5. Januar 2010
Von Viola Reinhardt
Es zählt schon fast zu einem Phänomen, dass bei Temperaturen unter 20 Grad Celsius die meisten Frauen bereits eine Gänsehaut bekommen und fröstelnd die Schultern hoch und eine Jacke oder einen Pullover anziehen. Männer haben es da doch einen Tick besser bei dem Thema "schnelles Frieren" und das hat vor allem hormonelle und körperliche Gründe.
Wie so oft liegt einer der Hauptgründe für ein rasches Frieren bei Frauen in den hormonellen Gegebenheiten begründet. Präziser ausgedrückt erweisen sich die Östrogene, die dank einer Weithaltung der Gefäße für eine bessere Durchblutung sorgen. Allerdings führt das bei exponierten Körperteilen, zu denen unter anderem die Finger, Zehen oder auch das Kinn zählen, zu einer Auskühlung ab 15 Grad plus, da der Organismus erst einmal die "wichtigsten" Körperregionen warm halten will. Besteht eine Schwangerschaft, dann gesellt sich zu diesen Abläufen auch noch Progesteron hinzu, das die Blutzufuhr direkt auf die kleinen Gefäße verringert.
Doch Hormone sind nur einige der Faktoren für das Frieren. So zeigt sich, dass Männer allein deshalb weniger schnell frieren, weil ihre Hautstruktur dicker und vor allem die Muskulatur in ihrer Masse deutlich größer ist. Besonders die Muskeln erzeugen unter einem Einfluss der Androgene (männliche Hormone) mehr Energie und folglich auch mehr Wärme. Allerdings zeigt sich mit einem steigenden Alter auch bei Männern ein auftretender Verlust dieser körperlichen Vorteile, was schlussendlich wiederum zu einem schnelleren Frösteln führen kann.
Grundsätzlich ist das Frösteln weder bedenklich noch krankmachend, allerdings erweist es sich als recht nervend und sicherlich können viele Männer ein inneres Leid klagen, wenn ihre Partnerin mit eisigen Füßen und Händen unter die Decke krabbelt. Hilflos ausgeliefert ist man als Frau jedoch dem Frösteln nicht, denn es gibt sehr effektive und natürliche Mittel gegen das Frieren. So lässt sich zunächst mit einem Fußbad (Zusatz Rosmarin) oder einem heißen Vollbad schon einmal eine erste neue körperliche Wärme erzielen. Da bei einer reduzierten Bewegung die exponierten Körperteile fast gleichzeitig "einfrieren", heißt es Schwung in den Organismus zu bringen. Bereits eine halbe Stunde flottes Walken, Radfahren oder Joggen heizt dem Körper ein und das auch noch mit einiger Zeit der nachwirkenden Wärme. Wer keine große Lust hat sich richtig sportlich zu bewegen, der kann alternativ auch zuhause Gymnastik machen oder den Staubsauger schwingen.
Tee, heißes Wasser mit einem Stück Ingwer, einheizende Gewürze wie etwa Chili oder Ingwerpulver, das Essen von Nahrungsmitteln mit Omega-3-Fettsäuren (Fisch oder Öle) sowie das Vermeiden von Alkohol, Nikotin und Koffein sind ebenfalls sehr gute Gegenmittel bei einem anhaltenden Frieren. Und wenn alles nichts mehr hilft, dann sollte man ab und zu zwei sehr bewährte "Wärmeorte" aufsuchen: Die Sauna und das Solarium, denn da wird es auch den größten Frostbeulen so richtig warm.
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