2. März 2006
Woher kommt eigentlich dieses paradoxe Gefühl der Antriebslosigkeit, wenn um uns herum die Welt wieder zu erwachen scheint, Blumen und Bäume in den schönsten Farben erstrahlen?
Sie könnten wieder einmal den ganzen Tag im Bett bleiben? Die Sonne geht immer früher auf, aber Sie würden am liebsten in den Federn bleiben? Die große Müdigkeit im Frühling ist ein weit verbreitetes Phänomen. Und Schuld hat - natürlich - das Wetter.
Aber keine Sorge, es handelt sich weder um eine ernste Krankheit, noch um ein schwerwiegendes Hormondefizit. Ihr Körper ist lediglich damit beschäftigt, sich an die neuen Verhältnisse von Licht und Dunkel anzupassen. Da die Sonne später unter- und früher aufgeht, schüttet unser Körper deutlich weniger Melatonin aus, das nächtliche Schlafhormon. Folglich kommt es oft zu kürzeren und unruhigen Schlafphasen und wir sind am Morgen eher erschöpft als erholt - kein Wunder also, dass wir uns müde fühlen.
Neben unserem Melatonin-Haushalt hat der Körper im Frühling mit einem weiteren Problem zu kämpfen: Durch die langen Wintermonate ist die Leber schlicht überarbeitet. In den Wintermonaten essen wir ganz automatisch mehr fett- und zuckerhaltige Kost und greifen lieber zu Weihnachtsplätzchen als zu frischem Obst und Gemüse. Die Leber vermisst vor allem Vitamin B und Vitamin C für ihre Regeneration. Alkohol und Medikamente verschlechtern ihren Zustand außerdem um ein Vielfaches.
Leider gehen Schlaf- und Leberprobleme oft Hand in Hand. Wer aufwacht, während die Leber um 3 Uhr nachts am aktivsten ist, beraubt sich nicht nur dem gesunden Schlaf, sondern behindert auch den Leberstoffwechsel. Das kann zu schlechter Laune und Antriebslosigkeit, aber auch zu Gliederschmerzen und starker Müdigkeit führen.
Zur Unterstützung der Leber sind vor allem B- und C-Vitamine wichtig. Greifen Sie also zu Vollkorn- und Milchprodukten, aber auch zu Zitrusfrüchten und Gemüse. Auch Löwenzahnsalat und -tee entgiften und entschlacken. Sie erleichtern die Arbeit der Leber.
Wenn Sie können, machen Sie einen Kurzurlaub am Meer! Die jodhaltige Luft bringt Ihren Organismus in Schwung und schafft gute Laune. Daher ist auch Bewegung enorm wichtig. Auch wenn Sie sich anfangs zwingen müssen - ein bisschen Gymnastik am offenen Fenster oder ein gelegentlicher Spaziergang hilft bereits sehr. Auch Saunagänge sind zu empfehlen, denn sie fördern die Durchblutung und regen das Immunsystem an.
Am Ende ist es auch wichtig, dass sie einfach akzeptieren, wenn Sie einmal nicht so fit sind. Die Wochen schreiten voran, es wird wärmer und in kurzer Zeit wird Ihre Frühjahrsmüdigkeit ein Problem von gestern sein.
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