Sanfte Methoden gegen sexuelle Unlust

Junges Paar liegt im Bett, sie trinkt Tee aus Becher und hält Buch in Hand

Wie man eigenständig gegen Libidoprobleme vorgehen kann

Sex und eine Unlust für diesen, sind bei etwa einem Drittel der in Deutschland lebenden Frauen fast schon Normalität. Fast schleichend scheint diese sexuelle Unlust sich in die Paarbeziehung einzuschleichen, wobei die Gründe hier sowohl körperlicher als auch seelischer Natur sein können. Doch unabhängig davon, welche Ursachen dafür verantwortlich sind, dass man so gar keine Lust mehr empfindet: Sie belastet zumeist die Frau ebenso als auch deren Partner. Unterschiedliche Methoden können dabei helfen, wieder mehr Lust auf den Partner zu bekommen.

Kneipp-Therapie

Eine der hilfreichen Möglichkeiten der sexuellen Unlust aktiv zu begegnen, findet sich in der Kneipp-Therapie. Oftmals liegt die Lustlosigkeit in einem schlecht durchbluteten Becken begründet, was durch eine Anregung durchaus zu einem Mehr an Lust führen kann. Diese Therapie lässt sich wunderbar im heimischen Badezimmer durchführen, so dass man nicht einmal großartig Zeit oder gar Geld dafür benötigt.

Ein kaltes Halbbad mit einer Temperatur von 15 bis 18 Grad ist die Basis dieser zugegebenermaßen etwas kühlen Therapieform. Das Wasser selbst sollte maximal bis zum Bauchnabel reichen, allerdings kann man sich auch nur auf die Fersen ins Wasser setzen.

Wichtig ist hierbei, dass der Unterleib im kühlen Wasser ist, allerdings sollte das Sitzbad nicht länger als sechs bis zwanzig Sekunden dauern. Danach sollte man sich gut abtrocknen und warm anziehen.

Massagen und Training der Hautwahrnehmung

Als Unterstützung dieser Wassertherapie bietet es sich an, gleich im Anschluss eine Massage anzuwenden. Hierbei ist es natürlich am besten, wenn der Partner die Massage durchführt, damit man sich selbst wirklich entspannen und fallenlassen kann.

Besonders gut wirkt die Massage, die vom unteren Rücken bis über den Po gehen sollte, wenn man ein Aromaöl mit Süßgras verwendet, da dieses die Durchblutung im Unterleib zusätzlich aktiviert.

Obwohl sexuelle Lust vor allem vom Gehirn gesteuert wird, spielen auch die Sinne eine wesentliche Rolle. Zu diesen Sinnen gehört in erster Linie die Haut, deren Wahrnehmung man gezielt steigern kann...

Besonderheiten des Tastsinns

Das Sex einen positiven Effekt auf die Gesundheit hat, ist besonders auf den Tastsinn zurückzuführen. Vor allem die menschliche Haut verfügt über eine hohe Empfindungswahrnehmung, die für die sexuelle Erregung unverzichtbar ist.

So ist die Haut mit einem sehr präzisen und sensiblen Tastsinn ausgestattet. Zum Beispiel ist es möglich, mit den Händen sogar kleine Unterschiede deutlich zu spüren und Dinge zu erkennen, die selbst die Augen nicht wahrnehmen.

Für blinde Menschen sind die Hände besonders wichtig, da sie mit deren Hilfe Formen und Gesichter voneinander unterscheiden können. Sogar die spezielle Blindenschrift wird mit den Fingern gelesen.

Natürlich verfügen blinde Menschen über ein besonderes Training. In ähnlicher Weise kann man jedoch auch seine eigene Hautwahrnehmung schulen und verbessern, wobei man sich nicht auf die Hände beschränken muss.

Das Training der Empfindungsfähigkeit

Für eine verbesserte Empfindungsfähigkeit der Haut können spezielle Übungen durchgeführt werden. Dieses Training lässt sich auch auf spielerische Weise absolvieren.

Die Augen verbinden

Am besten führt man das Training seiner Empfindungsfähigkeit gemeinsam mit dem Partner durch. Damit dieser nicht von äußeren Einflüssen abgelenkt wird und sich besser konzentrieren kann, empfiehlt es sich, ihm die Augen während der Übung zu verbinden. Das Verbinden der Augen hat auch den reizvollen Nebeneffekt, dass einen der Partner nicht beobachtet, was die Lust am Ausprobieren noch steigert.

Die Verwendung von stimulierenden Materialien

Um die Haut des Partners zu berühren, braucht man sich aber nicht nur auf seine Hände zu beschränken, sondern kann auch ruhig verschiedene stimulierende Materialien verwenden, wie zum Beispiel

  • Seide
  • Samt
  • eine Feder oder
  • andere weiche Utensilien.

Die Berührungen der Haut des Partners führt man entweder ganz sanft oder mit etwas Druck aus. Dabei ist es ratsam, sich mit den Hautreizen abzuwechseln.

Durch diese spielerischen Übungen wird die Empfindungsfähigkeit des Partners gut trainiert. Gleichzeitig lernt man, wie sein Körper auf bestimmte Reize reagiert.

Buchstaben und Zahlen aufzeichnen

Eine weitere gute Übung, um das Empfinden der Haut zu trainieren, ist das Aufzeichnen von Buchstaben, Wörtern oder Zahlen auf bestimmte Körperstellen des Partners, wie dem Bauch oder dem Rücken.

Daraus kann man sogar ein Spiel machen, bei dem der Partner erraten muss, was man mit dem Finger aufgezeichnet hat.

Heiße und kalte Spiele

Zu den Eigenschaften der menschlichen Haut gehört, dass sie umgehend auf Wahrnehmungen wie Kälte oder Hitze reagiert. Bei Kälte ziehen sich die kleinen Muskeln, die sich an den Haarwurzeln befinden, zusammen, was angenehme Schauer auf der Haut zur Folge hat. Bei Wärme beginnt die Haut dagegen zu schwitzen.

Kälteschauer

Um die Empfindungswahrnehmung der Haut zu verbessern, kann man dafür sorgen, dass der Partner eine Gänsehaut bekommt. Dies macht man am besten mit einem Eiswürfel, den man langsam vom Nacken bis hin zum Gesäß gleiten lässt.

Um die Erregung zusätzlich zu verstärken, pustet man ein wenig Luft auf die Körperstellen, die der Würfel vorher durchzogen hat.

Wärmewelle

Noch erregender ist es, Kältereize mit Wärmereizen zu kombinieren. So kann man beispielsweise ein heißes Getränk wie Tee zu sich nehmen und danach mit seiner warmen Zunge oder den Lippen bestimmte Hautstellen liebkosen.

Im Anschluss kann man einen Eiswürfel in den Mund nehmen und so einen angenehm prickelnden Kontrast schaffen.

Aromatherapie

Eine Aromatherapie ist eine der besten Möglichkeiten, um

  • zu entspannen
  • die Durchblutung anzuregen und gleichzeitig
  • die Seele von Stress zu befreien.

Bei dieser Methode hat man gleich mehrere Formen, die zum Einsatz kommen können. Generell bewähren sich bei einer sexuellen Unlust die ätherischen Öle Ylang-Ylang, sowie Yasmin. Nur wenige Tropfen in einer Duftlampe streicheln fast schon die Sinne und gehen mit einem aphrodisierenden Duft bis in das Gehirn.

Auch ein Vollbad mit einer Wärme von etwa 38 Grad und einigen Tropfen der Öle, lässt eine wunderbare Entspannung zu, wobei auch nach solch einem Bad die oben genannte Massage eine hervorragende Variante ist, die Wirkung der Aromatherapie zu verstärken.

Autogenes Training

Findet sich die Ursache für die sexuelle Unlust in einem körperlichen und seelischen Dauerstress, dann bewährt sich das autogene Training sehr gut.

  • Anspannung
  • Hektik und
  • sich drehende Gedanken

sind die wahren Lustkiller, können jedoch mit einer gezielten Entspannung und auch einer Änderung des alltäglichen Geschehens gut in den Griff bekommen werden.

Möglich ist es übrigens auch, sich mit

von dem Stress zu lösen, der nicht nur krank machen, sondern vor allem auch jede Lust töten kann.

Volksheilkunde

Abschließend bleibt noch die letzte der Methoden, die sich im Bereich der Volksheilkunde bewegt. Um den Serotonin-Spiegel zu steigern, sollte man als Frau öfter mal warmen Kakao trinken. Kombinieren kann man dieses natürliche Mittel wahlweise mit:

  • Zimt, der belebend wirkt
  • Ingwer für die Erwärmung und Lusterweckung
  • Muskatnuss für einen leicht berauschenden Zustand

Fazit

Doch unabhängig für welche der Methoden man sich als Frau schlussendlich entscheidet, ist es wichtig sich weder unter Druck zu setzen - oder setzen zu lassen - oder dem Partner Lust vorzuspielen. Denn eines wird damit auf jeden Fall erreicht: Der gänzliche Lustverlust und da helfen dann auch die genannten Methoden nicht mehr.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: interracial couple © diego cervo - www.fotolia.de

Autor:

Viola Reinhardt - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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