17. August 2009
Die Vorlesestunde wird zumeist für Kinder und Eltern ein Erlebnis. In einer ruhigen und harmonischen Atmosphäre sorgt Lesen für Ruhe und schafft Nähe zwischen dem Kind und dem Vorleser. Da kann man sich aneinanderkuscheln und abtauchen in die Märchen- oder Phantasiewelt.
Das gemeinsame Lesen schult die Konzentrationsfähigkeit des Kindes und erweitert seinen Horizont. Die Phantasie wird angeregt, der Sprachschatz erweitert und die Sprachfähigkeit gefördert. Bei Sachbüchern erweitert das Kind auch sein Wissen. Am besten ist es wenn die Vorlesestunde zum Ritual wird, etwa allabendlich zu einer festen Uhrzeit um den Alltag ausklingen zu lassen. Zwischenfragen müssen immer erlaubt sein, denn Vorlesen bedeutet im Dialog mit dem Kind sein. Verbal und emotional sollte man sich mit dem Kind auseinandersetzen, so kann man erfahren, was das Kind bewegt und was in ihm vorgeht. Mit Interesse und Neugierde sind Kinder aufmerksame und dankbare Zuhörer, sie schätzen die Aufmerksamkeit die ihnen zuteil wird. Es geht nicht darum die Geschichte möglichst schnell zu lesen oder sie gar herunter zu leiern, vielmehr geht es um das gemeinsame Erleben und Erfahren. Je lebendiger vorgelesen wird, umso faszinierter ist das Kind, durch gebanntes Zuhören und Beobachten schult es auch diese Fähigkeiten. Kinder leben vor allen Dingen durch Nachahmung, wer sein Kind zum Lesen erziehen möchte, sollte auch vom Kind öfters mit einem Buch in der Hand gesehen werden.
Das Lesen sollte niemals erzwungen werden, wenn das Kind mal keine Lust hat, sollte man dies akzeptieren. Bei einem Vorleser, der voll bei der Sache ist und einer spannenden Geschichte ist dies aber höchst unwahrscheinlich. Die Vorlesestunde sollte eigentlich immer der Höhepunkt des Tages sein, denn da erfahren die Kinder Geborgenheit und Zuwendung. Dies stärkt ihr Selbstbewusstsein und gibt Sicherheit. Kinder mögen Wiederholungen, denn diese geben Vertrauen, ein immer wiederkehrendes Ritual ist etwas worauf man sich verlassen kann und dies schenkt ein Gefühl des beschützt seins. Ältere Kinder, die zumeist tagsüber mit sich allein oder anderen Kindern spielen, empfinden diese Vorlesestunde als Streicheleinheit und Zuwendung der Eltern.
Wenn die Kinder schon selbst anfangen zu lesen, kann man sie dabei unterstützen und braucht vor allen Dingen Ruhe, Geduld und viel Lob.
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