Die Gesichtsschmerzen sind Schmerzen im Bereich des Gesichtes, die über den Trigeminusnerv vermittelt werden. Sie treten in der Regel bei akuten oder chronischen Entzündungen der Augen, Nasennebenhöhlen, Kieferregionen, Zähne oder Stirnhöhle auf.
Gesichtsschmerzen werden als äußerst unangenehm empfunden und von Patienten auf Schmerzskalen generell sehr hoch bewertet. Durch Fehlfunktionen des Kiefergelenkes (sogenanntes Costen-Syndrom) entstehen sehr schmerzhafte Aufbissstörungen, die Gesichtsmuskulatur verkrampft, es kann sogar zu arthrotischen Veränderungen des Kiefergelenkes kommen, wenn die Diagnose nicht rechtzeitig gestellt wird. Ansonsten kann eine solche Fehlstellung des Kiefergelenkes mit einer Aufbissschiene oder im Extremfall mit einer Gebisskorrektur behandelt werden.
Paroxysmale (anfallsartige) Gesichtsschmerzen sprechen oftmals für eine neurologische Ursache. Am häufigsten ist der große Gesichtsnerv (Trigeminus) betroffen. Er gibt drei Äste ab: Nervus ophthalmicus versorgt die Stirnregion sensibel, Nervus maxillaris versorgt die Oberkieferregion sensibel, Nervus mandibularis versorgt die Unterkieferregion und die Ohrregion sensibel und ist für die Motorik der Kaumuskulatur verantwortlich. Meistens ist die Ursache für die Trigeminusneuralgie nicht auffindbar, d.h. sie tritt idiopathisch auf. In seltenen Fällen wird er komprimiert durch Gefäßschlingen oder Tumoren, nach Frakturen oder Entzündungen. Hier klingt die Symptomatik nach Behandlung der Ursache ab.
Die meisten Patienten können jedoch nicht geheilt werden und müssen eine symptomatische Therapie erhalten. Auslöser (Berührung, Kälte, Kauen, Rasieren) werden vermieden, was nicht selten zu ernsten Komplikationen führt (dramatische Gewichtsreduktion!).
Medikamentös kann durch Carbamazepin, Phenytoin, Imipramin oder Amitryptilin eine Linderung erreicht werden. Bei Versagen dieser medikamentösen Therapie bleibt als letzter Versuch die Thermokoagulation des Ganglion trigeminale. Hierbei wird der Nerv bewusst außer Kraft gesetzt, was aber mehr oder weniger starke Sensibilitätsstörungen und in Einzelfällen auch motorische Einschränkungen nach sich zieht.
Insgesamt handelt es sich um ein schweres und ernst zu nehmendes Krankheitsbild. Patienten, die keinen Ausweg aus dem Teufelskreis der Schmerzen sehen, neigen zu Depressionen. Selbstmordversuche sind unter den Betroffenen keine Seltenheit.
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Einem atypischen Gesichtsschmerz geht eine Zahnextraktion oder ein anderer operativer Eingriff voraus. Die Schmerztherapie gestaltet sich oft schwierig. Die Mittel Carbamazepin und Amitryptilin können hilfreich sein.

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