6. Februar 2009
Von K. Schumann
Vielen Frauen werden zur Linderung ihrer Wechseljahrsbeschwerden Hormone verschrieben. Doch eine Hormontherapie bringt nicht nur Linderung, sie birgt auch Gefahren.
Meist um das 45. Lebensjahr beginnen bei einem Großteil der Frauen die Wechseljahre. In dieser Zeit der hormonellen Umstellung neigt sich der Eizellenvorrat dem Ende, womit auch das hormonproduzierende Gewebe "nutzlos" wird und seine Funktion einstellt. Somit sinkt vor allem der Östrogenspiegel stark ab.
Während der Menopause kann es zu Beschwerden wie Brustschmerzen, depressiven Verstimmungen, übermäßigem Schwitzen oder trockenen Schleimhäuten kommen, die die betroffenen Frauen stark belasten können.
Um diese Beschwerden zu lindern, verschreiben viele Ärzte künstliche Hormone. In der Hormonersatztherapie werden nun die "fehlenden" Hormone Gestagen und Östrogen zugeführt. Normalerweise folgt auf eine dreiwöchige Gabe von Gestagen und Östrogen eine siebentägige Pause. In dieser Zeit erfolgt die Monatsblutung. Ist keine Blutung mehr gewünscht, gibt es Präparate die ohne Unterbrechung genommen werden können. So bleibt die monatliche Blutung aus. Die Verabreichung der Hormone ist als Tablette, Spritze, Pflaster, Gel oder sogar als Nasenspray möglich.
Doch Langzeitstudien haben ergeben, dass die Hormonersatztherapie nicht nur Vorteile bringt, sondern auch Risiken birgt. Das Risiko für Herz- Kreislauferkrankungen, Thrombosen und Brustkrebs ist zum Teil erheblich erhöht. So wurde eine Studie der Women´s Health Initiative vorzeitig abgebrochen, da das Risiko zu erkranken höher war als der Nutzen der Therapie.
Folglich müssen pharmazeutische Firmen seit 2004 auf Anweisung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in ihren Produktinformationen auf das erhöhte Risiko für das Auftreten von Brustkrebs, Schlaganfällen, Herzinfarkt und Hirnleistungsstörungen hinweisen.
Aufgrund dessen wird die Hormonersatztherapie derzeit nur noch bei sehr starken Wechseljahrsbeschwerden, die auf keine andere Behandlung ansprechen empfohlen. Auch in schweren Fällen sollte die Hormontherapie nur so niedrig wie möglich dosiert werden und nur so kurz wie möglich angewendet werden.
Bei leichteren Beschwerden können pflanzliche Arzneimittel aus Traubensilberkerze, Frauenmantel oder Mönchspfeffer hilfreich sein, so dass auf Hormone immer öfter verzichtet werden kann.
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