Prämenstruelles Syndrom (PMS) - Was wirklich hilft

Es gibt Tage als Frau, die man am liebsten aus dem Kalender streichen würde. Alles ist einem zuviel, alles nervt. Die Mitmenschen verstehen das nicht, besonders nicht der eigene Partner - es wird einem Launighaftigkeit vorgeworfen. Dabei hat dieses Verhalten mit launischen Phasen nichts zutun, sondern mit hormonellen Schwankungen, Stichwort PMS. Lesen Sie hier alles Wichtige über das prämenstruelle Syndrom.

Ursachen, Symptome und mögliche Behandlungsmethoden des prämenstruellen Syndroms

Was ist das prämenstruelle Syndrom?

Sprechen Mediziner von einem prämenstruellen Syndrom (PMS), sind damit unterschiedliche physische und psychische Beschwerden gemeint, die vor der monatlichen Regelblutung der Frau auftreten. Setzt die Blutung ein, bessern sich die Beschwerden wieder.

Schätzungsweise 75 Prozent aller geschlechtsreifen Frauen leiden unter dem prämenstruellen Syndrom. Allerdings ist das Ausmaß der Beschwerden individuell unterschiedlich.

So verspüren einige Frauen nur leichte Beschwerden, während sie bei anderen so stark ausgeprägt sind, dass ihr Alltagsleben dadurch erheblich eingeschränkt wird. Besonders schwere Fälle bezeichnen Mediziner als Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS).

PMS: Die Auswirkungen der Tage vor den Tagen

Vier bis vierzehn Tage vor den Tagen, sprich der Menstruation, geht es los. Eine leichte Nervosität macht sich breit, wegen jeder Kleinigkeit ist man auf Hundertachtzig, die Brüste spannen und man weiß nicht ob man nun lieber heulen oder einfach nur davonlaufen soll.

Leider würde das Weglaufen vielleicht den Familienmitgliedern oder auch den Kollegen ruhigere Tage bescheren, aber man selber ist in sich gefangen - und somit fast gnadenlos den Vorgängen im eigenen Körper ausgesetzt. Prämenstruelles Syndrom heißen die Tage vor den Tagen und belasten besonders Frauen ab dem Alter von etwa 30 Jahren. Rund ein Viertel der betroffenen Frauen geben ernste Symptome an und weitere etwa 8% sogar schwere Anzeichen und Beschwerden.

Symptome des PMS

Die Liste der möglichen Symptome ist ewig lang und zeigt sich selten nur mit einem Symptom, sondern vielmehr in einer Kombination aus vielen:

Diese sind nur die körperlichen Anzeichen eines PMS, denn mit den seelischen steht es nicht besser, so kommt es häufig zu:

Wie schwer diese Symptome ausfallen, ist von Frau zu Frau verschieden. Nach den Wechseljahren verschwinden die Symptome meistens von selbst.

Die Beschwerdebilder variieren ebenso wie deren Ausprägung. Einige Frauen fühlen sich in den Tagen vor den Tagen absolut unwohl, kämpfen mit Abgeschlagenheit und Gereiztheit, andere spüren kaum etwas oder leiden nur selten an Einschränkungen.

Ursachen des prämenstruellen Syndroms

Wodurch das prämenstruelle Syndrom entsteht, ließ sich bislang nicht eindeutig klären. Es wird vermutet, dass ein hormonelles Ungleichgewicht von Progesteron und Östrogen aufgrund von zyklischen Hormonschwankungen für die Beschwerden verantwortlich ist.

Und Frau ist machtlos. Keiner kann nur annähernd nachempfinden, was in der Frau vorgeht. Wie auch, denn oft weiß die betroffene Frau selber nicht was mit ihr los ist.

Fauler Zauber? Ein Fluch? Nein, körperliche Vorgänge, die sich etwa darin zeigen, dass etwa in der Mitte des Zyklus mehr Gestagen und weniger Östrogene produziert werden.

Progesteron ist das wichtigste Gestagon im weiblichen Organismus, löst jedoch auch Hormonschwankungen während des Zyklus aus. Der Progesteronspiegel erhöht sich nach dem Eisprung, gleichzeitig sinkt der Östrogenspiegel.

Auch die Produktion von Prolaktin, ein Hormon, das in der Hirnanhangdrüse gebildet wird, erhöht sich während des Menstruationszyklus. Dadurch kommt es zum Anschwellen der Brüste, was bei einigen Frauen zu Spannungsschmerzen führt.

Die Schwankungen im Hormonhaushalt bewirken außerdem Veränderungen von Flüssigkeiten und Elektrolyten. Es liegt nahe, dass diese Verschiebungen zum Teil ursächlich für das PMS-Syndrom sind. Viele Mediziner sind der Ansicht, dass die beim Progesteron-Abbau freigesetzten Substanzen zu empfindlicheren Reaktionen führen als gewöhnlich.

Auch

kommen als Auslöser für das Prämenstruelle Syndrom infrage. Mitunter können auch bestimmte hormonelle Verhütungsmittel als Nebenwirkung PMS-Beschwerden auslösen oder verstärken.

Risikofaktoren für PMS

gelten als Faktoren, die PMS-Beschwerden fördern. In aller Regel sind mehrere Ursachen gleichzeitig verantwortlich für seelische oder körperliche Beeinträchtigungen.

Interessanterweise bleiben die Symptome eines Prämenstruellen Syndroms aus, wenn zum Beispiel durch Medikamenteneinnahme oder auch Operationen die Regelblutung ausbleibt.

Doch selbst die Wissenschaft kann keine eindeutigen Ursachen in Bezug des PMS erbringen und so bleibt einer Frau fast nur, entweder auszuhalten oder mit einigen kleinen Maßnahmen die Tage vor den Tagen etwas leichter und friedlicher zu gestalten.

Diagnose des prämenstruellen Syndroms

Diagnostizieren lässt sich das prämenstruelle Syndrom anhand der typischen Beschwerden, die ausschließlich in der zweiten Hälfte des Monatszyklus auftreten. Der behandelnde Arzt nimmt sowohl

vor. Als hilfreich gelten zudem Laboruntersuchungen wie eine Hormonanalyse. Manchmal führt die betroffene Frau auch ein Tagebuch, in dem sie ihre Beschwerden und ihren Monatszyklus festhält. Auf diese Weise kann der Gynäkologe mögliche andere Ursachen für die Beschwerden ausschließen.

Behandlung des prämenstruellen Syndroms

Auf welche Weise man das prämenstruelle Syndrom behandelt, hängt von der jeweiligen Ursache ab. Allerdings lässt sich nicht immer ein konkreter Auslöser finden. Da in diesem Fall die Ursache nicht behandelt werden kann, konzentriert man sich bei der Therapie auf die Symptome.

Ein Patentrezept oder ein einheitliches therapeutisches Behandlungsschema gibt es jedoch nicht.

Bewegung bei PMS

Ob man stramme Spaziergänge in die Natur unternimmt oder sich beim Aerobic oder einer anderen Sportart austobt ist fast nebensächlich, Hauptsache ist: man bewegt sich. Dadurch wird nicht nur die Aggressivität abgebaut, sondern auch das überschüssige Wasser im Gewebe, dass die Beine und Brüste schmerzhaft anschwellen lässt.

Nettes Plus: Die sozialen Beziehungen müssen weniger leiden.

Entspannung bei PMS

Da Stress zu den PMS-Verstärkern gehört, ist es wichtig, dass Frauen sich regelmäßige Pausen zur Entspannung gönnen.

unterstützen den Stressabbau und helfen dabei, auch in hektischen Zeiten mit Gelassenheit zu reagieren.

Natürliche und chemische Arzneien bei PMS

Entspannungsmethoden können ebenfalls eine Hilfe sein, sowie die Unterstützung mit chemischen oder pflanzlichen Medikamenten. Medikamente sind beispielsweise:

Im pflanzlichen Bereich wirken:

Man muss jedoch erwähnen, dass die Wirkung mitunter erst nach drei Wochen einsetzen kann, körperschonender sind sie auf jeden Fall.

Psychotherapie bei PMS

Wenn die Beschwerden überhand nehmen, dann kann auch eine Psychotherapie hilfreich sein, denn manchmal zeigt sich das Syndrom besonders dann stark, wenn "unerledigte Probleme" auf der Frau lasten.

Als besonders wirksame Behandlungsmethode gilt die richtige Ernährung...

Linderung der PMS-Beschwerden durch besondere Ernährungsweise

Wodurch das prämenstruelle Syndrom verursacht wird, ist nicht genau bekannt. Sicher weiß man jedoch, dass die Ernährung dabei eine wichtige Rolle spielt. So wirken sich der übermäßige Konsum von Alkohol, Nikotin, Koffein und Zucker ebenso begünstigend auf das PMS aus wie eine unzureichende körperliche Fitness.

Durch eine ausgewogene Ernährung lassen sich die lästigen Beschwerden in den meisten Fällen in den Griff bekommen oder abmildern. Dazu ist jedoch eine konsequente Ernährungsumstellung notwendig.

Nuss- und Samenöle bei PMS

Als wichtig gilt der Verzehr von kaltgepressten, unraffinierten Nuss- und Samenölen. Dazu gehören beispielsweise:

Diese Öle lassen sich gut für Salate verwenden.

Nachtkerzenöl bei PMS

Als wirksam gegen Beschwerden beim prämenstruellen Syndrom hat sich auch Nachtkerzenöl erwiesen, dessen B-Vitamine hilfreich gegen Akne, Völlegefühl und Gewichtszunahme sind.

Nahrungsergänzungsmittel bei PMS

Darüber hinaus können auch Nahrungsergänzungsmittel, die

enthalten, hilfreich sein. Magnesium ist zudem in Bananen, Zitronen, Feigen, Pampelmusen und Nüssen zu finden.

Weizenkeime und Mönchspfeffer bei PMS

Als wirksam gegen unangenehmes Spannen der Brüste gelten Weizenkeime, die zudem viele wichtige Mineralstoffe enthalten. Ein weiteres natürliches Mittel gegen das PMS ist Trockenextrakt aus Mönchspfeffer, der über eine gestagenartige Wirkung verfügt.

So lassen sich durch die Einnahme eines Mönchspfefferpräparats Beschwerden wie Wassereinlagerungen oder Nervosität lindern.

Worauf sollte man bei PMS verzichten sollte?

Verzichten sollte man dagegen lieber auf

Können Frauen PMS vorbeugen?

Bei PMS-Beschwerden ist es in jedem Fall sinnvoll, einen Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen, um zu klären, welche Behandlungsmethode die geeignete ist. Vorbeugen lässt sich dem Prämenstruellen Syndrom nur schwer.

Es kommen so vielfältige Ursachen und begünstigende Faktoren in Betracht, dass keine klaren Aussagen im Hinblick auf die Prävention möglich sind. Eine Änderung des Lebensstils mit gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung und genügend Entspannungszeiten verringern PMS-Beschwerden jedoch bei zahlreichen Frauen deutlich.

Fazit

Wie auch immer, das Prämenstruelle Syndrom ist lästig, aber keine richtige Krankheit. Warum der weibliche Körper so reagiert, steht nach wie vor in den wissenschaftlichen Sternen, aber bei allem gibt es auch einen Trost:

Mit dem Eintritt der Menopause, also den Wechseljahren, verschwinden auch die Symptome und lassen im Leben der Frau und der Familie dauerhaft Frieden einkehren - und nicht nur alle vierzehn Tage.

Quellen:

  • Charlotte Münch: PMS - Ich liebe Dich!: Entspannt umgehen mit den "Tagen vor den Tagen". Ein Ratgeber für Frauen UND Männer, epubli, 2018, Seite: 9783746706160
  • Dr. Andrea Flemmer: Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) natürlich behandeln: Heilmethoden, die für Linderung sorgen. Das können Sie selbst tun, Schlütersche Verlag, 2012, ISBN 3899936299
  • Angelika Blume: PMS. Das prämenstruelle Syndrom. Krankheit oder Chance?, Rowohlt TB-Verlag, 1991
  • Bernhard Uhl: Gynäkologie und Geburtshilfe compact: Alles für Station, Praxis und Facharztprüfung, Thieme, 2013, ISBN 3131073454
  • Michelle Harrison: Das prämenstruelle Syndrom, München, 1985
  • Katja Rolker: Über die Anwendung von Diagnoseleitlinien zum prämenstruellen Syndrom unter Ärzten, Charité - Universitätsmedizin Berlin, 2010, refubium.fu-berlin.de, abgerufen am 11.12.2019
  • Inka Wiegratz, Herbert Kuhl: Langzyklus: Weniger Menstruationen - weniger Menstruationsbeschwerden - weniger zyklusabhängige Erkrankungen, Thieme, 2010, ISBN 3131533013

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