30. November 2009
Von Viola Reinhardt
Neueste Studienergebnisse sprechen eine zwar nicht erschreckende, jedoch leicht deprimierende eigene Sprache, wenn es um ein Vorlesen deutscher Eltern geht. Lediglich ein Drittel aller Eltern liest seinem Nachwuchs täglich vor und bei rund einem Fünftel scheint das Vorlesen eines Buches nicht zum familiären Alltag zu gehören. Dabei steckt gerade in dem gemeinsamen Lesen mit seinen Kindern ein ungeheures Potenzial im Bezug auf das Vermitteln von Geborgenheit und deren Sprachentwicklung.
Um gleich einmal bei der kindlichen Sprachentwicklung zu bleiben. In Hamburg gibt es das Hamburger-Kinder-Leseprojekt. In dessen Rahmen konnte festgestellt werden, dass zweijährige Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, doppelt so viele Wörter können wie es bei gleichaltrigen Kindern der Fall ist, die leider nicht in den Genuss eines elterlichen Lesens kommen. Ein recht eindeutiger Beweis dafür, dass das gemeinsame Ansehen eines Buches und das Lesen des selbigen für das Kind eine immense sprachliche Bereicherung darstellt.
Generell lässt sich zu dieser Thematik sagen, dass Bücher selbst für die Kleinsten schon wesentlich interessanter sind als es ein Fernseher sein kann. Die Fantasie wird um ein Vielfaches angeregt, das Kind lernt auf Nachfragen der Eltern eine gehörte Geschichte nachzuerzählen und kann die natürliche kindliche Neugier auf spielerische und spannende Weise stillen. Doch wenn man nun denkt, dass hiermit das Positive am Vorlesen bereits zu Ende ist, wird sich getäuscht sehen, denn es gibt noch viel mehr als das.
Hinter der Welt der Bilder und Worte versteckt sich zudem eine hervorragende Möglichkeit, die Konzentration und das Gedächtnis des Kindes zu stärken, was sich sowohl im Kindergarten als auch in der Schule sehr positiv aufzeigen wird. Aufgrund der Fantasieanregung wird zudem insgesamt die Kreativität des Kindes angefacht, sodass es sehr oft spontan etwas zu malen oder basteln beginnt (Feinmotorik!), sich aus jeglichem Material ein kleines "Forschungslabor" herstellen oder auch ein "eigenes Buch" für Mama oder Papa "schreiben" wird. Dass man seinem Kind zudem sehr viel Wärme, Sicherheit und Geborgenheit vermittelt, wenn man mit ihm auf dem Sofa oder im Bett gekuschelt eine Vorlese-Zeit abhält, ist ein zusätzlicher äußerst wichtiger Faktor, den man nicht achtlos beiseite schieben sollte.
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