Spülmittel - Arten, Wirkung und Tipps zur Anwendung und zum Selbermachen

Auch wenn fast jeder dritte Haushalt eine Spülmaschine hat, wird doch immer noch von Hand gespült. Außerdem müssen etliche Geschirrteile auch zwischendurch gespült oder hartnäckige Verschmutzungen sollen gelöst werden. Das Angebot an unterschiedlichen Spülmitteln ist groß. Dabei erfüllen sie verschiedene Ansprüche. Informieren Sie sich über die unterschiedlichen Arten von Spülmitteln sowie die richtige Anwendung.

Wissenswertes zu unterschiedlichen Handgeschirrspülmitteln

Was ist Spülmittel? - Funktion und Anwendung

Unter einem Spülmittel versteht man ein Reinigungsmittel, welches zum Abwasch von Geschirr genutzt wird. Der umgangssprachlich verwendete Begriff "Spüli" für Spülmittel, ist eigentlich der Markenname eines Produktes.

Spülmittel verwendet man in der Regel in warmem bzw. heißen Wasser. Mithilfe eines Schwammes, eines Lappens oder einer Bürste können dann Geschirr, Gläser und Besteck gesäubert werden.

Spülmittel ist eine Seifenlauge und mit Farb- und Duftstoffen angereichert, um Geschirr aus verschiedenen Materialien zu reinigen. So kann damit beispielsweise

  • Porzellan
  • Plastik
  • Metall
  • Edelstahl
  • Holz oder
  • Glas

sauber und glänzend gemacht werden. Es gibt viele Materialien, die nicht für die Reinigung in der Spülmaschine geeignet sind; in diesem Fall wird das entsprechende Geschirr per Hand gespült. Es gibt auch Spülmittel, welches für den Einsatz im Geschirrspüler gedacht ist - über dieses informieren wir hier.

Inhaltsstoffe und Wirkung - Wie funktioniert Spülmittel?

Bereits seit 1958 gibt es Spülmittel. Die Inhaltsstoffe sind vor allem darauf ausgerichtet, Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate zu lösen. Den Fetten kommt dabei aufgrund der fehlenden Wasserlöslichkeit die größte Bedeutung zu.

Zu den Inhaltsstoffen eines Spülmittels gehören:

  • Tenside: Lösen die Fette und binden sie im Wasser
  • Salze und Alkhole: Wichtig für die Verbindung der Inhaltsstoffe miteinander und damit die Konsistenz
  • Konservierungsstoffe für die Haltbarkeit
  • rückfettende Substanzen für die Schonung der Haut

Die Fettlösekraft wirkt wie folgt: durch die Tenside kann die Oberflächenspannung des Wassers verringert werden; so können sich Wasser und Fett vermischen. Das Fett wird zu kleinen Tröpfchen zersetzt, sodass es sich von dem Geschirr lösen kann.

Wie wendet man Spülmittel an?

Spülmittel wird meist unverdünnt angewendet, beziehungsweise per Schwamm oder Lappen direkt auf die schmutzigen Flächen gegeben. Häufig muss eine kurze Einwirkzeit eingehalten werden, so können sich Schmutz und Rückstände auflösen und anschließend leicht beseitigen lassen.

Alternativ werden ein paar Tropfen ins in die Spüle eingelassene Wasser gegeben. Mit diesem lässt sich dann das Geschirr reinigen.

Die richtige Dosierung von Spülmittel

In den meisten Fällen wird Spülmittel überdosiert. Man kann sich an folgende Richtwerte halten:

  • Ein Teelöffel davon kann bei normal verschmutztem Geschirr für fünf Liter Wasser verwendet werden
  • Ist die Verschmutzung größer, sollte die Dosierung auf anderthalb Teelöffel erhöht werden
  • Bei angetrockneten Essensresten und verkrusteten Pfannen gibt man anderthalb Teelöffel in ein Liter Wasser
  • Eine höhere Dosierung sollte bei Biospülmittel, Spülbalsam und unkonzentriertem Spülmittel erfolgen: auf fünf Liter Wasser gibt man anderthalb Teelöffel bei normaler Verschmutzung - bei stärkeren Verschmutzungen entsprechend mehr

Spülmittel auch zur Vorreinigung geeignet

Spülmittel wird meist zur Vorreinigung von extrem verschmutztem Geschirr eingesetzt. Oft lässt man stark verkrustete Pfannen oder Töpfe auch erst einmal mit Wasser und Spülmittel einweichen.

Durch die hohe Fettentfernungskraft werden Fett und Speisereste zersetzt und die Spülmaschine kann anschließend die Feinarbeit übernehmen.

Kein Spülmittel in Gusseisenpfannen?

Immer wieder hört man, dass man für die Reinigung von eingebrannten Eisenpfannen kein Spülmittel verwenden sollte, damit sich die gewünschte Patina nicht löst - dies stimmt so nicht - mit dem Spülmittel wird man in dieser Hinsicht keinen Erfolg haben, es sei denn, die Patina ist noch nicht weit ausgeprägt.

Auf Spülmittel zu verzichten, hat den Vorteil, dass das Öl, welches in der Pfanne bleibt, beim nächsten Bratvorgang erneut polymerisiert, was die Patina verbessert. Einen Mangel an Hygiene braucht man hier nicht zu befürchten; sämtliche Erreger sterben beim Braten ab.

Arten: Spülmittel für unterschiedliche Bedürfnisse

Im Handel ist mittlerweile eine große Vielfalt an unterschiedlichen Spülmitteln zu finden.

Spülmittel mit hautpflegender Wirkung

Da man die Hände relativ lange eintaucht, hat es auch da eine Wirkung. Wer oft und lange spült, wird besonders auf seine Hände und somit die hautschonende Wirkung des Spülmittels achten.

Dafür gibt es Balsam und viele versprechen die Hände bei dem Spülen zu pflegen. Dafür werden pflegende Substanzen, wie beispielsweise Aloe Vera hinzugefügt.

Ökologisches Spülmittel

Gute Spülmittel sind dermatologisch getestet. Wer umweltbewusst denkt, entscheidet sich für ein ökologisches Spülmittel, welches biologisch abbaubar ist und damit die Umwelt nicht belastet.

Spülmittelkonzentrat: Hohe Fettlösekraft und sparsamer Verbrauch

Manche Spülmittel versprechen eine besonders hohe Fettlösekraft und haben damit ein starkes Reinigungspotential. Ein Spülmittelkonzentrat ist klein und kompakt, es reinigt in konzentrierter Form und ist sparsamer im Verbrauch.

Was nehmen statt Spülmittel? - Wirkungsvolle Alternativen

Hat man mal kein Spülmittel zur Hand, lässt sich hier und da auch eine Alternative finden. Fettrückstände und angehaftete Essensreste können auch mit folgenden Mitteln angegangen werden:

  • Essig: bei groben Verschmutzungen - man kann auch ein wenig Zitronensaft hinzugeben
  • Backpulver: eine kleine Menge in heißem Wasser lösen
  • Seife: hierbei möglichst heißes Wasser verwenden
  • Backofenspray: bei angebrannten Resten in Töpfen oder Pfannen - einsprühen und einwirken lassen, dann gründlich abspülen

Muttis Tricks und Tipps: So kriegt man hartnäckige Verschmutzungen weg

Wer kennt das nicht? Zum Leidwesen vieler Hausfrauen und Hausmänner kommt es bei dem Abwasch immer wieder zu hartnäckigen Verschmutzungen und Verkrustungen.

Einweichen

Viele Spülmittel versprechen hier eine Lösung, können das Versprechen aber nicht immer halten. Zuerst sollte man es in jedem Fall mit Einweichen probieren, ob sich so der gröbste Schmutz löst.

Verwendung von Spülmittelkonzentrat

Manche Spülmittel verfügen über eine hochkonzentrierte Formel, um starken Fettschmutz zu lösen. Dabei sind Essig, Zitrone und Soda natürliche Wirkstoffe, die dem Fett zu Leibe rücken.

Bei starker Verschmutzung kann man das Spülmittel auch unverdünnt einsetzen. Die verschmutzten und verkrusteten Stellen kurz einreiben, einwirken lassen und dann gut abspülen.

Vorsicht mit Stahlschwämmen

Von der Verwendung von Stahlschwämmen wird im Allgemeinen gewarnt, aber manche Töpfe und Pfannen lassen keine andere Wahl.

Allerdings sollte man die Stahlschwämme nie bei beschichteten Töpfen und Pfannen verwenden, da sonst die Beschichtung beschädigt wird. Auch Scheuermilch ist eher sparsam zu gebrauchen; neue Texturen gehen allerdings sorgsam mit dem Geschirr um.

Verwendung von Kraft-Gels mit Anti-Fett-Formel

Eine starke Lösekraft haben auch Kraft-Gels, diese Spülmittel verfügen über eine Fett-weg-Formel. Sie sind kraftvoll und sorgen für mühelos strahlend sauberes Geschirr.

Eine spezielle Herausforderung stellt auch Eingebranntes dar. Auch hier sollte man das Geschirr erst einmal einweichen und dann mit unverdünntem Power-Gel probieren. Manchmal braucht es dann schon ein bisschen Kraftaufwand und man muss kräftig scheuern.

Es ist wichtig, dass die Reinigung materialschonend ausgeführt wird. Auch stärkehaltige Speisereste und Kalkstein lassen sich nur beschwerlich entfernen. Gegen Kalkstein kann Essig und Zitronensaft eingesetzt werden und stärkehaltige Speisereste lösen sich beim Einweichen mit einem kraftvollen Spülmittel, welches sofort aktiv wirkt.

Alles Bio - Spülmittel aus Hausmitteln selber machen

Mit einfachen Hausmitteln lässt sich ein Spülmittel auch selbst herstellen. Besonderer Vorteil: es kann gänzlich auf Biobasis bestehen. Bei Zimmertemperatur lässt sich dieses Spülmittle mindestens drei Monate lang lagern.

Man benötigt für 550 ml:

  • 15 Gramm Kernseife, gerieben
  • 4 TL Natron
  • 500 ml Wasser sowie
  • 15 Tropfen eines ätherischen Öls für den Duft, z.B. Zitrone.

Das Wasser wird in einem Topf zum Kochen gebracht. Dann nimmt man den Topf vom Herd und rührt die Seifenflocken mit einem Schneebesen ein, bis sie sich aufgelöst haben.

Nun lässt man alles abkühlen und rührt dabei mehrmals um. Ist die Mischung zu dick geworden, kann man sie mit etwas Wasser verdünnen, bis man die gewünschte Konsistenz erreicht hat.

Nun fügt man noch Natron und das ätherische Öl hinzu. Das Spülmittel ist nun fertig und kann in eine Flasche gefüllt werden.

Alternativ zum Erhitzen der Mischung kann man auch einfach alle Zutaten in eine Flasche füllen, diese verschließen und kräftig schütteln. Allerdings sollte man hierbei beachten, dass es bis zu 12 Stunden lang dauern kann, bis sich die Seife vollständig aufgelöst hat.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?
Quellenangaben
  • Duschgel © Christian Stoll - www.fotolia.de
  • Küchengeschirr - Abwasch © Pixelot - www.fotolia.de
  • Reinigunsmittel © Marco2811 - www.fotolia.de
  • Doing dishes © Ana Blazic Pavlovic - www.fotolia.de
  • Cute little girl cleaning at kitchen. © JackF - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema