29. Juni 2010
(dgk) Früher ein Zeichen von Mut und Tapferkeit, werden Narben heutzutage als störend und hässlich empfunden. Makellose Haut – immer noch Sinnbild der Schönheit – kann durch Narben so gestört sein, dass die Betroffenen sozial ausgegrenzt werden und psychisch leiden. Für viele Menschen sind sie zudem nicht nur ein ästhetisches Problem, sie können auch Beschwerden wie Juckreiz oder Schmerzen bereiten.
Narbenbildung ist individuell sehr verschieden und hängt von der Verletzungsart, der persönlichen Hautstruktur und dem Heilungsprozess ab. Wundheilung, Wundhygiene, sogar erbliche Faktoren und auch das Alter beeinflussen die Narbenbildung. Je stärker sich das Bindegewebe strafft, desto stärker geht auch die Durchblutung der Narbe zurück. Das Hautgewebe an der betroffenen Stelle sinkt leicht ein und wird blass, oftmals weiß, da dort die für die Hautfarbe verantwortlichen Melanozyten fehlen. Zudem sind an der Narbe weder Haare, Talg- oder Schweißdrüsen eingelagert, da sie bei der Gewebeneubildung nicht ersetzt werden. Deshalb bleibt die Narbe weiß und haarlos.
Bei Störungen in der Narbenbildung können sich unterschiedliche, zum Teil auffällige Narbentypen ausbilden:
Wenn sich bei der Wundheilung die Wunde zwar schließt, jedoch zu wenig neues Bindegewebe gebildet wird, entstehen sogenannte atrophe (abgesenkte) Narben. Die Wunde füllt sich nicht aus. Dadurch entstehen eingesunkene tiefere Narben, die wie eine Art Grübchen aussehen. Typische atrophe Narben sind zum Beispiel Aknenarben.
Entsteht zu viel neues Bindegewebe, werden die Narben wulstig, es bilden sich sogenannte hypertrophe (vergrößerte, wulstige) Narben. Sie ragen über das Niveau der gesunden Haut hinaus, sind häufig stark gerötet und können jucken oder schmerzen. Hypertrophe Narben entstehen meist, wenn die Haut während der Heilungsphase viel Spannung oder Zug ausgesetzt ist oder die Wunde nicht ruhiggestellt wird.
Wie auch hypertrophe Narben entstehen Keloide durch überschießende Produktion von Bindegewebe. Dabei wuchern und breiten sie sich über den Narbenrand hinaus aus. Besonders häufig entstehen Keloide nach Verbrennungen. Häufig entsteht ein Juckreiz. Ähnlich wie bei den hypertrophen Narben ist die Ursache von Keloiden häufig zuviel Zugkraft auf die heilende Wunde.
Wenn die Wunde nicht richtig verheilt, sich entzündet oder wenn man mit dem kosmetischen Ergebnis der Narbe nicht zufrieden ist, sollte man einen Arzt aufsuchen. Es gibt zwar noch keine Möglichkeit, Narben vollständig zu entfernen, aber Narbenwucherungen können durch die Anwendung verschiedener Methoden zumindest deutlich verkleinert werden – mit speziellen Salben oder Gels, Narbenpflastern oder Narbenmobilisierung.
Möglich sind, falls notwendig, auch ein operatives Abschleifen, Vereisen oder eine Laserbehandlung, doch bereits die Anwendung spezieller Narbensalben kann die Optik der Narben merklich verbessern.
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