8. Dezember 2009
Von Viola Reinhardt
34 Millionen gefälschte Tabletten wurden allein innerhalb zwei Monate in allen Mitgliedsländern der EU von den Zollbehörden beschlagnahmt. Der Handel mit gefälschten Präparaten nimmt immer mehr Ausmaße an, die den EU-Vizepräsident Verheugen dazu veranlassen hier von einem Kapitalverbrechen zu sprechen, das einem versuchten Massenmord sehr nahe kommt.
Der Grund: Erkrankte verlassen sich auf die Wirksamkeit der Medikamente, die oft ohne jeglichen Wirkstoff sind oder gar Dosierungen von Substanzen enthalten, die für einen Laien alles andere als gesundheitsfördernd oder gar heilend erkennbar und vor allem nicht wirksam sind. Besonders häufig kommen gefälschte Medikamente auf den EU-Markt, die aus den Bereichen Antibiotika, Viagra, Krebsmedikamente, Schmerzmittel oder auch Malariamittel stammen. Fatal an diesen Medikamenten ist, dass man als Verbraucher eigentlich nicht weiß, was man da einnimmt und sich zudem der Hoffnung hingibt, dass die Arzneimittel auf dem Weg der Gesundheit helfen können. Tatsache ist jedoch nach Angaben der EU-Kommission, dass viele Menschen sterben, weil sie nicht die "echten" Medikamente einnehmen oder auch die Kosten für das Gesundheitswesen explodieren, denn die Folgeerscheinungen einer solchen Selbstbehandlung gehen in die Millionen.
Schon lange warnen die Experten davor als Konsument über das Internet Medikamente in Apotheken zu kaufen, die im Impressum keine detailierten Angaben hinsichtlich ihrer Adresse aufweisen. Doch genau darin findet sich in der Regel ein äußerst wichtiger Hinweis, dass mit dieser Apotheke und somit dem Abverkauf von Medikamenten etwas nicht korrekt sein kann. Lassen Sie Ihrer Gesundheit zu Liebe die Finger vom Bestellbutton solcher mitunter dubioser Anbieter!
Zudem sollte man als Patient keinesfalls Medikamente auf eigene Faust kaufen, die aus dem Bereich Antibiotika oder auch Krebsmedikamente kommen. Zum einen kann man bei einem tatsächlich enthaltenen Wirkstoff und einer eigenständigen Einnahme eine Antibiotika-Resistenz entwickeln oder gerade im Rahmen einer Krebstherapie den Zustand deutlich verschlechtern. Bitte nehmen Sie Arzneimittel, die verschreibungspflichtig sind, nur nach Rezept und Anweisung Ihres Arztes! Möchten Sie doch Medikamente über Internet-Apotheken bestellen, dann lesen Sie aufmerksam das Impressum der Anbieterseite.
Die EU-Kommission plant nun zum besseren Schutz der Verbraucher und Patienten unter anderem die Pflicht eines Barcodes, Sicherheitszeichen auf den Verpackungen der Arzneimittel und auch ein Siegel, das sicherstellen soll, dass die Packungen noch nicht geöffnet waren. Auch wenn nach Ansicht der Experten sich die Kosten für die Medikamente durch die neuen Sicherheitszeichen auf den Medikamentenpackungen etwas erhöhen werden, ist die Sicherheit schlussendlich mitunter lebenswichtig. Hier sparen zu wollen, wird nicht die Gesundheit zurückbringen, sondern vielmehr unter Umständen den Weg ins Grab. Passen Sie gut auf sich auf!
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