Das Skelett besteht aus vielen unterschiedlichen Knochen, die bei zu starker Belastung an manchen Stellen brechen können. Knochenbrüche entstehen besonders häufig durch Unfälle, aber auch durch krankhafte Veränderungen wie bei einer Knochenentkalkung.
Unter einem Knochenbruch oder einer Fraktur versteht man den vollständigen oder teilweisen Bruch eines oder mehrerer Knochen. Er kann entweder durch äußere Gewalteinwirkung (Stoß, Schlag, Sturz) oder aber durch eine im Knochen selbst ablaufende oder auf ihn übergreifende Krankheit (Spontanfraktur) verursacht werden.
Bei einer unkomplizierten Fraktur kommt es zu keinerlei Verletzung der Haut, beim komplizierten Bruch hingegen können Weichteil- und Hautverletzungen von unterschiedlicher Ausdehnung entstehen. Die häufigsten Knochenbrüche sind Frakturen der Rippen und der Unterschenkel, die bedrohlichsten die im Bereich von Schädel und Wirbelsäule. Schädelfrakturen ziehen oft das Gehirn in Mitleidenschaft.
Bei Wirbelsäulenbrüchen werden mitunter die aus dem Rückenmark austretenden Nerven zwischen den Bruchstellen gequetscht oder eingeklemmt. Verletzungen dieser Art machen sich als Lähmungen bis hin zur Querschnittslähmung bemerkbar.
Sichere Signale für einen Bruch sind aus der Wunde ragende Knochenfragmente, Fehlstellungen der Achse (z.B. um 180° Grad verdrehter Fuß), übermäßige Beweglichkeit und Knirschen an der Bruchstelle (Krepitation). Für eine erfolgreiche Knochenbehandlung sind Röntgenaufnahmen unerlässlich. Danach gelten für die Therapie die Grundsätze Reposition, Retention und Rehabilitation.
Zunächst müssen beim Bruch verschobene Knochenteile wieder in die richtige Lage gebracht werden. Dies geschieht durch manuellen Zug oder Druck. Die in ihre alte Lage gebrachten Knochen müssen bis zur völligen Verheilung mittels Nägeln, Drähten, Schrauben oder Metallplatten fixiert werden. Danach beginnt die Rehabilitation, in der die Funktion der Muskulatur aufrecht erhalten oder später wieder antrainiert wird.
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