Knochenbrüche - Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugemöglichkeiten

Die Entstehung von Knochenbrüchen und wie man sie erkennen und behandeln kann

Als Knochenbrüche oder Knochenfrakturen bezeichnet man das Brechen eines oder mehrerer Knochen in zwei oder mehrere Fragmente (Bruchstücke). Ausgelöst werden sie hauptsächlich durch Unfälle oder Gewalteinwirkung.

Frau mit gebrochenem Arm, Gips mit blauem Verband

Definition

Mehr als zweihundert verschiedene Knochen bilden das menschliche Skelett. Wenn diese Knochen zu stark belastet werden, besteht die Gefahr eines Knochenbruches. An bestimmten Stellen wie beispielsweise dem Oberarm, existieren sogar so genannte "Sollbruch-Stellen". An solchen Stellen kommt es daher besonders häufig bei Unfällen zu Knochenbrüchen.

Als Knochenbrüche bezeichnet man dabei eine teilweise oder völlige Fraktur von einem oder von mehreren Knochen. Knochenbrüche können sowohl durch äußere Einwirkung von Gewalt als auch durch im Knochen entstandene Krankheiten (Spontanfrakturen) ausgelöst werden.

Während es bei unkomplizierten Brüchen nicht zu Beeinträchtigungen der Haut kommt, können jedoch bei komplizierten Brüchen durchaus Verletzungen von Haut- und Weichteilen eintreten.

Zusammensetzung der Knochen

Die Knochen des Menschen bestehen aus elastischen, bindegewebigen und mineralischen Anteilen. Zudem werden die Knochen von Nerven und Blutgefäßen durchzogen.

Dabei verändert sich die Zusammensetzung der Knochen mit dem Alter der Menschen. So überwiegen bei Kindern vor allem die elastischen Anteile des Knochens.

Das bedeutet, dass sich bei Kindern die Knochen eher verbiegen als splittern, was man Grünholzbruch nennt. Bei erwachsenen Menschen sind die verschiedenen Anteile der Knochen ausgewogen.

Im Alter hingegen kommt es zur Abnahme der bindegewebigen und elastischen Anteile. Dadurch werden die Knochen spröder und splittern leichter. Auch Krankheiten wie Osteoporose (Knochenschwund) erhöhen das Risiko von Knochenbrüchen, da der mineralische Anteil des Knochens dabei reduziert wird, was schon bei kleineren Verletzungen zu Knochenbrüchen führen kann.

Häufig betroffene Körperstellen

Am häufigsten sind die Unterschenkel und die Rippen von Knochenfrakturen betroffen. Auch Hüftfrakturen treten oftmals auf.

Besonders gefährlich sind Brüche im Wirbelsäulen- und Schädelbereich. Gerade bei Schädelknochenbrüchen kann das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen werden. Wirbelsäulenbrüche sind deshalb so gefährlich, weil bei ihnen die aus dem Rückenmark austretenden Nerven schwer geschädigt werden können, was Querschnittslähmungen zur Folge haben kann.

Generell wird bei Knochenbrüchen zwischen unterschiedlichen Kriterien differenziert, wie:

  • Lokalisation
  • dem Ausmaß der Fehlstellung
  • der Anzahl der Bruchstücke
  • begleitenden Weichteilverletzungen (geschlossener oder offener Bruch)

Ursachen

Hauptursache für Knochenbrüche ist vor allen Einwirkung durch äußere Gewalt. Dies kann bei Unfällen im Haushalt, beim Sport oder im Verkehr vorkommen. Aber auch bei Gewaltakten wie Tritten, Stößen oder Schlägen kann es zu Knochenbrüchen kommen.

Ermüdungsbruch

Ein weiterer Grund ist sportliche Überbelastung, die zu einem so genannten Ermüdungsbruch führt. Dabei reicht die Kraft nicht aus, um den Knochen sofort zu brechen. Stattdessen kommt es zu einem schleichenden Prozess, der zu einem Dauerbruch führt.

Erkrankungen

Zudem können Knochenbrüche auch durch Krankheiten wie Knochenschwund (Osteoporose), Osteomalazie oder bei Knochentumoren entstehen.

Erhöhte Risiken

Bei Rauchern kommt es viel häufiger zu Knochenbrüchen

Junge Frau in Pelz und Pelzmütze beim Rauchen, schwarzer Hintergrund
Portrait of the beautiful young woman with a cigarette © Sergii Sukhorukov - www.fotolia.de

Rauchen schädigt nicht nur Herz und Kreislauf, sondern belastet auch die Knochen. Wissenschaftler der Universitätsklinik Uppsala haben nach einem Bericht der Apothekenzeitschrift Senioren Ratgeber herausgefunden, dass Raucherinnen sich häufiger den Oberschenkelhals brechen als Nichtraucherinnen.

Ihr Risiko für Knochenbrüche ist um 60 Prozent erhöht. Ein weiteres Ergebnis der schwedischen Studie: Nicht die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten ist entscheidend, sondern die Dauer des Rauchens.

Durch Inhalation von Kortison besteht kein höheres Knochenbruchrisiko

Kinder und Jugendliche, die Steroide wie beispielsweise Budesonid oder Fluticason inhalieren müssen, haben kein größeres Risiko Knochenbrüche zu erleiden.

Für diese Studie wurden 3.700 Patienten im Alter zwischen 5 und 17 Jahren untersucht und mit den Ergebnissen von 21.000 anderen Patienten, die keine Kortisonbehandlung hatten, verglichen.

Australische Studie - Schmerzmittel Paracetamol erhöht Frakturrisiko

Rote Pillen auf einem Beipackzettel mit der Aufschrift Nebenwirkungen
pillen © Travelfish - www.fotolia.de

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Bone" ist eine australische Studie zu lesen, die ermittelt hat, dass das Schmerzmittel Paracetamol das Risiko für Knochenbrüche erhöht.

Die Forscher hatten 569 Frauen über 50, die eine Fraktur erlitten hatten, nach ihrem Paracetamol-Gebrauch befragt. 12 Prozent dieser Frauen hatten vorher das Schmerzmittel angewendet. Als Kontrollgruppe wurden 775 Frauen ohne Knochenbruch nach dem Paracetamol-Gebrauch befragt. Von diesen hatten nur 8 Prozent das Mittel benutzt. Damit erhöht Paracetamol das relative Frakturrisiko um 56 Prozent. Warum das so ist, können sich die Wissenschaftler bis jetzt noch nicht erklären.

Einnahme von PPI - nikotinliebende Frauen haben ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche

Zigarette rauchende Frau blickt zu einer Dunstwolke in Totenkopfform
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Bei PPI handelt es sich um Medikamente, die umgangssprachlich auch als Magenschützer bezeichnet werden. Der korrekte Fachausdruck für sie lautet „Protonenpumpeninhibitoren“. Sie dienen dazu, die übermäßige Produktion von Magensäure zu unterbinden. Beim gesunden Menschen dient die Säure dazu, Nahrung zu zerkleinern und Schadstoffe abzutöten, doch bei einer ungesunden Überproduktion kann die Säure den Magen selbst angreifen und zu schweren Problemen führen. Die PPI regulieren dies und schützen damit das Gewebe vor den Säureattacken. Allerdings bergen die Magenschützer auch einige Nebenwirkungen.

Eine aktuelle Studie hat nun ergeben, dass vor allen Dingen Frauen durch die Einnahme schneller Knochenbrüche erleiden können, so denn sie Raucherinnen sind. Zwischen den Jahren 2000 und 2008 erhob man die Daten von 80.000 Frauen im gebährfähigen Alter. Von innen erlitten 893 während der Studienzeit eine Hüftfraktur. Bei genauerer Betrachtung der Daten erkannten die Forscher, dass unter jenen Frauen auffällig viele PPI eingenommen hatten.

Sie konnten tatsächlich eine Verbindung erstellen, allerdings nur dann, wenn die Frau auch Nikotin zu sich nahm. Wer demnach als Raucherin für mindestens zwei Jahre auf die Medikamente zurückgreift, dessen Risiko auf einen Knochenbruch steigt um 35 Prozent. Das Risiko steigt auch weiter, je länger man PPI einnimmt und nicht mit dem Rauchen aufhört. Warum dies so ist, da haben die Forscher bisher nur eine Vermutung.

Da das Rauchen hemmend auf die Kalziumaufnahme im Körper wirkt und die PPI eine ähnliche Wirkung besitzen, könnte beides zusammen zu viel Kalzium von den Knochen fernhalten. Dann werden diese leichter brüchig.

Rheuma-Patienten haben erhöhtes Risiko für Knochenbrüche

Faltige Hände eines alten Menschen o Seniors mit schwarzer Bekleidung an Gehstock o Krückstock
mani © fotorf - www.fotolia.de

Als ob Rheuma an sich nicht bereits schmerzhaft genug ist und bei vielen Patienten die Lebensqualität stark beschneidet, haben Forscher nun auch anhand von Erhebungen eine bedenkliche Folgekrankheit ermittelt. Menschen mit einer rheumatoiden Arthritis entwickeln zudem häufig Schäden an der Knochenstruktur. Das Ergebnis ist, dass viele Menschen mit chronischem Rheuma auch mit vermehrten Knochenbrüchen rechnen müssen. Die Frakturen betreffen sehr oft die Hüfte und auch die Wirbelsäule. Eine Erhebung untersuchte über acht Jahre hinweg Frauen mit und ohne Rheuma. In diesen Zeit kam es auffallend oft in der Rheuma-Gruppe zu Knochenbrüchen. Die Statistik ermittelte, dass das Risiko auf Frakturen durch Rheuma um das 3,03-Fache steigt.

Diese Erkenntnis hat für Rheuma-Patienten aber auch etwas Gutes. Bisher war schlicht nicht bekannt, dass Knochenbrüche zu den Folgeerscheinungen der Krankheit zählen können und daher wurde nur selten eine Knochendichtemessung durchgeführt. Die Befragung von 532 Patienten mit Rheuma zeigte, dass nur 14 Prozent der Hausärzte eine solche Messung empfohlen hatte. Selbst die Rheumatologen als Fachärzte auf dem Bereich hatten nur in 33 Prozent der Fälle die Messung als für nötig erachtet. Dies kann sich nun ändern. Durch bessere Vorsorge sollte dann auch die Behandlung deutlich besser und so Frakturen vermieden werden.

Risiko für Knochenbrüche ist durch Osteoporose höher als der Wintersport

Skifahrer springt steilen Abhang hinunter
freerider © Ludwig Berchtold - www.fotolia.de

Das Wissen­schaftliche Institut der AOK (WIdO) hat jetzt eine Analyse über die Häufigkeit von Knochenbrüchen bei ihren Versicherten durchgeführt. Dabei ging es vor allem darum, ob die Zahl der Knochenbrüche auch mit dem Wintersport in Bayern in einem Zusammenhang steht.

So wurden in Bayern im Jahr 2012 mehr als 220.000 Mitglieder der AOK von den Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten wegen eines Knochenbruchs behandelt, was etwa 4,6 Prozent zur Zahl der Mitglieder entspricht. Aber damit liegt Bayern nur im Mittelfeld bei den deutschen Bundesländern.

Altersbedingte Brüche

Wie aber die Analyse weiter zeigt, entfallen mehr als zwei Drittel der Knochenbrüche, vor allem bei den über 50-Jährigen, auf Stürze in Folge von Osteoporose. So hängt automatisch auch die Anzahl der Brüche von der Altersstruktur in den Bundesländern ab.

Auf die einzelnen Bundesländer bezogen, lagen Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vor­pommern mit jeweils 5,9 Prozent an der Spitze. Die wenigsten Knochenbrüche ereigneten sich im Rheinland, wo nur 3,7 Prozent der Knochenbrüche registriert wurden. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 4,5 Prozent.

Knochenbrüche bei den älteren Menschen

Aber weiterhin konnten die Wissenschaftler feststellen, dass in der Altersgruppe der unter 50-Jährigen mehr die männlichen Versicherten einen Knochenbruch erlitten, aber in der Gruppe der Älteren der Anteil der Frauen überragte. Dies liegt vielleicht auch daran, dass beispielsweise Jungen mehr Sportarten betreiben, beispielsweise Fußball, wo die Verletzungsgefahr höher liegt.

Probleme mit der Knochendichte bei Kindern kann erkannt werden, wenn es häufig zu Brüchen kommt

Kinder brechen sich in der Zeit vor der Pubertät nicht selten den Unterarm. Sollte dies jedoch auftreten, wenn das Kind nur leicht gefallen ist, dann kann dies sogar ein Hinweis auf ein Problem mit der Knochendichte sein. Das gaben nun amerikanische Forscher der Mayo Clinic bekannt.

Knochendichte kann durch Muskelaufbau und einer Ernährungsumstellung vergrößert werden

Rund jedes dritte Kind erleidet einmal in seiner Kindheit und Jugendzeit einen Knochenbruch. Treten solche Brüche jedoch öfter auf, sollten Eltern nach weiteren Untersuchungen fragen. In seltenen Fällen kann sich dahinter auch die Glasknochenkrankheit oder Rachitis verbergen.

Einer geringen Knochendichte kann über vermehrten Muskelaufbau und eine Umstellung der Ernährung entgegengewirkt werden. Wie stabil letztendlich die Knochen im Erwachsenenalter sein werden, hängt ganz davon ab, wie viel Knochenmasse der Körper bis in die frühen zwanziger ansammeln konnte. Bereits ab dem 35. Lebensjahr wird Knochenmasse wieder abgebaut.

Komplizierte Brüche und Komplikationen bei übergewichtigen Kindern häufiger

Linker Arm einer Frau mit gebrochenem Handgelenk wird von Arzt verbunden mit blauem Tapeverband, Gips
broken arm © trialartinf - www.fotolia.de

Übergewichtige Kinder leiden unter vielfältigen gesundheitlichen Problemen und haben ein stark erhöhtes Risiko, Diabetes und Herzkreislauf-Krankheiten zu entwickeln. Doch damit nicht genug: Auch bei Knochenbrüchen kann das Übergewicht zu schwereren Problemen führen als bei normalgewichtigen Kindern - zumindest bei Stürzen auf den Arm.

Dies ergab eine Studie der University of Michigan, die insgesamt 350 Patienten im Alter von zwei bis elf Jahren untersuchte.

Die Studie im Detail

Alle Kinder hatten sich einen Bruch des Oberarmknochens zugezogen und mussten operiert werden. Dabei stellte sich heraus, dass von 205 Kindern, die einen komplexen Knochenbruch mit zum Teil mehrfachen Brüchen erlitten hatten, mehr als jedes vierte Kind stark übergewichtig war (57 Patienten). Bei den 149 Kindern, die einen einfachen Armbruch erlitten hatten, war weniger als jedes zehnte Kind (11 Patienten) stark übergewichtig.

Übergewichtige Kinder haben erhöhtes Risiko

Statistisch gesehen hatten die dicken Kinder also ein neunfach erhöhtes Risiko, einen komplizierten Oberarmbruch zu erleiden und ein vierfach erhöhtes Risiko, dass es nach der OP zu Komplikationen kam.

Ähnliche Resultate kamen auch bei der Untersuchung zu Brüchen des Oberschenkelknochens heraus. Der Oberarmknochenbruch ist bei Kindern die häufigste Fraktur, da viele beim Spielen auf die ausgestreckten Arme stürzen. Zumeist bricht der Knochen dann kurz oberhalb des Ellenbogengelenks.

Forscher widerlegen frühere Studien: Dünne Kinder erleiden häufiger Knochenbrüche

Kind mit Buch über dem Kopf
kind mit buch 6 © A. Jüttner-Lohmann - www.fotolia.de

Bislang galt unter Forschern die Annahme, dass dicke Kinder einem größeren Risiko für Knochenbrüche ausgesetzt sind, weil bei ihnen im Falle eines Sturzes mehr Masse auf die Knochen einwirkt.

Aktuelle Studie aus Kanada

Kanadische Forscher des BC Children's Hospital in Vancouver widersprachen dieser Ansicht nun: Ihrer Studie zufolge treten bei sehr dünnen Kindern häufiger Frakturen auf - möglicherweise aufgrund einer geringeren Knochendichte.

Die Forscher untersuchten die Daten von 2213 Kindern zwischen 7 und 17 Jahren, die aufgrund einer Fraktur in einem von zwei kanadischen Krankenhäusern behandelt wurden.

Von den behandelten Kindern waren je 14 Prozent als übergewichtig bzw. adipös eingestuft worden. Bei dieser Gruppe traten insgesamt gesehen die wenigsten Frakturen auf, wobei die Forscher jedoch darauf hinwiesen, dass die übergewichtige Gruppe häufiger Beinbrüche erlitt.

Insgesamt betrachtet, lag das Risiko bei den adipösen Kindern bei 0,75, bei den übergewichtigen Kindern bei 1,15 und bei den untergewichtigen Kindern bei 1,44. Am häufigsten waren Jungen im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren betroffen.

Die Studie erwähnt allerdings nicht, ob die adipösen und übergewichtigen Kinder im gleichen Maße dem Verletzungsrisiko ausgesetzt sind wie die dünnen Kinder, die sich im Alltag vermutlich weit mehr bewegen und Sport treiben.

Mehr Knochenbrüche bei einer Gewichtsveränderung in den Wechseljahren

Körper reagiert während der Menopause besonders gefährlich auf Gewichtsab- und zunahmen

Damenfüße auf einer hellblauen, analogen Waage
Woman legs with scales on isolated background © Izaokas Sapiro - www.fotolia.de

Bei manchen Frauen kommt es während der Wechseljahre zu deutlichen Gewichtsveränderungen. Die Mehrheit der Betroffenen nimmt an Gewicht zu. Einige verlieren aber auch im Zuge einer gewünschten Diät überschüssige Kilos und manche nehmen aufgrund chronischer Krankheiten ab.

Eine aktuelle Studie hat nun ermittelt, dass der Körper während der Wechseljahre offenbar besonders gefährlich auf Gewichtsabnahmen und Zunahmen reagiert. In der Menopause steigt dann das Risiko auf Knochenbrüche und zwar unabhängig davon, ob die Betroffene gewollt oder ungewollt abgenommen oder zugenommen hat. Jedoch spielte der Grund der Abnahme eine wesentliche Rolle dafür, welche Knochen am häufigsten eine Fraktur hatten.

Gefahr für Hüftfrakturen bei Gewichtsverlust stieg um 65 Prozent

An der Untersuchung beteiligten sich 120.000 Frauen in den Wechseljahren. Man betrachtete zunächst alle Teilnehmerinnen, die in den ersten drei Studienjahren mindestens fünf Prozent ihres Ausgangsgewichts verloren. In den weiteren elf Jahren traten bei diesen Frauen häufiger Knochenbrüche als bei Frauen ohne Gewichtsveränderung auf.

  1. Die Gefahr für Hüftfrakturen stieg um 65 Prozent.

  2. Bei Arm- und Beinbrüchen waren es neun Prozent.

Fragte man gezielt nach, ob die Abnahme gewollt oder ungewollt war, kamen nach erfolgreichen Diäten vor allen Dingen Arm- und Beinbrüche vor, bei ungewolltem Gewichtsverlust dagegen Wirbel- und Hüftbrüche.

Nun betrachtete man die Frauen, die während der Wechseljahre zugenommen hatten und auch hier war das Risiko für Frakturen nach elf Jahren verändert. Wer mindestens fünf Prozent zum eigenen Ausgangsgewicht hinzubekommen hatte,

  1. dessen Risiko auf Fuß- und Beinbrüche stieg um 18 Prozent.

  2. Das Risiko auf Hand- und Armbrüche um zehn Prozent.

Gründe für erhöhte Gefahr sehr unterschiedlich

Die Gründe für die erhöhte Knochenbruchsgefahr dürften laut der Forscher sehr unterschiedlich sein. Bei chronischen Krankheiten, die zu einem ungewollten Gewichtsverlust führen, leidet per se der gesamte Körper. Nach einer freiwilligen Diät dagegen fehlt die "Polsterfunktion" des Fettgewebes bei Stürzen.

Verlauf

In der Regel verlaufen Knochenbrüche positiv und die entstandenen Frakturen heilen gut und komplikationslos ab. Selten kann es vorkommen, dass ein Bruch im Gips abrutscht, sodass eine erneute Einrichtung oder eine Operation erforderlich werden.

Pseudoarthrose und Infektion

Im manchen Fällen kann sich auch eine Pseudoarthrose bilden, wenn der Knochen nicht richtig heilt, was bei Beschwerden eine Operation notwendig macht.

Sehr selten treten bei offenenen Brüchen Infektionen der Knochen auf, wodurch aufwendige Behandlungen mit Spülungen durchgeführt werden müssen.

Symptome

Um sich ein Bein zu brechen, muss man sich nicht unbedingt in extreme Gefahrensituationen begeben. Zwar ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass man sich einen (oder mehrere) Knochen bricht, wenn man zum Beispiel mit dem Mountainbike an einem rasanten Downhill-Wettbewerb teilnimmt - man kann sich aber auch schon bei simplen Tätigkeiten im Haushalt verletzen.

Nun ist bei (gut organisierten) sportlichen Events wie einem Downhill-Wettbewerb natürlich immer medizinisches Personal zugegen, welches im Notfall sofort handeln kann. In den eigenen vier Wänden, bei Gartenarbeiten oder bei Fahrradtouren mit der Familie ist man hingegen erst einmal auf sich selbst gestellt.

Das bedeutet auch, dass man zunächst einmal selbst eine "Diagnose" stellen muss. Nun kann es sich bei einer Verletzung nach einem Sturz, nach dem Umknicken oder Stolpern natürlich auch um

handeln, doch eben auch um einen Knochenbruch.

Offener oder geschlossener Bruch

Um richtig handeln zu können, sollte man daher wissen, welche Symptome auf einen Knochenbruch hinweisen können. Zunächst einmal wird zwischen offenen und geschlossenen Knochenbrüchen unterschieden.

  • Bei einem geschlossenen Bruch ist die Haut unversehrt.
  • Bei einem offenen Bruch sind Verletzungen der Haut zu sehen.

Es kann sich auch schon um einen offenen Bruch handeln, wenn die Verletzung der Haut nur sehr klein ist und kaum Blut austritt.

Zu den typischen Symptomen bei Knochenbrüchen gehören zudem:

  • starke Schmerzen
  • Fragmente, die aus der Wunde ragen
  • ein Knirschen an der gebrochenen Stelle (Krepitation)
  • Achsenfehlstellungen
  • die Möglichkeit, den Knochen in abnorme Richtungen zu bewegen (der Knochen sollte allerdings möglichst nicht bewegt werden)
  • schlechte Beweglichkeit
  • Blutergüsse (Hämatome)
  • Schwellungen
Kinder und Knochenbrüche

Der Schmerz ist groß wenn Kinder Knochenbrüche erleiden, die Folgen meist nicht

Je jünger das Kind, desto schneller wachsen gebrochene Knochen wieder zusammen - ganz ohne Eingriff

Beine eines Kindes, rechter Fuß und Unterschenkel in Gips
girl with a broken leg © kameel - www.fotolia.de

Ein Großteil der Knochenbrüche bei Kindern lässt sich einfacher behandeln als bei Erwachsenen. Denn Kinderknochen sind biegsam - wie junge Äste. Die Knochenhaut ist noch so elastisch, dass sie unter großem Druck nicht reißt, wohl aber der darunter liegende Knochenschaft. Deshalb sprechen Ärzte auch von "Grünholz-Frakturen."

Die elastische Knochenhaut sorgt für gute Heilung

Bei intakter Knochenhaut ist den Bruchstücken damit ein Weg vorgegeben, wie sie heilen sollen, erklärt Dr. Markus Keßler, Leiter der kindertraumatologischen Sprechstunde an der Kinderchirurgie des Uniklinikums Heidelberg im Apothekenmagazin "Baby und Familie". Erfahrene Kinderchirurgen können solche Brüche manchmal fühlen, sie müssen nicht einmal röntgen. Ein Gips, der den Arm ruhig stellt, genügt dann.

Bei einem Kleinkind kann so ein Bruch nach zwei bis drei Wochen verheilt sein, bei einem Schulkind dauert dies schon bis zu fünf Wochen. Selbst bei Knochenfehlstellungen operieren Kinderchirurgen seltener als bei Erwachsenen, weil die Selbstheilungskräfte noch enorm sind. Auch was anfangs in leichter Schiefstellung zusammengewachsen ist, wächst sich später aus.

Schwieriger als bei Erwachsenen wird es allerdings, wenn Brüche die kindlichen Wachstumsfugen einbeziehen, denn in diesem Bereich spielt sich das Längenwachstum des Knochens ab. Im schlimmsten Fall verkürzt sich dann ein Knochen.

Gebrochene Knochen bei Kindern beurteilen Ärzte besonders oft falsch

Wenn es um Knochenbrüche bei Kindern geht, liegen Ärzte mit ihrer Diagnose besonders oft daneben, berichtet das Apothekenmagazin „BABY und Familie“. Das Blatt beruft sich auf Ergebnisse von Schlichtungsstellen norddeutscher Ärztekammern. Diese hatten 189 Fälle zu beurteilen, in denen es um Brüche ging.

In 64 Prozent lagen tatsächlich ärztliche Fehler vor, doppelt so häufig wie im Durchschnitt aller Schlichtungsverfahren. Im Zweifelsfall sollte deshalb besser eine Zweitmeinung eingeholt werden.

Beweglichkeit der Arme und Beine ist kein guter Hinweis darauf, ob ein Kind einen Knochenbruch hat

Beine eines Kindes, rechter Fuß und Unterschenkel in Gips
girl with a broken leg © kameel - www.fotolia.de

Wenn ein Kind gestürzt ist, prüfen Eltern gerne, ob es sich etwas gebrochen hat. Dabei wird meist darauf geschaut, ob Arme, Beine oder Hände noch beweglich sind. Doch diese Untersuchung könne unzuverlässig sein, so Professor Hans-Jürgen Nentwich, Vorstandsmitglied vom Kölner Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Rund jedes zehnte Kind mit einem Bruch könne seine Extremitäten demzufolge noch bewegen. Auch Schwellungen seien nicht immer gegeben. Besonders häufig kann eine solche Falschdiagnose passieren, wenn das Kind übergewichtig ist. Nentwich empfiehlt allen Eltern, deren Kinder starke und anhaltende Schmerzen haben, zu einem Arzt zu gehen. Das gilt auch dann, wenn ein Bruch nicht auf den ersten Blick zu erkennen oder zu ertasten ist.

Ein Knochenbruch bei Kindern muss oftmals anderes behandelt werden als beim Erwachsenen

Nahaufnahme rechte Hand im Gips, weißer Hintergrund
Broken arm in plaster - isolated on white © Samu - www.fotolia.de

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH), Jörg Fuchs aus Tübingen erklärt, dass bei einem Knochenbruch bei Kindern anders behandelt werden muss als bei einem Erwachsenen. Zwar heilt ein Knochenbruch bei Kindern schneller, aber es besteht oftmals die Gefahr, dass die Knochen vielleicht auch schief zusammenwachsen können.

Auch können die Kinder nicht immer sagen, wo genau die Schmerzen sind und so kann der Chirurg bei den Röntgenaufnahmen kleine Haarrisse und Verschiebungen sowie Drehungen bei den kindlichen Knochen auch leicht übersehen. Die Folge ist dann, dass die Knochen fehlerhaft zusammenwachsen und später können auch Komplikationen auftreten.

Die meisten Brüche bei Kindern und Jugendlichen bis 15 Jahre beziehen sich auf die Unterarme, danach folgen Oberarm und Schulter. Bei manchen Brüchen muss der Arzt auch das Wachstum des Kindes berücksichtigen, so beispielsweise beim Ellenbogengelenk.

Zukünftig keine OP bei Kindern mit Unterarmnbrüchen mehr?

Frau mit gebrochenem Arm, Gips mit blauem Verband
Frau mit gebrochenem Arm © soschoenbistdu - www.fotolia.de

Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie berichtet, dass Unterarmbrüche, welche nahe beim Handgelenk liegen, bei Kindern oftmals sehr gut von allein verheilen. Vor allem dann, wenn sich die kleinen Patienten noch im Wachstum befinden. Eine Operation können zukünftig nicht mehr zwingend notwendig sein.

Solche Brüche entstehen meist beim Sport und Toben. Immer noch wird jeder zweite Bruch vom Arzt gerichtet. Hierfür werden die Knochen mit einem Metallstift fixiert und der Arm mittels Gips ruhig gestellt.

Bei Kindern bis zu zwölf Jahren verheilen solche Brüche allerdings meist auch ohne Operation. Das teilte das Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie, Lukas Wessel mit. Eine Spontankorrektur wurde bereist oftmals beobachtet. Diese Korrektur funktioniere nur aufgrund der Wachstumsphase, da sich die Knochen noch entwickeln und Fehlstellungen meist von allein korrigiert werden.

Ob es zukünftig tatsächlich generell ausreichen kann, den Arm lediglich ruhig zu stellen, soll nun eine Untersuchung anhand von 742 Kindern im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren feststellen. Die Untersuchung laufe über 2 Jahre und die Hälfte der Kinder wird operiert, die andere Hälfte soll nach einem solchen Unterambruch lediglich einen Gips bekommen. Den Verlauf der Heilung wird man über Röntgen verfolgen.

Knochenbrüche bei Kindern heilen meist ohne Operation

Das Risiko für Knochenbrüche ist bis zum 18. Geburtstag besonders hoch. Jedes vierte Kind erleidet eine Fraktur. Im Gegensatz zu Erwachsenen müssen Kinder rund Jugendliche jedoch seltener operiert werden. Auch Brüche mit einer Fehlstellung der Knochen lassen sich mit konservativer Therapie gut heilen.

Typische Unfälle bei Kindern betreffen meist die langen Röhrenknochen in Ober- und Unterarm. Je jünger die Patienten sind, desto eher gleicht das Längenwachstum der Knochen eine Fehlstellung wieder aus. Auch die Nähe zu aktiven Wachstumsfugen wirkt sich positiv auf die Heilung aus.

Vor allem bei Wulst- und Grünholzbrüchen mit nur geringer Verformung der Knochen begradigen sich bei Kindern von selbst. Narkose und Operation sind daher nur in seltenen Fällen nötig.

Diagnose

Um einen Knochenbruch zu diagnostizieren, wird in der Regel eine Röntgenbildaufnahme angefertigt. Mit einer solchen Aufnahme können die Anzahl der Fragmente sowie die Stellung des Knochens erkannt werden.

Außerdem kann auf dem Röntgenbild festgestellt werden, ob ein Bruch verschoben ist oder ob zudem ein Gelenk in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ein unverschobener Bruch kann jedoch nicht immer mit einer Röntgenaufnahme erkannt werden.

Ultraschall erkennt Knochenbrüche genau so gut wie Röntgen

Arztpraxis: Ultraschall der Schulter, Sonographie
Ultraschall der Schulter, Sonographie © Sven Bähren - www.fotolia.de

Um die genaue Lage eines Knochenbruchs bei Kindern festzustellen reicht meist eine Untersuchung mit Ultraschall aus, berichtet die „Apotheken Umschau“. Das habe eine Studie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, gezeigt.

Die Untersuchung an 653 verletzten Kindern ergab, dass Ärzte die Frakturen auf diese Weise in über 90 Prozent der Fälle präzise orten konnten. Mit Röntgenbildern erreichten die Mediziner nahezu die gleiche Quote. Vorteil des Ultraschall : Die Kinder werden keiner Strahlungsbelastung ausgesetzt.

Erste Hilfe bei Knochenbrüchen

Kommt es zu einem Knochenbruch, muss immer ein Arzt konsultiert werden. Entweder wird ein Notarzt informiert oder man fährt den Verletzten sofort in ein Krankenhaus. Bevor sich jedoch ein Arzt die Verletzung ansehen kann, muss eine Erstversorgung stattfinden.

Bei offenen Brüchen ist es besonders wichtig, dass die Blutung gestillt wird, um den Blutverlust so gering wie möglich zu halten. Außerdem sollte die Wunde keimfrei gehalten werden, damit keine Bakterien in die Wunde eindringen können. Dazu kann man sie mit sterilen Tüchern aus dem Verbandskasten abdecken.

Bei der Erstversorgung ist es wichtig, dass die Bruchstelle nicht bewegt wird. Das gilt auch für geschlossene Brüche. Der betroffene Knochen kann aber mit einem Tuch fixiert werden oder er kann ruhig gelagert werden.

Zur Schmerzlinderung können geschlossene Brüche mit nassen, kalten Tüchern abgedeckt werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass kein Druck auf die Bruchstelle ausgeübt wird.

Mit dem Schock richtig umgehen

Da ein Bruch häufig mit enormen Schmerzen verbunden ist und es nach Unfällen oft zu Schockzuständen kommt, sollte auch der Blutdruck des Verletzten kontrolliert werden. Auch Blässe oder Verwirrtheit können auf einen Schock hindeuten.

Um eine Bewusstlosigkeit des Verletzten zu verhindern, sollte dieser in eine Schocklage gebracht werden. Dazu legt man den Verletzten flach auf den Rücken und bringt die Beine in eine erhöhte Position. Die Beine sollten allerdings nicht höher als 40 bis 50 Zentimeter liegen.

Nichts mehr essen oder trinken

Des Weiteren sollte man daran denken, dass eine sofortige Operation unter Narkose notwendig sein könnte. Deshalb sollte der Verletzte nichts mehr essen oder trinken.

Zu guter Letzt ist es wichtig, ruhig und besonnen vorzugehen. Das kann allerdings nur dann gelingen, wenn man genau weiß, was in einer solchen Situation zu tun ist. Deshalb ist es ratsam, regelmäßig sein Wissen über Erste-Hilfe-Maßnahmen aufzufrischen.

Behandlung

Zu den drei Hauptprinzipien bei der Behandlung von Knochenbrüchen gehören:

  1. die Reposition (Einrichtung)
  2. die Immobilisation (Ruhigstellung)
  3. die Kompression (Druck auf die Bruchstelle)

Oftmals genügt eine konservative Therapie zur Behandlung einer Fraktur. Anstelle der klassischen Gipsverbände werden dabei in den letzten Jahren immer häufiger die leichteren Kunststoffverbände angewendet.

Operationen unterhalb des Knies begünstigen Venenthrombosen

Besonders kurz nach der Operation droht die Gefahr einer Venenthrombose oder einer Lungenembolie

Mann mit Gipsbein am Meer, Beinbruch im Urlaub, Auslands-Krankenversicherung
gipsbein im urlaub © contrastwerkstatt - www.fotolia.de

Wenn aufgrund einer Fraktur eine Operation unterhalb des Knies durchgeführt werden muss, kann dies bei bestimmten Patientengruppen die Thrombosegefahr erhöhen. Darauf weisen orthopädische Chirurgen aus Kopenhagen hin.

Für ihre Studie untersuchten die Mediziner die Daten von 57.619 Patienten, die zwischen 1999 und 2011 in Dänemark aufgrund einer Fraktur

operativ behandelt werden mussten. 1,0 Prozent (594 Personen) hatten in den sechs Monaten nach der Entlassung eine Lungenembolie oder eine tiefe Venenthrombose entwickelt.

Je kürzer die OP her ist, desto größer das Risiko

Besonders gefährdet waren Patienten kurz nach der Operation, während sie sich noch im Krankenhaus aufhielten: In dieser Zeit ereigneten sich 75 venöse Thromboembolien (VTE), die jedoch nicht tödlich verliefen.

Bei acht Patienten, die im Krankenhaus gestorben waren, wurde eine Lungenembolie dokumentiert. Je weiter der Zeitpunkt der Operation zurück lag, umso mehr sank die Gefahr einer VTE.

Risikofaktoren

Zu den Risikofaktoren gehörte dabei vor allem eine Vorgeschichte mit Lungenembolie oder tiefer Venenthrombose. Allerdings stellten die Forscher ein erhöhtes Risiko auch für Patienten fest, die

Bei einem BMI über 25 hatte sich die VTE-Rate verdoppelt, bei einem BMI über 35 sogar verdreifacht. Ein höheres Alter trug ebenfalls zum Risiko bei.

Bei Ruhigstellung von Beinen, durch einen Gipsverband, steigt die Thrombosegefahr

Hochgelegtes blaues Gipsbein, daneben eine Krücke auf dem Tisch
Splint © bignai - www.fotolia.de

Wer hat nicht schon einmal einen Beinbruch gehabt, so dass anschließend das Bein teilweise wochenlang durch einen Gipsverband ruhig gestellt wurde.

Hierbei besteht aber, auch bei ansonsten gesunden Menschen, die Gefahr eines Blutgerinnsels, was zu einer Thrombose führen kann. Auch bei langen Flügen kann es durch das lange Sitzen zu einem Stau des Blutes kommen, so dass sich eventuelle Blutgerinnsel bilden können, die dann zur einer Thrombose führen.

Aber grundsätzlich sind gesunde Passagiere kaum gefährdet, außerdem gibt es einige Tipps für Langzeitflüge. Man versteht übrigens unter einer Thrombose den Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel, wobei am häufigsten die tiefen Bein- und Beckenvenen betroffen sind. Bei einem Blutgerinnsel in den oberflächlichen Venen, wie den Krampfadern, ist dies gesundheitlich meistens harmlos.

Operation

In manchen Fällen ist aber eine Operation erforderlich, zum Beispiel wenn eine Verschiebung des Bruches ohne Einrichtung droht oder es sich um einen offenen Bruch handelt. Bei einer Operation werden die Knochenteile, die sich bei der Fraktur verschoben haben, wieder in die richtige Position gebracht, was mit manuellem Druck oder Zug bewerkstelligt wird.

Dann werden die Knochen mit Hilfe von Metallplatten, Schrauben, Drähten oder Nägeln bis zur erfolgreichen Heilung des Knochens fixiert.

Neue Behandlungsmethoden

Beim Bruch des Oberarmknochens hat eine Operation keine Vorteile

Die konservative Behandlung der Humerusfraktur ist genauso effektiv wie eine operative

Armbruch, Armverletzung: Ärztin untersucht Arm eines Patienten
Doctor diagnosing broken arm © Photographee.eu - www.fotolia.de

Bei einem Unfall kann es geschehen, dass ein Oberarmknochen gebrochen wird. Der Arzt spricht dann von einer Humerusfraktur, denn "Humerus" bedeutet Oberarmknochen und "Fraktur" Knochenbruch.

Die zwei Behandlungsoptionen

Bislang gibt es zwei Behandlungsoptionen, zwischen denen Ärzte in diesem Fall wählen. Die konservative Methode sieht vor, den Arm ruhig zu stellen, damit der Knochen selbst verheilen kann.

Allerdings kann es geschehen, dass die Bruchstücke des Knochens sich verschieben, weshalb viele Ärzte auf Nummer sicher gehen und lieber direkt zur operativen Versorgung greifen. Dabei wird in einer OP dafür gesorgt, dass die Bruchstücke ideal zueinander stehen. Je nach Bedarf wird dabei mit Schrauben oder Nägeln gearbeitet.

US-Studie testet die Behandlungsoptionen anhand von 250 Patienten

Welches Vorgehen wirklich sinnvoller ist, wollte eine US-Studie herausfinden und arbeitete mit 250 Patienten. Alle hatten eine Humerusfraktur erlitten und wurden in zwei Gruppen aufgeteilt.

Man setzte eine Nachbeobachtungszeit von zwei Jahren an, damit die Brüche mit Sicherheit in Ruhe verheilt waren. Dann bat man die Teilnehmer, die noch vorhandenen Bewegungseinschränkungen und Schmerzen im Alltag anzugeben.

Der Oxford Shoulder Score

Genutzt wurde dafür der Oxford Shoulder Score von 0 bis 48 Punkte, wobei mehr Punkte für mehr Zufriedenheit stehen. Ab 40 Punkten spricht man von einer gut funktionierenden Schulter.

In der OP-Gruppe kam man nach zwei Jahren auf einen Durchschnittswert von 39,07 Punkten. In der Gegengruppe lag der Wert im Schnitt bei 38,32 Punkten. Der minimale Unterschied ist rein statistisch ohne Wert, womit die Studie zeigt, dass beide Verfahren gleich gut sind.

Konservative Methode ist empfehlenswerter

Da die Operation keine Vorteile hat, ist demnach die konservative Behandlung oft die bessere Wahl. Da eine OP immer Risiken birgt, geht man diese umsonst ein.

Dies zeigt sich auch in der Studie, da in der OP-Gruppe einige Komplikationen auftraten. Insgesamt gab es neun Todesfälle, während es in der Gegengruppe nur fünf gab.

Durch Fettzellen Bildung von neuem Knochengewebe

Wissenschaftler aus den USA haben herausgefunden, dass die Stammzellen, die aus Fettzellen gewonnen wurden, in Zukunft dazu beitragen könnten schwere Knochenverletzungen zu heilen.

Nagern, denen man Löcher in die Schädel gebohrt hatte, transplantierte man aus Fettzellen gewonnene Stammzellen in die Löcher. Wie von den Wissenschaftlern erhofft förderten die Zellen den Knochenwuchs und verschlossen die gebohrten Löcher.

Patienten mit gebrochenen Knochen haben heute Dank Kunstharz viel Bewegungsfreiheit

Der klobige Gips, der in früheren Zeiten gebrochene Knochen schiente und still legte, hat heute weitgehend ausgedient. An seine Stelle ist zumeist Kunstharz getreten. Sehr häufig schienen die Chirurgen Brüche heute aber auch von innen, auf oder im Knochen, berichtet die „Apotheken Umschau“.

Eine entscheidende Neuerung der vergangenen fünf Jahre sind sogenannte winkelstabile Implantate. Mit ihnen können auch schwächere Knochen stabil verbunden werden. Sie ermöglichen eine „Mikro-Beweglichkeit“, die für den Heilungsprozess vorteilhaft ist. „Der Knochen braucht eine gewisse Unruhe und Belastung“, erklärt Professor Volker Bühren von der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Murnau. „Wenn ihm das Implantat die ganze Last abnimmt, heilt er schlecht.“

Die neuen Techniken erlauben den Patienten weitgehende Teilnahme am normalen Leben. Besonders für ältere Patienten ist dies manchmal sogar lebensrettend: Werden sie nach einem Bruch bettlägerig, drohen Muskelschwund und versteifte Gelenke sowie Blutgerinnsel und Embolien, die tödlich enden können.

Knochenbrüche können in Zukunft mit biologischen Kleber geheilt werden

Wissenschaftler arbeiten an einem Kleber, der kleine Kochenbrüche in Zukunft perfekt heilen soll

Ärzte vor Röntgenbild, Analyse
Ärzte besprechen am Röntgenbild © Peter Atkins - www.fotolia.de

In Zukunft sollen komplizierte Knochensplitterbrüche mit einem biologischen Kleber geheilt werden.

Amerikanische Biologen untersuchen deshalb einen von Ringelwürmern hergestellten Klebstoff, mit dem sich diese im sandigen Untergrund ihre Wohnhöhlen bauen. Wie Russell Stewart von der University of Utah sagt, sind kleine Knochenbrüche besonders schwierig zu heilen, weil die Bruchstücke ganz genau angeordnet werden müssen.

Eine Lösung dafür sieht er bei den Ringelwürmern, die sich ihre Wohnhöhlen bauen, wobei sie Sandkörner und Muschelsplitter sowie ihren Kleber dafür benutzen, und die Höhle wird Stück für Stück zusammengesetzt. Der körpereigene Kleber besteht aus sauren und basischen Proteinen, der auch im Meereswasser hält.

Wissenschaftler nehmen Wurm mit seinem Kleber als Vorbild

Nach diesem Vorbild hat nun der Wissenschaftler einen synthetischen, biokompatiblen Klebstoff entwickelt, der bislang die halbe Festigkeit eines chemischen Superklebers besitzt. Die Wissenschaftler haben ihren Kleber in einer warm-feuchten Umgebung ausprobiert und dabei kleine Glaskügelchen miteinander verbunden. Aber auch Knochensplitter können auf diese Weise stabil zusammen geklebt werden.

Man hofft, in fünf Jahren den Kleber auch beim Menschen einsetzen zu können, vorher werden aber noch Versuche an Tieren gemacht.

Zementballon verhilft zu Schmerzfreiheit

Bei Unfällen oder auch Osteoporose werden immer wieder Wirbelkörper gebrochen. Als eine der Therapieformen wird oftmals die Vesselplastie angewendet. Hierzu füllen die Spezialisten Knochenzement in den betroffenen Wirbel, um diesen dadurch zu stabilisieren.

Nun verhilft eine verbesserte Methode zu einer neuen Schmerzfreiheit und sichert die gebrochenen Wirbelkörper durch eine stärkere Stabilität ab. Ein befüllbares Implantat in Netzform (Zementballon) kann direkt mit dem Knochenzement ausgepolstert werden und bietet den großen Vorteil nicht wieder entfernt werden zu müssen.

Auch ein mögliches Auslaufen des Knochenzements wird mit dieser Methode unterbunden. In der Regel sind die Patienten innerhalb weniger Stunden nach der Operation schon so gut wie beschwerdefrei. Ist die Operationstechnik begründet, übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Behandlung.

Blitzschnelle Heilung von Knochenbrüchen durch ein Medikament

Die meisten Knochenbrüche bedingen zur Heilung einen wochenlangen Gips. Nun fanden Wissenschaftler heraus, dass ein bestimmtes Medikament gegen Osteoporose bei Knochenbrüchen die Heilung beschleunigt.

So scheint der enthaltene Wirkstoff die Stammzellen zur Knochenreparatur zu animieren und somit auch durch die freigesetzten Selbstheilungskräfte des Körpers die Brüche rascher zu heilen. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher aufgrund einer kleinen Testreihe, die allerdings von der Herstellerfirma des Medikamentes mitfinanziert wurde und nun durch unabhängige Studien bestätigt werden müssen.

Neues "Glas-Material" für Implantate löst sich selbst wieder auf

Viele Knochenbrüche müssen innerhalb einer Operation durch Schrauben und Platten zur Heilung fixiert werden. Für den Patienten bedeutet das zumeist eine weitere Operation, um die Implantate wieder zu entfernen. Schweizer Wissenschaftlern ist es nun jedoch gelungen, Implantate aus einem "Glas-Material" zu entwickeln, das im Stande ist sich mit der Zeit selbständig aufzulösen.

Hierbei handelt es sich um eine Verbindung aus Kalzium, Magnesium und Zink, dass in einem ähnlichen Verfahren wie dem der Glasherstellung produziert wird. Als Ersatz gegenüber den bisher verwendeten Materialien Titan oder rostfreier Stahl, erweist sich dieses neue Leichtmetall als mechanisch belastbar und bietet durch den eigenständigen Abbau den großen Vorteil, eine weitere Operation vermeiden zu können.

Derzeit erfolgen weitere Untersuchungen, sowie klinische Tests, um diese Legierung als innovatives Material für die Knochenchirurgie zur Marktreife zu bringen zu können.

Neue Legierung zur Heilung von Knochenbrüchen entdeckt

Männerkörper, Arm in Gips
arm in gips © Mareen Friedrich - www.fotolia.de

Bei heftigen oder komplizierten Brüchen reicht ein Gips als äußere Stütze häufig nicht aus. Der Knochen muss von innen geschraubt oder mit Metallplatten fixiert werden. Diese Maßnahmen machen jedoch meist eine zweite schmerzhafte Operation erforderlich.

Das könnte der Vergangenheit angehören, denn Schweizer Wissenschaftler am ETH Zürich haben jetzt eine Legierung aus Magnesium, Zink und Kalzium entwickelt, die vom Körper abgebaut werden kann. Normalerweise entsteht beim Abbau von Magnesium Wasserstoff, dieser gesundheitsgefährdende Prozess kann mittlerweile jedoch unterbunden werden.

Für das kommende Jahr stehen praktische Tests mit dem neuen Werkstoff an. Die Forscher hoffen, dass die Legierung beispielsweise auch zum Verschließen von Gefäßen verwendet werden kann.

Nach einem Knochenbruch werden weniger Gipsverbände angelegt

Nach einem Knochenbruch werden immer weniger Gipsverbände angelegt, weil der Bruch durch Nägel oder Schrauben zusammengehalten wird, so dass die Gipspfleger weniger zu tun bekommen.

Aber eigentlich ist ein guter Gipsverband die bessere Methode einen Bruch ruhig zu stellen, damit der Knochen wieder richtig zusammenwachsen kann. Nun, die Hauptsache aber ist, dass der Patient wieder recht bald gesund wird.

Orthopäde: Knochenbruchbehandlung funktioniert bei Kindern anders

Beine eines Kindes, rechter Fuß und Unterschenkel in Gips
girl with a broken leg © kameel - www.fotolia.de

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte vor kurzem mit, dass pro Jahr weltweit 70 Millionen Menschen unter 20 Jahren wegen einem Unfall ins Krankenhaus müssen. Allein in Europa würden pro Tag 115 Kinder und Jugendliche aufgrund von Unfällen sterben. Die Hauptursache seien Unfälle im Straßenverkehr, an zweiter Stelle folgten Stürze, so ein Sprecher. Franz Grill ist Ärztlicher Direktor des Orthopädischen Krankenhauses Speising in Österreich.

Er sagte auf einer Tagung, die sich mit Knochenbrüchen bei Kindern befasste, dass man Kinder und Jugendliche bei Brüchen nicht so behandeln könne wie Erwachsene. Der Grund dafür liege in der einfachen Tatsache, dass sich der kindliche und jugendliche Körper noch im Wachstum befinde. Daher könne man bei Knochenbrüchen nur schlecht mit Schrauben und Platten arbeiten. Man müsse eher mit Schienen arbeiten, die den Knochen wieder richtig zusammen wachsen lassen, so Grill.

Neue Behandlungsmöglichkeit bei Knochenbrüchen im Alter

Männerfüße, einer im Gips, Mann läuft auf Krücken
Plaster © Podfoto - www.fotolia.de

Dank neuerer Techniken und immer verbesserter Behandlungsmöglichkeiten gibt es heute eine Vielzahl von Krankheiten, die einer wesentlich besseren Heilung unterliegen, als noch vor zwanzig Jahren.

Der Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie präsentierte ein fotosensibles Kunstharz, das im Knochen mit Blaulicht ausgehärtet wird und mit dem dadurch Frakturen auch in schwierigen Fällen stabilisiert werden können.

Das bedeutet für viele ältere Menschen eine große Erleichterung. Die Anwendungsbereiche werden zunehmend erweitert, so dass das Harz auch an großen Röhrenknochen eingesetzt werden kann.

Operation nach Unterarmbruch bei Kindern oft überflüssig: Frakturen heilen sich selbst

Kleiner Junge trägt rechten Arm in Gips, weißer Hintergrund
Young boy with red cast © Stacy Barnett - www.fotolia.de

Unter den Armbrüchen ist die distale Unterarmfraktur dicht am Handgelenk sehr häufig: Diese Art von Bruch passiert vor allem dann, wenn sich jemand bei einem Sturz instinktiv mit der Hand abstützen will.

Auch herumtobende Kinder ziehen sich häufig diese Art von Armbruch zu, die operiert wird, wenn eine Fehlstellung des gebrochenen Knochens deutlich sichtbar ist: Der Arzt richtet den Knochen und fixiert ihn mit einem Metallstift. Anschließend muss einige Wochen lang ein Gips getragen werden, damit der Arm ruhig gestellt bleibt.

Mediziner weisen jedoch darauf hin, dass ein solcher Eingriff bei Kindern unter 12 Jahren häufig überflüssig ist: Da sich die Knochen der jungen Patienten noch im Wachstum befinden, können sie sich oft von selbst korrigieren.

Eine Studie mit Kindern soll Klarheit bringen

Es genüge, den gebrochenen Arm in der Heilungsphase ruhig zu stellen. Klarheit soll nun eine große Studie bringen, bei der in den nächsten zwei Jahren die Daten von 724 Kindern verglichen werden sollen, von denen die Hälfte operiert wird, während die andere Hälfte lediglich einen Gips bekommt.

Sollte sich herausstellen, dass die Selbstheilung des Körpers ausreicht, könnte vielen Kindern in Zukunft eine Operation erspart bleiben. Der Heilungsverlauf wird mit Röntgenbildern kontrolliert.

Zeigt sich, dass die Fehlstellung nicht von alleine verschwindet, wird bei den betroffenen Patienten natürlich noch eine Operation durchgeführt, versicherten die Studienleiter.

Auch nach einer Wirbelfraktur sollten Patienten unbedingt aktiv bleiben

3D Ansicht menschlicher Körper, Wirbelsäule mit rotem Kreis markiert
wirbelsäule mit schmerzen © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Eine Wirbelfraktur gehört zu einem der problematischsten Brüche, denn in diesem Fall ist direkt ein Wirbel der Wirbelsäule betroffen. Die Patienten haben entsprechend große Schmerzen und nicht selten bleiben diese Beschwerden auch nach der Behandlung bestehen. Zu den chronischen Rückenschmerzen gesellen sich in manchen Fällen auch größere Bewegungseinschränkungen hinzu, sodass der Alltag zur Qual werden kann.

Rückenfreundlicher Sport

Viele Menschen ziehen sich nach einem Wirbelbruch aus ihrem aktiven Sport komplett zurück. Manchmal ist dies nicht zu vermeiden, wenn die Sportart sehr rückenlastig war. Ärzte raten jedoch vehement dazu, sich nach Abschluss der Behandlung dann einen anderen und rückenfreundlichen Sport zu suchen. Auswahl gibt es genügend und am besten bespricht man die Pläne mit dem Hausarzt oder idealerweise mit einem Sportmediziner.

Abbau von Muskelmasse

Auf keinen Fall sollten Betroffene jedoch jeden Sport an den Nagel hängen und inaktiv werden. Dies nämlich kann ihre Situation weiter verschlechtern. Dies zeigt auch eine aktuelle Studie mit 7.223 Frauen. Der Rückzug aus einer aktuellen Lebensführung kann mit der Zeit zu einem Abbau von Muskelmasse führen. Dies wiederum macht den Körper aber erst recht anfällig für Stürze und weitere Frakturen.

Risiko bei Bewegungsmangel

Wird weniger Muskelarbeit vom Organismus gefördert, nimmt langsam aber beständig auch die Knochendichte als solche ab und das Risiko für Brüche steigt extrem an. Außerdem sollte dringend vermieden werden, dass man zu viel Zeit im Liegen verbringt. Dies kann das Ausscheiden von Flüssigkeit über die Niere krankhaft steigern und für den Körper bedeutet das einen ungesunden Plasmaverlust. Laut Studie führen bereits 48 Stunden strikte Bettruhe zu einem Anstieg von 15 Prozent. So erhöht sich auch das Thromboserisiko und der Elektrolythaushalt kommt aus dem Gleichgewicht.

Wer zunächst Angst vor Sport hat, sollte Physiotherapie beantragen, Anleitung zum kontrollierten Widerstandstraining suchen und viele Dehn- und leichte Kraftübungen daheim absolvieren.

Schrauben aus Seide helfen bei kaputten Knochen

Seidenschrauben, um gebrochene Knochen zu fixieren. Diese Erfindung haben jetzt US-Wissenschaftler gemacht.

Vorteile der Materialeigenschaften gegenüber Metallimplantaten

Das Material, als dünner Stoff für Kleidung bekannt, ist äußerst belastbar und widerstandsfähig. Die Seidenfaser hat zudem den Vorteil, sich durch körpereigene Enzyme komplett biologisch abzubauen. Im Gegensatz zu Metallimplantaten müssen sie daher auch nicht wieder entfernt werden.

Implantate aus Metall sind hart und steif und können die Befestigungsstellen im Knochen beschädigen. Dabei können sich Entzündungen bilden. Dies gilt auch für Systeme aus resorbierbaren Polymeren.

Keine Abstoßungsreaktion druch den Körper

Erste Versuche mit Nagetieren zeigten, dass die implantierten Seidenstützen vom Immunsystem nicht als Fremdkörper wahrgenommen wurden und sich damit als gut verträglich erwiesen.

Behandlung von Knochenfrakturen – auch der Patient kann dazu beitragen

Linker Arm einer Frau mit gebrochenem Handgelenk wird von Arzt verbunden mit blauem Tapeverband, Gips
broken arm © trialartinf - www.fotolia.de

Zu den häufigsten Brüchen, die einer stationären Behandlung bedürfen, zählen Statistiken zufolge Oberschenkelfrakturen, gefolgt von Brüchen des Unterschenkels und Unterarms. Häufige Patienten sind dabei ältere Menschen, die öfter stürzen und deren Knochen gebrechlicher sind. Doch auch bei Jüngeren kommt es immer wieder zu Knochenfrakturen, welche oft durch Unfälle oder beim Sport passieren. Sie haben zumindest den Vorteil, dass deren Knochen in der Regel schneller heilen als die von älteren Patienten.

Gängige Behandlungsmaßnahmen

Handelt es sich um komplizierte Knochenbrüche, muss meist operiert werden. Hierbei erfolgt eine Fixierung mit Schrauben, Platten oder Nägeln, wodurch gewährleistet wird, dass Patienten so schnell wie möglich nach dem Eingriff wieder mobil werden.

Dass diese Implantate im Rahmen einer weiteren OP wieder entfernt werden müssen, kommt heutzutage eher selten vor, meist bleiben sie im Körper, solange sie dem Patienten keine Beschwerden bereiten. Zur Fixierung unkomplizierter Frakturen werden stabile Verbände oder externe Schienen verwendet; der klobige und unpraktische Gips kommt nur noch selten zur Anwendung.

Wie kann man selbst die Heilung fördern?

Abgesehen vom Alter gibt es noch andere Aspekte, die die Heilung eines Bruchs beeinflussen können. So kann es beispielsweise durch eine Infektion oder durch Diabetes zur Heilungsverzögerung kommen. Auch durch das Rauchen kann eine Heilung gehemmt werden; Patienten tun als gut daran, dies zu unterlassen. Hier kann es mitunter zu einem so genannten Falschgelenk kommen: der Knochen ist dann auch nach einem halben Jahr nicht zusammen gewachsen und lässt sich verschieben.

Wie wächst ein Knochen wieder zusammen?

Die Heilungsphase besteht aus mehreren Schritten. Zunächst wird der Bruchspalt mit Blut, welches aus den verletzten Gefäßen fließt, gefüllt. Es kommt zu einer entzündlichen Reaktion, welche dem Heilungsstart dient. Als nächstes wird das Gerinnungsgewebe durch Knorpelfasern verdrängt. Diese werden schließlich durch Knochen bildende Zellen ersetzt, welche als Geflechtknochen, den so genannten Kallus, bezeichnet werden.

Im letzten Heilungsschritt wird der Kallus durch Knochengewebe ersetzt. Der Patient kann seinen Knochen jetzt wieder normal belasten.

Durch neue Methoden in der Unfallchirurgie können auch größere Knochenbrüche behandelt werden

Ärzte vor Röntgenbild, Analyse
Ärzte besprechen am Röntgenbild © Peter Atkins - www.fotolia.de

In London fand jetzt der europäische Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (EFORT) statt, bei dem Experten neue künftige Methoden in der Unfallchirurgie vorstellten. Besonders bei extrem großen Knochenverletzungen ist oftmals eine Behandlung sehr schwierig oder sogar mit den zur Zeit möglichen Standardmethoden nicht möglich.

Vaskularisierte Knochentransplantation und Zelltherapie

Doch wie Peter Giannoudis von der Universität Leeds berichtet, kann sogar ein Knochendefekt bis zu 25 Zentimetern mittels einer vaskularisierten Knochentransplantation behandelt werden. Für diese Transplantation werden entweder aus dem Wadenbein, den Rippen oder dem Beckenkamm Knochenspenden entnommen. Doch diese Methode ist nicht bei älteren Patienten oder bei Patienten mit anderweitigen Erkrankungen einsetzbar.

Für die Zukunft könnte auch die Zelltherapie eine entscheidende Rolle spielen. Hierbei werden aus dem Becken Stammzellen aus dem Knochenmark entnommen, die dann an den entsprechenden Stellen implantiert werden. Doch bislang werden damit nur kleinere Frakturen behandelt.

Bioaktive Membranen und Diamant-Konzept

Für eine Regeneration von Knochengewebe sollen auch sogenannte bioaktive Membranen eingesetzt werden, doch gibt es dafür bisher nur wenige klinische Erfahrungen. Schließlich besteht noch die Möglichkeit bei der Operation gleichzeitig wichtige Bestandteile für die Knochenheilung zu implantieren, was man auch als "Diamant-Konzept" bezeichnet.

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    Langwieriger Heilungsverlauf nach Knochenbrüchen: Geduld ist angesagt

    Frau mit gebrochenem Arm, Gips mit blauem Verband
    Frau mit gebrochenem Arm © soschoenbistdu - www.fotolia.de

    Knochen gehören eigentlich zu den härtesten Substanzen des menschlichen Körpers, doch auch sie können durch einen Sturz oder Unfall brechen.

    Für den Betroffenen bedeutet dies oft wochenlange Ruhe, während die Bruchstelle langsam wieder zusammenheilt, oder zumindest die Ruhigstellung des entsprechenden Körperteils durch einen Gips. Je nach Art des Bruches kann die Heilung schneller oder schwieriger verlaufen.

    Wie ein Knochen heilt

    Haben die beiden Bruchenden engen Kontakt zueinander, können sie mit Hilfe der Bindegewebshaut, auch Periost genannt, relativ leicht wieder zusammenwachsen. Das Periost besitzt Nervenfasern, Gefäße und auch entwicklungsfähige Zellen, die neue Knochenteile bilden.

    Ohne diesen direkten Kontakt dauert es entsprechend länger, bis sich der entstandene Spalt wieder schließt. Dabei bildet der Körper zunächst aus Blutgerinnseln an der Bruchstelle Bindegewebe, aus dem sich wiederum Knorpel bildet. Mineralstoffe sorgen dann dafür, dass sich der neue Knorpel allmählich zu einem festen Knochen erhärtet.

    Dieser Vorgang kann unter Umständen Monate dauern. Hilfreich sind dabei Schrauben oder Platten, die dafür sorgen, dass die beiden Knochenenden engen Kontakt miteinander halten.

    Wichtig ist dennoch, dass der heilende Knochen noch nicht wieder belastet wird, ehe er vollkommen gehärtet ist. Dies kann zu einer Verschiebung von Fragmenten führen, die wiederum eine Pseudoarthrose auslöst. Je nach Heilungsverlauf kann ein Knochenbruch bis zu sechs Monate zur vollständigen Ausheilung benötigen.

    Rehabilitation

    Anschließend wird eine Rehabilitation durchgeführt, damit die Funktion der Muskulatur aufrechterhalten wird.

    Vorbeugung

    Spezielle Vorsorgemaßnahmen gegen Knochenbrüche gibt es nicht. Sportler, Rad- oder Motorradfahrer können sich aber durch das Tragen von Helmen vor Schädelfrakturen schützen. Skisportler sollten auf eine fachgerechte Wintersportausrüstung achten.

    Mentales Training stärkt die Muskeln

    Mit Imaginationsübungen verlieren Patienten lediglich ein Viertel ihrer Muskelkraft

    Seitenansicht Grafik Frauenoberkörper, Gehirn bunt dargestellt
    Frau mit Gehirn © axel kock - www.fotolia.de

    Muskeln, die nicht beansprucht werden, schwinden. Gerade nach Knochenbrüchen machen Patienten diese Erfahrung. US-Wissenschaftler von der Ohio University in Athens raten daher zu Mentaltraining, um diesen Prozess abzuschwächen.

    Imaginationsübungen gegen Muskelschwund

    Eine Studie zeigt, dass es Betroffenen möglich war, mit Imaginationsübungen lediglich rund ein Viertel ihrer Muskelkraft zu verlieren. Üblich sind 45 Prozent. Auch die Fähigkeit des Nervensystems, den Muskel maximal zu aktivieren, stellte sich bei ihnen wieder schneller her.

    Training für Hirnregionen

    Um die Muskelkraft zu bewahren, reichen schon Übungen von wenigen Minuten, die mehrmals am Tag wiederholt werden.

    Dies zeigt nach Ansicht der Forscher, dass neurologische Mechanismen, besonders diejenigen, die vom Gehirn ausgehen, entscheidend zum Kraftverlust beitragen. Entsprechende Hirnregionen müssten daher regelmäßig trainiert werden.

    Nach überstandenem Bruch ist Knochenstärkung wichtig

    Knochen stärken ist die wichtigste Maßnahme nach überstandenem Hüftbruch, mahnt Prof. Michael Amling vom Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf im Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber". Von einem großen Teil der Patienten werde das aber kaum beherzigt.

    Bei fast jedem zweiten geschehe gar nichts, bei weiteren 20 Prozent zu wenig, hat der Unfallchirurg herausgefunden. Viele nähmen ihre Arzneimittel nicht, etwa Präparate mit Kalzium und Vitamin D oder Medikamente, die den Knochenabbau stoppen.

    "Dabei", so Amling, "kann die Therapie das enorme Risiko für einen zweiten Bruch halbieren."

    Grundinformationen zu Knochenbrüchen

    • Knochenbrüche - Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugemöglichkeiten

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    • Bildnachweis: Frau mit gebrochenem Arm © soschoenbistdu - www.fotolia.de

    Autor:

    Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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