Bewegungsstörungen

Koordinationsstörungen können durch Parkinson oder das Tourette-Syndrom ausgelöst werden

Es gibt verschiedene Arten von Bewegungsstörungen, unter anderem Spastik, Athetose und Ataxie. Die Spastik beschreibt eine erhöhte Muskelspannung und eine Störung des Wechsels zwischen An- und Entspannung der Muskeln. Die Athetose beschreibt eine willkürlich wechselnde Muskelspannung, wohingegen Ataxie die Bezeichnung für eine niedrige Grundspannung der Muskeln ist. Diese Störungen können alle oder auch nur einzelne Gliedmaßen betreffen.

Senioren auf Gymnastikbällen bei Fitnessübungen
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Bewegungsstörung nennt man in der Medizin Dystonie. Es ist das Auftreten anhaltender oder zeitweise vorhandener, unwillkürlicher Muskelanspannungen, die in den Bereich der Neurologie eingeordnet werden. Der Patient kann die Muskeln nicht mehr kontrollieren.

Formen

Die Medizin unterscheidet in

  1. Fokale Dystonie, die auf einzelne Muskelgruppen beschränkt ist und
  2. Generalisierter Dystonie, die mehrere Muskelgruppen umfasst.

Besonders häufig, als klinische Erscheinungsformen diagnostiziert, sind

  • der Spasmodische Schiefhals
  • der Lidkrampf
  • der Schreibkrampf
  • die Dystone Stimmstörung und
  • die Responsive Dystonie

deren Symptome im jugendlichen Alter und zumeist mit Fehlstellungen der Beine beginnend auftreten. Sie wird oft zunächst falsch diagnostiziert, zum Beispiel als orthopädische Erkrankung, Spastik oder Muskelerkrankung. Sie ist die einzige kausal therapierbare Form der Dystonien.

Des Weiteren wird unterschieden in

  1. stereotype und
  2. cerebralen Bewegungsstörungen

Bewegungsstörungen können sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auftreten. Mediziner unterscheiden zwischen den so genannten stereotypen und cerebralen Bewegungsstörungen.

Stereotype Bewegungsstörungen

Patienten, die eine stereotype Bewegungsstörung haben, wiederholen immer wieder die gleichen Bewegungen. Diese können sowohl mit dem Kopf als auch zum Beispiel mit Händen oder Füßen ausgeführt werden.

Beispielsweise schütteln die Patienten ständig den Kopf, klatschen in die Hände oder bewegen den Oberkörper vor und zurück. Teilweise verletzen sich die Patienten auch selbst, indem sie immer wieder den Kopf gegen die Wand schlagen oder sich in den Arm beißen.

Zerebrale Bewegungsstörungen

Die zerebrale Bewegungsstörung macht sich immer bereits im Säuglings- oder Kleinkindalter bemerkbar. Die Patienten können schlecht oder gar nicht das Gleichgewicht halten und haben auch bezüglich der Feinmotorik Probleme.

Behandlung

Therapien werden meist

worauf die meisten Patienten gut ansprechen. Bleibt eine medikamentöse Behandlung erfolglos, können

  • die Nervenbahnen der betroffenen Muskeln chirurgisch getrennt werden,

was allerdings zu schweren Komplikationen führen kann.

können in allen Formen die Heilung unterstützen.

Ursachen

Ursachen von Dystonie können idiopathischer (primärer), also ohne erkennbare oder beweisbare Ursache entstanden, oder symptomatischer (sekundärer) Natur sein, welche als Folge anderer neurologischer Erkrankungen auftritt.

Genaue Ursachen sind in einigen Fällen der primären Formen bisher nicht bekannt. Einige Dystonien sind genetisch bedingt. Exakte Ursachen können bei den sekundären Dystonien definiert werden, beispielsweise

Ebenso können sie durch

verursacht sein.

Dystonien sind Funktionsstörungen der Stammganglien des Gehirns, die für die Motorik zuständig sind. Eine Dopamin-Stoffwechselstörung wird zudem als ausschlaggebender Faktor angenommen.

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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