Tennisarm - Ursachen, Symptome und Behandlung

Als Tennisarm (Epicondytlis humeri radialis) bezeichnet man eine Gewebeentzündung im Ellenbogenbereich. Diese wird durch monotone Bewegungen verursacht. Nicht unbedingt stellt das Ausüben von Sportarten und in diesem Bereich das Tennisspielen die Ursache für den Tennisarm dar. Informieren Sie sich über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten eines Tennisarms.

Die Entstehung eines Tennisarms und wie man ihn erkennen und behandeln kann

Definition

Tennisarm (Epicondytlis humeri radialis) oder auch Golferellenbogen (Epicondytlis humeri ulnaris) ist die Bezeichnung für Schmerzsyndrome mit degenerativen oder entzündlichen Veränderungen an der Außenseite des Ellenbogens. Jedoch sind viele der von einem Tennisarm oder Golferellenbogen betroffenen Patienten gar keine Tennis- oder Golfspieler.

In diesem Artikel behandeln wir den Tennisarm - auf den Golferarm gehen wir hier gesondert ein.

Der so genannte Tennisarm ist eine Sehnenerkrankung, die bei einer Entzündung bestimmter Sehnenansätze am Ellenbogen sowie der Knochenhaut entsteht. An der Außenseite des Ellenbogens, bzw. an einem kleinen Knochenvorsprung, befinden sich teilweise die Ansätze für die Muskeln, deren Aufgabe die Bewegung und Beugung der Finger und des Handgelenks ist.

Durch die Sehnen werden die Muskeln mit dem Knochen verbunden. Bei einer Entzündung in diesem Bereich kommt es zu Schmerzen, die man als Tennisarm bezeichnet. Unter Umständen können diese Schmerzen sogar bis in den Unter- oder Oberarm ausstrahlen.

Risikogruppen

Tennisarme gehören zu den häufigsten Erkrankungen in der Orthopädie. Vor allem Menschen, die zwischen 35 und 50 Jahre alt sind, erkranken an einer Epicondytlis humeri radialis. Betroffen sind auch besonders Tennisspieler, von denen sich jeder zweite im Laufe seines Lebens einen Tennisarm zuzieht, was auf die monotonen Armbewegungen beim Tennis zurückzuführen ist.

Jedoch erkranken bei Weitem nicht nur Tennisspieler an einem Tennisarm. Es sind sogar mehr Nichtsportler als Sportler davon betroffen. Dazu gehören beispielsweise Berufsgruppen wie:

  • Hausangestellte
  • Musiker
  • Büroangestellte

Ursachen

Verursacht werden Tennisarme durch Überbeanspruchung der Muskulatur. Dadurch kommt es zu mikroskopisch kleinen Rissen in den Sehnen. Folge davon sind Überreizungen und schließlich Entzündungen.

Hervorgerufen wird dies durch dauerhafte monotone Bewegungen, die sich ständig wiederholen. Vor allem bei Golfspielern ist das der Fall, wodurch die Bezeichnung Golferellenbogen für diese Schmerzsyndrome entstanden. Die meisten Betroffenen spielen jedoch gar kein Golf.

Ursachen können genauso gut Belastungen bei der Arbeit, wie intensive Arbeit am Computer oder handwerkliche Arbeiten sein. Auch das ständige Arbeiten mit einem Presslufthammer kann ein Grund für einen Tennisarm sein.

Verlauf

In der Regel ist der Verlauf eines Tennisarms sehr positiv. Etwa 90 Prozent der Fälle können ohne eine Operation geheilt werden.

In einigen Fällen kann ein Tennisarm jedoch auch chronisch werden, was eine Operation erforderlich macht. Wichtig ist, dass die Behandlung möglichst früh einsetzt, denn dies steigert die Heilungsaussichten.

Symptome

Typische Symptome für einen Tennisarm sind Schmerzen im Ellenbogenbereich. Diese strahlen oftmals bis in die Hand aus.

Bei einer maximalen Dehnung der Muskelgruppen kommt es zu einer weiteren Verstärkung der Schmerzen. So entstehen bei Faust- oder Drehbewegungen Beschwerden an der inneren oder äußeren Seite des Ellenbogens.

Auch ganz normale Alltagsbewegungen wie das Anheben von leichten Gegenständen oder Händeschütteln lösen unangenehme Schmerzen aus. Außerdem wird die Griffstärke der Hand und der Finger vermindert.

Diagnose

Diagnostiziert wird ein Tennisarm meist schon aufgrund der geschilderten Symptome. Weiteren Aufschluss gibt eine körperliche Untersuchung. An der Art der Schmerzen wird zwischen einem Tennisarm und einem Golferellenbogen unterschieden.

Röntgenaufnahmen werden lediglich angefertigt, um andere Krankheiten wie zum Beispiel eine Arthrose ausschließen zu können.

Behandlung

Falls es zu einem Tennisarm kommt, ist es wichtig dem Arm Schonung aufzuerlegen. Bei akuten Schmerzen wird Kühlung empfohlen, während bei chronischen Beschwerden eher Wärme die Abheilung fördert.

Sind die Symptome schon ausgeprägt, werden Ellenbogen und Handgelenk mit einem Verband ruhig gestellt. Dieser muss einige Wochen lang getragen werden. Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind Quermassagen der Muskulatur des Handgelenks (Querfriktion) sowie Mikrowellen- und Ultraschalltherapien.

Auch Medikamente, die schmerzstillend und entzündungshemmend wirken, werden angewendet. Ebenso werden kortisonhaltige Salbenverbände angelegt. Empfohlen wird auch eine Akupunktur-Behandlung, die sich schon in vielen Fällen durch Schmerzlinderung und einem Stoppen des Entzündungsprozesses bewährt hat.

Weitere mögliche Behandlungsmaßnahmen sind

Vor allem bei letzteren besteht das Risiko von unangenehmen Nebenwirkungen. Erzielen diese Therapiemethoden nach einem halben Jahr keine Besserung, muss sogar ein operativer Eingriff erfolgen, was nur selten der Fall ist. Dabei wird die Sehne am Muskelursprung eingekerbt, was eine Entlastung des Gewebes bewirkt.

Die Beschwerden durch Bewegungsübungen lindern

An der schwedischen Universität Göteborg wurde ein spezielles Trainingsprogramm entwickelt, das dazu dient, einen Tennisarm schonender zu heilen. Dazu testeten die Forscher der Sahlgrenska Akademie zuerst 78 Patienten. Zwei Jahre später wurde das Experiment mit 297 Patienten erneut durchgeführt.

Im Rahmen der Studie führten die Teilnehmer zu Hause bestimmte Bewegungsübungen durch. Diese dienten dazu, die Muskulatur im Bereich des Ellenbogens aufzubauen. Des Weiteren absolvierten die Studienteilnehmer Dehnübungen an Arm und Hand sowie eine Haltungsschulung für die Schulterblatt- und Brustmuskulatur.

Zusätzlich legte man in der Nacht eine Bandage um den betroffenen Arm an, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Auf den Einsatz von Medikamenten wurde dagegen vollständig verzichtet.

Mithilfe des regelmäßigen Trainings ließen sich die Schmerzen schließlich spürbar reduzieren. Ein weiterer positiver Effekt des speziellen Programms ist eine bessere Beweglichkeit des Arms.

Die Studie ergab letztlich, dass durch das spezielle Training die Dauer der Erkrankung verkürzt wird. Nach Ansicht der schwedischen Wissenschaftler ist diese Therapiemethode erfolgversprechender und schonender als eine Behandlung mit Kortison. Da zudem die Dauer der Krankschreibung kürzer ausfällt, profitieren auch Arbeitgeber und Krankenkassen von der neuen Behandlungsmethode.

Vorbeugung

Die beste Möglichkeit einem Tennisarm vorzubeugen, ist das Vermeiden einer Überbelastung der Armmuskulatur. Falls dies bei der Arbeit nicht möglich ist, kann das Tragen einer Epicondytlisspange zur Entlastung des Muskelansatzes am Ellenbogen hilfreich sein. Auch regelmäßige Dehn- und Streckübungen des Ellenbogens werden empfohlen.

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  • My Elbow Hurts © Martin Allinger - www.fotolia.de

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