gehören zu den Salzen, von denen einige gut kristallisieren. Sie werden häufig als

  • Insektizide
  • Fungizide oder
  • Herbizide

eingesetzt. Besonders in der Landwirtschaft kommen sie aufgrund der einfachen Dosierung auf großen Flächen zum Einsatz. Einige Carbamate wirken sofort nach dem Ausbringen, andere erst nach einigen Wochen.

Symptome und Behandlung

Carbamate können dieselben Beschwerden hervorrufen wie Begasungsmittel. Zusätzlich kann es bei oraler Einnahme zur Schädigung des Verdauungstrakts kommen.

Bei Hautkontakt sollte versucht werden, das Mittel schnellstmöglich mit reichlich Wasser zu entfernen. Ist das Carbamat in den Körper gelangt, muss unverzüglich die Notrufzentrale verständigt werden.

Cumarine

Cumarine wirken auf den Stoffwechsel ein und blockieren Reaktionen, die für die Blutgerinnung wichtig sind. In der Medizin werden sie als Blutverdünner eingesetzt.

Auch in der Land- und Forstwirtschaft kommen Cumarine zum Einsatz, hier als Schädlingsbekämpfungsmittel. Sie werden als Rodentizide bezeichnet. Der Hautkontakt oder die orale Einnahme dieser Gifte können zu lebensbedrohlichen Zuständen führen.

Symptome und Behandlung

Rotendizide können

  • Atemprobleme
  • Kopfschmerzen und
  • Nervenschädigungen

auslösen. Die orale Einnahme verhindert die Blutgerinnung und schädigt lebenswichtige Organe. Später tritt der Tod ein.

Bei den ersten Anzeichen einer Vergiftung mit Cumarinen muss der Notarzt verständigt werden. Dieser wird ein Gegenmittel verabreichen, so dass die Blutgerinnung wieder gesichert ist. Alle weiteren Organschädigungen werden entsprechend behandelt. Dennoch können irreparable Schäden zurückbleiben.

Herbizide

Herbizide beseitigen Unkräuter. Sie kommen in der Landwirtschaft zum Einsatz. Die Verwendung von Herbiziden erleichtert die Bodenbearbeitung und das Pflegen der Nutzpflanzen. Letztere erhalten zum Wachsen mehr Platz. Folglich wird ein höherer Ertrag erzielt.

Symptome

Dennoch haben Herbizide gravierende Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Bei einem übermäßigen Kontakt treten je nach Inhaltsstoff Atemprobleme und Kopfschmerzen auf. Ist die Konzentration entsprechend hoch, kann es zu Bewusstseinsausfällen kommen.

Als Langzeitschäden können Nervenschädigungen und Krebserkrankungen nicht ausgeschlossen werden.

Behandlung

Nach dem Herbizid-Kontakt muss der Anwender für eine gründliche Körperreinigung sorgen. Dies gilt nicht nur, wenn bereits Vergiftungserscheinungen aufgetreten sind.

Bei Unwohlsein oder anderen Symptomen sollte der Arzt aufgesucht werden, dem das entsprechende Mittel zu benennen ist. Schwere Vergiftungserscheinungen bedürfen der notärztlichen Versorgung.

Insektizide

Insektizide werden zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Bei einer sachgemäßen Anwendung sollten Vergiftungserscheinungen für den Menschen ausgeschlossen sein.

Dennoch kann es durch einen versehentlichen Hautkontakt oder durch das Einatmen zu Beschwerden kommen, die von Reizungen der Bindehäute und des Halses über Atemprobleme und Nervenschädigungen bis hin zur Bewusstseinstrübung und zu Ohnmachtsanfällen reichen können.

Symptome und Behandlung

Bei oraler Aufnahme wirkt das Mittel auf den Verdauungstrakt. Im schlimmsten Fall tritt der Tod ein.

Beim Auffinden eines Betroffenen darf kein Brechreiz ausgelöst werden, da dies zu weiteren Organschädigungen führen würde. Vielmehr ist der Notruf zu verständigen, der weitere Anweisungen gibt.

Wurde das Insektizid als Begasungsmittel ausgebracht, muss der Betroffene aus der Gefahrenzone entfernt werden. Beim Kontakt des Insektizids mit der Haut sollte diese mit reichlich Wasser gespült werden, um ein weiteres Eindringen in den Körper zu vermeiden. Je nach Art der Schädigung wird der Mediziner weitere Maßnahmen einleiten.

Arsen (Arsenvergiftung)

Arsen ist ein Halbmetall, das metallische und nichtmetallische Eigenschaften aufweist. Arsenverbindungen wirken karzinogen und hochtoxisch, dennoch finden sie seit dem Altertum in der traditionellen Heilkunde Anwendung. Auch in einigen Arzneimitteln aus der Schulmedizin ist Arsen enthalten.

In einigen Arneimitteln ist Arsen enthalten
In einigen Arneimitteln ist Arsen enthalten

Verwendung

Arsen wurde bereits im Altertum als Heilmittel verwendet. Teilweise nahm man es präventiv ein, um den Körper gegen Arsen-Vergiftungen zu immunisieren. Auch heute noch zählt das Element zu den Wirkstoffen einiger Arzneimittel.

In der Homöopathie wird es bei Fisch- und Fleischvergiftungen eingesetzt, in besonders schweren Fällen von Keuchhustenerkrankungen sowie in der palliativmedizinischen Behandlung einiger Krebsleiden.

Damit bei der Einnahme von arsenhaltigen Medikamenten Vergiftungserscheinungen vermieden werden, müssen der Einsatz des Medikaments sowie dessen Dosierung genauestens auf die Erkrankung und den individuellen Zustand des Patienten abgestimmt sein. Obwohl in der Homöopathie nach dem Ähnlichkeitsgesetz behandelt wird, darf eine Arsenvergiftung nicht mit Arsenicum behandelt werden.

Arsen ist ein Halbmetall, das in vielen technischen Bereichen Anwendung findet. Trotz seiner gesundheitlichen Risiken es auch in diversen Holzschutzmitteln enthalten. Durch seine Auskristallisierung wirkt es als Umweltgift.

Chronische Arsenvergiftungen verlaufen schleichend, zunächst treten unspezifische Symptome auf. Arsenverbindungen beeinflussen beispielsweise biochemische Prozesse wie den zellulären Energiestoffwechsel und Reparaturvorgänge der DNA. Solche Schäden werden häufig erst bemerkt, wenn Tumore auftreten.

Symptome

Chronische Arsenvergiftungen führen überdies zu Veränderungen des Blutbildes sowie zur Schädigung der Atemorgane. Häufig tritt Lungenkrebs auf. Erste äußere Anzeichen für eine chronische Arsenvergiftung können

sein. Für diverse Krebserkrankungen der Haut, des Harntraktes, der Lunge und der Leber kann eine Arsenvergiftung verantwortlich sein.

Akute Arsenvergiftungen treten auf, wenn Arsenverbindungen in sehr hoher Dosis in den Körper gelangen. Die einmalige Einnahme von 60 Gramm Arsenik kann tödlich sein.

Arsenvergiftungen äußern sich unter anderem in Erbrechen und Übelkeit oder in der Krampfneigung des Betroffenen. Herz-Kreislauf-Beschwerden bis hin zum Kreislaufversagen und Nierenversagen sind typisch. Als äußeres Anzeichen gilt eine feuchte und kalte Haut.

Behandlung

Der Nachweis einer Arsenvergiftung kann durch eine Haaranalyse erfolgen. Wird der Betroffene nicht schnellstmöglich behandelt, kann der Tod eintreten. Neben der Stabilisierung der Körperfunktionen kommt es darauf an, die Arsenverbindung mittels entsprechender Medikamente aus dem Körper zu schwemmen.

Blei (Bleivergiftung)

In der Medizin bezeichnet man eine Bleivergiftung auch als Saturnismus. Sie entsteht durch die Aufnahme von Blei in den menschlichen Körper.

Bei Blei handelt es sich um ein giftiges Schwermetall. Zu einer Bleivergiftung kommt es jedoch erst dann, wenn große Mengen an Blei oder Bleiverbindungen vom Körper aufgenommen werden. Eine Bleivergiftung kann sowohl akut als auch chronisch sein. Als tödliche Dosis gilt bei erwachsenen Menschen eine Menge von 5 – 30 Gramm Bleiacetat.

Werden dagegen täglich Bleimengen von etwa einem Mikrogramm aufgenommen, hat dies erst nach einem längeren Zeitraum eine chronische Bleivergiftung zur Folge. Nach Schätzungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) nimmt der menschliche Körper pro Tag zwischen 100 – 500 Milligramm Blei auf.

Eine Bleivergiftung hat Auswirkungen auf zahlreiche Organe des Körpers. So werden

  • das zentrale und das periphere Nervensystem
  • die Haut
  • der Magen-Darmtrakt
  • die Nieren
  • die Keimdrüsen und
  • das Knochenmark

von dem Schwermetall in Mitleidenschaft gezogen.

Ursachen

In früheren Zeiten entstanden Bleivergiftungen häufig durch Gegenstände, die Blei enthielten. Dazu gehörten vor allem Wasserleitungen, Zinn-Geschirr oder Dosen. Heutzutage tritt eine Bleivergiftung zumeist bei Arbeitsunfällen oder dem Konsum von verunreinigten Drogen auf.

In den meisten Fällen wird eine Bleivergiftung durch das Einatmen von bleihaltigem Staub oder Dämpfen ausgelöst. Eine weitere Gefahr besteht durch bleihaltige Salben, die zur Schönheitspflege dienen. So ist es möglich, dass das Blei durch den Hautkontakt in den Organismus gelangt.

Blei verfügt über die Eigenschaft, sich an die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zu binden, wenn es in den Körper eingedrungen ist. In die Organe gelangt das Schwermetall über die Blutbahn.

Zum Teil wird das Blei wieder aus dem Körper ausgeschieden, ein anderer Teil lagert sich jedoch in den Knochen und Zähnen ab. Bei einer Schwangerschaft besteht die Gefahr, dass das Blei zum ungeborenen Kind gelangt, da es in der Lage ist, die Plazenta zu durchdringen.

Symptome

Als typische Symptome einer Bleivergiftung gelten

Des Weiteren kann es zu

  • Nervenleiden
  • Lähmungen
  • Nierenschäden und
  • Gehirnschäden (Bleienzephalopathie)

kommen. Von einer Bleienzephalopathie sind vor allem Kinder betroffen. Bei einer schweren akuten Vergiftung drohen ein Koma und sogar der Tod durch Kreislaufversagen.

Diagnose

Zur Diagnose einer Bleivergiftung wird zumeist eine Blutuntersuchung durchgeführt. Aber auch eine Analyse von Zähnen, Haaren oder Urin kann Aufschluss über eine mögliche Vergiftung liefern. Allerdings bestehen bei einer Urinuntersuchung Messungenauigkeiten.

Behandlung

Die Therapie bei einer Bleivergiftung richtet sich danach, ob es sich um eine akute oder chronische Vergiftung handelt und auf welche Weise das Blei aufgenommen wurde. Gelangt es zum Beispiel durch den Mund in den Körper, entfernt man es weitgehend durch Erbrechen oder eine Magenspülung. Im Falle einer chronischen Bleivergiftung erhält der Patient eine dreiprozentige Natriumsulfatlösung sowie Aktivkohle. Diese dient dazu, die Bleibestandteile zu binden.

Ist das Blei bereits weiter in den Körper vorgedrungen, verabreicht man dem Patienten Medikamente wie Penicillamin oder Äthylendiamintetraessigsäure. Diese Mittel binden das Blei im Körper und machen es unschädlich. Dadurch können die Nieren das giftige Schwermetall wieder ausscheiden.

Leidet der Patient unter Bauchkrämpfen, erhält er krampflösende Medikamente. Im Falle einer Nierenschädigung kann auch eine Dialyse erforderlich sein. Wichtig ist, dass der Patient jeden weiteren Kontakt mit dem Giftstoff vermeidet.

Vorbeugung

Damit es gar nicht erst zu einer Bleivergiftung kommt, gilt es, das Freisetzen von Blei zu vermeiden. In der heutigen Zeit wurde der Gebrauch von Materialien, die bleihaltig sind, erheblich eingeschränkt oder verboten.

Sofern noch bleihaltige Wasserleitungen vorhanden sind, bei denen eine Kontaminierung des Trinkwassers zu befürchten ist, sollten diese ausgetauscht werden. Vor allem kleine Kinder und schwangere Frauen dürfen kein Trinkwasser zu sich nehmen, das Blei enthält.

Grundinformationen zu Vergiftungen

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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