Tennisarm - Ursachen, Symptome und Behandlung

Frau hält mit schmerzverzerrtem Gesicht ihren Ellbogen

Die Entstehung eines Tennisarms und wie man ihn erkennen und behandeln kann

Als Tennisarm (Epicondytlis humeri radialis) bezeichnet man eine Gewebeentzündung im Ellenbogenbereich. Diese wird durch monotone Bewegungen verursacht.

Definition

Tennisarm (Epicondytlis humeri radialis) oder auch Golferellenbogen (Epicondytlis humeri ulnaris) ist die Bezeichnung für Schmerzsyndrome mit degenerativen oder entzündlichen Veränderungen an der Außenseite des Ellenbogens. Jedoch sind viele der von einem Tennisarm oder Golferellenbogen betroffenen Patienten gar keine Tennis- oder Golfspieler.

Der so genannte Tennisarm ist eine Sehnenerkrankung, die bei einer Entzündung bestimmter Sehnenansätze am Ellenbogen sowie der Knochenhaut entsteht. An der Außenseite des Ellenbogens, bzw. an einem kleinen Knochenvorsprung, befinden sich teilweise die Ansätze für die Muskeln, deren Aufgabe die Bewegung und Beugung der Finger und des Handgelenks ist.

Durch die Sehnen werden die Muskeln mit dem Knochen verbunden. Bei einer Entzündung in diesem Bereich kommt es zu Schmerzen, die man als Tennisarm oder Golferellenbogen bezeichnet. Unter Umständen können diese Schmerzen sogar bis in den Unter- oder Oberarm ausstrahlen.

Risikogruppen

Tennisarme und Golferellenbogen gehören zu den häufigsten Erkrankungen in der Orthopädie. Vor allem Menschen, die zwischen 35 und 50 Jahre alt sind, erkranken an einer Epicondytlis humeri radialis. Betroffen sind auch besonders Tennisspieler, von denen sich jeder zweite im Laufe seines Lebens einen Tennisarm zuzieht, was auf die monotonen Armbewegungen beim Tennis zurückzuführen ist.

Jedoch erkranken bei Weitem nicht nur Tennisspieler an einem Tennisarm. Es sind sogar mehr Nichtsportler als Sportler davon betroffen. Dazu gehören beispielsweise Berufsgruppen wie:

  • Hausangestellte
  • Musiker
  • Büroangestellte

Ursachen

Verursacht werden Tennisarme oder Golferellenbogen durch Überbeanspruchung der Muskulatur. Dadurch kommt es zu mikroskopisch kleinen Rissen in den Sehnen. Folge davon sind Überreizungen und schließlich Entzündungen.

Hervorgerufen wird dies durch dauerhafte monotone Bewegungen, die sich ständig wiederholen. Vor allem bei Tennis- und Golfspielern ist das der Fall, wodurch die Bezeichnungen Tennisarm und Golferellenbogen für diese Schmerzsyndrome entstanden. Die meisten Betroffenen spielen jedoch weder Golf noch Tennis.

Ursachen können genauso gut Belastungen bei der Arbeit, wie intensive Arbeit am Computer oder handwerkliche Arbeiten sein. Auch das ständige Arbeiten mit einem Presslufthammer kann ein Grund für einen Tennisarm sein.

Vom Tennisarm zum Mausarm: Sehnen im Unterarm werden häufig überstrapaziert

Laptop, Männerhand stützt die andere, die krampfartig gehalten wird
business man with rsi © Marcel Mooij - www.fotolia.de

Der "Tennisarm" wurde früher so genannt, weil die Beschwerden im Unterarm meist durch die einseitige Belastung beim Tennisspiel entstanden. Heute ist häufiger vom Mausarm" die Rede, weil immer mehr Menschen durch die stundenlange gleichförmige Arbeit am Computer ihren Unterarm über Gebühr belasten.

In beiden Fällen liegt den Schmerzen eine Entzündung der Knochenhaut zu Grunde, die entsteht, weil die Muskeln und Sehnen im Unterarm übermäßig stark belastet werden. Auch andere körperliche Tätigkeiten können einen Tennisarm auslösen, zum Beispiel das winterliche Schneeschippen oder ein gründlicher Hausputz.

Entlastungsmöglichkeiten der Sehnen

Die Behandlung dieser Entzündung ist langwierig und wird gerade beim Mausarm dadurch erschwert, dass sich die Ursache - das Arbeiten am Computer - nicht abstellen lässt. Helfen können hier nur spezielle Mittel wie ein Gelpad vor der Tastatur oder eine vertikal gebaute Maus, die die Haltung des Unterarms normalisieren.

In schwereren Fällen kann auch eine sogenannte Epikondylitis-Spange unterhalb des Ellbogens getragen werden, die die Sehnen entlastet. Weitere Therapiemöglichkeiten bieten Ultraschall, Akupunktur oder die Stoßwellentherapie.

Hilfreiche Übungen

Zur Vorbeugung empfehlen Mediziner spezielle Entspannungsübungen, mit denen der Unterarm immer wieder entlastet werden kann. So sollten die Arme zwischendurch einfach mal seitlich herunterhängen und ausgeschüttelt werden. Auch das Kreisen der Handgelenke ist hilfreich. Bei einer weiteren Übung wird der schmerzende Arm waagerecht nach vorne ausgestreckt, während die Finger mit der freien Hand nach unten zum Körper hin gedrückt werden.

Oft sind Bohrer und Säge, nicht der Tennisschläger schuld am Tennisarm

Paar beim Renovieren, Mann schlägt Nagel mit Hammer in Wand, Frau hält Bild zum Aufhängen
new house © diego cervo - www.fotolia.de

Der „Tennisarm“ wird immer seltener durch eine falsche Schlagtechnik beim Tennisspiel hervorgerufen.

Ginge es nach der tatsächlich vorherrschenden Ursache für die Ellenbogenprobleme, müsste es längst „Heimwerkerarm“ heißen, berichtet das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. Das jedenfalls haben im Berufsverband der Rehabilitationsärzte zusammengeschlossene Mediziner herausgefunden.

Stundenlanges Hämmern, Bohren, Schrauben oder Tackern kann durch Überbeanspruchung eine schmerzhafte Sehnenentzündung hervorrufen, die nichts anderes ist, als der durch den Tennisboom der vergangenen Jahrzehnte so überaus populär gewordene „Tennisarm“.

Auch Kinder können an einem Tennisarm leiden

Durch übermäßige, besonders einseitige Belastung von Gelenken kommt es zu dem sogenannten Tennisarm. Da dies nichts mit dem Alter der Gelenke zu tun hat, können durchaus auch Kinder daran leiden.

Wird das Ellenbogengelenk durch Druck- oder Zugbelastungen zu sehr beansprucht, führt das besonders zur Zeit des Knochenwachstums zu kleinen Verletzungen, so dass die Blutzufuhr zum wachsenden Gewebe unterbrochen wird. Folge ist das Absterben der Zellen in der Wachstumsfuge und der Knochenabbau, bis der Gelenkkopf abflacht.

Klagen Kinder beim Strecken oder bei anderern Beanspruchung des Ellenbogengelenks über Schmerzen, sollte auf jeden Fall ein Arzt herangezogen werden, der klärt, ob es sich bei dem Schmerzverursacher um Morbus Panner, also einen Tennisarm oder sogar um Rheuma handelt. Bei rechtzeitiger Behandlung und einer mehrwöchigen Ruhepause (bei Bedarf durch eine Schiene) für das Gelenk erholt es sich vollständig.

Tennisellbogen als Sommerproblem

Die warme Jahreszeit verfolgt zu einem verstärkten sportlichen Aufenthalt in der Natur und auf den Sportplätzen. Gerade Tennis erweist sich hier als ein beliebter Ausgleich zu beruflichen Aktivitäten und zeigt sich hierbei als Konditionstrainer schlechthin.

Doch vielfach wird das Tennisspielen durch den schmerzhaften Vorgang eines Tennisellbogens begleitet. Dieser entwickelt sich gerade bei Hobby-Tennisspielern recht schnell, da sehr oft nicht nur die korrekte Spieltechnik, sondern auch die damit verbundene Koordination fehlt.

Um einer derartigen Problematik erfolgreich aus dem Weg gehen zu können, sollten deshalb Tennisspieler nicht nur für einen Muskelaufbau sorgen, sondern auch regelmäßig die Muskeln stretchen. Auch das Erlernen der richtigen Abschlagtechnik bringt hier schon viel in Sachen Prävention eines Tennisellbogens und kann bereits mit wenigen Stunden Tennisunterricht durchaus erlernt werden.

Damit dieses Training auch Früchte tragen kann, sollte man bereits vor der eigentlichen Tennissaison damit beginnen und auch über die Winterzeit für ein entsprechendes Ausgleichstrainingsprogramm sorgen.

Verlauf

In der Regel ist der Verlauf eines Tennisarms sehr positiv. Etwa 90 Prozent der Fälle können ohne eine Operation geheilt werden.

In einigen Fällen kann ein Tennisarm jedoch auch chronisch werden, was eine Operation erforderlich macht. Wichtig ist, dass die Behandlung möglichst früh einsetzt, denn dies steigert die Heilungsaussichten.

Symptome

Typische Symptome für einen Tennisarm sind Schmerzen im Ellenbogenbereich. Diese strahlen oftmals bis in die Hand aus.

Bei einer maximalen Dehnung der Muskelgruppen kommt es zu einer weiteren Verstärkung der Schmerzen. So entstehen bei Faust- oder Drehbewegungen Beschwerden an der inneren oder äußeren Seite des Ellenbogens.

Auch ganz normale Alltagsbewegungen wie das Anheben von leichten Gegenständen oder Händeschütteln lösen unangenehme Schmerzen aus. Außerdem wird die Griffstärke der Hand und der Finger vermindert.

Beschwerden vom Tennisarm ernst nehmen

Schmerzen im Bereich des Armes oder des Ellenbogens sollten Betroffene ernst nehmen. Dabei kann es sich um einen sogenannten Tennisarm bzw. Tennisellenbogen handeln.

Nicht nur Tennisspieler leiden unter solchen Beschwerden, auch Menschen, die viel am Computer schreiben oder körperlich schwer arbeiten sind gefährdet. Erste Anzeichen sind gereizte Sehnen, wodurch es zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit im Arm kommt. Betroffene sollten sich schnellstens einen Termin beim Orthopäden geben lassen. Bleibt ein Tennisarm unbehandelt, kann das zu chronischen Beschwerden führen.

Abhilfe schaffen Akupunktur, Elektrotherapie oder Ultraschall. Als erste Maßnahme sollten Patienten ihren Arm vor allem schonen und keinen weiteren Belastungen mehr aussetzen. Schmerzmittel sollten nur in akuten Fällen eingenommen und auf keinen Fall als langfristige Lösung angesehen werden, da sie Magen- und Darmschäden hervorrufen können.

Diagnose

Diagnostiziert wird ein Tennisarm meist schon aufgrund der geschilderten Symptome. Weiteren Aufschluss gibt eine körperliche Untersuchung. An der Art der Schmerzen wird zwischen einem Tennisarm und einem Golferellenbogen unterschieden.

Röntgenaufnahmen werden lediglich angefertigt, um andere Krankheiten wie zum Beispiel eine Arthrose ausschließen zu können.

Behandlung

Falls es zu einem Tennisarm kommt, ist es wichtig dem Arm Schonung aufzuerlegen. Bei akuten Schmerzen wird Kühlung empfohlen, während bei chronischen Beschwerden eher Wärme die Abheilung fördert.

Sind die Symptome schon ausgeprägt, werden Ellenbogen und Handgelenk mit einem Verband ruhig gestellt. Dieser muss einige Wochen lang getragen werden. Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind Quermassagen der Muskulatur des Handgelenks (Querfriktion) sowie Mikrowellen- und Ultraschalltherapien.

Auch Medikamente, die schmerzstillend und entzündungshemmend wirken, werden angewendet. Ebenso werden kortisonhaltige Salbenverbände angelegt. Empfohlen wird auch eine Akupunktur-Behandlung, die sich schon in vielen Fällen durch Schmerzlinderung und einem Stoppen des Entzündungsprozesses bewährt hat.

Weitere mögliche Behandlungsmaßnahmen sind

Vor allem bei letzteren besteht das Risiko von unangenehmen Nebenwirkungen. Erzielen diese Therapiemethoden nach einem halben Jahr keine Besserung, muss sogar ein operativer Eingriff erfolgen, was nur selten der Fall ist. Dabei wird die Sehne am Muskelursprung eingekerbt, was eine Entlastung des Gewebes bewirkt.

Tennisellenbogen dank Kombi in den Griff kriegen

Viele Menschen leiden unter der chronischen Epicondylitis am Ellenbogen, für die es jetzt gute Neuigkeiten gibt. Professor Karsten Knobloch von der Medizinischen Hochschule Hannover präsentierte auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie in Berlin eine neue Studie, bei der eine Kombination verschiedener Therapien das Leiden der Patienten lindern kann. Neben der Gefäßsklerosierung sollten exzentrisches Krafttraining sowie Stoßwellen plus Nitro-Spray kombiniert angewandt werden, um möglichst gute Erfolge zu erzielen.

Der Krankheitsverlauf dauert laut Knobloch umso länger, wenn man direkt auf eine andere Therapie umsteigt, sofern die eine Maßnahme nicht wirke. Insgesamt wurde die neue Therapiemethode bei 15 Probanden angewandt, die zuvor erfolglos behandelt wurden. Beim Krafttraining mussten die Patienten jeden Tag sechsmal 15 Wiederholungen mit einem Übungsgerät gegen Widerstand absolvieren. Schon damit wurde das Schmerzniveau über einen Zeitraum von 3 Monaten um ganze 70 Prozent gesenkt, wobei die Beschwerden sich aufgrund der höheren Belastung zu Beginn erst einmal ein wenig verschlechtert hatten.

Daneben wurde die Power-Doppler-gestützte Sklerosierung praktiziert, wo vorhandene Gefäße mit Polidocanol vermehrt werden. Kombiniert mit täglich zwei Hüben eines Nitro-Sprays sowie einer fokussierten Stoßwellentherapie mit einer hohen Energiedichte sowie 1000 Impulsen erzielten die Ärzte hervorragende Ergebnisse. Die Schmerzen gingen innerhalb von eineinhalb Jahren in Ruhe von 4,2 auf 0,7 zurück, wobei mit der elfstufigen visuellen Analogskala gemessen wurde.

Vorsicht mit Steroiden bei einem Tennisellenbogen - Rückfälle scheinen vorprogrammiert

Studie: Steoroide bei Tennisarm nur für anfängliche Schmerzlinderung geeignet

Frau hält mit schmerzverzerrtem Gesicht ihren Ellbogen
My Elbow Hurts © Martin Allinger - www.fotolia.de

Was man gemeinhin als Tennisarm bezeichnet, nennt der Arzt "Epicondylalitis lateralis". Um die Schmerzen schnell in den Griff zu bekommen, vergeben manche Ärzte Injektionen mit Steroiden. Die Erfahrung zeigt, dass die Betroffenen so schnell wieder einsatzbereit sind. Doch eine aktuelle Studie legt dar, dass die Steroidinjektion überhaupt nicht die beste Wahl ist, im Gegenteil. Durch die Steroide scheinen Rückfälle vorprogrammiert zu sein.

Generelle Verbesserung ohne Behandlung oder mit Physiotherapie

In den USA arbeite man mit 165 betroffenen Patienten. Alle wurden betreut, jedoch nicht alle wirklich therapiert. In einer Placebogruppe verzichtete man auf jede Therapie. Dennoch ging es 83 Prozent nach sechs Monaten und 93 Prozent nach zwölf Monaten wieder gut. Patienten einer zweiten Gruppe bekamen eine Physiotherapie verschrieben.

Diese beinhaltete acht Sitzungen, bei denen mit den Patienten körperlich gearbeitet wurde und ihnen Ratschläge mit auf den Weg gegeben wurden. Nach einem halben Jahr waren 89 Prozent der Patienten geheilt und nach einem Jahr lag die Quote bei 100 Prozent.

Zusätzliche Steroide verschlechtern Gesundheitszustand erneut

Wer nun neben der Physiotherapie noch zusätzlich Steroide bekommen hatte, dem ging es überraschenderweise wieder schlechter. Nach sechs Monaten waren nur 54 Prozent geheilt und nach zwölf Monaten nur 82 Prozent. Bei einer vierten Gruppe mit ausschließlicher Steroidinjektion kam man auf 56 und 84 Prozent. Außerdem lag die Rückfallquote hier bei 55 Prozent.

Wer nur eine Physiotherapie bekommen hatte, dessen Gefahr lag nur bei fünf Prozent. Dies zeigt, so die Forscher, dass nur am Anfang einer Schmerzlinderung eintritt, den Patienten aber nicht auf lange Sicht geholfen wird. Durch die trügerische Schmerzfreiheit sind sie eher dazu verführt, den Arm frühzeitig und falsch zu belasten.

Lieber zur Physiotherapie - Kortison schadet einem Tennisarm eher noch

Physiotherapeut in grün untersucht eine Patientin an der Schulter, den rechten Arm ausgestreckt
Physical therapist diagnosing patient © Photographee.eu - www.fotolia.de

Ein sogenannter Tennisarm ist schmerzhaft. Durch eine Reizung der Sehnen (zum Beispiel durch intensives Tennistraining) verbleiben diese in einem Zustand der Reizung, was jede weitere Bewegung schmerzhaft werden lässt. Um Muskeln und Sehnen wieder versöhnlich zu stimmen, gibt es die Möglichkeit der Physiotherapie. In mehreren Sitzungen lernen die Patienten dann, den Arm bewusst zu entspannen und ohne Fehlhaltungen zu belasten.

Allerdings verschwinden die Schmerzen nicht sofort. Wer sofort eine Linderung möchte, der kann sich die Vergabe von Kortison wünschen. Viele Ärzte behandeln ihre Patienten mit solchen Injektionen und entlassen sie dann wieder in den Alltag. Das ist jedoch nicht so gesund, wie man glauben möchte.

Eine Studie hat gezeigt, dass man durch dieses Verhalten in die Gefahr kommt, den Tennisarm noch zu verschlechtern. Der Grund: durch die Spritze werden zwar die Schmerzen gelindert, die eigentliche Reizung der Sehnen und Muskeln bleibt jedoch bestehen. Der Trugschluss, alles sei wieder in Ordnung, bringt viele Menschen dazu, den Arm normal zu belasten oder sogar wieder mit dem Sport zu beginnen. Das kann die Reizung verschlimmern.

Wie oft dies der Fall ist, erhob die Studie, indem sie Betroffene entweder nur zum Schein therapierte, wirkliches Kortison vergab, oder zu einer Physiotherapie schickte. Durch die Kortisonvergabe ging es nur 84 Prozent nach einem Jahr wieder wirklich gut. In der Gruppe derer, die gewissenhaft mit einem Physiotherapeuten gearbeitet hatten, kam man dagegen auf 100 Prozent Heilungsrate. Interessant war allerdings, dass es der Placebogruppe nach einem Jahr auch gut ging: hier waren 96 Prozent wieder vollständig einsatzbereit.

Wenn der Tennisellenbogen chronisch wird: Statt OP kann auch Plasma helfen

Schwarz-weiß Bild Mann mit Armschmerzen hat Hand auf rot beleuchteten Arm gelegt
pain © valentinrussanov - www.fotolia.de

"Epicondylopathia radialis humeri" ist der mehr als umständliche Fachausdruck für das, was man normalerweise als Tennisellenbogen bezeichnet. Für den Patienten ist das Leiden sehr schmerzhaft und muss dringend therapiert werden. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen die normalen Behandlungen nicht anschlagen und die Schmerzen daher chronisch werden. Für dieser Form des Tennisellenbogen fürchten sich viele Sportler und haben derzeit nur eine weitere Alternative: eine OP.

Bald könnte es jedoch eine weitere und schonendere Methode gegen die chronische Form des Tennisellenbogens geben, denn Mediziner haben mit der Vergabe von speziellem Plasma gearbeitet. Dieses ist besonders reich an Thrombozyten und soll die Schmerzen besiegen. In den ersten drei Studien fielen die Ergebnisse sehr befriedigend aus.

Die aktuellste Untersuchung hatte mit 280 Probanden gearbeitet, die alle seit mindestens drei Monaten einen chronischen Tennisellenbogen hatten. 116 injizierte man das Plasma direkt in die Sehne, während die übrigen 114 als Kontrollgruppe dienten und nur ein Lokalanästhetikum zur Schmerzbetäubung bekamen. Die Druckschmerzen gingen daraufhin in der ersten Gruppe deutlich zurück.

Insgesamt fühlten sich drei Monate später ganze 55,1 Prozent der Probanden nach der Plasmavergabe besser. Bei jenen, die das Lokalanästhetikum bekommen hatten, gingen die Druckschmerzen nur in 47,4 Prozent der Fälle zurück. Noch deutlicher wurde der Unterschied nach einer Wartezeit von einem halben Jahr. 71,5 Prozent der Plasma-Gruppe, aber nur 56,1 Prozent der übrigen hatten weniger Schmerzen. Komplikationen irgendeiner Art gab es in keiner Gruppe.

Da die Vergabe des Plasmas damit nun ähnliche Erfolgschancen wie eine Operation hat, ist es durchaus denkbar, dass die Vergabe des Plasmas zum neuen Standard wird, da die Risiken einer Operation hier wegfallen.

Ohne OP einen Tennisarm kurieren

Schmerzfreie nichtinvasive Behandlungen heilen einen Tennisarm mit spürbarem Effekt

Grafik Füße rot markiert, Schmerzen am Gelenk
Fußschmerzen Mann © axel kock - www.fotolia.de

Ein Tennisellenbogen oder Tennisarm ist eine äußerst schmerzhafte und bewegungseinschränkende Angelegenheit. Außer Sportlern sind unter anderem auch Handwerker oder Menschen mit ständiger Computerarbeit von dieser Erkrankung betroffen, die als Ursache überbeanspruchte Muskeln und Sehnen beinhaltet.

Neue nichtinvasive Behandlungsmethode

Je nach Ausprägung der Erkrankung, kann es durchaus sein, dass eine Operation nötig wird. Nun jedoch gibt es eine neue Behandlungsmethode, die einen Tennisarm auch ohne operativen Eingriff wieder kuriert. Bei dieser Methode wird eine Radiofrequenz eingesetzt, die durch die Haut dringt und im Gewebe eine gezielte Erhitzung erzeugt. Dadurch wird der natürliche Heilungsprozess initiiert, sodass sich die Sehnen und Muskeln wieder regenerieren können.

Verschiedene Einsatzmöglichkeiten

Bereits über 600.000 Anwendungen wurden mit der neuen Methode durchgeführt, wobei außer einem Tennisarm auch Beschwerden am Knöchel oder der Achillessehne kuriert werden können. Eine derartige nicht invasive Behandlung dauert jeweils knapp zwanzig Minuten und lässt bereits nach dem ersten Termin einen spürbaren Effekt entstehen, der sich mit weniger Schmerzen aufzeigt.

Für die Betroffenen ist diese schmerzfreie Behandlung im wahrsten Sinne des Wortes eine Wohltat, zumal weder Spritzen oder chemische Substanzen zum Einsatz kommen.

Studie zum Tennisarm - sind Injektionen sinnlos?

Menschen mit einem Tennisarm lassen sich vom Arzt oft via Injektion helfen. Dabei gibt es verschiedene Wirkstoffe auf dem Markt und die Medizinwelt ist sich nicht einig, welche Spritzen den Patienten am besten helfen. Um etwas Licht in das Dunkel zu bringen, hat ein Forscher aus Dänemark sich mit den Wirkstoffen Botox, Kortison, Hyaluronsäure und vier weiteren beschäftigt.

Er wertete insgesamt 17 ältere Studien zum Thema komplett neu aus. Am Ende lagen ihm so die Daten von 1.400 Menschen vor, die sich mit der Injektionstherapie gegen den Tennisarm behandeln ließen. Acht verschiedene Wirkstoffe waren dabei zum Einsatz gekommen und die weitere Genesung der Patienten im Vergleich zu unbehandelten Kontrollgruppen verglichen. Im Schnitt konnte jeder Behandelte für gut acht Monate nachbeobachtet werden. Das Ergebnis aus Dänemark fällt nun sehr ernüchternd aus: die Beschwerden besserten sich unter keiner Injektion messbar schneller als in den Placebogruppen.

Diese Injektionen sind also alle samt unwirksam und verkürzen die Erholung des Armes nicht. Zumindest aber konnte der Forscher auch keine schädlichen Nebenwirkungen feststellen. Die Patienten riskieren also zumindest nicht ihre weitere Gesundheit, indem sie an die Wirkung einer Injektion glauben.

Es gibt allerdings bereits kritische Stimmen, die den Wert der dänischen Meta-Analyse in Frage stellen. Manche der untersuchten Studien seien nicht nach festgelegten Standards durchgeführt worden und daher würde das Endergebnis nun verzehrt erscheinen, da man diese Patienten mit in die Analyse aufgenommen hat.

Die Beschwerden durch Bewegungsübungen lindern

An der schwedischen Universität Göteborg wurde ein spezielles Trainingsprogramm entwickelt, das dazu dient, einen Tennisarm schonender zu heilen. Dazu testeten die Forscher der Sahlgrenska Akademie zuerst 78 Patienten. Zwei Jahre später wurde das Experiment mit 297 Patienten erneut durchgeführt.

Im Rahmen der Studie führten die Teilnehmer zu Hause bestimmte Bewegungsübungen durch. Diese dienten dazu, die Muskulatur im Bereich des Ellenbogens aufzubauen. Des Weiteren absolvierten die Studienteilnehmer Dehnübungen an Arm und Hand sowie eine Haltungsschulung für die Schulterblatt- und Brustmuskulatur.

Zusätzlich legte man in der Nacht eine Bandage um den betroffenen Arm an, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Auf den Einsatz von Medikamenten wurde dagegen vollständig verzichtet.

Mithilfe des regelmäßigen Trainings ließen sich die Schmerzen schließlich spürbar reduzieren. Ein weiterer positiver Effekt des speziellen Programms ist eine bessere Beweglichkeit des Arms.

Die Studie ergab letztlich, dass durch das spezielle Training die Dauer der Erkrankung verkürzt wird. Nach Ansicht der schwedischen Wissenschaftler ist diese Therapiemethode erfolgversprechender und schonender als eine Behandlung mit Kortison. Da zudem die Dauer der Krankschreibung kürzer ausfällt, profitieren auch Arbeitgeber und Krankenkassen von der neuen Behandlungsmethode.

Übungsbuch gegen einen PC-Mausarm

Businessfrau sitzt am Schreibtisch und fasst sich vor Schmerzen ans Handgelenk
Closeup on business woman with wrist pain © Alliance - www.fotolia.de

Der Autor Olaf Nollmeyer hat ein "PC-Mausbuch" herausgebracht, indem er mehrere Übungen gegen den PC-Mausarm beschreibt. In der heutigen Zeit ist die einseitige Belastung der Hand durch die Arbeit am PC ein großes Problem.

Zu den einseitigen Bewegungen kommt auch noch die Körperhaltung, die über Stunden oftmals unverändert bleibt, hinzu. In der Ursprungsquelle sind zehn Übungen ausgewählt worden, durch die man sich wohler und leistungsfähiger fühlen soll.

Vorbeugung

Die beste Möglichkeit einem Tennisarm oder Golferellenbogen vorzubeugen, ist das Vermeiden einer Überbelastung der Armmuskulatur. Falls dies bei der Arbeit nicht möglich ist, kann das Tragen einer Epicondytlisspange zur Entlastung des Muskelansatzes am Ellenbogen hilfreich sein. Auch regelmäßige Dehn- und Streckübungen des Ellenbogens werden empfohlen.

Grundinformationen zum Tennisarm

  • Tennisarm - Ursachen, Symptome und Behandlung

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  • Bildnachweis: My Elbow Hurts © Martin Allinger - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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