2. Oktober 2009
Als Ergotherapie bezeichnet man verschiedene Arbeits- und Beschäftigungstherapien. Auf diese Weise sollen eingeschränkte physische oder psychische Fähigkeiten gefördert und wiederhergestellt werden.
Der Sinn einer Ergotherapie ist, bestimmte Tätigkeiten eines Patienten, die handwerklicher, künstlerischer oder praktischer Natur sein können, zu trainieren. Ebenso wird der Umgang mit anderen Menschen geübt. Auf diese Weise soll der Patient wieder so selbstständig wie möglich im Beruf oder im Alltag werden. Die Art der Therapie hängt dabei von den Fähigkeiten, der Motivation und den entstandenen Defiziten ab. Behandelt werden vor allem Menschen mit Bewegungsstörungen, Körperempfindungsstörungen, psychischen Problemen oder Störungen der Nervenleitung. Ein häufiges Anwendungsgebiet ist Multiple Sklerose (MS). Bei dieser Krankheit leiden zahlreiche Patienten unter Gleichgewichtsproblemen, Gefühlsstörungen, Konzentrationsstörungen oder Kribbeln, wodurch auch die Motivation in Mitleidenschaft gezogen wird. Mit Hilfe einer Ergotherapie soll MS-Patienten eine möglichst lange Unabhängigkeit ermöglicht werden, damit sie ihren Alltag ohne fremde Hilfe bewältigen können. Eine Ergotherapie ist sowohl physischer als auch psychischer Natur, es sollen also Körper und Geist trainiert werden.
Die Ergotherapie kann einzeln, in kleineren Gruppen oder als Gruppentherapie erfolgen, was auch von der jeweiligen Einschränkung und Belastbarkeit des Patienten abhängt. Die Behandlungen werden sowohl ambulant, bei Rehabilitationsmaßnahmen als auch stationär in Kliniken angeboten. Die Therapie kann auch als Heilverfahren ärztlich verordnet werden.
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